Of Ame Hrone Sgauf Spurensuche In Nordirland
Sie gilt als erfolgreichste Mystery-TV-Serie aller Zeiten und wird mit Preisen derzeit nur so überhäuft: »Game of Thrones«. Die auf den Àktiven Kontinenten Westeros und Essos angesiedelte Fantasy-Geschichte spielt in einer mittelalterähnlichen Zeit und fasziniert weltweit Millionen von Zuschauern. »mysteries« hat in Nordirland einige der schaurig-schönen Drehorte besucht und fotograÀert. Aber Achtung: Wer nicht wissen will, welche Überraschung Fans in der kommenden 6. Staffel erwartet, sollte das Ende dieses Berichts nicht lesen.
as Lied von Eis und Feuer« (»A Song of Ice and Fire«) – so hat US-Autor George R. R. Martin sein ursprünglich auf Dsechs und später auf sieben Bände ausgelegtes Fantasy-Epos betitelt. Unter dem Titel »Game of Thrones« wurde und wird sein Werk seit 2009/2010 als Fantasy-Fernsehserie ver- Àlmt. Mit schier magischem Erfolg.
Obwohl das TV-Epos eine US-Produktion ist, werden die meisten Aufnahmen in Europa gedreht: Bereits für die erste Staffel und deren Vorproduktion waren dies neben Malta unter anderem die Titanic-Studios im nordirischen Belfast.
Das historische Gebäude war ursprünglich Teil der »Harland & Wolff«-Werft, in deren grossen Hallen Schiffsteile gestrichen wurden. Den heutigen Name erhielt es, da auch Teile der versunkenen »Titanic« dort einst ihre Farbe erhielten.
Das Studiogelände in Belfast wird mittlerweile gut bewacht, um möglichst wenig Details der Dreharbeiten an die Öffentlichkeit sickern zu lassen. »Drones prohibited in this Area« (»Drohnen sind hier nicht erlaubt«) liest der interessierte Fan auf Schildern am Zaun. Und nicht nur »normale« Touristen interessieren sich für die Geschichte, für die Stars und die in der Serie auffällig zahlreich sterbenden Protagonisten. Auch Prominente wie Königin Elizabeth II. oder der britische Premier David Cameron haben dem Gelände während der Dreharbeiten bereits die Ehre erwiesen.
Überraschend ist das nicht, denn Nordirland besitzt für die Aussenaufnahmen perfekte Kulissen. Viele der malerischen Einstellungen, die für das TV-Spektakel teilweise fast bis zur Unkenntlichkeit mit Computer-Technik überarbeitet werden, beÀnden sich in der Nähe von Belfast. Und so werden von dort aus längst Bustouren zu den Drehorten angeboten – die Nachfrage sprengt alle Rekorde.
Juli 2015: Unsere Reisegruppe, zum Grossteil Engländer und Iren, aber auch Amerikaner, Mexikaner und eine Australierin, wird am Vormittag um neun Uhr an der Bushaltestelle abgeholt.
Tour-Guide Damian scheint einer Folge von »Game of Thrones«
Ausdrückliches Flugund Filmverbot für Drohnen aller Art.
64 Ausgabe 6/2015 Mystische Drehorte: Ganz links die Allee Dark Hedges, wie sie sich in der Realität zeigt. Oben ein Filmbild der »Twins« und rechts der Originalturm (Castle Ward), der in der Serie per Computer verdoppelt wurde.
Fast wie im Fernsehen: Wer wollte, durfte sich während der Besichtigungstour in Originalkluft fotografieren lassen.
animation verdoppelt. Ebenfalls auf dem Gelände von Castle Ward entdeckten die Crew-Mitglieder einst ihren Galgenbaum.
Dort fanden »Königsmörder« Jaime Lannister und Brienne von Tarth in der Serie einige erhängte Soldaten.
Nächster Halt: Inch Abbey. Ein imposantes Bild für die Fans, die sich fast alle vor der Ruine ablichten lassen. Hier drehten die Filmleute jene stimmungsvolle Abendszene, in der Robb Stark (Richard Madden) zum König im Norden ausgerufen wurde – und in der auch unser Guide Damian als Statist kurz, aber deutlich zu sehen ist.
Weiter geht es zur Brücke »nahe Winterfell«. Dies ist der berühmte Platz, an dem die Stark-Sippe ihre »Schattenwölfe« Àndet: Zuerst die tote Mutter, dann ihre sechs Jungen, die von den Stark-Kindern adoptiert werden. Zwei davon hatte unsere Ausgabe 6/2015 65 entsprungen zu sein. Kein Wunder, denn der charismatische Erzähler mit dem markanten Bart ist seit Beginn bei der Produktion angestellt und hatte mittlerweile auch mehrere Kurzauftritte in der Serie.
Aus einem Turm wurden per Computertrick deren zwei Nach einer Fährfahrt von Strangford nach Portaferry bringt der Bus die jungen und älteren »Game of Thrones«-Fans zunächst nach Castle Ward, wo die Filmcrew während acht Wochen gearbeitet hatte und die Szenen aus Winterfell abdrehte. Hier wurden auch die »Twins« geÀlmt, jene zwei fast identischen Türme, die in der Serie durch eine befestigte Brücke über den »Fluss Trident« verbunden sind. In Wirklichkeit thront dort nur ein Tower auf einem Hügel: Für die Serie wurde er mittels Computer-Zogen alle Blicke auf sich: Mit»Grauwind« und »Sommer« bekamen wir auch »Schattenwölfe« zu Gesicht.
▲ Charismatischer Geschichtenerzähler: Guide Damian, der in der Serie bereits mehrere Statistenauftritte absolvierte.
Déjà-vu-Effekt: An diesen knorrigen Ästen baumelten in der Serie erhängte Soldaten.
wartet man fast eine Viertelstunde, bis man die einmalige Szenerie endlich menschenleer fotograÀeren kann.
Bleibt die entscheidende Frage: Was erwartet uns in der sechsten Staffel von »Game of Thrones«, die derzeit gedreht wird und ab Frühjahr 2016 ausgestrahlt werden soll? Weshalb wurde zwischenzeitlich erneut in Nordirland Shane’s Castle sowie in Carncastle (»Winterfell«) geÀlmt? Und was passiert, falls der 67-jährige, brummige Autor George R. R. Martin sterben sollte, ehe er die noch geplanten zwei Bände seines fantastischen Epos zu Ende geschrieben hat?
Guide Damian wusste auch in diesem Fall seine Zuhörer zu beruhigen. Auf der Rückfahrt nach Belfast erzählte er von der Gruppe zuvor bereits in der realen Welt gesehen: »Grauwind« und »Sommer« waren mit ihren Besitzern beim Mittagessen vorgefahren worden – die beiden quicklebendigen Hundekomparsen schienen als Fotosujet fast noch beliebter als all die Ruinen und sonstigen Bauten!
Auch ein weiterer berühmter Filmdrehort ist in der Nähe zu Ànden: Die Allee Dark Hedges nahe Ballymoney im County Antrim. In den Filmaufnahmen Áankieren die mächtigen knorrigen Bäume den »Königsweg«, dem die junge Arya Stark bei ihrer Flucht aus »Königsmund« folgt.
Der Ansturm der Fotografen auf diesen wahrhaft mystisch anmutenden Ort ist gewaltig: Schon kurz vor neun Uhr morgens Lange Wartezeiten, ehe man ungestört fotografieren kann.
66 Ausgabe 6/2015 ▲ Brücke »nahe Winterfell«: Hier stiess die Stark-Sippe in der Serie auf die Schattenwölfe.
Inch Abbey: In dieser – später digital erweiterten – Originalkulisse wurde Rob Stark zum König im Norden ausgerufen.
alias Jon Schnee am Filmset in Belfast zu bedeuten hat. Immerhin hatte Harington in der fünften Staffel den brutalen Filmtod erlitten. Oder vielleicht doch nicht? Kehrt er als »Weisser Wanderer«, als Wiedergänger mit magischen Kräften zurück? Oder wird er von der Roten Priesterin Melisandre aus Asshai wieder zum Leben erweckt?
Mittlerweile hat sich die Kunde von Kit Haringtons Rückkehr auch im Internet verbreitet. »Die Serie wird noch ein Weilchen ein Teil meines Lebens bleiben«, verriet der Schauspieler mit der wilden Mähne im September 2015 in einem Interview mit dem belgischen Magazin »The Daily Beast«.
Man darf gespannt sein! Denn auch in Castillo de Zafra bei Madrid und weiteren spanischen Orten wurde unterdessen auf Hochtouren geÀlmt.
Hanspeter Bär ■
Ausgabe 6/2015 67










































