Was bislang nur vermutet werden konnte, lässt sich jetzt auch schwarz auf weiss dokumentieren: Der Schweizer Kultregisseur Franz Schnyder (unten rechts) wurde in der Psychiatrie gegen seinen Willen zu Tode behandelt! Vertrauliche Gerichtsakten belegen das klinische Drama, das den Filmemacher das Leben kostete – und zwei Whistleblowern juristischen Ärger bescherte. Gegenüber »mysteries« spricht der involvierte PsychiatriepÁeger Paul M. nun zum allerersten Mal öffentlich Klartext.

Damals war die Welt für ihn noch in Ordnung: Franz Schnyder – hier zusammen mit seinen »Kummerbuben«-Darstellern (um 1968).

luchend und protestierend, aber bei bester Gesundheit, tiziert und von einer Zwangsbehandlung eindringlich abgeraten, wird Franz Schnyder (82) am 12. Mai 1992 gegen seinen wie aus den damaligen Gerichtsakten hervorgeht, die »myste- FWillen in die psychiatrische Anstalt Münsingen eingewieries« mittlerweile über Umwege erreichten.

sen. Acht Monate später stirbt der exzentrische Filmregisseur Schnyder blieben die Klinikärzte nach Seilers Abreise ein Dorn dort elendiglich. Ausgerechnet jenes Schweizer Ausnahmegeim Auge. Um sie zu provozieren, ritzte er sich mit dem ihm eigenie, dessen KultÀlme »Gilberte de Courgenay« (1941), »Heidi und nen Humor mittels einer Schere einen winzigen Schnitt in den Peter« (1955), »Uli der Pächter« (1955) oder »Die sechs Kum-Unterarm. Darauf schlug der Psychiatrieapparat ohne Gnade merbuben« (1968) bis heute Millionen von Eidgenossen Freude zu: Ab dem 31. Januar 1993 wurden dem Regisseur bereiten, ja manchen gar zu Tränen rühren. Ebenso wie Charlie vom jungen Stationspsychiater und Oberarzt Chaplin, der Schnyder während seiner Dreharbeiten im Berner Bernhard Kohli gegen seinen Willen dreimal Oberland 1955 persönlich besucht hatte.

täglich Haldol sowie Nozinan verabreicht – Vom öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen inzwischen hochpotente Neuroleptika. alle paar Jahre wieder als »Legende« gefeiert, Àndet sich im Internet bis heute so gut wie kein Wort über Schnyders letzte Tage.

Nur noch ein Schatten seiner selbst Ein Hohn! Denn während andere an seinen Meisterwerken bis Der zwangsverordnete Beruhigungscockheute Millionen verdienen, sah der Erfolgsregisseur in seinen tail entwickelt seine fatale Wirkung: Der späteren Jahren kaum noch einen Rappen für seine aufwändi bis dahin agile und geistreiche Denker gen Produktionen, die er zumeist mit eigenen Ersparnissen pro verliert innerhalb weniger Stunden duziert hatte. Frustriert und unbequem geworden, bugsierten seinen Lebenswillen, wird bettlägeihn die Behörden 1992 kurzerhand in die »Klapse«. OfÀziell starb rig, apathisch und inkontinent. Sei-Schnyder dort an einer Lungenembolie. Klingt tragisch, ist aber nen 83. Geburtstag erlebt Schnyder leider nur die halbe Wahrheit.

nicht mehr. Er verstirbt am 8. Februar In Münsingen wäscht man die Hände bis heute in Unschuld 1993.

Die Umstände seines tragiund beruft sich auf den damaligen Autopsie-Bericht. Was die schen Ablebens werden als Geheim-Klinikleitung geÁissentlich verschweigt: Schnyders überraschensache vertuscht.

dem Tod war kurz zuvor eine hammerharte Zwangsmedikation»Selbstverständlich war Schnyvorangegangen! Und dies gegen ausdrückliche Empfehlung des ders plötzliche Bettlägrigkeit eine direkte damaligen Kantonsarztes Anton Seiler. Nach einem persönli- Folge der Wirkung der beiden Medikamente«, komchen Besuch hatte er den Regisseur als ungefährdet diagnosmentiert der Schweizer Psychiater Marc Rufer. »Hinzu Ausgabe 1/2018 41 kommt, dass ein depressiver, resignierter und apathischer alter Mann kaum mehr aufstehen wird. Sehr oft führen Neuroleptika zudem zu einer Senkung des Blutdrucks, verbunden mit Schwindel und Ohnmacht beim Aufstehen.« Im Falle von Schnyder müsse eine weitere Nebenwirkung beachtet werden: »Neuroleptika können Blutgerinnsel und Embolien bewirken. Und Schnyder ist bekanntlich an einer Lungenembolie gestorben. Hinzu kommt, dass auch Bettlägerigkeit immer mit Thrombose- und Emboliegefahr verbunden ist. Deshalb werden Frischoperierte, wenn immer möglich, noch am Tage des Eingriffs auf die Beine gestellt…« Schockierte Gesichter auch im Psychiatriezentrum Münsingen: In einer internen Weisung waren alle Mitarbeiter nach dem medizinischen Drama 1993 zum Stillschweigen verdonnert worden. Dass der Skandal dennoch öffentlich wurde, ist dem Journalisten Fredi Lerch sowie dem Münsinger PÁeger und»Whistleblower« Paul M. zu verdanken. In geheimer Absprache offenbarte letzterer in anonymer Form kurz nach Schnyders Tod Teile des Dramas in der Schweizer »Wochenzeitung« – mit unangenehmen Konsequenzen: Trotz Vorlage einer Erlaubnis Schnyders, dessen medizinische Leidensgeschichte bekannt zu machen, wurde Paul M. 1994 wegen »Berufsgeheimnis-Verrats« angeklagt und erst 1997 endlich freigesprochen.

25 Jahre später scheint der Fall nach wie vor ein heisses Eisen zu sein. Auf Anfrage von »mysteries« verweigerte die heutige Klinikleitung jegliche Akteneinsicht. Dennoch liegt die Wahrheit nun auf dem Tisch: Dutzende vertraulicher Gerichtsakten belegen das Unrecht schwarz auf weiss. Ebenso wie die amtlich beglaubigte Bestätigung des Kantonsarztes, dass im Fall von Schnyder keine Zwangsmedikamention angezeigt war.

Insofern bestätigen die nun vorliegenden Schriftstücke die schlimmsten Vermutungen. Denn statt dem verabreichten Medikamentencocktail war im Auftrag der Berner Gesundheitsdirektion lediglich das vermeintliche Informationsleck gegenüber der Presse juristisch unter die Lupe genommen worden. So monierte etwa Klinikarzt Bernhard Kohli bei seiner Einvernahme am 1. November 1993 »ein Weiterverbreiten geheimer Tatsachen«, ohne sein ärztliches Vorgehen auch nur im Geringsten anzuzweifeln:»Es stimmt, dass Schnyder bei der Arztvisite jeweils Gift und Galle spuckte. (…) Die Medikation ist so umschrieben, wie es effek- Juristisches Trauerspiel tiv war.« Unmittelbar darauf quittierte er seinen Dienst in der Klinik. Uneinsichtig und unbehelligt von der Justiz.

Ganz anders PÁeger M., der den Vorfall damals nicht vertuscht sehen wollte. Am 15. November 1994 gab er gegenüber dem Untersuchungsrichter zu Protokoll:»Ich bin der Auffassung, dass man mit etwas mehr Gefühl mit Herrn Schnyder viel besser zugange gekommen wäre (…)

Ich möchte ergänzen, dass es mir ein Anliegen war und ist, dass sich in der Klinik Münsingen etwas bewegt. Es sollte nicht nur um eine allfällige Verletzung des Amtsgeheimnisses gehen, sondern auch um die Art und Weise, wie Schnyder zu Tode kam.« Im folgenden Exklusivinterview spricht M. gegenüber»mysteries« zum allerersten Mal öffentlich über jene düstere Zeit, die ihm bis heute keine Ruhe lässt.

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»Ohne Medikamente hätte Franz Schnyder wohl länger gelebt«»mysteries«: Herr M., als damaliger PÁeger in Münsingen erlebten Sie das Ende von Franz Schnyder hautnah mit. Um dessen Einweisung rankten sich bereits in den 1990er-Jahren Gerüchte: Man munkelte, dass der finanziell gebeutelte Starregisseur zuvor im Mai 1992 eine höhere Geldsumme in einem Ladenlokal seiner Heimatgemeinde gefordert haben soll. Anderswo wurde behauptet, er solle wegen einer ihm verkauften Rembrandt-Fälschung mit geladener Pistole in einer örtlichen Galerie erschienen sein. Was stimmt wirklich?

M.: Meines Wissens wollte Franz Schnyder damals eine kleine AuÁage seines neuen Drehbuches über den Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi im Geschäft »Wälchli« drucken lassen. Was die Kosten betraf, waren sich der Ladeninhaber und er jedoch uneinig. Man sagt, »Wälchli« habe sich bei der Preisverhandlung nicht ganz korrekt verhalten. Schnyder soll danach mit einer Pistole bewaffnet wütend jenes Geschäft betreten und Geld gefordert haben. Nachdem die Kassiererin im Hinterzimmer verschwand, sollen zwei Polizisten aufgetaucht sein und Schnyder abgeführt haben.

Franz Schnyder war in der Schweiz damals eine äusserst bekannte Persönlichkeit. Wieso haben ihn die Behörden in eine geschlossene psychiatrische Abteilung eingewiesen und nicht etwa zu einer Geldstrafe verdonnert?

Ob prominent oder ein Niemand: In solchen Fällen macht die Polizei bekanntlich keine Unterschiede. Einige sagen, man hätte damals überreagiert. Andere, wie etwa Schnyders Haushälterin, sagten: Er war ein despotischer Rüpel und einer, der zu oft aus der Reihe tanzte. Deshalb habe man psychia- Keine Spur von Einsicht oder Reue. Ausschnitt aus dem dreiseitigen Vernehmungsprotokoll von Dr. Bernhard Kohli (1. November 1993).

trisch intervenieren müssen.

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Akten belegen Pfusch in der Klinik»Heidi«-Regisseur zu Tode gespritzt? – Abbildung 2
Akten belegen Pfusch in der Klinik»Heidi«-Regisseur zu Tode gespritzt? – Abbildung 3
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Nervtötendes Schall-Phänomen raubt Betroffenen den Schlaf

Es rumort, vibriert und surrt – leise, aber ohne Unterlass. Seit Jahrzehnten sorgt das rätselhafte Brummton-Phänomen weltweit zunehmend für Kopfschmerzen – bei Betroffenen im wörtlichen, bei Wissenschaftlern im übertragenen Sinn. Nach etlichen kleineren und grösseren Metropolen, nicht zuletzt in Deutschland, leidet mittlerweile auch ein ganzes Quartier der Schweizer Grenzstadt Basel unter dem Phantom-Lärm.

Es stand zu befürchten: Das mysteriöse Brummton-Phänomen hat nun auch die Schweiz erreicht. Genauer gesagt, die baselstädtische Grenzregion. Ein ganzes Quartier nehme den nervtötenden niederfrequenten Ton dort wahr, machte die »Basler Zeitung« am 1. November 2017 publik. Ein komplettes Mehrfamilienhaus in der Innenstadt stehe inzwischen leer, weil so mancher Mieter vor dem andauernden Schallterror geÁüchtet sei.

Begonnen hatte der akustische Spuk bereits 2016. Vereinzelt meldeten Bewohner des Stadtteils St. Johann bei der Polizei über Wochen hinweg »impulsartig auftretende, laute Geräusche«, bestätigt Regina Bucher vom Amt für Umwelt und Energie (AUE) Basel-Stadt. »Die Menschen waren wirklich beunruhigt, weil sie diese tiefen Geräusche nicht kannten und auch nicht zuordnen konnten.« Darauf folgende technische Überprüfungen brachten jedoch keine Erkenntnisse über die Schallquelle.

Grundschullehrerin Nathalie Willi und ihr Lebenspartner Josef Stadler sind aus besagtem Quartier mittlerweile sogar weggezogen. Ein ganzes Jahr lang hatten sie unter dem immer wieder auftretenden »Phantomlärm« gelitten und diesen auch akustisch aufgezeichnet. Das Paar beschreibt ihn als »Dröhnen« oder auch»stetes tiefes Brummen wie eine klappernde Waschmaschine, einhergehend mit leichten, aber spürbaren Vibrationen«. Die beiden hatten in ihrer Wohnung an der Wilhelm-His-Strasse 7 zuvor 16 Jahre beschwerdefrei gelebt. Doch nun mussten sie raus: Die unerklärliche Dauerbeschallung und die damit einhergehende Nervosität raubte ihnen nicht nur den Schlaf, sondern liess sie auch krank werden.

Eine Nachbarin im gleichen Haus hatte schon früher die Flucht ergriffen. Das penetrante Geräusch habe so geklungen, »als ob jemand tief im Untergrund ein Loch bohrt und den Bohrer dann zurückzieht«, beschreibt sie ihre Tortur. »Mit der Zeit wurden die Vibrationen immer extremer. Ich nannte es ›Gotthard-Bohrer.‹« Wegen des Schlafmangels sei sie dünnhäutig geworden, habe sich zunehmend verkrampft gefühlt und kaum mehr konzentrieren können.

Heute steht das betroffene Mehrfamilienhaus leer. Allerdings seien längst nicht alle Bewohner wegen des Lärm-Spuks ausgezogen, betont Eigentümer Jürg Baumann gegenüber »mysteries«.

Man habe seit längerem vor, das Objekt komplett zu sanieren und deshalb gar keine Nachmieter mehr gesucht. Er verfolge die Ausgabe 1/2018 Folgen. In schlimmen Fällen kann selbst das Sehvermögen, das Herz, die Psyche und das Hirn nachhaltig beeinträchtigt werden.

Fakt bleibt jedoch auch: Nur fünf bis zehn Prozent aller Menschen können derart niederfrequente Töne zwischen 16 bis 20 Hertz (Hz) überhaupt wahrnehmen. Ausgerechnet jenes Spektrum also, das auch im Verdacht steht, für das Brummton-Phänomen verantwortlich zu sein.

»Wir glauben den Leuten«, betonen Lärmingenieurin Regina Bucher und ihr Chef Matthias Nabholz. Trotz mehrfacher Messungen aber – auch im Infraschallbereich – habe man bislang die Schallquelle leider nicht ausÀndig machen können. »Deshalb können auch keine wirksamen Massnahmen getroffen werden.« Bei einer Messung in der Wohnung von Nathalie Willi und Josef Stadler seien zwar tatsächlich Vibrationen registriert worden, ergänzt Nabholz gegenüber »mysteries«. »Spitzen bei 16 Hz, 25 Hz, 50 Hz und 100 Hz«, wie es im technischen Protokoll heisst. Diese seien insgesamt jedoch derart diffus, dass sie irgendwoher stammen könnten. Bereits eine Stromleitung oder ein Kühlschrank in der Nähe könnten solche Werte erzeugen. Allerdings ist in der Studie eindeutig festgehalten, dass in den betroffenen Räumen während der Messungen alle »möglichen Störquellen abgeschaltet« gewesen seien.

»Der Basler Brummton ist keine Einbildung!« Entwicklung rund um das Brummton-Phänomen jedoch »interessiert und aufmerksam«.

Die Basler Behörden nehmen die Sache derweil sehr ernst und suchen Àeberhaft nach den Ursachen für die Lärmklagen.

Immerhin ist wissenschaftlich erwiesen, dass Infraschall die Gesundheit durchaus beeinträchtigen kann. Frustration, Schlafstörungen, Panikattacken, Druck im Ohr, Kopfschmerzen, Nervosität und Konzentrationsmangel nennen Arbeitsmediziner als Inzwischen leer: Die Liegenschaft an der Wilhelm-His-Strasse 7.

Nichtsdestotrotz sind sich die Behördenvertreter einig: »Es handelt sich bei den körperlichen Beschwerden der Betroffenen deÀnitiv nicht um Einbildung!« Man habe deshalb mit Fachbüros und weiteren Amtsstellen »diverse mögliche Lärmquellen abgeklärt«. Von anderen Fällen sei bekannt, dass nicht zuletzt Industrieanlagen, Baustellen mit Tiefenbohrungen, aber auch haustechnische Anlagen wie Luftwärmepumpen und Klima- und Kälteanlagen sowie Windenergie- und Geothermieanlagen oder Hochspannungsüberlandleitungen Infraschall erzeugen können. Entsprechend wurden in Basel die Rheinschifffahrt, der Bahnverkehr, Kraftwerke und vor allem angrenzende Grossbaustellen aber auch unterirdische Leitungen überprüft. Bislang leider ebenfalls ohne konkrete Ergebnisse.

»Wir kommen einfach nicht weiter«, seufzt AUE-Leiter Nabholz.

Die Basler Fachleute reihen sich damit in eine lange Reihe ratloser Messtechniker ein. Tatsächlich sorgt das akustische Phänomen seit Jahrzehnten weltweit für allgemeines Rätselraten (»mysteries« 6/2016). Ob in Stuttgart, München, Berlin, Hamburg, in Grossbritannien oder in den Vereinigten Staaten: Überall scheint es neuerdings zu summen und zu brummen. Zumeist ohne dass die zuständigen Stellen trotz aufwändiger Messungen und Abklärungen die möglichen Verursacher dingfest machen konnten.

Viele Kommunen haben die Suche nach dem lautstarken Phantom im Untergrund trotz anhaltender Lärmbeschwerden inzwischen wieder aufgegeben – entweder aus Kostengründen oder aus wissenschaftlicher Ratlosigkeit. »Wir messen weiter«, verspricht dagegen Basels Lärmschutzbeauftragte Regina Bucher. Und man gehe auch weiterhin allen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Denn erst wenn die ominöse Lärmquelle eindeutig identiÀziert sei, könne man auch geeignete Massnahmen dagegen einleiten.

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Phantom-Lärm: Nun brummt es auch am Oberrhein! – Abbildung 2
Phantom-Lärm: Nun brummt es auch am Oberrhein! – Abbildung 3
Phantom-Lärm: Nun brummt es auch am Oberrhein! – Abbildung 4
Phantom-Lärm: Nun brummt es auch am Oberrhein! – Abbildung 5

Das Achte Weltwunder beÀndet sich auf einer winzigen paziÀschen Inselgruppe: Vor über 1000 Jahren schichteten Eingeborene dort schier unermüdlich abertausende, tonnenschwere Basaltblöcke aufeinander – aus heutiger Sicht ein Ding der Unmöglichkeit. Ein paar »mysteries«- Leser machten sich ins »Atlantis der Südsee« auf und kamen dort aus dem Staunen nicht mehr heraus.

von Tim Ventura

Atl Antis isüdsee? – Abbildung 2
Atl Antis isüdsee? – Abbildung 3

Der »Krieg der Sterne« sprengt alle Dimensionen: Über 500 Millionen Dollar spielten »Die letzten Jedi« und mit ihnen die störrisch-putzigen Porgs (links) im Kino allein an den Eröffnungstagen im Dezember ein. Mehr als 20 Minuten an geschnittenen Filmsequenzen sollen zusätzlich auf der Blu-ray- Disc zu sehen sein, die im Mai 2018 erscheint. Darunter nicht zuletzt eine ebenso ausführliche wie emotionale Trainingsszene zwischen Luke, Rey und den »Inselhütern«.

Gleichzeitig können sich Fans auf sage und schreibe sechs weitere Epen der Weltraumsaga freuen: »Solo« (Mitte 2018),»Episode 9« (Ende 2019), »Obi Wan« (2020?) – und anschliessend eine weitere Kino-Trilogie ohne den Skywalker-Clan, die gegenwärtig von Rian Johnson entwickelt wird. Und als ob dies nicht genug des Guten wäre, kündigen die »Star Wars«- Bosse zusätzlich die Produktion einer aufwändigen TV-Realserie an, die auf dem kommenden Streaming-Sender von Disney Premiere feiern soll – frühestens 2020/2021.

Weil die Konkurrenz nicht schläft, hat auch Versandmoloch Amazon Grosses vor: Eine ebenso millionenschwere TV-Streamingserie, die uns die Vorgeschichte von Tolkiens »Herr der Ringe« erzählen soll. Vorwärts gehts übrigens auch mit der neuen »Star Trek«-TV-Serie »Discovery« auf Netflix, deren zweite Staffel kürzlich ebenfalls in Auftrag gegeben wurde.

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Ausgabe 1/2018 59

»Star Wars«: Sechs weitere KinoÀlme in Planung! – Abbildung 2
»Star Wars«: Sechs weitere KinoÀlme in Planung! – Abbildung 3
»Star Wars«: Sechs weitere KinoÀlme in Planung! – Abbildung 4
»Star Wars«: Sechs weitere KinoÀlme in Planung! – Abbildung 5
»Star Wars«: Sechs weitere KinoÀlme in Planung! – Abbildung 6

Davon hatten selbst Kenner des deutschen Dichterfürsten keine Ahnung: In der winzigen Ortschaft Corgémont im Berner Jura schlummern womöglich ebenfalls verschollen geglaubte Reste von Friedrich Schillers Haarpracht – vermutlich die andere Hälfte jener rötlich-blonden Locke, die jüngst im Rätischen Museum von Chur zur Überraschung namhafter Experten zum Vorschein gekommen ist.

Friedrich Schillers umstrittenes Ableben im Jahr 1805 sorgt bis heute für Spekulationen. In Heft Nr. 6/2017 enthüllte »mysteries« die Existenz einer vergessenen Haarsträhne des berühmten Dichterfürsten im Depot des Rätischen Museums von Chur, die selbst deutschen Schiller-Fachleuten bislang unbekannt war. Dem Museum vermacht hatte besagte Reliquie 1889 dessen Gründer Peter Conradin von Planta (1815–1902).

Bei der Inventarisierung ihres Sammlerstücks unterlief den dortigen Museumsmachern indes ein grober Schnitzer, wie Ulrike Müller-Harang vom Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar gegenüber »mysteries« dankenswerterweise anmerkt: »Die ursprüngliche Besitzerin der Schillerlocke heisst nicht Luise Wühn, wie auf der dortigen Archivnotiz vermerkt, sondern Kühn«, korrigiert sie nach persönlicher Überprüfung.

Ein Wink des Schicksals!

Denn Recherchen zu Luise Kühn führen zu zwei bislang ebenso vergessenen Fachartikeln aus den 1960er-Jahren.

In Berichten für das »Bündner Schulblatt« (1968/1969, Heft Nr. 5) sowie im »Bündner Jahrbuch« von 1967 hatte sich der Lehrer und Lokalhistoriker Martin Schmid aus Chur unter dem Titel »Die Schillerlocke im Rätischen Museum« intensiv mit der Reliquie beschäftigt. Ihm zufolge hatte die kuriose Spende an das Schweizer Ausstellungshaus bereits 1889 in der Presse für Aufsehen gesorgt, die damals ausdrücklich auf das»eigentümliche Geschenk« hinwies und berichtete, dass die »Haare rötlich-blond seien«.

Anhand alter Quellen und Akten verfolgte Schmid, wie die Strähne in die Schweiz gelangte. Luise Kühn begegne man »nirgends in der Schiller-Literatur«, erklärt er. Aber ihre vermutlich halbadlige Herkunft sowie die Hochzeit ihrer Mutter Charlotte, welche die Familie aus Eisenach in die Schweiz führte, liess sich bestens rekonstruieren. Tochter Luise heiratete demnach in Chur einen gewissen Oberst Ulrich Bauer, mit dem sie zwei Kinder hatte. Anlässlich ihrer Vermählung hatte Luise von Thüringer Freunden aus Schillers Verwandtschaft – namentlich von dessen Schwägerin – die besagte Locke geschenkt bekommen. Das Haarbüschel sei dem Dichterfürsten 1805 nach dessen Tod abgeschnitten worden.

Das Ehepaar Bauer-Kühn geriet später durch spekulative Geschäfte in Finanznot, so dass »am Ende das Familienvermögen zusammengeschmolzen war«, notierte der Lokalhistoriker. Der Schwiegersohn und spätere Museumsgründer Peter Conradin von Planta wollte die Erbschaft deshalb »erst nach amtlicher Inventarisation« antreten: »Ich weiss nicht, was noch vorhanden war. Eines war jedoch in Treuen aufbewahrt worden und als Kostbarkeit versorgt gewesen: Schillers Locke.« So kam die kostbare Strähne schlussendlich in den Museumsfundus. Allerdings wohl nur eine Hälfte davon. Denn gegen Ende seines Textes verkündet Martin Schmid fast schon nebenbei eine kleine Sensation: »Ich will noch anfügen, dass die ›andere Hälfte‹ der Locke im Besitz von Herrn Pfarrer Marius von Planta, Corgémont, ist. Wohlverwahrt in elfenbeinerner Schatulle.« Ein Umstand, den Peter Conradin von Planta seinerzeit offenbar geÁissentlich verschwiegen hatte.

»Davon höre ich heute zum ersten Mal!«, staunte selbst die Churer Museumsleiterin Andrea Kauer, als »mysteries« sie davon in Kenntnis setzte. Ihr Ausstellungshaus plant nun weitere Recherchen über den Verbleib jener zweiten Lockenhälfte. Immerhin handelt es sich bei den von Plantas um ein altehrwürdiges Bündner Adelsgeschlecht.

Weitere Überraschungen scheinen insofern nur eine Frage der Zeit. Denn im Staatsarchiv Graubünden beÀnden sich bis heute etliche Originaldokumente in dieser Angelegenheit.

Ausgabe 1/2018 19

Befindet sich in der Schweiz noch eine zweite Locke von Schiller? – Abbildung 2
Befindet sich in der Schweiz noch eine zweite Locke von Schiller? – Abbildung 3
Befindet sich in der Schweiz noch eine zweite Locke von Schiller? – Abbildung 4

Was haben moderne UFO-Darstellungen in einem über 500 Jahre alten buddhistischen Heiligtum verloren? Führen uns die dortigen Mönche an der Nase herum? Das fragt sich auch Mystery-Spezialist Lars Fischinger, nachdem ihm ein Kollege aktuelle Reisefotos aus dem Land der 1000 Tempel übermittelte.

Tausende von Tempelanlagen, so genannte Wat, sind in Thailand zu Ànden. Während viele der buddhistischen Anlagen von Touris ten überrannt werden, ist ein rund 500 Jahre altes Heiligtum in Chiang Mai im Norden des Landes weitgehend unbekannt. Noch gilt »Wat Sri Suphan« alias »Silbertempel« bei Reisenden als Ge heimtipp. Der Name ist Programm, da die meisten Gebäudeteile und Ornamente dort vollständig mit Metall bedeckt sind: Ein schil lernder Prachtbau voller Figuren, Bildern und Àligranen Verzierun gen, die nebst Aluminium auch aus echtem Silber bestehen.

Frauen ist der Zugang zum Pa radies leider untersagt. Doch als ob die glitzernde buddhistische Pracht von Wat Sri Suphan nicht genug wäre, stossen männliche Besucher dort neben unzähligen religiösen Motiven aus uralter Zeit unverhofft auch auf silberne Bilder am Boden, auf denen »Áie gende Untertassen« und Aliens zu sehen sind. Darstellungen, die dort ebenso wenig zu suchen ha ben wie Ikonen von Dieter Bohlen in einer christlichen Kirche – und deswegen auch den deutschen Blogger Lars Fischinger ins Grü beln brachten, als er entsprechen de Fotos zu Gesicht bekam. »Wa rum haben die buddhistischen Mönche solche Motive im Allerhei ligsten ihrer Stätte angebracht?«, fragt er sich. »Und vor allem: Wann wurden besagte Kunstwerke in dem um 1502 erbauten Tempel angefertigt?« In der »Silber-Werkstatt« von Wat Sri Suphan können Besucher mitverfolgen, wie Mönche in einer Art Hinterhof kunstvoll neue Reliefs zimmern – und alte restaurieren. Hauptsächlich zeigen diese Szenen aus Buddhas Leben, wie sie im dortigen Tempel zuhauf verewigt sind. Fischinger:»Sind die UFO-Darstellungen somit Motive der Neuzeit? Dies fragte sich auch mein Facebook-Kollege Dennis, als er sich im Oktober 2017 vor Ort nach der Herkunft der Darstellungen erkundigte. ›Nein!‹, versicherte ihm einer der Mönche allen Ernstes. ›Besagte Motive befanden sich schon immer dort.‹ Sie seien bei der Restaurierung lediglich überarbeitet worden.« Wers glaubt, ist selber schuld, meint auch Lars Fischinger. Immerhin Àndet sich im Tempel neben allerlei buddhistischen Szenen nicht zuletzt auch der Meeresgott Neptun samt stilisierter elektrischer Gitarre, wie sein Kollege Dennis verdutzt zur Kenntnis nahm. Merke: Auch in Tempeln geht es mitunter scheinheilig zu. Selbst wenn Reiseführer darüber kein Sterbenswörtchen verlieren.

red. ■

Gitarren-Gott an der Wand, UFOs auf dem Fussboden.

(Fotos: Katsomoto Orio)

UFOs und E-Gitarren im uralten Silbertempel von Thailand? – Abbildung 2
UFOs und E-Gitarren im uralten Silbertempel von Thailand? – Abbildung 3

TOP-15 der aktuellen Verkaufsschlager

Black Operation ISIS Albrecht Metzger

Das Kalifat des iS ist das Produkt verdeckter westlicher Kriegsführung unter einsatz geheimer Operationen, sogenannter Black Operations. nach dem Motto »Der Feind meines Feindes ist mein Freund« haben die USA – und nicht nur sie – ein Monstrum geschaffen, das den nahen und Mittleren Osten auffrisst und mittlerweile auch die freiheitlichen gesellschaften des Westens bedroht. Der islamwissenschaftler Albrecht Metzger blickt auf die geschichte und Anfänge des Kalifats und zugleich auf die gut hundert Jahre alte Strategie europäisch-amerikanischer Regierungen, religiösen extremismus für ihre kurzfristigen politischen ziele zu benutzen – fast immer ohne jeden Weitblick für die desaströsen Folgen ihrer Planspiele.

Jenseits des Todes Leslie Kean, 19.95 eUR Wo die Liebe hinfliegt Tanja Brandt, 15.00 eUR Noah will nach Hause Sharon guskin, 10.00 eUR Ein Lob der Magensäure Jonathan V. Wright (u.a.), 8.95 eUR Hanf heilt Wernard Bruining, 9.95 eUR Kostbare Samen des Glücks Brigitte Hamann, 14.95 eUR Warum Gedanken stärker sind … Lissa Rankin, 10.00 eUR Ketontherapie Bruce Fife, 19.95 eUR Finis Germania Rolf Peter Sieferle, 8.50 eUR Selbstverteidigung T.C.A. greilich, 9.95 eUR Verbotene Erfindungen györgy egely, 19.95 eUR Das große Gerson Buch Charlotte gerson (u.a.), 9.95 eUR Lebensfreude-Kalender 2018 Dr. Rolf Merkle (u.a.), 8.80 eUR verheimlicht – vertuscht gerhard Wisnewski, 14.95 eUR Die besseren Pillen Kurt Allgeier, 12.95 eUR

1 2 3 4 J. H. Dietz, ISBN 978-3801204662, eUR 19.90 5 Götterkriege Hartwig Hausdorf 6 Dramatische eingriffe einer überlegenen intelligenz propagiert das neue Buch von Hartwig Hausdorf. Aus dem inhalt: »Vor langer zeit bekriegten sich fremde, aus den Tiefen des Alls gekommene intelligenzen auf unserem Planeten, 7 beobachtet von unseren frühen Vorfahren, die sie für götter hielten. Als dann die zeiten furchtbarer götterschlachten vorüber waren, begannen die Men- 8 schen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Kriege, von denen die geschichte der Menschheit reich ist, dauern bis in unsere Tage fort – ebenso die eingriffe geheimnisvoller, unbekannter Fremder, die sich mehr oder weniger offen in 9 das Kampfgeschehen einmischten und dies noch immer tun, mit zum Teil spektakulären Auswirkungen.« 10 Ancient Mail, ISBN 978-3956522307, eUR 19.80 11 Die Heureka-Maschine Adolf und inge Schneider 12»Heureka, wir haben es gefunden!«, glauben Adolf und inge Schneider. Mit dem ziel, der Freien energie zum Durchbruch zu verhelfen, investierten die Autoren in den vergangenen Jahrzehnten viel Geld in die Förderung von ErÀn- 13 dern, in den nachbau von geräten, eigene Projekte, Patentanmeldungen und Studienreisen zu ErÀndern. Zur Umsetzung von Freie-Energie-Geräten hatten 14 sie mehrere Firmen gegründet, deren geschäftsführer sie sind. Regelmässig veranstalten sie zudem Kongresse und Fachtagungen zum Thema. nun wähnen sie sich endlich am ziel und beschreiben in diesem neuen Buch ein 15 erfolgversprechendes hydraulisches energieaggregat, von dem sie sich eine technologische Revolution versprechen.

Jupiter-Verlag, ISBN 978-3906571317, eUR 19.80 Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de

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7,90 € (D) 7,90 € (A) 11,– CHF (CH) 9,50 € (I) 9,40 € (L) Nr.1/Jan. Februar 2018 pfu Sc HIN der KLINIK Der tragische Tod des »Heidi«- Regisseurs

Unterdrückte Entdeckungen in der Pyramide

ATLANTIS in der Südsee Das vergessene Weltwunder Gratis-Heilung für jedermann Das Geheimnis der Gesundbeter

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Faszinierende Fabelwesen

stritten. »Ich gebe offen zu, dass ich nicht wirklich weiss, was ich hier besitze«, räumt Benny unverhohlen ein. »Es gibt niemanden, der mir dies präzise sagen könnte.« Das Hauptproblem: Jade-Mineralgemenge aus Jadeit beziehungsweise dem weicheren Nephrit lassen sich analog zu Bergkristall grundsätzlich kaum datieren.

Erst kürzlich ist Hanspeter Benndorfs Kollektion um weitere bizarre Fundstücke angewachsen (siehe Fotos auf dieser Seite). Ausnahmsweise Ànden sich unter den Neuzugängen diesmal auch exotischere Figuren. Darunter ein kurioser afrikanischer Holzfetisch.

Wie er zu seinen Schätzen kommt?

Der Händler spricht nicht gerne darüber.

»Sie Ànden einfach zu mir«, wiegelt er gegenüber »mysteries« ab. Dass er sie aber legal besitzt und teilweise weiterverkauft – daraus macht er kein Geheimnis. »Ich stelle sie bei Bedarf auch gerne der Forschung zur Verfügung«, betont der Südbadener. So sei er zwecks Expertisen im einen oder anderen Fall sogar schon an das Schweizer Museum Rietberg in Zürich herangetreten. »Mehr als ein ›eindeutig aus dem asiatischen Raum‹ war den Experten dort leider nicht zu entlocken.« Leidenschaftlicher Sammler: Benny Benndorf im Hinterzimmer seines Tee-Geschäfts.

Ein Exot in Bennys Sammlung ist dieser 20 Zentimeter kleine afrikanische »E.T.«. Aus Holz gefertigt, stammt er wohl aus Gabun. »Alter und Zweck sind mir völlig unbekannt.« Ausgabe 1/2018 57 Weitere Artefakte aus der Zum Bedauern des Teehändlers straft die Schulwissenschaft die Kuriositäten-Kollektion generell mit Ignoranz. Selbst so mancher private Kunstsammler und Antiquitätenhändler tut seine Skulpturen etwas gar vorschnell als Fälschungen ab. »Offensichtlich will sich niemand die Finger daran verbrennen«, mutmasst Benny. Wohlwissend, dass die teils umstrittene Herkunft seiner Stücke eine wissenschaftliche Einordnung und Analyse nicht eben erleichtert.

Immerhin: Zumindest einige seiner Artefakte konnte er vor Jahren nachweislich begutachten lassen. Mit reichlich verwirrendem Ergebnis: So kamen Sachverständige unter der Leitung des italienischen Professors und Jade-Kenners Filippo Salviati von der Orientalistik-Fakultät der Universität Rom bei manchen Objekten zum Ergebnis, dass sie aus der chinesischen Jungsteinzeit (um 5000 bis 2000 v. Chr.) stammen. Andere Stücke dagegen datierten sie in modernere Epochen, und wieder andere konnten die Gutachter überhaupt nicht einordnen: »Keine Altersbestimmung möglich, weil untypisch für eine Periode«, lautete ihre irritierende Stellungnahme. Oder auch: »Nicht neu, aber zeitlich schwer einschätzbar« und »möglicherweise alt« sowie »Alter nicht bestimmbar«.

Benny Benndorf jedenfalls glaubt felsenfest daran, dass viele seiner Relikte aus uralten Zeiten stammen. Aus Kulturen, vielleicht sogar Welten, von denen wir heute nicht einmal mehr etwas ahnen. Darunter womöglich auch das eine oder andere seiner erst kürzlich erworbenen Stücke, die »mysteries« hier erstmals zeigen darf, ehe sie demnächst womöglich wieder den Besitzer wechseln.

Im Hinterzimmer eines süddeutschen Tee-Geschäfts wirbt ein faszinierendes Sammelsurium, das erst kürzlich erneut Zuwachs erhielt, um Aufmerksamkeit: Groteske Figuren und Statuetten in Hülle und Fülle, neueren und älteren Datums. Von Wissenschaftlern mehrheitlich verschmäht, bei Sammlern heiss begehrt. Schatzkammer oder Kuriositätenkabinett?

Spätneolithischen Ursprungs? Neu erworbene Skulptur mit»Brille« und wulstiger Nase.

monenhafte Figuren thronen neben Schlangenwesen, Drachen, Fabeltieren oder Kreaturen mit facettenartigen Alien-Augen, wie man sie aus Filmen kennt. Manche davon sind nachweislich Jahrtausende alt, andere bereiten Experten Kopfschmerzen.

Die kuriosen Relikte haben drei Gemeinsamkeiten: Sie bestehen meist aus Jade, stammen aus dem asiatischen Raum und sind, was ihren Wert und ihr Alter betrifft, mehrheitlich um-»Kommt doch wieder mal vorbei – ich habe kürzlich ein paar wirklich faszinierende Objekte erstanden!« Hanspeter »Benny« Benndorf (73) ist immer für eine Überraschung gut. In beleuchteten Vitrinen im Hinterzimmer seines Geschäfts in der Lörracher Innenstadt lagert der badische Teehändler und Sammler rätselhafte Jade-Artefakte: Hunderte grössere und kleinere Kreaturen aus fremden Welten stehen dort in den Regalen. Dä-Kaum eine Handbreit gross. Auch diese bizarre Jade-Figur gelangte kürzlich über Umwege in Benndorfs Besitz. Was stellt sie dar? Und wie alt ist sie?

Dämonen vergessener Welten – Abbildung 2
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Soziologe Aleksander Milosz Zielinski im Exklusivinterview

Was hat es mit den streng geheimen Bilderberg-Konferenzen auf sich, die weltweit seit Jahrzehnten für Kontroversen sorgen? Wurden die ersten Tagungen mit CIA-Geldern finanziert? »Die rein europäische Gründung von Bilderberg ist ein Mythos«, betont Aleksander Milosz Zielinski (Foto links). Als Soziologe und Philosoph arbeitet er an der Universität Fribourg derzeit an einer Dissertation zum Thema. In internationalen Archiven ackerte er sich durch etliche einst vertrauliche Dokumente. Gegenüber »mysteries« gibt er erste Einblicke in seine Erkenntnisse. Interview: Jan Fischer

Seit 1954 treffen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Hochadel in Europa und den USA jährlich unter allerhöchster Geheimhaltung und enormem Kostenaufwand zum »privaten« Informationsaustausch, 2016 etwa in Dresden. Benannt wurde der verschwiegene Zirkel nach seinem ersten Tagungsort, dem damaligen Hotel de Bilderberg von Prinz Bernhard der Niederlande. Alle Gespräche bleiben geheim. Dennoch kommen nun zunehmend mehr vertrauliche Akten ans Tageslicht. Herr Zielinski, als einer der ersten deutschsprachigen Wissenschaftler beschäftigen Sie sich mit den umstrittenen Konferenzen. Wie kam es dazu?

Aleksander Milosz Zielinski: Als ich mit meinem Studium in der Schweiz begann, besass ich ein ziemlich normales politisches Weltbild, wie es einem in der Schule beigebracht wird. Die WTC-Attacken vom 11. September 2001 (»9/11«) haben mich dann nachdenklich werden lassen und bei mir wohl auch eine Art Sinnkrise ausgelöst.

Im Internet wurde die ofÀzielle Version der Bush-Administration von Anfang an radikal in Frage gestellt, im Unterschied zu den herkömmlichen Massenmedien: Dort kam nie eine Diskussion auf, was damals wirklich passiert ist – es gab nur diese eine, »ofÀzielle« Wahrheit. Das hat mir zu denken gegeben. Ich 20 Ausgabe 1/2018

Wie mächtig sind die B – Abbildung 2
Wie mächtig sind die B – Abbildung 3
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