!" # $ % & ' ( !)

%* +, -.

"/") 0 &' ( " #!

0$ 0 1 2% 3!

1 $'' +, 4567" 0 0 * 8 9.9 .:: ';0 !'!<===

! “ #$ # %&‘ ()*‘ +,’* – * ( Aus den Reihen der Eingeweihten gehen Präsidenten, Senatoren, Richter, Finanz-Tycoone und Medienzaren hervor. George W. Bush gehört diesem Zirkel ebenso an wie sein Vater und Großvater. Ihren Sitz haben die »Skull & Bones« in einem Gebäude der Elite-Uni Yale, wo die»Bonesmen« ihre Pläne für eine neue Weltordnung schmieden, die die ultimative Macht in die Hände ihrer Familien legt. Tatsächlich lenkt»Skull & Bones« bereits seit Jahren die Geschikke der USA und damit der Welt!

!"

Ein blauer und orangefarbener Bildschirm mit schwarzer Grenze.
Auf diesem Bild ist ein blaues und orangefarbene Bild gezeigt.
Ein blauer und orangefarbener Bildschirm mit weißer Kante.
Ein blauer und orangefarbener Hintergrund mit schwarzer Grenze.
Ein blauer und orangefarbener Bildschirm mit weißer Kante.
Ein blauer und orangefarbener Hintergrund mit schwarzer Grenze.
Ein Buchcover mit Glas darauf.
Ein Plakat mit einem Schloss, auf dem geschrieben steht: Verschworung Jonastal.
Schädel und Knochen
Ein Buchcover mit dem Namen Vernon Coleman darauf.
Ein Plakat mit Bergszene darauf.

Sie gilt als grösste je in Ägypten aufgefundene Grabanlage: «Kings Valley Number 5» im Tal der Könige – kurz KV 5 genannt. Doch die in den 80er-Jahren von Kent Weeks wiederentdeckte Riesengruft umrankt ein seltsames Geheimnis: Ein Blick in die entsprechenden Fachpublikationen offenbart gravierende Widersprüche in der Entdeckungsgeschichte. «mysteries» enthüllt erstmals, was bislang niemandem aufgefallen ist – und jede Menge Fragen aufwirft.

von G. F. L. und B. B. N.

KV 5 zählte einst zur Gruppe der «verschollenen Gräber». So bezeichnen Altertumsforscher antike Ruhestätten, die schon bei früheren Kampagnen entdeckt wurden, später aber infolge von Überschwemmungen, Erdbeben oder achtloser Zuschüttung wieder von der Bildfläche verschwanden.

Erst in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts gelang dem amerikanischen Ägyptologen Kent Weeks mit Hilfe alter Quellen die Wiederentdeckung der verlorenen Gruft. Besonders hilfreich war ihm dabei eine Skizze des britischen Forschers James Burton aus dem Jahr 1825. «Burton», so schreibt Weeks in seinem Entdeckungsreport, «war vielleicht der erste Mensch seit der Antike, der KV 5 betreten hatte – einer von nur zwei oder drei Europäern, die dies vor unserer Wiederentdeckung im Jahre 1989 getan hatten.»

Unter Zeitdruck Der US-Amerikaner liebäugelte schon längere Zeit mit der Absicht, KV 5 aufzuspüren und ägyptologisch zu erkunden. Aus Zeitmangel hatte er diese Absicht jedoch stets zurückstellen müssen.

Plötzlich aber war rasches Handeln geboten. Denn: «1989 erfuhren wir von den Plänen der Ägyptischen Altertümerverwaltung, die Strasse am Eingang zum Tal der Könige zu verbreitern», wie Weeks 1998/1999 in seinem Entdeckungsreport «Ramses II. – Das Totenhaus der Söhne» festhielt.

Das Problem bestand darin, dass Weeks aufgrund von Burtons Skizze und weiteren Aufzeichnungen genau in diesem Bereich des «Tals» an einem Hang das verschollene Grab vermutete. Sollte das wirklich zutreffen, wäre KV 5 durch die Strassenbauarbeiten unweigerlich beschädigt worden. «Das war», führt Weeks in seinem Bericht weiter aus, «für uns Motivation genug, um der Suche nach KV 5 eine Grabungskampagne zu widmen.»

Und die Götter meinten es gut mit ihm.

Noch «1989 erteilte uns die Altertümerverwaltung die Erlaubnis dazu», ist in seinem Band nachzulesen. «Im Sommer begannen wir dann mit der Arbeit.»

Und weiter memoriert Weeks: «Zunächst versuchten wir diesen Hang mittels geophysikalischer Techniken zu untersuchen.» Aber die gewonnenen Erkenntnisse waren mehr als dürftig. «Also verzichteten wir ein wenig frustriert auf den weiteren Einsatz der modernen Technik und wandten uns der altmodischen archäologischen Methode zu: der Ausgrabung mit Spitzhacke und Schaufel.»

Im selben Sommer noch – an einem Donnerstag – konnte er die erste Stufe freilegen.

Aber führte die Steintreppe tatsächlich zu KV 5? Die Zweifel konnten rasch beseitigt werden, denn «der im Jahre 1825 von James Burton angelegte Tunnel war», wie Weeks angibt, «immer noch da, auch nach 164 Jahren».

Und noch ein Detail identifizierte dieses Grab eindeutig als KV 5: In den 50er- Jahren des 19. Jahrhunderts hatte Carl Lepsius, ein deutscher Wissenschaftler, ebenfalls den Eingang zu KV 5 inspiziert und dabei festgestellt, dass auf den Türpfosten eine Kartusche mit dem Namen des Pharaos Ramses II. prangt. Und tatsächlich: Auf dem oberen Teil der Türpfosten wurde «beim Schein der Taschenlampe» der erheblich verwitterte Königsname sichtbar.

Der Entdeckerfreude folgte schweisstreibender Grabungsalltag. Erst «fünf Jahre nach der Entdeckung des Eingangs von KV 5 war es uns 1994 gelungen, etwa drei Viertel von Raum 1 und zwei Drittel von Raum 2 freizulegen», ist in Kent Weeks’ Bericht nachzulesen. Das war auch nicht anders zu erwarten, war doch KV 5 statt mit kostbaren Schätzen überwiegend mit Schutt und Geröll angefüllt. Entsprechend gering war auch das öffentliche Interesse am Fund.

Das änderte sich schlagartig 1995, als das Grabungsteam der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilte, dass KV 5 aus mehr Kammern als den bei- Osiris-Statue am Ende des Hauptkorridors der KV-5-Anlage.

den bisher freigelegten Räumen bestand – aus weitaus mehr sogar. Es ist schier unglaublich: Bis zur Drucklegung seines Buches hatte Kent Weeks bereits über 100 Kammern, Gänge, Nischen und Passagen registriert. Insgesamt rechnet der US-Archäologe sogar mit rund 150 Räumen.

Es gibt nicht viele Pharaonengräber, die auch nur zehn Prozent dieser Ausdehnung erreichen. KV 5 entpuppte sich damit als die bei weitem grösste jemals in Ägypten aufgefundene Grabanlage.

Warum wurde KV 5 derart überdimensioniert? Das Motiv liegt in seiner Zweckbestimmung. Die Gruft sollte als eine der wenigen Ausnahmen im Tal der Könige keinem Pharao als letzte Ruhestätte dienen.

Vielmehr beabsichtigte Potentat Ramses II. in dieser Felsenanlage seine männliche Nachkommenschaft zu beerdigen – und die war wahrhaft vielköpfig.

Glaubt man den ägyptischen Annalen, ‹‹ Seit 1995 ist KV 5 Dauerbrenner in der Hitliste der News.

zeugte Ramses nicht weniger als 50 Söhne!

Sechs Jahre nach der Wiederauffindung nahm KV 5 natürlich breiten Raum in der Medienberichterstattung ein. Ob Radio, TV oder Printmedien: Seit 1995 ist die Gruft Dauerbrenner in der Hitliste archäologischer News.

Kein Journalist aber hat je darüber berichtet, dass Kent Weeks’ Schilderung in chronologischer Hinsicht ein ägyptologisches Ammenmärchen ist. Denn entgegen der oben zitierten mehrfachen Beteuerungen in seinem Buch wurde KV 5 von ihm nicht erst 1989 wiederentdeckt! Mehr noch: Weeks’Version der Fundgeschichte von KV 5ist in wesentlichen Teilen schlicht falsch.

1986 oder 1989?

Auf die Spur der Ungereimtheiten führt ein «Reader’s Digest»-Artikel von Fergus M. Bordewich. Der Autor schreibt: «So hat ein Team der Universität von Kalifornien in Berkeley im Dezember 1986 das Grab der Söhne des grossen Pharaos und Kriegers Ramses II. geortet, das hundert Jahre lang vergessen gewesen war.

Zu verdanken war die Wiederentdeckung vor allem einem Handmagnetometer, einem Instrument, mit dem man die Stärke des Magnetfeldes in Steinen unter der Erde messen kann, und das durch ein elektrisches Signal mitteilt, wenn man im Untergrund auf eine Lücke – oder ein Tor – stösst.»

Man traut seinen Augen nicht. Was ‹‹ Man mag seinen eigenen Augen nicht trauen…

Bordewich hier in wenigen Sätzen darstellt, widerspricht eklatant der Weekschen Entdeckungsgeschichte: Zwischen Dezember 1986 und Juli 1989 liegen gut zweieinhalb Jahre Zeitdifferenz.

Bordewich muss demnach ein Irrtum unterlaufen sein, denn es ist natürlich unmöglich, dass ein Autor von einem Fund aus dem Jahr 1986 berichtet, der gemäs persönlichen Angaben des Entdeckers erst 1989 erfolgte.

Natürlich ist Bordewich kein Fehler passiert. Der Beweis: Sein Artikel erschien in «Readers Digest» Nr.11/1988.

Die Publikation kam also auf den Markt, als Kent Weeks seinem eigenen Bekunden zufolge noch nicht einmal um Erteilung einer Grabungskonzession für das «Projekt KV 5» bei den zuständigen Stellen nachgesucht hatte.

Experten widersprechen sich Erinnern wir uns – Weeks behauptet: «1989 erfuhren wir von den Plänen der ägyptischen Altertümerverwaltung, die Strasse am Eingang zum Tal der Könige zu verbreitern. (…) Das war für uns Motivation genug, um der Suche nach KV 5 eine Grabungskampagne zu widmen.»

Und er fügt an: «1989 erteilte uns die Altertümerverwaltung die Erlaubnis dazu. Im Sommer begannen wir dann mit der Arbeit.»

Wann also wurde KV 5 tatsächlich wiederentdeckt? Bezeichnenderweise widersprechen sich auch die Ägyptologen in ihren Publikationen. Aidan Dodson (Universität Bristol) nennt das Jahr 1987, Nicholas Reeves (Eton College) spricht von 1985 und Joyce Tildesley (Universität Liverpool) von 1989.

Es ist zum Verrücktwerden: Da wird im Tal der Könige das grösste Antikengrab des Landes von Ägyptologen wiederentdeckt – und rund fünfzehn Jahre später haben die Experten keinen Schimmer davon, wann diese Sensation tatsächlich gelungen ist – offensichtlich nicht einmal der Entdecker selbst. In seinem Buch jedenfalls hat es Kent Weeks tunlichst unterlassen, das genaue Tagesdatum seines Ausgräberglücks zu beziffern.

Noch weitaus mysteriöser wird die KV- 5-Affäre, wenn man die Fundgeschichte betrachtet. Erinnern wir uns wieder, was Bordewich in seinem «Readers Digest»- Bericht festgehalten hat: «So hat ein Team von der Universität von Berkeley im Dezember 1986 das Grab der Söhne des grossen Pharaos und Kriegers Ramses II. geortet, das hundert Jahre lang vergessen gewesen war. Zu verdanken war die Wiederentdeckung vor allem einem Handmagnetometer, einem Instrument, mit dem man die Stärke des Magnetfeldes in Steinen unter der Erde messen kann, und das durch ein elektrisches Signal mitteilt, wenn man im Untergrund auf eine Lücke – oder ein Tor – stösst.»

Auch Kent Weeks geht in seinem Buch auf diese Feldkampagne 1986, an der er in der Tat selbst teilgenommen hat, relativ ausführlich ein. Allerdings stellt sich bei ihm das Ergebnis völlig anders dar: «1986», schreibt der US-Ausgräber, «versuchten wir es, (…) mit anderen geophysikalischen Techniken; wir setzten ein Bodenradar ein sowie die Seismographie und die Magnetometrie. Die beiden ersten Verfahren führten zu keinen Ergebnissen.

Aber das Magnetometer (…) lieferte tatsächlich verwertbare Ergebnisse.»

Und dann folgt die entscheidende Passage: «Zweimal konnten wir auf diese Weise kleine, senkrechte Schachtgräber lokalisieren.» Es handelte sich dabei, wie der Professor spezifiziert, um «die Schachtgräber 48 und 49».

Über KV 5 verliert Weeks in diesem Zusammenhang kein Wort. Mehr noch: KV 5 bleibt in seiner Schilderung der Aktivitäten des Jahres 1986 – die immerhin eine vollständige Druckseite umfasst – gänzlich unerwähnt.

Breiten Raum nimmt bei ihm hingegen die Schilderung des Magnetometer-Einsatzes im Rahmen seiner «1989» durchgeführten Exkursion nach KV 5ein: «…wieder lieferte nur das Magnetometer annähernd verheissungsvolle Ergebnisse.

Wir erhielten Messwerte, die auf hunderte von Unregelmässigkeiten in nicht genau festgelegten Abständen auf dem ganzen Hang hinwiesen. (…) All das zusammen ergab ein scheinbar sinnloses Durcheinander von Messwerten. (…) Also verzichteten wir ein wenig frustriert auf den weiteren Einsatz der modernen Technik ‹‹ Ein scheinbar sinnloses Durcheinander von Messwerten…

und wandten uns der altmodischen archäologischen Methode zu: der Ausgrabung mit Spitzhacke und Schaufel.»

Während Bordewich dem High-Tech- Einsatz bei der Suche nach KV 5 also eine Schlüsselrolle zubilligt, betont Weeks, dass die Verwendung der Ortungssonden letztlich wegen des sinnlosen Wirrwars der Messresultate sogar enttäuscht eingestellt wurde. Ein weiterer elementarer Unterschied in der Darstellung der Wiederentdeckung.

Noch mehr Unstimmigkeiten Doch es kommt noch besser: Anhand von Bordewichs Artikel lässt sich nämlich dokumentieren, dass KV 5 nicht nur vor 1989 geortet wurde. Vielmehr war die Gruft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Berichts im November 1988 bereits eindeutig identifiziert.

Wie sonst hätte der Autor wissen und schreiben können, dass es sich um «das Grab der Söhne des grossen Pharaos und Kriegers Ramses II.» handelte? Mit anderen Worten: KV 5 war nachweislich schon wieder zugänglich als Kent Weeks seinen eigenen Ausführungen zufolge überhaupt erst mit der Suche nach dem Grab begann! Wenn aber Bordewich bereits im November 1988 die Wiederentdeckung von KV 5 sowie den Bauherren und die Grabeigentümer publik machen konnte, dann müssen die entsprechenden archäologischen Forschungen bereits geraume Zeit vorher begonnen haben. Und genau das taten sie auch. Jedenfalls behauptet das einer der namhaftesten Ägyptologen unserer Zeit, der Engländer Nicholas Reeves.

Reeves schreibt in seinem 2001 erschienenen Buch «Faszination Ägypten» über KV 5: «Schon seit dem frühen 19.

Jahrhundert, nach der Untersuchung der ersten drei mit Schutt gefüllten Kammern durch den britischen Ägyptologen James Burton im Jahr 1825, hatte der Komplex teilweise freigeräumt offen gelegen.

Allerdings wurde der Eingang zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder verschüttet und blieb bis zur Wiederauffindung 1985 durch den Amerikaner Kent Weeks auch verborgen. Als dann 1987 die intensiven Grabungen begannen, wurden die immensen Ausmasse der Anlage erstmals deutlich.»

Vier Jahre Zeitdifferenz Wenn Reeves’ Ausführungen zutreffen, dann ist entweder die Ägyptische Altertümerverwaltung die desolateste Antikenbehörde der Welt oder Kent Weeks’ Entdeckungsbericht ist nichts anderes als die «ägyptologische Variante» der gefälschten Hitler-Tagebücher.

Immerhin klafft zwischen den Angaben von Weeks und Reeves eine chronologische Lücke von nicht weniger als vier Jahren – das ist fast ein halbes Jahrzehnt Zeitdifferenz!

Wir glauben Kent Weeks gerne, dass er für seine Suche nach KV 5 von den zuständigen Organen 1989 eine Erlaubnis erhalten hat. Das muss jedoch längst nicht bedeuten, dass er KV 5 nicht schon bei seinen vorherigen Aktivitäten im Tal der Könige aufgespürt hat.

Denken wir nur an die Reeves-Angaben: Der Brite spricht bereits ab 1987 von «intensiven Grabungen» in KV 5. Soll man im Ernst annehmen, dass diese Arbeiten dem ägyptische Antikenamt verborgen blieben? Sollen wir wirklich glauben, dass die zuständige staatliche Aufsichtsbehörde jahrelang keine Kenntnis davon erhielt, dass im Tal der Könige ein «neues» Grab lokalisiert und geöffnet worden ist? Und soll man Weeks abnehmen, dass ihm die ägyptische Altertümerverwaltung 1989 die Genehmigung für die Suche nach einem bereits Jahre zuvor entdeckten Grab erteilte? Nein!

Denken wir nur an Weeks’ Behauptung: «Erst (…) fünf Jahre nach der Entdeckung des Eingangs von KV 5 war es uns 1994 gelungen, etwa drei Viertel von Raum 1 und zwei Drittel von Raum 2 freizulegen.» Sollten Bordewich und Reeves’ Darlegungen der Wahrheit entsprechen, ist auch diese Behauptung nicht zu halten – es sei denn, man räumte zwischen 1985 und 1989 nicht die ersten beiden Räume frei. Doch was geschah dann in diesem Zeitraum unter Tage? Wir wissen es nicht. Und genau darum geht es: Jetzt ist die Ägyptologie am Zug! Sie ist gefordert, die genauen Umstände der Wiederentdeckung von KV 5 und dessen archäologische Erforschung chronologisch und historisch lückenlos darzustellen.

Es gibt Grabungs-Tagebücher, Grabungsprotokolle und amtliche Papiere.

Aus all dem sollte es möglich sein, die Abläufe relativ realistisch und wahrheitsgemäss zu schildern. Und somit lässt sich auch recht rasch klären, welche Version der Ausgrabungsabläufe den Tatsachen entspricht.

Und das Lexikon?

Wie immer auch die Wahrheit aussieht: Die Ägyptologie hat die Pflicht und Schuldigkeit die Abläufe um die KV-5- Wiederentdeckung lückenlos aufzuklären und offen zu legen. So jedenfalls, wie die Ereignisse bisher geschildert werden, können sie sich in weiten Teilen nicht abgespielt haben.

Ach ja: Und wenn man schon bei den Erklärungen ist, soll man doch bitte gleich miterläutern, wieso das angeblich verschollene KV-5-Grab auf einer Karte im «Lexikon der Ägyptologie, Band III» (Harrassowitz-Verlag) eingezeichnet ist (Bild) – auf den Millimeter genau an jener Stelle, an der die Gruft auch in der Karte von Kent Weeks’Buch markiert ist. Das Lexikon erschien bereits 1980 – also neun Jahre vor der angeblichen «Entdeckung»…

■

Ein schwarz-weißes Foto von zwei Männern in einer Höhle.
Ein schwarz-weißes Foto einer Steinwand mit einem Fenster.
Eine topografische Karte eines Berggipfels.

Bis zu seinem überraschenden Tod kämpfte der Schweizer Mario Stiffler gegen Behörden und Energie-Multis. Sein Problem: Er hatte in den 80er-Jahren eine revolutionäre Erfindung gemacht, die der Stromlobby gar nicht gefiel. Nun vermarktet eine australische Firma sein Erbe.

Wer neue Technologien entwickelt, die der Energielobby nicht in den Kram passen, hats schwer. Zahllos die Beispiele von genialen Erfindern, die ausgebootet oder in den Tod getrieben wurden – ehe sie später als Pioniere gehandelt wurden. Einer von ihnen ist der viel zu früh verstorbene Schweizer Mario Stiffler aus dem Kanton Tessin. Mit seiner Erfindung lässt sich günstig Energie sparen – und das gleich in rohen Mengen. Seine revolutionären PCM-Energiespeicher werden mittlerweile von Australien aus erfolgreich in alle Welt vertrieben. Zuständig dafür ist die Firma TEAP Energy.

Wer Stifflers Namen jedoch im Internet sucht, «googelt» vergeblich. Das ist umso bezeichnender, als der Mann im Laufe seines Erfinderdaseins manche zweifelhafte Erfahrung mit Lobbies machte. Erfahrungen, die ihn zunehmend misstrauisch werden liessen. Speziell in der Schweiz hatte man ihm immer wieder Interesse an seinen Erfindungen vorgegaukelt – um ihn schliesslich kaltzustellen.

1994 erklärte sich Stiffler bereit, erstmals öffentlich über seine leidvollen Erfahrungen zu sprechen. Und so traf ich den ‹‹ Überall stiess der Tessiner auf ungenutzte Wärmeenergie.

agilen Südländer an einem kalten Frühlingstag in Basel. Anhand einer Unzahl von Skizzen und Tabellen erläuterte er mir an jenem Nachmittag seine revolutionäre und umweltfreundliche Lösung des Energieproblems.

Als gelernter Isolationstechniker hatte Stiffler einst Dichtungsaufträge aller Art erledigt. Bereits damals fiel ihm auf, wie unvernünftig die heutige Energiegewinnung angelegt ist. Ob Müllverbrennungsanlagen, Motoren oder Industrieschornsteine: Überall stiess der Tessiner auf sinnlos verpuffende Restwärme.

Die vorhandene Wärmemenge war derart gross, dass sich ihm unweigerlich eine Frage aufdrängte: Warum war bislang niemand auf die Idee gekommen, die Energie dieses überall kostenlos verfügbaren Riesenpotenzials anzuzapfen?

Grössere Energiedichte Stiffler machte sich an die Entwicklung eines entsprechenden Speichersystems. In den 80er-Jahren gelang es ihm, Wärmespeicherelemente zu kreieren, die das vorhandene Wärmepotenzial mit einem neuen Verfahren mit viel grösserer Energiedichte aufnehmen konnten als bisherige Konstruktionen.

Für grossräumige Oberflächen wie Hausdächer begann der Schweizer Dichtungsbeläge zu entwerfen, die einerseits den Wärmeverlust eindämmen, gleichzeitig aber auch als Sonnenkollektor arbeiten sollten. Auch hier ordnete er den neu entwickelten Speicherelementen eine zentrale Rolle zu.

Gleichzeitig sollten die speziellen Beläge den Vorteil haben, unbrennbar und PCM-Technologie: Worauf beruht Stifflers Prinzip?

kostengünstig zu sein. Und: Ihre Herstellung sollte ohne jedwelche Giftstoffe auskommen. In den 90er-Jahren waren Stifflers Dichtungsbeläge schliesslich ausgereift und patentiert. Durch das gezielte Zusammenspiel diverser Faktoren lieferten sie stolze Energieerträge.

Konkrete Beispiele, wie vielseitig sein System angewendet werden kann, konnte mir der Tessiner 1994 daher gleich mehrere nennen. So stattete er 1991 etwa ein Restaurant im Schweizer Skiort Bergün mit seinen Kollektorelementen aus: Aufgrund der ständig ein- und ausgehenden Touristen hatte man dort zuvor massive Probleme, die Innentemperatur auf einem konstanten Niveau zu halten.

Durch Stiffler erhielt das Restaurant eine eigene Stromversorgung und konnte seine Raumtemperatur ohne äussere Hilfe quer durch das ganze Jahr hindurch aufrechterhalten. Die Effizienz des Systems war derart beachtlich, dass Jahr für Jahr beträchtliche Energieüberschüsse erwirtschaftet werden konnten.

Tatsächlich lässt sich mit Hilfe des Stiffler-Systems auch die Stromversorgung eines kompletten Einfamilienhauses unabhängig von Jahreszeit und Temperatur aufrechterhalten – wobei jährlich ein Energieüberschuss von über zwei Drittel resultiert! Auch dafür konnte der Tessiner bereits 1994 konkrete Beispiele in der Baulandschaft präsentieren.

Andere Varianten zur Einsetzung der Thermoelemente sind ebenfalls denkbar. Eine Möglichkeit, an welcher der Schweizer herumtüftelte, sieht beispielsweise vor, Kühlanlagen in besonders heissen Gebieten der Dritten Welt zu betreiben.

Oft musste für solche Konstruktionen bisher teure Technologie aus dem Westen importiert werden. Dabei könnte man mit Hilfe des speziellen Speicherbelags den Wärmeüberschuss auf den dortigen Wellblechdächern gezielt für ein Kühlsystem nutzbar machen.

Autofahren – mit Restwärme Selbst ein Automotor liesse sich mit seiner eigenen Abwärme speisen – ein weiteres Projekt, an dem Stiffler in den 90er- Jahren arbeitete.

Damit werden aber auch die Konsequenzen derartiger Entwicklungen deutlich: Grossindustrie, Stromwerke, Atomund Öllobby dürften um ihre Monopolstellung fürchten. Ähnlich wie anderen Erfindern wurden denn auch Stiffler massiv Steine in den Weg gelegt: 1983 etwa hatte er der Firma Thermellec in Freiburg (Schweiz) die Lizenzrechte an einigen seiner Patente verkauft – zwecks industrieller Herstellung seiner Speicherkomponenten.

Ein neues Unternehmen wurde geschaffen, die TERM-AC. Stiffler überliess der Firma die Alleinrechte auf Fabrikation und Vertrieb und stellte ihr auch eine entsprechende Produktionsanlage zur Verfügung. Diese war von ihm entworfen und in Italien gebaut worden.

Das Startkapital der neugegründeten Gesellschaft betrug 50'000 Schweizer ‹‹ Bald musste der Erfinder die erste Enttäuschung erleben.

Franken. Schon bald aber musste der Tessiner die erste Enttäuschung erleben: Die von TERM-AC produzierten Heizelemente wurden statt mit Restwärme ausschliesslich mit Elektrizität geladen, was den ökologischen Sinn seiner Entwicklung beträchtlich in Frage stellte.

Die Sache wurde noch fragwürdiger, als auch die Freiburger Elektrizitätswerke ihr Interesse an Stifflers umfunktionierter Erfindung bekundeten und in die Gesellschaft einstiegen. Das Aktienkapital wurde auf 300'000 Franken aufgestockt und Stiffler damit aus dem Betrieb herausgedrückt.

Finanzielle Probleme Einige Zeit schien das Unternehmen zu florieren, bis sich plötzlich Unregelmässigkeiten bei den Zahlungen einstellten: Von der ihm vertraglich zugesicherten zwanzigprozentigen Beteiligung an der Transaktion einer Produktionsanlage nach Korea im Wert von 3,5 Millionen Schweizer Franken sah der Tessiner Erfinder keinen Rappen – obwohl diese von den Auftraggebern pünktlich bezahlt worden war.

Beim Verkauf einer Anlage nach Spanien verhielt sich die Sache ähnlich. Stiffler klagte die THERM-AC am Ende gar ein. Nachdem diese falsche Abrechnungen vorlegte, beantragte er zusätzlich eine Patent-Sperre: Die zuständigen Herren hatten offenbar krasse Misswirtschaft betrieben.

Höhepunkt der negativen Entwicklung war eine 1993 eingeführte eidgenössische Bestimmung, nach der elektrischer Strom nicht mehr direkt zur Ladung von Energiespeicherungen benutzt werden durfte.

Wussten Sie, dass im Sklaven-Epos «Gladiator» ein Mann in Jeans durchs Bild stolpert – und das erst noch in Grossaufnahme?

Immer wieder leisten sich die Dirigenten der Leinwand in ihren Kassenschlagern drollige Fehltritte: Wer dem Monsteraffen King Kong genau auf den Bauch schielt, entdeckt dort die Naht, die sein Kostüm zusammenhält. Wenn Captain Kirk in «Star Trek – Der Film» ins All schwebt, rutscht die gesamte Bühnenkonstruktion ins Bild – samt Gestänge, Treppen und Scheinwerfern. Und im ersten «Star Wars»- Spektakel donnert ein Statist versehentlich in die Kulissen, noch dazu mit voller Wucht.

Lesen Sie nach, welche Missgeschicke Meisterregisseuren wie Steven Spielberg oder George Lucas unterliefen – und schmunzeln Sie mit.

«Filmfehler: Hollywoods peinlichste Leinwandpatzer», Norderstedt 2004, 112 Seiten, 9.90 EUR / 17.– Sfr.

ISBN 3-8334-1755-2 Unscheinbar, aber effizient. So sehen Stifflers Speicherelemente aus.

Dies führte laut Stiffler dazu, dass die Freiburger Elektrizitätswerke rasch das Interesse an seiner Erfindung verloren. Investitionen wurden drastisch gekürzt. Folge: Die THERM-AC ging kurz darauf bankrott.

Ironie des Schicksals: In den regionalen Tageszeitungen gaben die Vertreter der Elektrizitätswerke ihrem Bedauern über das Schicksal der THERM-AC lautstark Ausdruck. «Krokodilstränen», über die Stiffler nicht einmal mehr lachen konnte: «Die haben doch selbst dazu beigetragen, mit ihrer damaligen Auflage, ausschliesslich Elektrizität zur Nachladung der grossen Energiedichte zu verwenden», ärgerte er sich.

Dennoch wollte sich der Tessiner Erfinder nicht unterkriegen lassen. «Gegenwärtig beschäftige ich mich mit dem Aufbau eines Versuchslabors für Energieversorgungsalternativen im Kanton Tessin», verriet er mir zum Abschluss unseres Gesprächs. «Da verschiedene Grossbanken mitwirken, welche auch im Energiemonopol mitbestimmen, sind ähnliche Risiken natürlich nicht ausgeschlossen.

Aber das scheint seit jeher das Los von uns Erfindern zu sein.»

Durchbruch in Australien Dann der Umschwung: Im Mai 1994 faxte mir Stiffler überraschend einige Zeitungsausschnitte zu, in denen begeistert über den Energiepionier aus der Schweiz und seine Erfindung berichtet wurde. Die Berichte stammten nicht etwa aus der Schweiz – sondern aus dem fernen Westaustralien.

Die Firma Thermal Energy Accumulation Products, so stand dort unter anderem zu lesen, hatte sich die Produktions- und Vertriebsrechte an Stifflers Erfindung gesichert – um seine Entwicklung in grossem Stil zu vermarkten. Endlich hatte der Mann seriöse Geschäftspartner gefunden!

Den Durchbruch sollte Stiffler freilich nicht mehr erleben: Am 14. September 1994 hörte ich via Fax zum letzten Mal von ihm, unmittelbar bevor er erneut nach Australien aufbrach. Kurz danach verstarb er unerwartet.

Was ist aus seiner Erfindung geworden? Ein Blick ins Internet zeigt: Heute werden Mario Stifflers Energiespeicher-Elemente von der australischen Firma TEAP Energy (www.teappcm.com) erfolgreich in alle Welt vertrieben. Ein Armutszeugnis für die Schweiz, die dem innovativen Kopf zu Lebzeiten nur Steine in den Weg gelegt hatte.

Luc Bürgin ■

Eine Zeichnung einer Reihe verschiedener Teile eines Geräts.
Ein Diagramm, das die verschiedenen Teile einer Maschine zeigt.
Ein Schlussspiel eines Metallplatts mit sechs Löchern.
Ein Plakat für Filmfehler in Hollywood

Die Wrackteile eines UFOs, das 1947 über Roswell abgestürzt sein soll, würden immer noch unter Verschluss gehalten. Das behauptet kein Geringerer als der US-Kongressabgeordnete William Delahunt.

Hochrangige Ex-Militärs gaben vor laufender Kamera zu Protokoll, dass 1947 in Roswell tatsächlich ein UFO abgestürzt sei. Andere wiederum sprangen auf den Zug auf und gaben weitere Details zu Protokoll, die sich später als Schwindel entpuppten. Konsequenz: Bis heute hält der Streit darüber an, was in jenem Juli tatsächlich über der Wüste von Neu-Mexico vor sich ging. Sicher ist bisher lediglich: «Irgendetwas» donnerte damals tatsächlich vom Himmel.

Licht ins Dunkel könnte nun ein Brief des demokratischen Kongressabgeordneten William D. Delahunt aus Massachusetts bringen.

Auf Anfrage eines Bürgers liess Delahunt sein Büro am 23. März 2005 zum Thema UFO-Absturz ausrichten: «Nachdem ich die Sache unter die Lupe nahm, habe ich herausgefunden, dass die Überreste noch immer analysiert werden und für die Öffentlichkeit bis heute nicht zugänglich sind.»

Aussagen wie diese stehen in krassem Widerspruch zu offiziellen Aussagen des US-Militärs.Weiss Delahunt also mehr als er eigentlich dürfte? Hatte er Einblick in geheime Dokumente? Oder besorgte er sich die Informationen über hochrangige Informanten?

Weitere Briefe sollen folgen Sicher ist: Der Brief dürfte nicht zuletzt unter UFO-Experten für einige Diskussionen sorgen. Veröffentlicht hat ihn der kanadische Forscher Brian Vike. In Kürze will er im Internet weitere Schreiben zugänglich machen, die Robert Brown auf seine zahlreichen UFO-Anfragen vom FBI und anderen Organisationen der US-Behörden erhalten hat.

red. ■

Ein Brief vom Kongress der Vereinigten Staaten.

Impressum ISSN 1660-4377 Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr Herausgeber Luc Bürgin Redaktion Mysteries, Postfach, CH 4002 Basel Tel. +41 – 61 – 681 62 61 Fax +41 – 61 – 681 62 61 Internet www.mysteries-magazin.com E-Mail: mysteries@bluewin.ch Layout Daniel Schaufelberger, Jürgen Tränkle Lektorat Ruth Gremaud Druck Greiserdruck, Rastatt Jahresabonnement EUR 44.90 SFr. 69.– (siehe dazu Bestelltalon auf S. 58) Anzeigenschluss Ausgabe 10/2005: 24. Juni 2005 Bankverbindungen Deutschland: BW Bank, Lörrach Konto-Nr.: 460 85262 00 BLZ: 683 200 20 SWIFT: BWBKDE6S683 IBAN: DE6668 3200 2046 0852 6200 Schweiz: Basler Kantonalbank Konto-Nr.: 165.414.141.84 IBAN: CH25 0077 0016 5414 1418 4 Postcheckkonto Basel Konto-Nr.: 40-93969-1 Copyright Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe von einzelnen Artikeln – auch in elektronischer Form – nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird keinerlei Haftung übernommen. Mit Autorennamen gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Militär-Übungen?

Beim TWA-Absturz von 1996 war ich sozusagen «live» dabei, da ich zu dieser Zeit in den USA lebte und praktisch von der ersten Minute der Absturzmeldung im TV zusah. Deswegen weiss ich auch, dass es ein Privatvideo gibt, auf dem eine Raketenspur zu sehen ist, die direkt auf das Cockpit zufliegt.

Dieses Video wurde am TV mehrmals gezeigt. Ausserdem wurden Strandbesucher befragt, die vor laufender Kamera aussagten, dass sie eine Rakete auf den Flieger zurasen sahen, und einer der Zeugen meinte sogar, dass ein «Stück weiter» Militärübungen stattfänden.

Dann, nach einiger Zeit, zeigte man das Video nicht mehr, und keiner der Augenzeugen, die vorher etwas von Raketen sagten, wurde mehr gezeigt. Ich sah dieses Video nicht wieder. Interessanterweise habe ich einige Zeit später in einer Zeitung gelesen, dass die Maschine auf einer falschen Höhe flog. Sie sollte ursprünglich wohl höher fliegen, wegen dem erwähnten militärischen Manöver. Im übrigen gefällt mir Ihre Zeitschrift sehr gut!

Betty Lipski (D) Pflichtlektüre Das gesamte Magazin ist sehr ansprechend und informativ. Ich muss zugeben, dass mir die Zeitschrift bisher weitgehend entgangen ist, da man ja ohnehin schon viel mehr zu lesen bekommt, als man tatsächlich zu lesen vermag. Aber «mysteries» würde eigentlich zur Pflichtlektüre gehören, merke ich nun.

Armin Risi (CH) Etwas irritiert Sehr sympathisch fand ich den Hellseher Pascal Riolo, den Sie kürzlich portraitierten. Ein aussergewöhnlicher Mensch. Dass sie einige seiner Zukunftsprognosen (noch) nicht näher erläutern wollen, hat mich allerdings etwas irritiert.

Maria Schmidt (D) Anmerkung der Redaktion: Etliche Zuschriften haben uns zu diesem Thema mittlerweile erreicht.Natürlich trauen wir unseren Lesern absolut zu, auch mit «negativen» Prohezeiungen umgehen zu können. Einige könnten darüber aber unnötig erschrecken – umso mehr, als sich erst noch weisen muss, ob die Vorhersagen tatsächlich eintreten.

Grundsätzlich sei deshalb betont, dass Pascal Riolo – zumindest was Europa betrifft – im Hinblick auf das Klima keine Angaben gemacht hat, die spezifisch genug wären, um sich etwa vor möglichen regionalen Unwettern – wie sie Jahr für Jahr leider immer wieder auftreten – konkret schützen zu können.

Physiker rätseln: Wie kam das Mäusenest in den Magneten?

Die Physiker am US-Teilchenforschungszentrum Fermilab glaubten ihren Augen nicht zu trauen: Inmitten eines hermetisch verschweissten Magneten stiessen sie auf ein Mäusenest und einen abgenagten Vogelkopf, wie sie in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift «Symmetry» berichten (Bild). Der Magnet wiegt eine halbe Tonne. «Seine Aussenseite besteht aus rostfreiem Stahl», berichtet Fermilab-Mitarbeiter Dan Smith. «Man muss zunächst die Schweissnähte aufschleifen, um hinein zu kommen.

Innen befindet sich flüssiges Helium und dann ein isolierendes Vakuum. Und ausgerechnet dort machten wir den mysteriösen Fund.»

Der Magnet dient zur Erforschung kleinster Materiebausteine wie Quarks oder Leptonen. Wie aber gelangten die unappetitlichen Reste ausgerechnet in dessen Innerstes? Smith hat keine Ahnung. So etwas habe er während seiner 30-jährigen Forschungstätigkeit jedenfalls noch nie erlebt, meint er ratlos.

Ein Hinweis auf Teleportation, wie Science-Fiction-Fans begeistert munkeln? Oder einfach nur ein verfrühter Aprilscherz? «Auf alle Fälle keine Zeitungsente», wie David Harris vom «Symmetry»-Journal auf Anfrage von «mysteries» betont. «Wir haben zahlreiche Anfragen erhalten, ob die Story wahr ist. Sie ist wahr: Wir fanden im Innersten des Magneten tatsächlich die Überreste eines Nestes und eines Vogels. Und wir rätseln nach wie vor darüber, wie das passieren konnte.»

Killer-Virus verschwunden Halten der Libanon und Mexico Proben eines Killervirus unter Verschluss? Zumindest kann dies nicht ausgeschlossen werden. So hatte ein US-Labor monatelang tödliche Erreger der Asiatischen Grippe an Tausende von Labors in aller Welt verschickt. «Aus Versehen», wie es jetzt heisst. Alle Proben des seit den 60er-Jahren ausgerotteten Virus konnten mittlerweile wieder sichergestellt werden – bis auf jene Erreger, die für Mexico und den Libanon bestimmt waren. Der WHO-Grippeexperte Klaus Stöhr gegenüber dem «Spiegel»: «Wir wissen nicht, wann diese Behälter verschickt werden sollten und auch nicht, wo sie verloren gegangen sein könnten.»

«Metall-Bibliothek» von Ecuador: Standort im Internet endlich offen gelegt Stan Hall macht Ernst. Wie von «mysteries» angekündigt, hat der schottische Forscher erstmals die Position der sagenumwobenen «Metall-Bibliothek» von Ecuador offengelegt: «Nahe der südlichen Grenze der Amazonas-Provinz von Pastaza, Ecuador; markiert von einer Linie, die östlich des Mount Sangay verläuft und mit einer anderen Linie zusammenkommt, die südlich des Mount Sumaco verläuft. Verborgen unter der Flusshöhe, innerhalb eines einige Kilometer langen, tückischen Abschnittes des Tayos-Höhlensystems, das der Pastaza-Fluss geformt hat. Der dort verborgene Schatz soll neben Tausenden von «Metallbüchern» und Statuen auch einen durchsichtigen Sarkophag mit einem goldenen Skelett umfassen. Mehr dazu auf: www.goldlibrary.com

Ein schwarz-weißes Bild einer Maus auf einem Stück Metall.
Ein Mann in Schrubben schaut durch ein Mikroskop.
Eine Gruppe von Männern, die in einer Höhle stehen.
Eine Statue eines Mannes in einem Raumanzug an einer Wand.
Ein schwarz-weißes Foto eines Rauchstacks in einer Stadt.
eine Statue eines Mannes, der ein Blatt Papier hält

Zwei Autoren stellen die Geschichte auf den Kopf: Minutiös rollen sie die Entdeckung des Pharaonengrabes von Tut-ench-Amun auf und zeigen: Es war alles ganz anders. Die Fachwelt schweigt. Wie lange noch?

Die Story beginnt mit einem Ring – und endet mit einem handfesten Skandal. Ausgräber Howard Carter, so behaupten die Forscher G. F. L. Stanglmeier und Beat Biffiger, spürte das Grab Tut-ench-Amuns viel früher auf, als offiziell behauptet. Und: Carter plünderte es wie ein Profi!

Darauf deutet nicht zuletzt ein goldener Siegelring mit dem Namen des Pharaos im New Yorker Metropolitan Museum hin, schreiben die beiden in ihrem neuen Buch «Der Tut-ench-Amun Skandal» (Marktoberdorf 2004).

Wie Museumsdirektor Thomas Hoving 1978 schilderte, überliessen die Entdecker das Kleinod dem Museum als «attraktives Beweisstück ihrer Entdeckung».

In den Museumsunterlagen heisst es dazu, dass der Ring dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Edward Harkness im Dezember 1922 überlassen worden war. Crux: Die erste Grabkammer wurde offiziell erst am 26. November 1922 durchstossen.

Dazu die Autoren: «Rechnet man die Zeitspanne, in der die Übergabe an das Museum erfolgt sein kann bis maximal zum 22. Dezember (anschliessend kamen ‹‹ Offenbar war der Siegelring bereits 1915 in Kairo aufgetaucht.

die Feiertage), fragt man sich, wann Carter und Carnarvon den Ring an Harkness oder einen seiner Vertreter vor Ort ausgehändigt haben sollen, um diesen Termin überhaupt halten zu können.»

Immerhin musste das Kleinod ja vom Tal der Könige nach New York verfrachtet werden – und das wohlgemerkt im Jahr 1922.

Unter Berücksichtigung der damaligen Reisezeiten eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, wie die beiden Autoren vorrechnen. Wäre das Grab aber bereits früher als offiziell kolportiert betreten worden, ginge die Rechnung wieder auf. Zur Untermauerung dieser provokanten These reihen Stanglmeier und Biffiger in der Folge tonnenweise Beweismaterial auf.

Darunter auch einen schriftlichen Vermerk des Ägyptologen Herbert E. Winlock, wonach der besagte Siegelring offenbar bereits 1915 auf dem Antiquitätenmarkt von Kairo aufgetaucht war.

Fundlisten mit Lücken In ihrem Report weisen sie ausserdem nach, wie Carter gewisse Grabbeigaben gezielt verschwinden liess, ohne sie in seinen Fundlisten aufzuführen. So entdeckten die Ägypter etwa einen Portraitkopf Tuts in einer Rotwein-Kiste – von Carter fein säuberlich in Watte gehüllt. Eine Fundnummer trug das antike Stück bezeichnenderweise nicht.

Dass als Quellen reihenweise wissenschaftliche Fachleute zitiert werden, dürfte Ägyptologen gehörig Kopfzerbrechen bereiten. Insofern bleibt abzuwarten, wie das Establishment den «Tut-Skandal» vom Tisch zu wischen gedenkt. Schliesslich müsste es sonst eingestehen, der Öffentlichkeit jahrzehntelang Märchen aufgetischt zu haben.

red. ■

Beutelwolf – auch «Tasmanischer Tiger» genannt. Offiziell gelten die prächtigen Tiere weltweit als ausgerottet.

Neue Fotos eines «Tasmanischen Tigers» sorgen unter australischen Zoologen für Diskussionen: Ist der Beutelwolf auf dem Inselstaat im Südosten Australien doch nicht ausgestorben?

Der Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) gilt vielen Menschen als Symboltier für die Ignoranz der Menschen gegenüber ihrer Umwelt. 1930 wurde das letzte frei lebende Tier im nordwestlichen Tasmanien von Wilfried Batty, einem jungen Farmersohn, vorsorglich als vermeintlicher Hühnerdieb abgeschossen.

Doch viele Menschen in Tasmanien, Australien und der ganzen Welt hoffen immer noch darauf, dass die Art noch existiert. Einer der Gründe für diese ungebrochene Hoffnung und die Popularität des Beutelwolfs sind immer wiederkehrende Berichte über seine Sichtung bis zum heutigen Tag.

Die jüngsten Sichtungsereignisse wurden in der Woche vom 21. bis 26. Februar 2005 bekannt. Ein deutscher Staatsangehöriger fotografierte in der Gegend um Lake St. Clair ein Tier, das nach Ansicht einiger Thylacinus-Experten die Hoffnungen auf das Überleben des Beutelwolfs erfüllen könnte.

Die Fotos überliess er seinem in Tasmanien lebenden Bruder, der sie verschiedenen Institutionen und Personen vorlegte und damit jede Menge Diskussionen und Spekulationen auslöste.

Echtheit unsicher Peter West, Marketing Manager der Tasmanian Museum and Art Gallery (TMAG), äusserte sich am 26. Februar 2005 gegenüber der Presse zurückhaltend.

Die Fotos würden einen Beutelwolf zeigen, die Echtheit der Fotos könne durch das Museum jedoch nicht bestimmt werden, da diese von dem unbekannten Mann wieder mitgenommen und so einer näheren fachtechnischen Analyse entzogen wurden.

West konnte zu diesem Zeitpunkt nur sagen, dass man die Fotografien gesehen habe, dass man sie nicht besitze und deshalb keinen weiteren Kommentar abgeben könne.

Weitaus offener zeigten sich die beiden Thylacinus-Experten Bill Bleathman, Direktor der TMAG, und Nick Mooney vom Primary Industries Nature Conservation Branch (PINCB), nachdem sie die Fotografien begutachten konnten.

Unverkennbar würden diese einen Beutelwolf zeigen. Die klar zu erkennenden «Tiger-Streifen» seien ein deutlicher Hinweis, und das fotografierte Tier gleiche eindeutig eher einem Beutelwolf als irgend einem anderen Tier. Jedoch sei fraglich, ob die mit einer Digitalkamera aufgenommenen Bilder auch authentisch seien.

Nach den Beschreibungen von Nick Mooney sind die bislang unveröffentlichten Bilder leider qualitativ schlecht, unscharf und verwackelt, vermutlich weil der Fotograf aufgeregt war. Sie zeigen ein Tier, das zwanzig Meter vom Fotografen entfernt in den Busch verschwindet. Grösstenteils ist es vom Gebüsch verdeckt, bis auf Teile des Rückens mit den klar zu erkennenden Streifen.

Jedoch sollen auf weiteren Aufnahmen auch noch Teile des Kopfes und des Schwanzes durch das Dickicht zu erkennen sein. Sein Kollege Bleathman bestätigt diese Beschreibung. Grundsätzlich sei man an derartigen Sichtungen sehr interessiert und gehe allen Sichtungen nach Möglichkeit nach.

Da nach Mooneys Einschätzung dieser Fall einer der bisher überzeugendsten Belege für das Überleben des Beutelwolfs darstellt, hat die tasmanische Regierung den Besitzer der Fotos schriftlich gebeten, sein Schweigen zu brechen und Kontakt zum Land aufzunehmen, damit die Fotos analysiert werden können.

M. Hemmler / St. Matthiesen, GfA ■

Wann immer Ihr Arzt Ihnen ein Medikament verschreibt, ist es äusserst wichtig, auf die Nebenwirkungen zu achten. US-Statistiken zeigen: Vier von zehn Menschen, denen von ihrem Arzt Medikamente verschrieben werden, erleben unangenehme, gefährliche oder gar tödliche Nebenwirkungen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, an den Nebenwirkungen der Medikamente zu sterben, die Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, fünfmal höher, als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen.

von Dr. Vernon Coleman Die Bilanz ist erschreckend: Dem «Journal of the American Medical Association» (JAMA) zufolge liegt die Rate von negativen Reaktionen auf Medikamente unter stationär behandelten Patienten bei 6,7 Prozent und die Rate der tödlichen Reaktionen bei 0,32 Prozent!

Das JAMA schätzt, dass in den USA allein im Jahre 1994 106’000 Todesfälle von Nebenwirkungen verursacht wurden.

Bei der Zusammenstellung dieser Daten berücksichtigte das JAMA noch nicht einmal Fehler bei der Verabreichung von Medikamenten, Überdosierung, Medikamentenmissbrauch sowie Fälle von «möglicher» Medikamenten-Unverträglichkeit.

Anders gesagt: Medikamente, für die bei der Markteinführung aufwändig geworben wird, die sich danach jedoch als völlig nutzlos erweisen, führen oft zu viel schlimmeren Krankheiten als die, deretwegen sie anfänglich verschrieben wurden. An rezeptpflichtigen Medikamenten sterben weit mehr Menschen als an illegalen Drogen wie Heroin oder Kokain. Das Auftreten von Nebenwirkungen ist heute weit verbreitet.

Aber von den meisten Ärzten wird fälschlicherweise angenommen: Wenn Patienten während ihrer medikamentösen Behandlung neue Beschwerden zeigen, so ist die ursprüngliche Krankheit schuld, nicht aber die neuen Medikamente.

Ich habe bereits bei vielen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass nicht weniger als einer von sechs Patienten, die stationär behandelt werden, sich nur deshalb im Krankenhaus befindet, weil er von seinem Arzt krank gemacht wurde. Der vielleicht überzeugendste Beweis für das Versagen des derzeitigen Testsystems ist die Zahl der Medikamente, die zurückgezogen werden mussten, nachdem die Behörden sie zunächst als «sicher» zugelassen hatten.

Kann man nichts dagegen tun?

Ich kenne mehr als 80 Medikamente, die zurückgezogen werden mussten oder nur noch stark eingeschränkt genutzt werden dürfen, weil sie als zu gefährlich für eine breite Anwendung angesehen wurden. Einige dieser Medikamente wurden nach Monaten zurückgezogen. Andere waren schon jahrelang im Gebrauch, bis man sie vom Markt nahm.

Können Sie sich den öffentlichen Aufschrei vorstellen, wenn 80 Autotypen oder 80 Sorten Nahrungsmittel zurückgezogen werden müssten, weil sich herausgestellt hat, dass sie unsicher sind? Die Ärzte, die Pharmaindustrie und die Regierungen behaupten, man könne nichts tun, um diesen Medikamentenskandal zu verhindern. Ich glaube nicht, dass das stimmt. Wenn die Regierungen die Patienten wirklich beschützen wollten, könnten sie vieles tun.

Seit Ende der 70er-Jahre vertrete ich den Standpunkt, dass wir ein internationales, computergestütztes Medikamenten-Frühwarnsystem brauchen. Hierüber könnten sich Ärzte in einem Teil der Welt informieren, welche Probleme Ärzte in anderen Ländern entdeckt haben.

Erstaunlicherweise gibt es kein solches System.

Wahrscheinlich werden Sie glauben: Wird ein Medikament in einem Land von Markt genommen, geschieht dies auch in anderen Ländern. Diese Annahme ist aber falsch. Ein Medikament, das offiziell in den USA und Frankreich vom Markt genommen worden war, wurde in Grossbritannien erst fünf Jahre später zurückgezogen.

Einer der Hauptgründe für die internationale Epidemie der durch Medikamente verursachten Krankheiten ist die Gier der grossen internationalen Pharmaunternehmen. Sie verdienen mit der Herstellung und dem Verkauf von Medikamenten ein Vermögen, und ihre Rücksichtslosigkeit sowie die Höhe ihrer Profite lassen die Rüstungsindustrie im Vergleich auf den Umfang einer kirchlichen Wohlfahrtseinrichtung schrumpfen.

Die Regierungen könnten das Auftreten tödlicher, gefährlicher und unangenehmer Nebenwirkungen drastisch reduzieren, indem sie darauf bestehen, dass ‹‹ Einer der Hauptgründe ist die Gier der Pharmafirmen.

Medikamente ausreichend getestet werden, ehe sie Millionen von Menschen in aller Welt einnehmen. Derzeit dürfen neue Medikamente schon nach relativ wenigen Tests auf den Massenmarkt geworfen werden.

Die Behörden geben zu, dass erst dann mögliche Nebenwirkungen eintreten könnten, wenn das Medikament schon eine Zeitlang auf dem Markt war. Die Patienten würden ausserdem sehr, sehr viel sicherer leben, wenn es den Pharmaunternehmen nicht mehr gestattet wäre, Tierversuche durchzuführen.

Arzneimittelhersteller testen Medikamente gern an Tieren, denn dabei gehen sie kein Risiko ein.

Erzeugt das Medikament im Tierversuch keine Nebenwirkungen, wird es als «sicher» eingestuft und auf den Markt gebracht. Zeigt der Tierversuch aber Nebenwirkungen, dann werden diese Ergebnisse als unbedeutend abgetan – da Tiere sich bekanntlich von Menschen unterscheiden – und das Medikament wird dennoch verkauft. Wenn Sie jemals Erfahrungen mit unangenehmen Nebenwirkungen gemacht haben, dann wurde das Medikament vorher sehr wahrscheinlich im Tierversuch getestet.

Tierversuche töten Menschen Zahlreiche Gutachten zeigen, dass Tierversuche irreführend und ungenau sind und deshalb zu zahlreichen Todesfällen bei Menschen geführt haben. Hier drei Fallbeispiele als Beleg, dass Tierversuche Menschen töten: 1. Die achtjährige Samantha war ins Ballett verliebt. Ihr sehnlichster Wunsch war es, Ballettänzerin zu werden. Sie wurde nicht alt genug dafür. Zehn Tage vor ihrem neunten Geburtstag erkrankte sie.

Ihre Ballettgruppe hatte am darauf folgenden Sonnabend einen Auftritt, und Samantha wollte unbedingt rechtzeitig gesund werden. Also ging ihre Mutter mit ihr zum Hausarzt.

48 Stunden später war Samantha tot: gestorben nicht an der Krankheit, sondern an dem Medikament, das man ihr gegeben hatte. Das Medikament war zwar getestet worden, aber in der frühen Phase nur an Tieren. Diese hatten keine der für Samantha tödlichen Nebenwirkungen gezeigt.

2. Der 44 Jahre alte Robert wollte eine Lebensversicherung abschliessen, die er für eine neue und grössere Hypothekenfinanzierung seines Hauses brauchte, das er und seine Frau gekauft hatten. Dafür musste er ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen. Für die Routineuntersuchung ging er zu seinem Arzt.

Obwohl er nicht alle Tests bestehen konnte, fühlte er sich eigentlich wohl, aber sein Arzt bestand darauf, ihn zu behandeln. Das Medikament war in umfangreichen Tierversuchen getestet worden. Unerwartete Nebenwirkungen führten drei Wochen später zu Roberts Tod.

3. Bill litt an Schmerzen. Die Ärzte rieten ihm zu einer Operation. Sein Chirurg wollte eine neue Operationstechnik ausprobieren, die in Tierversuchen getestet worden war. Bill starb drei Tage nach der Operation. Es war zu Problemen und Komplikationen gekommen, die nicht aufgetreten waren, als man diese Operationsmethode an Tieren ausprobiert hatte.

All diese menschlichen Tragödien ereigneten sich als direkte Folge von Tierversuchen. In allen drei Fallbeispielen wurden die Namen verändert, um die Privatsphäre der betroffenen Familien zu schützen. Es sind nicht nur Tiere, die unter Tierversuchen leiden.Auch die Menschen leiden. Kein Tierversuch hat jemals ein Menschenleben gerettet, aber sie haben zu vielen Todesfällen geführt.

Meine Bücher «Why Animal Experiments Must Stop» und «Betrayal of Trust» enthalten weitere Informationen über den ‹‹ Die Zahl der Komplikationen liesse sich verringern.

Einsatz von Tieren bei Experimenten.

Diese finden Sie auch kostenlos auf meiner Webseite: vernoncoleman.com.

Obwohl man die pharmazeutische Industrie direkt für das Auftreten der meisten durch Medikamente hervorgerufenen Nebenwirkungen (und Todesfälle) verantwortlich machen muss, so liesse sich die Zahl der Komplikationen dennoch verringern, wenn die Patienten wüssten, wie sie sich besser vor Nebenwirkungen schützen könnten.

Es ist traurig, aber wahr, dass von allen verschriebenen Medikamenten nur relativ wenige nach Vorschrift eingenommen werden. Sie werden zur falschen Zeit oder zu oft genommen, manchmal aber auch gar nicht erst aus der Verpackung geholt.

Man muss sich vor Augen halten, dass die modernen rezeptpflichtigen Medikamente nicht nur potenziell wirksam, sondern auch sehr stark und möglicherweise gefährlich sein können. Es gibt verschiedene Fragen, die beantwortet werden sollten, bevor ein Patient ein Medikament nimmt. Zum Beispiel, wie lange das Medikament genommen werden sollte, ob man es vor, während oder nach den Mahlzeiten nehmen sollte und ob es schläfrig machen kann.

Fragen Sie den Arzt!

Normalerweise stehen diese Angaben auf der Verpackung oder der Dose. Bei nicht eindeutigen Angaben sollten Sie den behandelnden Arzt fragen oder den Apotheker um eine Klärung bitten. Hierauf sollten Sie achten: 1. Einige Medikamente kann man sofort absetzen, wenn die Symptome verschwunden sind. Andere müssen genommen werden, bis die Behandlung abgeschlossen ist. Einige wenige Medikamente müssen fortwährend genommen werden – also muss ein neues Rezept ausgestellt werden, bevor die erste Packung aufgebraucht ist. Ein Patient, der weiss, wofür sein Medikament dient, wann er es nehmen muss und welche Wirkung zu erwarten ist, kann besser einschätzen, wann es abzusetzen ist.

2. Einmal täglich einzunehmende Medikamente sollte man stets zur gleichen Uhrzeit einnehmen. Ist ein Medikament zweimal täglich zu nehmen, muss das im Abstand von zwölf Stunden geschehen.

Ein Medikament, das dreimal täglich genommen werden muss, sollte man in einem Acht-Stunden-Rhythmus einnehmen, und ein viermal täglich zu nehmendes Präparat folglich im Abstand von sechs Stunden. Der Tag wird also in passende Abschnitte eingeteilt.

3. Bei einigen Medikamenten, die Magenprobleme verursachen könnten, ist es sicherer, diese gemeinsam mit Mahlzeiten einzunehmen. Nimmt man aber andere Medikamente während des Essens, kann es sein, dass die Wirkstoffe nicht richtig vom Körper aufgenommen werden.

4. Von vielen Patienten (besonders von älteren) wird erwartet, dass sie daran denken, Dutzende Tabletten am Tag zu nehmen. Wenn sich die Medikation eines Tages aus Pillen zusammensetzt, die zweimal täglich, dreimal täglich, nur morgens oder alle vier Stunden genommen werden müssen, sind Fehler vorprogrammiert.

Muss ein Patient mehrere Medikamente am Tag nehmen, lassen sich Irrtümer vermeiden, indem man sich eine Liste anfertigt mit den Namen aller Medikamente und den Zeiten, zu denen sie genommen werden müssen. Dadurch verringert sich das Risiko, ein Medikament zweimal zu nehmen oder sich nicht mehr erinnern zu können, ob man eine bestimmte Tablette bereits genommen hat.

Um das Risiko einer Überdosis zu vermeiden, sollten Schlaftabletten nie in Reichweite des Bettes gelagert werden.

Die Gefahr ist einfach zu gross, dass ein Patient im Halbschlaf zu viele Pillen nimmt. Bei jedem Verdacht, eine Überdosis genommen zu haben, sollte man medizinische Hilfe rufen.

Hier eine Liste möglicher, häufig auftretender Nebenwirkungen: 1. Alle auf das Zentralnervensystem wirkenden Medikamente können Schläfrigkeit verursachen – dazu gehören Beruhigungsmittel, Schlaftabletten, die meisten Medikamente, die zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen eingesetzt werden, sowie Medikamente gegen Epilepsie.

Zu Schläfrigkeit kommt es auch bei Antihistaminen (die weitverbreitet gegen Allergien verschrieben werden, deshalb ‹‹ Aspirin – zum Beispiel – führt oft zu Schwindelgefühl.

sollten sich zum Beispiel Patienten mit Heuschnupfen bewusst sein, dass sie durch ihre Medikation schläfrig werden können).

2. Übelkeit und Erbrechen kann durch viele verschiedene Medikamente hervorgerufen werden, einschliesslich Schmerzmittel, Präparate zur Behandlung von Infektionen, Hormonmittel und Arzneimittel gegen Herzbeschwerden.

3. Aspirin – zum Beispiel – führt oft zu Schwindelgefühl, jedoch können auch Arzneimittel, die gegen Bluthochdruck, nervöse Störungen wie Angstzustände und Depressionen sowie Infektionen eingesetzt werden, diese Nebenwirkung verursachen.

4. Medikamente wie Penizillin, die zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden, verursachen oft Durchfall, ebenso Medikamente, die bei Darmbeschwerden wie Magenverstimmung, Gastritis und Verstopfung verschrieben werden.

5. Kopfschmerz wird mit extrem vielen Medikamenten in Verbindung gebracht.

6. Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und nervösen Störungen verursachen häufig ein trockenes Gefühl im Mund.

7. Schmerzmittel sowie Medikamente zur Behandlung von Infektionen und Steroide sind die rezeptpflichtigen Produkte, die oft zu Verdauungsstörungen und Blähungen führen.

8. Besonders häufig sind Hautausschläge zu beobachten bei der Einnahme von Arzneimitteln. Medikamente zur Behandlung von Infektionen – wie Penizillin und Sulfonamide – zeigen ebenfalls diese Nebenwirkung. Ein Hautausschlag kann auch ein Hinweis auf eine Medikamentenallergie sein.

9. Juckreiz in Verbindung mit Hautausschlag bedeutet fast immer, dass eine allergische Reaktion vorliegt.

10. Verstopfung ist eine häufig auftretende Nebenwirkung von Schmerzmitteln, Magensäuremitteln, Hustenmedikamenten und – wie sollte es anders sein – bei Medikamenten gegen Durchfall.

11. Weitere häufig beobachtete Nebenwirkungen rezeptpflichtiger Medikamente sind unter anderem: Verwirrtheit, Halluzinationen, Zittern, Schwächeanfälle, keuchender Atem, Herzklopfen, verschwommenes Sehen, Depressionen, Schwitzen, Ohrgeräusche und sexuelle Probleme wie Frigidität und Impotenz.

So mindern Sie das Risiko Hier sind einige wichtige Tipps, wie Sie das Risiko von Nebenwirkungen bei rezeptpflichtigen Medikamenten vermindern können.

1. Befolgen Sie stets genau die Anweisungen, die Ihnen von Ihrem Arzt gegeben werden. Lesen Sie das Etikett auf der Verpackung und beachten Sie das dort Geschriebene.

2. Sollten Sie Ihre Medikamente nicht verwenden, so bewahren Sie diese in einem verschliessbaren Schrank auf, ausserhalb der Reichweite von Kindern. Der Raum sollte eine gleichmässige Temperatur haben. Ungeeignet für die Aufbewahrung von Medikamenten ist deshalb das Badezimmer. Weit besser geeignet ist Ihr Schlafzimmer, da dort wahrscheinlich eine konstante Temperatur herrscht.

3. Nehmen Sie niemals Medikamente ein, die jemand anderem verschrieben wurden. Bringen Sie alle nicht verbrauchten Medikamente zurück in die Apotheke.

4. Es ist vernünftig, davon auszugehen, dass alle rezeptpflichtigen Medikamente schläfrig machen können. Solange Sie das für Ihre Arznei nicht ausschliessen können, sollten Sie weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

5. Medikamente vertragen sich nicht mit Alkohol. Möchten Sie Alkohol trinken, während Sie Medikamente nehmen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob das ungefährlich ist.

6. Nehmen Sie niemals rezeptfreie Medikamente, wenn Sie schon rezeptpflichtige Medikamente nehmen müssen, es sei denn, Ihr Arzt findet das unbedenklich.

7. Setzen Sie ein Medikament nicht plötzlich ab, wenn Ihnen eine volle Tablettenkur verordnet wurde. Können Sie aus irgendeinem Grund Ihr Medikament nicht weiter nehmen, so informieren Sie Ihren Arzt. Einige Medikamente müssen nach und nach abgesetzt werden.

8. Achten Sie auf Nebenwirkungen.

Denken Sie immer daran: Falls Sie den Eindruck haben, dass neue Beschwerden auftreten, während Sie ein rezeptpflichtiges Arzneimittel nehmen, so ist es durchaus möglich, dass diese neuen Symptome durch Ihre Medikation hervorgerufen wurden.

9. Berichten Sie Ihrem Arzt über alle Nebenwirkungen, und fragen Sie ihn, ob er dies den zuständigen Behörden meldet.

Die überwiegende Mehrheit der Ärzte macht sich nie die Mühe, Nebenwirkungen zu melden – mit dem Ergebnis, dass womöglich gefährliche Medikamente länger auf dem Markt bleiben, als sie eigentlich dürften.

10. Müssen Sie in der Zeit, in der Sie ein Medikament nehmen, einen Arzt aufsuchen, so teilen Sie ihm auf jeden Fall mit, welches Medikament Sie gerade nehmen – besonders dann, wenn er Ihnen ein weiteres Medikament verordnen will. Viele Wirkstoffe vertragen sich nicht und könnten in der Kombination sogar in gefährlicher Weise miteinander reagieren.

11. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Arzt, den Sie früher einmal aufgesucht haben, sich noch erinnern kann, was er Ihnen damals verschrieben hat.

12. Lernen Sie die Namen und den Zweck der Arzneimittel, die Sie nehmen. Sind Sie sich nicht mehr sicher, wann Sie ein Medikament, dass Ihnen gegeben wurde, einnehmen sollen, dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Wenn Sie glauben, Sie könnten diese Informationen wieder vergessen, bitten Sie um eine schriftliche Notiz. Der Name des Medikaments sollte immer auf der Verpackung stehen.

13. Entfernen Sie Medikamente nie aus der Originalverpackung – ausser zu den Zeiten, zu denen Sie diese Medikamente nehmen sollen, oder um sie in einen anderen Behälter umzulagern, der dafür entworfen wurde, Ihnen das Einnehmen leichter zu machen.

14. Bleiben Sie möglichst lange bei demselben Arzt. Sollten Sie Arzneimittel von verschiedenen Ärzten verschrieben bekommen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu einer Wechselwirkung verschiedener Medikamente kommt, die sich nicht gut miteinander vertragen.

15. Nutzen Sie Arzneimittel mit Sorgfalt und Vorsicht, aber nehmen Sie diese nur dann, wenn es auch wirklich notwendig ist.

Die Ärzte teilen ihre Patienten bisweilen in zwei Gruppen ein: Diejenigen, die willens sind, bei jedem kleinen Symptom Medikamente zu nehmen und das Gefühl haben, dass ihnen etwas vorenthalten wird, wenn ihnen keine pharmazeutische Lösung für jede noch so kleine Beschwerde angeboten wird. Und dann gibt es diejenigen, die unter keinen Umständen Medikamente nehmen wollen.

Versuchen Sie, in keine dieser beiden Kategorien zu passen.

■

Ab sofort im Handel: Dr. Colemans neuer Bestseller ISBN 3-930219-99-9 Kopp Verlag, Rottenburg 2005, 19.90 EUR

Ein Arzt, der einen Patienten in einem Krankenhausbett untersucht.
Ein schwarz-weißes Foto mit den Worten "Vernon Coleman".

Können Geistheiler Frauen helfen, die allen Bemühungen zum Trotz nicht schwanger werden? Ja – zumindest einigen. Zu diesem Fazit kommt eine demnächst abgeschlossene Studie des Psychiaters Jakob Bösch.

Ende Jahr geht in der Schweiz ein ungewöhnliches Forschungsprojekt zu Ende: In Zusammenarbeit mit der Universitätsfrauenklinik Basel arbeitete der Psychiater Jakob Bösch an einem Geistheilerprojekt.

Für die Studie über Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit wollte Bösch 34 Frauen, die trotz aller Bemühungen kinderlos geblieben sind, behandeln – in Zusammenarbeit mit der Geistheilerin Graziella Schmidt.

Inzwischen steht fest: Statt der geplanten 34 Frauen werden in der von Schulmedizinern kritisch beäugten Studie nur 21 Personen auftauchen. «Wir haben leider nicht so viele Frauen gefunden, die den geforderten Kriterien entsprochen haben», begründet dies Jakob Bösch.

Zwar hätten sich sehr viele Frauen aus Deutschland und der Schweiz gemeldet. Doch die zuständige Ethikkommission habe die Kriterien von vornherein sehr eng gefasst. Bösch: «Normalerweise ist man erst einmal offen und grenzt dann ein.»

Bei der Geistheiler-Studie sei es leider andersrum gelaufen.

«Wir wissen noch sehr wenig» Immerhin: Bei knapp einem Drittel von allen behandelten Frauen sei es schliesslich tatsächlich zu einer Schwangerschaft gekommen. Dennoch fällt Böschs Fazit eher ernüchternd aus. «In der eigentlichen Behandlungsgruppe haben sich nur zwei Schwangerschaften ergeben, obwohl häufig Veränderungen von Eierstöcken und Hormonwerten durch die Behandlung aufgetreten sind. Ich habe geglaubt, dass es mehr Kinder geben würde.»

Eine gewisse Enttäuschung mag der demnächst scheidende Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste im Kanton Basel-Landschaft deshalb nicht verhehlen. Andererseits «wissen wir aber auch noch sehr wenig in diesem Bereich», hält er fest – und hofft auf die Zukunft.

Was die an der Studie beteiligten Frauen betrifft, so seien die meisten unmittelbar nach den Behandlungen der Geist- ‹‹ Viele der Frauen haben Symptome verloren, die sie plagten.

heilerin zufrieden gewesen. Interessant: «Viele der Frauen haben Symptome, die ihnen zu schaffen machten, verloren.» Als Beispiele nennt Bösch verschiedenste Ängste, chronische Schmerzen und Depressionen. In einer Nachbefragung werden diese Zusammenhänge nun nochmals untersucht.

René Haenig ■

Der Verhaftung des irakischen Diktators haftete von Anfang der Verdacht einer filmreifen Inszenierung an. US-Verantwortliche mussten später denn auch einräumen, die entsprechenden «Drehbücher» bereits Monate zuvor verfasst zu haben. Mittlerweile deuten Dutzende von Indizien ergänzend darauf hin, dass sich der Diktator nie in einem Erdloch versteckt hatte, wie offiziell behauptet. Und der versprochene DNA-Test lässt bis heu-

te auf sich warten. von Sven Berger

James Hickey aus Chicago (Illinois) ist in den USA mittlerweile ein Nationalheld. Als Anführer der 1. Brigade der 4. US-Infanteriedivision hatten er und seine Männer den irakischen Diktator Saddam Hussein am 13. Dezember 2003 endlich dingfest gemacht. Dass sie dabei ein «von oberster Stelle» vorbereitetes Szenario vorfanden, ist bislang nicht bewiesen. Aber die Indizien dafür mehren sich.

Bei dem Dörfchen Al-Dawr nahe Tikrit durchsuchten die Truppen an jenem Tag ein altes verlassenes Haus, in dem ein ziemliches Chaos herrschte. Ausserhalb davon entdeckten die Soldaten ein verrammeltes Erdloch, aus dem Geräusche ertönten. Mit gezückten Waffen öffneten sie den «Eingang» – wo sie einen bärtigen Mann mit erhobenen Armen und einer Pistole in der Hand entdeckten.

«Ich bin Saddam Hussein», stammelte er, als ihn die Soldaten ans Tageslicht zerrten. «Ich bin der Präsident von Irak. Und ich möchte verhandeln.» Die Soldaten grinsten und erwiderten: «Präsident Bush entbietet seine besten Grüsse.» So viel zur offiziellen Version, wie sie etwa CNN später in alle Welt posaunte.

Talabani meldete es als Erster Am Vormittag des 14. Dezember 2003 sah die Nachrichtenlage indes noch dürftig aus: «Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein ist einem Bericht der Agentur Irna zufolge verhaftet worden», konnte man damals auf europäischen Internet-Newsseiten lesen.

«Die Amerikaner wollen die Meldung nicht bestätigen. Die iranische Agentur Saddam unmittelbar nach seiner Verhaftung aus dem Erdloch. Inoffizielles Privatbild von amerikanischen Soldaten.

beruft sich auf den Führer der kurdischen Partei PUK, Dschalal Talabani. Die Verhaftung sei in Saddams Geburtsort Tikrit erfolgt, heisst es. Nähere Einzelheiten lagen noch nicht vor. Es gab auch keine unabhängige Bestätigung des Berichtes.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, man könne den iranischen Bericht nicht bestätigen. Ein Sprecher der PUK in Teheran unterstützte die Darstellung des Parteichefs. ‹Ich bestätige, dass Saddam festgenommen worden ist›, sagte er.»

ZDF-Korrespondent Luc Walpot berichtete am späten Vormittag aus dem Irak, dass die Koalitionsstreitkräfte für 13 Uhr (MEZ) eine Pressekonferenz einberufen hätten. Dabei zitierte er Augenzeugen, die berichteten, es habe in Tikrit eine Festnahme gegeben. Der Mann habe Ähnlichkeiten mit dem ehemaligen Diktator, sehe aber «deutlich älter» aus.

Doch für Zweifel war ob all der Aufregung vorerst kein Platz. Mit den hämischen Worten: «Wir haben ihn!» begann um 13.30 Uhr MEZ die berüchtigte Pressekonferenz von Paul Bremer zur Verhaftung Saddam Husseins.

‹‹ Im Versteck fanden sich auch über 750’000 US-Dollar in bar.

Der Zürcher «Tagesanzeiger» fasste die Informationen am nächsten Tag wie folgt zusammen: «Rund 600 US-Soldaten hatten am Samstag Saddam Hussein nach Einbruch der Dunkelheit in Al-Dawr südlich von Tikrit in einem getarnten Kellerloch verhaftet. Der 66-Jährige wehrte sich nicht, obwohl er eine Pistole auf sich trug.

Im Versteck fanden sich auch mehr als 750’000 Dollar in bar. Videoaufnahmen zeigten einen zerzausten und erschöpften Saddam Hussein, der von einem Arzt untersucht wurde. Später zeigten die Bilder den Ex-Diktator ohne Bart. Eine DNA-Analyse bestätigte schliesslich, dass es sich tatsächlich um Saddam Hussein handelte.»

Einem US-General zufolge hätten die Amerikaner weniger als 24 Stunden zuvor von einem Mitglied des Clans von Saddam Hussein den heissen Tipp über dessen Aufenthaltsort erhalten. Die betreffende Person sei zusammen mit weiteren Familienangehörigen festgenommen worden. «Saddam Hussein wurde nach seiner Verhaftung an einen geheimen Ort gebracht.»

Monate später, am 28. März 2004, enthüllte die BBC den Namen des vermeintlichen Verräters: Mohammed al Musslit – Husseins ehemaliger Bodyguard – soll den USA während seiner Gefangenschaft den aktuellen Aufenthaltsort des Diktators verraten haben. Weil er dies nicht freiwillig getan hätte – also vermutlich gefoltert worden war – sprach ihm Präsident Bush die 25-Millionen-Dollar-Belohnung, die auf Saddams Ergreifung stand, ab. Offiziell bestätigt wurde dies aber nie.

Doch die filmreife Story von Saddams Ergreifung begann bald zu bröckeln. So meldete etwa «Newsweek» am 29. Dezember 2003, dass sich Saddam bei seiner Ergreifung entgegen offiziellen Äusserungen von Verteidungsminister Donald Rumsfeld massiv zur Wehr gesetzt hätte.

Als Quelle nannten die «Newsweek»- Verantwortlichen einen «bekannten US-Offiziellen». Ihm zufolge soll der irakische Diktator getobt und die Soldaten angespuckt haben, als ihm Handschellen angelegt wurden. Darauf hin wurde er von US-Soldaten niedergeschlagen.

Haider vermutet Doppelgänger Einer der ersten, der von Anfang an Zweifel an der offiziellen Version formulierte, war der österreichische Rechtspolitiker Jörg Haider. Er bezeichnete die US-Aktion laut «Spiegel» vom 17. Dezember 2003 als «ziemliches Betrugsmanöver» und zweifelte auch an Saddams Echtheit. Haider: «Es kann sich genau um einen seiner vielen Doppelgänger handeln.»

Auch Russland zweifelte, ob den Amerikanern tatsächlich der echte Diktator in ‹‹ Warum wurde der DNA-Test bis heute nicht veröffentlicht?

die Falle gegangen war. «Es ist schwierig darüber zu urteilen, wer in Wirklichkeit verhaftet wurde, weil viel über die vielen Doppelgänger Saddam Husseins berichtete wurde», zitierte «Russland Aktuell» am 15. Dezember 2003 den Vizeaussenminister Juri Fedotow.

Definitive Gewissheit darüber sollte denn auch ein DNA-Test bringen, der von den USA unmittelbar nach der Verhaftung angekündigt worden war. Seltsamerweise wurden dessen Ergebnisse der Öffentlichkeit bis auf den heutigen Tag nicht vorgelegt. Warum eigentlich?

Kein Wunder kursierten bald Gerüchte, dass Husseins Festnahme eine propagandistisch perfekt choreographierte Inszenierung und von langer Hand vorbereitet worden war. So kritisierte etwa der demokratische Kongressabgeordnete Jim McDermott, dass Husseins Aufenthaltsort der US-Regierung bereits seit längerer Zeit bekannt war. Mit dem Zugriff sei bewusst gewartet worden, um möglichst viel Kapital aus der Ergreifung zu schlagen.

Andere gingen sogar noch weiter. Ihre These: Die USA sollen den Diktator schon viel früher gefangen genommen haben, als behauptet. Dies vermutete nicht zuletzt der frühere Stasi-Spion Rainer Rupp («Topas»).

In der «Jungen Welt» verlieh Rupp seinen Zweifeln am 19. Dezember 2003 unverhohlen Ausdruck: «So behauptete zum Beispiel eine pakistanische Zeitung am Dienstag, dass Saddam Hussein den Ame-Triumphierende Gesichter. Dieses Bild zeigt die Soldaten, die Saddam «offiziell» fanden. Geknipst wurde es von einem Kollegen.

rikanern bereits am 20. November ins Netz gegangen sei. Präsident Bush habe seine Beute bei seinem Besuch in Bagdad am 27. November inspiziert, nachdem Hussein am 23. November einen Selbstmordversuch unternommen habe.»

Wie Rupp betonte, wollten sich Zweifel über den Zeitpunkt der Verhaftung auch in der irakischen Bevölkerung nicht legen. Genährt wurden sie durch Aufnahmen, die US-Soldaten vor dem ominösen Erdloch zeigen. Für alle sichtbar hing dort an einer Palme nämlich eine grosse Traube Datteln. «Die Dattelernte sei jedoch im Dezember längst vorbei, heisst es in Bagdad.»

Widersprüche ohne Ende Weitere Hinweise auf eine mögliche Manipulation bilden widersprüchliche Informationen über Husseins Auffindungsort, die wenige Stunden vor der offiziellen US-Pressekonferenz von renommierten Agenturen in alle Welt gekabelt wurden.

So berichtete etwa die DPA um 12.53 Uhr: «Die Berichte darüber, wo der Ex-Präsident festgenommen sein soll, widersprachen sich. Einige Regierungsratsmitglieder sprachen von einem Keller, in dem er sich versteckt habe, andere von einem Zelt. Der Scharif Ali, der zur ehemaligen irakischen Königsfamilie gehört und nicht im Regierungsrat vertreten ist, erklärte, Saddam sei in einem Gemüselager entdeckt worden.»

Und bereits um 12.37 Uhr hatte die AP verlauten lassen: «Saddam Hussein wurde nach Informationen aus Bagdad und Washington offenbar im Keller eines Hauses seiner Heimatstadt Tikrit entdeckt. Daraufhin unterrichtete der oberste US-Zivilverwalter Paul Bremer telefonisch mehrere Mitglieder des irakischen Verwaltungsrates, wie diese mitteilten. In Washington teilten Regierungsbeamte mit, dass bei der Fahndung nach Saddam Hussein ein Mann in einem Kellerraum verhaftet worden sei, bei dem es sich nach ersten Überprüfungen um den gestürzten Staatschef handle.»

Und um 12.52 Uhr doppelte die Agentur nach: «Saddam Hussein hat sich unmittelbar vor seiner Gefangennahme noch in einem Erdloch seines Kellerverstecks vergraben.Als US-Soldaten in das Gebäude bei Tikrit eingedrungen seien, habe er sich dort noch zu verstecken versucht, sagte der Sprecher des irakischen Politi-Weitere inoffizielle US-Aufnahme des Diktators nach seiner Verhaftung.

kers Ahmad Tschalabi. ‹Die amerikanischen Soldaten mussten Schaufeln einsetzen, um ihn auszugraben›, fügte Tschalabis Sprecher Entifadh Kanbar noch hinzu.»

Gleichzeitig war in Agenturmeldungen ‹‹ Trug Hussein bei seiner Verhaftung einen falschen Bart?

die Rede davon, dass der Diktator bei seiner Verhaftung einen falschen Bart getragen soll.

Ein «falscher Bart»? Ein«Keller»? Ein «Gemüselager?» Schaufeln, «um ihn auszugraben»? Von all dem war nach der Pressekonferenz keine Rede mehr. Von einer Minute auf die andere verkündeten US-Vertreter und ihnen wohlgesinnte irakische Behörden unisono dasselbe. Als ob entsprechende Sprachregelungen ausgegeben worden wären.

«Wir sind sooo nahe…»

Und plötzlich erinnerten sich misstrauische Journalisten an eine seltsame Andeutung, welche die Zeitung «Pantagraph» bereits am 2. Dezember 2003 – also elf Tage vor der «offiziellen» Verhaftung – veröffentlicht hatte.

Ohne sich eine konkrete Antwort zu erhoffen, hatte ein leitender Mitarbeiter der amerikanischen Regionalzeitung damals den republikanischen Abgeordneten Ray LaHood anlässlich eines Redaktionsbesuches gefragt, ob es in Sachen Saddam etwas Neues zu vermelden gäbe. LaHood klemmte darauf Daumen und Zeigefinger zusammen und verriet vielsagend: «Wir sind sooo nahe…»

«Wissen Sie etwas, was wir nicht wissen?» hakte der Journalist erstaunt nach. Antwort: «Ja, so ist es!»

Tatsache ist: Die Drehbücher für Sad-

Eine Gruppe von Soldaten, die nebeneinander stehen.
Ein Mann mit einem Bart sitzt auf einem Stuhl.