Welches Geheimnis bergen die Mars-Monde Deimos und Phobos? Seit Jahrhunderten zermartern sich Gelehrte über die Trabanten den Kopf. Finden sich auf ihnen Spuren von Ausserirdischen?
Auch Tesla-Boss Elon Musk (Foto) fasziniert der Rote Planet und seine beiden Begleiter derart, dass er dafür sein Vermögen aufs Spiel setzt.
Was hofft der Visionär dort oben zu Ànden?
Möglich schien Shklovsky Phobos' anomale Bahn nach umesla«-Chef und Paypal-Mitbegründer Elon Musk hat einen Traum. Seit seiner Kind-Theit beÁügelt den visionären Milliardär der fanatische Wunsch, den Mars zu besiedeln. Bereits 1949 hatte der deutsche Raketen-Pionier Wernher von Braun Musks Traum prophetisch in einem Roman voraus genommen (»Project Mars – A technical Tale«). Ab Kapitel 22 lässt von Braun seine irdischen Weltall-Pioniere auf eine zehnköpÀge »Mars-Regierung« treffen. Angeführt wird die dortige Gesellschaft von einem Visionär mit dem hebräischen Vornamen »Elon«!
»Holy fucking shit«, jubelte der 46-jährige Musk denn auch begeistert, als seine dreistuÀge »Falcon Heavy«-Rakete am 6. Februar 2018 von Cape Canaveral in Richtung Mars abhob. Dies samt einem knallroten Exemplar seines Elektroautos an Bord, das eifrig Videos Richtung Erde funkte, auf deren Aufnahmen Enthusiasten später sogar ein UFO erkannt haben wollen. Trotz erfolgreicher Rückkehr und Landung zweier Trägerraketen auf der Erde scheiterte die Mission letztendlich, weil die letzte Raketenstufe zu viel Schub entwickelte. Und so treibt Musks SportÁitzer samt Puppe im Astronautenanzug nun Richtung Asteroidengürtel, wo ihn Aliens dereinst wohl verdutzt beäugen dürften.
Wetten, dass Elon Musk bei seinen aktuellen Unternehmungen nicht nur den Mars im Auge hat, sondern auch dessen Mini-Monde Phobos und Deimos? Bereits 1877 hatte diese der US-Astronom Asaph Hall vom Naval Observatory in Washington dank seiner geschliffenen Gläser erstmals beschrieben. Noch in den 1960er-Jahren spekulierte der russische Astrophysiker Iosif Shklovsky darüber, ob wir es bei den zwei mit blossem Auge nicht erspähbaren Trabanten mit fremden Sonden zu tun hätten. Grund: »Damals hat man die Bahn von Phobos untersucht und herausgefunden, dass er sich mit fünf Zentimetern pro Jahr dem Mars nähert. Damit hatte man seinerzeit nicht gerechnet!«, wie der deutsche Astronomie-Blogger Florian Freistetter der verdutzten Internet-Gemeinde bereits 2010 in Erinnerung rief.
fangreichen Berechnungen nur, falls der Mars-Mond hohl wäre.
Derlei Himmelskörper aber kennt die Wissenschaft nicht. Also spekulierte der Astrophysiker damals guten Gewissens über eine getarnte Alien-Sonde und veröffentlichte später sogar ein Buch mit dem berühmten US-Astronomen Carl Sagan (»Intelligent Life in the Universe«).
Woher schöpfte Homer sein Wissen?
Mittlerweile glauben Experten plausiblere Erklärungen für Phobos' merkwürdige Umlaufbahn gefunden zu haben und errechneten, dass der Mini-Mond irgendwann sogar auseinanderbrechen wird. Dennoch umranken Phobos und Deimos bis heute weitere bemerkenswerte Mysterien. Obwohl, wie eingangs erwähnt, erst 1877 entdeckt – schienen sie nämlich unerklärlicherweise schon den alten Griechen bekannt. »Erstaunlich ist, dass bereits Homers »Ilias«, in der er die Mythenwelt der alten Kein Trick: Videoaufnahmen aus der Rakete zeigten, wie Teslas Flitzer samt Gummipuppe im Astronautenanzug Richtung Mars düste.
Griechen verewigt hat, der Rote Planet mit zwei ständigen Begleitern existiert«, bestätigt die Europäische Weltraumagentur ESA. Ergänzend weist sie darauf hin, dass Astronom Johannes Kepler (1571–1630) die damals nach wie vor unsichtbaren Marsmonde später zum zweiten Mal »entdeckt« hatte: »Kepler ging davon aus, dass sich die Schöpfung in harmonischen Zahlenverhältnissen im Planetensystem widerspiegeln würde. Beobachtungen zeigten jedoch, dass die Venus keinen Mond, die Erde einen und der Jupiter vier Monde besitzen. Folglich müsste der dazwischen liegende Mars zwei Monde aufweisen.« Aus heutiger Sicht ein wissenschaftlicher Trugschluss! Zwar besitzt der Mars tatsächlich nur zwei Monde, Jupiter dagegen über 69 Monde. Kurz: Kepler kam aufgrund falscher Schlussfolgerungen zum richtigen Resultat. Ein Lotto-Sechser – zumindest im Fall von Mars. Doch damit nicht genug. Der seltsame Glückstreffer wiederholte sich rund 150 Jahre später nämlich noch ein drittes Mal – in noch verwirrenderer Form. Denn auch der irische Schriftsteller Jonathan Swift verblüffte in »Gullivers Reisen« (1726) mit auffallend präzisen Angaben bezüglich Grösse und Umlauf der beiden Marsmonde.
Swift wörtlich: »Man hat ausserdem auch zwei kleinere Sterne, beziehungsweise Monde des Mars entdeckt, deren näherer von seinem Hauptplaneten dreifach so viel entfernt ist wie dessen Durchmesser und deren weiter weg liegender vom Planeten so weit entfernt ist, wie dessen Durchmesser mal fünf beträgt. Der erstere rotiert um den Mars in zehn Stunden, der äussere in 21,5 Stunden Stunden – so dass die Quadrate ihres periodischen Umlaufs den Kuben ihrer Entfernung vom Mittelpunkt des Mars sehr nahe kommen.« Laut Lexikon stimmen die von Swift angegebenen Werte recht gut mit den aktuell bekannten Daten der Monde Phobos (Umlaufzeit 7 Stunden und 39 Minuten, Umlaufbahn entspricht etwa dem 2,75-fachen des Marsradius) und Deimos (Umlaufzeit 30 Stunden und 18 Minuten, Umlaufbahn entspricht etwa dem 7-fachen des Marsradius) überein.
Buzz Aldrin: »Lasst uns Phobos untersuchen!«»Die ›Vorhersagen‹ Swifts sind in der Tat erstaunlich nahe den heute bekannten Werten der beiden Marsmonde, aber aus wissenschaftlicher Sicht nicht nahe genug, um aus einer tatsächlichen Rechnung zu stammen«, bestätigt auf Anfrage von»mysteries« Professor Peter Wurz von der Universität Bern. Wie er sich dies aus heutiger Sicht erklärt? Wurz: »Ich würde mal sagen, Swift hat verdammt gut geraten und ebenfalls Glück gehabt. Vielleicht hatte er auch Wissen von Kepler, der basierend auf seiner falschen Übersetzung eines Rätsels von Galileo, ebenfalls zwei Mars-Monde vermutet hatte.« Ein bisschen viel der Zufälle! Umso mehr, als auf Phobos in der Nähe des Stickney-Kraters ein unverstandenes Relikt schlummert, wie 2009 bereits Apollo-Astronaut Edwin Buzz Aldrin in Erinnerung rief: »Lasst uns Phobos untersuchen!«, posaunte der zweite Mann auf dem Mond damals in alle Welt.
»Auf diesem kleinen, kartoffelförmigen Objekt gibt es einen Monolithen – eine äusserst ungewöhnliche Struktur. Wenn die Leute das sehen, werden sie sich fragen: Wer hat das dort aufgestellt?« Geäussert hatte der Mond-Veteran dies wörtlich auf »C-SPAN«, einem US-Fernsehsender. Ein Blick auf die ofÀziellen NASA-Fotos der Sonde »Mars Global Surveyor« von 1998 (Bildnummern: SPS252603 und SPS255103) gibt ihm recht.
Deutlich zeichnet sich auf der zumeist glatten OberÁäche des unförmigen Mini-Mondes ein merkw ürdig spitzes Objekt ab, für das bislang niemand eine stichhaltige Erklärung Ànden konnte.
Ebenso wie sich auch auf dem Mars selbst ähnlich kuriose tektonische Strukturen Ànden. Anomalien, von denen auch Elon Musk Kenntnis haben dürfte.
Geheimmission »X-37B« Einer von Musks derzeit liebsten Geheimcodes lautet »X-37B«.
Hinter diesem kryptischen Kürzel verbirgt sich die wohl rätselhafteste militärische Raumfahrtmission der Gegenwart. Im Mai 2017 war der so benannte Mini-Raumgleiter der Air Force von seiner zweijährigen Geheimmission zurückgekehrt – »zum vierten Mal seit 2010 erfolgreich«. Bis heute weiss abgesehen von Amerikas höchsten Machthabern niemand, was der wahre Sinn der langen Weltraumexkursion war. Ausser Elon Musk. Dessen Firma SpaceX katapultierte die Fähre am 7. September 2017 auftragsgemäss erneut erfolgreich ins All. Diesmal womöglich Richtung Phobos oder Deimos? Musk lächelt – und schweigt.
Manövriert sich der Milliardär mit derlei exzentrischen Unternehmungen in Teufels Küche? Elon Musk scheint es egal.
Phobos-Anomalie unweit des Stickney-Kraters. Selbst Mond-Astronaut Edwin Buzz Aldrin (88) rät dringend zu einer Erkundung.
36 Ausgabe 2/2018 Links: der Mars-Mond Phobos, samt seinen ungewöhnlichen Oberflächenstrukturen. Rechts: Elon Musks Superrakete »Falcon Heavy«, mit der er kürzlich einen seiner Tesla-Flitzer in Richtung Mars beförderte.
Ob Millionen oder Milliarden: Nichts hindert den Visionär daran, weiterhin zu pokern, zu setzen, zu verlieren – und vor allem: zu gewinnen. Schliesslich spielt er täglich mit dem Gedanken in einer virtuellen Welt zu agieren, die von computergesteuerten Superhirnen der Zukunft generiert wird. »Dies meine ich ernsthaft!«, wie der »Tech-Messias« bereits 2016 an der kalifornischen »Code Conference« vor Reportern zu verstehen gab.
Bleibt nur zu hoffen, dass ihm – und damit wohl auch uns – von oberster Stelle nicht irgendwann der Strom abgedreht wird!
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