
Aufräumarbeiten – dort, wo einst das World Trade Center stand. Die Kritik an der US-Regierung wächst.
WTC-Anschlag: Offene Fragen häufen sich
Zwei Jahre benötigte die deutsche Presse, um festzustellen, dass beim Attentat auf das World Trade Center einiges anders lief, als US-Präsident Bush weismachen will. Speziell der «Spiegel» macht derzeit eine schlechte Figur. Attentats-Experte Gerhard Wisnewski im Interview.
Könnte es sein, dass das World Trade Center letztlich nicht durch Flugzeuge, sondern durch Sprengstoff zum Einsturz gebracht wurde? Krachte tatsächlich eine Passagiermaschine ins Pentagon, oder wurde das US-Verteidigungsministerium durch etwas ganz anderes beschädigt? Warum waren bei der vierten Absturzstelle in Shanksville (Pennsylvania) keine Flugzeugteile zu sehen?
Mit dem Anschlag vom 11. September 2001 ist es so eine Sache. Wer kompetent mitreden will, benötigt minimal ein paar Tage, um sich durch die Informationsflut zu ackern. Die Lager sind gespalten – auch in Deutschland: US-Präsident George Bush erzählt uns die Wahrheit über den 11. September, behaupten die einen gutgläubig – allen voran der «Spiegel».
Im Gegenteil, schimpfen die anderen – allen voran der Geheimdienstexperte und ehemalige Bundesminister Andreas von Bülow sowie die erfahrenen Journalisten Mathias Bröckers und Gerhard Wisnewski. Gegen Letzteren läuft derzeit eine regelrechte Schlammschlacht.
Kurios, aber wahr: Die so genannten «Verschwörungstheoretiker» haben die besseren Karten in der Hand. Zu offensichtlich zeigen ihre Recherchen, dass an der offiziellen Version einiges nicht stimmen kann. Und so kommen mittlerweile auch deutsche Mainstream-Journalisten nicht mehr darum herum, sich mit all den Widersprüchen und offenen Fragen herumzuschlagen – nachdem sie das Thema zuvor zwei Jahre lang verpennt hatten.
Schnellschüsse
Logisch, weht Wisnewski, Bülow und Co. aus dem deutschen Blätterwald jetzt ein kalter Wind entgegen: Zu viele Journalisten, die in zu wenig Zeit über die Kontroverse berichten müssen. Statt ebenfalls monatelang zu recherchieren, müssen sie Schnellschüsse produzieren. So will es der Markt.
Also schlagen sich die Schnellschreiber im Zweifelsfall auf die Seite der Bush-Gläubigen. Wer die US-Behörden nicht der Lüge bezichtigt, muss auch nicht um seinen Job bangen. Und sich zudem nicht rechtfertigen, warum er die Kontroverse zwei Jahre verschwiegen hat.
Anders Gerhard Wisnewski. Seine WDR-Reportage vom 20. Juni 2003 wirft Fragen auf. Und widmet sich nicht zuletzt dem Schicksal jener zwei Passagierflugzeuge, die laut offizieller Version ins Pentagon sowie in ein Feld bei Shanksville gedonnert sein sollen – oder eben nicht.
Monatelang hatten die WDR-Chefs am Beitrag nichts auszusetzen. Bis der «Spiegel» am 8. September 2003 wortgewaltig zuschlug und den Bericht als mangelhaft und tendenziös rüffelte. Gipfel der Unverfrorenheit: Nur wenige Wochen später erfuhren Wisnewski und sein Co-Autor Willy Brunner durch einen weiteren Spiegel-Beitrag, dass der WDR auf ihre Mitarbeit künftig verzichten will.
Dumm für den «Spiegel»: Mittlerweile schiessen auch Mitglieder des US-Kongresses auf Bush, wie das Blatt einräumen muss. Darunter sogar Gesinnungsgenossen des US-Präsidenten. Tenor: «Die Regierung enthält der Unabhängigen Untersuchungskommission zu den 9/11-Anschlägen wichtige Dokumente vor.»
Gegenüber «mysteries« wehrt sich Gerhard Wisnewski denn auch vehement dagegen, unsauber recherchiert zu haben:
«Der Spiegel» hat heftig gegen Sie geschossen – offenbar ohne sich eingehend mit Ihren Recherchen beschäftigt zu haben. Warum diese polemische Schelte – noch dazu aus Kollegenkreisen?
Wisnewski: Der Spiegel befindet sich in einer journalistischen Sackgasse und Glaubwürdigkeitskrise. Er hat sich von Anfang an eins zu eins auf die offizielle Pentagon- und Bush-Version festgelegt, womit er meiner Meinung nach auch seinen Gründer Rudolf Augstein verraten hat, der sich zuletzt immer mehr von der US-Politik distanzierte.
Die Ausfälle gegen mich und meine Kollegen fielen hysterisch und geradezu überdreht aus. Die Vorwürfe lassen sich im Einzelnen leicht widerlegen, was ich auf meiner Internet-Webseite www.operation911.de auch getan habe.
Auch der WDR spielt ein reichlich merkwürdiges Spiel…
Wisnewski: Laut Spiegel hat uns WDR-Intendant Fritz Pleitgen nach der einseitigen und demagogischen Spiegel-Titelgeschichte im Rundfunkrat fallengelassen – ohne uns zu diesen vermeintlichen Vorwürfen anzuhören! Vermutlich wollte er sich damit aus der politischen Affäre ziehen und den WDR möglichst schnell ins Mainstream-Bett zurückbringen.
Das ist weder als kollegialer noch als demokratischer Stil akzeptabel. Wo kommen wir da hin, wenn ein Sender einen Beitrag bestellt, abnimmt und auch noch sendet und anschliessend die Autoren abstraft? Auf dieser Basis kann kein Autor mehr einen kritischen Bericht machen, weil er damit rechnen muss, auch noch im Nachhinein vom Sender fallengelassen zu werden, sowie der nur ein bisschen Gegenwind bekommt.
Das ist genau das falsche Signal in dieser für die Demokratie gefährlichen Zeit. Nachdem wir uns gegen das WDR-Arbeitsverbot beim Sender gewehrt haben, hat der das sozusagen «zur Strafe» nochmals bestätigt. Daraufhin habe ich auf meiner Internet-Webseite www.operation911.de eine Petition gegen das Beschäftigungsverbot ins Leben gerufen.
Warum verschleiert Präsident Bush die Hintergründe des 11. September denn?
Wisnewski: Ja, warum? Dafür muss es doch einen Grund geben. Das macht doch einen ganz unguten Eindruck – hat Präsident Bush etwas zu verbergen? An der offiziellen Version stimmt jedenfalls so gut wie gar nichts, die Beispiele kann man unmöglich alle in dieser Kürze aufzählen, sie gehen in die Hunderte.
Falsch ist wahrscheinlich, dass die genannten Boeings ins Pentagon und bei Shanksville abstürzten. Falsch ist, dass die Leichen der Hijacker identifiziert worden wären – sie wurden es nicht. Falsch ist, dass die US-Regierung von den Attentaten überrascht wurde – sie wurde es nicht.
Steckt tatsächlich Osama Bin Laden hinter dem Attentat?
Wisnewski: Wohl kaum, denn nicht mal das FBI sucht Bin Laden wegen der Attentate vom 11. September 2001. Nicht, dass mir der Mann sympathisch wäre – es gibt wahrscheinlich eine Menge Gründe, ihn hinter Gitter wandern zu lassen. Nur glaube ich nicht, dass er an den Attentaten beteiligt war.
Dies waren Präzisionsoperationen, die ohne Hilfe aus dem US-Militärapparat nicht hätten durchgeführt werden können. Ich nenne nur mal das Beispiel der nicht gestarteten Abfangjäger. Ich glaube kaum, dass Bin Laden diese Operation im Herzen der USA von Afghanistan aus hätte steuern können. Es gibt dafür auch nicht die geringsten Beweise – wenn man mal davon absieht, dass der «Spiegel» neuerdings Foltergeständnisse als «Beweise» verkauft.
Der «einfache Mann» auf der Strasse ist verwirrt: Was soll er glauben, was nicht?
Wisnewski: Der «einfache Mann» auf der Strasse ist genau der richtige, um diese Sache zu beurteilen. Denn dafür benötigt man nicht mehr als den einfachen, gesunden Menschenverstand. Er sollte sich selber Fragen stellen: Können an ein- und demselben Tag zwei riesige Jets abstürzen und dabei spurlos verschwinden? Können an ein- und demselben Tag vier grosse Passagierjets nach Belieben ihren Kurs verlassen und auf die wichtigsten Städte des Landes zufliegen, ohne dass auch nur ein Jäger einschreitet? Können an ein- und demselben Tag alle wichtigen Geheimdienste, die Flugsicherung und die Luftwaffe der Vereinigten Staaten komplett versagen?!
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Offene Fragen
Mehr denn je ranken sich um das Attentat vom 11. September offene Fragen, die bis heute von den US-Behörden
nicht oder nur unbefriedigend beantwortet wurden:
● Wie konnten die zuvor angeblich ahnungslosen Geheimdienste wenige Stunden nach den Anschlägen 19 Terroristen zweifelsfrei benennen?
● Warum veröffentlichen die USA bis heute keine Beweise gegen Bin Laden?
● Warum wurden die Videobänder mit den angeblichen Geständnissen Bin Ladens willkürlich falsch übersetzt?
● Warum wurde der aufgezeichnete Funkverkehr bisher nicht vollständig veröffentlicht?
● Warum wurde nicht einmal der Versuch unternommen, die Flugzeuge abzufangen, obwohl dafür spezialisierte Air-Bases in der Nähe sind?
● Warum sind die angeblich von Passagieren und Crew-Mitgliedern geführten Handy-Gespräche auf den Telefonrechnungen nicht zu finden?
● Warum wurden die Flugschreiber entweder nicht gefunden oder die Inhalte nicht veröffentlicht?
● Wie war das Zusammenstürzen der WTC-Türme in dieser Form möglich?
● Wie ist Präsident Bushs gelassene Reaktion in einer Schule zu erklären, als er von den Anschlägen erfuhr?
● Wie konnten die angeblich 19 Terroristen alle Sicherheitsvorkehrungen auf den Flughäfen umgehen?
● Wie konnten die angeblichen Terroristen allein mit Teppichmessern vier Flugzeuge mit Besatzung und Passagieren in ihre Gewalt bringen?
● Warum gab es Geldzahlungen des pakistanischen Geheimdienstes (der mit den US-Geheimdiensten zusammenarbeitet) an Mohammed Atta?
● Wie genau gestalteten sich die Verbindungen zwischen den Familien Bin Laden und Bush?
● Wie konnten die Flugzeuge vom Radarschirm verschwinden?
● Wieso versagte ausgerechnet an diesem Tag die gesamte Flugabwehr?
● Warum ist man den vielfältigen Warnungen vor dem 11. September nicht nachgegangen?
● Ist es Zufall, dass das Pentagon-Flugzeug ausgerechnet einen Gebäudeflügel rammte, der sich in Renovierung befand?
● Warum wurden FBI-Ermittlungen gegen Bin Laden vor den Anschlägen unterbunden?
● Ist es Zufall, dass eine der Flugschulen, in der offenbar auch einige der mutmasslichen Attentäter ausgebildet wurden, einem Freund von Jeb Bush gehört,
dem Gouverneur von Florida und Bruder des US-Präsidenten?
● Ist es ebenfalls Zufall, dass Monate vor dem Attentat in einer Notfallübung simuliert wurde, wie eine entführte Boeing 757 in das Pentagongebäude crasht?


