Wussten Sie, dass im Sklaven-Epos «Gladiator» ein Mann in Jeans durchs Bild stolpert – und das erst noch in Grossaufnahme?
Immer wieder leisten sich die Dirigenten der Leinwand in ihren Kassenschlagern drollige Fehltritte: Wer dem Monsteraffen King Kong genau auf den Bauch schielt, entdeckt dort die Naht, die sein Kostüm zusammenhält.
Wenn Captain Kirk in «Star Trek – Der Film» ins All schwebt, rutscht die gesamte Bühnenkonstruktion ins Bild – samt Gestänge, Treppen und Scheinwerfern. Und im ersten «Star Wars»-Spektakel donnert ein Statist versehentlich in die Kulissen, noch dazu mit voller Wucht.
Noch immer röntgen Ärzte oft vorschnell und setzen ihre Patienten damit unnötigen Strahlungsrisiken aus. Dass es auch anders geht – zumindest bei Fussknöchelverletzungen – beweist nun ein Schweizer Arzt.
«90 Prozent aller Sprunggelenksbrüche müssten nicht geröngt werden. Sie könnten mit wenigen Handgriffen diagnostiziert werden.» Zu diesem Schluss kommt Stefan Eggli von der Abteilung für Orthopädische Chirurgie am Schweizer Inselspital in Bern.
«Bernese Ankle Rules» heisst das neue Untersuchungssystem, das er mit Medizinerkollegen entwickelte und nun im «Journal of Trauma» publizierte.
Der Clou: Bereits drei geübte Handgriffe genügen, um herauszufinden ob ein Fussknochen gebrochen ist oder nicht. Und das, ohne dass auf die Knochen Druck ausgeübt werden muss. Neben den Röntgenkosten können den Patienten dank Egglis Methode auch unnötige Strahlungsrisiken erspart werden. Ob seine röntgenfreudigen Mediziner-Kollegen nun umdenken?
Selbst Päpste sind vor Spitzeln nicht sicher. Dies offenbart ein minutiös recherchiertes neues Buch zwei deutscher Journalisten über Spionage im Vatikan. Selbst Joseph Ratzinger geriet bereits ins Visier der Schlapphütte.
Spätestens nach dem Attentat auf Johannes Paul II. im Mai 1981 war klar: Auch der Papst ist vor Mordanschlägen nicht mehr sicher. Warum gerade der Papst? Was macht ihn so gefährlich?
Nach dem Fall der Mauer wurden die Geheimarchive geöffnet.
Jetzt kommt nach und nach die ganze Tragweite der dramatischen Spionageaktivitäten in und um den Vatikan ans Tageslicht. ZDF-Mitarbeiter Werner Kaltefleiter und Hanspeter Oschwald, Journalist in Rom, korrespondierten mit den Mächtigen von einst, sichteten Archive und führten Interviews. Dieser Tage ist nun ihr Buch «Spionage im Vatikan – Die Päpste im Visier der Geheimdienste» (Pattloch Verlag) erschienen. Ihre Erkenntnis: Agenten wurden und werden mit Vorliebe in unmittelbarer Nähe des Papstes platziert. Denn das Oberhaupt der Katholischen Kirche gilt als der bestinformierte Mann der Welt.
25 Akteneinträge Was die Autoren herausfanden, liest sich streckenweise wie ein Thriller. Interessantes Detail: Auswertung von Stasi- und Geheimdienstmaterial zeigen, dass auch Joseph Ratzinger bereits lange vor seiner Wahl zum Papst intensiv bespitzelt wurde. 25 Einträge über ihn fänden sich alleine in ostdeutschen Geheimakten.
Bis heute ungeklärt blieben das Attentat auf Johannes Paul II. und mindestens drei mysteriöse Todesfälle: Zwei Päpste und ein Kommandant der Schweizergarde starben unter bislang ungeklärten Umständen.
Sie ist neben Ötzi und Tutenchamun die drittberühmteste Mumie der Welt. Und ihre geradezu phantastisch modern anmutenden Tätowierungen werfen bis heute Fragen auf. Doch auch von der 2500 Jahre alten «Altai-Prinzessin» gehe seit ihrer Bergung im Eis ein Fluch aus, munkeln Einheimische nach einer regelrechten Erdbebenserie. 1999 stürzte zudem ein österreichischer Professor zu Tode, nachdem er sie unter die Lupe nahm. Just derselbe Mann, der bereits Ötzis Haare analysiert hatte…
von Luc Bürgin «Sie sah aus, als würde sie schlafen.»
Mathias Seifert wird das Bild wohl nie mehr vergessen. Zusammen mit russischen Forschern wohnte der Schweizer 1993 im sibirischen Altai-Gebirge – an der Grenze zu China, Kasachstan und der Mongolei – der Bergung einer weiblichen Eisleiche bei.
Obwohl nahezu 2500 Jahre alt, zeigte der Körper im Baumstamm-Sarg keinerlei Verwesungsspuren – als wäre die Frau erst kürzlich gestorben.
Begonnen hatte alles im Oktober 1992, wie Seifert gegenüber dem Schweizer Journalisten Marc Walder später zu Protokoll gab. Im Zürcher Kunsthaus fand damals eine Ausstellung über das Nomadenvolk der Skythen statt. «Ich sass also im Kunsthaus und unterhielt mich mit zwei russischen Archäologen, die gerade einen Vortrag gehalten hatten. Sie erklärten mir ihre Probleme mit der Altersbestimmung ihrer Funde.»
Der Dendrochronologe des Büros für Archäologie der Stadt Zürich horchte auf. Schliesslich war die Datierung von Holz sein Spezialgebiet. Mathias Seifert: «Ich stellte ihnen darum meine Arbeit vor. Die beiden Russen waren begeistert und baten mich, sie bei ihren Ausgrabungen in Sibirien zu unterstützen.»
Abenteuerliche Expedition Im Juli 1993 ging es los. Auf eigene Kosten reiste Seifert ins Ukok-Hochtal und begab sich mit seinen russischen Kollegen auf die Suche nach den mittlerweile in Vergessenheit geratenen Skythen-Gräbern im Pazyryk-Tal – Steinberge von 25 Metern Durchmesser. Erstmals untersucht wurden Teile dieser so genannten «Kurgans» zwischen 1927 bis 1929 und 1947 bis 1949 vom russischen Archäologen Sergei Ivanovich Rudenko. Bereits damals aber waren nur die wenigsten von ihnen unberührt, die meisten Goldbeigaben von Grabräubern längst geplündert.
Neben Grabbeigaben mit chinesischem Einfluss wie etwa einem vierrädrigen Streitwagen förderten Rudenkos Ausgrabungen mehrere perfekt konservierte «Permafrost-Mumien» ans Tageslicht.
Darunter ein «Anführer», dessen Körper mit phantastisch anmutenden Tätowierungen übersät war. In einer künstlerischen Perfektion, wie man sie aus der damaligen Zeit noch nie gesehen hatte.
Die Gräber konnten vom Institut für Teilchenphysik der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich später mit aufwändigen C14-Methoden in die Zeit von 350 bis 249 vor Christus datiert werden.
Eines davon nahmen die Forscher unter der Leitung der russischen Archäologin Natalja Polosmak im Sommer 1993 besonders genau in Augenschein. «Nervosität kam auf», erinnerte sich Archäologe Mathias Seifert, der vor Ort mitfieberte. «Jeden Tag näherten wir uns ein Stück der Grabkammer. Wir erreichten in zwei Metern Tiefe die Holzdecke der Kammer. Sie war unversehrt. Wir jubelten! Die Spannung stieg ins Unermessliche.»
«Wie Dornröschen im Schlaf» Das Grab im ewigen Eis war steinhart gefroren. Mit heissem Wasser versuchten die Forscher der Kammer ihr Geheimnis zu entlocken. Ganz zuunterst der Sarg.
Bronzenagel um Bronzenagel wurde sorgfältig herausgezogen, das Innere in den folgenden Tagen ebenfalls aufgetaut.
Elf Tage später war man am Ziel. Mathias Seifert: «Ich erlebte den grossartigsten Moment meines bisherigen Lebens als Archäologe: Die ‹Prinzessin› lag vor uns.
Wie Dornröschen im Schlaf. Ihre Haut rein und fleckenlos.
Die Permafrost-Decke hatte sie bestens konserviert.»
Besonders beeindruckend: Auch auf dem Körper der weiblichen Mumie wanden sich kunstvolle blaue Tätowierungen – auf dem linken Arm, dem rechten Daumen und der linken Schulter. Mischwesen aus Greifvögeln und Hirschen! Als ob ein neuzeitlicher Tattoo-Künstler sie dort erst Tätowierungen des Skythen-Kriegers. Seine Mumie wurde um 1948 entdeckt.
kürzlich hingelasert hätte. Noch dazu im selben Stil wie bei der um 1948 von Rudenko freigelegten männlichen Eisleiche. Dann aber nahm das Drama seinen Lauf. Wenig später war die «Altai-Prinzessin» nämlich bereits übersät mit Pilzen, die sie regelrecht zerfrassen, wie der Gerichtsmediziner Rudolf Hauri vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich vor Ort enttäuscht feststellen musste: «Auch der Kopf der Mumie ist abgefallen. Einfach tragisch bei einem derart wertvollen Fund.»
«Grauenhafte Situation» Grund dafür waren die miserablen Aufbewahrungsverhältnisse: Nach ihrer Bergung waren die wertvollen Gebeine kurzerhand in ein sibirisches Käselager überstellt worden, wo sie ab August 1993 wegen zu tiefer Luftfeuchtigkeit auszutrocknen begannen.
Dringend benötigte Gelder für eine fachgerechte Überstellung der Leiche nach Moskau fehlten. «Die Situation dort unten ist einfach grauenhaft», rapportierte Hauri dem Autor damals. «Den russischen Kollegen fehlt es an allem. Wenn sich in nächster Zeit nichts ändert, ist der Fund wissenschaftlich gesehen verloren. Erhalten sind heute – verglichen mit dem Originalzustand – gerade noch 30 Prozent!»
Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Nicht unbeteiligt am negativen Ausgang sei vor allem der National-Geographic-Konzern, der sich exklusiv die Filmrechte sicherte, um den Fund vor Ort zu filmen, wie Hauri damals enthüllte. «Bei den Aufnahmen kam es zu erheblichen Verzögerungen, und so haben sich die Überreste bei der damals vorherrschenden Aussentemperatur von +20 Grad natürlich massiv aufgewärmt. Über eine Woche lag die Leiche an der Sonne!»
Gipfel des Skandals war die Überführung nach Nowosibirsk: Die aufgetauten Tätowierungen der «Eis-Prinzessin». Ihre Leiche wurde 1993 entdeckt.
Gebeine wurden in einen Helikopter verfrachtet. Dieser musste allerdings notlanden. So wurden sie umgeladen auf einen Lastwagen, der mit dem Fund abseits jeglicher Strassen unsanft durchs Gelände rumpelte.
Hauri: «Auf diese Weise gelangten die Gebeine oder vielmehr das, was von ihnen übrig geblieben war, behelfsmässig in dieses Käselager, wo sie seither unter unzumutbaren Zuständen aufbewahrt werden. Eine wissenschaftliche Katastrophe…»
Folge: Zeigten die ersten Fotos nach der Graböffnung die Tätowierungen noch in ihrer ganzen Pracht, waren sie mittlerweile kaum noch zu erkennen.
Hauris Hilferufe und die Medienberichterstattung in der Boulevardzeitung «Blick» zeigten in der Schweiz Wirkung: In Bern trafen sich Ismail Gemuew, Vizedirektor des archäologischen Instituts von Nowosibirsk, Andrey Stepanow, der russische Botschafter in der Schweiz und der Kulturreisen-Veranstalter Otto Frei. Dann ging alles plötzlich sehr schnell. Das Geld floss – und der Leichnam konnte am 18. April 1994 endlich nach Moskau ins Lenin-Mausoleum überstellt werden.
Die dortigen Restauratoren gaben ihr Bestes, um zu retten, was zu retten war. In seine Hände nahm die Prinzessin der Balsamierungs-Fachmann Wladimir Lwowitsch Koselzew.
«Als die Lady zu uns kam, war sie schon schwarz wie Steinkohle und völlig ausgetrocknet», berichtete er der TAZ am 1. August 1996. «Ausserdem spross und keimte so allerhand auf ihr.» Monatelang arbeiteten er und sein Team auf Hochtouren, um nicht zuletzt die wundervollen Tätowierungen wieder sichtbar zu machen.
Weitere «Tattoos» entdeckt Mittlerweile ruhen die Gebeine im Museum von Nowosibirsk. Ebenso wie die des «Skythen-Prinzen», einer weiteren Eisleiche, die damals im Anschluss an die erste Ausgrabung ans Tageslicht befördert werden konnte – auch sie mit ähnlichen, teilweise sogar identischen Tätowierungen übersät.
Die grosse Überraschung folgte am 15.
Februar 2005 – auf einer wissenschaftlichen Konferenz des State Hermitage Museum in St. Petersburg. Infrarot-Untersuchungen an weiteren, bereits 1947/1948 entdeckten Pazyryk-Mumien hätten gezeigt, dass auch sie einst mit Tattoos übersät waren, wie die Forscher L. L. Barkova und S. V. Pankova ihren Kollegen verkündeten. Diese Zeichnungen seien allerdings längst verblichen, so dass sie den russischen Entdeckern damals nicht aufgefallen waren.
Bleibt die Frage, womit der unbekannte skythische «Leonardo da Vinci» seine Landsleute einst derart kunstvoll tätowieren konnte. Holzkohle – so die anfängliche Vermutung der Wissenschaftler, scheidet nämlich aus, wie Professor Kurt.
J. Irgolic vom Institut für Analytische Chemie der Karl-Franzens-Universität in Graz bereits 1998 gegenüber der internen Publikation «Unizeit» ausgeführt hatte: «Die bisherigen Untersuchungen haben erwiesen, dass die skythische Prinzessin mit einer völlig anderen, noch unbekannten Substanz tätowiert wurde.»
Welche das war, blieb in der Folge leider im Dunkeln. Irgolic verunglückte am 21. Juli 1999 tödlich, wie Uni-Sprecherin Dagmar Eklaude auf Anfrage von «mysteries» bestätigte. Beim Mineraliensammeln war der Professor unweit der Kleinprechthütte am Fusse der Zinkwand in den Schladminger Tauern abgestürzt. Seine Turnverein-Kollegen errichteten ihm dort später ein Gedenkkreuz.
Ötzis Rache?
Ein tragischer Unfall? Oder steht Irgolics Ableben womöglich im Zusammenhang mit seiner Mumien-Leidenschaft? Immerhin nahm der Professor als internationaler Experte 1995 bereits peruanische Mumien unter die Lupe. Auch andere Leichenfunde hatten es ihm aus wissenschaftlicher Sicht angetan – wie er gerne erzählte. Und wer sich mit Mumien beschäftigt und später eines unnatürlichen Todes stirbt, so der Volksmund, zahlt für seine Totenleidenschaft irgendwann die Zeche.
Alles nur Aberglaube? Oder sind tatsächlich unheimliche Kräfte am Werk? Diese Frage beschäftigt die Öffentlichkeit spätestens seit dem «Fluch des Ötzi» – der noch berühmteren Eisleiche aus dem Ötztal.
Sieben Menschen habe die 1991 in einem Gletscher an der italienischen Grenze entdeckte Mumie mittlerweile auf dem Gewissen, rechneten eifrige Journalisten in aller Welt vor kurzem nach. Jeder der Verstorbenen war direkt in die Entdeckung oder Erforschung der Eismumie involviert. Und: Die meisten kamen unter Noch ein «Tattoo». 2005 konnte es mit Infrarot sichtbar gemacht werden.
durchaus ungewöhnlichen Umständen ums Leben.
Professor Irgolic tauchte in dieser von Medien in aller Welt verbreiteten Liste bislang eigentümlicherweise nicht auf.
Dabei gäbe es allen Grund dafür. Neben der Eisleiche aus dem Altai-Gebirge hatte der österreichische Mumien-Experte nämlich auch Kontakt mit der Ötzi-Leiche – hautnahen sogar.
So hatte der Professor für die offizielle chemische Analyse von Ötzis Haaren verantwortlich gezeichnet – in enger Zusam- «Zusammen mit Professor Spindler hatte er Ötzis Haare analysiert.»
menarbeit mit dem ebenfalls verstorbenen Kollegen Konrad Spindler…
Bezeichnenderweise lesen sich auch die übrigen Todesfälle im Fall Ötzi ähnlich tragisch wie Irgolics Ableben:
Gerichtsmediziner Rainer Henn, der
Bergführer Kurt Fritz: Er hatte einst
Entdecker Heinz Simon: Er war im
Bergretter Dieter Warnecke, der bei
ORF-Reporter Rainer Hölzl: Er hat-
Professor Friedrich Tiefenbrunner:
Professor Konrad Spindler: Der be-
Fiel also auch Kurt Irgolic Ötzis Fluch zum Opfer? Oder war es vielmehr die «Altai-Prinzessin», welche ihm Unglück brachte – weil man ihre Grabesruhe störte? Deuten ihre kunstvollen Tätowierungen tatsächlich auf «geheime Kenntnisse der Toten», wie Ausgräberin Natalja Polosmak überzeugt ist?
Fast will es so scheinen. In der gebirgigen Region, wo die Mumie einst bestattet war, bebt es seit ihrer Bergung jedenfalls auffällig oft. 2003 sogar so stark, dass mehrere Dörfer der russischen Republik verschüttet wurden. Für die Einheimischen ist der Grund dafür nach Rücksprache mit ihren Schamanen klar: Der Zorn der «Prinzessin» hatte sie getroffen. Seit Ihre Hoheit ins 600 Kilometer entfernte Nowosibirsk verbracht wurde, liege über ihrem Land ein Fluch, munkeln sie und fordern verzweifelt: «Die Prinzessin muss zu uns zurückkehren!» Bisher verhallten ihre Hilferufe allerdings ungehört in den endlosen Weiten der Steppe…
Alle zwei Monate kämpfen wir uns für Sie durch den Informationsdschungel.
Immer auf der Suche nach verbotenen Früchten und unentdeckten Orten.
Hinter jeder Geschichte, die Sie bei uns lesen, verstecken sich weitere, die wir nicht publizieren – weil sie sich nicht erhärten lassen oder lediglich Altbekanntes zum x-ten Mal aufwärmen.
Von einer Story, die es bei uns «ins Blatt» geschafft hat, möchte ich Ihnen noch etwas mehr erzählen, als Sie auf täuschen. Dennoch werfe ich meine den folgenden Seiten lesen werden. Es journalistische Erfahrung in die Waaggeht um den «Tasmanischen Tiger», der schale, dass der Mann die Wahrheit seit 1936 ausgestorben sein soll.
sagt. Umso mehr, als er mit seinem Namen zu seinen Aussagen steht.
Klaus Emmerichs aus Kamp-Lintfort hat ihn 2005 durchs Dickicht geblitzt.
Trotzdem wage ich zu befürchten, dass Zugegeben etwas unscharf. Und auch ihn die Skepsis, die ihm in der australider Kopf lässt sich nur erahnen.
schen Presse entgegenbrandete, auch Ansonsten aber dokumentieren seine hierzulande einholen könnte. Journa-Bilder eine gestreifte Kreatur, bei der es listen sind nun mal misstrauische Zeitsich laut Experten zweifelsohne um den genossen. Und wenn jemand etwas sah «Tiger» handeln muss.
und blitzte, was sie als gewitzte Spürnasen selbst nie zu Gesicht bekommen ha- Alles klar? Mitnichten! Denn mit ben, macht sie das nur noch misstraui- Bildern ist es bekanntlich so eine Sache.
scher. Umso mehr, als sich niemand die Noch dazu, wenn sie Dinge zeigen, die Finger verbrennen will – speziell in es nicht geben darf. Ob UFOs, Geister diesem Job. oder den Bigfoot: Sind derlei Fotos gestochen scharf, dann sind sie für Mein Wunsch: Machen Sie andere Skeptiker «zu gut, um echt zu sein».
Medienschaffende und Organisationen Sind sie dagegen verschwommen, werauf Emmerichs’ Foto aufmerksam. Mein den sie – gerade deswegen – ebenfalls Rat: Achten Sie darauf, wer die Story angezweifelt. Erlauben Sie mir deshalb aufgreift. Anhand des Tons seiner Bedie Frage: Wann wird ein Bild, das richterstattung lässt sich leicht abschät- Dinge jenseits unserer Erwartung zen, wer sich in der Branche den Luxus zeigt, von Zweiflern überhaupt ernst leistet, vorurteilsfrei zu berichten – und genommen? Richtig: Gar nie.
wer in die Tasten hauen muss, was ihm von oben diktiert wird. Oder einfach Ein Foto ist immer nur so glaubwürdig, nicht glauben mag, dass uns die Realiwie die Person, die es geschossen hat.
tät weitaus mehr vorenthält, als wir ihr Ich habe stundenlang mit Klaus zutrauen. Emmerichs gesprochen. Und jeder lässt sich irgendwann in seinem Leben Luc Bürgin (Herausgeber)
Nach 40 Millionen verkauften Büchern erobert Dan Browns «Sakrileg» derzeit auch die Leinwand. Gespannt fiebern Fans in aller Welt bereits seinem nächsten Roman entgegen, der 2007 erscheinen soll. «mysteries» enthüllt, worum es darin gehen wird – und warum die Spurensuche bei den US-Freimaurern beginnt und bei einer mysteriösen Skulptur endet, die auf dem CIA-Gelände in Virginia thront. Eine Skulptur, die – wen wunderts – eine komplizierte verschlüsselte Botschaft birgt.
von Sven Berger Das gabs noch nie: Allein im deutschsprachigen Amazon-Ranking liegt Dan Browns nächstes Buch «Solomon Key» bereits auf den vordersten Verkaufsrängen – obwohl es erst in rund einem Jahr erscheinen soll.
Möglich machten den virtuellen «Bestseller» Tausende von Vorbestellungen deutscher Fans. Viele von ihnen können es kaum erwarten, den neusten Thriller des Weltbestsellerautors in die Hände zu kriegen. Denn Dan Browns Bücher machen neugierig und seine Heimlichtuerei süchtig – nach mehr «verbotenen» Informationen.
Der Mann ist ein Schlitzohr. Also versteckte er in seinem «Da Vinci Code» alias «Sakrileg» eine verschlüsselte Botschaft an seine treusten Leser – wie schon bei seinen früheren Werken. Quasi ein Minitrailer auf sein nächstes Buch. Verborgen hat er ihn auf der englischsprachigen Coverrückseite.
Einige der Buchstaben dort sind in etwas anderer Schrift gesetzt. Aneinandergereiht ergeben sie den rätselhaften Satz «Is There No Help for the Widow’s Son?
– Gibt es keine Hilfe mehr für den Sohn der Witwe?» Nicht minder geheimnisvoll der offizielle Titel des heiss ersehnten Brown-Sequels, das der Verlag mittlerweile offiziell bestätigt hat: «The Solomon Key – Der salomonische Schlüssel».
Neue Bücherflut Allein zum «Da Vinci Code» liegen inzwischen über ein Dutzend «Erklärungs- Bücher» anderer Autoren vor. Werke, die Fehler, Hintergründe oder Zusatzinfor-Erfolgsautor Dan Brown. Nach dem Erfolg von «Sakrileg» liegt ein riesiger Erwartungsdruck auf seinen Schultern.
mationen zum Thema Jesus und Maria Magdalena aufzeigen. Oder Dan Browns Thesen ganz einfach kontrovers diskutieren.
Doch seit der Ankündigung des «Solomon Key» nimmt der weltweite Rummel immer groteskere Züge an: Wohl zum ersten Mal in der Geschichte eines Roman füttern gewiefte US-Verleger ihr Publikum derzeit mit jeder Menge neuer Bücher – über ein Buch, das es noch gar nicht gibt.
Bereits seit einiger Zeit lieferbar ist etwa «Secrets of the Widow’s Son» von David A. Shugarts, das dieses Jahr auch auf Deutsch erscheinen wird. Ebenso wie «Unlocking the Solomon Key» von Simon Cox. Weitere Titel auf dem US-Markt: «The Solomon Key and Beyond: Unauthorized Dan Brown Update» von W. Frederick Zimmerman, «The Key to Solomon’s Key: Secrets of Magic and Masonry» von Lon Milo DuQuette, «Cracking the Freemason’s Code. The Truth About Solomon’s Key» von Robert Cooper, «Turning the Solomon Key» von Robert Lomas oder «The Guide to Dan Brown’sthe Solomon Key» von Greg Taylor.
Allesamt versuchen die Autoren herauszufinden, worüber Brown zurzeit recherchiert und schreibt – um seine Rätsel «Im Zentrum des neuen Buches steht die geheime Geschichte Washingtons.»
zu knacken, noch ehe sie überhaupt gedruckt sind. Eine zusätzliche Bürde für den Bestseller-Autor, auf dessen Schultern nach weltweit rund 40 Millionen verkauften «Sakrileg»-Exemplaren ein schier unglaublicher Erwartungsdruck liegt.
An der Tatsache, dass sich derart viele Spurenjäger an seine neuste Fährte geheftet haben, ist der Amerikaner allerdings nicht ganz unschuldig. Schliesslich war er es selbst, der Journalisten den entscheidenden Hinweis gab: «Der neue Roman beschäftigt sich mit der verborgenen Geschichte der amerikanischen Bundeshauptstadt», verriet er. Also mit Washington.
«Hilferuf» der Freimaurer Und was haben die findigen Detektive in diesem Zusammenhang an historisch verbürgten Kuriositäten nun ans Tageslicht gezerrt? Zumindest jede Menge spannender Puzzleteilchen.
So gilt etwa die Frage «Is there no help for the widow’s son?» als klassischer «Hilferuf» unter Freimauern. Gleichzeitig ist sie Titel einer jahrzehntelang unveröffentlichten Rede, die Dr. Reed C. Durham Jr. am 20. April 1974 vor der «Mormon History Association Convention» gehalten hat.
Darin listet Durham zahlreiche Indizien für die These auf, dass Joseph Smith – umstrittener Begründer der Mormonen-Religion (1805 – 1844) – vom Freimaurertum massiv beeinflusst war. Nicht umsonst sei Smith später gar selber Mitglied einer Loge in Nauvoo (Illinois) geworden, nachdem bereits sein Vater aktiver Logenbruder war. Insofern fänden sich viele freimaurerische Einflüsse in dem von ihm begründeten Mormonentum – ebenso wie im Baustil gewisser Mormonen-Tempel.
Für Durhams Glaubensgenossen waren derlei Enthüllungen ein Schlag ins Gesicht. Immerhin lagen sie mit den Freimauern schon lange im Clinch, weil sie diese der Ermordung ihres Propheten verdächtigten – speziell im US-Bundesstaat Utah, wo die Mormonen bis heute ihren Hauptsitz haben. Bis vor wenigen Jahrzehnten noch untersagten dort beide Parteien ihren Mitgliedern jeweils die Zugehörigkeit zur anderen Gruppierung. Erst Mitte der 80er-Jahre wurden die Verbote gelockert.
Bundeslade versteckt Als «Sohn einer Witwe» gilt in biblischen Kreisen zudem auch der mysteriöse Hiram Abiff. Laut dem Alten Testament soll er den berühmten Tempel Salomons erbaut haben – in dem neben allerlei Schätzen auch die sagenumwobene Bundeslade verstaut worden sei.
Weiter sollen die Freimaurer in ihren Kreisen eine «eigene» ausgeschmückte Legende über Hiram Abiff pflegen, den sie bis heute als eigentlichen «Chefarchitekten» vergöttern, wie Durham in seiner Rede zu bedenken gab.
Dieser Freimaurer-Überlieferung zufolge soll «ihr» Hiram Abiff ermordet worden sein – und den ominösen Hilferuf-Satz ausgestossen haben, ehe er sein Leben aushauchte. Ebenso wie Mormonen- «Schlachtete der Mormonen-Gründer eine Legende der Freimaurer aus?»
Gründer Joseph Smith – zumindest laut Durhams kontroverser Rede – als er 1844 vom Mob bedrängt zu Tode kam.
Eine Legende übrigens, die sich auch in ihrem Ursprung in vielen Punkten verdächtig genau mit den Erzählungen von Joseph Smiths «Initiation» deckt. Sowohl er als auch die Freimaurer beriefen sich dabei auf den biblischen Propheten Henoch, ein geheimes Versteck mit Goldplatten samt mysteriösen Gravierungen und anderen ziemlich identischen «Offenbarungen».
Zu viel für konservative Mormonen!
Gründersiegel der USA. Im Zentrum prangt die Freimaurer-Pyramide.
Kein Wunder, musste sich Durham bei seiner Gemeinde für seinen ketzerischen Vortrag später kleinlaut entschuldigen. Seine Ausführungen wären wohl nie an die Öffentlichkeit gelangt, hätte einer der Zuhörer damals nicht ein Tonband mitlaufen lassen…
Wohin das Auge blickt…
Reichlich verworrener Stoff also für Browns Romanhelden Robert Langdon, der sich im kommenden Buch noch mit vielen anderen kuriosen Informationen konfrontiert sehen dürfte. Wussten Sie etwa, dass mindestens acht Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Freimaurer waren? Und dreizehn der bisherigen amerikanischen Präsidenten ebenfalls?
Und: Warum prangt auf der Rückseite des grossen Siegels der Vereinigten Staaten (1782) eine Freimaurer-Pyramide samt dem «allwissenden Auge» und der Unterschrift: «Novus ordo seclorum» («Neue Ordnung der Zeitalter») – ebenso wie auf der offiziellen US-Dollar-Note? Zufall?
Und wie steht es mit dem Strassennetz Washingtons? Birgt es tatsächlich die Struktur eines «teuflischen» oder freimaurerischen Pentagrammes, das vom Architekten einst bewusst auf dem Reissbrett entworfen worden sein soll?
Auch Robert Langdon wird sich darüber wohl den Kopf zerbrechen. Ebenso wie über die Frage, warum das George-Washington-Monument als weisser Marmor-Obelisk im Ägypten-Look gestaltet wurde – und noch dazu exakt auf der Verbindungsgeraden zwischen dem Capitol und dem Lincoln Memorial thront. Zufall, dass der 1848 gelegte Grundstein offiziell durch eine Freimaurerloge finanziert wurde? Nein, denn George Washington war ebenfalls Freimaurer.
Brown ist dafür bekannt, die Erfolgsmuster seiner bisherigen Bücher zu kopieren. Fehlt also nur noch ein Schatz, dem Robert Langdon in Washington – analog zur letzten Spurensuche in Paris – nachspüren könnte. Womöglich der, den König Salomon einst in seinem Tempel verstecken liess? Vielleicht gar die biblische Bundeslade samt ihren Moses-Tafeln?
Zu trivial, möchte man meinen. Immerhin verblüffte der Autor seine Leser bereits im «Da Vinci Code» mit der originellen Feststellung, dass es sich beim sagenumwobenen Heiligen Gral nicht um «Kryptos»-Skulptur auf dem CIA-Gelände. Alles deutet darauf hin, dass sie Brown ins Zentrum seines neuen Buchs stellt.
einen Becher gehandelt habe, sondern vielmehr um eine Frau – Maria Magdalena.
Gedanken, die sich auch David A.
Shugarts in seinem Buch «Secrets of the Widow’s Son» macht und dabei unter anderem die Alchemie erwähnt: «Man könnte beispielsweise vermuten, dass der vergrabene Schatz das Geheimnis sein könnte, wie man Metalle transferiert (also etwa aus Blei Gold herstellt). Oder Materie in Energie wandelt – und das bei Raumtemperatur…»
Spur führt direkt zum CIA Nur: Wo könnte dieser «Wissensschatz» verborgen sein? Ein Ort scheint dafür besonders geeignet: das CIA-Hauptquartier in Langley (Virginia).
Vor dessen Kantine prangt seit 1990 die so genannte «Kryptos»-Skulptur des Künstlers James Sanborn. Ein Kupferkunstwerk – übersäht mit rund 1800 Daten und Zeichen und einer darin verschlüsselten Botschaft. (Transkript im Internet: www.elonka.com/kryptos/transcript.html) Drei Viertel der äusserst kniffligen Botschaft konnten Geheimcode-Fanatiker in den letzten Jahren knacken. Der Rest harrt noch seiner Entzifferung, obwohl Ex- «Die Zahlen entdeckt nur, wer das Buchcover mit einem Spiegel absucht…»
perten und Hobby-Forscher aus allen Ländern seit Jahren fieberhaft daran arbeiten. Ein Monument, das Browns Herz höher schlagen lassen müsste, denn der Mann ist bekanntlich ein Kryptographie-Freak. Tatsächlich findet sich – erneut auf dem Umschlag der englischsprachigen «Sakrileg»-Ausgabe – ein Hinweis darauf. Und der könnte konkreter nicht sein.
Beinhaltet er doch dieselben Koordinaten, wie sie auf «Kryptos» verschlüsselt wurden.
Allerdings entdeckt die Zahlen nur, wer das Buch mit einem Spiegel absucht.
Ausserdem sind, ebenfalls auf der Cover-Rückseite innerhalb einer stilisierten «Träne», winzig klein die Wort «only WW knows» («nur WW weiss es») zu erkennen. Und die stammen ebenfalls aus den bereits übersetzten «Kryptos»-Texten.
Wer ist «WW»?
Was weiss «WW»? Und wer ist «WW»?
Niemand anderer als der ehemalige CIA-Direktor William Webster, wie Künstler Sanborn mittlerweile öffentlich eingeräumt hat! Nach Einweihung des Monumentes hatte er ihm die gesamte Lösung des Rätsel im Couvert in die Hand gedrückt.
Spekulationen sind also erlaubt. Umso mehr, als sich die Texte 2 und 3 der mittlerweile übersetzten «Kryptos»-Botschaften im Hinblick auf den möglichen Inhalt von Browns «Salomonischen Schlüssel» besonders spannend lesen: Text 2: «Es war vollkommen unsicht- «Washington Monument». Der Grundstein wurde von den Freimaurern gestiftet.
bar. Wie ist das möglich? Sie haben das magnetische Feld der Erde benutzt. Die Informationen wurden gesammelt und unterirdisch an einen unbekannten Ort übermittelt. Weiss Langley davon? Sie sollten: Es ist vergraben und irgendwo da draussen. Wer kennt den exakten Ort? Nur WW.
Das war seine letzte Mitteilung: 38˚ 57’ 6,5’’ N. 77˚ 8’ 44’’ W. Ebene 2.»
Text 3: «Langsam, verzweifelt langsam, wurden die Geröllreste aus dem Gang fortgeschafft, die das untere Ende der Tür versperrten. Mit zitternden Händen machte ich eine kleine Öffnung in der linken oberen Ecke. Dann erweiterte ich das Loch, führte eine Kerze hindurch und spähte hinein. Die heisse Luft, die aus der Kammer entströmte, liess meine Kerze flackern, aber bald tauchten Einzelheiten im Innern der Kammern aus dem Nebel auf. Können Sie etwas sehen?»
Carter lässt grüssen Ägypten-Fans haben es bereits gemerkt: Beim dritten dechiffrierten «Kryptos»- Rätsel handelt es sich um leicht gekürzte Passagen aus Howard Carters Bericht über die Grabentdeckung Tutenchamuns (1922) – was die Sachlage aber nur noch verworrener macht.
Kommt dazu, dass das eigentliche Mysterium nach der kompletten Entzifferung des Monuments erst beginnt: Was wollte uns der Künstler mit seinen Botschaften überhaupt sagen? Warum bezeichnet er Koordinaten, die in unmittelbarer Nähe des Monuments liegen – also immer noch auf CIA-Gelände – und nicht die Position des Kunstwerkes selbst? Und warum ein Gelände, das Aussenstehende nicht betreten dürfen?
Ist Dan Brown womöglich als zweiter nach dem ehemaligen CIA-Direktor ins Geheimnis der Kryptos-Skulptur eingeweiht? Oder weiss er gar mehr als der Künstler selbst? Und warum weichen die Koordinaten auf seinem Buchcover minim von der offiziellen «Kryptos»-Version ab? («37˚» statt «38˚»). Browns trockener Kommentar: «Mit Absicht!»
Sicher ist: Irgendein «Sakrileg» rund um die amerikanischen Gründerväter wird Romanheld Robert Langdon im neuen Buch in jedem Fall enthüllen. Möglicherweise sogar etwas Technologisches, das sich im Hinblick auf die CIA-Connection auch militärisch ausschlachten liesse. Den konkretesten Hinweis auf sein neustes Buch nämlich scheint Dan Brown hinter vorgehaltener Hand gegenüber dem Autor Warren Getler fallen gelassen zu haben.
Laut Getler unterhielten sich die beiden im Frühjahr 2003 unter anderem über einen gewissen Albert Pike. Brown soll das Gespräch jedoch höflich aber bestimmt abgeblockt haben, ehe es richtig begonnen hatte. Grund: «Ich denke nicht, dass ich mit Ihnen weiter darüber sprechen sollte. Immerhin wird sich mein nächstes Buch mit Albert Pike beschäftigen!»
Merkwürdige Bauwerke Wer ist dieser ominöse Mr. Pike? Dieser Frage ging auch der Autor Greg Taylor nach, der kürzlich ebenfalls ein Buch über den «Solomon Key» veröffentlicht hat. «Es geht darin natürlich um die Freimaurerei», verrät er, «ihren Zusammenhang mit den Gründervätern Amerikas und der rätselhaften Architektur und Landschaftsgestaltung der Hauptstadt Washington.»
In erster Linie konzentriere er sich dabei aber auf einen Aspekt. Nämlich auf eines der seltsamsten Bauwerke Washingtons, «ebenso wie auf das Leben eines mysteriösen Mannes, der mit dessen Gründung eng verbunden ist…»
Konkret: Taylor gehts um das sagenumwobene «House of the Temple» – eines der wichtigsten Freimaurerhauptquartiere. Demjenigen der so genannten «Südlichen Jurisdiktion des Schottischen Ritus». Dort liegt auch der Körper jenes «mysteriösen Mannes» begraben.
Greg Taylor: «Ägyptische Ikonographie umrahmt den Eingang, und die pyramidale Konstruktion, die das Gebäude überspannt, erinnert verdächtig an die abgeschnittene Pyramide, die sich auf dem grossen Siegel der Vereinigten Staaten wiederfindet…»
Gründer des Ku Klux Klan?
Der mysteriöse Leichnam gehört natürlich niemand anderem als Albert Pike (1809 bis 1891). Dem Mann also, der offenbar auch Dan Brown beim Schreiben keine Ruhe mehr lässt.
Als «Freimaurer-Grossmeister» soll Pike zu den Gründervätern des berüchtigten Ku Klux Klan gehört haben. Ebenso verdächtigte man ihn des Satanismus. Er diente als General, beherrschte sechzehn Sprachen, schrieb Gedichte, war Philosoph und amtete später unter anderem als Richter des Obersten Gerichtshofs von Arkansas und als Zeitungsherausgeber.
Dazu der deutsche Illuminaten-Spezialist Andreas von Rétyi: «Auf Fotografien, die Pike in seinen späten Jahren zeigen, erscheint der schwer übergewichtige Mann mit seinem wallenden, schlohweissen Haar wie der Allmächtige selbst – oder der Leibhaftige gar? Unter den buschigen Augenbrauen dringt der Blick des Wissenden hervor, kritisch, zynisch, triumphierend. Dieser Mann ist jemand, der sein Werk für die Zukunft bereits vollbracht hat und sich dessen auch vollends bewusst ist.»
Spekuliert wird bis heute vor allem über einen Brief, den Machtmensch Pike am 15. August 1871 an den italienischen Illuminaten Giuseppe Mazzini geschrieben haben soll. Angeblich sei das Schreiben um 1925 zeitweilig in der Bibliothek des British Museum in London einsehbar gewesen, wie unter Bezug auf Cardinal Caro y Rodriquez von Santiago (Chile) – «In Pikes Brief ist von einem teuflischen Plan die Rede.»
Autor des Buches «The Mystery of Freemasonry Unveiled» (1971) – gerne kolportiert wird. Im Brief sei von einem teuflischen Plan die Rede:
Der 1. Weltkrieg solle inszeniert
Der 2. Weltkrieg solle über die Mani-
Der 3. Weltkrieg solle sich dem Plan
Politisches Dynamit – sollte es einen solchen Brief tatsächlich geben. Allerdings existieren bis heute keine konkreten Belege dafür. Beim Britischen Museum jedenfalls streitet man energisch ab, je ein derartiges Dokument besessen zu haben.
Im Minimum also eine astreine Verschwörungsstory – wie geschaffen für Romanautor Dan Brown, der es mit der Wahrheit bekanntlich nicht immer so genau nehmen muss, wie man sich das journalistisch vielleicht wünschen würde.
Wetten, dass der Erfolgsautor Pikes «Brief» aufgreift? Und ihn am Ende irgendwie mit dem Kryptos-Monument in Verbindung bringt? Möglich wäre es. Wie so vieles bei Dan Brown.
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Bestseller-Autor Philipp Vandenberg: Warum er nicht klagen kann «Ist Vandenberg ein Faktenplagiator?»
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Viele Kirchen in Europa wurden einst auf heidnischen Kultplätzen errichtet – auch in der Schweiz. Neue Entdeckungen zeigen nun: Neun Kirchen und Kapellen oberhalb von Lugano sind im Sternbild des Löwen angeordnet, wie ein 19-jähriger Forscher in einem kontroversen italienischen Buch enthüllt. Die örtlichen Kirchenoberen sind darüber alles andere als erfreut. Und: In der Pfarrkirche von Glis (Wallis) wurden heidnische Spuren offenbar gar gezielt vertuscht – und verschwiegen. von Omar Gisler und Walter Knaus
Enthalten die neun Kirchen und Kapellen auf der Collina d’Oro oberhalb von Lugano Hinweise auf einen heidnischen Sonnenkult? Ja, behauptet der erst 19jährige Schweizer Symbolforscher Sebastiano Brocchi in seinem Buch «Collina d’Oro segreta».
Mit einem schelmischen Lächeln erzählt Brocchi vom Brief, den er vom Literaturkritiker einer Tessiner Wochenzeitung erhalten hat. In dem Schreiben steht, dass die Zeitung auf eine Besprechung seines Buches verzichte, da es sich offensichtlich um ein Plagiat handle. Denn es sei unvorstellbar, dass ein Teenager ein derart gelehrtes Werk verfassen könne. «Ich werde von vielen Seiten für mein Alter bestraft», wundert sich der am 18. März 1987 geborene Brocchi.
Dennoch ist das Interesse an dem jungen Autodidakten aus Montagnola gross.
Das Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz (TSI) wollte mit Brocchi einen Dokumentarfilm drehen, nachdem dessen italienisches Buch (deutscher Titel: «Der geheime Goldhügel») im vergangenen Jahr auf den Markt gekommen war.
Doch das Projekt musste wieder abgeblasen werden. Denn das Bistum Lugano verbot der TV-Crew Aufnahmen in den Gotteshäusern.
Die Abfuhr erstaunte Brocchi: «Es gibt Pläne, die Kirche Sant’Abbondio von Gentilino für eine Kandidatur auf die Liste des UNESCO-Welterbes zu nominieren. Als die Pfarrgemeinde erfuhr, dass ich ein Buch über die Gotteshäuser der Gegend schreiben wollte, war man deshalb hocherfreut. Bei der Buch-Die Kirche Sant’Abbondio im schweizerischen Gentilino. Bewahrt sie ein Geheimnis, das nur Eingeweihte verstehen?
präsentation lobte mich der Präsident des Kirchenrates sogar über den grünen Klee.» Erst später machte die Kurie einen Rückzieher. Brocchi glaubt den Grund zu kennen: «Meine Thesen sind der Kirche wohl zu esoterisch.»
Geheimes Wissen?
Eine erste Idee von Brocchis Thesen vermittelt der Klappentext des Buches: «Ein mysteriöses Projekt, das von den Erbauern von Kirchen und Kapellen während Jahrhunderten weitergegeben wurde… Ein Weg, der das Geheimnis des Steins des Weisen enthüllt… Eine historische und esoterische Reise zu Freimaurern, Alchemie und Mystik… Das versteckte Gesicht der Collina d’Oro.»
Brocchis These beruht auf einer geografischen Analyse der neun Kirchen, die sich auf der Collina d’Oro oberhalb von Lugano befinden: Sant’Abbondio, San Tommaso, Santa Maria, San Carlo, Sant’Andrea, San Nazaro, San Mattia, Sant’Antonio und San Giovanni.
Wenn man diese Gotteshäuser auf der Landkarte richtig miteinander verbindet, ergibt sich das Sternbild des Löwen. «Solche Phänomene an sich sind nicht selten», sagt Brocchi, dessen Neugierde durch diese Entdeckung aber geweckt wurde. Deshalb begab sich der Teenager, der sich als Forscher der Kunstgeschichte, Symbo- «Die Positionen der Gotteshäuser bilden das Sternbild des Löwen ab.»
logie und Philosophie bezeichnet, in den neun Gebäuden auf Spurensuche. Dort fand er «zwischen Statuen und Gemälden versteckte Symbole», die er Alchimisten und Freimaurern zuordnet.
Enthalten die Kirchen somit eine Anleitung, um das im Namen «Collina d’Oro» implizierte Gold zu finden? Wohl kaum.
Denn unter Alchemie versteht Brocchi nicht die Wissenschaft, Metalle in Gold zu verwandeln, sondern den Weg, der zur inneren Ausgewogenheit und Perfektion führt. Gold ist demnach eine Metapher für das Licht und die Sonne.
Brocchi geht davon aus, dass keltische Druiden auf der Suche nach einem passenden Ort für den Sonnenkult, den sie von den antiken Ägyptern gelernt hatten, auf die Halbinsel im Luganersee stiessen. Auf dem höchsten Punkt des Hügels errichteten sie Brocchis These zufolge ein Dorf, dass sie Akh-Ra nannten: «akh» steht dabei für das erste Tageslicht, «Ra» für Sonne. Heute ist das Dorf unter dem Namen Agra bekannt. Den Namen «Lugano» führt Brocchi übrigens auf «Lugh» zurück, den keltischen Gott des Lichtes.
Eine Art Heliopolis…
Für Brocchi war das Dorf Agra ursprünglich eine Art Heliopolis (griechisch für «Sonnenstadt») – der Ort also, in dem der ägyptischen Mythologie zufolge ein Sonnenheiligtum mit einem mysteriösen goldenen Stein aufbewahrt wurde.
Um dem alten Mythos von Heliopolis neues Leben einzuhauchen, hätten die Bewohner des Hügels ab dem Frühen Mittelalter «ein kolossales Projekt» in Angriff genommen: Den Bau eines geheimen Weges, der die Spuren des goldenen Steines verhüllen sollte.
Eine Massnahme war, die neun Kirchen und Gebetshäuser so anzuordnen, dass sie dem Sternbild des Löwen entsprachen. Die heidnischen Motive des Sonnenkultes wurden getarnt respektive hinter den christlichen Symbolen versteckt: «Auf der Collina d’Oro gibt es eine multikulturelle und nicht nur eine rein christliche Tradition», schreibt Brocchi.
Als Paradebeispiel für diese Behauptung nennt er die erstmals 1372 erwähnte Kirche Sant’Abbondio, die er als «Sonnentempel» bezeichnet. Ihr Turm ist exakt 40,50 Meter hoch.
In einer antiken Schreibweise könne man die Zahlen 40 und 50 auch als «re» (italienisch für «König») und «luce» («Licht») lesen, sagt Brocchi.
Abbild von «Regulus» Die Position der Kirche Sant’Abbondio im Sternbild des Löwen entspricht «Regulus», dem hellsten Stern, dessen Name «Kleiner König» bedeutet. Ein weiterer Bezug zu Regulus findet man in der Vita des Heiligen Abbondio (440 bis 499 n. Chr.): Dem Bischof von Como wurde nachgesagt, den Sohn eines Adeligen namens Regulus von den Toten auferweckt zu haben.
Am Beispiel der Kirche Sant’Abbondio lässt sich laut Brocchi auch das «Vitriol»-Prinzip gut nachvollziehen. Dieses bezieht sich auf die Anfangsbuchstaben eines alten alchemistischen Lehrsatzes: «Visita interiora terrae rectifiando invenies occultum lapidem.»
Das heisst übersetzt: «Suche das Untere der Erde auf, vervollkommne es, und Du wirst den verborgenen Stein finden.»
Die Alchemisten glaubten, man könne mit «Suche das Untere der Erde auf und Du wirst den verborgenen Stein finden.»
dem Stein des Weisen, auch «Roter Löwe» genannt, jede erdenkliche Frage vollständig und ohne Widerspruch beantworten.
Die Kirche Sant’Abbondio befindet sich «in einsamer, sehr malerischer Lage», wie es im «Kunstführer Tessin» heisst.
Während die Kirche auf einer Aussichtsplattform thront, befindet sich der dazu gehörende Friedhof am Hang, im Westen, dort wo die Sonne untergeht. Die Kirche hingegen liegt im Osten, wo die Sonne aufgeht. Dort muss man folglich den Stein des Weisen suchen.
Die Strecke zwischen Friedhof und Kirche hat Brocchi als «Athanor» identifiziert, als philosophischen Ofen, als Ort, wo der Transformationsprozess stattfindet. Der «Athanor» der Alchimisten war turmförmig gebaut und konnte eine Substanz in einem verschlossenen Gefäss über eine längere Zeit mit milder und gleichmässiger Wärme behandeln. Das würfelförmige Beinhaus vor der Kirche ist für Brocchi eine weitere bauliche Anspielung auf den «Athanor».
Die Arbeiten an den verschiedenen religiösen Bauwerken zogen sich über Jahrhunderte hin. Die Baumeister gaben ihr alchemistisch-spirituelles Wissen jeweils an ihre Lehrlinge weiter, die dann wiederum die nächste Generation in die geheimen Botschaften einweihten. Neue Symbole wurden erarbeitet und weitergegeben.
Im Laufe der Zeit entstand mit den Freimaurern ein weiterer Geheimbund, der Träger dieses Wissens wurde. In diesen auch politisch aktiven Kreisen wurde im 19. Jahrhundert erstmals der Begriff «Collina d’Oro» («Goldhügel») verwendet. Dieser entwickelte in der Folge für Esoteriker eine geradezu magnetische Wirkung.
Prominente Zuzüger Anfangs des 20. Jahrhunderts zogen etliche Intellektuelle auf die Collina d’Oro, allen voran der spätere Nobelpreisträger Hermann Hesse. Aber auch Hugo Ball, Thomas Mann, einige CIA-Chefs oder Mitglieder des Mazzini-Clans liessen sich in Agra, Montagnola und Gentilino nieder.
Als diese drei Dörfer im Jahre 2004 zur Gemeinde Collina d’Oro fusionierten, wurde ein neues Gemeindewappen geschaffen. Dieses enthält eine Sonne und einen geheimnisvollen Weg, der zur Erleuchtung führt. Für Brocchi ist dies ein Beleg dafür, dass das Wissen um den alten Sonnenkult in Teilen der Bevölkerung noch immer gepflegt wird.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/christianisierte-kultplaetze-die-kirche-schweigt-page35-1.jpg7881034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2006-04-01 12:00:002025-12-13 09:36:55Christianisierte KultpläTze: Die Kirche Schweigt