Die Jungfrauen im Paradies sind Trauben und das Kopftuch ist nur ein Gürtel: Nicht nur unsere Bibel wimmelt von Übersetzungsfehlern – sondern auch der Koran. Dies behauptet ein deutscher Forscher nach langjähriger Recherche. Verlegt hat er sein Buch indes unter einem Pseudonym. Schliesslich sind Dissidenten – also Islamisten, die sich vom Glauben abwenden – alles andere als gern gesehen. Liberale Interpreten des Islam müssen gar um ihr Leben fürchten.

von Alfred Hackensberger «Selbst für jene Studenten, die mit einem 40’000-Dollar-Auto zur Uni kommen, ist es ‹cool› während des Ramadans zu fasten», sagt Amal Saad-Ghorayeb, Assistenz-Professorin für Politikwissenschaft an der libanesisch-amerikanischen Universität in Beirut.

Sie schenkt nachdenklich eine Tasse Kaffee ein. Wie etwa der Marxismus in den 60er- und 70er-Jahren, sei der Islam eine Mode geworden. «Nach dem Ende der Sowjetunion, nach dem Niedergang linker Ideen», meint die junge Frau, «gibt er die Möglichkeit einer Neuorientierung für viele junge Menschen, die Antworten auf ihre Fragen nach dem Sinn und Zweck des Lebens suchen.»

Anstatt wie bisher an die revolutionären Interpretationen des «Kommunistischen Manifests» oder des «Kapitals» zu glauben, werde nun der «Koran», der Wegweiser aus aller Ungerechtigkeiten. «Und er hat bekanntlich den Vorteil, dass das Buch keine Konkurrenz hat», erklärt sie lächelnd.

Im Gegensatz etwa zur Bibel, die von Menschen geschrieben wurde, gilt der Koran für alle Moslems als das direkt von Gott stammende Wort, das der Engel Gabriel dem Propheten Mohammed im Laufe von rund 20 Jahren (um 612 bis 632 n. Chr.) in Mekka und Medina überbrachte.

«Dieses Buch ist nicht anzuzweifeln», sagt der Koran über sich selbst. Jede Kritik ist ausgeschlossen, denn gegen das «göttliche Wort» lässt sich schwerlich etwas sagen, ausser man würde die Existenz Gottes selbst anzweifeln.

Zudem erfolgten die «göttlichen Of-Der Koran. Laut der Überlieferung wurde das heilige Wort dem Propheten Mohammed einst vom Engel Gabriel überbracht.

fenbarungen» in «deutlicher arabischer Sprache», was zur «göttlichen Legitimität» noch ein Gefühl des «auserwählten Volkes» mit sich bringt.

«In Zeiten, in denen der Westen die Politik der arabischen Länder komplett zu bestimmen versucht», betont Amal Saad-Ghorayeb, «ist eine Identitätssuche, die sich auf das eigene kulturelle Erbe besinnt, sehr verständlich.»

Kritiker leben gefährlich Nach den weltweiten Terroranschlägen werden besonders aus dem Westen Stimmen laut, die eine Reform des Islams fordern. Aber dafür stehen die Zeichen schlecht in der islamischen Welt. Dissidenten sind alles andere als gern gesehen, liberale Interpreten des Islam müssen um ihr Leben fürchten.

Faruq Foda, ein ägyptischer Gelehrter, wurde auf offener Strasse erschossen. Nasr Hamed Abu Zaid musste Ägypten verlassen, nachdem man ihn von seiner Frau zwangsgeschieden hatte, und Professor Suliman Basheer wurde von seinen Studenten an der Universität von Nablus aus dem zweiten Stock geworfen.

«Professor Basheer wurde von seinen Studenten aus dem Fenster geworfen.»

Er hatte seinen Studenten beherzt erklärt, der Islam würde sich nur langsam entwickeln und noch nicht ganz mit den Aussagen des Propheten Mohammed übereinstimmen.

Als Rechtfertigung all dieser Taten, auch beim Angriff auf den Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus oder der «Fatwa» gegen Slaman Rushdie, dient der Vorwurf der «Verunglimpfung des Korans», also die «Infragestellung des unantastbaren Wortes Gottes». Wer kritisiert, ist ein Apostat, und die Abwendung vom rechten Glauben kann in manchen Ländern mit dem Tode bestraft werden.

Aus der eigenen christlichen Geschichte wissen wir nur zu gut, dass der «rechte Glaube» oft eine sehr willkürliche und auch grausame Angelegenheit sein kann.

Im Falle des Korans ist es nicht anders.

Die Interpretationen unterscheiden sich denn auch von Land zu Land und sind von den dort jeweils herrschenden Machthabern abhängig.

Auch Saddam Hussein versuchte seine säkulare Diktatur religiös abzusichern, und die Taleban in Afghanistan gestalte- Die Kaaba in Mekka. Auf ihrer Pilgerfahrt gehen die Gläubigen siebenmal um das Heiligtum und preisen dabei Allah.

ten das Leben vermeintlich «buchstabengetreu» nach dem Koran.

Beispiele aus der Gegenwart sind Saudi-Arabien oder der Iran. Staaten, die auf sehr konträren Glaubensansichten basieren. Nicht zu vergessen die militanten Gruppen, die aus dem Untergrund eine tödliche Botschaft des Korans verbreiten.

Wer über das heilige Buch des Islam, dem verbürgten Wort Allahs, öffentlich nachdenkt oder forscht, betreibt nicht etwa nur Wissenschaft, sondern stets auch ein Stück Ideologiekritik. Heutzutage ist das ein unkalkulierbares Risiko.

Koran-Pergamente untersucht Moncef Ben Abdeljelil, Professor für Literatur und Humanwissenschaften an der Sousse Universität von Tunis, ist sich der gefährlichen Tragweite seiner Arbeit bewusst. Er arbeitet an einer neuen, textkritischen Ausgabe des Korans.

Mit einem Kollegenteam untersucht er die Koran-Pergamente, die vor 30 Jahren bei der Renovierung der Moschee in Sana (Jemen) gefunden wurden sowie die ältesten existierenden Koranmanuskripte. Dabei stellte er Unterschiede zur offiziellen Version des Korans, wie sie heute existiert, fest.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte sich der tunesische Professor in Beirut anlässlich eines Seminar der Konrad Adenauer Stiftung über «Moderne und Islam im Nahen Osten» noch relativ freimütig geäussert. «In den Koran-Pergamenten von Sana fanden wir eine ganz andere Methode «Wenige Wochen später lehnte der Professor plötzlich jede weitere Erläuterung ab.»

der Übertragung, eine unterschiedliche Art der Auslegung des Korans.»

Man müsse den gesamten rechtlichen Aspekt, der vom Koran abgeleitet wird, neu überdenken. «Insbesondere die Situation der Frau, religiöse Toleranz und das, was man Menschrechte nennt.»

Wenige Monate nach dem Seminar in Beirut lehnte Moncef Ben Abdeljelil plötzlich alle weiteren Erläuterungen ab.

Wahrscheinlich hat er sich an das erinnert, was er in Beirut sagte: «Im Islam heute gibt es fundamentalistische Projekte, die ausnahmslos jede Art von Nachdenken bekämpfen.»

Wesentlich weiter als das Forscherteam aus Tunis wagt sich dagegen Christoph Luxenberg, ein Spezialist für Semitische Sprachen in Deutschland. Sein Buch «Die Syro-Aramäische Leseart des Koran» sorgt seit einigen Jahren weltweit, nicht nur in akademischen Kreisen, für Aufsehen.

Den Sprachwissenschaftler, der sich den Namen «Luxenberg» auf Anraten muslimischer Freunde als Pseudonym zulegte, hatten die so genannten «dunkeln Stellen» des Korans interessiert. Das sind die Textpassagen, deren Sinn kaum oder gar nicht zu entschlüsseln ist und von denen islamische Gelehrte behaupten, dass nur Gott alleine sie verstehen könne.

Alte Passagen in neuem Licht Luxenberg versuchte eine Lektüre mit «Syro-Aramäisch», der Sprache, die über ein Jahrtausend die Kultur- und Schriftsprache im vorderasiatischen Raum gewesen war, bevor sie im 7. Jahrhundert langsam vom Arabischen verdrängt worden war. Und plötzlich ergaben diese dunklen, unverständlichen Passagen einen Sinn.

Als der Prophet Mohammed 632 n.

Chr. starb, gab es einen offiziellen schriftlich fixierten Koran noch nicht. Der dritte Kalif Uthman (644 bis 656) liess als Erster eine verbindliche Ausgabe auf der Basis von Personen, die den Text auswendig gelernt hatten, und teilweise wohl auch nach bereits existierenden Manuskripten erstellen.

Zu dieser Zeit gab es noch keine arabische Grammatik, sie wurde erst 150 Jahre später kodifiziert. Auch die so genannten diakritischen Punkte, die die gleichgeschriebenen Konsonanten im heutigen Arabisch voneinander unterscheiden, waren damals noch nicht üblich.

Für Luxenberg ist deshalb klar, dass beim Versuch, den Koran arabisch zu lesen und niederzuschreiben, logischerweise Lesefehler und Übersetzungsfehler gemacht wurden.

Die Sprache des Korans sei eben eine Mischsprache aus Syro-Aramäisch und Arabisch, deren Verhältnis man, so Luxenberg, etwa mit Deutsch und Niederländisch vergleichen könnte. «Nehmen wir beispielsweise das Wort ‹bellen›, das auf Niederländisch ‹klingeln› bedeutet.

Wenn in Deutschland an der Tür steht ‹Dreimal bellen› wirkt das eher komisch.»

Was sind «Huris»?

Die Übersetzungsfehler im Koran seien so frappant, dass Luxenberg «unzählige Male die Hände über den Kopf zusammengeschlagen» hat. Ein plakatives Beispiel für die Übersetzungsfehler sind die «Huris», die berühmten Jungfrauen, die im Paradies den Selbstmordattentätern, den Märtyrern, versprochen werden. In Wirklichkeit sind es laut Luxenberg «weisse Weintrauben als symbolische Ausstattung des Paradieses».

Aufschlussreiches gibt es auch zum «Kopftuch» zu finden, das der Koran den Frauen angeblich vorschreibt. «In einer Passage in Sure 24, Vers 31 heisst es arabisch gelesen: Sie sollen ihre ‹Chumur› auf ihre Taschen schlagen! Diese unverständliche Passage wurde dann so interpretiert, dass sie sich ihre Kopftücher über ihre Brüste ziehen sollen. Syro-Aramäisch ist es aber so zu verstehen, dass sie sich ihre Gürtel um die Lenden – Taille – schnallen sollen.»

Für Christoph Luxenberg «ist der Koran ein syro-aramäisches liturgisches Buch mit Auszügen aus der Schrift zur Verwendung im christlichen Gottesdienst». Er habe «Aufforderungen zur Teilnahme an der Abendmahlliturgie» und Hinweise auf das Weihnachtsfest gefunden. «Der Koran war von Anfang an nicht als Grundlage einer neuen Religion gedacht. Er setzt vielmehr den Glauben an die Schrift voraus und hat insoweit eine Vermittlerrolle. » Der Koran also nur eine arabische Version der Bibel? Eine ziemlich gewagte These, nicht nur heute, in der Zeit islamischer Militanz. In Pakistan wurde die Ausgabe der Zeitschrift «Newsweek» mit einem Artikel über die «Syro-Aramäische Leseart des Korans» denn auch strikt verboten.

«Hoffnungsvolle Perspektiven» Ansonsten weiss der Autor zu berichten, dass er bei Begegnungen mit Muslimen keinerlei Anfeindungen erfahren habe. «Im Gegenteil», meint Luxenberg, «sie alle zeugten von ihrem Respekt für das Bemühen eines Nichtmoslems um das sachliche Verständnis ihrer Heiligen Schrift.»

Nein, Angst habe er keine, eher wäre es ein stetiges Staunen über die Unzulänglichkeit des Menschen, den Koran richtig zu verstehen. Eine «Fatwa», wie etwa gegen Salman Rushdie, habe er als Nicht-Moslem nicht zu befürchten.

Das Pseudonym, Christoph Luxenberg, habe er sich nur auf Anraten muslimischer Freunde zugelegt, die meinten, dass aufgebrachte Fundamentalisten einer «Fatwa» nicht bedürften, um eventuell auf eigene Faust tätig zu werden.

Der Autor wirkt gelassen und blickt positiv in die Zukunft. «Wenn religiöse Staaten wie Saudi-Arabien oder der Iran gewillt wären, den Koran so zu verstehen, wie er objektiv verstanden sein will, würden sich für die islamischen Völker dadurch hoffnungsvolle Perspektiven eröffnen. » Etwas sehr unrealistisch, würde Amal Saad-Ghorayeb, die Assistenzprofessorin für Politikwissenschaft aus Beirut dazu sagen. Als Hisbollah-Spezialistin und Autorin eines Buches über die Gruppe weiss sie nur zu gut, dass es für einen Moslem nach 1400 Jahren Islam wohl keinen Weg gibt, den Koran, sein heiliges Buch, als christliches Werk anzuerkennen.

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Ein Mann, der vor einer Menge betet.
Ein Plakat mit schwarzem Hintergrund und weißem Text.

Obwohl von der Vogelgrippe immer noch so gut wie keine Gefahr für Menschen ausgeht, schüren Behörden und Politiker rund um den Globus seit Ende 1997 eine regelrechte Massenhysterie. Kritische Anmerkungen gehen im Rummel der täglichen Panikmache völlig unter: Etwa die Frage, ob es Zufall ist, dass die Vogelgrippe in Deutschland ausgerechnet auf der Insel Rügen ausbrach – unmittelbar neben dem Friedrich-Loeffler- Institut (FLI), wo mit derlei Viren experimentiert wird.

von Luc Bürgin Angst ist sein Spezialgebiet. Und so hat der Göttinger Professor Borwin Bandelow denn auch gleich einen passenden Vergleich parat: Die Vogelgrippe werde «wie eine biblische Plage wahrgenommen», analysiert er. «Sie kommt von oben, ist unkontrollierbar, unbeherrschbar und geht um die ganze Welt.»

Besser kann die seit 2005 grassierende Massenhysterie nicht umschrieben werden. Gerade mal etwas über 100 Todesfälle waren bis April 2006 in insgesamt 45 Ländern (!) zu beklagen – gegenüber 20’000 Menschen, die der «normalen» Grippe allein in Deutschland jährlich zum Opfer fallen. Im Gegenzug seien bis zu diesem Zeitpunkt 200 Millionen Vögel getötet worden, meldete der «Spiegel» am 27. April 2006 mit Bezug auf UNO-Daten. Der wirtschaftliche Schaden werde auf 20 Milliarden Dollar beziffert, «während Millionen Bauern in die Armut abgerutscht seien».

Gefährlich werden könnte das Virus sowieso erst, wenn es mutiert und dann im Rahmen einer Pandemie – also einer seuchenartigen Massenerkrankung – allenfalls von Mensch zu Mensch springen würde. Bislang ein reines Fantasieszenario. Dennoch wird es seit bald zehn Jahren regelmässig in «Experten-Statements» heraufbeschworen!

Seit 1997 nichts Neues Tatsächlich datieren die allerersten deutschsprachigen Presseberichte über die Vogelgrippe ab Ende 1997. Und bereits damals enthielten sie fast unisono alle jenen einen ominösen Satz, der sich Virus-Forscher im Labor. Ist es Zufall, dass die Vogelgrippe in Deutschland ausgerechnet auf Rügen derart heftig wütete?

bis heute in fast jeder neuen Vogelgrippe-Meldung wiederfindet: «Noch ist eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht nachgewiesen» («Stuttgarter Zeitung» vom 23. Dezember 1997).

Oder wie es die Schweizer Zeitung «Bund» am 17. Dezember 1997 formulierte: «Nichts deutet darauf hin, dass eine Ansteckung von Mensch zu Mensch stattgefunden hat.» Daran hat sich bis heute nichts geändert!

Wenn uns Behörden derzeit vor allen möglichen Vogelgrippe-Risiken warnen, ist das also reine Panikmache. Das Risiko, von einem Auto überfahren oder gar vom Blitz erschlagen zu werden ist -zigmal grösser! Ansteckend ist in erster Linie die Angst – und nicht das H5N1-Virus. Dennoch werden derzeit weltweit Milliarden in die Entwicklung eines neuen Impfstoffes gebuttert – für eine Krankheit, die bisher kaum jemanden befallen hat.

Speziell in Deutschland grassiert mittlerweile nackte Hysterie. So denkt etwa die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt bereits weiter – nämlich an eine mögliche Zwangsimpfung, wie das «Handelsblatt» am 23. März 2006 meldete: «Ob dies freiwillig oder womöglich verpflich- «Ein Riesengeschäft, das Pharmafirmen viel Geld verspricht.»

tend geschehen soll, könne man erst ‹dann entscheiden, wenn der Impfstoff da ist›, sagte Schmidt.»

Ein Riesengeschäft, das Medizinern und Pharmafirmen viel Geld verspricht. Also überlegt man sich dort parallel dazu, wie man der winzig kleinen Zahl menschlicher Krankheitsfälle sonst noch Herr werden könnte. So wies etwa die Online-Agentur «pressetext.at» am 2. März 2006 auf einen Fachartikel hin, der unlängst in der medizinischen Zeitschrift «Lancet» publiziert wurde: «Mit einer Sterblichkeit von 50 Prozent beim Menschen, der Möglichkeit von Resistenzen gegen antivirale Medikamente, ohne entwickelte Impfstoffe und einer weltweiten Ausbreitung der Vogelgrippe seien neue Denkansätze dringend notwendig, argumentiert ein Team des schwedischen Karolinska Institutet», meldete die Agentur.

Die vorgeschlagene Therapiemöglichkeit schob sie sogleich nach: «Chemotherapie gegen eine Störung des Immunsystems könnte auch bei der Behandlung von Menschen wirksam sein, die mit der durch H5N1 verursachten Form der Vogelgrippe infiziert sind.»

Angst bewusst geschürt Keinen Deut besser verhält sich der Grossteil der Massenmedien. Als etwa am Bodensee die erste an Vogelgrippe verendete Ente entdeckt wurde, kurbelten viele Redaktionen die Panikmache in Sachen «Todesseuche» im Hinblick auf ihre Auflagenzahlen munter an.

Einsatz am Bodensee. Das Bild wurde inszeniert, wie ein Augenzeuge enthüllte.

«Feuerwehrleute desinfizieren die Uferpromenade in Überlingen» lautete etwa die Bildlegende von Fotos, die am 25. Februar 2006 von zahlreichen Zeitungen in Deutschland und der Schweiz abgebildet wurden – und vielen Betrachtern einen gehörigen Schrecken einjagten. Grund: Sie zeigen Spezialisten mit Gasmaske im organgefarbenen Schutzanzug beim Besprühen des lokalen Ufer-Kopfsteinpflasters.

Wie die Bilder tatsächlich zustande kamen, enthüllte ein Augenzeugenbericht, der am 27. Februar 2006 auf der Internet-Seite rf-news.de veröffentlicht wurde: «Ich stand am letzten Freitag auf der Uferpromenade des Bodensees, exakt an der Stelle (Seepromenade vor der Hausnummer 19), an der Feuerwehr und Fernsehteams zusammen kamen, nachdem bekannt geworden war, dass eine hier gefundene tote Ente durch den H5N1-Virus der Vogelgrippe infiziert war.

Ich schwöre es: Die anwesenden Enten waren alle im Wasser und munter. Deshalb wurden am Abend im Fernsehen keine Kadaver gezeigt: Es gab keine! Die angeblich infizierte Tafelente wurde auch schon vor zehn Tagen gefunden. Die Feuerwehr hat in aller Ruhe eine kleine Ecke (keine 30 Meter lang) der Promenade abgeriegelt.

Davor hatten viele Spaziergänger und Touristen, so wie ich, die Zeit gehabt, auf dem vermeintlich verseuchten Boden rumzutrampeln, und die Viren waren schon längst bis nach Holland verteilt.

Ein Riesenzelt wurde errichtet, zwei Feuerwehrleute mit Schutzanzug und Schutzmaske spazierten dann willkürlich «Nach knapp zwei Stunden wurde dann alles wieder abgebaut…»

hier und da sprühend vor den Kameras, während ihre Kollegen und die Fernsehleute ungeschützt umher liefen.

Nach knapp zwei Stunden wurde dann alles wieder abgebaut und eingepackt und weg waren sie. Leider habe ich nur wenige Fotos gemacht, denn mir war nicht klar, was die Medien aus diesem Theater machen würden!»

Seltsame «Zufälle» Doch es kommt noch besser: Untersucht werden alle deutschen Verdachtsfälle im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI).

Das FLI liegt auf der Ostseeinsel Riems – nur gerade ein paar Kilometer von der Insel Rügen entfernt, von wo bislang die mit Abstand meisten Vogelgrippe-Fälle gemeldet wurden. Noch dazu nahm die «Welle» von hier ihren Anfang.

Seltsamerweise führte das FLI mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nach eigenen Angaben unmittelbar vor Ausbruch der Geflügelpest auf Rügen eine Notfallübung durch. An der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler probten vom 31.

Januar bis 02. Februar 2006 rund 30 Fachleute den Ernstfall.

Ist es wirklich ein Zufall, dass die Geflügelpest wenige Wochen später just in unmittelbarer Nachbarschaft des Instituts ausbrach? Ein Blick auf die entsprechenden Instituts-Pressemitteilungen nach Bekanntwerden der ersten Fälle spricht jedenfalls Bände:

Februar 2006.

Die beiden Schwäne, die in der letzten Woche tot auf Rügen gefunden wurden, waren mit dem hoch pathogenem Influenzavirus vom Typ H5N1/Asia infiziert.

  • 16. Februar 2006: Das Referenz-
  • 19. Februar 2006:
  • 21. Februar 2006: Das Friedrich-
  • 21. Februar 2006: Heute untersuchte

Den deutschen Journalisten Gerhard Wisnewski macht das ziemlich misstrauisch. «Im In- und Ausland sind die FLI-Leute gefragte Experten bei der Bekämpfung der Vogelgrippe», stellt er fest.

«Der Witz dabei ist, dass erstens niemand weiss, wie die Vogelgrippe nach Rügen kam und zweitens, dass die Krankheit ausgerechnet in unmittelbarer Nähe jener Labors ausbrach, in denen das Virus schon lange vorhanden ist, nämlich der Labors des FLI. Und drittens, dass die mutmasslich befallenen Vögel just in diese Labors zur Untersuchung transportiert wurden, um das H5N1-Virus zu diagnostizieren.»

Noch klarer formuliert es der deutsche Impfstoffkritiker Hans Tolzin: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), eine Bundesbehörde, experimentiere seit letztem Sommer nur wenige Kilometer von Rügen entfernt mit H5N1-Viren, um einen neuartigen Impfstoff zu entwickeln, gibt er zu bedenken. «Das Institut liegt mitten in einem Naturschutzgebiet. Merkwürdigerweise wird die Möglichkeit eines Entweichens von H5N1-Viren aus den FLI-Labors weder von unseren Politikern noch in den Medien thematisiert.»

Laufenten-Halter beunruhigt Misstrauisch wurde auch Wolfgang Fiedler, Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfszell. Wenige Wochen nach Ausbruch der Seuche auf Rügen, am 1. März 2006, gab er der «Zeit» zu Protokoll: «Ich habe den Eindruck, das Virus schlummert schon an verschiedenen Stellen und bricht unter Bedingungen aus, die wir noch nicht ganz durchschauen.»

Bereits am 21. Februar 2006 war denn auch der Zentralverband europäischer Laufenten-Halter ZEL aktiv geworden. In einem Schreiben an das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gab Präsident Bruno Stubenrauch seiner Besorgnis in Sachen Friedrich-Loeffler-Institut unverholen Ausdruck: «Es ist extrem auffällig, dass diese dokumentierten Fundorte in unmittelbarer Nähe des FLI und davon ausgehend in Nordrichtung mit der dort vorherrschenden leichten Meeresströmung an der Westküste Rügens entlang liegen.»

Auffällig sei weiter, dass es sich laut Lage des FLI: Unmittelbar daneben brach die Geflügelpest aus! (Graphik: ZEL) Thomas Mettenleiter, dem Leiter des FLI, um einen Erreger handelt, der nahe verwandt mit einem in der Mongolei und am Quinghai-See in China entdeckten Virus «Wurde das Virus von den Experten versehentlich freigesetzt?»

ist, also einen sehr weiten Weg hinter sich gebracht haben muss.

Stubenrauch: «Nach eigenen Angaben bewahrt das FLI genau solche Virusisolate aus bestätigten Seuchenfällen auf und hält Referenzvirusstämme vor. Im Sinne eines Worst-Case-Szenarios gehen wir davon aus, dass ein Freisetzen des Virus durch das FLI stattgefunden haben kann. Wir erinnern in diesem Zusammenhang auch an die Historie des FLI: Die Insellage wurde wegen der biologischen Risiken für die Bevölkerung gewählt.»

«Verdächtigungen haltlos» Die Behörde reagierte erwartungsgemäss mit einem dürren Zweizeiler. Tenor: Die Verdächtigungen sei haltlos. Thomas Mettenleiters Kommentar gegenüber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung»: «Mit Verdächtigungen dieser Art muss unser Institut seit seiner Gründung leben.»

Kunststück, denn wie Gerhard Wisnewski zynisch anmerkt, sei das Institut auf Riems deshalb gegründet worden, «weil die wackeren Forscher zuvor ganze Landstriche in der Gegend von Greifswald mit der Maul- und Klauenseuche infiziert hatten».

Und so kam am 11. März 2006 selbst die FAZ zum Schluss: «Auch wenn es ihm widerstrebt, kann Virologe Mettenleiter auf absehbare Zeit Verschwörungstheoretikern und Hobbyfachleuten nicht ganz den Boden entziehen: ‹Möglicherweise lässt sich der genaue Eintragsweg des Virus nach Deutschland nie vollständig nachvollziehen.›» Die eilends ausgesprochenen Tier-Auflagen waren wenig später jedenfalls in vielen Fällen schon wieder aufgehoben – auch in der Schweiz. «Die Wahrscheinlichkeit eines Vogelgrippefalls ist nicht so hoch, wie wir das zu Beginn des Jahres gedacht haben», räumte etwa der Baselbieter Kantonstierarzt Ignaz Bloch am 29. April 2006 gegenüber der «Basler Zeitung» ein.

Weiter sei nun klar, dass das von Zugvögeln ausgehende Risiko weitaus geringer sei als angenommen: «Virusträger und Verbreiter waren vor allem Wasservögel. Enten aus dem Norden oder Osten beispielsweise, die auf ihrer Reise ins Winterquartier das Virus auflasen und an den Boden- und Genfersee brachten.»

Auch die USA profitieren Die heraufbeschworene Gefahr einer weltweiten Pandemie scheint also einmal mehr vom Tisch. Geschürt wurde sie 2005 übrigens nicht zuletzt von George Bush, als er seinen Landsleuten öffentlich Panik einimpfte.

Millionen von Toten könnten alleine in den USA zu beklagen sein, malte der US-Präsident den Teufel an die Wand. Folge: Die Umsätze des Roche-Medikaments Tamiflu erreichen seither immer neue Rekordmarken.

Pikantes Detail: Profiteur der weltweiten Hysterie ist neben Roche auch der US-Konzern Gilead Sciences, der ebenfalls kräftig mitkassiert. Er hatte das «Wundermittel» einst entdeckt und 1996 an Roche lizenziert. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Gilead amtete bis 2001 ausgerechnet US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Und der besitzt seither ein fettes Aktienpolster – dessen Wert seit der Panikmache seines Präsidents unaufhörlich anschwillt…

Ob und wie Tamiflu im Ernstfall tatsächlich wirken könnte, bleibt bis heute umstritten.Also wird weiterhin an der Entwicklung eines neuen Impfstoff gearbeitet, falls das Virus dereinst doch noch mutieren und dann von Mensch zu Mensch springen sollte.

Doch für die Entwicklung eines Impfstoffs braucht man bekanntlich den Erreger, gegen den er wirken soll. In diesem Fall einen, den es noch gar nicht gibt. Warum also nicht einen basteln und der Natur damit etwas nachhelfen?

Selbstverständlich würde der dagegen entwickelte Impfstoff dann zum weltweiten Milliardengeschäft. Insofern lässt sich zumindest nicht ausschliessen, dass gewisse Kreise bei derlei Experimenten durchaus Interesse an einem «Labor-Unfall» haben könnten. Eine einzige Unachtsamkeit, eine undichte Stelle würde genügen und die Katastrophe wäre perfekt.

Haarsträubende Experimente Ein Fantasieszenario? Nicht unbedingt.

Bereits im Frühjahr 2005 nämlich begannen die Amerikaner in der Tat mit derlei haarsträubenden Versuchen, wie die «Washington Times» am 24. März 2005 berichtete.

Konkret versuchten die U.S. Centers for Disease Control and Prevention die Wahrscheinlichkeit zu eruieren, dass das H5N1-Virus tatsächlich eine Ehe mit H3N2 eingeht – dem klassischen menschlichen Grippeerreger. Wie das gehen soll? Indem man die Genstränge der beiden Virus-Stämme innerhalb eines Hochsicherheitslabors künstlich miteinander zu verknüpfen sucht!

Bleibt nur zu hoffen, dass die Amis bei ihren Kreuzungsversuchen im Labor nicht pfuschen – ob wissentlich oder unwissentlich ist völlig egal. Sonst hätten die Weltuntergangspropheten mit ihrem düsteren Pandemie-Szenario am Ende gar doch noch Recht…

Bis dahin bleibt gültig, was die «Stuttgarter Zeitung» bereits am 31. Dezember 1997 (!) vermeldet hatte: «Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor einer Überschätzung der Gefahr der Vogelgrippe gewarnt. Der WHO-Experte David Heymann verwies in Genf auf herkömmliche Formen des Grippe-Virus, die wesentlich mehr Menschen töteten. Allein in den USA sterben nach Angaben von Heymann jedes Jahr 10’000 bis 40’000 vor allem ältere Menschen an Grippe.»

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Zwei Menschen in Gefahranzügen sprühen die Treppe runter.
Eine Landkarte mit dem Namen Rügen darauf.
Ein Plakat mit einem Frauengesicht und den Worten "Aktuell im Fruhling" unten.

Dreht George Bush das Rad der Geschichte einmal mehr zurück? Alles deutet darauf hin, dass der US-Präsident dem Drogenanbau in Südamerika mit einem gefährlichen Killerpilz aus dem Labor begegnen will.

Im März 2006 hat das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, nach dem die US-Regierung zwingend aufgefordert wird, einen Plan für den Einsatz biologischer Waffen zur Drogenbekämpfung in Kolumbien und anderswo vorzulegen.

Nachdem ähnliche Pläne im Jahre 2000 nach einer erfolgreichen Kampagne der Organisation «Sunshine-Project» und internationalen Protesten gestoppt wurden, droht jetzt unter der Bush-Administration endgültig der Einsatz von Killerpilzen gegen Drogenpflanzen – trotz eines eindeutigen Verbotes in der internationalen Biowaffen-Konvention.

Gefahr für die Gesundheit Seit gut einem Jahrzehnt entwickeln die USA pflanzenschädigende Pilze für die Vernichtung von Drogenpflanzen wie Koka oder Schlafmohn. In Kolumbien geplante Freilandversuche wurden vor

gut zwei Jahren nach starken internationalen Protesten zunächst gestoppt, doch die Forschungsprojekte laufen weiter. «Ein Einsatz der Pilze droht das weltweite Biowaffen-Verbot zu unterminieren.»

Ein Einsatz dieser als «Agent Green» bezeichneten Pilze stellt nicht nur eine akute Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dar, sondern droht vor allem, das weltweite Biowaffen-Verbot zu unterminieren.

Begonnen haben die Projekte Ende der 80er-Jahre, als das US-Landwirtschaftsministerium Forscher weltweit auf die Suche nach möglichen Schädlingen von Koka, Cannabis und Schlafmohn schickte. Bei Coca-Cola und in einem Biowaffenlabor wurden sie fündig. «Fusarium oxysporum», ein Pilz, der in kürzester Zeit ganze Kokafelder vernichten kann, wurde auf einer ehemaligen Kokaplantage des Getränkeherstellers auf Hawaii gefunden. Ein effektiver Schädling der opiumproduzierenden Mohnpflanzen war hingegen bereits vom offensiven Biowaffen-Programm der früheren Sowjetunion isoliert und dann in einem Labor in Taschkent im heutigen Usbekistan eingelagert worden, wo er von den amerikanischen Suchtrupps dann entdeckt wurde.

In der Folgezeit wurde der Mohnschädling mit US-Geldern in einem usbekischen Labor weiterentwickelt. Im Sommer 2001 sollten die Arbeiten beendet sein und ein einsatzfertiges Produkt zur Vernichtung der umfangreichen Schlafmohnfelder in der Region zur Verfügung stehen.

Die Koka vernichtenden Pilze wurden parallel in US-Labors getestet. Für das Jahr 2000 standen erste Freilandversuche in Kolumbien an. Nachdem der Plan bekannt wurde, regte sich dort und in anderen Andenstaaten massiver Widerstand.

Kritik aus aller Welt Im Sommer 2000 verboten Ecuador und Peru gesetzlich die Anwendung der Pilze in ihren Ländern, hohe Politiker anderer Anrainerstaaten sprachen sich gegen die «biologische Kriegsführung» aus.

Auch das deutsche und das europäische Parlament machten ihre Ablehnung der Killerpilze deutlich, und selbst innerhalb der USA waren die Pilze nicht willkommen. Der Umweltminister von Florida erteilte Plänen zum Einsatz von Agent Green gegen Cannabis-Felder in Florida eine klare Absage.

Andererseits befand sich die kolumbianische Regierung unter massivem Druck der Amerikaner. Der milliardenschwere «Plan Colombia» wurde an die Versuche mit Agent Green gekoppelt. Erst im August 2000 ruderte die damalige Clinton-Administration zurück und hob diese Verknüpfung wieder auf. Im Januar 2004 zog dann die kolumbianische Regierung nach und verkündete, dass keine Verträge zur Entwicklung von Agent Green mit den USA geschlossen würden.

Katastrophale Folgen Doch in den USA wird dennoch weiterhin an den Pilzen geforscht. Auch andere Schädlinge wie Insekten werden mit Mitteln des Landwirtschaftsministeriums inzwischen daraufhin untersucht, ob sie sich nicht für den Drogenkrieg eignen würden.

Eine Freisetzung dieser Pilze in die südamerikanische Umwelt könnte fatale ökologische Folgen nach sich ziehen. Wie jedes andere Lebewesen auch werden die Anti-Drogen-Pilze nicht mehr zu kontrollieren sein, wenn sie einmal in die Umwelt entlassen worden sind. Als infektiöse Organismen können sie sich schnell auch ausserhalb des Zielgebietes verbreiten und lange Jahre im Boden überleben.

Bereits bei ersten Gewächshausexperimenten haben sich die Pilze als unkontrollierbar erwiesen. Die grösste ökologische Gefahr droht von einer mangelnden Spezifität der Pilze.Wenn nicht nur die Zielpflanzen (Koka, Opium oder Cannabis) befallen werden, sondern auch nahe verwandte Arten, kann das in den fragilen Ökosystemen einen katastrophalen Effekt haben.

Auch die gesundheitlichen Gefahren sind enorm, denn Fusarium gehört zu den häufigsten lebensbedrohlichen Pilzinfektionen. Zwar werden meist nur immungeschwächte Personen von Pilzen infiziert, doch dann kommt oft jede Hilfe zu spät.

Vor allem aber droht bei einem Einsatz von Agent Green die Unterminierung des globalen Biowaffen-Verbotes. Nach dem Geist und Wortlaut der Biowaffen-Konvention sind Entwicklung, Produktion und Einsatz der Killerpilze eindeutig verboten, denn jede feindselige Anwendung biologischer Mittel fällt unter das Verbot.

Gerade im kolumbianischen Bürgerkrieg steht der Waffencharakter der Pilze ausser Frage. Die USA kann sich aber offensichtlich darauf verlassen, dass kein anderes Land der Supermacht offiziell einen Verstoss gegen die Biowaffen-Konvention vorwerfen wird. Jan van Aken■

Ein Plakat mit vielen verschiedenen Worten darauf.

Geht die erste von einer Regierung einberufene Institution zur Untersuchung des UFO-Phänomens auf Italien zurück? Brisante Originaldokumente aus der Faschistenzeit enthüllen: Sichtungen kurioser Flugobjekte versetzten Benito Mussolini in helle Aufregung. Folge: Schon in den 30er-Jahren rief der Duce ein geheimes Sonderforschungs-Kabinett ins Leben: «RS/33». «mysteries» veröffentlicht exklusiv, was in den italienischen Medien derzeit für viel Gesprächstoff sorgt. von Cristina Aldea (in Zusammenarbeit mit Roberto Pinotti)

Am 3. Februar 1996 ging ein frankierter Brief ohne Absender bei der Zeitschrift «UFO Notiziario» des Centro Ufologico Nazionale (CUN) in Florenz ein, unter der damaligen Privatanschrift von CUN-Leiter Dr. Roberto Pinotti.

Im besagten Umschlag lag ein zweites Couvert mit Originaldokumenten – also keine Fotokopien. Auf der Vorderseite des inneren Umschlags prangte der handgeschriebene Schriftzug «Streng vertraulich – zu Händen Seiner Exzellenz Galeazzo Ciano» und auf der Rückseite war als Absender «Reichssenat» zu lesen.

Mit anderen Worten: Offensichtlich handelte es sich um Unterlagen, die einst streng vertraulich an Galeazzo Ciano gesandt worden waren, den damaligen italienischen Aussenminister und Schwiegersohn von Benito Mussolini. Seinerzeit faktisch die Nummer zwei des Reichs.

Der vier Seiten lange, auf Papier des Reichssenats mit Füllfeder verfasste Brief im inneren Umschlag war an einen nicht näher bezeichneten «Valiberghi» gerichtet. Er trägt das Datum 22. August XIV – das vierzehnte Jahr der faschistischen Ära, also 1936. Unterschrieben ist er mit «Andrea».

Ausser diesem Brief befand sich in dem an Dr. Pinotti gesandten Umschlag auch eine Postkarte, wie man sie in der damaligen Zeit üblicherweise verschickte. Sie enthielt auf beiden Seiten mehrere handschriftliche Aufzeichnungen. Dazu kam ein ebenfalls mit dem Wappen des Reichssenats versehener Zettel.

Die erwähnten Dokumente, Postkarte und Zettel, waren acht Tage später datiert Benito Mussolini. Den Papieren zufolge zeigte sich der Duce sehr beunruhigt über die UFO-Sichtungen seiner Landsleute.

– am 30.VIII. XIV. Der Poststempel auf der am 3. Februar 1996 bei CUN eingegangenen Sendung war leider unleserlich, so dass nicht festgestellt werden konnte, wo sie aufgegeben worden war.

«Metallische Scheibe» Der Inhalt der Dokumente war äusserst brisant. Nachfolgend die deutsche Übersetzung des besagten Originalbriefes vom 22. August 1936: «Lieber Valiberghi, ich bestätige, was Du von Valminuti erfahren hast. Obwohl die Präfektur in Venedig aktiv Ermittlungen durchführt, gibt es nichts Klares über die Geschichte des mysteriösen Raumschiffes!

Es wurde am Montagmorgen (und nicht am Abend) gesichtet. Es war eine metallische, glatte, leuchtende, zehn oder zwölf Meter grosse Scheibe. Von der benachbarten Basis sind zwei Jagdflugzeuge aufgestiegen, denen es nicht einmal mit 130 Kilometern pro Stunde gelang, sich ihm zu nähern.

Es gab kein Geräusch von sich, und das lässt vermuten, dass es sich um einen Ballon gehandelt haben könnte. Keiner kennt aber Ballons, die schneller fliegen als der Wind. Ich weiss ganz sicher, dass es auch von anderen Piloten der Luftwaffe gesehen wurde, auch vom besagten Marinelli, der einen Bericht erstellte, welcher in die Hände von Ciano gelangte.

Dann, nach mindestens einer Stunde, als es wahrscheinlich über Mestre hinweggeflogen war, wurde (und das weisst Du noch nicht) eine Art längliches, metallisches Rohr von grauer Farbe gesichtet.

Im Bericht des vertrauten S. X. wird es so dargestellt (Zeichnung unten).

Das, was ich mit A bezeichnet habe, ist eine Art Lufttorpedo mit gut sichtbaren Fenstern.Aus diesen rechteckigen Öffnungen drangen abwechselnd weisse und rote Lichter hervor. Mit B habe ich zwei ‹Hüte› bezeichnet, so wie sie Geistliche tragen: breit, rund, mit einer Kuppel in der Mitte, metallisch. Sie folgten dem Torpedo, ohne ihre entsprechenden Positionen zu ändern.

Diese Geräte stiessen einen weissen dichten Rauch aus. Die Präfektur nahm die Ermittlungen auf, aber Du kannst Dir vorstellen, dass sie damit nicht weit kommt und ein Ergebnis wie bei dem ’31 erzielen wird.

Originalzeichnung der Flugkörper. So waren sie im Dokument abgebildet.

Weitere Dokumente von Mr. X (l. u. r.). Analysen bestätigten ihre Echtheit.

Der Duce drückte seine Besorgnis aus und meinte, wenn es sich um echte Luftfahrzeuge der Engländer oder Franzosen handeln würde, müsste er seine gesamte Aussenpolitik überdenken. Ich weiss sicher, was er Starace und den anderen gesagt hat: ‹Sollten sie über derartige Geräte verfügen, können wir uns täglich auf den Krieg gefasst machen, und das ist schlimmer, ein Krieg auf ihre Art!› Ich kann Dir sagen, dass Gerüchte, die behaupten, dass das Luftschiff explodiert sei, vollkommen unbegründet sind. Ich werde Dir sichere Nachrichten zukommen lassen, sobald ich darüber verfüge. Andrea» Auf der Vorderseite der besagten Postkarte ist Folgendes zu lesen: «Telegramm von Boni. Die Namen der Zeugen des Luftschiffes über Venedig sind nach Guglielmi: Genai – Tolmini – Venanzi – MVSN (Milizia Volontaria Sicurezza Nazionale – Freiwillige Miliz der Nationalen Sicherheit). Zoppani mit der Aufklärung beauftragen. Vertrauliche Anhörung beim Duce um 15.30 am 30. August.»

Der Inhalt des beigefügten Zettels, ebenfalls mit dem Wappen des Reichssenats vom 30.August 1936: «Leider kann ich Dir keine Fotografien liefern. Es wurden mindestens ein Dutzend gemacht, aber sie sind streng vorbehalten für den Duce und für wenige andere, deren Namen ich nicht kenne. Ich weiss nur, dass es sich um Fotografien handelt, die aus dem Flugzeug gemacht wurden, welches das Luftschiff zwischen Lido und Venedig verfolgte. Ich kenne keinen, der sie gesehen hat und zweifle daran, dass das, was Aldini Dir gesagt hat, der Wahrheit entspricht.

Ich wiederhole, dass diese Angelegenheit vom Duce persönlich verfolgt wird. Andrea» Doch damit nicht genug. Am 19. Februar 1996 meldete sich der mysteriöse Absender erneut beim CUN. Etwas mehr als zwei Wochen nach der ersten Sendung, schickte er wieder einen Umschlag, der in Borgo Maggiore in der Republik San Marino aufgegeben war. Dieser enthielt ein bei der Agentur Stefani in Mailand aufgegebenes und mit «Antonelli» unterzeichnetes handgeschriebenes Blitz-Telegramm.

Im Telegramm heisst es: «Absolute Geheimhaltung über das nicht identifizierte Luftschiff wie im vertraulichen Bericht 23/47 anordnen.

Stopp.

Brief folgt. Stopp.»

«Jede Version verneinen» Schliesslich ging am 29. März 1996, also etwa 40 Tage später, ebenfalls auf dem Postweg, ein dritter Brief bei der Redaktion der Zeitschrift «UFO Notiziario» ein – diesmal aus Paris. Die Empfängeranschrift war mit derselben Schreibmaschine geschrieben wie schon die anderen zwei Zuschriften.

Im Couvert befand sich diesmal ein Originalblatt der Abgeordnetenkammer-Pressetribüne mit mehreren handgeschriebenen Aufzeichnungen, Vermerken und Zeichnungen.Auch in diesem Fall war die Angelegenheit die gleiche: das mysteriöse Luftschiff von 1936.

Der Text: «Für Zoppani: 1) Direkt eingreifen. 2) Der Duce – Privatsekretariat 47. Anruf von Ciano. Gesichtet um 15.30 Uhr gemäss M. F. Zeichnungen. Ein dem Saturn ähnliches Objekt.»

Auf der Rückseite: «Die Luftwaffe hat an alle in der Gegend tätigen Piloten einen Fragebogen ausgehändigt. Jede Version verneinen. Das Ereignis ist ausschliesslich auf ein optisches Phänomen zurückzuführen. Der Duce verfolgt das Geschehnis persönlich. Der Alarm wurde über den ganzen Flugraum im Nordosten ausgeweitet.»

Quer: «Zeichnung. Gelboranges Licht mit weissen intensiven Strahlen, regelmässige Blitze, Rauch und Funken. Sind sie bewaffnet? Sind es Freunde? Sind sie schon bei anderen Gelegenheiten gesichtet worden? 573. Carati» In der letzten Augustwoche 2005 erreichte Dr. Roberto Pinottis CUN zudem erneut ein Umschlag aus Paris vom mysteriösen Absender – den die italienischen Forscher mittlerweile als «Mister X» bezeichnen.

Wer ist der ominöse Mr. X?

Wie sich mittlerweile herausstellte, ist «Mister X» offenbar der Verwandte eines Mitglieds des so genannten Kabinetts RS/33, das in den 30er-Jahren von Mussolini ins Leben gerufen wurde, um das Problem unkonventioneller Flugzeuge – heute bezeichnet man sie als UFOs – unter absoluter Geheimhaltung zu verfolgen.

Nach Feststellung von deren Existenz fürchteten sich die Faschisten davor, da man glaubte, dass es sich hierbei um neue revolutionäre Flugzeuge der feindlichen europäischen Mächte, wie Frankreich oder England, handeln könnte. Das Kabinett RS/33 stand unter dem formellen Vorsitz von Guglielmo Marconi.

Anbei die bislang letzte an Dr. Pinotti gesandte Mitteilung von «Mister X»: «Lieber Pinotti. Das faschistische Regime glaubte, dass die so genannten UFOs Spezialflugzeuge französischer oder englischer Produktion seien. Das ist bekannt.

Was man aber bis jetzt nicht wusste, ist Folgendes: In den ersten Monaten des Jahres 1940, nach Ausbruch des Krieges, war Mussolini der Überzeugung, dass die UFOs Geheimwaffen der Nazis sind.

Im Kabinett entstand ein deutlicher Bruch zwischen denen, die aus Untergebenheit oder persönlichem Interesse seine Meinung teilten und vor allem versuchten, Mussolinis Zustimmung zu bestärken und einer kleineren Gruppe, die diese Hypothese verneinte und der Ursprungsidee über französische oder englische, ja sogar amerikanische Maschinen, treu blieb.

Hitler gelang es, Mussolini im Glauben zu lassen, dass die UFOs seine geheimen starken Flugzeuge seien. Das war einer der Gründe, welche den schwankenden Mussolini schliesslich veranlassten, am 10. Juni auf der Seite Deutschlands in den Krieg zu treten.»

Nach Meinung von Mr. X beweist «diese unbekannte tragische geschichtliche Episode noch einmal die furchtbare Beschränktheit Mussolinis, seine unverzeihliche Stumpfsinnigkeit, mit der er ein Liebe Reisegäste, Auch in diesem Jahr will ich Ihnen all das Wunderbare zeigen und nahe bringen, das ich selbst schon erfahren durfte. Sicher wissen Sie selbst am besten, dass es nur halb so viel Spaß macht, wenn man etwas Außergewöhnliches allein erlebt. Lassen Sie es uns also miteinander teilen!

Folgen Sie mir auf den Spuren unserer Vorfahren und uralter Kulturen zu den imposantesten Naturschauspielen, zu den bedeutendsten Schauplätzen der Geschichte, zu den rätselhaftesten Orten der Welt und zu den ungelösten Rätseln und Mysterien unserer Zeit.

Ihr Thomas, der reisende Ritter Thomas Ritter Reiseservice Rundteil 14 OT Possendorf, 01728 Bannewitz Telefon/Fax: 00 49 (0) 35 206 23 399 Internet: www.Thomas-Ritter-Reisen.de Email: ritterreisen@aol.com Land ins Desaster stürzte, wobei er sich auf ein Blendwerk stützte, das sich als monströser Betrug erwies.»

Die Nazis requirierten laut ihm von dem Material RS/33 so viel sie konnten, damit ihr Betrug nicht entdeckt würde. «Gegen Ende des Krieges versuchte Hitler sein Spiel zu wiederholen und führte stundenlange Gespräche mit einem Mussolini, den er auf die Ebene eines Lakaien herabsetzte, welcher mit Geheimwaffen, wunderbaren Raketen und Luftfahrzeugen, das Schicksal des Krieges in zwei Wochen hätte umkrempeln können.»

Sobald es ihm möglich sei, so der mysteriöse Informant gegenüber Pinotti, werde er ihm weiteres interessantes Material zuschicken. «Sie müssen jedoch mit beiden Beinen auf der Erde bleiben und die Berichte und Beiträge entsprechend bewerten. Lesen Sie zwischen den Zeilen. Jetzt wo Sie diese Geschichte kennen, glaube ich, werden viele Einzelheiten, die vorher vernachlässigt wurden, in einem neuen Licht erscheinen. Gute Arbeit. Ich erlaube Ihnen, diesen Brief mit den üblichen Vorsichtsmassnahmen zu veröffentlichen.»

Roberto Pinotti hat über seine Recherchen in dieser Sache in Italien nun ein Buch publiziert – zusammen mit seinem italienischen Forscherkollegen Alfredo Lissoni, der ebenfalls in Kontakt mit Mr.

X steht. Darin enthüllen die beiden zahlreiche weitere Details über die mysteriöse Angelegenheit. So hatte etwa Mr. X auch andere Institutionen und Publikationen mit weiteren Originaldokumenten in dieser Angelegenheit eingedeckt, um seine kontroversen Aussagen zusätzlich zu untermauern.

Bleibt die alles entscheidende Frage: Sind die Dokumente überhaupt authentisch? Ja, wie Alfredo Lissoni betont, der sich darüber mit zahlreichen Historikern «Gerichtsgutachter Garavaglia aus Como bestätigte die Echtheit der Dokumente.»

intensiv unterhalten hat. So entdeckte er bei seinen Recherchen in den Archiven der «Prefettura» von Mailand Aberdutzende von Telegrammen aus den Jahren 1933 bis 1938, welche die Sichtung vollkommen ungewöhnlicher, unidentifizierbarer Flugzeuge betrafen.

Darin sei immer wieder von einem «Netzwerk» die Rede gewesen, das sich mit derlei Reporten beschäftige. Offensichtlich ein weiterer Hinweis auf das ominöse Geheimkabinett RS/33 Mussolinis.

Chemische Analyse Weiter nahm der Chemiker und renommierte italienische Gerichtsgutachter Antonio Garavaglia aus Como 1999 einen grossen Teil der Papiere von Mr. X unter die Lupe, wie Lissoni betont. Dieser Analyse zufolge sind die Dokumente absolut authentisch und lassen sich somit tatsächlich dem Jahr 1936 zuordnen. Leider wurden Teile der Originale durch die Untersuchungen und Analysen notgedrungen in Mitleidenschaft gezogen.

Dazu Roberto Pinotti: «Wir mussten diesen Preis dafür bezahlen, und wenn wir die Ergebnisse betrachten, sind wir sicher, dass es sich gelohnt hat. Durch glückliche Umstände erfuhren wir später, dass die Tageszeitung ‹Il Resto del Carlino› aus Bologna ähnliches Material erhalten hatte. Da es sich aber um eine anonyme Quelle handelte, wurde es nicht beachtet.

Wenn wir nun heute das uns zugeschickte Material veröffentlichen und damit ein jahrelanges Stillschweigen durchbrechen, so geschieht dies, weil wir sowohl auf geschichtlicher Ebene als auch bei Betrachtung der Untersuchungsergebnisse zu wahrhaft historischen Schlussfolgerungen gelangt sind.»

■

Eine Hand, die sich auf eine Zahl richtet.
Ein schwarz-weißes Foto eines Mannes in einer Militäruniform.
Ein Stück Papier mit einem Kreuz darauf.
Ein Blatt Papier mit Schrift darin.
Ein Dokument in Italienisch hat viel geschrieben.
Ein Brief in einer Fremdsprache.
Ein Plakat mit einem Bild eines Mannes Gesicht und den Worten "gli x-Dateien".

Hinweis: Klaus Emmerichs’ erstaunlichen Schnappschuss finden Sie auf Seite 59 abgebildet – in Farbe. Bitte respektieren Sie das entsprechende Reproduktionsverbot. Alle Rechte am Bild liegen beim Fotografen.

Ein deutscher Tourist hat den Beutelwolf in Tasmanien fotografiert – obwohl das Tier seit 1936 als ausgestorben gilt. Eine zoologische Sensation! Weil sie nicht hundertprozentig scharf sind und das Tier nur teilweise erkennbar ist, wurden die beiden Bilder von den lokalen Medien angezweifelt – und der Mann als Fälscher diskreditiert. Zu Unrecht, wie Recherchen von «mysteries« zeigen. Wir dokumentieren exklusiv, was offiziell nicht sein darf.

«Manchmal wünsche ich mir, ich hätte ihn nie zu Gesicht bekommen – immerhin wäre mir der ganze Ärger dann erspart geblieben.» Klaus Emmerichs aus Kamp-Lintfort am Niederrhein ist hin- und her gerissen. Euphorie und Ernüchterung halten sich bei ihm die Waage. Denn der 44-Jährige bekam im fernen Tasmanien zu Gesicht, was es offiziell nicht mehr geben darf. Ereignet hatte sich die aussergewöhnliche Begegnung am 3. Februar 2005. Zusammen mit Partnerin Birgit Jansen hielt sich der Deutsche damals als Tourist im tasmanischen Cradle Mountain-Lake St.

Clair National Park auf. Beim Wasserholen huschte ihm dort um 19.28 Uhr in der Dämmerung ein seltsames Tier vor die Kameralinse.

Die gestreifte Kreatur schnüffelte den Boden ab und hob dann kurz den Kopf. Identische Schnüffelgeräusche unmittelbar in der Nähe liessen auf mindest ein weiteres Tier schliessen. Aufgeregt schoss Emmerichs mit seiner Ricoh-Digitalkamera zwei Fotos, ehe die Kreatur im Gebüsch verschwand.

Anfänglich waren sich weder der Deutsche noch seine Partnerin so recht klar, was ihm da unter die Augen gekommen war.

Eindeutig ein «Thylacine» Erst Emmerichs’ in Australien lebender Bruder machte dem Paar nach Studium der Fotos klar, dass es sich beim Tier auf den beiden Fotos nur um einen «Thylacine», also um einen Beutelwolf handeln konnte.

Eine handfeste zoologische Sensation!

Immerhin gilt der so genannte «Tasmanische Tiger» seit rund 70 Jahren offiziell als ausgestorben. 1930 war das letzte frei lebende Tier seiner Art im nordwestlichen Teil des Landes abgeschossen worden.

Das allerletzte Exemplar verstarb 1936 in einem Zoo.

Interessanterweise gehen bis heute immer wieder Berichte von Augenzeugen ein, die den «Tiger» dennoch gesehen haben. Fotografische Beweise dafür konnte bislang aber niemand vorlegen. «Dass ich der Erste bin, dem nun entsprechende Farbbilder gelangen, machte mich anfänglich schon etwas euphorisch», räumt Emmerichs ein.

«Allerdings mussten wir bereits wenige Tage später wieder zurück nach Deutschland.Also gab ich meinem Bruder in Australien die Erlaubnis, mit den dortigen Medien über eine Publikation zu verhandeln.»

Wie es schien, mit Erfolg: Emmerichs’ Bruder vermittelte die Fotos exklusiv an die Melbourner Zeitung «The Age». Diese verpflichtete sich vertraglich, die Bilder gegen Honorar zu veröffentlichen – falls ihre Echtheitsanalyse positiv ausfallen würde.

Doch die erwartete Bildpublikation unterblieb. Stattdessen meldeten Experten nach Studium der Bilder plötzlich Zweifel an. In der Tat sei darauf ein Beutelwolf zu sehen, räumte man zurückhaltend ein.

Allerdings schienen vielen die Aufnahmen ob ihrer Unschärfe «nicht zwingend authentisch».

Fotochef Mike Bowers vom «Sydney Morning Herald» ging gar so weit, eigene Bilder zu fälschen – um Emmerichs’ Fotos öffentlich zu diskreditieren. Resultat: Andere griffen Bowers’ Montage auf und gaben sie fälschlicherweise als Emmerichs’ Original aus. Die Verwirrung war perfekt.

Rückkehr nach Tasmanien Um die Authentizität ihrer Bilder zu beweisen, reisten die beiden Deutschen im Januar 2006 erneut nach Tasmanien – in der Hoffnung, das Tier dort noch einmal zu erspähen und zu filmen.

Leider vergeblich, wie sie enttäuscht feststellen mussten. Dafür stellten sie ihre Fotos gegen Honorar nun exklusiv der Zeitung «Mercury/Sunday Tasmanian» zur Verfügung.

Einer positiven Berichterstattung wäre also erneut nichts im Weg gestanden – wäre der Artikel des zuständigen Journalisten nicht kurz vor Druckbeginn von dessen Chef umgeschrieben und mit kritischen, teilweise gar falschen Informationen versehen worden.

Als «Advocatus diaboli» musste in der «überarbeiteten» Fassung Leigh Winburn herhalten, Cheffotograf der Zeitung.Auch «Emmerichs verstand die Welt nicht mehr, als er den Artikel zu Gesicht bekam.»

ihn machte laut Zeitungsbericht vom 16.

April 2006 vor allem die Unschärfe der Bilder misstrauisch. Immerhin seien diese mit einer digitalen Autofocus-Kamera geknipst worden. Weiter würden die Fotos einer authentischen Beutelwolf-Aufnahme aus den 30er-Jahren ähneln – könnten also möglicherweise abfotografiert worden sein.

Emmerichs verstand die Welt nicht mehr, als er den Artikel zu Gesicht bekam. Mit Recht hält er dagegen, seine Fotos im «Nachtaufnahme»-Modus ohne Blitz geknipst zu haben. Erst später habe er bemerkt, dass auch andere Bilder, die er auf diese Art machte, unscharf ausfielen. Detaillierte Vergleiche mit dem erwähnten Foto aus den 30er-Jahren offenbaren zudem deutliche Unterschiede: «Meine Bilder können also gar nicht abfotografiert worden sein!»

Und zu guter Letzt verweist der Deutsche zu seiner Verteidigung auch noch darauf hin, dass die Fotos nach wie vor auf dem kamerainternen Chip seines Fotoapparats gespeichert sind – also nicht auf der zusätzlichen mobilen Speicherkarte – was eine spätere Manipulation am Computer ausschliesst.

«Klaus war sichtlich frustriert…»

Bereits am 6. Februar 2006 hatte sich Emmerichs vor Ort zudem mit Col Bailey getroffen, einem renommierten tasmanischen Beutelwolf-Spezialisten und Buchautor («Tiger Tales»).

«Klaus war sichtlich frustriert und aufgebracht, dass ihm niemand seine Story glauben wollte», erinnert sich Bailey, nachdem ihn dieser als einzigen an die Klaus Emmerichs und Birgit Jansen. Das Paar lebt in Kamp-Lintfort.

Stichwort: Beutelwolf Stelle geführt hatte, wo er das Tier fotografiert hatte.

Dann zückte Emmerichs seine Ricoh-Kamera, klickte sich durch deren Speicher und zeigte ihm die Fotos. Der Beutelwolf-Forscher war beeindruckt. «Ich traue diesem Mann hundertprozentig!» versichert er gegenüber «mysteries». Umso mehr, als Recherchen einer Journalistenkollegin später ergaben, dass besagte Kamera von Herstellerseite tatsächlich mit einem Schreibschutz versehen ist.

Konkret: Von ihrem Memory-Chip lassen sich Bilder nur auf einen Computer «downloaden» – nicht aber «uploaden».

Die beiden Fotos konnten somit also gar nicht digital gefälscht und nachträglich in den Kameraspeicher geladen worden sein, wie misstrauische Gemüter spekuliert hatten.

Dennoch weigern sich australische und tasmanische Medien bis heute, Emmerichs’ Fotos ernst zu nehmen – und ihn damit zu rehabilitieren.

Bleibt die Frage, was der Mann überhaupt für ein Interesse daran haben sollte, seit mittlerweile über ein Jahr an «möglichen Fälschungen» festzuhalten, wie ihm vorgeworfen wird. Schliesslich trugen ihm seine beiden Schnappschüsse bislang nur Ungemach, Medienschelte und erhebliche Kosten ein. «Es ist schon verrückt, als Lügner abgestempelt zu werden, wenn man es selber besser weiss», sinniert der 44-Jährige.

In technischen Dingen sei er nämlich ein absoluter Laie.

«Glücklicherweise liegt mir mittlerweile ein Gutachten des Kameraherstellers Ricoh vor. Darin wird ebenfalls bestätigt, dass es keine technische Möglichkeit gibt, externe Fotos vom Computer auf den kamerainternen Speicherchip zu laden», erklärt er.

«Ebenso wird darin festgestellt, dass die Kamera im ‹Nachtmodus› zweimal misst, einmal nah und einmal weit, und dann den Mittelwert rechnet, weswegen solche Fotos zwangsläufig gleichmässig grobkörnig und damit leicht verschwommen ausfallen.»

Warum hagelt es Kritik?

Warum also dieses übertriebene Misstrauen seitens Behörden und Medien in Tasmanien? Warum diskreditiert man die Bilder dort fast überall – teilweise ohne sie überhaupt je im Original zu Gesicht bekommen zu haben?

«Die sollten doch eigentlich ihre helle Freude daran haben», wundert sich auch Emmerichs und mutmasst: «Vielleicht liegt es daran, dass die tasmanische Regierung milliardenschwere Rodungsaufträge für die nächsten Jahre vergeben hat…»

Eine Spekulation, die durchaus plausibel scheint. Sollte sich nämlich herausstellen, dass tatsächlich noch mehr Beutelwölfe durch Tasmaniens Wälder streifen, könnte das den Verantwortlichen einen dicken Strich durch die Rechnung machen.

Weltweite Proteste von Tierschützern und Umweltorganisation wären absehbar. Wer kann schon guten Gewissens den Lebensraum eines einzigartigen Tieres zerstören lassen, das offiziell als ausgestorben gilt – aber dennoch existiert?

In der Hoffnung, das Interesse der deutschen Presse zu wecken, hat Klaus Emmerichs «mysteries» nun gegen ein faires Entgelt erlaubt, seine Bilder exklusiv in dieser Ausgabe zu veröffentlichen (siehe hintere Coverinnenseite).

Die Redaktion appelliert an internationale Naturschutz-Organisationen und Behörden, in dieser Angelegenheit endlich tätig zu werden – und eine wohl einmalige Chance zu nutzen, welche uns die Natur so gut wie nie bietet: Ein prächtiges Tier zu retten, mit dessen Ausrottung wir uns fälschlicherweise längst abgefunden hatten.

Luc Bürgin ■

Ein paar Männer sitzen nebeneinander.
Ein Mann und eine Frau posen für ein Foto.

Eine neue Wanderausstellung in der Schweiz beleuchtet den genialen Erfinder Nicolas Tesla, um den sich viele Legenden ranken. Zu seinen «Fans» zählt auch Schriftsteller Peter Handke, wie dieser kürzlich verriet.

Den einen gilt er als Guru, den anderen als verkanntes Genie. Tatsache ist: Elektroingenieur Nicolas Tesla (1856 bis 1943) war einer der kongenialsten Erfinder des letzten Jahrhunderts, dem wir unter anderem die Nutzbarmachung des Wechselstroms oder den ersten Radiosender verdanken.

Teslas Experimentierfreudigkeit kannte keine Grenzen. Manche munkeln denn auch, dass er in seinen späten Lebensjahren womöglich gar eine für jedermann kostenlos nutzbare Energieform entdeckt haben könnte.

Zu den «Tesla-Fans» zählt auch der bekannte österreichische Schriftsteller Peter Handke, wie jetzt bekannt wurde. In einer Postkarte an Peter Stojanovic, Gründer der Tesla-Society Schweiz, erinnert er sich an den Jarmusch-Film «Coffee and Zigarettes» – «eine Serie von Kurzfilmen, in denen immer wieder, sehr ernsthaft, von Tesla wie von einem Heiligen der Radiowellen etc.

erzählt worden ist – ein Denkmal, wie man es sich nur wünschen kann.»

Um das hoch verschuldet verstorbene Genie der Öffentlichkeit noch näher zu bringen, hat die Tesla-Society mittlerweile eine Wanderausstellung konzipiert, die am 28. Februar 2006 an der ETH Zürich Premiere feierte. In den kommenden Monaten ist sie in verschiedenen Migros-Märkten der Ostschweiz zu sehen. Die nächsten Ausstellungsdaten: MM Herblingen: 21. 8. – 2. 9. 2006, MM Wetzikon: 4. – 16. 9. 2006, MM Hubzelg Romanshorn: 18. – 30. 10. 2006, MM Passage Frauenfeld: 30. 10. – 11. 11. 2006, MM Rosenberg Winterthur: 13. – 25. Nov. 2006.

red. ■

Ein Mann, der einen Spiegel vor seinem Gesicht hält.
X-Ray der Hand

Spuren paranormaler oder religiös verehrter Hand- und Fussabdrücke finden sich überall auf der Welt. Der Schweizer Spuk-Experte Andreas Trottmann nahm viele von ihnen vor Ort unter die Lupe – auch in Schottland, wo er Seltsames entdeckte. Hier sein Bericht.

«Einem Fussabdruck in Erde, Asche, Sand, etc. wird weit verbreitet zugeschrieben, dass dieser einen Körperteil darstellt, mit welchem magische Kräfte auf eine Person ausgeübt werden können.»

So steht es im «Standard Dictionary of Folklore, Mythology and Legend» geschrieben.

Manifestationen von Hand- und Fussabdrücken, die oft einen Bezug zu Religion und Spiritismus aufweisen? Wer durch buddhistische Länder reist, trifft dort tatsächlich das Symbol von Buddhas Fussabdruck häufig in Klöstern oder an heiligen Stätten an, wo es von Gläubigen hoch verehrt wird.

Manche dieser Abdrücke werden von ihnen eindeutig als religiöses Symbol anerkannt. Sprich: Sie wurden von Menschen mit religiösen Absichten angefertigt. Andere hingegen werden als echte Zeugnisse Buddhas verehrt – also als «Wundermanifestation».

Aber auch in anderen Kulturen wurden in der Vergangenheit immer wieder Fussund Handabdrücke in Stein wiedergegeben. Einige zeigen nur vage Umrisse, andere hingegen sind anatomisch korrekte Wiedergaben menschlicher Hände oder Füsse. Verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf die ausgezeichnete Studie «Footprints in Stone» von Janet Bord, zu

«Menschliche Fussspuren im Erdreich, die nicht verschwinden wollen…»

welcher ich umfangreiches Daten- und Fotomaterial aus meiner Sammlung beisteuern durfte.

Den merkwürdigsten Fall, den ich über Jahre aktiv verfolgt habe, betrifft ein Paar menschlicher Fussabdrücke, welche sich auf einer kleinen Waldlichtung beim Weiler Torgyle im Glen Moriston (Schottland) befinden. Gemäss der lokalen Legende soll der evangelische Pfarrer Finlay Munro dort 1827 während seiner Predigt von römisch-katholischen Jugendlichen in seinen Glaubensbekenntnissen verhöhnt worden sein. Er habe darauf verkündet, dass zum Beweis der Richtigkeit seiner religiösen Aussagen, an jener Stelle bis zum jüngsten Gericht ein Zeugnis erscheinen werde.

Augenschein vor Ort Erstaunlicherweise sind in besagter Waldlichtung seit rund 180 Jahren tatsächlich zwei Fussabdrücke im Erdreich sichtbar. Ich selber besuche diesen Ort seit 1985 fast jährlich.

Leider musste ich 1992 feststellen, dass die Fussabdrücke von Unbekannten zerstört beziehungsweise aus dem Erdreich «ausgehoben» worden sind. Mein diesbezüglicher Artikel in der Lokalzeitung «Inverness Courier» vom 20. November 1992 weckte einige Emotionen bei den Einheimischen.

Gemäss alten Quellen sei die Zerstörung der Fussabdrücke bereits mehrmals vorgekommen, doch nach einiger Zeit seien sie immer wieder an der gleichen Stelle erschienen. Zu meinem Erstaunen trifft dies tatsächlich zu. So konnte ich vor Ort selber feststellen, wie die Fussabdrücke seit einigen Jahren eindeutig wieder erkennbar werden (siehe Fotos rechts).

Ähnlich Kurioses findet sich auch in Italien. In der eher unprätentiösen Kirche «Sacro Cuore in Prati» an den Ufern des Tibers in Rom befindet sich das «Piccolo Museo del Purgatorio» – das «kleine Museum des Fegefeuers». Obwohl nur aus einigen Vitrinen bestehend, beherbergt die Ausstellung einige der faszinierendsten Beweise von Manifestationen im Bereich des Spiritismus.

Es handelt sich dabei um eingebrannte Hand- oder Fingerabdrücke, welche durch Verstorbene – oder treffender: «Zurückgekehrte» – auf Kleidungsstücken oder in religiösen Schriften als Zeichen der Wahrhaftigkeit der Erscheinung hinterlassen wurden.

Da ist etwa das Gebetbuch eines Herrn Georg Schitz (Salbe, Deutschland), in dem sein verstorbener Bruder Josef Schitz während einer Erscheinung am 21. Dezember 1838 die Abdrücke der Fingerbeeren seiner rechten Hand hinterliess. Der Verstorbene bat um Gebete für seine Seelenruhe und um Wiedergutmachung seiner Gleichgültigkeit im religiösen Leben.

Spuk oder Fälschung?

Ein weiteres Beispiel aus der Museumssammlung: Auf einem kleinen Holztischchen der Äbtissin Isabella Fornari vom Klarissenkloster von Todi (Italien) hinterliess am 1. November 1731 die Erscheinung des verstorbenen Paters Panzini Olivetauer, Abt in Manuta, den Abdruck seiner linken Hand sowie eines Kreuzes (grosses Foto links oben). Ebenfalls je einen Handabdruck brannte die Erscheinung auf der Kutte und dem Leinenhemd der Äbtissin ein.

Proportionen und die rudimentäre Darstellung dieses Handabdrucks lassen allerdings Zweifel am «Wunder» aufkommen. Im Gegensatz dazu werden beispielsweise im Augustinerkloster von Fuchsmühl (Bayern) oder im Convento di Terziaria Francescana in Foligno (Italien) eingebrannte Handabdrücke aufbewahrt, welche sehr wohl die feingliedrigen Proportionen einer menschlichen Hand korrekt aufzeigen.

Die Entstehungsgeschichte des Handabdrucks des Augustinerklosters von Fuchsmühl steht für die grundsätzliche Similarität der meisten Fälle: In der Nacht Fussabdrücke des Predigers Finlay Munro. Dieses Bild entstand 1985.

Dieselbe Stelle 1992. Unbekannte hatten das Erdreich offensichtlich ausgehoben.

November 2002. Der rechte Abdruck wird allmählich wieder sichtbar.

Paranormale Spuren im Gebetbuch. Abdrücke der Fingerbeeren von Josef Schitz.

des 3. April 1736 erschien der Bäuerin Anna Peimbl aus Münchenreuth zum ersten Mal ein Geist. In der folgenden Nacht nahm sie ihren Mut zusammen und fragte die Erscheinung nach deren Begehren.

Der weibliche Geist erklärte ihr, dass sie ihre Schwiegermutter sei und seit 34 Jahren im Fegfeuer leiden müsse, weil sie zu Lebzeiten öfter an den Wochenenden gearbeitet habe.

Aus diesem Grund habe sie versprochen, in der Kirche von Fuchsmühl eine Messe lesen zu lassen, aber dieses Versprechen nie eingelöst. Der Geist bat nun Anna Peimbl, eine Messe für sie lesen zu lassen, damit sie aus dem Fegefeuer erlöst werden könne.

Um dem Wunsch der Erscheinung nachzukommen, pilgerten Anna Peimbl, ihr Mann und noch zwei Begleiter zum Augustinerkloster nach Fuchsmühl. In der Nacht vor der Messe erschien der Geist erneut der Bäuerin und bat, die drei Begleiter als Zeugen ins Zimmer zu holen.

Der Geist verlangte nach einem Leinentuch und legte eine seiner Hände darauf.

Alle Anwesenden konnten beobachten, wie das Leinentuch versengt wurde und der Handabdruck des Geistes darauf eingebrannt war.

Die Analyse dieser und weiterer Fälle zeigt auf, dass alle Ereignisse einen starken religiösen Bezug aufweisen und sich im Raume Belgien, Deutschland – hier sind diese Phänomen als «Armenseelentüchlein» bekannt – und Italien abspielten. Ausserdem weisen sie den ungefähr gleichen Ablauf auf und haben jeweils «Wurde dem Wunder mit Hilfe der Physik nachgeholfen?»

einen starken Einfluss auf den religiösen Glauben der betroffenen Personen.

Im Gegensatz zu schlagkräftigeren Beweisen für die Existenz paranormaler Phänomene wie etwa der erwähnte schottische Munro-Fall, scheint der religiöse Aspekt hier zu betont. Wurde die so sehr benötigte Beweiskraft der religiösen Allmacht womöglich mit «unlauteren» Hilfsmitteln unterstützt? Physikalisch gesehen wäre es jedenfalls durchaus möglich, solche Hand- oder Fingerabdrücke auch mit stark erhitzten Eisenformen in Bücher zu brennen. Ein entsprechendes Experiment wurde vom Sachbuchautor Joe Nickell erfolgreich durchgeführt.

Das verschwundene Tuch Und dann ist da schliesslich noch der Fall Einsiedeln, wie er in der Chronik «800 Jahre Pflochsbach und Sendelbach» vom Pfarramt Lohr/Sendelbach (Deutschland) vermerkt ist: «Zu Einsiedeln in der Schweiz fühlte Pfarrer Kaspar Röslein sich so erschöpft und krank, dass er nicht mehr weiter konnte. Die dortigen Benediktiner erliessen ihm daraufhin sein Gelübde und erlaubten, die drei hl. Messen in der dortigen Wallfahrtskirche lesen zu lassen.

Die Klostergeistlichen gaben ihm ein Leinentüchlein, das er während der letzten hl. Messe auf flacher Hand halten sollte. Bei der letzten Messe unter der heiligen Wandlung drückte sich eine Hand in das Tüchlein ein. Dies betrachtete Kaspar Röslein als ein Zeichen von seinem in der Fremde verstorbenen Bruder.»

Auf eine entsprechende Anfrage ans Kloster Einsiedeln reagierte der dortige Pater Salzgeber sehr interessiert – verneinte aber die Existenz des oben geschilderten Handabdrucks. Und im Zuge einer weiteren Anfrage zu diesem Phänomen beschied die Obrigkeit: «Entscheidend ist: Wir Christen glauben an die heilige Gemeinschaft in Christus.» Glauben benötigt Wunder – auch in diesen Fällen?

Andreas Trottmann ■

Ein schwarz-weißes Foto von Felsen und Gras.
Ein Paar Schuhe, die auf einem gras bedeckten Boden sitzen.
Ein schwarz-weißes Bild von einem Stück Holz.
Ein schwarz-weißes Foto eines eingerahmten Dokuments.
Ein Mann in einem schwarzen Hemd macht ein Gesicht.

Wenn es um Medikamententests geht, kennt die Pharma-Lobby keine Scham: Skrupellos nutzt sie den aktuellen Medienrummel aus und wirbt via Mail und saftigen Honoraren um menschliche «Versuchskaninchen».

Gerade mal paar Monate ist es her, seit in London sechs Freiwillige beinahe an den Folgen eines bezahlten Medikamententests ums Leben kamen. Vier davon erhielten von der involvierten deutschen Pharmafirma TeGenero mittlerweile die lächerliche Summe von je 10’000 Pfund als «Wiedergutmachung» zugesprochen.

Traurig, aber wahr: Der ob des Vorfalls entstandene Medienrummel scheint den Verantwortlichen mehr zu dienen als zu schaden. Schamlos nutzen Pharmafirmen die Gunst der Stunde, um Werbeaktionen in eigener Sache zu starten. Einige gehen derzeit gar soweit, E-Mail-Adressen ziellos mit entsprechender Werbung vollspamen zu lassen.

Als Absender der Aktion zeichnet eine Firma MKAV aus Fulda, «die von mehreren Instituten beauftragt wurde, Testpersonen für Medikamente und Medizinprodukte zu suchen». Rekrutiert würden mehrere Hundert Probanden für diverse Testreihen, heisst es in ihrem Werbeschreiben.

Doch schon die Mail-Anrede liest sich mehr als nur zynisch: «Sehr geehrte Damen und Herren, sicher haben Sie schon einmal von Medikamententests gehört.

Die Pharma-Industrie sucht derzeit dringend Probanden für die Tests von Arzneien und medizinischen Produkten.»

4000 Euro als Lockmittel Gelockt werden die Probanden, mit saftigen Honorar-Versprechungen.

Zitat: «Diese Tests werden grosszügig entlohnt.

So sind bei einem einwöchigen Test bis zu 4000 EUR zu verdienen. Die Untersuchungen sind weitgehend ungefährlich; meist handelt es sich um Tests, die an einer grossen Anzahl an Personen gleichzeitig durchgeführt werden.»

«Weitgehend» ungefährlich?! Doch es kommt noch schlimmer. Wörtlich schreibt die Firma: «Achtung:Auch, wenn Sie akut oder chronisch krank sind, können Sie sich bewerben. Bei einigen Tests ist eine Krankheit sogar Voraussetzung.»

Wer sich auf der dazugehörigen Homepage näher über die Angebote informiert, kann nur den Kopf schütteln. Selbst «Spiegel Online» ist dort mit einem Artikellink aufgeführt, um potenziellen Kandidaten die letzten Zweifel an der Seriosität der Selbstversuche zu nehmen. Werbetext: «Lesen Sie einen Artikel über Medikamententester, in dem der ungefähre Testablauf beschrieben wird.»

Schamloser gehts wohl kaum. Wir verzichten an dieser Stelle, die Homepage besagter Firma zu nennen – um ihre plumpe Werbeaktion damit nicht noch zu unterstützen.

red. ■

Ein Glas Flüssigkeit mit Blasen darin.
Ein helles Licht scheint hell in einem dunklen Raum.
Eine Dollar-Banknote mit einem Auge in der Mitte einer Pyramide.
Ein Mann schaut auf ein Paar Sandale.
Ein Buchcover mit dem Titel "Copperfields Tricks" von David Copperfield.

Das neue Buch von Pinotti und Lissoni.

Exklusive Studien-, Bildungs- und Forschungsreisen 2006 (Irrtümer und Änderungen vorbehalten) NEU!!!! – Kambodscha – Die Geheimnisse der Khmer Adventsreise nach Kambodscha mit Besuch der Tempel von Angkor, Rundreise vom 16.12. – 23.12.2006, Flüge, Hotel mit Ü/F, Transfers, Ausflüge, Eintrittsgelder ab 1.690,00 EUR Die Bibliotheken des Schicksals Studienreise zu den Palmblattbibliotheken und anderen rätselhaften Orten in Indien vom 29.07.06 – 06.08.06, 26.08.06 – 03.09.06, 26.11.06 – 03.12.06, schriftliche Infos, Hotel Ü/F, Dolmetscher, alle Transfers, Bus mit Chauffeur, ab 1.390,00 EUR, (inklusive Flug ab 2.490,00 EUR Sri Lanka – Perle des Indischen Ozeans Studienreise durch Sri Lanka mit Besuch des Höhlenklosters von Dambulla, der alten Hauptstadt Anuradhapura, der »Löwenfestung« Sigeriya und der Residenzstadt Kandy; Flug, Hotel Ü/HP, Transfers, Ausflüge, 02.12. – 10.12.2006, ab 1.980,00 EUR Libanon – vergessenes Paradies der Götter Studienreise auf den Spuren antiker Kulturen durch den Libanon; Flüge, Hotel Ü/F, Ausflüge, Besichtigungen laut Programm, Eintrittsgelder, 03.11.2006 – 11.11.2006, ab 1.490,00 EUR Rätsel in den Pyrenäen Reise nach Rennes-le-Château in Südfrankreich auf den Spuren der Templer und eines geheimnisvollen Schatzes vom 07.10. – 14.10.2006, Hotel Ü/HP, Ausflüge nach Rennes-le-Château, Arques, Carcassonne, zum Pic de Bugarach und zu den Templerburgen, 1.690,00 EUR

Ein schwarz-weißes Foto einer Bergkette.
Ein Mann in Anzug und Krawatte lächelt.