Schwanger – Dank Geistheilerin
Können Geistheiler Frauen helfen, die allen Bemühungen zum Trotz nicht schwanger werden? Ja – zumindest einigen. Zu diesem Fazit kommt eine demnächst abgeschlossene Studie des Psychiaters Jakob Bösch.
Ende Jahr geht in der Schweiz ein ungewöhnliches Forschungsprojekt zu Ende: In Zusammenarbeit mit der Universitätsfrauenklinik Basel arbeitete der Psychiater Jakob Bösch an einem Geistheilerprojekt.
Für die Studie über Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit wollte Bösch 34 Frauen, die trotz aller Bemühungen kinderlos geblieben sind, behandeln – in Zusammenarbeit mit der Geistheilerin Graziella Schmidt.
Inzwischen steht fest: Statt der geplanten 34 Frauen werden in der von Schulmedizinern kritisch beäugten Studie nur 21 Personen auftauchen. «Wir haben leider nicht so viele Frauen gefunden, die den geforderten Kriterien entsprochen haben», begründet dies Jakob Bösch.
Zwar hätten sich sehr viele Frauen aus Deutschland und der Schweiz gemeldet. Doch die zuständige Ethikkommission habe die Kriterien von vornherein sehr eng gefasst. Bösch: «Normalerweise ist man erst einmal offen und grenzt dann ein.»
Bei der Geistheiler-Studie sei es leider andersrum gelaufen.
«Wir wissen noch sehr wenig» Immerhin: Bei knapp einem Drittel von allen behandelten Frauen sei es schliesslich tatsächlich zu einer Schwangerschaft gekommen. Dennoch fällt Böschs Fazit eher ernüchternd aus. «In der eigentlichen Behandlungsgruppe haben sich nur zwei Schwangerschaften ergeben, obwohl häufig Veränderungen von Eierstöcken und Hormonwerten durch die Behandlung aufgetreten sind. Ich habe geglaubt, dass es mehr Kinder geben würde.»
Eine gewisse Enttäuschung mag der demnächst scheidende Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste im Kanton Basel-Landschaft deshalb nicht verhehlen. Andererseits «wissen wir aber auch noch sehr wenig in diesem Bereich», hält er fest – und hofft auf die Zukunft.
Was die an der Studie beteiligten Frauen betrifft, so seien die meisten unmittelbar nach den Behandlungen der Geist- ‹‹ Viele der Frauen haben Symptome verloren, die sie plagten.
heilerin zufrieden gewesen. Interessant: «Viele der Frauen haben Symptome, die ihnen zu schaffen machten, verloren.» Als Beispiele nennt Bösch verschiedenste Ängste, chronische Schmerzen und Depressionen. In einer Nachbefragung werden diese Zusammenhänge nun nochmals untersucht.
René Haenig ■



