rei. «Der Einsatz von Furchtappellen in präventiven Kampagnen ist sinnvoll», liest man bereits 1998 in einer 150-seitigen Studie des Psychologischen Instituts der Universität Freiburg. Fazit von Professor Jürgen Bengel & Co.: «In zahlreichen experimentellen Arbeiten konnten positive Effekte von Furchtappellen auf gesundheitsbezogene Einstellungen nachgewiesen werden.»

Publiziert hat diesen Bockmist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln – unter dem sinnreichen Titel: «Prävention durch Angst». Schade ums Steuergeld!

Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht wahnsinnig machen und schon gar nicht den Appetit verderben. Denn wer sich einigermassen ausgewogen ernährt, lebt heute trotz Gentechnik, Industrie-Food, Cholesterin- und Acrylamid-Hysterie weitaus gesünder als je zuvor. Höchste Zeit, einige Ammenmärchen zu korrigieren.

► Ist frisches Gemüse im Supermarkt vitaminreicher als tiefgefrorene Produkte aus dem Kühlregal? Nein. Tatsächlich besitzen unmittelbar nach der Ernte schockgefrorene Produkte weitaus mehr Vitamine als vermeintliches «Frischgemüse», weil letzteres meist frühreif geerntet wurde und auf der Ladentheke jeden Tag trotz optischer Aufpeppung mehr wertvolle Inhaltsstoffe verliert.

derlei Tiere mittlerweile fast komplett «ausselektiert».

► Ist superteures, kalt gepresstes Olivenöl besonders gesund? Sicherlich gesünder als billiges Sonnenblumen-Öl. Ebenso sicher aber ist: Raps- oder Walnussöl sind gesünder. Denn sie enthalten deutlich mehr ungesättigte Fettsäuren – und beugen damit Krebs vor.

► Grüner Blattsalat enthält viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe? Ein fataler Trugschluss! Oder um es mit den Worten des Lebensmittelchemikers Udo Pollmer zu umschreiben: Blattsalat hat nicht mehr Nährwert als ein nasses Taschentuch. Grün- und Weisskohl oder Paprika toppen ihn um ein Vielfaches.

► Wachen wir schneller auf, wenn wir einen Espresso trinken? Gute Nacht! Denn eine normale Tasse Kaffee enthält weitaus mehr Koffein als ein konzentrierter «Espresso».

► Warum sind die meisten Bio-Eier braun? Weil sie gesünder sind? Nein. Bio-Bauern bevorzugen die Produktion von braunen Eiern nur, «weil der Konsument das erwartet und will». Ein reiner Marketing-Gag!

Ammenmärchen rund ums Essen

Kann man rohes Fleisch guten Gewissens essen? Leben wir wirklich gesünder, wenn wir viel trinken? Warum riechen manche Eier nach Fisch? Längst nicht alles, was verteufelt wird, ist ungesund – und längst nicht alles was hochgejubelt wird, hochwertig. «mysteries» entlarvt die grössten Food-Mythen. Denn aller Panikmache zum Trotz essen wir in Europa mittlerweile wohl gesünder denn je.

Ob BSE, SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe oder EHEC: Immer öfter warnen uns behördliche Gesundheitsapostel vor fiesen Seuchen oder keimbelasteten Lebensmitteln. Selbst stinknormale Grippeepidemien werden mittlerweile zu ultimativen biblischen Plagen hochstilisiert. Panikmache ohne Ende. Entwarnungen gibts kaum. Zurück bleiben verunsicherte Konsumenten, die zu Hypochondern mutieren, weil ihnen das Gefühl vermittelt wird, täglich aufs Neue infiziert oder vergiftet zu werden.

«Furchtappelle» nennen Experten derlei gezielte Angstmache- ► Entwässert uns Kaffee wirklich? Überhaupt nicht, wie selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont. Dennoch sollte man es bei maximal vier Tassen pro Tag belassen.

► Warum riechen braune Eier manchmal nach Fisch? Weil die Hühner mit billigem Fischmehl gefüttert wurden? Falsch! Weil bestimmte Hennen einen Gendefekt haben und das Molekül Trimethylamin im Futter-Raps nicht zerlegen können. Europas Hühner-Züchter Nr. 1 – die Firma Lohmann aus Cuxhaven – hat fühl, reichen absolut.

Verdauung wirklich besser? Erneut eine Werbelüge. Jedes andere Joghurt wirkt genauso so gut – oder schlecht!

► Macht Bier dick? Klar, weil Alkohol die Fettverbrennung verlangsamt. Dennoch schlägt ein Feierabendbier weitaus weniger auf den Bauch als ein Glas Wein oder ein Gläschen Schnaps.

► Ist blutig gebratenes Rindersteak eine Keimschleuder? Nein, wie Tests des WDR 2011 ergaben – sofern es korrekt im Kühlschrank gelagert wurde. Ob ganz kurz angebrutzelt oder richtig durchgegart: Spielt gesundheitlich überhaupt keine Rolle.

► Ist Essen zu später Stunde ungesund? Macht es uns dicker? Vergessen Sie es. Weil auch dieses Ammenmärchen nicht stimmt.

red.

► Regulieren so genannt probiotische Joghurts («LC1») unsere Ist alkoholfreies Bier wirklich alkoholfrei?

Mitnichten!

► Ketchup ist wegen seines hohen Zuckergehalts die ultimative Kalorienbombe. So wird es Kindern erzählt. Auch das ein Märchen. Denn eine riesengrosse (!) Portion Ketchup à 100 Gramm hat rund 65 bis 107 Kalorien – also genau so viel wie ein Becher Joghurt. Die gleiche Menge Mayonnaise dagegen schlägt mit rund fünf- bis siebenmal mehr Kalorien auf den Bauch!

► Lassen sich in kaltem Wasser abgeschreckte Eier besser schälen? Selbstverständlich nicht. Faustregel: Je älter ein Ei, desto leichter lässt es sich nach dem Kochen pellen. Mit kaltem Wasser hat das nichts zu tun.

► Bleiben Gurken im Kühlschrank frischer? Im Gegenteil, denn sie beginnen schneller zu schimmeln. Optimal lagert man sie bei Raumtemperatur. Auch «Nachtschattengewächse» wie Kartoffeln, Tomaten oder Zwiebeln grauen sich vor Kälte. Ebenso Zitrusfrüchte. Und: Auch Äpfel gehören nicht in den Kühlschrank.

Sie verbreiten Aethylen-Gas und verderben damit anderes Obst.

► Zu viel Salz soll den Blutdruck von gesunden Konsumenten erhöhen? Quatsch! Es gibt keinerlei seriösen Nachweis dafür.

► Darf man rohes Rindshackfleisch essen? Warum auch nicht? Schliesslich gilt auch rohes Schweine-Met manchen als Delikatesse. Einziger Tipp: Gehacktes immer an dem Tag verzehren, an dem es gekauft wurde.

► Ist Margarine gesünder als Butter, weil sie weniger Fett enthält? Wieder eine Werbelüge. Denn Fett ist und bleibt Fett. Ob tierisch oder pflanzlich: Beides ist ebenso gesund wie ungesund.

► Gehen Vitamine in der Mikrowelle schneller kaputt? Im Gegenteil: Durch das schnelle Garen bleiben sie sogar länger am Leben als beim normalen Kochen, wie Lebensmitteltechniker nach Tests bestätigen.

► Deckt ein Apfel pro Tag den täglichen Vitaminbedarf? Auf keinen Fall. In jedem Fall sollten wir die Kerne intensiv kauen – weil sie dank ihrem hohen Laetril-Anteil (B17) die Abwehr stärken.

► Ist «alkoholfreies Bier» alkoholfrei?Wers glaubt, dem wachsen Flügel. Bis zu 0,5 Prozent Alkohol sind erlaubt. Alkoholiker und schwangere Frauen sollten besser die Hände davon lassen.

► Hält uns eine warme Mahlzeit pro Tag länger am Leben? Ob kalt oder heiss: Spielt absolut keine Rolle.

► Bekommt man Würmer im Magen, wenn man rohen Teig isst? Keineswegs – Blähungen vorbehalten, wegen der Stärke. Auch das ist also ein uraltes Ammenmärchen.

► Lebt man gesünder, je mehr Wasser man trinkt?Ebenfalls ein klassischer Food-Mythos. 1,5 Liter pro Tag, je nach Durstge-

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Wie sieht Deutschlands Zukunft aus? Wie will man gegen Ende dieses Jahrzehnts leben? Via Internet wollte Kanzlerin Angela Merkel die Ideen ihrer Bürger erfahren. Tausende von Vorschlägen wurden eingereicht und bewertet. Topthemen sind unter anderem der Islam, «Warengeld», «Freie Energie» und Cannabis.

Welche Anliegen brennen Deutschlands Bürgern besonders auf den Nägeln? Hier eine Auswahl der originellsten und bis Mitte April (Ende der Vorschlagsphase) höchstbewerteten Bürger-Anliegen aus der Top-10-Liste von Angela Merkels Internetseite «www.dialog-ueber-deutschland.de»: ► «Nachdem sich unser Nachbarland Frankreich dazu durchgerungen hat, ein Gesetz zu verabschieden, dass die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern und Aramäern unter Strafe stellt und es dieses Gesetz in der Schweiz bereits seit Jahren gibt, ist ein solches für Deutschland längst überfällig.»

► «Das Thema Islam wird von Politik und Medien gründlich gemieden, Islamkritiker werden bestenfalls ignoriert, meist aber diffamiert, Islamkritik wird pathologisiert und kriminalisiert. Eine argumentative Auseinandersetzung mit dem Islam muss endlich stattfinden. In der Politik. In den Medien.»

► «Cannabis legalisieren: Den Markt für Erwachsene regulieren! Der bestehende Schwarzmarkt für Cannabis sollte durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) ersetzt werden. Durch eine Besteuerung kann mehr Suchtprävention finanziert werden.»

► «Wir fordern, dass das Thema Hochbegabung in Zukunft bundesweit in die Ausbildung der Erzieher und Lehrer aufgenommen wird.»

► «Alle Grundschulkinder sollten vier Jahre lang eine Stunde Schachunterricht pro Woche erhalten. Das Schachspiel eröffnet Kindern neue Horizonte in vielerlei Hinsicht.»

► «Gebt den Menschen echtes Geld zum Leben: WARENGELD. Geld, hinter dem ein echter Wert steckt, zum Beispiel, weil es in stundenlanger harter körperlicher Arbeit erst gewonnen werden musste. Geld, welches beständig ist und seinen echten inneren Wert nie verlieren wird. Gebt den Menschen die Freiheit darüber zurück, was sie als Geld akzeptieren wollen und zwingt ihnen nicht länger ein ‹gesetzliches Zahlungsmittel› aus bedruckter Baumwolle auf!»

«Sexueller Missbrauch von Tieren endlich bestrafen»

Gebt den Menschen Geld, hinter dem ein echter Wert steckt!

Viele Stimmen erhielten zudem folgende Anliegen: «Religionsunterricht aus den staatlichen Schulen ausgliedern!» «GEZ-Gebühr abschaffen! Schlechtes Fernsehen und Radio mit unserem Geld finanzieren, im Namen der Demokratie? Wer profitiert davon?

Vom Volk niemand!» «Das Gesetz, das den sexuellen Missbrauch von Tieren zulässt, abschaffen. Seit 1969 ist der sexuelle Missbrauch von Tieren wieder legalisiert…»

Ebenso interessant folgende Idee: «Jeder Bürger, der den Wunsch danach hat, erhält ein Hektar Land zur lebenslangen Nutzung, unbesteuert und vererbbar, als bedingungslosen Lebensraum. Dort kann er auf naturnahe Weise sich und seine Familie mit selbst angebauten Lebensmitteln versorgen, einen Wald anlegen, ein ökologisch sinnvolles Haus bauen, dezentral Energie schöpfen und Tiere natürlich halten.»

Tausende positiver Reaktionen erhielt auch Bürgerin Viktoria Constanze Reichelt: «Ich unterbreite, Forschungsgelder in den Bereich der so genannten ‹Freien Energie› oder auch ‹Vakuumfeldenergie› oder ‹Nullpunktenergie› zu investieren. Diese Energieform ist dem grössten Teil der Bevölkerung noch nicht bekannt.

(…) Ich war diesen Monat bei Prof. Claus Turtur an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und habe mit eigenen Augen zwei laufende ‹Freie Energie›-Versuchsaufbauten gesehen. Ich bin bereit, dies unter Eid zu beschwören!»

red.

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Mit beinahe missionarischem Eifer drängen die USA bei den Regierungen der Andenländer darauf, die traditionsreiche Koka-Heilplanze zu dezimieren – trotz ihrer gesundheitlichen Vorzüge.

Importe in die Vereinigten Staaten sind strikt verboten. Davon ausgenommen ist eine einzige Firma: Das Coca-Cola-Imperium!

Im Rahmen einer lange Zeit verschwiegenen Sonderregelung importiert der Mega-Konzern für sein Geheimrezept jede Menge Koka-Blätter, wie die «New York Times» am 1. Juli 1988 enthüllte. Abgewickelt wird der Ankauf über das Verarbeitungslabor Stepan Company.

Rund 100 Tonnen Koka sollen es derzeit jährlich sein, aus Peru und Bolivien. Selbstverständlich wird das Kokain vor der Verwendung auf chemische Weise aus den Blättern herausgelöst.

Doch wohin wandert es? An die Mallinckrodt Incorporated in St. Louis, die mittlerweile dem Pharma-Riesen Covidien gehört, dessen Sitz kürzlich von den Bermuda-Inseln nach Irland verlegt wurde. Bei Mallinckrodt wird das Kokain der Coca-Cola-Importe – neben Opium aus Indien – für den «medizinischen Gebrauch» verwendet, was auch immer das konkret heisst, Wer nachrechnet, kommt dabei auf sagenhafte 333 Kilo Kokain pro Jahr – im Markwert von über 16 Millionen US-Dollar!

und Kaltpflanzen. «Warmpflanzen aus den subtropischen Dschungelregionen setzen sie etwa bei Erkältungen ein. Kaltpflanzen aus dem Hochplateau bei Fieberschüben.»

Zu Gast beim Hüter des Heiligen Berges Und dann – noch bevor sie ihr Tal verlassen – treffen Aurelio und Cerilo in Kanisaya ein, wo sie einen 91-jährigen Kallawaya besuchen. Den Hüter ihres heiligen Berges Akhamani. Den letzten seiner Art im Dorf. Seine jüngeren Gefährten zog es mittlerweile alle in die Stadt. So gerät nun auch das mündlich tradierte Wissen dieses Weisen in Vergessenheit – weil sich kaum noch jemand dafür interessiert.

«Kannst Du meinem jungen Sohn vor unserer grossen Reise etwas über die Geheimnisse der Berge erzählen?» fragt Aurelio den alten Mann mit leuchtenden Augen. Der 91-Jährige bittet seine Besucher auf eine kleine Holzbank. Dann beginnt er zu erzählen. Ein fast schon magischer Moment: «Vor langer, langer Zeit sind die bösen Götter aus der Erde gestiegen und haben die Berge errichtet. Die guten Geister kamen von oben und haben mit Schnee und Eis die bösen Kräfte unter sich festgefroren.»

Nachdenklich hält der Weise einen kurzen Moment inne, um dann mit mahnender Stimme fortzufahren: «Wenn eines Tages das Eis schmilzt, dann bedeutet dies das Ende der Welt…»

Infos: www.richardladkani.com / filmquadrat.de /ina-roesing.de los. Für Cerilo ist es die erste Reise überhaupt. Wohin sie ihn wohl führen wird?

Wie durch ein Wunder kreist beim Abmarsch ein Condor über Vater und Sohn – das heiligste Tier der Kallawaya, welches ihnen seit jeher Schutz verspricht. «Sie jagen ihn nicht», erläutert Filmemacher Ladkani. «Aber wenn sie einen verendeten Condor finden, behandeln sie Warmpflanzen helfen mit seinem Fleisch Epileptiker und mit seinem Blut Tuberkulose-Kranke.»

bei Erkältungen, Kaltpflanzen Weiter unterscheide die Naturheilkunlindern Fieberschübe. de der Kallawaya zwischen Warmpflanzen

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fender Kamera. Er sieht viele Fahrzeuge, «die sich aber nicht bewegen». Er glaubt die Frau «in der Nähe von oder in diesem Ge-Bildstrecke aus dem Film (v.l.n.r.): Zoller fühlt. Dann zeichnet er auf der Karte zwei Kreise ein, während die Testperson durchs Denkmal (oben) schlendert. Nach der «Psi-Ortung» telefonieren die beiden.

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Journalisten stellen «Remote Viewer» auf die Probe

Manche bezeichnen ihn als Medium, andere schlicht als «Remote Viewer». Ein deutsches TV-Team um den Journalisten Robert Fleischer wollte es ganz genau wissen und stellte dem Schweizer Martin Zoller nach etlichen Sicherheitsvorkehrungen eine knifflige Aufgabe: Gelingt es ihm, irgendwo in Leipzig innerhalb einer Stunde eine bestimmte Frau zu lokalisieren – nur mit seinen mentalen Kräften?

«Ich bin jederzeit bereit für weitere Tests – gerne auch zusammen mit einem TV-Team», versicherte Martin Zoller (41) bereits vor Jahren gegenüber «mysteries», als ihn im Gegensatz zu Südamerika hierzulande noch kaum jemand kannte. Tatsächlich arbeitete der Schweizer Hellseher schon immer gerne mit Journalisten und Politikern aus aller Welt zusammen. Und immer wieder verblüffte er dabei mit seinen medialen Fähigkeiten. Speziell bei der Suche nach Vermissten.

So etwa Ende der 90er-Jahre, als er allein durch mentale Kraft ein abgestürztes Privatflugzeug im Dschungel ortete und dessen Insassen gerettet werden konnten – in Bolivien, wo er einige Zeit auch eine eigene Fernsehsendung hatte. Oder 2002, als er voraussagte, dass die neue Miss Universum aus Osteuropa komme. «Die Anfrage kam von einer bolivianischen Journalistin. Ich stellte mir die Weltkugel vor und sah Europa, anschliessend Osteuropa, beziehungsweise ein ehemals sowjetisches Land. Bei der Hautfarbe tauchte weiss auf», erzählt Zoller. Und tatsächlich: Entgegen allen Expertenprognosen gewann damals Oxana Fedorova aus Russland den Titel.

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig: Hierher fuhr Testperson Anja für das Experiment.

2011 sorgte Martin Zoller auch im deutschen TV für Diskussionen – in der Fernsehsendung «Verschwunden – Ein Medium sucht Spuren» auf RTL2. Doch wie gut sind die Prognosen des Hellsehers tatsächlich? Lassen sich seine Fähigkeiten objektiv überprüfen – und inwieweit stimmen sie mit der Realität überein? Um dies herauszufi nden, hat der freischaffende deutsche Journalist Robert Fleischer gehörigen Aufwand betrieben. Gemeinsam mit zwei Kamerateams testete er Ende 2011 Martin Zoller und dessen Gabe, Personen lediglich mit Hilfe seiner Medialität und einer Landkarte aufspüren zu können.

Wie ein Detektor kreist seine Hand über dem Stadtplan Als Testperson und Lockvogel für das Experiment agierte Fleischers Journalisten-Kollegin Anja Lehmann. Sie traf sich mit dem Hellseher in Leipzig – einer Stadt, die Martin Zoller bis dahin noch nie persönlich besucht hatte. Mitten auf einer Brücke drückte sie dem Schweizer einen Stadtplan in die Hand und fuhr dann mit ihrem Auto los. Ihren genauen Zielort erfuhr sie von Fleischer erst kurz vor der Abfahrt.

Eine halbe Stunde später macht sich Zoller an die Arbeit, im TV-Studio der Leipziger «NuoViso Filmproduktion». Rund 45 Minuten lang meditiert der Mann dort in sich versunken, fährt mit seinen Fingern wie mit einem Metalldetektor über die Stadtkarte, fühlt, spürt, denkt und konzentriert sich auf seine inneren Bilder. Währenddessen kritzelt er immer wieder Stichworte auf einen Notizzettel.

«Wenn ich mich auf Anja konzentriere, ist das erste Bild, das auftaucht, ein grosses schweres Gebäude», erklärt Zoller vor lauschlendert sie neben anderen Touristen in das wuchtige Monument mit seinen grossen Fenstern und säulenartigen Strukturen, mitten in die düstere Krypta mit ihren riesigen Totenwächtern.

Just dort also, wo sich der Blick zum rund 400 Meter entfernten alten Leipziger Messegelände samt dem grossen Einkaufszentrum öffnet, das Zoller soeben in einem seiner zwei Kreise markiert hatte. Ziemlich erstaunlich, auch für Journalist Robert Fleischer: «Vom Platz her hätten etwa 200 Kreise dieser Art auf die Karte gepasst!

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Anja an einem dieser zwei Orte befi ndet, betrug demnach 1:100.»

Dennoch dürfte leider auch dieses Experiment Hardcore-Skeptiker nicht von Psi-Kräften überzeugen, wie Robert Fleischer weiss. «Selbst dann nicht, wenn wir versichern, dass beim Dreh alles mit rechten Dingen zuging und dass wir nichts manipuliert haben.» Und Martin Zoller? Der ist bereits wieder unterwegs. Unter anderem im Mittleren Osten. Parallel dazu arbeitet er an einem «Praxishandbuch» über seine Fähigkeiten. Erscheinen soll es im September 2012.

red.

Vom Platz her hätten 200 Kreise dieser Art auf die Karte gepasst.

von einer grünen Parkanlage mit Parkplatz, samt S-Bahn-Station in der Nähe. Noch während Zoller sich auf die Frau konzentriert, Infos:www.exopolitik.org /www.martinzoller.com Martin Zoller: «Was Remote Viewing ist?

Es ist das Erlangen von Informationen über Orte, Situationen oder Objekte, von denen der Wahrnehmende räumlich getrennt ist. Die Technik wurde in den 70er-Jahren durch das Stanford Research Center und das US-Militär entwickelt.»

bäude». Zudem sehe er sehr grosse Fenster. «Nicht weit von dort ist ein öffentliches Gebäude, vielleicht so etwas wie ein Bahnhof oder eine S-Bahn-Station. Anja muss auch einen Blick auf eine Grünfläche haben, die sie in der Nähe sieht. Da sind Menschen, die sich bewegen. Der Begriff ‹dunkler› Raum ist ebenfalls aufgetaucht.» Auch dort glaube er, sie zu spüren. «Dann tauchen noch Stichworte wie Säulen oder feste Mauern auf. Das könnten Stützen sein, die mit diesem Gebäude zusammenhängen.»

Vielleicht seien das Empfindungen von einem Ort, oder gar von zweien, ergänzt Martin Zoller vorsichtig. Auch eine Art grosses Einkaufszentrum wähnt er in der Nähe der Testperson. Dann zeichnet er auf der Stadtkarte zwei kleinere Kreise, innerhalb derer er Anja in Leipzig vermutet.

«Kann man das weiter eingrenzen?» fragt Journalist Fleischer kritisch. «Schwierig», antwortet Zoller ehrlich. «Erfahrungsgemäss nicht.»

Was Martin Zoller nicht weiss: Anja Lehmann befi ndet sich mittlerweile beim Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Umgeben

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Wer schuf den «Wächter der Wutachschlucht»?

Was hat dieses eindrückliche Fabelwesen in der Schwarzwälder Wutachschlucht zu suchen? Das fragt sich unser Leser Sven Schöpke seit 2005, als er die Prachtfigur von Moos und Gestrüpp befreite. War er auf einen alten, keltischen «Höhlenbeschützer» gestossen? Eher nicht, wie Karl «Fuzzy» Dösserich, Pfleger der Wutachflühen aus Stühlingen, zu wissen glaubt: «Die Skulptur dürfte 28 bis 30 Jahre alt sein.

Ein Kollege und ich hörten den spanischen Bildhauer damals während eines Joggingausflugs beim Hämmern. Kurz darauf entdeckten wir die Figur. Der begabte Mann hatte offenbar in Blumberg gelebt und mit behördlichen Widerständen zu kämpfen, weil sein Werk den Schwarzwald verschandle, wie es hiess.» Ein Schandmal? Im Gegenteil, meint auch Dösserich: «Immer wieder werde ich auf das prächtige Fabelwesen angesprochen. Mir gefällt es – es passt perfekt in unsere Region.» Wissen Sie mehr über die Skulptur? Dann wenden Sie sich bitte direkt an die «mysteries»- Redaktion (Kontaktdaten auf Seite 70).

Psi-Wunder Silvio Meyer zieht sich zurück Silvio Meyer mag nicht mehr. In den 70erund 80er-Jahren sorgte das Psychokinese-Genie aus Bern mit seinen Psi-Kräften zeitweise für mehr Rummel als Uri Geller.

Unter den Augen von Experten vollführte der Technische Zeichner allerei unerklärliche Dinge. So krümmte er Münzen oder brachte 1979 gar Löffel zum Brechen, deren gravierten Stiel er vor Zeugen anschliessend um 180 gedreht wie mit Geisterhand wieder mit dem Oberteil «verschweisste».

2004 berichtete das Schweizer TV erneut über den nun als Kunstmaler tätigen Wundermann. «Ich habe meine Fähigkeiten immer noch», gestand Silvio (Bild). Dann wurde es still um ihn. Auf Anfrage von «mysteries» winkt der heute 71-Jährige mittlerweile leider ab. «Ich gebe keine Interviews mehr – ich habe mit den Medien abgeschlossen» Selbst das Zureden eines befreundeten Forschers konnte ihn nicht umstimmen.

Men in Black (Teil 3), Prometheus, Batman und der kleine Hobbit Heisser Kino-Sommer für Fantasy-Fans: In diesen Wochen kehren die «Men in Black» zurück – zumindest auf die grosse Leinwand. Auch im dritten Film haben es Will Smith und Tommy Lee Jones mit allerlei durchgeknallten ET's zu tun. Im Juli schwingt sich dann Batman zum sechsten Mal in die Luft – unter dem düsteren Titel «The Dark Knight Rises». Am 9. August feiert schliesslich Ridley Scotts lang ersehntes «Alien»-Prequel «Prometheus» Premiere, für dessen Monster-Design unter anderem der Künstler H. R. Giger verantwortlich war. Tolkien-Fans dagegen müssen sich noch bis Ende Jahr gedulden: Dann startet der erste Teil von Peter Jacksons «Hobbit» (Bild links), dem Vorläuferepos zum «Herr der Ringe» – mit vielen Darstellern aus der Originaltrilogie.

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Korruption, Schwarzgeld, Kooperation mit der Mafia: Dokumente aus einem Geheimarchiv rücken den Vatikan in die Nähe des organisierten Verbrechens. Wer sich gegen das System auflehnt, wird abserviert – mit dem Segen des Papstes.

Wäscht Joseph Ratzinger noch weisser als seine Vorgänger?

Papst Benedikt XVI. unter Beschuss Die Vatikan AG Dubiose Geschäfte im Namen Gottes – Abbildung 2
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Der Kölner Dom braucht Geld und greift dabei zu Methoden, wie man sie sonst nur von Abzockern kennt. Nun soll auch «mysteries» zur Kasse gebeten werden – mit scheinheiligen Argumenten, die auch dem heiligen Petrus, dem offiziellen «Patron des Doms», sauer aufstossen würden.

Dicke Post vom Kölner Dom: Nach der letzten «mysteries»- Ausgabe erreichte uns ein Brief des Dombauarchivs. Ein Dankesschreiben für unsere Reportage über die Geheimnisse der Kathedrale?

Mitnichten.

Vielmehr hielten wir eine Rechnung über «170 Euro exklusive Bankgebühren» in den Händen!

Bezahlen sollten wir eine «Aufwandsentschädigung» für vier Bilder aus dem Dom-Innern, die wir zur Illustration unseres Artikels verwendet hatten.

Begründung der Dombauarchiv-Mitarbeiterin Christine Di Costanzo: «Leider wurde es von Ihrer Seite versäumt, eine offi zielle Anfrage an das Bildarchiv des Kölner Doms zu stellen.

Der Innenraum des Domes ist ein umfriedeter Raum, und das Kölner Domkapitel besitzt dort das Hausrecht.» Daher seien alle Bilder, die auf Grund und Boden der Kathedrale entstehen, urheberrechtlich geschützt «und dürfen nur mit Genehmigung der Hohen Domkirche veröffentlicht werden».

Der Witz: Zwei der beanstandeten Fotos hatte «mysteries» ordnungsgemäss über internationale Bildagenturen eingekauft, das dritte war ein Gratis-Foto von Wikipedia und das vierte eine winzige Bleistiftskizze aus einer externen Publikation, deren Rechte gar nicht beim Kölner Dom liegen.

Werden hier nicht die Falschen gebüsst?

Warum sollten wir dafür einen Obolus entrichten? Warum straft man uns als ordnungsgemässen Kunden mit juristischen Mitteln – und nicht die verantwortlichen Bildagenturen? Telefonische Antwort einer Mitarbeiterin des Dombauarchivs: «Weil besagte Agenturen nicht in Deutschland beheimatet sind. Das ist uns zu aufwändig.» Da kichern ja die Domspatzen! Stellen Sie sich nur mal vor: Sie kaufen bei Amazon oder Thalia in Deutschland ein ausländisches Buch und kriegen dann einen behördlichen Bussgeldbescheid, weil der Vertrieb besagten Werkes in ihrem Land verboten ist. Muss da nicht eher der Verkäufer belangt werden?

«Wir haben hier im Kölner Dom sechs Millionen Besucher pro Jahr, und natürlich wird mit unseren Bildern auch Kasse gemacht», wand sich die gute Dame auf telefonische Nachfrage und drückte auf die Tränendrüse: «Aber neben diesen Einnahmen haben wir jedes Jahr Kosten von sieben Millionen Euro, um den Bau zu erhalten. Bitte verstehen Sie uns!» Dass in der Kathedrale jährlich etwa 25 kostenlose (!) Grosskonzerte stattfinden, vergass sie zu erwähnen. Dafür räumte sie ein, dass «auch andere Medien erstaunt auf unsere Honorar-Forderungen reagieren.

Im Endeffekt bezahlen die danach aber alle anstandslos.»

«mysteries» tut dies nicht – aus Prinzip. Denn hier werden eindeutig die Falschen geschröpft! Wer auf der Dom-Homepage übrigens nach Hinweisen sucht, dass das Fotografieren mit kommerzieller Absicht im Innern verboten ist, findet dort wider Erwarten keinen Hinweis. Stattdessen sticht einem auf der Hauptseite ein Online-Spendenaufruf in die Augen, samt dem Hinweis: «Bitte beachten Sie, dass bei einem Betrag von unter 200 Euro keine Quittung ausgestellt wird.» Halleluja!

Luc Bürgin Blick in den Innenraum des Kölner Doms: Auch dieses völlig legal erworbene und bezahlte Foto stammt aus dem Fundus der internationalen Bildagentur «www.shutterstock.com».

Ausgabe 3/2012

Peinliche Dom-Posse in Köln: So werden Journalisten geschröpft – Abbildung 2
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ie gelten als Hüter uralten Wissens über die Kräfte der Natur. Die Zukunft lesen sie aus Koka-Blättern. Und mit ih- Sren Kräutertinkturen und schamanistischen Opferritualen vollbringen sie in den Anden so manches medizinische Wunder.

Kallawaya nennen sich die bolivianischen Wanderheiler im traditionellen Poncho. Seit vielen Jahrhunderten leben die sagenumwobenen Kräuterärzte im Nordosten des Titicaca-Sees an der Grenze zu Peru, in der Provinz Bautista Saavedra. Von dort aus führen sie ihre weiten Märsche bis nach Chile, Argentinien oder Ecuador.

Noch wirken die alten Kallawaya im Einklang mit Mutter Erde.

In enger Beziehung zur Natur, ihren Göttern – und zur Seele des Patienten, die in jeden Heilungsprozess miteinbezogen wird.

Doch die Moderne beginnt manche von ihnen zu verblenden.

Nicht mehr die katholische Kirche bedroht heute ihre Zukunft.

Sondern der Ruf der Grossstadt. Der verführerische Duft des Geldes. Der omnipräsente Einfluss des Turbokapitalismus. Kurz: Den Kallawaya fehlt es zunehmend an Nachwuchs. Oder wie sie selber konstatieren: «Wir werden leider immer weniger.»

So mancher Forscher versuchte die medizinische Heilkunst der Kallawaya in der Neuzeit zu ergründen. Nur wenigen ist es gelungen, die eine oder andere mündliche Frucht ihres aussterbenden Wissens zu ernten und zu dokumentieren. Einer davon ist der deutsche Filmemacher Richard Ladkani. In seiner preisgekrönten Dokumentation «Der Anden-Heiler» enthüllt er manche indigene Weisheit.

Pilgerreise nach Machu Picchu In atemberaubenden Bildern erzählt sein Film von der Reise des Kallawaya Aurelio Ortiz Huankallu. Mit seinem 15-jährigen Sohn Cerilo pilgert er zu Fuss ins Inka-Heiligtum nach Machu Picchu, mitsamt seinen Heilutensilien und Kräutern. Ein 1000 Kilometer langer Marsch. Durch Höhen und Tiefen. Stets dabei: Die Amulett-Steine, das Foto und die Heilertasche von Aurelios Grossvater, «eines ganz grossen Kallawaya».

Als kleiner Junge war Aurelio vom Blitz getroffen worden und lag längere Zeit bewusstlos im Regen. Doch er überlebte und galt wegen des himmlischen Zeichens fortan als Auserwählter.

47 Jahre ist der ebenso warmherzige wie bescheidene Wanderheiler aus Hanaq Wayk’u mittlerweile alt. Selbst Venezuelas Präsident Hugo Chavez liess sich schon von ihm segnen.

Aurelio Ortiz. In jungen Jahren wurde der Naturheiler der Kallawaya vom Blitz getroffen. Für sein Volk ein klares Zeichen der Götter.

und eine kleine Seele» «Kallawaya-Heiler sind für Körper und Seele zuständig: Im Verständnis der Quechua-Indianer gibt es das Krankheitsbild des Seelenverlustes – ‹El Susto› genannt. Alle Menschen haben demnach eine grosse und eine kleine Seele. Der Verlust der grossen Seele bedeutet den Tod. Die kleine Seele kann man durch Schock, etwa bei einem Unfall verlieren. Sie bleibt am Ort des Erschreckens zurück. Nur ein spezielles Ritual kann Körper und Seele dann wieder vereinen.»

(Richard Ladkani, Filmemacher) Dennoch wohnt Aurelio mit seiner Familie bis heute fernab der Zivilisation, bewahrt ehrfürchtig Tradition und Brauchtum seines Volkes, aber auch die Natur. Denn im Boden des Kallawaya-Lands wimmelt es nur so von Mineralien. Und Aurelio kennt die Erde wie kaum ein anderer. Noch wuchern dort wertvolle Kräuter und Gewürzpflanzen in Hülle und Fülle, deren Heilkraft westlichen Medizinern nur unzureichend bekannt ist.

«Mein Vater kennt insgesamt 180 Pflanzen – ich bisher nur 28», murmelt Aurelios Sohn Cerilo in Ladkanis Reportage mit gesenkten Augen. «Sie zu unterscheiden ist manchmal sehr schwierig. Ich lerne eine nach der anderen kennen, weil mein Vater sie mir erklärt.»

Zufall, dass der Junge weitaus älter und reifer wirkt als er ist?

Kaum. Denn bei den Kallawaya wird von Geburt an mit Liebe gelehrt, was im Leben wirklich zählt: Demut vor Mutter Erde.

Bescheidenheit. Und Ehrfurcht vor der Natur. Für den Lebensunterhalt sorgen Ackerbau und Viehzucht in bescheidenstem Rahmen. Noch immer wiegt jeder einzelne Pflanzenhalm im Anden-Hochland mehr als eine gefüllte Konservendose. Weil er spriesst. Und noch ist jede lebende Ziege mehr wert als ein fetter Braten. Weil sie Milch gibt.

Was der Film nur andeutet: Seit Jahren verdüstert sich der Himmel über den Anden-Heilern. Grund: Am 7. November 2003 erklärte die UNESCO die Kallawaya zu einem «Masterpiece of the Oral and Intangible Cultural Heritage of Humanity» (Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit).

Eine gesamte Kultur wurde damit von einem Tag auf den anderen zum «Weltkulturerbe». Fluch und Segen zugleich, wie die Vater und Sohn beim Pflanzensammeln im Hochland der Anden: Geduldig erklärt Aurelio Ortiz seinem ältesten Sprössling Cerilo, welches Kraut am besten gegen welche Krankheit hilft.

Opferzeremonie vor laufender Kamera. Mit uralten Ritualen versuchen die Kallawaya ihre Götter gnädig zu stimmen.

Kallawaya-Forscherin und emeritierte deutsche Professorin Ina Rösing im «Ulmer Universitätsmagazin» mahnte. Viele Jahre lebte und arbeitete die Kulturanthropologin bei den Einheimischen – verfasste Dutzende von Büchern über sie.

Das Problem: Seit die UNESCO den Blick von Reiseveranstaltern und Touristen auf die Kallawaya richtete und die bolivianische Regierung ihre Naturheiler stolz zu vermarkten begann, steigt manchem der bettelarmen Einheimischen der Duft des Geldes in die Nase. «Warum soll ich nicht mit einem Touristen vor einer Kamera posieren, wenn er mir Geld dafür bezahlt?»

fragt er sich. «Warum soll ich ihm nicht etwas Heilung versprechen, um meine Familie damit ein paar Monate ernähren zu können?»

Die mächtigen Mestizen wiederum, die früheren Grundbesitzer im Land, fürchten um ihre Macht, wie Rösing mahnt: «Den Indianern wachse der Kopf in den Himmel, lästern sie. ‹Sie werden uns angreifen.› Es gebe doch heute überhaupt keinen echten Medizinmann mehr. Alles Scharlatane und Ignoranten, sagen sie.»

Selbst unter den Kallawaya-Vertretern der Regionen Curva, Chajaya Chari und Amarete sind mittlerweile Grabenkämpfe entbrannt. Streitfrage: Welche der Sippen ist der wirklich «echte» alteingesessene Kallawaya-Clan? Wie einst der Goldrausch ganze Völker verblendete oder der Alkohol nordamerikanische Indianerstämme korrumpierte, droht nun der Tourismus aus den Industriestaaten ein weiteres Naturvolk für immer zu entwurzeln und in den Untergang zu führen. Und auch die heiligen Koka-Blätter, die den Kallawaya unter anderem als Orakelblätter dienen, verschwinden mittlerweile zunehmend aus den kleinen Läden – auf Druck der US-Regierung.

Koka ist für die Bolivianer in etwa, was das Bier für die Bayern ist.

«Aus dem Koka-Blatt kann man, wie allgemein bekannt, in einem komplizierten Verfahren mit chemischen Zusätzen Kokain herstellen, eine Droge, die abhängig macht», weiss natürlich auch Professorin Ina Rösing. Für die wahren Heiler in den Anden sei das aber ein Unding. Umso mehr, als das Koka-Blatt selbst völlig harmlos ist, wie sie betont: «Es macht weder süchtig noch verursacht es ein ‹High› irgendwelcher Art. Wenn man es mit ein wenig Asche kaut, dämpft es die negativen physischen Empfindungen wie Hunger, Müdigkeit, Kälte, Erschöpfung von harter Arbeit, körperliche Schmerzen – und ist dafür seit Jahrhunderten hoch geschätzt bei den Menschen der Andenregion.» Salopp formuliert: Koka ist für die Bolivianer in etwa, was das Bier für die Bayern ist.

Noch wichtiger, so Rösing, sei das Koka-Blatt aber im Kontext der Anden-Kultur und -Religion. «Ein Kern der andinen Kultur und Religion sind die Opferrituale für die dort beheimateten Gottheiten der Mutter Erde, der Heiligen Berge, des Blitzes. Die kostbarste und unverzichtbare Opfergabe ist dabei das Koka-Blatt. An das aber kommt man in der Kallawaya-Region jetzt kaum noch ran.»

Wohin die Reise den Sohn wohl führen wird?

Umso eindrücklicher die Tage des Aufbruchs im Dokumentarfilm von Richard Ladkani: Auch Aurelio Ortiz und Sohn Cerilo befragen vor ihrem langen Fussmarsch die Koka-Blätter. Und das Orakel scheint es gut mit ihnen zu meinen. «Unsere Kultur hat Tausende von Jahren überlebt. Ich werde alles mir Mögliche tun, um das Wissen unserer Vorfahren meinem Sohn weiterzugeben», erzählt Aurelio. «Aber ob er eines Tages wirklich ein Kallawaya sein wird, das können nur die Götter entscheiden.» Dann gehts Ausgabe 3/2012

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Zauberhaftes Spektakel oder schlechtes Omen?

Bald erwarten uns laut NASA die schönsten Polarlichter seit 50 Jahren, weil es auf der Sonne immer stärker kracht. Doch bereits im alten China sah man im himmlischen Farbenmeer ein ungutes Omen. Ebenso später in Europa, wie «mysteries»-Autor Hans Peter Roth zu bedenken gibt. Auch ihn zieht das zwielichtige Schauspiel auf seinen Reisen in den Norden immer wieder in den Bann.

Als ob ein virtuoses Geistwesen in die Tasten griffe, beginnt die Lichtorgel am Nachthimmel zu spielen. Still. Magisch. So hell, dass die verschneiten Hänge der norwegischen Küstengebirge und der nahe Atlantik unter der «Aurora borealis» grünlich-sanft aufglimmen. Mit fürs Auge ungewohnter Geschwindigkeit bewegen sich wallende Lichtvorhänge und bunt leuchtende Kaskaden über den ganzen Sternenhimmel. Ergriffen blicken wir zur Lichtersymphonie empor. «So wirkt der Geist auf die Erde ein», sagt ein Beobachter feierlich.

Ich habe Glück.

Während meiner Reise in das lange Dunkel des Hohen Nordens sind die meisten Nächte klar – nicht selbstverständlich für die sturmgepeitschte Küste Nordnorwegens. Fast jede Nacht huschen Polarlichter mehr oder weniger intensiv über das Firmament.

Sie entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und dort die Luftmoleküle zum Leuchten anregen. Je aktiver die Sonne, desto intensiver das Schauspiel.

Der Schweizer Physiker Herman Fritz (1829–1902) stellte bereits im 19. Jahrhundert fest, dass das Nordlicht (Aurora borealis), beziehungsweise das Südlicht (Aurora australis) jeweils um den 67. Grad nördlicher oder südlicher Breite am intensivsten leuchtet. Entsprechend eignen sich auf der Nordhalbkugel die Gebiete in einem Gürtel um den 67. Grad und nördlich davon am besten zur Beobachtung. Dazu gehören weite Zonen Sibiriens, Alaskas, Kanadas, Grönlands und Skandinaviens.

Ich habe mich für die Insel Andoya entschieden. Sie gehört zur Vesteralen-Inselgruppe nördlich der Lofoten und liegt direkt am offenen Atlantik. Allein die Landschaft ist atemberaubend.

Es ist, als ob die verschneiten Schweizer Alpen im Meer versänken. Auf dem 69.

Breitengrad gelegen, sind die Sichtungsbedingungen für Polarlichtbeobachtungen hier ideal. Während des Aufenthalts in der Polarnacht um den Jahreswechsel zeigte sich das Nordlicht normalerweise am intensivsten zwischen 21 Uhr und 01 Uhr nachts.

Wenn er zur «Aurea borealis» emporblickt, wird selbst der bekannte Berner Satiriker Andreas Thiel sanft und poetisch: «Es beginnt ganz leicht, wie der Hauch einer Ahnung. Man ist sich nicht sicher, ist es eine Wolke, die sich über einem fernen Hügelzug bildet, sind es Schneeverwehungen, oder ist da gar nichts. Als Nächstes stellt man fest, dass das, was da fast nicht ist, leicht grünlich pulsierend schimmert. Dann geschieht das Gleiche über einer Bergflanke nebenan. Und jetzt beginnt der Himmel Licht zu versprühen, wie ein Zuckerstock, der in Zeitlupe abbrennt, wie ein nächtliches Ballett für die Sterne, als würden leuchtende Engel, die weder Zeit noch Raum empfinden, über den Himmel hinwegtanzen.»

Bedrohliche Vorboten grosser Kriege?

So idyllisch haben die Menschen den vom «Elektrometeor» entflammten Nachthimmel nicht immer gesehen. Schon im 5.

Jahrhundert wollten Astronomen im alten China aus den Farben der Polarlichter das Eintreffen von Fluten oder Dürren, von reichen Ernten oder Hungersnöten bestimmen. Und vor allem in Mitteleuropa, wo sie selten zu sehen waren und für viele Menschen im Mittelalter alles Fremde erst einmal bedrohlich wirkte, wurden die Polarlichterscheinungen als Ankündigung von Seuchen, Krankheiten, Kriegen oder anderen Katastrophen

Es scheint, als ob die verschneiten Alpen im Meer versänken.

gedeutet, je nach Färbung. Dem Polarlicht kam eine ähnlich prophetische Bedeutung zu wie einem Kometen. Kein Zufall, wie die moderne Forschung zeigt.

Die Wikinger Norwegens und Schwedens wiederum betrachteten das nächtliche Lichtspiel als Spiegelung des Scheins bei einem Kampf. Irgendwo auf der Welt wurde eine grosse Schlacht geschlagen. In der Vorstellung der Wikinger ritten Walküren über den Himmel und suchten nach Helden, die an Odins Tafel speisen. Auf deren Rüstungen brach sich das Mondlicht und wurde zum Nordlicht. In der nordischen Mythologie spielt das Polarlicht denn auch eine zentrale Rolle. Auch hier wurde es oft als Tanz von Jungfrauen und Walküren interpretiert, ebenso als Kampf der Götter und Geister. Oder aber die gefallenen Krieger teilten durch das Polarlicht den lebenden Herrschern Warnungen mit.

Erstaunlich, aber wahr: Trotz grosser Anstrengungen ist es der modernen Wissenschaft bis heute noch immer nicht endgültig gelungen, den genauen Ablauf der Polarlichtentstehung vollständig zu erklären. Sicher ist hingegen, dass eine wachsende Zahl von Menschen dem Bann des nächtlichen Lichterzaubers am Polarhimmel erliegt. Und sie kommen auf ihre Kosten.

Denn jetzt erreicht der elfjährige Sonnenzyklus wieder ein Aktivitätsmaximum mit besonders häufigen, starken Eruptionen: Laut der NASA erwarten uns demnächst die stärksten Polarlichter seit 50 Jahren…

Hans Peter Roth Xylit • Xylitol 500g | EUR 8,90 Nähere Informationen und Bestellungen: www.mare-versand.de FED: «Je stärker die Sonnenaktivität, desto mehr finanzielle Turbulenzen» Sagenhafte 8000 Jahre muss man in der Erdgeschichte zurückgehen, bis man einen Zeitraum findet, in dem unsere Sonne im Mittel ebenso aktiv war wie in den vergangenen 60 Jahren. Dies berichtete am 28. Oktober 2004 die weltbekannte Fachzeitschrift «Nature». Die Sonne interagiert dabei nicht nur mit unseren Körpern, sondern auch mit unserer Psyche, wie ein 40-seitiges Arbeitspapier der Federal Reserve Bank of Atlanta (FED) vom Oktober 2003 dokumentiert, welches im Internet eingesehen werden kann. Titel: «Geomagnetische Stürme und der Aktienmarkt».

Wörtlich steht darin: «Eine Vielzahl psychologischer Untersuchungen hat gezeigt, dass geomagnetische Stürme einen starken Effekt auf die menschliche Stimmung haben. (…) Genauer gesagt mögen Leute, beeinflusst von geomagnetischen Stürmen, an stürmischen Tagen eher dazu neigen, Wertpapiere zu verkaufen, weil sie ihre schlechte Stimmung irrtümlicherweise vermeintlich negativen ökonomischen Aussichten zuschreiben statt den tatsächlich schlechten umweltbedingten Gründen.»

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V E R S A N DMittlerer Daxstein 15 DE–94579 Zenting | Tel. +49 (0)9907/ 15 95 25 Naturgeheimnissen auf der Spur Bereits die alten Inka vertrauten auf die schamanistische Heilkunst der Kallawaya: Hunderte von Pflanzen sollen die Naturärzte aus den Anden kennen. Derart viele, dass sie von den Spaniern wegen ihrer Opfer und Rituale einst als Hexer verbrannt wurden. Die Überlebenden geben ihre medizinischen Geheimnisse bis heute nur mündlich weiter. Doch nun droht das uralte Kräuterwissen der Kallawaya erneut verloren zu gehen – «dank» der UNESCO.

von Luc Bürgin

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Wo liegt Attilas Grab tatsächlich? Der Herrscher scheint über halb Europa verstreut beerdigt worden zu sein, zumindest wenn man allen alten Überlieferungen glauben will.

Dutzende Ortschaften und Regionen rühmen sich, die letzte Ruhestätte des Hunnen-Fürsten zu beherbergen. Nicht nur in Rumänien und Ungarn, sondern auch im Saarland, in der Steiermark, der Lüneburger Heide, im Schweizer Kanton Basel-Landschaft, in Frankreich, im Bergischen Land, in Mittelfranken … Interessanterweise taucht in vielen dieser Sagen die Schilderung auf, Attila sei in einem Fluss bestattet worden. Mehrere Überlieferungen berichten jedoch auch, dass der König in einem Berg beigesetzt worden sei. Besonders kokett agieren in diesem Kontext ein paar südbadische Winzer in Merdingen bei Freiburg. Sie vermarkten unter dem Namen «Attilafels» sogar einen Wein. Der rote Tropfen kommt vom Tuniberg bei Freiburg, wo eine Hanglage nach dem Hunnenkönig benannt ist – obwohl dieser nachweislich nie dort gewesen ist.

Extreme Power (rechts): Reproduktion eines hunnischen Reflexbogens.

(Foto: Römisch-Germanisches Zentralmuseum, René Müller) schen nach Deutschland ausgewandert – hatte es den Lehrer doch wieder gepackt: «Ich entdeckte per Zufall, dass mein Vater erneut zu forschen begonnen hatte», erzählt Georg Feichter.

Zu gross war wohl die Anziehungskraft des Mysteriösen und Geheimnisvollen, das den alten Hunnen begleitet. Denn nach wie vor rätselt die Wissenschaft, wo genau Attila residiert hat.

Und wo er seine letzte Ruhestätte fand. Angesichts der immensen Schätze wollten die Hunnen das Grab ihres Königs vor Plünderern schützen, heisst es in den Legenden. Dazu hätten sie einen Fluss umgeleitet und Attila in dessen Grund begraben. Danach sei der Strom wieder in sein ursprüngliches Bett überführt worden. Die Mannschaft, die diese Arbeiten ausgeführt habe, sei auf dem Rückweg umgebracht worden. «Um die Grabstätte auch mystisch abzusichern, wurde sie zudem mit einem Fluch belegt», sagt Georg Feichter. «Jeder, der sich auf die Suche des Grabes begibt, müsse sterben, so die Volkssage.»

Der Vater startete den zweiten Anlauf seiner Studien mit neuen Forschungsansätzen. Er nutzte seine Ortskenntnisse sowie seine geografische Ausbildung und versuchte, mittels Flur- und Ortsnamensforschung dem Hunnenkönig auf die Spur zu kommen. Als Basis dienten ihm Aufzeichnungen des römischen Gelehrten Priskos aus dem 5. Jahrhundert – einer der wenigen zeitgenössischen Quellen zu Attila. Priskos war vom oströmischen Kaiser als Diplomat an den Hof Attilas im Banat gesandt worden. Der Gelehrte hielt nicht nur seinen jahrelangen Aufenthalt bei den Hunnen detailliert fest. Er beschrieb auch, auf wel-

Wurde für den toten König ein Fluss umgeleitet?

Ausgabe 3/2012 Attilas Zeit dürfte das also in zwei bis drei Tagesmärschen zu schaffen gewesen sein», schätzt der Mediziner. «Mein Vater hat immer wieder gemutmasst, dass dieses Gebiet für eine Flussbestattung in Betracht käme.»

Ob sein alter Herr mit seinen Interpretationen Recht hatte, weiss Feichter bis heute nicht. «Aber ich finde seine Überlegungen und Ansätze recht schlüssig.» Seine Studien seien jedoch in jedem Fall so profund und zeitintensiv, dass sie es zumindest verdient haben, publiziert zu werden. «Deshalb habe ich mich an ‹mysteries› gewandt.» Der Banat-Deutsche fände es zudem spannend zu erfahren, was heutige Archäologen zu den alten Erkenntnissen des Geografen sagen: «Vielleicht enthalten sie ja «mysteries» kontaktierte den promovierten Archäologen und Attila-Experten Michael Schmauder vom Landesmuseum Bonn.

«Ich kenne keinen archäologischen Befund, der auf eine entsprechende Lokalisierung hinweist», sagt Schmauder in einer ersten spontanen Reaktion zu den Überlegungen Feichters, dass Attila möglicherweise östlich der Theiss residiert habe. Der Wissenschaftler räumt jedoch ein: «Dass das Herrschaftszentrum Attilas bei Szeged gelegen haben soll, ist gleichfalls blosse Vermutung.» Allgemein gehe man jedoch «von einer Lage im Zwischenstrombereich» aus.

Eher skeptisch ist der Archäologe dagegen bei Feichters Einschätzung hinsichtlich der letzten Ruhestätte des Hunnenkönigs: «Ob das Grab Attilas bei seiner Residenz zu suchen und zu finden ist, ist durchaus fraglich. Die alttürkischen Memorialkomplexe liegen zum Beispiel nicht in unmittelbarer Nähe der Residenzen.» Wie bei diesem Thema üblich, gebe es auch neue Denkanstösse?»

Langschädel:Langschädel:Langschädel: Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger) cher Route er zu Attila reiste, welche Landschaften er durchzog, was für Strassen er und sein Tross benutzten und wie viele Flüsse sie überquerten.

Hobbyforscher Feichter rekonstruierte anhand dieser Schilderungen die Reisestrecke des Römers – und war sich irgendwann ziemlich sicher: Die Archäologen suchten und suchen bisher schlicht an der falschen Stelle nach dem Zentrum des Hunnenführers! Denn die meisten Wissenschaftler vertreten bis heute die Meinung, Attilas pompöser Holzpalast habe in der ungarischen Tiefebene «irgendwo zwischen Theiss und Donau» gestanden.

«Mein Vater kam dagegen zum Schluss, dass die Residenz auf der anderen Seite der Theiss zu finden ist», erklärt Georg Feichter. Konkret: Hunnen-Fürst Attila habe nicht, wie von einigen Historikern gemutmasst, in der Gegend der heutigen ungarischen Stadt Szeged residiert, sondern im Bereich der kleinen rumänischen Gemeinde Cenad. Also nicht am West- sondern am Ostufer der Theiss!

«Zwischen Hügeln beerdigt» Das Grab Attilas dürfte sich indes im Fluss Crisul Alb («Weisse Kreisch») befinden, urteilte Feichter Senior nach langem Studium diverser Quellen. «Natürlich gab und gibt es zahlreiche Spekulationen über den Bestattungsort Attilas», räumt auch sein Sohn ein. Doch wie der Vater ist er überzeugt: «Weder die Theiss noch die Marosch kommen in Betracht. Beide Flüsse sind für ein derartiges Unterfangen zu gross.» Selbst mit heutigen technischen Möglichkeiten hätte man sie nicht innerhalb weniger Tage umleiten können.

Einen «zugegeben sehr vagen Hinweis» fand Feichter senior beim römischen Geschichtsschreiber Jordanes. In dessen Aufzeichnungen über die Goten aus dem 6. Jahrhundert kommt auch Attila vor. «In einem einzigen Satz erwähnt Jordanes, man habe den Hunnen-König ‹zwischen Hügeln› bestattet», so Feichter junior. «Das Banat ist aber topfeben. Von Attilas mutmasslicher Residenz bei Cenad liegen die nächsten Hügel, mit Flüssen, die man umleiten könnte, im Nordosten: das Gebiet der drei Kreischen.»

Dorthin komme man heute in einer knappen Autostunde. «Zu Attila als Schweizer Wappenfigur Auch im berühmten Nibelungenlied hatte der Hunnenkönig einen prominenten Auftritt.

Dort wird er allerdings Etzel genannt. Weit verbreitet sind zudem Orts-und Flurnamen, die an den Heeresführer und die blutigen Schlachten mit seinem Reitervolk erinnern.

Der Basler Stadtteil Kleinhüningen zum Beispiel zeigt Attila seit Beginn des 19. Jahrhunderts sogar stolz in seinem Ortswappen – seit 1980 noch dazu in modernisierter Version (siehe Bild). Die Hunnen sollen hier – an der Mündung des Flüsschens Wiese in den Rhein – während der Kriegszüge regelmässig ihr Lager aufgeschlagen haben. So sagt es zumindest der Volksmund.

Ein Mythos! Attila war hier nie – nicht einmal in der Nähe.

Aber viel später – im 9. Jahrhundert – hatte ein ungarisches Reitervolk Basel gestürmt und geplündert. Diesen brutalen Raubzug schreiben noch heute viele fälschlicherweise den Hunnen Attilas zu.

Ausgabe 3/2012 bei Feichters Ansätzen noch «sehr viele Fragezeichen». Aber, so der Wissenschaftler weiter: «Sicher wäre es interessant, den Argumentationsstrang insgesamt zu kennen, um kein voreiliges Urteil zu fällen.»

Nach Durchsicht der Akten kam der Herzinfarkt Familie Feichter will die Aufzeichnungen ihres Vorfahren dem deutschen Archäologen nun zum Studium zukommen lassen.

«mysteries» wird verfolgen, wie es weitergeht. Eines steht indes schon jetzt fest: Bei aller Begeisterung hat Georg Feichter nicht vor, die Suche seines Vaters selber fortzusetzen. Und er rät auch anderen Hobbyarchäologen davon ab, auf eigene Faust im Banat zu forschen. «Das ist eine gefährliche Grenzregion – geprägt von Misstrauen und alten politischen Spannungen.» Und dann ist da ja auch noch der Fluch des Attila. Der treibt offenbar immer noch sein Unwesen, wie Georg Feichter am eigenen Leib erfahren musste: Bereits 1992 hatte der Medizinprofessor die Hunnen-Unterlagen seines Vaters erstmals hervorgekramt und begonnen, darin zu stöbern. «Kurz darauf erlitt ich aus heiterem Himmel einen Herzinfarkt, der mich zeitweise aus der Bahn warf», erinnert er sich. Die Attila-Akten verschwanden darauf flugs wieder im Keller.

Erst kürzlich traute er sich erneut an die Dokumente ran.

Doch Attila lässt offensichtlich immer noch nicht locker: Wenige Tage nachdem «mysteries» mit Georg Feichter und dessen Gattin in ihrem Heim die alten Hunnen-Aufzeichnungen sichtete, stürzte die Dame unglücklich und brach sich das Bein.

«Das war wirklich ausserordentlich merkwürdig», erinnert sich Karin Feichter. «Ich bin wie aus dem Nichts gestrauchelt. Da lag nichts auf dem Boden, über das ich hätte stolpern können.»

Trotz Ötzi-Fluch: Schweizer TV-Star hatte Riesenglück im Unglück Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Moderatorin verunglückte im Südtirol vor laufender Kamera. Just nachdem sie Ötzis Leiche gesehen hatte. Und: Später spukte es auch im Fernsehstudio in Zürich!

Mit Mundschutz und «extremen Respekt» stand Andrea Jansen kürzlich vor Ötzis gefrorenem Leichnam in Bozen. Nur ganz wenigen Journalisten wurde diese Ehre bislang zuteil. Kurz darauf der Unfall auf ihrer alten Vespa, unterwegs zu einer Passfahrt: «Es war regnerisch», erinnert sich Jansen, «und ich hatte ein komisches Gefühl.» Dann war da ein Öl-Fleck, der Filmriss – und dann kam der Krankenwagen. «Die gute Nachricht: Ich bin mit einem blauen Ellbogen davon gekommen», so die TV-Frau später geschockt vor der Kamera.

Ermöglicht hatte Jansens Filmreportage Ötzis langjähriger «Leibarzt» Eduard Egarter-Vigl, der sich derzeit immer noch bester Gesundheit erfreut – im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen. Mindestens sieben ungewöhnliche Todesfälle hat die in einem Südtiroler Gletscher entdeckte, über 5000 Jahre alte Mumie bereits auf dem Gewissen: ►Mediziner Rainer Henn, der Ötzi begutachtet hatte, starb 1992 bei einem Autounfall.

►Bergführer Kurt Fritz: Er hatte einst Reinhold Messner zur Fundstelle begleitet. 1993 stürzte er in eine Gletscherspalte.

►Professor Kurt J. Irgolic analysierte in Graz Ötzis Haare: 1999 stürzte er in den Bergen in den Tod.

►Ötzi-Entdecker Heinz Simon: Im Oktober 2004 kam er in einer Lawine ums Leben.

►Bergretter Dieter Warnecke, der bei der Suche nach Simon geholfen hatte, erlag kurz nach dessen Beerdigung unerwartet einem Herzinfarkt.

►ORF-Reporter Rainer Hölzl hatte Ötzi gefilmt. 2004 erlag er 41-jährig einem Gehirntumor.

Ausgabe 3/2012 TV-Frau Andrea Jansen.

Auf Tuchfühlung mit Ötzi:Auf Tuchfühlung mit Ötzi: Dr. Egarter-Vigl und die Reporterin.

►Professor Friedrich Tiefenbrunner: Er war in Innsbruck intensiv mit Ötzi beschäftigt. Im Januar 2005 starb er bei einer Routineoperation.

Glück im Unglück also für die TV-Reporterin Andrea Jansen.

Doch Ötzis Mumie spukt offenbar weiter, wie das Schweizer Fernsehen bestätigte, als «mysteries» um entsprechende Pressebilder anfragte. «Wir haben hier wirklich ein Problem», so die zuständige Bildredaktorin am Telefon. Die digitale Urversion der Reportage sei beschädigt und die Kassette mit der Originalfassung seltsamerweise verschwunden. «Die Kassette sollte eigentlich hier sein, aber sie ist nicht aufzufinden – und keiner weiss im Moment, wo sie sein könnte», so die hörbar irritierte Fernsehmitarbeiterin.

red.

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