Kaum je hat eine MYSTERIES-Story mehr polarisiert als unsere Titelgeschichte in Heft 2/2006 über das neue Buch des deutschen Globetrotters Thomas Ritter. Während seiner Reisen in Indien war es ihm gelungen, uralte Palmblatttexte zu erwerben und übersetzen zu lassen. Die darin enthaltenen Voraussagen für unsere Zukunft lesen sich derart präzise, dass man sich ihrer Faszination – ob nun Skeptiker oder Befürworter – kaum entziehen kann. Zahlreiche Zuschriften haben uns dazu mittlerweile dazu erreicht. Nicht zuletzt tauchten dabei immer wieder zwei Fragen auf, die viele beantwortet sehen möchten. Anbei ein stellvertretender Leserbrief unserer Lesers Geralf Thieme aus Deutschland: Frage 1: In den zitierten Prophezeiungstexten aus Indien werden Länder und Städte genannt (Dänemark, Norwegen, Italien, Irak, USA, Paris etc.). Welche Ausdrücke werden in den originalen Palmblatttexten in «Alttamil» für diese geographischen Ortsbezeichnungen und Staatsnamen verwendet? Was bewegt die Übersetzer, diese heutigen Namen in den betreffenden Textpassagen einzusetzen? Schliesslich handelt es sich doch um Texte, die wohl vor über 1000 Jahren (oder mehr?)

im fernen Asien geschrieben worden sein sollen?

Frage 2: Desgleichen tauchen im Text Begriffe auf wie «Ölförder-Anlagen», «Passagierschiff», «Finanzsystem», «System der Zinseszinsen» etc. auf. Welche «Alttamil»-Wörter wurden dafür einst verwendet?

«mysteries» leitete die Fragen direkt an Autor Thomas Ritter weiter. Hier seine Antwort: Zu Frage 1: Auf Seite Globetrotter Thomas Ritter.

Ein Mann mit Brillen steht vor einem Mikrofon.
Ein Plakat für Filmfehler in Hollywood
Ein Mann, der einen Spiegel vor seinem Gesicht hält.
X-Ray der Hand

Mirin Dajo in Basel (1947). Rechts die erste Seite des gerichtsmedizinischen Berichts.

60 Jahre nach dem Tod des «unverletzbaren Propheten» belegt nun ein kürzlich entdeckter gerichtsmedizinischer Bericht aus dem Staatsarchiv Zürich, was bis heute viele immer noch nicht glauben mögen.

Der Mann liess sich 1947 Abend für Abend Waffen durch seinen Körper stossen – ohne dabei zu bluten. Ohne Schmerzen. Und ohne jegliche Infektion, obwohl die Klingen nie desinfiziert wurden.

Bereits mehrmals hat «mysteries» über Mirin Dajo berichtet. Jenen asketischen Friedenspropheten und Heiler aus Holland, der mit seinen waghalsigen Experimenten die Schweizer Ärzteschaft vor immer neue Rätsel stellte und der Welt damit beweisen wollte, wie stark die Kraft des Geistes sein kann, «wenn man nur will». Ein selbstloser Visionär voller Güte, dem der Frieden auf der Welt wichtiger war als sein eigener Körper.

Durch Vermittlung des Schweizers Albert Grimm liegt nun eine Originalkopie des gerichtsmedizinischen Gutachtens von Dr. E. Hardmeier über Dajos Tod vor.

Das Protokoll aus dem Staatsarchiv Zürich belegt, was der Holländer immer wieder betonte, aber viele dennoch nicht glauben mochten: Die Durchstechungen waren kein Trick!

Hardmeiers Sezierung von Dajos Körper ergab schwarz auf weiss: Hautnarben an den Oberarmen und an den Händen, Hautnarben an Unter- und Oberschenkel.

Zahlreiche ältere Durchstechungsnarben in der Leber, in beiden Nieren, im Zwerchfell und im so genannten Perikard.

Weiter eine Durchstechungsnarbe an der Herzspitze – ohne Eintritt in die Herzkammer. «Hautsubstanzdeffekte» an beiden Waden. Flächenhafte Verwachsungen des rechten Lungenunterlappens mit der Brustkorbwand und dem Zwerchfell. Und so weiter. Nur Magen, Darm und Schädel waren bei den Experimenten offenbar verschont geblieben.

Mirin Dajo war am 26. Mai 1948 im Alter von nur gerade 35 Jahren in Winterthur (Schweiz) verstorben. Grund war laut Behörden ein 30 Zentimeter langes Stilett, das sich der von seinen Anhängern als «Prophet» verehrte Holländer wenige Wochen zuvor «eigenhändig den Rachen hinuntergestossen» hatte – im Glauben, auch diese Prozedur nach Hunderten ähnlicher «Experimente» schadlos zu überleben.

Nachdem ihm die Waffe operativ ohne Komplikationen entfernt werden konnte, übersahen die Ärzte in der Folge tragischerweise eine Infektion. Folge: Dajo verblutete einige Wochen später während eines Trancezustands.

2004 wurde im Buch «Das Wunder Mirin Dajo» (Kopp Verlag) enthüllt, dass der Holländer das Stilett nicht freiwillig verschluckt hatte – sondern vielmehr auf nachhaltiges Drängen und unter Mithilfe seines jungen Freunds Johnan de Groot, wie Augenzeugen dem Autor zu Protokoll gaben: «De Groot stiess ihm die Waffe eigenhändig den Rachen hinunter.»

Offenbar hatten sie Dajos Assistenten mit ihrem Schweigen eine Anklage wegen Beihilfe zur Tötung ersparen wollen. De Groot selber – mittlerweile über 90 Jahre alt – bestreitet seine Mithilfe bis heute.

Fataler Justizirrtum Umso seltsamer mutet nun der letzte Satz im offiziellen gerichtsmedizinischen Gutachten an, der Johnan 1948 von jeglichem Verdacht freiwusch: «Auf jeden Fall muss Mirin Dajo das kritische Instrument selbst verschluckt haben. Eine Mithilfe einer Drittperson beim Verschlucken selbst ist nicht anzunehmen.»

Nähere Gründe für diese Vermutung werden im rund 40seitigen (!) Dokument nicht genannt, obwohl es sonst nur so von Details wimmelt. Konsequenz: Die Ermittlungsbehörden schöpften keinen Verdacht und liessen de Groot seinerzeit unbehelligt ziehen. Ein fataler Justizirrtum!

Vielleicht war das aber auch ganz gut so. Schliesslich büsste Dajos Assistent seine aktive Mithilfe mit dem Tod seines besten Freundes, von dessen Unverletzbarkeit er bis zur letzten Minute von ganzem Herzen überzeugt war.

lb. ■

Ein Text in deutscher Sprache wird in einer Fremdsprache geschrieben.
eine Seite in einer Fremdsprache

Hochebene von Nazca. Bis heute stellen die Scharrzeichnungen in der Wüste von Peru Wissenschaftler vor Rätsel.

Elektrische und magnetische Anomalien in Hülle und Fülle: Die Hochebene von Nazca wimmelt nur so von bis dato unbekannten Merkwürdigkeiten, wie ein von Erich von Däniken initiiertes Forschungsprojekt zeigt.

«Jedes Mal, wenn die Sprache auf Nazca kam, schwieg ich eisern, obschon ich wusste, was andere nicht wissen konnten.

In Nazca stimmt etwas nicht. Diese Aussage mache ich nicht instinktiv – sie ist verbindlich.» Mit diesen Worten beginnt ein von Erich von Däniken verfasster Artikel, den er «mysteries» anfangs April vor Publikation zur Kenntnis zukommen liess.

Neues über Nazca? Wurde über die kilometerlangen Scharrzeichnungen in der Wüste Perus, die nur aus der Luft erkennbar sind, nicht schon alles geschrieben? Nein – im Gegenteil. Schon vor längerer Zeit hatte Däniken dem Vermessungsexperten Professor Gunter Reppchen von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden einen Katalog voller kritischen Fragen über die bis zu 2800 Jahre alten «Bodenmarkierungen» vorgelegt.

Unter Federführung einer Geologin und Mitwirkung anderer Wissenschaftler entstand so ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Universidad Catolica del Peru, das durch Dänikens Stiftung finanziert wurde.

Kuriose Resultate Nun liegen erste Resultate vor – und die sind höchst erstaunlich. So konnten die Forscher an mehreren Stellen der riesi- Erich von Däniken.

gen Bodenmarkierungen starke geoelektrische Anomalien unter der Bodenfläche messen. Ursache: unbekannt.

An zwei Stellen übertrafen die Messwerte des elektrischen Widerstands die Erwartung gleich um das Tausendfache.

Und auf der «Pampa del Calendario» wurde gar ein regelrechtes Netz von geomagnetischen Anomalien innerhalb einer «Pista» registriert. Für Verwirrung sorgten auch die chemischen Analysen: So wurde an gewissen Orten ausserordentlich hohe Arsen-Konzentrationen in den Sedimenten gemessen.

Unter hoher Hitze entstanden An bestimmten Stellen schliesslich – etwa auf der Höhe von Sacramento – stachen der federführenden Geologin immer wieder helle Gesteinsschichten ins Auge.

Dazu Erich von Däniken: «Was war das für ein Zeug? Die mineralogischen Untersuchungen zeigten entgegen allen Erwartungen einen Anteil von 70 Prozent eines formlosen Materials ohne jeden Anteil von Lehm. Eine Analyse mit dem Rasterelektronenmikroskop ergab glasartige Strukturen, die eigentlich nur entstehen können, wenn das Ausgangsmaterial sehr rasch von hoher Hitze hinuntergekühlt wird!»

Weitere Untersuchungen sollen folgen. Und sie dürften «Schularchäologen» einmal mehr ein Dorn im Auge sein. Immerhin kommt es nicht alle Tage vor, dass ihre eigenen Kollegen auf Initiative eines «Mystery-Papstes» ebenso aussergewöhnliche wie mysteriöse Befunde ans Tageslicht zaubern.

red. ■

Ein Mann in Anzug und Krawatte lächelt.

Zum Roswell-UFO-Crash Vorweg möchte ich mich bedanken für die immer spannenden Beiträge in Ihrer Zeitschrift – ich bin Abonnent seit der ersten Ausgabe und verschlinge die Hefte, sobald ich sie im Postkasten habe!

Als stets neugieriger Mysteries-Leser und Besucher des «World Mystery Forum 2005» hing ich wie viele andere gespannt an den Lippen von Dr. Ed Mitchell, als dieser seine Sichtweise des UFO-Absturzes von Roswell (1947) referierte.

Vom ersten Moment an schien mir äusserst mutig, dass Mitchell – auch wenn er laut seinen eigenen Aussagen diesen Fall betreffend nicht zur Geheimhaltung verpflichtet ist – als hochrangiger und weltbekannter Astronaut hier die seinerzeitigen Erklärungen der NASA und der Regierung seines Heimatlandes als Unwahrheit darstellt und diese damit indirekt der Vertuschung des Vorfalls beschuldigt. In jedem Unternehmen beliebiger Branchen ist es üblich, dass betriebsinterne Informationen auch über das Ende der Zugehörigkeit hinaus nicht publiziert werden dürfen, auch wenn dies meist pauschal und nicht für jede Information einzeln festgelegt ist. Man kann sich vorstellen, dass die NASA als Behörde mit unvorstellbaren Wissensschätzen hierfür sicher generell umfangreiche Vorkehrungen trifft.

Sollte man Mitchell möglicherweise trotzdem nicht an Aussagen hindern können, so wäre meines Erachtens zumindest mit einer groben Verstimmung der Beziehungen zu rechnen.

Nun war jedoch vor wenigen Wochen in einer offiziellen NASA-Pressemeldung zu lesen, dass Mitchell gemeinsam mit anderen Astronauten am 5. Februar 2006 in West Palm Beach, Florida von der NASA offiziell für seine Verdienste im Apollo-Programm geehrt und mit einem Preis ausgezeichnet wurde.

Höchst erstaunt stelle ich mir die Frage: Wer spielt hier welches Spiel? Ignoriert die NASA demonstrativ die Aussagen von Mitchell, weil es tatsächlich etwas zu verbergen gilt und sonst das öffentliche Interesse noch grösser würde?

Oder wird Mitchell – aus welchen Gründen auch immer – vielleicht gezielt eingesetzt, um so brisante Informationen zu verbreiten? Was will wer damit erreichen? Und was steckt sonst noch dahinter? Weiter so – ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe!

Josef Schodl (A) Beispiel für Synchronizität Im letzten Heft berichteten Sie über das so genannte «Marsgesicht». Der Artikel enthielt einen Vergleich zwischen dem von der Viking-Sonde fotografierten «Struktur» und einer Vorwegnahme derselben im Jahr 1958 in dem Comicbuch «Race for the Moon» (Bild). Dieser Vergleich lässt sich meines Erachtens als ein gutes Beispiel für eine «Synchronizität» im Sinne von C. G. Jung bezeichnen…

Roland Sölch (D) Grüsse aus Südafrika Ich finde Ihr Magazin nach wie vor ausgesprochen vielseitig, interessant und lese es mit grossem Interesse. Ausserdem verleihe ich es hier auch an interessierte Freunde. Ich kann verstehen, dass Ihre Leserzahl steigt!

Jürgen Madelung (Südafrika) ET-Entführungen: Astralreisen?

Könnten die Entführungen von Menschen, durch Ausserirdische nicht eigentlich Astralreisen sein? Manche Menschen erzählen doch, dass sie in ihren Betten schliefen, dann wachten sie auf, sahen Wesen an ihrem Bett stehen, die sie mitnahmen, alle schwebten dann irgendwohin oder wurden irgendwohin teleportiert.

Für mich, der ich früher selber viele ausserkörperliche Erfahrungen gemacht habe und zu manchen Zeiten sogar willentlich meinen Körper verlassen konnte, sieht das alles sehr verdächtig nach Astralreise aus.

Ein anderes Phänomen, von dem man wenig hört und das mit Astralreisen zusammenhängt, ist dies: Manche Menschen schlafen, wachen dann vermeintlich auf und können sich kaum bewegen, sie verspüren ein Brummen oder Vibrieren und bekommen Panik. Viele denken, sie hätten Herzprobleme oder ähnliches. Auch das Faktum, dass sie sich nicht oder nur schwer bewegen können, erschreckt sie.

Auch diese Vibrationen sind Vorboten eines Körperaustritts. Das bedeutet: Diese Person wäre eigentlich in der Lage, eine Astralreise zu unternehmen, wenn sie nur wüsste, dass sie es kann. Aus Angst und Verwirrung wird dieser Vorgang dann meist abgebrochen.

Elisabeth Kumhart-Zazyal (CH/A) Spiegel vor die Nase halten Seit September 2005 bin Leser und Abonnent Ihres überaus interessanten Magazins. Zum Thema der Ausserirdischen: Ich bin der festen Überzeugung, dass sie schon irgendwo in unserer Nähe sind. Nur gibt es da für sie und für uns noch ein Problem, ein riesengrosses sogar: Unsere gesamte «Zivilisation» ist noch gar nicht reif für ein Zusammentreffen mit einer Spezies, die es geschafft hat, über Millionen von Lichtjahren hierher zukommen.

Sprich: Das Verhältnis von ihnen zu uns ist wie das der Neandertaler zum modernen Menschen. Mehr brauche ich dazu wohl nicht zu sagen. Wir sollten uns öfters mal einen Spiegel vor die Nase halten, um zu erkennen, wo wir eigentlich stehen.

Machen Sie bitte weiter so. Denn es gibt kaum eine Zeitschrift von Ihrem Format.

Arndt Rönsch (A) Mediziner verblüfft: Im Magen wimmelt es nur so von Bakterien Aliens werben für Greenpeace Mystery-Tour am Oberrhein «Villa Winter»: Wellness-Oase über geheimem U-Boot-Bunker?

Insgesamt 128 verschiedene Mikroorganismen hat ein Team der amerikanischen Stanford-Universität um Elisabeth Bik im Rahmen einer soeben publizierten Studie an 23 Freiwilligen im menschlichen Magen nachgewiesen – viel mehr als viele Mediziner erwartet hätten. Immerhin galt der Magen – da er extrem säurehaltig ist – unter Fachleuten lange als «unbewohnbar». Vor rund zwanzig Jahren mussten australische Forscher ihre Entdeckung des ersten Magenbakteriums «Helicobacter pylori» denn auch noch gegen eine breite Front ungläubiger Kollegen durchsetzen. Heute ist anerkannt, dass Helicobacter für die meisten Magengeschwüre verantwortlich ist. Ob die zusätzlich entdeckten zahlreichen Mitbewohner für weitere Krankheiten verantwortlich zeichnen könnten, soll nun im Rahmen weiterer Analysen untersucht werden.

Wie viele Menschen braucht es, um die Erde zu retten? Diese Frage stellte kürzlich Greenpeace. In einem äusserst originellen Kino-Werbespott liess die Umweltorganisation Aliens (Bild) über die Zukunft unseres Planeten debattieren. Diskutiert wurden dabei etwa der «finanzielle Wert unseres Ökosystems» – aber auch so wichtige menschliche Errungenschaften wie «kaltes Bier». Und nicht zuletzt bekam auch der US-Präsident sein Fett ab. Wer den Super-Spot verpasst hat, kann ihn vorläufig noch im Internet herunterladen: www.einefueralle.at «Mythische Orte»: Unter diesem Titel soll am Oberrhein ein neues Tourismusprojekt realisiert werden. Die Federführung liegt bei der Stadt Lörrach. Das Projekt basiert auf dem gleichnamigen Buch, in dem die Völkerkundlerin Edith-Schweizer- Völker und der Fotograf Martin Schulte-Kellinghaus über vierzig mythische Orte in Südbaden, dem Elsass und der Nordwestschweiz vorstellen. Diese sollen nun miteinander verbunden, mit Informationstafeln versehen und touristisch als thematische Einheit erschlossen werden. Geplant sind weiter eine entsprechende Wanderausstellung und eine dreisprachige Broschüre.

Wird die «Villa Winter» auf Fuertaventura in ein Wellness-Zentrum verwandelt? Bis heute sorgt die burgartige Villa aus dem Zweiten Weltkrieg für Spekulationen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach sich unter dem schaurigen Bau auf der Insel ein geheimer deutscher U-Boot-Bunker aus der Nazizeit befinden soll. Erbaut wurde die Villa einst vom deutschen Ingenieur Gustav Winter. Der Dortmunder Diplompädagoge Andreas Winter, ein entfernter Verwandter, will sie nun in eine Wellness-Oase umbauen und sucht dafür Investoren. Ein cleverer PR-Trick? Oder steckt am Ende gar mehr hinter den Umbauplänen, als er zugeben mag?

«Codewort» auf Tonband: Beweis für Leben nach dem Tod?

Ägyptische Mumien-Gruft: «Amateur-Forscher» lagen goldrichtig Melden sich Tote aus dem Jenseits? Viele Leute glauben daran. Dieter Wiergowski wollte es genauer wissen, wie er jetzt verriet. Kurz vor dem Tod seines Vaters hatte der deutsche Grenzwissenschaftspublizist mit ihm ein Codewort vereinbart. «In unserer Zeitung fragte ich nach seinem Ableben, ob Medien oder Tonbandstimmenforscher dieses Wort herausfinden können, sozusagen als Beleg, dass es sich wirklich um meinen Vater handelt, mit dem sie Kontakt haben.» Ein Medium aus Herne traf offenbar ins Schwarze: «Sie hatte eine Stimme auf Tonband, die sagte: Donaudampfschiffahrtskapitän.» Das ursprünglich vereinbarte Wort hiess «Donaudampfschiffahrtsgesellschaftskapitän». Wiergowski: «Mir reichte das und ich bin überzeugt, dass sie mit meinem Vater Kontakt hatte, den sie übrigens auch zu Lebzeiten kannte. Ich hatte ihn einmal mitgenommen zu Jenseitskontakten mit dieser Dame…»

Datierungs-Streit: In der Zeitrechnung der Antike fehlen hundert Jahre!

Gebildete Ägyptologen goutieren aus Prinzip keine Mystery-Bücher.

Schon gar keine sehr gebildeten – zu denen die Redaktion auch den Berliner Ägyptologen Dietrich Wildung zählt. Das Buch «Der Tut-anch- Amun-Skandal» der beiden «mysteries»-Autoren G.F.L. Stanglmeier und Beat Biffiger hat sich der Professor aus Prinzip nicht zu Gemüte geführt, wie er auf Anfrage unmissverständlich zu verstehen gab – «weil es seit 80 Jahren nichts Neues» in dieser Angelegenheit zu vermelden gäbe.

Schade eigentlich: Hätte der Mann es dennoch gelesen, wäre er dort auf Seite 49 nämlich auf folgenden Satz gestossen: «Wer würde auch nur ahnen, dass sich im unmittelbaren Umfeld von Tut-anch-Amuns Grab eine weitere Anlage, angehäuft mit Artefakten aus Ägyptens ruhmreichster Dynastie, finden lässt?» Geschrieben wurde dies 2004. Zur Erinnerung: Am 8. Februar 2006 gaben die Ägypter selbst für Insider völlig überraschend die sensationelle Entdeckung einer Mumien-Gruft aus Tuts Zeit bekannt, nur gerade wenige Meter von dessen Grab entfernt (Bild).

Dort, wo sie niemand vermutet hätte. Oder eben: fast niemand.

Ein schwarz-weißes Bild einer Gruppe kleiner weißer Objekte.
Ein schwarz-weißes Foto von zwei Männern mit seltsamen Gesichtserklärungen.
Ein schwarz-weißes Foto eines Gebäudes mit einem Turm.
Ein Holzhaufen und Steine mit einem Holzstok, der aus ihm steckt.
Ein schwarz-weißes Foto eines Flugzeugs im Schnee.
Ein schwarz-weißes Foto eines bewölkten Himmels.
Eine Zeichnung von einem Wolf und einem Wolfkind.

Zacarias Moussaoui während des «Show-Prozesses». Beobachter beschrieben ihn als «geistig verwirrt».

Wenn es um die wahren Hintergründe des 11. Septembers geht, kennen die USA kein Pardon. Das musste auch Zacarias Moussaoui erkennen, als ihm vor Gericht heimlich ein Elektroschockgürtel umgeschnallt wurde.

«Es gibt keinen Platz auf dieser guten Welt für Zacarias Moussaoui», polterte Staatsanwalt David Raskin kurz vor Prozessende. «Es ist an der Zeit, seinem Hass und seiner Bosheit ein Ende zu setzen!»

Er – und mit ihm die ganze US-Administration – hätten Moussaoui am liebsten auf dem elektrischen Stuhl gesehen. Doch das Verdikt von Richterin Leonie Brinkema fiel milder aus: «Lebenslängliche Haft», entschied sie Ende Mai 2006 – weil sich die zwölf Geschworenen trotz 41ständiger Beratung nicht einigen konnten.

Damit entschied sie den einzigen US-Prozess zu den Anschlägen des 11. September 2001 zu Ungunsten der Bush-Administration, die Millionen in die Anklage gegen das «bekennende Al-Quaida- Mitglied» investiert hatte.

Unter Drogen gesetzt?

Dumm für die Regierung: Der Mann sass zur Zeit der Anschläge bereits seit Monaten hinter Gittern. Ob der geltungssüchtige marokanischstämmige Franzose am 11. September 2001 tatsächlich ein Flugzeug ins Weisse Haus hätte steuern sollen, wie er am 27. März 2006 überraschend behauptet hatte, wird stark bezweifelt. Bis zu diesem Zeitpunkt näm- «Kritische Prozess-Beobachter vermuten, dass der Mann gefoltert worden war.»

lich hatte Moussaoui lediglich behauptet, für einen späteren Todeseinsatz auserwählt worden zu sein.

Die Verteidigung betonte, dass ihr Mandant offenbar geistig verwirrt sei – was durch dessen konfuse Wutausbrüche und hasserfüllten Zwischenrufe während des Prozesses auch deutlich zum Ausdruck kam. Kritische Prozessbeobachter gehen denn auch davon aus, dass der Angeklagte vor seinem Geständnis gefoltert und unter Drogen gesetzt wurde.

Bush-Kritiker feierten das Urteil in der Folge als «Rückkehr zum Rechtsstaat».

Immerhin war die Regierung offenbar vor nichts zurückgeschreckt, um den Mann zum Sündenbock zu stempeln und ein Exempel zu statuieren.

Wie die «NewYork Times» am 17.April 2006 enthüllte, war Moussaoui unter seinen Kleidern während des Prozesses nämlich heimlich ein Elektroschock-Gürtel umgeschnallt worden – angeblich «aus Sicherheitsgründen». Kontrolliert wurde das versteckte Foltergerät via Fernbedienung durch einen im Gerichtssaal anwesenden Marshal.

Amnesty International ordnet derlei in den USA entwickelte «Folterinstrumente» als «aussgewöhnlich besorgniserregend» ein. Das Perfide: Bereits ein heimlicher Knopfdruck genügt – und die oberhalb der Nieren positionierten Elektroden treiben den Betroffenen an den Rand des Wahnsinns, mit schmerzhaften und paralysierenden Hochspannungsimpulsen.

Mit Hightech perfektionierte Mittelalter-Praktiken also, die Moussaouis «geistig verwirrtes» Handeln und seine jähen Ausbrüche im Gerichtssaal rückwirkend in ganz anderen Licht erscheinen lassen könnten, als uns die USA während des Prozesses glauben machen wollten.

red. ■

Natalia Demkina ist ein Wunder: Das russische Mädchen erkennt mit blossem Auge, was sonst nur Röntgenbilder enthüllen. Zum zweiten Mal stellte es in Japan nun seine Psi-Fähigkeiten wissenschaftlich unter Beweis.

Bis heute toben im Internet wilde Wortgefechte zwischen Befürwortern und Kritikern, viele von ihnen tragen Doktorentitel.

Im Zentrum der Kontroverse: Natalia Demkina. Die 19-Jährige aus dem russischen Saransk verfügt nach eigenen Angaben über «Röntgenaugen».

2004 hatte sie der amerikanische «Discovery»-Channel nach New York geholt.

Dort sollte Natalia ihre aussergewöhnlichen Fähigkeiten unter kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen beweisen. Drei Forscher stellten die strengen Testbedingungen auf – darunter zwei Mitglieder von CSICOP, der grössten wissenschaftlichen Skeptiker-Vereinigung.

Verlangt wurde eine «Erfolgsquote» von sechs richtigen Diagnosen bei sieben Testpersonen. Bis auf eine davon litten alle dieser Frauen und Männer an inneren anatomischen Anomalien. Vor laufender Kamera konzentrierte sich Natalia – und erzählte, was sie «sah». In vier von sieben Fällen lag sie goldrichtig, verpasste damit aber die geforderte Messlatte von sechs richtigen Diagnosen. «Weitere Studien sind damit nicht lohnenswert», konstatierte das Skeptiker-Team überheblich.

Ganz anders sieht das der Physik-Nobelpreisträger und Cambridge-Professor Brian Josephson: «Vier richtige Treffer in sieben Fällen ist in meinen Augen ein statistisch absolut erstaunliches Resultat!» hält er dagegen. «Umso mehr, als die Tests von erklärten Skeptikern formuliert und überwacht wurden – also nicht von neutraler Seite. Offenbar ging es von vornherein darum, das Mädchen als Schwindlerin zu diskreditieren.»

Zweite Chance in Japan Professor Yoshio Machi von der Universität Tokyo wollte Natalia deshalb eine zweite Chance geben. 2005 lud er sie nach Japan ein, um ihre Fähigkeiten persönlich unter die Lupe zu nehmen. Im Gegenteil zu seinen amerikanischen Kollegen sahen seine Versuche vor, die Diagnosen auf einzelne Körperteile zu beschränken – so wie es die Russin selber vorgeschlagen hatte.

Und prompt landete das Mädchen jede Menge Volltreffer. Es diagnostizierte etwa korrekt früheste Schwangerschaftsstadien, ja gar eine äusserst seltene Rückgratverkrümmung, von der sie auch Skizzen anfertigte. Die Bilder deckten sich mit den Röntgenbildern der Ärzte bis ins Detail! Nach Abschluss der Tests brachen die Mediziner spontan in Applaus aus.

Rottweiler «durchleuchtet» Professor Machi führte die Russin schliesslich in eine Tierklinik zu einem alten Rottweiler, der sich nicht bewegte.

Sichtlich verängstigt beäugte Natalia den grossen Kampfhund. Wenige Minuten später zeigte sie auf dessen rechtes Hinterbein, in dessen Innern sie eine Prothese «erspäht» haben wollte. Ebenfalls korrekt! Die Japaner waren völlig verblüfft.

Also liessen sie die junge Russin 2006 erneut einfliegen, um weitere Experimente durchzuführen – diesmal unter wissenschaftlich «wasserdichten» Bedingungen.

Ihre «Testpatienten» packten sie nun in Ganzkörper-Overalls, setzten ihnen Kopfhörer, Augenbinden und Sonnenbrillen auf – um sicherzustellen, dass Natalia auch wirklich keine Rückschlüsse aus unbewussten Reaktionen ziehen konnte.

Alle nur erdenklichen Sicherheitsfaktoren wurden eingeplant. Doch das Resultat blieb dasselbe: Lauter Volltreffer! Selbst so kuriose Anomalien wie ein Herz auf der falschen Seite oder doppelt vorhandene Nieren erkannte das Psi-Wunder auf Anhieb – mit blossem Auge.

Täglich erhält die junge Russin mittlerweile Anrufe von Menschen, die sich von ihr «röntgen» lassen wollen. Aus diesem Grund hat sie nun eine eigene Homepage samt Mail und Telefonnummer eingerichtet – allerdings nur in russischer Sprache: www.demkina.ru red. ■

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Dann lassen Sie die Hände von diesem Buch. Denn hier werden alle seine Geheimnisse verraten!

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ISBN 3-8334-1954-7 BoD-Verlag, 188 Seiten EUR 19.80 www.amazon.de

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Ein Mann stellt sich für ein Bild in einer Bibliothek auf.

Kopp Fachbuchversand: Top-15 der aktuellen Verkaufsschlager

Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de Cia-Gefängnisse in Europa (Sandro Brotz und Beat Jost) 10. November 2005, in Zimmerwald: Schweizer Spione fischen einen brisanten Fax aus dem All, der erstmals die Existenz geheimer CIA-Gefängnisse in Europa bestätigt.

Doch das als «geheim» klassifizierte Papier gelangt in die Hände von Sandro Brotz und Beat Jost. Trotz patriotischer Beschwörungen, Drohungen und nächtlichen Anrufen bei den Journalisten und deren Chefredaktor, veröffentlicht der «Sonntagsblick» am 8. Januar 2006 den Fax und tritt damit eine Lawine los. Alle, von Al Jazeera über BBC bis zur Washington Post, greifen den Fax-Inhalt auf. Brotz und Jost legen nun die Hintergründe zur Affäre offen: Wie kam das Geheimdokument in ihre Hände? Mit welcher Taktik wollte der Schweizer Bundesrat die Veröffentlichung verhindern? Und: Wie versuchte Armeechef Christophe Keckeis die Presse einzuschüchtern?

Orell Füssli, ISBN 328005196, EUR 18.– Visionen der Zukunft (Peter Fiebag) Das Spiel mit der Zukunftsangst ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch den Blick in die Zukunft scheint es wirklich zu geben. In einer fesselnden Reportage über indianische Seher, antike Orakel, biblische Propheten und moderne Visionäre deckt der Autor fast unglaubliche und doch dokumentarisch belegbare Zusammenhänge auf. Wie konnte das Pharaonenreich nach 3000 Jahren zerschlagen werden? Was führte zum Untergang der Sumerer, Assyrer oder Griechen? Warum konnte das mächtige Imperium der Römer zerstört werden? All diesen Völkern lagen schockierende Prophetien über den Exodus ihrer Kulturen vor. Oft streng gehütet und als Staatsgeheimnis bewacht, erfüllten sie sich dennoch. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für unsere heutige Zivilisation ziehen? Und: Welche Voraussagen existieren für unsere eigene Zukunft?

Kopp, ISBN 3938516259, EUR 19.90 Anleitung zum bewussten Träumen (Philip Dunn und Sangeet Duchane) Wir alle träumen jeden Tag, und in allen Kulturen gilt der Traum als Brücke zu Gott, als Möglichkeit, kommende Ereignisse vorherzuahnen oder die unerschöpflichen Ressourcen des kollektiven Unbewussten zu befragen. Die Kulturen der Antike schufen eigene Orakelstätten, in denen Suchende ihre Träume befragten. So genannte Klarträume oder luzide Träume – Träume, in denen dem Träumenden bewusst ist, dass er träumt – lassen sich sogar lenken und bieten die Möglichkeit, im Traum ganz gezielt Informationen einzuholen. Die Autoren beschreiben in verständlicher Form, wie jeder luzid träumen lernen kann und wie man im Klartraum an die Informationen kommt, die man für wichtige Lebensentscheidungen braucht.

Lüchow, ISBN 3363030932, EUR 16.95 Wo ein Wille, da ein Weg (Sepp Holzer) Sepp Holzers feste Überzeugung ist, dass man in jedem Umfeld auf naturnahe Ernährung und altes Kräuterwissen zurückgreifen kann. Der «Agrar-Rebell» erzählt seine Erfahrungen mit der Kräutermedizin, mit der Schulmedizin, die ihm nicht weitergeholfen hat, seine Rückkehr zur Natur und zu den Kräutern und gibt Anleitungen zum Kräuteranbau in der Permakultur (Kräuterberg, Kräuterschlangen, Kräuter-Krainerwand). Weiter stellt Holzer seine Permakultur-Projekte in Schottland und Spanien vor. Auf der beiliegenden Audio-CD erzählt Sepp Holzer über seine Permakultur, Naturheilkunde, positive und negative Energie für Tier und Mensch, seine Wünsche für die Zukunft und liefert dazu auch ein paar Ankedoten aus der bäuerlichen Welt.

Kneipp, ISBN 370880368X, EUR 19.90

Ein Buchcover mit dem Titel "Visionen der Zukunft".
Anleitung zum bewusssten Träumen
Ein Plakat mit einem Mann, der etwas in der Hand hält und die Worte "Sepp Holzer" darauf.
Ein Mann mit einem Hut auf dem Kopf lächelt.
Ein Glas Flüssigkeit mit Blasen darin.

Wieso dieses Schweigen?

Die Wallfahrtskirche von Glis.

Kirche nicht nach Osten orientiert

Ein Mann in Anzug und Krawatte hält einen Metallstange.

Gravierende Aktienabstürze – massiver als vor einigen Jahren – und ein beispielloser weltweiter Immobilienpreis-Verfall in absehbarer Zukunft. Das prophezeit der deutsche Wirtschaftskritiker und Erfolgsautor Günter Hannich – und warnt: «Es ist immer gefährlich, dort zu investieren, wofür Werbung gemacht wird und wo die Masse der Leute ihr Geld anlegt!»

Herr Hannich, Sie beschäftigen sich als Publizist seit vielen Jahren kritisch mit unserem Finanz- und Wirtschaftssystem.

Auf Ihrer Homepage geldcrash.de weisen Sie darauf hin, dass der Aktienmarkt derzeit fundamental stark überwertet ist. Gleichzeitig prophezeien Sie: «Es wird einen neuen Crash geben!» Wann kommt dieser Crash? Und wie schlimm ist die internationale Finanzsituation derzeit tatsächlich?

Hannich: Bis zum Jahr 2000 stiegen die Börsen unaufhörlich. Jeder meinte damals, man könne mit Aktien mühelos reich werden. Die meisten Experten waren sich ebenfalls sicher, dass Aktien langfristig nur steigen könnten – für das Jahr 2008 wurde etwa schon ein Dow-Jones-Wert von bis zu 100’000 Punkten prophezeit – heute steht er bei 11’600 Punkten.

Damals wurde das Börsenwachstum damit begründet, dass das Internet eine «Neue Ökonomie» geschaffen hätte, welche alle alten Regeln ausser Kraft setzen würde. Manche Internetbude hatte damals mehr Wert als ganze Grosskonzerne.

Wie wir heute wissen, waren diese Argumente falsch, und es handelte sich um «Der nächste Aktien-Crash wird noch massiver ausfallen als der letzte…»

eine Spekulationsphase. Folgerichtig fielen dann auch die Aktienwerte bis zum Jahr 2003 zum Teil drastisch. Seither steigen die Aktien wieder unaufhörlich. Obwohl der letzte Crash erst wenige Jahre her ist, investieren auch die Kleinanleger wieder kritiklos in den Börsenrummel. Heute lautet die Begründung für diesen Aktienanstieg: Die Unternehmen machen angeblich so hohe Gewinne und der Welthandel floriert, dass diese hohe Börsenbewertung gerechtfertigt wäre.

Doch wie sieht es real aus? Die letzten Jahre hatten wir in Deutschland ein reales Wirtschaftswachstum zwischen 0 und maximal 2 Prozent. In der gleichen Zeit haben sich jedoch die Börsenwerte im DAX seit dem Jahr 2003 fast verdreifacht!

Während also realwirtschaftlich überhaupt nichts läuft, im Gegenteil sogar die Löhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigt, tut man an der Börse so, als ob wir in einer wirtschaftlichen Hochphase ohnegleichen wären. Hier wird schon deutlich, wie massiv überbewertet die Aktien schon wieder sind. Ein Crash, der wahrscheinlich noch einiges schneller und massiver ausfallen wird als der letzte, wird die Folge sein.

Auf dem Immobilienmarkt sehen die Perspektiven auch nicht gerade rosig aus…

Hannich: In der Tat steigen die Immobilienpreise in 70 Prozent aller Länder in einer riesigen Spekulationswelle. Die Leute kaufen Häuser nicht mehr um darin zu leben, sondern um immer mehr Kredite auf die höheren Hauspreise bekommen zu können.

Das führt heute dazu, dass allein in Spanien inzwischen jährlich mehr Häuser gebaut werden, als in Deutschland, Frankreich und England zusammengenommen!

Die Folge wird ein beispielloser weltweiter Immobilienpreis-Verfall sein, der viele überschuldete Hausbesitzer ruinieren wird.

Nicht zu vergessen ist das amerikanische Handelsbilanzdefizit: In immer grösserem Ausmass verschuldet sich Amerika im Ausland, um den inländischen Konsum zu finanzieren. Das Handelsbilanz-Defizit – also die Differenz zwischen Export und Import – beträgt inzwischen fast 700 Milliarden Dollar im Jahr, was 7 Prozent des dortigen Bruttoinlandsproduktes entspricht.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass bereits 4 Prozent Defizit im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt als kritisch angesehen werden und etwa 1997 bei den südostasiatischen Staaten zur Asienkrise führte.

Alles zusammengenommen war die wirtschaftlich-finanzielle Lage weltweit wohl noch nie so zugespitzt wie heute. Ein kommender Crash wird wesentlich schärfer ausfallen als etwa die Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre.

Was läuft in Deutschland generell schief? Und wie sieht es in der Schweiz aus? Warum scheint es den Eidgenossen vergleichsweise besser zu gehen? Alleine wegen ihrer Banken?

Hannich: Das Problem ist unser Finanzsystem. Das Geldwesen heute funktioniert nur, wenn für Investitionen genug hohe Renditen und Zinsen erwirtschaftet werden. Jedes System das jedoch auf Zins aufgebaut ist, explodiert früher oder später.

Hätte man etwa einen Pfennig – also ein halber Euro-Cent – zu Jesu Geburt bei nur 5 Prozent Zins auf einem Sparbuch angelegt, dann wäre der Gegenwert dieses Pfennigs durch Zins- und Zinseszins bis im Jahr 2000 auf unglaubliche 200 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold gewachsen. Hier wird schon deutlich, dass solch ein System nur begrenzte Zeit funktionieren kann.

Dazu kommt, dass jedem Euro Vermögen, die jemand besitzt, automatisch immer ein Euro Schulden von jemand anderem gegenübersteht. Wenn jedoch die Geldvermögen jedes Jahr um den Zins wachsen, müssen auch die Schulden automatisch mitwachsen. Anderenfalls bricht das System zusammen. Deshalb haben wir im Zinssystem einen Verschuldungszwang: Es wird zwar niemand direkt gezwungen, Schulden aufzunehmen, aber die Volkswirtschaft als Ganzes wird zwangsläufig in die Verschuldung getrieben.

Die Folge davon ist, dass bei uns inzwischen die Gesamtverschuldung viermal schneller wächst als unsere Wertschöpfung. Mit anderen Worten: Wir werden früher oder später bankrott sein. Dieser Prozess spielt sich in jedem Land der Welt in dieser Form ab.

Die Schweiz sehe ich von daher gesehen als etwas sicherer an als der EU- «Der Schweizer Franken hat bisher in jeder Krise an Wert gewonnen.»

Raum. Dazu kommt auch, dass beispielsweise der Schweizer Franken bisher in der Geschichte in jeder Krise immer an Wert gegenüber fast allen Währungen gewonnen hat.

Wie verhält es sich mit der aktuellen «Geiz ist geil»-Mentalität? Ein weiterer Hinweis auf eine kommende Krise? Oder einfach nur Ausdruck einer Gesellschaft, die bewusster mit Geld umgeht?

Hannich: Weil die Leute immer weniger verdienen und die Arbeitslosigkeit steigt, fällt damit die Massenkaufkraft. Die Unternehmen stehen deshalb so unter Druck, dass nur noch durch eine immer aggressivere Preispolitik in einem ruinösen Wettbewerb versucht wird, die Umsätze zu halten.

Dies ist ein deutliches Indiz dafür, dass wir einer deflationären Krise entgegengehen. Eine Deflation bedeutet, dass es zu einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale kommt: Die Löhne sinken immer weiter, deshalb bricht die Massenkaufkraft ein. In der Folge können die Unternehmen immer weniger verkaufen und sind dazu gezwungen, die Preise zu senken und Arbeitskräfte zu entlassen.

Durch eine zunehmende Arbeitslosigkeit sinkt die Massenkaufkraft noch weiter und der Konsum bricht weiter ein.

Sinkende Preise und Löhne sind deshalb Gift für jede Wirtschaft! Schon heute sinken die Preise in der freien Wirtschaft drastisch.Ausser Monopolpreisen – Öl, Energie, Post, Bahn, staatliche Gebühren – haben wir überall ein zurückgehendes Preisniveau.

Sie waren vor der Einführung ein lautstarker Euro-Kritiker. Genutzt hats offenbar wenig. Sehen Sie sich rückblickend bestätigt?

Hannich: Ja, der Euro hat sich als eine fatale Entscheidung herausgestellt. Die Instabilitäten haben seit der Euro-Einführung drastisch zugenommen. Italien etwa hat schon letztes Jahr angekündigt, aus dem Euro-Verbund wieder auszusteigen, wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht bessern sollte. Früher konnte Italien durch eine Abwertung der Lira seine weltweite Wettbewerbsposition verbessern – heute ist es durch den Euro handlungsunfähig.

Das Gleiche gilt für uns: Früher hatten wir durch unsere starke D-Mark einen Bonus weltweit und damit ein relativ niedriges Zinsniveau. Durch den Euro sind wir heute ebenso handlungsunfähig und müssen die Fehler anderer Euro-Länder mittragen und mitfinanzieren. Dies ist die Ursache dafür, dass Deutschland – früher führendes Land in der EU – heute das Schlusslicht geworden ist. Die Geschichte zeigt deutlich, dass Einheitswährungen, die aus vielen ungleichen Ländern bestehen, früher oder später wieder zerfallen.

An Ihren Vorträgen raten Sie jedem, seine allfälligen Schulden möglichst bald abzubauen. Lediglich ein wohlgemeinter Ratschlag? Oder bergen Verschuldungen im Hinblick auf die nahe Zukunft heute ein grösseres Risiko als früher?

Hannich: Schulden sind heute sehr riskant. Da die Löhne sinken, die Zinslasten jedoch gleichbleiben, oder durch Risikozuschläge sogar steigen, muss immer mehr Arbeitskraft aufgewandt werden, um die Kredite zu bedienen. Im Fall einer Krise, unter den besprochenen Szenarien, würde Ihre Verschuldung einen grossen Verlust von Freiheit bedeuten.

Sie sind dann auf das Wohlwollen des Gläubigers angewiesen und können keinen eigenen Krisenplan entwerfen.

In einer deflationären Phase sinkt Ihr persönliches Einkommen schnell, Ihr Kredit muss jedoch weiter in gleichbleibender Höhe bedient werden. Innerhalb kurzer Zeit können Sie dann möglicherweise den Kredit nicht mehr vorschriftsmässig bedienen, es kommt zur Zwangsvollstreckung.

Finanzmisere: Aktuelle Bücher von Günter Hannich Selbst wenn Sie Ihre Verpflichtung weiter erfüllen, besteht Gefahr durch die Schuldverpflichtung.

Das meist unterschätzte Risiko der Verschuldung liegt hier für Sie darin, dass die als Sicherheit für die Banken eingetragenen Vermögenswerte in der Deflation rasch an Wert verlieren.

Auch in einer Inflation sind Schulden keineswegs ratsam: Angenommen, Sie hätten sich mit 100’000 Euro bei 5 Prozent Jahreszins und 0 Prozent Inflation verschuldet, dann bedeutet dies eine Zinslast von 5000 Euro im Jahr. Steigt nun die Inflation plötzlich um 5 Prozentpunkte an, so steigt der Kreditzins auf 10 Prozent (5 Prozent Zins + 5 Prozent Inflation). Ihre Zinslast verdoppelt sich damit auf 10’000 Euro im Jahr.

Wenn Sie nun noch einen Inflationsausgleich beim Lohn von 5 Prozent bekommen, so bedeutet dies bei einem Durchschnittslohn von 4000 Euro netto im Jahr einen Inflationsausgleich von nur 2000 Euro. Durch die Erhöhung der Preissteigerung müssen Sie also effektiv 3000 Euro mehr Zinslast tragen als ohne Inflation. Es kommt also durch eine Inflation in keinster Weise zu einer Reduzierung Ihrer Zinslast – sondern im Gegenteil: Über höhere Zinsen müssen Sie letztlich noch mehr für Ihren Schuldendienst aufopfern.

Der Goldpreis ist derzeit so hoch wie schon lange nicht mehr. Lohnt es sich für Spekulanten, darauf zu setzen, dass er weiter klettern wird und Gold einzukaufen? Oder sollte man sich von Edelmetallen trennen, falls man solche besitzt?

Hannich: Man sollte immer aufpassen, dass man nicht zu viel Kapital auf eine Karte setzt. Gold ist als Risikostreuung auf jeden Fall zu empfehlen. Allerdings wäre es falsch, darin einen absoluten Wert oder ein Spekulationsmittel zu sehen.

Es ist immer gefährlich, dort zu investieren, wofür Werbung gemacht wird und wo die Masse der Leute ihr Geld anlegt.

Wie bei der Aktienhysterie im Jahr 2000 werden heute schon die ersten Goldclubs gegründet und Banken machen immer mehr Werbung für den Goldkauf – sowas sollte zur Vorsicht mahnen.

Und was raten Sie dem einfachen Mann im Hinblick auf seine persönliche Zukunft? Wie soll er sein Geld – sofern er davon überhaupt etwas zur Seite legen kann und will – anlegen? In Aktien? Oder gar in Fonds?

Hannich: Auf keinen Fall in Aktien oder Fonds gehen! Die Überbewertung der Aktien ist, wie erläutert, zu gross. Bei Fonds hat der Anleger darüberhinaus keine Einflussmöglichkeit und Kontrolle über die Tätigkeiten des Fondsmanager.

Generell sollte man nichts machen, wofür massiv geworben wird. Man sollte sich vielmehr darüber klar werden, dass sich Sicherheit und Rendite ausschliessen. Eine hohe Rendite ist auch automatisch immer mit einem hohen Risiko verbunden.

Für die konkrete Geldanlage ist es entscheidend, wie viel jemand besitzt und wie die persönlichen Umstände aussehen. Für den Kleinanleger lohnt es sich nicht, zu spekulieren. Er sollte sein Geld immer schnell verfügbar halten und am besten auf mehrere Tagesgeldkonten verteilen.

Etwas Gold und Fremdwährung – etwa Schweizer Franken – haben darüber hinaus auch noch niemandem in einer Krise geschadet.

Zum Schluss noch ein Fantasie-Szenario: Angenommen, Wirtschaftskritiker Günter Hannich würde neuer Finanzminister Deutschlands. Was würde er ändern? Was könnte er überhaupt ändern – und wo wären selbst ihm die Hände gebunden?

Hannich: Ich würde erst einmal unserem Land wieder eine eigene Währung geben, die Währungssouveränität wieder herstellen. Dann müsste stabiles Geld eingeführt werden – ein Geld, das immer kaufkraftstabil ist und keine Inflationen und Deflationen zulässt. Dies geht nur, indem die Notenbank den Geldumlauf auch wirklich kontrollieren kann.

Heute wird ein grosser Teil des ausgegebenen Geldes dem Geldumlauf durch Hortung im In- und Ausland entzogen.

Dadurch schwankt die umlaufende Geldmenge und es kommt zu Störungen in der Wirtschaft. Darüber hinaus entsteht durch diese mögliche Geldzurückhaltung auch der Zins, der das Finanzsystem an sich langfristig destabilisiert.

Wir brauchen zu diesem Zweck also ein Geld, das umlaufgesichert ist. Solch eine Währung wurde beispielsweise ob der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre in Wörgl, Tirol, eingeführt. Innerhalb kurzer Zeit florierte diese Gemeinde wieder, während ganz Österreich in der Krise versank. So etwas wäre – in modernerer Version – jederzeit auch bei uns wieder möglich, um zu einer dauerhaft stabilen Währung zu kommen.

Interview: red. ■

Ein Haufen Silbermünzen mit Schrift auf ihnen.
Ein schwarz-weißes Plakat mit den Worten Gunter Hannich Borsenkrich und Weltwirtschaftskrise.
ein Plakat mit einem Mann in einem Anzug darauf
Ein Plakat mit einem Mann, der sich mit den Händen das Gesicht bedeckt.