Wunderbaum Im Himmels-Tempel Strahlt RäTselhafte WäRme Aus
Faszinierendes Phänomen. Täglich tanken Besucher Energie beim uralten Pekinger Baumriesen.
und sonnigem Wetter – sowie mit einer zweiten Gruppe am 9.
Oktober 2017 bei 14 Grad und starkem Regen folgendes Experiment durch: Ohne Hintergrundinfos liess er mehrere Teilnehmer gemäss lokaler Tradition jeweils beide HandÁächen in Richtung des »Nine-dragon Juniper« ausstrecken. Fast alle nahmen dabei nach eigenen Aussagen erstaunlicherweise ebenfalls eine Art Wärmeausstrahlung wahr, die vom Baumstamm herzurühren schien. »Natürlich waren dies keine wissenschaftlichen Experimente«, betont Fiebag. »Umso interessanter wäre es, eine seriöse Studie anzustreben, um einen Zufall oder anderweitige BeeinÁussungen auszuschliessen.« Uralte Verbindung zwischen Mensch und Natur China hat über Jahrtausende eine intensive Verbindung von Natur, Mensch und sakralen wie profanen Gebäuden kultiviert.
Diese ebenso ästhetisch wie ökologisch orientierte Bewegung geht von einem Naturverständnis aus, in dem Gebirge, Flüsse, Bäume, Steine, Himmel und Erde lebendige Kraftquellen sind.
Garten- und Parkanlagen sind nach der Lehre des »Feng Shui« Abbild der grossen Natur im Kleinen und sollen die Harmonie zwischen dem Mensch und seiner Umgebung, Gesundheit, WohlbeÀnden und spirituelles Wachstum herstellen.
Der Himmelstempel von Peking spielte in der chinesischen Kosmogonie eine zentrale Rolle. Begleitet von 2000 Würdenträgern begaben sich die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastie zur Wintersonnenwende jeweils zum Himmelsaltar. Hier brachten sie dem Gott des Himmels und ihren Ahnen Opfer dar. In der Halle der Erntegebete, einem der schönsten Gebäude Chinas, baten sie im Frühling um eine gute Ernte. Die heilige Anlage spiegelt bis heute die Zahlenmystik der chinesischen Antike und des Feng Shui wider. Im uralten »Nine-dragon Juniper« scheint das verborgene Wissen der Feng-Shui-Meister bis heute lebendig zu sein. red. ■
»Nine-dragon Juniper«: Unter diesem Namen zieht ein uralter Baumriese in der prächtigen Parklandschaft des berühmten Himmelstempels von Peking Besucher fast schon magisch in seinen Bann. Eine unerklärliche Wärme scheint von ihm auszugehen, die nicht nur Einheimische »elektrisiert«, sondern auch unbedarfte Europäer, wie ein deutscher Studiendirektor vor Ort erstaunt feststellen konnte.
Was die mehr als 500 Jahre alte chinesische Zypresse (»Juniperus chinensis«) im berühmten Pekinger Heiligtum derart besonders macht? Nicht zuletzt ihr wundervoll gewundener Stamm, mit einer spiralförmig gewachsenen Rinde bedeckt, deren Struktur sich von unten nach oben dreht. Chinesen wollen darin neun zusammengerollte Drachen erkennen, die in den Himmel hinaufklettern. Ein Glückssymbol der ganz besonderen Art.
Doch Einheimische wie Touristen sind nicht nur vom groteskmythischen Anblick des Wacholderbaumes fasziniert, sondern auch von der seltsamen Wärme, die das Riesengewächs im Himmelstempel von Peking auszustrahlen scheint. Mit ausgestreckten Händen scharen sich Tag für Tag Menschentrauben um den Naturriesen, um dessen Energie aufzunehmen, wie der deutsche Publizist Peter Fiebag vor Ort verblüfft zur Kenntnis nahm: »Weit beugen sich Besucher, ob alt, ob jung, jeweils über die Absperrung, um dem energetisch aufgeladenen Wunderbaum möglichst nahe zu kommen. Dann macht sich Verwunderung bemerkbar, Fröhlichkeit bis zu ungläubigem Erstaunen. Sie spüren plötzlich, wie von der Zypresse Wärme in ihre Hände Áiesst.« Mit Reisegefährten, die keinerlei AfÀnität zu spirituellen Themen besassen, führte Fiebag am 15. Oktober 2015 bei 24 Grad Von Chinas Geschichte fasziniert: Peter Fiebag (rechts) – hier im Interview mit einem Team des staatlichen Fernsehens.
Ausgabe 1/2018






