7,90 € (D) 7,90 € (A) 11,– CHF (CH) 9,50 € (I) 9,40 € (L) Nr.1/Jan. Februar 2018 pfu Sc HIN der KLINIK Der tragische Tod des »Heidi«- Regisseurs

Unterdrückte Entdeckungen in der Pyramide

ATLANTIS in der Südsee Das vergessene Weltwunder Gratis-Heilung für jedermann Das Geheimnis der Gesundbeter

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Faszinierende Fabelwesen

stritten. »Ich gebe offen zu, dass ich nicht wirklich weiss, was ich hier besitze«, räumt Benny unverhohlen ein. »Es gibt niemanden, der mir dies präzise sagen könnte.« Das Hauptproblem: Jade-Mineralgemenge aus Jadeit beziehungsweise dem weicheren Nephrit lassen sich analog zu Bergkristall grundsätzlich kaum datieren.

Erst kürzlich ist Hanspeter Benndorfs Kollektion um weitere bizarre Fundstücke angewachsen (siehe Fotos auf dieser Seite). Ausnahmsweise Ànden sich unter den Neuzugängen diesmal auch exotischere Figuren. Darunter ein kurioser afrikanischer Holzfetisch.

Wie er zu seinen Schätzen kommt?

Der Händler spricht nicht gerne darüber.

»Sie Ànden einfach zu mir«, wiegelt er gegenüber »mysteries« ab. Dass er sie aber legal besitzt und teilweise weiterverkauft – daraus macht er kein Geheimnis. »Ich stelle sie bei Bedarf auch gerne der Forschung zur Verfügung«, betont der Südbadener. So sei er zwecks Expertisen im einen oder anderen Fall sogar schon an das Schweizer Museum Rietberg in Zürich herangetreten. »Mehr als ein ›eindeutig aus dem asiatischen Raum‹ war den Experten dort leider nicht zu entlocken.« Leidenschaftlicher Sammler: Benny Benndorf im Hinterzimmer seines Tee-Geschäfts.

Ein Exot in Bennys Sammlung ist dieser 20 Zentimeter kleine afrikanische »E.T.«. Aus Holz gefertigt, stammt er wohl aus Gabun. »Alter und Zweck sind mir völlig unbekannt.« Ausgabe 1/2018 57 Weitere Artefakte aus der Zum Bedauern des Teehändlers straft die Schulwissenschaft die Kuriositäten-Kollektion generell mit Ignoranz. Selbst so mancher private Kunstsammler und Antiquitätenhändler tut seine Skulpturen etwas gar vorschnell als Fälschungen ab. »Offensichtlich will sich niemand die Finger daran verbrennen«, mutmasst Benny. Wohlwissend, dass die teils umstrittene Herkunft seiner Stücke eine wissenschaftliche Einordnung und Analyse nicht eben erleichtert.

Immerhin: Zumindest einige seiner Artefakte konnte er vor Jahren nachweislich begutachten lassen. Mit reichlich verwirrendem Ergebnis: So kamen Sachverständige unter der Leitung des italienischen Professors und Jade-Kenners Filippo Salviati von der Orientalistik-Fakultät der Universität Rom bei manchen Objekten zum Ergebnis, dass sie aus der chinesischen Jungsteinzeit (um 5000 bis 2000 v. Chr.) stammen. Andere Stücke dagegen datierten sie in modernere Epochen, und wieder andere konnten die Gutachter überhaupt nicht einordnen: »Keine Altersbestimmung möglich, weil untypisch für eine Periode«, lautete ihre irritierende Stellungnahme. Oder auch: »Nicht neu, aber zeitlich schwer einschätzbar« und »möglicherweise alt« sowie »Alter nicht bestimmbar«.

Benny Benndorf jedenfalls glaubt felsenfest daran, dass viele seiner Relikte aus uralten Zeiten stammen. Aus Kulturen, vielleicht sogar Welten, von denen wir heute nicht einmal mehr etwas ahnen. Darunter womöglich auch das eine oder andere seiner erst kürzlich erworbenen Stücke, die »mysteries« hier erstmals zeigen darf, ehe sie demnächst womöglich wieder den Besitzer wechseln.

Im Hinterzimmer eines süddeutschen Tee-Geschäfts wirbt ein faszinierendes Sammelsurium, das erst kürzlich erneut Zuwachs erhielt, um Aufmerksamkeit: Groteske Figuren und Statuetten in Hülle und Fülle, neueren und älteren Datums. Von Wissenschaftlern mehrheitlich verschmäht, bei Sammlern heiss begehrt. Schatzkammer oder Kuriositätenkabinett?

Spätneolithischen Ursprungs? Neu erworbene Skulptur mit»Brille« und wulstiger Nase.

monenhafte Figuren thronen neben Schlangenwesen, Drachen, Fabeltieren oder Kreaturen mit facettenartigen Alien-Augen, wie man sie aus Filmen kennt. Manche davon sind nachweislich Jahrtausende alt, andere bereiten Experten Kopfschmerzen.

Die kuriosen Relikte haben drei Gemeinsamkeiten: Sie bestehen meist aus Jade, stammen aus dem asiatischen Raum und sind, was ihren Wert und ihr Alter betrifft, mehrheitlich um-»Kommt doch wieder mal vorbei – ich habe kürzlich ein paar wirklich faszinierende Objekte erstanden!« Hanspeter »Benny« Benndorf (73) ist immer für eine Überraschung gut. In beleuchteten Vitrinen im Hinterzimmer seines Geschäfts in der Lörracher Innenstadt lagert der badische Teehändler und Sammler rätselhafte Jade-Artefakte: Hunderte grössere und kleinere Kreaturen aus fremden Welten stehen dort in den Regalen. Dä-Kaum eine Handbreit gross. Auch diese bizarre Jade-Figur gelangte kürzlich über Umwege in Benndorfs Besitz. Was stellt sie dar? Und wie alt ist sie?

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Soziologe Aleksander Milosz Zielinski im Exklusivinterview

Was hat es mit den streng geheimen Bilderberg-Konferenzen auf sich, die weltweit seit Jahrzehnten für Kontroversen sorgen? Wurden die ersten Tagungen mit CIA-Geldern finanziert? »Die rein europäische Gründung von Bilderberg ist ein Mythos«, betont Aleksander Milosz Zielinski (Foto links). Als Soziologe und Philosoph arbeitet er an der Universität Fribourg derzeit an einer Dissertation zum Thema. In internationalen Archiven ackerte er sich durch etliche einst vertrauliche Dokumente. Gegenüber »mysteries« gibt er erste Einblicke in seine Erkenntnisse. Interview: Jan Fischer

Seit 1954 treffen sich hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Hochadel in Europa und den USA jährlich unter allerhöchster Geheimhaltung und enormem Kostenaufwand zum »privaten« Informationsaustausch, 2016 etwa in Dresden. Benannt wurde der verschwiegene Zirkel nach seinem ersten Tagungsort, dem damaligen Hotel de Bilderberg von Prinz Bernhard der Niederlande. Alle Gespräche bleiben geheim. Dennoch kommen nun zunehmend mehr vertrauliche Akten ans Tageslicht. Herr Zielinski, als einer der ersten deutschsprachigen Wissenschaftler beschäftigen Sie sich mit den umstrittenen Konferenzen. Wie kam es dazu?

Aleksander Milosz Zielinski: Als ich mit meinem Studium in der Schweiz begann, besass ich ein ziemlich normales politisches Weltbild, wie es einem in der Schule beigebracht wird. Die WTC-Attacken vom 11. September 2001 (»9/11«) haben mich dann nachdenklich werden lassen und bei mir wohl auch eine Art Sinnkrise ausgelöst.

Im Internet wurde die ofÀzielle Version der Bush-Administration von Anfang an radikal in Frage gestellt, im Unterschied zu den herkömmlichen Massenmedien: Dort kam nie eine Diskussion auf, was damals wirklich passiert ist – es gab nur diese eine, »ofÀzielle« Wahrheit. Das hat mir zu denken gegeben. Ich 20 Ausgabe 1/2018

Wie mächtig sind die B – Abbildung 2
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Mit ebenso uralten wie geheimen Heilsprüchen und Segensformeln lassen so genannte »Faiseurs de secret« in der französischsprachigen Schweiz, aber auch anderswo, Schmerzen oder Hautekzeme verschwinden, Blutungen stillen oder Verbrennungen heilen. Dies zumeist per Telefon – und ausserdem kostenlos! Die behördlich tolerierte Heilkunst gilt als uralte Familientradition: Keine Scharlatanerie, wie so mancher Schulmediziner weiss und den einen oder andern seiner Patienten mitunter ebenfalls an die ehrenamtlich wirkenden Gebetsheiler weiterverweist.

es Emibois ist ein kleiner Weiler im Schweizer Jura. Viel Die ganze Prozedur dauert in der Regel gerade einmal zwei Wald. Noch mehr Weiden. Vereinzelte Bauernhöfe. Die Minuten. Bei Verbrennungen zweiten oder dritten Grades gibt Lfranzösische Grenze ist nicht weit entfernt. Hier lebt Elvire Louise, die früher einmal Krankenschwester war, zusätzlich PÁe-Aubry. Ihre Vorfahren waren Landwirte. Die Witwe ist ein weibgeanweisungen. Ihr Rat: Bei Wunden, die grösser als fünf Zentilicher »Faiseur de secret« (»Geheimnis-Macher«) – eine von 38 meter sind, muss die betreffende Person zum Arzt. Ihr »Geheim- Gebetsheilern, die allein im Kanton Jura öffentlich ihre Hilfe annis« nehme nur den Schmerz weg und sorge dafür, dass keine bieten. Ihre Spezialität sind Verbrennungen, Blutungen, Warzen, hässlichen Vernarbungen zurückbleiben.

Asthma und Hautkrankheiten.

Klingt irgendwie absonderlich. Und scheint dennoch weitaus Das Besondere: Hilfesuchende müssen sich nicht in die aböfter zu wirken als erwartet. Auch wenn es so manchem Betrofgelegene Einöde aufmachen, um Linderung ihrer Leiden zu erfenen peinlich ist, öffentlich darüber zu sprechen – aus Angst fahren. Es reicht, Madame Aubry anzurufen – und ihr voll und davor, belächelt zu werden. Unter ihnen Max S., ein prominenter ganz zu vertrauen. »Man muss nicht unbedingt gläubig sein, Tischler aus Zürich, der die wohltuende Wirkung des »Geheimaber an meine ›Secrets‹ muss man glauben.« Ihre Geheimnisse nisses« am eigenen Leib erfuhr, wie er gegenüber »mysteries« sind kurze Segensformeln oder Gebete für den Betroffenen, die bestätigt. Beim Auswaschen eines Schwammes, den er zum Absich an einen Heiligen richten. Dabei wird ein auf den jeweiligen laugen eines Tisches benutzte, war kochend heisses Wasser in Patienten personalisiertes Gebet gesprochen, geÁüstert – oder seine Plastikhandschuhe geÁossen. Schmerzerfüllt rief Max S.

auch nur gedacht. Jeder »Faiseur« hat diesbezüglich sein eigebei der Heilerin an. »Louise sagte, ich solle meine Hände zwanzig nes Vorgehen.

Minuten lang in kaltes Wasser halten und anschliessend eine Die oft geheimen Formeln und Gebete, die Aubry verwendet, handelsübliche Wundsalbe auftragen. Noch während sie das werden innerhalb der eigenen Familie weitergegeben. Bereits sagte, waren meine Schmerzen plötzlich weg – wie weggeblaihr Schwiegervater war ein bekannter »Faiseur«. Eines Tages gab sen! Das hat mich schon ziemlich überrascht…« er seine »Secrets« an Elvire weiter. Seither ist sie es, die den Da die geheimen Gebetsformeln der »Faiseurs« von Generatianrufenden Menschen hilft. Manche bitten on zu Generation weitergereicht werauch aus dem Ausland um ihre Unterstütden, wurde die Gabe auch in Louises Plötzlich waren alle meine zung, einer meldete sich unlängst sogar aus Familie weitervererbt – in diesem Fall der Millionenmetropole Amsterdam bei ihr.

von ihrer Mutter. Ebenso wie diese Schmerzen weg, als hätte sie»Wer kein Vertrauen hat, soll mich nicht anihre Fähigkeit zuvor bereits von ihrer jemand weggeblasen.

rufen«, sagt Elvire Aubry klipp und klar. Bis zu Mutter erhalten hatte. Ein ungeschrie- 20-mal klingelt ihr Handy am Tag. Viele der benes Gesetz gibt es in besagten Anrufer klagen über Hautprobleme und Schmerzen. Früher, so Kreisen allerdings: Das »Secret« darf nur an integre Personen erzählt Aubry, riss das Telefon sie oft schon frühmorgens aus weitergegeben werden, die helfen wollen und dafür kein Geld dem Schlaf. Bis zu 60 Anrufe zählte die Gebetsheilerin jeweils verlangen. Denn die Fähigkeit, mit einem einzigen Gebet Ekbis in die späten Abendstunden. Heute stellt sie ihr Smartphone zeme zum Verschwinden zu bringen, Verbrennungen, Verstaubereits um 21 Uhr ab. Wie vielen Hilfesuchenden sie schon gechungen und Schmerz zu lindern oder Blutungen zu stoppen, holfen hat, weiss sie nicht.

sei eine Gabe Gottes – »ein kleines Wunder«, wie Abbé Georges Schindelholz erläutert, ein pensionierter Pfarrer und Kenner be- Kostenlose Dienstleistung sagter Heilkunst aus dem jurassischen Bure. Was man kosten- Wer in ihrem Fall esoterische Abzockerei vermutet, liegt falsch.

los erhalte, solle auch kostenlos weitergegeben werden.

Denn Elvire Aubry verrechnet nichts für ihre Dienste! Weder ir- Vermutlich reicht die Tradition der »Geheimnismacher« Jahrgendwelche Behandlungskosten noch sonst einen Obolus. Erstaunlicherweise ist sie damit nicht allein. Auch die 50-jährige Louise (Name geändert) Heilung aus Distanz? Wer nicht darauf verist eine »Faiseuse de secret« – und auch sie vertraut, sollte es bleiben langt für ihre fürbitterische Dienstleistung keinen lassen. Allen anderen Cent. Die gläubige Katholikin aus der Nähe von Fri-Hilfesuchenden sei die bourg lindert mit ihrer Gabe Koliken und Verbrenkostenlose telefonische nungsschmerzen und kann angeblich sogar innere Dienstleistung der ehren- Blutungen zum Stillstand bringen.

amtlichen Gebetsheiler Klingelt bei ihr das Telefon, bittet sie die Anrufer empfohlen – ohne Galediglich um den Namen der betreffenden Person, rantie auf Erfolg und frei der geholfen werden soll, deren Geburtsdatum nach dem Motto: Nützt und den Wohnort. Dann sagt die Gebetsheilerin, es nichts, so schadet es dass sie keine weiteren Anrufe mehr wünscht, legt auch nichts. auf, schliesst ihre Augen und betet still vor sich hin. »Dabei spüre ich, wie sich meine Hände erwärmen«, erzählt sie.

Ausgabe 1/2018 29 Georges Delaloye aus dem Kanton Wallis. Im Gegensatz zu anderen Schweizer Gebetsheilern hat er keine Scheu vor Kameras.

hunderte zurück. Schriftliche Zeugnisse zur Geschichte ihrer Liste regelmässig benutzt. Ebenso wie Ärzte und PÁeger in den Tätigkeit sind rar. Die studierte Ethnologin Magali Jenny, heute Universitätsspitälern in Genf und Lausanne oder dem Kantonsals Oberassistentin an der Universität Fribourg tätig, hat zusamspital Fribourg davon wissen und besagtes Adresskompendium men mit Riti Sharma den Bestseller »Heilerinnen und Heiler in mitunter sogar ihren Patienten weiterreichen.

der Deutschschweiz« geschrieben. »Die Tatsache, dass es sich Wenig Mühe damit bekundet auch Claude-Alexandre Fournier, beim Gebetsheilwesen um eine Geheimkunst handelt, sowie Professor für KrankenpÁege. Intensiv hat er die Beziehungen der Umstand, dass für deren Ausübung weder je eine Bewillizwischen Gebetsheilern und Gesundheitsinstitutionen im Wallis gung notwendig war noch in den meisten Fällen ein Honorar untersucht. Dabei nahm er sich auch einer Smartphone-App an, dafür gefordert wurde und wird, hatte wohl zur Folge, dass die die etliche Heiler samt Kontaktdaten auÁistet. Sein Fazit: »Die Gebetsheilerei auch nie aktenkundig geworden ist«, erläutert Faiseurs de secret ergänzen die traditionelle Medizin. Sie besie. »Auf jeden Fall sucht man in den Archiven vergebens nach haupten nicht, Heiler zu sein, sondern sie sagen, dass sie sich Anhaltspunkten zum Thema, obwohl diese Art des Heilens mit für eine höhere Instanz einsetzen.« Bestimmtheit seit etlichen Jahrhunderten praktiziert wird.« Und Jacques de Haller, bis 2012 Präsident der Schweizeri-Wie stark besagte Heilkunst zur volksschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin medizinischen Tradition der Schweiz und und heute Vorsitzender der europäischen Selbst mancher Arzt insbesondere zur französischsprachi- Ärzteschaft in Brüssel, gab gegenüber der gen Romandie gehört, untermauert ein Zeitung »Le Matin« zu Protokoll: »Krankenverweist Patienten mitunter ausführlicher Bericht auf der staatlichen häuser praktizieren eine Primärmedizin an die Gebetsheiler.

Internetseite»www.houseofswitzerland.

unter Bedingungen grosser Not und Unsiorg« des Eidgenössischen Departements cherheit und haben daher keine Antwort für auswärtige Angelegenheiten. Unter dem Titel »Das Geheimauf alles. Wenn es eine Lösung gibt – und offensichtlich gibt es nis der Faiseurs de secret« zeigt sich der Bund den Gebetshei-Menschen, denen Heiler helfen können – wäre es albern, sie lern dort auffallend wohlwollend gesinnt: »In der französischen nicht zu benutzen.« Schweiz ist das Gesundbeten im Gegensatz zum übrigen Europa nicht verboten. Es wird auch von der Schulmedizin nicht gänzlich Auch der Caritas-Direktor ist ein »Faiseur« abgelehnt. Sowohl in Heimen wie auch in vielen Krankenhäu-Nicht zuletzt im Kanton Jura Ànde man fast in jeder Ortschaft sern der Westschweiz liegen Listen mit den Telefonnummern einen Mann oder eine Frau, die das »Secret« ausüben, weiss von Heilerinnen und Heilern auf, geordnet nach den Leiden, die Abbé Georges Schindelholz. Trotzdem wird darüber öffentlich sie behandeln können.« nur ungern gesprochen. »Man hat eben Angst, dass man den So verwundert es kaum, wenn ein Kellner in einem TV-Report Jura von aussen als eine Art Indianerreservat betrachten könnder öffentlich-rechtlichen »Télévision Suisse Romande« hinter te«, ergänzt Jean-Noël Maillard, Direktor der dortigen »Caritas« der Theke plötzlich eine Liste hervorkramt, auf der mehrere Geund selber ein »Faiseur« von fünf »Secrets«, die ihm sein Vater betsheiler samt Telefonnummer aufgeführt sind. Oder wenn ein vor vielen Jahren weitergereicht hat. Wenn Maillard zu Hause Krankenhaus-Koch in Lausanne, der sich oft seine Hände am einen Anruf erhält, konzentriert er sich in kurzen Séancen von Herd verbrennt, vor laufender Kamera gesteht, dass er besagte zwei bis drei Minuten auf eine dieser fünf Formeln.

Ausgabe 1/2018 Maillard ist ein eher untypischer »Faiseur«. Er hat studiert, gilt als Intellektueller. »Das ›Secret‹ öffnet eine andere Tür als die wissenschaftliche Medizin«, betont er. Diese Erfahrung hätten die meisten in seiner Gegend gemacht. Deshalb sei das »Secret« auch kein Geheimnis. Lediglich die Formel bleibe geheim. »Ich habe keine Antwort auf das Warum!«, sagt Maillard. Ob etwa ein Hautproblem mittels »Secret« oder einer Salbe oder sogar mit beidem zum Verschwinden gebracht würde, sei letztlich egal.

»Ich möchte es ja auch verstehen – aber wenn man etwas nicht versteht, muss man es deswegen noch lange nicht ablehnen.

Was zählt ist das Resultat.« Und das sei, gemäss etlichen Zeugnissen, oft positiv.

Ein weiterer, der das »Secret« als Amtsträger, Allgemeinmediziner und Privatperson erlebt, ist Jean-Luc Baierlé, Kantonsarzt des Jura. »Die Leute sollen frei wählen können, ob sie von medizinischen Laien geheilt werden wollen oder durch die ofÀzielle Medizin«, betont er. Einziger Vorbehalt: »Es darf zu keinen illegalen Handlungen kommen.« Ab und an frage er deshalb Patienten, die wegen Warzen mit ihren Kindern in die Praxis kommen, ob sie bereits mit Volksheilern in Kontakt waren.

Persönlich glaube er zwar nicht an Magie, betont Baierlé, »aber durchaus an den Placebo-Effekt«.

Mitleid, Barmherzigkeit und Sinn für Gerechtigkeit Fest verwurzelt und verbreitet ist die Tradition der Gebetsheiler auch im deutschsprachigen Appenzell Innerrhoden. Gegen 30 Heiltätige sind dort gegenwärtig aktiv, »die mit Hilfe von Gebeten Schmerzen oder Heimweh nehmen, Blut stillen, Warzen und andere Hautkrankheiten vertreiben können«, wie die Kantonsbehörden auf ihrer ofÀziellen Homepage schreiben. Verwendet würden ebenfalls geheime Heilsprüche und Segensformeln, die zum Teil seit dem Spätmittelalter belegt sind. Voraussetzung für die Fähigkeit zum Gebetsheilen seien Mitleid, Barmherzigkeit Auch bei Tierkrankheiten werden die Gebetsheiler oft zur Hilfe gerufen.

und der Sinn für Gerechtigkeit: »Für die Heiltätigkeit darf kein Honorar verlangt werden, ansonsten die Gabe verloren gehen könnte. Gebetsheilen funktioniert zudem auch auf Distanz, ja sogar wenn der Kranke nichts davon weiss. HäuÀg werden die Gebetsheilenden auch von Bauern bei Tierkrankheiten beigezogen.« Zu den Unterstützern der »Geheimnismacher« zählt auch Georges Delaloye (62). Seit Jahren bietet der Walliser im Internet eine regelmässig aktualisierte PDF-Liste zum Download an, welche Orte, Namen und Telefonnummern derjenigen aufführt, die das»Secret« aktiv praktizieren. Knapp 150 Gebetsheiler sind darauf mit ihrer Erlaubnis aufgeführt, samt ihren jeweiligen Spezialgebieten. Wer selber einen Gesundbeter kontaktieren möchte, scheint insofern gut beraten, auf Delaloyes Kontaktempfehlungen zu vertrauen (siehe Infozeile unten). Denn auch er selbst – wen wunderts – ist ein gewissenhafter »Faiseur«.

Erhalten hatte er das Geheimnis von seinem früh verstorbenen Bruder. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Masseur und Therapeut. Die Gebetsheilungen des leidenschaftlichen Motorradfahrers dagegen erfolgen selbstverständlich ebenfalls kostenlos. Hilfe und Unterstützung erhalte er dabei von den Erzengeln Michael, Raffael und Gabriel, den drei»Ärzten des Himmels«, betont er und legt Wert darauf, dass alle seine Gebete mit »Vater unser« beginnen und mit »Ave Maria« enden. Denn das Geheimnis habe weder mit schwarzer Magie noch mit Exorzismus zu tun.

Erst vor wenigen Monaten hat Georges Delaloye in der französischen Schweiz übrigens ein Buch über sein alternatives Helfertum veröffentlicht. Titel: »Que puis-je faire pour vous?«. Auf Deutsch: »Was kann ich für Sie tun?«

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Faszinierendes Phänomen. Täglich tanken Besucher Energie beim uralten Pekinger Baumriesen.

und sonnigem Wetter – sowie mit einer zweiten Gruppe am 9.

Oktober 2017 bei 14 Grad und starkem Regen folgendes Experiment durch: Ohne Hintergrundinfos liess er mehrere Teilnehmer gemäss lokaler Tradition jeweils beide HandÁächen in Richtung des »Nine-dragon Juniper« ausstrecken. Fast alle nahmen dabei nach eigenen Aussagen erstaunlicherweise ebenfalls eine Art Wärmeausstrahlung wahr, die vom Baumstamm herzurühren schien. »Natürlich waren dies keine wissenschaftlichen Experimente«, betont Fiebag. »Umso interessanter wäre es, eine seriöse Studie anzustreben, um einen Zufall oder anderweitige BeeinÁussungen auszuschliessen.« Uralte Verbindung zwischen Mensch und Natur China hat über Jahrtausende eine intensive Verbindung von Natur, Mensch und sakralen wie profanen Gebäuden kultiviert.

Diese ebenso ästhetisch wie ökologisch orientierte Bewegung geht von einem Naturverständnis aus, in dem Gebirge, Flüsse, Bäume, Steine, Himmel und Erde lebendige Kraftquellen sind.

Garten- und Parkanlagen sind nach der Lehre des »Feng Shui« Abbild der grossen Natur im Kleinen und sollen die Harmonie zwischen dem Mensch und seiner Umgebung, Gesundheit, WohlbeÀnden und spirituelles Wachstum herstellen.

Der Himmelstempel von Peking spielte in der chinesischen Kosmogonie eine zentrale Rolle. Begleitet von 2000 Würdenträgern begaben sich die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie zur Wintersonnenwende jeweils zum Himmelsaltar. Hier brachten sie dem Gott des Himmels und ihren Ahnen Opfer dar. In der Halle der Erntegebete, einem der schönsten Gebäude Chinas, baten sie im Frühling um eine gute Ernte. Die heilige Anlage spiegelt bis heute die Zahlenmystik der chinesischen Antike und des Feng Shui wider. Im uralten »Nine-dragon Juniper« scheint das verborgene Wissen der Feng-Shui-Meister bis heute lebendig zu sein. red. ■

»Nine-dragon Juniper«: Unter diesem Namen zieht ein uralter Baumriese in der prächtigen Parklandschaft des berühmten Himmelstempels von Peking Besucher fast schon magisch in seinen Bann. Eine unerklärliche Wärme scheint von ihm auszugehen, die nicht nur Einheimische »elektrisiert«, sondern auch unbedarfte Europäer, wie ein deutscher Studiendirektor vor Ort erstaunt feststellen konnte.

Was die mehr als 500 Jahre alte chinesische Zypresse (»Juniperus chinensis«) im berühmten Pekinger Heiligtum derart besonders macht? Nicht zuletzt ihr wundervoll gewundener Stamm, mit einer spiralförmig gewachsenen Rinde bedeckt, deren Struktur sich von unten nach oben dreht. Chinesen wollen darin neun zusammengerollte Drachen erkennen, die in den Himmel hinaufklettern. Ein Glückssymbol der ganz besonderen Art.

Doch Einheimische wie Touristen sind nicht nur vom groteskmythischen Anblick des Wacholderbaumes fasziniert, sondern auch von der seltsamen Wärme, die das Riesengewächs im Himmelstempel von Peking auszustrahlen scheint. Mit ausgestreckten Händen scharen sich Tag für Tag Menschentrauben um den Naturriesen, um dessen Energie aufzunehmen, wie der deutsche Publizist Peter Fiebag vor Ort verblüfft zur Kenntnis nahm: »Weit beugen sich Besucher, ob alt, ob jung, jeweils über die Absperrung, um dem energetisch aufgeladenen Wunderbaum möglichst nahe zu kommen. Dann macht sich Verwunderung bemerkbar, Fröhlichkeit bis zu ungläubigem Erstaunen. Sie spüren plötzlich, wie von der Zypresse Wärme in ihre Hände Áiesst.« Mit Reisegefährten, die keinerlei AfÀnität zu spirituellen Themen besassen, führte Fiebag am 15. Oktober 2015 bei 24 Grad Von Chinas Geschichte fasziniert: Peter Fiebag (rechts) – hier im Interview mit einem Team des staatlichen Fernsehens.

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Wunderbaum im Himmels-Tempel strahlt rätselhafte Wärme aus – Abbildung 2
Wunderbaum im Himmels-Tempel strahlt rätselhafte Wärme aus – Abbildung 3
Wunderbaum im Himmels-Tempel strahlt rätselhafte Wärme aus – Abbildung 4

Weitere geheime Hohlräume unter der Königinnen-Kammer?

Überraschende Entdeckung in der Cheopspyramide: Messtechniker haben eine bislang unbekannte, 30 Meter lange »Anomalie« im oberen Teil des Monuments geortet (Pfeil rechts): Die legendäre »Kammer des Wissens«? Ein Versteck für ein »Sonnenschiff«? Oder nur eine statisch bedingte Entlastungskammer? Spekulationen, die dem Pyramidenforscher Rudolf Gantenbrink aus München keine Ruhe lassen. Nach längerer Pause will er im Frühjahr 2018 endlich wieder nach Kairo aufbrechen, wie er gegenüber »mysteries« bestätigt.

von Luc Bürgin Ausgabe 1/2018

Die letzten Rätsel der Pyramide – Abbildung 2

Sie darin mit besagter Geste abbilden, soll einst folgenden Satz von sich gegeben haben: »Ich weiss, dass die Beatles Erfolg haben werden wie noch keine andere Gruppe. Ich weiss es genau – denn vollführt er damit keine wie auch immer gemeinte symbolische Geste. Er löst auf diese Weise lediglich seinen Netzstrahl aus. Ich weiss dies deswegen so genau, weil ich als Kind in den 1970er-Jahren Spiderman-Fan war und besagte Comics damals regelrecht verschlungen habe.

Lars Kegler (D) für diesen Erfolg habe ich dem Teufel meine Seele verkauft.« Wolfgang Gartz (D) Auf Seite 21 Ihrer wunderbaren Zeitschrift wird die Comic-Figur Spiderman im Zusammenhang mit einer umstrittenen Fingergeste erwähnt und gezeigt. Dabei handelt es sich aber um ein Missverständnis. Während der im Film von Schauspieler Toby Maguire verkörperte Spiderman auch Netzdrüsen entwickelt, mit denen er körpereigene Spinnennetze verschiessen konnte, war dies bei der ursprünglichen Comic-Figur nicht der Fall. So entwickelte Spiderman anfänglich eine chemische Flüssigkeit, die sich an der Luft zu Spinnenfäden verfestigte. Diese befand sich in kleinen Boxen an Armbändern unter seinem Kostüm (in früheren VerÀlmungen auch deutlich sichtbar oberhalb seines Kostüms). Den Netzstrahl löste er mit Hilfe eines Hebels unter seinen Handschuhen aus.

Wenn Spiderman also seine beiden mittleren Finger in seine HandÁächen legt und die äusseren Finger abspreizt,

Nur ein scheinheiliges Dankeschön?

»Als ›Engel der Armen‹ wurde Mutter Teresa öffentlich verklärt und durch die Verleihung des Friedensnobelpreises weltberühmt. Im Schnelldurchgang sprach der Vatikan die Ordensschwester heilig. Doch Agnes Gonxha Bojaxhiu, so ihr bürgerlicher Name, hatte auch dunkle Seiten. Statt Nächstenliebe übte sie Selbstkasteiung und verteufelte jegliche Form von Abtreibung. Zudem peitschte sie sich regelmässig aus und liess Sterbenskranke bewusst leiden.« (»mysteries« Nr. 3/2017) Im Traum in die Zukunft gereist?

»Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Sind wir alle Teil einer virtuellen Computersimulation der Zukunft, wie Tesla-Visionär Elon Musk glaubt?

Marionetten eines irdischen oder ausserirdischen Drehbuches? Sind Zufälle oder Déjàvu-Erlebnisse Fehler in der universalen Matrix? Ebenso wie UFOs oder Para-Phänomene?

Selbst namhafte Forscher wollen nicht mehr ausschliessen, dass wir in einem befremdlichen Virtual-Reality-Szenario agieren.« (»mysteries« Nr. 5/2017) Wenn man den besagten Bericht über Mutter Teresa liesst, kommt man glatt auf den Gedanken, dass die Heiligsprechung nur ein nachträgliches Dankeschön war für die Millionenbeträge an Spendengeldern, die sie abzweigte und vielleicht auch an den Vatikan weiterleiten liess…

Erwin Grundei (D) Auch ich kann Ihren Lesern von einer wirklich erstaunlichen Begebenheit berichten: Vor ein paar Jahren träumte unsere Tochter die Lotto-Zahlen. Die letzte davon konnte sie nicht richtig erkennen. Die anderen aber stimmten haargenau, und sie gewann 10'000 Euro! War sie etwa im Traum in die Zukunft gereist? Wer weiss. Rätseln wir mal weiter, denn schliesslich wollen wir doch zu gern wissen, was diese Welt im Innern zusammenhält.

Heidrun Gonschorek (F) Apropos Spiderman»Kontroverse um das Fingersymbol der ›Teufelshörner‹ (›Pommes-Gabel‹), wie es Hardrock-Fans bei Konzerten heute millionenfach in die Höhe recken: Wurde es tatsächlich von KISS-Gitarrist Gene Simmons erfunden?

Nein! Vielmehr erinnert es an ein uraltes, positiv belegtes buddhistisches Schutzmudra.« (»mysteries« Nr. 6/2017) Mit Erstaunen habe ich diesen Artikel gelesen. Zur Erinnerung: John Lennon, den Ausgabe 1/2018 9

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form schnackseln dürfen. Da vergeht ja selbst dem brünstigsten Elch die Lust am Röhren! Tote Hose herrscht derweil auch am Berliner Flughafen, der bereits 2010 eröffnet werden sollte. Selbst-

Wozu hat uns das Universum ein Gehirn geschenkt?

Wie schafft es Otto Normalverbraucher unter Merkels Dauerkanzlerei zu einem kleinen Vermögen zu kommen? Er muss vorher ein grosses gehabt haben! Apropos Moneten: Kennen Sie sich mit Bitcoins aus? Vermutlich hätte ich die hochgejubelte virtuelle Monopoly-Währung ebenfalls begriffen, wenn man mir sie nicht etliche Male erklärt hätte. Eines aber ist selbst mir mittlerweile klar geworden: Ein riskanter Tag für Bitcoin-Spekulationen ist der Mittwoch. Die anderen riskanten Tage sind: Freitag, Montag, Sonntag, Donnerstag, Samstag und Dienstag.

Die Welt verändert sich schneller als wir sie kapieren. Schon mal darüber nachgedacht, warum Ihr wenige Jahre altes iPhone mit jeder Software-Aktualisierung lahmer wird? Ein Verschwörungsschelm, wer hinter der Entschleunigung Absicht wähnte. Nun aber scheint das Schlamassel bewiesen, wie Software-Entwickler John Poole bestätigt. Tatsächlich würden die Probleme nach jedem Update grösser, je älter der Geräte-Akku sei, konstatiert der kanadische Fachmann nach etlichen Tests: »Offensichtlich hat es Apple mit der neuen iOS-Software bewusst darauf angelegt, die Leistung von älteren Geräten mit beeinträchtigter Batterieleistung zu limitieren.« Ziel: Die Besitzer zum teuren Akku-Wechsel oder Kauf eines neuen Smartphones zu verleiten!

Manchmal frage ich mich, ob uns die Götter nur deshalb mit einem Fünkchen Erkenntnis segneten, um uns unsere geistige Beschränktheit bewusst zu machen. Wussten Sie etwa, dass der 2003 verstorbene österreichische Schauspieler Gunther Philipp bis ins hohe Alter an der Wiener Uniklinik für Neurologie und Psychiatrie tätig war? Oder dass Erdogan Ercivan im Deutschen Buch und Medien Verlag 2011 einen Schmöker namens »Verbotene Archäologie Spezial« publiziert haben soll? Nie davon gehört?

Macht nichts: Beide Behauptungen sind kreuzfalsch, obwohl uns besagter Schwachsinn von Wikipedia seit Jahren als Tatsache aufgetischt wird! Ebenso wichtig zu wissen: Jede dritte deutsche Abgeordnetenseite in der Online-Enzyklopädie wird von anonymen Bundestags-Zensoren regelmässig schöngefärbt und ungestraft von kritischen Passagen befreit, wie Analysen des Bayerischen Rundfunks jüngst ans Tageslicht brachten. Kurz: Im Vergleich zu mancher Fabelei auf Wikipedia wirken selbst Grimms »Kinderund Hausmärchen« mitunter wie ein seriöses Universallexikon.

Sorry, aber ich bleibe dabei: Allein schon der Glaube an die menschliche Vernunft steckt voller Unvernunft. Und so müssen sich liebeshungrige Pärchen in Schweden gemäss aktuellem Staatsdiktat vor sexuellen HöhenÁügen künftig gegenseitig ihren ausdrücklichen Willen zum Akt bekunden, ehe sie juristisch konverständlich wird er 2018 – obwohl von den Verantwortlichen noch vor kurzem hoch und heilig versprochen – einmal mehr nicht in Betrieb genommen. Sondern nach allerneuester Verschiebung frühestens Ende 2020. Oder 2030. Oder 2040. Oder 2099.

Merke: Nicht Bürger wie Sie oder ich sind für die Klimaerwärmung verantwortlich, sondern unsere Manager und Politiker, die gemeinsam längst mehr heisse Luft produzieren als alle Rindviecher dieser Welt zusammen. Je höher die Saläre, desto desolater das Unvermögen. Oder wie bereits der Philosoph Ludwig Wittgenstein die Frage aller Fragen trefÁich auf den Punkt brachte: »Ist es nicht ein seltsamer Zufall, dass alle Menschen, deren Schädel man je geöffnet hat, ein Gehirn enthielten?« Scheinheiliger denn je etikettieren auch unsere Food-Fabrizierer ihren neuesten Quark. Geschäftsgeil trennen sie die Spreu vom Weizen, um uns die Spreu als Weizen anzudrehen und den Weizen als Spreu in den eigenen Sack zu stecken. Ende 2017 wurden ihre aktuellsten Schweinereien einmal mehr von Verbraucherschützern prämiert. Darunter Alete-Kekse »für Säuglinge« mit 25 Prozent Zucker. Oder »Frischeknaller« von Coop mit aufgetauten Putenresten. Oder »Ochsenschwanzsuppe« von Lacroix – ohne einen Krümel Ochsenschwanz. Warum nicht gleich Erdbeer-Joghurts ohne Erdbeeren? Oder Wasabi-Paste ohne Wasabi?

Oder Mineralwasser ohne Mineralien? Ganz einfach: Weil es all dies längst im Supermarkt zu kaufen gibt! Was wohl als nächstes folgt? »Schwarzwälder Schinken« aus Timbuktu? Oder »Alpenmilch« aus Schleswig-Holstein? Pardon, auch das gibt es leider bereits. Und die positive Nachricht? »Das Merkwürdigste an der Zukunft bleibt die Vorstellung, dass man selbst unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.« (Ernest Hemingway) Und irgendwo da draussen im weitläuÀgen preussischen Staatsapparat weint sich derweil ein gewissenhafter deutscher Beamter fassungslos bei seinen Kollegen aus: »Ich weiss wirklich nicht, was die Leute gegen uns haben: Wir haben doch gar nichts getan!« Luc Bürgin (Herausgeber)

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Protest gegen die Mächtigsten. Der Unmut über die dubiosen Geheimkonferenzen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Ausgabe 1/2018 27 Wie ging es nach der Jahrtausendwende weiter?

2001 ereignete sich 9/11 – dazu sage ich lieber nichts. Interessierten empfehle ich stattdessen, sich die Bilderberg-Teilnehmerlisten aus den 1990er-Jahren und den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende vergleichend anzuschauen.

Auf letzteren finden sich Namen wie Wolfowitz, Perle, Rumsfeld – allesamt Hardliner. Auch die weniger wichtigen Beamten aus den USA, die damals eingeladen wurden, scheinen mehrheitlich Befürworter des Krieges gegen den Irak gewesen zu sein. Wenn wir Sie richtig verstehen, gab es damals nur noch »Pro-Israel!« und »Gegen Araber!«, ausschliesslich solche Amerikaner schienen demnach damals bei Bilderberg willkommen. Und danach?

Nach der Finanzkrise 2007/2008 verändert sich Bilderberg erneut. Die Konferenz erhält eine andere Funktion. Es geht wieder mehr um Wirtschaftsfragen, und es wird ein eher progressives Bild vermittelt.

So tauchten Leute auf, die früher nie eingeladen worden wären, weil sie als Kommunisten galten. Etwa 2016 der britische Wirtschaftsprofessor Guy Standing, der für ein bedingungsloses Grundeinkommen plädiert.

Vielleicht kann man sagen, dass die Bilderberger – seit sie dank des Internets wieder mehr im Fokus stehen – tatsächlich eher zu einem Diskussionszirkel geworden sind. Doch interessanterweise übernimmt genau in diesem Moment der frühere Bilderberger und deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger 2008 die Münchner Sicherheitskonferenz…

Wo sehen Sie den grössten Forschungs- beziehungsweise Handlungsbedarf in Sachen Bilderberg?

Erklärung zur Funktion der

Es braucht endlich Klartext! Wir müssen wissen, was der Zusammenhang zwischen diesen Leuten und unserer Gesellschaft ist.

Wieso haben diese Konferenzen Bedeutung? Wieso macht dort neben Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder auch Deutschland nahezu die gesamte politische Elite mit? Das kann kein einfaches Privattreffen sein, das muss politische Bedeutung haben! Nicht zuletzt ist Bilderberg ein auffällig deutschsprachiges Netzwerk. Aus der Schweiz werden dabei interessanterweise nur selten Vertreter der französischsprachigen Kantone einge laden. Und aus den USA kommen sehr viele Juden oder andere Migranten mit deutschen Wurzeln und weniger Teilnehmer aus dem angelsächsischen Raum. Die Bilderberger scheinen eine gewisse Kernidentität zu besitzen, die auch etwas mit Deutschland beziehungsweise dem deutschsprachigen Raum zu tun hat.

Es braucht dringend eine Erklärung zur Funktion dieser Konferenz. Wir haben mittlerweile genug Material zusammengetragen, um belegen zu können, dass die bisherige Darstellung und Argumentation vom diskreten und privaten Gesprächszirkel nicht mehr greift. Aber vielleicht sind die Bilderberger ja schlicht so mächtig, dass sie es gar nicht nötig haben, sich uns zu erklären.

Abschlussfrage: Wieso gibt es in der Wissenschaft bis heute Tabuthemen wie Bilderberg oder auch die 9/11-Attacken?

Weil sie nicht frei ist. Die heutige Wissenschaft ist vollkommen abhängig vom Kapital. So wie früher die Kirche alles bestimmt hat, bestimmt heute das Kapital. Mit den ganzen befristeten Verträgen bist du deinen Job als Wissenschaftler los, wenn du zu Sachen forschst, von denen niemand will, dass sie erforscht werden.

Es braucht dringend eine Bildberg-Konferenzen! – Abbildung 2

Knapp 100 Jahre lang verstaubten etliche Goldfragmente aus dem 1922 entdeckten Grab von Tutanchamun im Museumskeller von Kairo. In Fleissarbeit haben Experten aus Tübingen und Mainz aus den Bruchteilen nun 100 annähernd vollständige Goldbleche rekonstruiert. Umso erstaunlicher deren Motive: Neben ägyptischen Szenen lassen sie auch vorderasiatisch anmutende Einflüsse erkennen. Faszinierend nicht zuletzt diese geflügelte Kreatur. Lediglich eine Ausgeburt der Fantasie? Oder gab es derlei Fabelwesen einst vielleicht doch?

mond-kalender 2018

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Justiz-Skandal: Wann darf Stefan Erdmann endlich nach Hause?

Unfassbar, aber wahr: Bei Druckbeginn dieser Heftausgabe sass der deutsche Autor Stefan Erdmann noch immer in Split fest.

Vermutlich musste er auch Silvester ohne seine Familie im Exil verbringen. Seit dem 20. Juli 2017 darf er als EU-Bürger Kroatien nicht verlassen, weil gegen ihn ein veralteter Haftbefehl aus Kairo wegen vermeintlicher Schändung der Cheopspyramide vorlag (»mysteries« Nr.

6/2017).

Ein Justizskandal erster Güte! Erdmann am 22. Dezember 2017 gegenüber »mysteries«: »Der oberste Gerichtshof Zagreb hat den Fall wieder nach Split überwiesen, ohne endgültiges Urteil. Dort wurde unlängst eine weitere Bestätigung des ägyptischen Gerichtes eingereicht, die bestätigt, dass das Urteil von 2014 gegen mich aufgehoben ist. Nun wartet man auf dieses Dokument im Original mit weiteren zwei amtlichen Beglaubigungen aus Ägypten. Ob dies endlich zu meiner Passrückgabe führt?« Geheime UFO-Forschung im Pentagon Also doch! Das US-Verteidigungsministerium betreibt nach wie vor UFO-Forschung.»Advanced Aerospace Threat IdentiÀcation« heisst das Geheimprogramm, das vor allem zwischen 2007 und 2012 auf Hochtouren lief und bislang 22 Millionen Dollar verschlungen haben soll, wie die »New York Times« am 17. Dezember 2017 enthüllte. So seien im Auftrag des Pentagons nicht zuletzt Metallteile und andere Materialien im Zusammenhang mit rätselhaften Luftraumvorfällen analysiert worden. Auch geheime UFO-Videoaufnahmen von Luftwaffe und Marine wurden geprüft, archiviert und bewertet. Mehr dazu in unserer kommenden Ausgabe.

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