JFK-Verschwörung endlich aufgedeckt
Das Geheimnis ist gelüftet: 40 Jahre nach der mysteriösen Ermordung von John F. Kennedy ist endlich klar, warum der US-Präsident am 22. November 1963 auf offener Strasse sterben musste. Freigegebene Geheimdienstdokumente von CIA und KGB widerlegen die offizielle These eines Einzeltäters. Stattdessen enthüllen sie eine geradezu diabolische Verschwörung – die beinahe zum Dritten Weltkrieg geführt hätte. Ein erschreckendes Zeugnis, wie in den USA Politik betrieben wird.
von Michael Hesemann
«Lyndon B. Johnson ist jetzt überzeugt, dass das Attentat (auf John F. Kennedy) das Ergebnis einer Verschwörung war… der Präsident denkt, dass der CIA etwas mit diesem Komplott zu tun hat.» (Internes FBI-Memorandum vom 4. April 1967)
Das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy, dass sich am 22. November 2003 zum 40. Mal jährte, veränderte die Welt so nachhaltig wie der 11. September. Erst jetzt wurden Dokumente veröffentlicht, die keinen Zweifel mehr daran lassen, dass JFK einer Verschwörung zum Opfer fiel. Hardliner aus den Reihen des CIA wollten verhindern, dass der Präsident dem Kalten Krieg ein Ende setzt – und inszenierten ein nahezu perfektes Verbrechen, das beinahe zum Dritten Weltkrieg geführt hätte.
So provokant diese These auf den ersten Blick erscheint, sie lässt sich sauber belegen. Seit amtliche Untersuchungsausschüsse des US-Parlamentes den Fall neu aufrollten, seit während der Clinton-Ära, zwischen 1995 und 1998, über 60 000 Dokumente von über 400 000 Seiten Umfang freigegeben wurden, seit die Russen ihre KGB-Archive zum JFK-Attentat öffneten, kamen Fakten ans Licht, die die bisherige «offizielle Erklärung» vom Einzeltäter Lee Harvey Oswald widerlegen.
Erinnern wir uns an jenen denkwürdigen 22. November 1963: Auf einer Wahlkampfreise durch Texas fuhren John F. Kennedy, seine Frau Jackie sowie Texas-Gouverneur Connally mit seiner Frau Nelly in einer offenen Limousine durch die Öl-Metropole Dallas. Ihnen folgte ein Wagen des Secret Service, danach eine weitere Limousine mit Vizepräsident Johnson, seiner Frau Lady Bird und Texas-Senator Yarborough.

Attentat auf Lee Harvey Oswald. Kurz nach Kennedys Ermordung wurde der vermeintliche Mörder ebenfalls erschossen.
Schüsse aus dem Hinterhalt
Am Rande der Downtown bog die Wagenkolonne von der Main Street in die Houston Street, von dort, in einer 120- Grad-Kurve, in die Elm-Street ein. In diesem Augenblick wurde das Feuer eröffnet.
Drei Kugeln trafen den Präsidenten, eine weitere verletzte Gouverneur Connally, eine fünfte und sechste liessen den Asphalt der Strasse splittern. Während die Präsidentenlimousine während der Schüsse fast zum Stehen kam, raste sie nach dem letzten tödlichen Schuss zum Parkland Hospital, wo die Notärzte nur noch den Tod des Präsidenten feststellen konnten.
Während an Bord der Airforce One auf dem Rückflug nach Washington Lyndon B. Johnson als neuer Präsident vereidigt wurde, verhaftete die Polizei von Dallas den vermeintlichen Attentäter, «einen verwirrten Marxisten» namens Lee Harvey Oswald, der seit fünf Wochen in dem Gebäude, aus dem drei der Schüsse abgefeuert wurden – dem Texas Schulbuchlager – arbeitete.
In den folgenden Monaten wurde alles versucht, die Alleinschuld Oswalds zu beweisen. Präsident Johnson berief zu diesem Zweck die «Warren Kommission» ein, die den Präsidentenmord offiziell untersuchte und Hunderte von Augenzeugenberichten protokollierte. Peinlich war nur, dass die Aussagen der Augenzeugen nicht mit der offiziellen Schlussfolgerung übereinstimmten.
So erklärte die Mehrheit der Augenzeugen, die tödlichen Schüsse seien gar nicht vom Texas Schulbuchlager aus abgefeuert worden, in dem Oswald arbeitete, sondern von einem Grashügel am Strassenrand.
Tatsächlich zeigen Fotos, die von Zeugen aufgenommen wurden, hinter einer Betonmauer auf diesem Grashügel zwei Männer, von denen einer ein Gewehr abzufeuern scheint. Auch andere Indizien bestätigen die Berichte der Augenzeugen.
So filmten mehrere Zeugen das Attentat. Auf sämtlichen Aufnahmen – die beste machte der Textilkaufmann Abraham Zapruder – ist zu sehen, wie die erste Kugel JFK in den Kehlkopf, die zweite in den Nacken und die dritte in die rechte Schläfe traf.
‹‹ Von wo wurden die tödlichen Schüsse auf JFK abgefeuert?
Vom dritten, tödlichen Einschuss wird sein Körper ruckartig nach hinten gerissen. Schädel- und Gehirnfragmente regnen auf das Heck der Limousine, ebenso wie auf die Motorrad-Polizisten, die ihr folgen, sowie auf die Grünfläche schräg hinter ihr.
Die Filme zeigen, wie Jackie Kennedy, in dem verzweifelten Versuch, ein grosses Schädelfragment zu bergen, auf das Wagenheck klettert. Allen Gesetzen der Ballistik zufolge wurde dieser Schuss also von «vorne rechts» abgefeuert, wo der Grashügel lag – und nicht von hinten, aus der Richtung des Schulbuchlagers. Auch der erste Kehlkopfschuss kam von vorne, einzig der Nackenschuss könnte von einem Schützen im Schulbuchlager stammen.
Alle Ärzte, die im Parkland Hospital den verzweifelten Versuch unternahmen, das Leben des Präsidenten zu retten, beschrieben ein kleines Einschussloch in der rechten Schläfe. Am Hinterkopf klaffte ein grosser Krater; die Kugel hatte einen Teil der Schädeldecke und des Gehirns weggerissen. Doch auf angeblichen Röntgenaufnahmen, die die Warren-Kommission veröffentlichte, war die Schläfe des Schädels weggerissen, was auf einen Schuss von hinten schliessen liess.
Als von 1977 bis 1979 ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses den Fall neu aufwickelte, tauchten angebliche Autopsieaufnahmen auf, die ein kleines Einschussloch am Hinterkopf und eine offene Schläfe zeigten. Irrten also die Augenzeugen, darunter die Chefärzte des Parkland Hospitals Klinik in Dallas?
Erst seit unter Präsident Clinton im Jahre 1995 die echten Autopsieaufnahmen des Präsidenten offiziell freigegeben wurden, weiss man, dass die ersten Bilder gefälscht waren. Denn die echte Serie zeigt die Wunde an der Schläfe und ein klaffendes Loch am Hinterkopf, ganz wie es die Ärzte von Dallas und alle anderen Augenzeugen beschrieben hatten.
‹‹ Warum wurden die ersten Autopsiebilder gefälscht?
Gefälschte Röntgenbilder und Autopsieaufnahmen sollten also die «offizielle Version» bestätigen – eine Vertuschung, eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit, ist damit bewiesen!
Tatsächlich bestätigte der Untersuchungsausschuss von 1977 bis 1979 die Existenz eines zweiten Schützen auf dem Grashügel. Eine akustische Auswertung von Tonaufnahmen des Polizeifunks während des Attentates bewies, dass nicht, wie bisher angenommen, drei, sondern sechs Schüsse abgefeuert wurden. Auch der Ausgangspunkt des Todesschusses konnte präzise bestimmt werden. Er lag auf dem Grashügel. Drei der Schüsse aber wurden ebenso unzweifelhaft vom Schulbuchlager aus abgefeuert.
Sorgfältig geplant
Ein Schütze ist ein Einzeltäter, zwei Schützen sind Teil einer Verschwörung. Ihre Positionierung war sorgfältig geplant worden. War es da noch Zufall, dass der Fahrer der Präsidentenlimousine, ein erfahrener Secret-Service-Mann, auf die Bremse trat, als der erste Schuss fiel (die Bremslichter leuchten auf, wie die Filmaufnahmen beweisen!), statt, wie es im Diensthandbuch steht, zu beschleunigen und den Präsidenten aus der Schusszone zu bringen?
Nur wenige Tage vor dem Präsidentenbesuch war die Fahrtroute geändert worden. Statt auf der Main Street zu bleiben, wurde – aus völlig unerfindlichen Gründen – der Umweg über die Elm Street gewählt, trotz einer gefährlichen 120 Grad-Kurve – nach dem Handbuch des Secret Service ein unbedingt zu vermeidendes Sicherheitsrisiko. Erst die neue Route führte am Texas Schulbuchlager und dem Grashügel vorbei. Der Präsident war also von seinen Beschützern in einen tödlichen Hinterhalt gelockt worden!
Alles deutet darauf hin, dass Lee Harvey Oswald keiner der mindestens zwei (wahrscheinlich drei) Scharfschützen war, die auf John F. Kennedy angesetzt wurden. Zunächst einmal war der Ex-Marine ein lausiger Schütze, sein Gewehr viel zu langsam und zu ungenau, um die Tatwaffe zu sein, und schliesslich wies seine Wange bei seiner Verhaftung keinerlei Pulverspuren auf, weshalb auszuschliessen ist, dass er am fraglichen Tag ein Gewehr abgefeuert hatte.
Als ein Polizist unmittelbar nach den Schüssen in das Gebäude stürmte, in dem Oswald arbeitete, «stellte» er den vermeintlichen Attentäter in der Cafeteria, wie er seelenruhig eine Cola trank. Eben dort hatten ihn Kollegen auch schon vor den Schüssen gesehen.
Ein Foto, aufgenommen nur Sekunden vor dem ersten Schuss, zeigt einen Mann, der Oswald zumindest wie ein Zwilling gleicht und zudem sein Hemd trägt, vor der Tür des Schulbuchlagers. Im sechsten Stock, aus dem die Schüsse kamen, wurden dagegen von Augenzeugen statt des «Einzeltäters» zwei Männer gesehen.
Verfolgt man Lee Harvey Oswalds Lebensgeschichte, so wird klar, wer seine Hintermänner waren. Er war schon als Soldat auf einer strenggeheimen Marinebasis in Südostasien stationiert und für Spionageaufgaben eingesetzt worden. Die Marines schickten ihn auf eine Sprachschule, um Russisch zu lernen, danach ging er als vermeintlicher «Überläufer» für drei Jahre in die Sowjetunion.
Statt dass man ihm bei seiner Rückkehr den Prozess wegen Hochverrats machte, wurde er mit offenen Armen empfangen und fand sofort einen Job in einer Zuliefer-Firma des Militärs. In New Orleans gelang es ihm, linke Gruppen zu infiltrieren und das Image eines marxistischen Castro-Anhängers aufzubauen – und das vom Büro eines FBI-Mannes aus, der zusammen mit dem CIA Castro-Gegner ausbildete und mit Waffen versorgte.
Mitarbeiter des FBI
Im September 1963 reiste Oswald nach Mexico City, wurde bei den Botschaften Kubas und der Sowjetunion vorstellig, versuchte, ein Visum zu bekommen. Zwei Wochen später war er in Dallas, wo er beim FBI als Mitarbeiter geführt wurde und ihm eine CIA-Mitarbeiterin einen Job im Texas-Schulbuchlager verschaffte.
Zudem wurde Oswald mehrfach mit dem CIA-Agenten David Ferrie gesehen, unter anderem im Nachtclub von Jack Ruby, des Mannes, der ihn zwei Tage nach seiner Verhaftung erschiessen sollte. Der Kennedy-Mörder war also ein geschulter Geheimdienstler mit einem künstlich aufgebauten Image als Marxist und Castro-Anhänger. Er war nur als «Köder», als «Sündenbock» im Texas-Schulbuchlager platziert worden, sein einziger Job war es, eine falsche Fährte zu legen.
‹‹ Sollte Oswald lediglich eine falsche Fährte legen?
Die unlängst freigegebenen Geheimakten lassen auf einen geradezu diabolischen Plan schliessen: Das Kennedy-Attentat sollte als Vorwand für eine Invasion Kubas und den Sturz des ungeliebten Diktators Fidel Castro dienen. Nur das «Veto» Lyndon B. Johnsons, der, wie die Protokolle seiner Gespräche mit diversen Senatoren belegen, den Ausbruch eines Atomkrieges mit der Sowjetunion «mit 40 Millionen Toten» fürchtete, verhinderte seine Umsetzung und damit den Dritten Weltkrieg!
Vom Helden zum Verräter
Für die «Falken» im CIA war Kennedy zum Verräter geworden, als er 1961 den Invasoren der Schweinebucht seine Unterstützung versagte. Damit scheiterte der Plan des Geheimdienstes, durch eine von US-Ausbildern geführte Armee von Exilkubanern mit Rückendeckung durch die US-Streitkräfte Kuba «befreien» und Castro stürzen zu lassen.
Statt zum erhofften Aufstand gegen den Diktator kam es zum Fiasko. Die Invasoren-Armee wurde aufgerieben, die USA waren blamiert. Der CIA sann auf Rache. Ohne Wissen des Präsidenten warb die «Agency» in Europa, Südamerika und den USA Mafia-Killer an und nahm sie in ihre Dienste. Ihr Ziel war die Beseitigung Fidel Castros.
Doch auch zwei Jahre später nahm Kennedy die Kuba-Krise, ausgelöst durch den Aufbau sowjetischer Raketenbasen auf der Zuckerrohrinsel, nicht zum Anlass für eine Invasion, sondern suchte statt dessen den Dialog mit dem sowjetischen Generalsekretär Nikita Chruschtschow.
Für eine Woche hatte die Welt am Abgrund eines Dritten Weltkrieges gestanden und er begriffen, dass nicht Konfrontation, sondern nur Kommunikation die Katastrophe verhindern konnte. Er richtete das «rote Telefon» ein, handelte mit den Russen einen Sperrvertrag für Atombombenversuche aus.
Als der Präsident schliesslich im Juni 1963 in seiner berühmten Rede an der American University den amerikanischen Hegemonialansprüchen eine Absage erteilte und eine friedliche Koexistenz der Systeme befürwortete, unterschrieb er in den Augen der CIA-Falken sein Todesurteil; er war zum «Sicherheitsrisiko für amerikanische Interessen» geworden.
Wie offizielle Dokumente belegen, ordnete Kennedy in zwei im Herbst 1963 unterzeichneten «National Security Action Memoranda» den teilweisen Abzug der amerikanischen Truppen aus Europa und Südostasien an. Sein Plan war das Ende des Kalten Krieges. Er wollte 1964 nach Moskau reisen, mit den Russen radikale Abrüstungsverträge aushandeln.
Chruschtschow wiederum hatte vor, die Rote Armee von rund 2,5 Millionen auf 500 000 Mann zu reduzieren. Spätestens 1968, als Zeichen für den Anbruch einer neuen Ära der Versöhnung und Zusammenarbeit, sollten Amerikaner und Russen gemeinsam auf dem Mond landen.
Der gewaltige Militärapparat der USA, an dem die Rüstungsindustrie Milliarden verdiente, wäre damit ebenso überflüssig geworden wie der durch den Kalten Krieg unentbehrliche und allmächtige CIA, den JFK ohnehin «in tausend Teile zu zerschlagen» drohte, als er von den dunklen Machenschaften gegen Castros Kuba, die Zusammenarbeit sogar mit der Mafia erfuhr. Kennedy zu töten war für den CIA zur Frage des Überlebens geworden.
‹‹ Warum liess der CIA den Präsidenten eliminieren?
Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson war zwar klug genug, die Forderung der Hardliner nach einer Kuba-Invasion abzuweisen; stattdessen aber stürzte er sein Land in das Fiasko von Vietnam, bei dem 58 000 junge Amerikaner und über 200 Millionen Asiaten ihr Leben liessen. Der Kalte Krieg sollte noch 26 Jahre lang andauern, bis zum Zusammenbruch der Diktaturen des Warschauer Paktes.
Unterstützt von ganz oben
Es ist erst heute möglich, die Hintermänner des JFK-Attentates beim Namen zu nennen. Es waren eben jene CIA-Männer, die auch die Landung in der Schweinebucht geplant hatten. Die selben Männer, und das spricht zumindest für eine gewisse Kontinuität in der US-Politik, waren neun Jahre später am Watergate-Einbruch beteiligt. Sie hatten die Unterstützung höchster politischer Kreise in den USA.
Beweise wurden verfälscht, Zeugen eingeschüchtert oder getötet, gefälschte Fotos an die Presse gegeben. Fast wäre es gelungen, die Wahrheit über den Staatsstreich von 1963 für immer zu vertuschen. Doch am Ende, und das lässt zumindest hoffen, kommt immer die Wahrheit ans Licht.
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Präsident Kennedy. Unter anderem machte er sich auch für die Raumfahrt stark.
