zu sein und nichts mit den Holz- und Immobiliengeschäften zu tun zu haben. Als Leiter des »Bruno Manser Fonds« (BMF) konnte Lukas Straumann jedoch nachweisen, dass Taib mittels verschiedener Treuhandsysteme die Aktienmehrheit und damit sehr wohl die Macht in diesem dubiosen Firmenkonstrukt besitzt. Straumann vergleicht den Mann und seine Sippe mit der MaÀa. So erhielt er bei seinen Untersuchungen brisante Infos und Unterlagen von einem ehemaligen Angestellten Taibs.

Schläger und Spitzel des Politikers verfolgten und belästigten den »Untreuen« darauf so lange, bis dieser Selbstmord beging.

Der »Whistle Blower« ist nur eines von vielen Opfern Taibs.

Hauptleidtragende seines korrupten Systems sind bis heute die Penan. Das indigene Volk lebt in Sarawaks Regenwäldern.

Doch seine Heimat ist akut bedroht: 90 Prozent des Lebensraumes ist bereits unwiederbringlich zerstört. Seit Jahren kämpft die bedrohte Volksgruppe deshalb gegen die HolzmaÀa – mit Strassenblockaden und Demonstrationen. Doch ihr Widerstand wird oft skrupellos niedergeknüppelt.

Nun erschien das aufrüttelnde Regenwald-Buch von Straumann auch auf Englisch (»Money Logging«). Und Sultan Taib tobte! Über seine Anwälte wollte er im Herbst 2014 die Veröffentlichung verhindern. Er drohte mit Klage und versuchte sogar, den Grossverteiler Amazon unter Druck zu setzen, damit dieser den weltweiten Verkauf stoppt.

Taib Mahmud werde »immenser und irreparabler Schaden zugefügt, sollte das Buch von einem renommierten Verlag auf Englisch veröffentlicht werden«, erklärten seine Londoner Anwälte. Und fügten weiter an, dass Straumann »ihren Klienten beschuldigt, ein ›Despot‹ zu sein, illegal Milliarden von Dollar am Tropenholzhandel verdient zu haben, das Vermögen im Ausland über mehrere Scheingesellschaften zu verstecken, eines der schlimmsten Umweltverbrechen der Geschichte begangen zu haben, ein korrupter Autokrat zu sein, gegen internationales Recht zu verstossen, durch die Erträge aus der Abholzung die Korruption gesteigert sowie den Regenwald zerstört zu haben, um sich an der Macht zu halten«. Die Juristen fassten den brisanten Inhalt des Buches damit ungewollt treffend zusammen.

Das Verlagshaus Bergli Books liess sich von den Drohungen Buch im November 2014 in Kanada, den USA, Grossbritannien, Japan sowie der Schweiz präsentieren – und bei konspirativ geplanten Überraschungsauftritten sogar der malaysischen Presse in Sarawak und Kuala Lumpur.

Hackerangriff der malaysischen Regierung Taib und sein Gefolge holten derweil zum Gegenschlag aus.

So war das US-Internetportal für Umweltthemen »Environment News Service« über Stunden nicht mehr erreichbar, nachdem es einen Bericht über das neue Buch aufgeschaltet hatte. Gezielte Hackerangriffe seien der Grund dafür gewesen, informierten die Medienmacher kurz darauf. Ihre PC-Experten konnten die Saboteure zurückverfolgten. Resultat: Die Attacke war von Rechnern der malaysischen Regierung ausgegangen.

Allem Widerstand zum Trotz sei der Verkauf seines Enthüllungsreports gut angelaufen, freut sich Straumann gegenüber»mysteries«. »Amazon zögerte anfänglich, hat das Buch nun aber im Sortiment.« In Malaysia berichten derzeit ausschliesslich Online-Medien über die aufsehenerregende Publikation aus der Schweiz. »Die Printmedien werden dort stark zensiert«, so der Umweltaktivist. Auf seiner Werbetour habe er persönlich keine Repressalien erlebt. »Wir hatten allerdings auch alles sehr gut geplant. Und ich bin stets am selben Tag wieder ausgereist, um gar nicht erst in Schwierigkeiten zu kommen. « Der »Bruno Manser Fonds« ist nach dem Schweizer Umweltschützer benannt.

Als Ethnologe hatte Manser jahrelang bei den Penan gelebt und sie im Kampf gegen die lokale HolzmaÀa unterstützt. 1990 musste er in die Schweiz Áiehen, weil die malaysische Regierung ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hatte. In Europa warb Bruno Manser weiter für die Penan und ihren Überlebenskampf. 2000 reiste er erneut nach Malaysia. Drei Tage später brach er dort in seinen geliebten Dschungel auf – und wurde seither nicht mehr gesehen. 2005 erklärte man ihn ofÀziell für tot.

nicht einschüchtern. Und so konnte Lukas Straumann sein

Eine Gruppe von Menschen, die auf einem Feld stehen.
Ein Mann mit Brillen und einem Kopfschlag.
Ein schwarz-weißes Bild eines Herzens.

ie Story liest sich wie das Produkt eines Roman-Autors. Bereits der 2010 Dverstorbene bayerische Schatzjäger Reinhold Ostler aber war felsenfest überzeugt, dass sie nicht erfunden ist. »Die nachfolgende Geschichte eines riesigen Goldschatzes – tief im Innern eines Berges in New Mexico – ist nicht nur fundiert belegt, sondern auch bewiesen«, schrieb Deutschlands Schatzsucher-Pionier 2001 in seinem Klassiker »Fährte des Goldes«. »Anders als viele andere Schatzgeschichten liegt die Entdeckung dieses Hortes nicht Hunderte von Jahren zurück, sondern erfolgte im aufgeklärten 20. Jahrhundert, also zu einer Zeit, als es bereits FotograÀe und Fernsehen gab.« Die beiden Amerikaner John Clarence und Tom Whittle sind ebenfalls davon überzeugt, dass es den unermesslichen Superschatz im Victorio Peak in den San Andres Bergen des US-Bundesstaates New Mexico tatsächlich gegeben hat. Und sie glauben auch zu wissen, was damit geschah. Jahrelang haben die beiden Journalisten intensiv recherchiert, Hunderte von Interviews geführt, eidesstattliche Erklärungen, Bankbriefe und FBI-Reporte gewälzt. Und die Aufzeichnungen des Militärs durchforstet, welches seit den 1950er-Jahren im besagten Gebiet das geheimnisvolle Raketentestgelände »White Sand Missile Range« betreibt. Die Autoren haben dabei eng mit den Erben der Entdecker zusammen gearbeitet.

Der Victorio Peak: Unter diesem unscheinbaren Hügel stiess Doc Noss auf das Höhlensystem mit dem Fund seines Lebens.

In ihrer umfangreichen E-Book-Trilogie»The Gold House«, die 2013 auf Englisch erschien, rollen sie die ganze Geschichte nochmals von vorne auf: Wie der Schatz gefunden wurde, was mit ihm geschah, und welche Rolle die amerikanische Armee dabei spielte. Akribisch zeichnen sie einen der ungeheuerlichsten Diebstähle des letzten Jahrhunderts nach. Angezettelt von obersten Regierungskreisen.

Zufallsfund bei der Hirsch-Jagd Ihren Anfang nimmt die abenteuerliche Story im November 1937, als Doc Milton Noss und seine Frau Ova aus Hot Springs mit Freunden auf der Jagd sind. Während seine Kumpane im Tal nach Hirschen suchen, erklimmt Doc Noss den knapp 120 Meter hohen Steilhang des Victorio Peak.

Benannt nach einem Apachen-Häuptling, der dort 1880 eine Schlacht gegen die US-Kavallerie verlor.

Während des Aufstiegs wird Noss von einem Regenschauer überrascht und Àndet unter einem überhängenden Felsen Schutz. Er bemerkt Zeichnungen an den Wänden und einen seltsam geformten Steinbrocken am Boden. Als er mit dem Messer ein Stück vom Felsen weggeschabt hat, kann er seine Hand hineinschieben und den Stein wegkippen.

Doc Noss staunt nicht schlecht, als er vor einem Loch steht, in das eine halb verrottete, hölzerne Leiter hinabführt. Offenbar ein verlassener Minenschacht. Mit leuchtenden Augen erzählt er seiner Frau später vom Fund, und die beiden beschliessen, die Höhle genauer zu erkunden. Wenige Tage später steigt er mittels eines Seils in das Loch hinunter – die vorhandene Leiter hatte sich als zu morsch erwiesen. Nachdem er sich durch einen engen Schacht gezwängt hat, landet er in einer Felskammer, an deren Wände sich weitere Felszeichnungen beÀnden. Am Ende der Kammer führt der Gang in eine grosse, natürliche Höhle, von der wiederum mehrere künstliche Kammern abzweigen, wie Noss später notiert. Das erste, was er dort entdeckt, sind Skelette – auf den Knien, die Arme hinter dem Rücken gefesselt und angepÁockt. Insgesamt 27 Tote zählt er in der Höhle.

Vorsichtig erforscht Doc Noss die weiteren Kammern – und traut seinen Augen erneut nicht: Vor ihm stapeln sich Kisten mit der Aufschrift des US-Transport- und Finanzunternehmens»Wells Fargo«. Daneben Satteltaschen, Münzen und kirchliche Im Schatzfieber. Ova und Doc Noss (unten, v.l.n.r.) mit Helfern vor der Hütte, die sie um 1938 beim Fundort errichtet hatten.

Ova Noss in späteren Jahren mit einem »goldenen Gusskuchen« und weiteren Schätzen, die ihr Mann aus der Höhle geholt hatte.

Artefakte. Ein Schwert, eine Rüstung sowie eine Krone sollte er später aus dem Versteck herausholen. In einer weiteren Kammer stösst er auf eine regelrechte »Wand aus Goldbarren«. Ova Noss’ Sohn Marvin Beckwith hilft im folgenden Jahr, Teile des schier unermesslichen Schatzes zu bergen.

Marvin rechnet aus, dass sich nicht weniger als 15’000 Barren in der Höhle beÀnden, wie er Jahre später erzählt.

Das Edelmetall wiegt schwer, und Noss gelingt es anfangs kaum, es durch den Engpass beim Höhleneingang ins Freie zu bekommen. Dennoch soll er in den kommenden Wochen und Monaten etliche Barren aus der Höhle geschafft und in der Wüste vergraben haben. Grund seines heimlichen Tuns: Wegen des »Gold Reserve Act« von 1934 war es Privatpersonen in den USA damals verboten, Edelmetall zu besitzen oder zu verkaufen.

Der Schatz nützt dem Ehepaar Noss zunächst also wenig. Um ihr Unterfangen zu legalisieren, schliessen die beiden 1938 mit der Regierung von New Mexico einen Pachtvertrag ab, der das Gebiet rund um den Victorio Peak umfasst. Sie registrieren ihre »Minen-Claims« und haben ab sofort das Recht, auf dem Areal nach Bodenschätzen zu schürfen.

Doc Noss erforscht das Höhlensystem weiter und Àndet immer mehr Schätze, wie Clarence und Whittle in ihrem Buch ausführen: »Neben den antiken Goldbarren sah er Ringe, Messer mit Edelsteingriffen, Schwerter sowie viele Koffer, die Samt- und Spitzenkleider enthielten, ein Gold-Medaillon und Metallkisten voller Briefe aus Europa. Es gab Holzkisten, die mit persönlichen Dingen gefüllt waren, Truhen, die mit ›Plombiertes Silber‹ beschriftet waren, religiöse Figuren…« Acht Stangen Dynamit – und ein gewaltiger Schock Das grösste Hindernis, das der Bergung des Schatzes im Weg steht, bleibt der Engpass am Eingang zum Höhlensystem. Doc Noss beschliesst, die Öffnung freizusprengen. 1939 beauftragt er einen Mineningenieur damit. Als dieser berechnet, dass acht Stangen Dynamit dafür notwendig sind, ist Noss zwar entsetzt, lässt sich aber überreden. Ein fataler Fehler, denn bei der Sprengung stürzt der Eingang ein. Der Schatz scheint verloren. Nicht zuletzt diese Fehlentscheidung entzweit das Ehepaar Noss.

Schliesslich lassen sich die beiden scheiden.

Doc verschwindet für einige Jahre, um 1949 mit einer anderen Frau zurückzukehren. In der Tasche hat er einen neuen Plan: John Clarence, Autor der »Gold House«-Trilogie. Nach jahrelangen Recherchen steht für ihn fest, dass sich die US-Regierung das Gold gekrallt hat.

Er will einige der Barren, die er in der Wüste vergraben hatte, zu Geld machen. In Charly Ryan, einem texanischen Bohrexperten Àndet er einen neuen Partner, der bereit ist, ihm bei einer erneuten Öffnung der Höhle zu helfen. Noss verspricht ihm die Hälfte des Erlöses. In der Zwischenzeit gibt aber auch seine Ex-Frau, welche die Höhle bislang nie betreten hatte, die Schatzsuche nicht auf und besteht auf ihrem Anteil der Claims.

Doch bald beginnt Doc Noss seinem neuen Partner zu misstrauen und möchte von der Abmachung mit ihm zurücktreten.

Gemeinsam mit einem entfernten Verwandten namens Tony Jolley holt er einen Teil des Goldes aus dem Wüstensand. »Insge- Peak sein Raketentest-Areal, die »White Sands Missile Range«. Die Armee hat lediglich Anrecht auf die Nutzung der Ober-Áäche des Areals. Grabungen sind untersagt. Der US-Army ebenso wie Ova Noss.

Offenbar hält sich jedoch eine Seite nicht daran, denn im Mai 1961 meldet ein Captain der Air Base namens Leonard Fiege die Entdeckung einer Höhle mit Goldbarren am Victorio Peak. Als sein Vorgesetzter, General John Shinkle, die Aussage vor Ort überprüfen lassen will, Àndet Fiege den Eingang jedoch nicht wieder. Der Base-Kommandant glaubt ihm seine Geschichte nicht und lässt ihn mit Hilfe eines Lügendetektors verhören. Das Resultat muss ihn überzeugt haben, denn er ordert den Captain zurück Richtung Victorio Peak und lässt ihn erneut nach dem Eingang zur Schatzhöhle suchen.

Daraufhin beschwert sich Ova Noss, die ihrerseits die Aktivitäten auf dem Gelände von Komplizen überwachen liess, im Land OfÀce von New Mexico. Der zuständige Beamte untersagt dem Kommandanten die weitere Suche. Ovas Freunde wollen aber beobachtet haben, wie die Armee bereits Löcher in den Berg geschlagen und Tunnel sowie Strassen zum Peak angelegt hat.

Spielten die OfÀziellen mit falschen Karten?

»In dieser Zeit trat die Armee an Ova Noss heran und versuchte, sie zur Unterzeichnung eines Dokuments zu bewegen, mit dem sie die Army bevollmächtigt hätte, nach dem Gold zu suchen. Ova Noss lehnte auf Anraten ihres Anwalts ab«, schrieb Reinhold Ostler bereits 2001. Und fragte sich: »Was zum Teufel wusste die Armee?« Die Witwe jedenfalls gelangte zur Annahme, dass die Soldaten den Schatz bereits geborgen hatten und den Diebstahl nun legalisieren wollten.

1963 bewilligt das US-Militär eine archäologische Expedition auf dem Gelände, gesponsert vom Museum von New Mexico, in Zusammenarbeit mit der »Gaddis Mining Company«.

Die Untersuchungen dauern drei Monate. Gefunden wird nichts.

1977 schliesslich erhalten auch Ova Noss und weitere Interessierte nochmals Zugang zum Areal – allerdings nur für zwei Wochen. Zu wenig Zeit, um Substanzielles zu Ànden. Zu dieser Ein Schwert aus dem Berg? Alex Alonso, der bei den Grabungen in den 90er-Jahren dabei war, machte später dieses Foto publik.

samt gruben wir dort 110 Barren aus, die wir auf den Lastwagen luden«, gab Jolley Jahre später in einem Video-Interview zu Protokoll (siehe Box rechts). Danach sei Noss alleine weggefahren, um die Barren an einem anderen Ort wieder zu verbuddeln.

Als Noss Ryan am nächsten Morgen erneut bedrängt, die Abmachung fallen zu lassen, dreht dieser durch. Es kommt zu einem Streit, bei dem Ryan angeblich damit droht, Noss beim Sheriff anzuzeigen. Darauf rennt dieser zu seinem Laster und schreit, er würde Ryan abknallen. Da feuert Ryan selber und trifft Noss tödlich.

Ob dieser Zwischenfall exakt so verlief, bleibt indes umstritten. Es ist die Darstellung Ryans im Gerichtsverfahren, als er wegen Mordes angeklagt wird. Sein Anwalt plädiert entsprechend auf Notwehr, und die Jury spricht ihn tatsächlich frei.

Bis 1955 versucht Witwe Ova Noss, den Zugang zur Schatzhöhle selber freizulegen. Doch dann wird ihr von der Armee der Zugang zum Territorium untersagt – das Militär ist inzwischen der neue Pächter des Geländes und vergrössert rund um den Victorio Doc Noss starb mit einer Kugel im Kopf: Notwehr oder Mord?

Tragisches Ende. Doc Noss 1949 nach dem tödlichen Streit mit Charly Ryan.

Ausgabe 2/2015

Ein verschwommenes Bild eines Quadrats im Dunkeln.
nicht beantworten
Ein verschwommenes Bild von einem schwarz-weißen Bild.
Ein Bild eines Felsens in einem Grasfeld.
Eine Wüstenlandschaft mit Bergen in der Ferne.
Ein leeres Bildrahmen mit einer goldenen Grenze.
Ein Bild eines Berges mit einer Straße, die darauf steigt.
Eine Gruppe von Männern und Frauen, die für ein Foto posen.
Eine weiße Hand mit fünf Punkten auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Haufen Goldmünzen sitzt auf einem Tisch.
Ein schwarz-weißes Bild eines Balls.
Ein schwarz-weißes Bild von drei Wolken.
Ein verschwommenes Bild eines Feldes mit vielen Menschen darin.
Ein Mann mit Brillen, der vor einer Ziegelwand steht.
Ein Stück Papier mit einem Loch darin.
Eine Frau mit Brillen und einem schwarzen Kleid sitzt an einem Tisch.
Ein Bild eines grasigen Feldes mit blauem Himmel.
ein schwarz-weißes Bild eines Lichts im Dunkeln
Ein schwarz-weißes Bild eines Quadrats.
Eine Person hält eine Menge Goldmünzen.
Eine Höhle mit einer großen Öffnung in der Mitte.
Ein Mann, der sich neben einer großen Metallstruktur auf dem Boden kniet.
Zwei Schwerter kreuzten sich auf einem blauen Tuch.
Ein Mann in Anzug und Krawatte steht vor einem Gebäude.
Ein schwarz-weißes Bild eines Quadrats.
Ein Haufen Goldmünzen liegen auf einem Tisch.
Eine Höhle mit einer großen Felswand.
Eine Höhle voller Felsen und Wasser.
Ein Mann in Seemannuniform schaut auf die Kamera.
Ein Mann in Anzug und Krawatte, der neben einem anderen Mann steht.
Ein schwarz-weißes Bild eines schwarzen Bildschirms.
Eine Frau, die eine Menge kleine Kisten in den Händen hält.
ein weißer Ball im Dunkeln
ein weißes Licht im Dunkeln
Ein weißer Schmetterling auf schwarzem Hintergrund.
Ein Haufen Goldmünzen sitzt auf einem Tisch.
ein weißer Ball im Dunkeln
Ein weißes wolkenförmiges Objekt im Dunkeln.

»Um 530 vor Christus – oder eine moderne Fälschung«. Mit diesen scheinheiligen Worten preist das berühmte »J. Paul Getty Museum« in Malibu (Kalifornien) seinen Besuchern mittlerweile ein umstrittenes antikes Monument an: Eine millionenschwere griechische Marmorstatue, die einen nackigen Jüngling zeigt.

»Kouros« wurden die im alten Griechenland verbreiteten Standbilder genannt. Rund neun Millionen Dollar hatte das renommierte US-Ausstellungshaus »Getty« in den 1980er-Jahren einem umstrittenen Schweizer Händler für das Objekt bezahlt – und sass dabei vermutlich einer ProÀ-Fälschung auf. So glauben inzwischen viele Kunstexperten, dass der»Kouros« alles andere als echt ist. Obwohl er Eintritt zahlenden Museumsbesuchern jahrelang als antik verkauft worden war.

Bereits 1993 hatte eine von »Getty« einberufene Expertenrunde starke Zweifel an der Authentizität des»Kouros« gehegt. Damals entpuppten sich Dokumente, welche die Herkunft der Statue teilweise belegen sollten, bei genauerem Hinsehen als Fälschungen.

Auch das Objekt selbst irritiert Kenner zunehmend. Die dafür verwendeten Materialien passen nach heutigem Kenntnisstand nicht zur damaligen Epoche. Selbst die Machart scheint alles andere als aussergewöhnlich – als wären ältere und neuere Arbeitstechniken willkürlich kombiniert worden.

Vor allem in Europa glauben deshalb immer weniger Experten an die Echtheit des so genannten »Getty Kouros«. Nur noch das noble US-Ausstellungshaus selbst scheint nicht aufgeben zu wollen.»Vielleicht«, so winden sich die Museumskuratoren in der ofÀziellen Beschreibung ihres Ausstellungsstücks, »sind die Anomalien schlicht auf Wissenslücken von uns zurückzuführen — und gar nicht auf Fehler seitens der Fälscher.« Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vor allem, wenn es um neun Millionen Dollar geht.

Zweifelhaftes in Hülle und Fülle Realistischer beurteilt einer der umstrittensten Kunsthändler die weltweite Situation. Es gebe in Museen oder Privatsammlungen mittlerweile »massenweise Fälschungen«, betonte der Archäologe Christoph Leon jüngst gegenüber dem»Spiegel«. Selbst bei bekannten Auktionshäusern sind laut Leon 70 Prozent (!) der angebotenen Artefakte »zumindest zweifelhaft«. Jedes deutsche Hühner-Ei werde derzeit genauer kontrolliert als ein antikes Stück im Kunsthandel.

nicht beantworten
Ein schwarz-weißes Bild eines schwarzen Kreises.

Profi-Musiker über Lug und Trug im Pop-Geschäft

Alles bloss Show? Thomas Anders und Dieter Bohlen (r.) bei einem ihrer etlichen Playback-Auftritte als »Modern Talking«.

schen Konzerte stürzte – und der »Livegesang« in der Halle munter weiter lief. Ähnlich wie auch schon bei Madonna oder Lady Gaga. Klick-Hit auf Youtube: Ein Livevideo von Britney Spears, bei dem ein Tontechniker den Sound derart runterfährt, dass auf der Audiospur nur noch ihr armseliges Gekrächze zu hören ist (Suchbegriff: »Britney Can't Sing – Her REAL Voice«).

Je furioser die Show, desto dreister die Schummelei Über Vollplayback auf der Konzertbühne gegen horrende Eintrittspreise nervt sich auch Moderator Peter Rapp. »Wir haben ebenfalls Stars, die alleine mit der eigenen Stimme auf der Bühne kläglich versagen würden«, weiss Österreichs TV-Liebling aus Erfahrung. »Also schummeln sie – und das Ànde ich nicht in Ordnung.« Nur, wie erkennt man den Betrug? Faustregel Nr. 1: Je atemloser ein singender Topstar »live« auf dem Laufsteg herumturnt, hüpft oder sprintet, desto wahrscheinlicher das Playback.

Faustregel Nr. 2: Je bombastischer, furioser, internationaler und teurer eine Show, desto dreister der Beschiss.

Jahrezehntelang trällerten etwa bei »Wetten dass…« fast alle Popgrössen ab Band. Playback nutzen bei Livekonzerten auch umjubelte Musikstars wie Helene Fischer oder die deutsche Band Rammstein, wie »mysteries« von Mitwirkenden weiss. Bereits 2008 veralberten die Jungs von »Tokio Hotel« ihre Fans, als sie auf ihrer US-Konzerttour mit Vollplayback arbeiteten.

Verzückt kreischten ihnen ihre Anhänger dennoch zu. Ähnlich wie bei Superstar Beyoncés »Live-Interpretation« der US-Nationalhymne anlässlich Obamas zweiter Vereidigung 2013, welche die Massen zu Tränen rührte. Obwohl auch ihr Gesang von A bis Z vom Band kam.

»Hör dir nur mal Pop- und Rockaufnahmen aus den 60er- oder 70er-Jahren an«, doppelt Conny Conrad nach. »Damals konnten Branche ist es leider kaum noch besser als bei den Massenmedien, in der Politik oder anderswo: Wir sind heute in der Lage, jeden, der vollkommen talentfrei ist, zum Star zu machen. Möglich machts die Technik.« Kurz: Ähnlich wie GraÀker Fotos retouchieren, Models und Politiker von Fältchen befreien, wird an Songs am Studiocomputer mittlerweile so lange herumgedoktert, bis diese bis ins allerletzte Detail perfekt harmonieren.

»Die Mischpulte hier«, Conrad deutet im Studio Richtung Glaswand, »stehen eigentlich nur noch zur Zierde da. Abgemischt wird heute alles am PC.« Bereits für ein paar tausend Euro ermöglicht ProÀsoftware wie »Cubase«, »Logic« oder»ProTools« aufnahmetechnische Meisterleistungen, von denen die Beatles oder Elvis nur träumen konnten. Kehrseite: »Die Diskrepanz zwischen Studio- und Liveproduktion klafft heute derart auseinander, dass man selbst auf der grossen Bühne mittlerweile versteckte Instrumente einsetzt – dank Zusatzmusikern unter und hinter den Kulissen. Oder direkt via Technik. Die Medien halten das alles gerne unter dem Tisch. Die Illusion soll aufrecht erhalten werden.« Resultat: Namenlose Ausnahmetalente, die ohne Verstärker wie Götter musizieren, bleiben auf der Strecke. Vom TV hochgejubelte »Sternchen« dagegen trällern vergöttert im Rampenlicht. Marionetten eines gnadenlosen Illusionstheaters. Befürchten musste man derlei Gauklerei längst. Spätestens, nachdem Pop-Millionärin Rihanna auf einem ihrer bombasti- Neue »EU-Hymne der Herzen«. Conrad (r.) 2012 mit Martin Schulz (M.), dem Präsidenten des Europäischen Parlaments.

Auch Helene Fischer und Rammstein arbeiten live mit Musik vom Band.

Musiker aus Leidenschaft: Conny Conrad 2006 bei einem Livekonzert seiner Rockband »Dark Ocean«.

Kämpfe für deine Gefühle – und für deine menschlichen Rechte!

Mit »Cosmic Gaarden« zurück zu den Wurzeln Musikalisch seit Jahren verbunden.

Sänger Dave Cousins (»The Strawbs«) und Gitarrist Conrad (r.).

46 Ausgabe 2/2015 klingt«, stiehlt mir mein Gegenüber die letzte Hoffnung. »Kaum ein erfolgreiches Live-Album entspricht heute noch der tatsächlichen Konzertaufnahme.« Selbst ProÀ-Sänger dürften künftig wohl um Studioaufträge bangen. Grund: Handelsübliche PC-Software ermöglicht es inzwischen sogar mit virtuellen »Künstlern« zu arbeiten. »Vocaloid« heisst das Zauberwort. »Ein Software-Synthesizer, der es durch Sprachsynthese ermöglicht, künstlichen Gesang zu erzeugen, der dem einer menschlichen Stimme ähnelt«, so das Lexikon nüchtern und trocken. »Dazu benötigt das Programm die Vorgabe des Liedtextes, der Melodie und die Angabe von Eigenheiten der Betonung.« Entwickelt vom Musik-Riesen Yamaha experimentieren immer mehr Produzenten damit. Auch Conny Conrad. »Auf meiner neuen CD ›Generations III‹ habe ich ›Avanna‹ ebenfalls eingesetzt – als Gag. Im Moment noch eine anspruchsvolle Sache…« Das Resultat kann sich hören lassen, auch wenn sich die akustische Schummelei zumindest für Kenner erahnen lässt. Dennoch scheint es nur eine Frage der Zeit, bis solche Software so weit perfektioniert ist, dass der Hörer nicht mehr zwischen echt und falsch unterscheiden kann. So wie sich mit Synthesizern seit Jahrzehnten Klavierklänge aus dem Lautsprecher zaubern lassen, die mit denen eines KonzertÁügels vollkommen identisch sind.

Zusammengemixt wird auf diese Weise, was sich die Top-Produzenten wünschen, um es anschliessend als »Sommerhit« oder sonstigen »Trend« an Mann und Frau zu verscherbeln. »Nennen wir das Kind doch beim Namen: Der Mensch ist unwahrscheinausschliesslich Künstler vors Studiomikro treten, die wirklich lich leitbar«, seufzt Conny Conrad. »In der Musikbranche ist es singen konnten. Hundertprozentig genau haben die natürlich wie in der Mode. Da wird aus heiterem Himmel irgendein ein ebenfalls nicht geklungen. Und exakt das ist der Clou: Hundertneuer Blödsinn vorgegeben. Frei nach dem Schema: Die Modeprozentig genau singen selbst die Grössten der Branche heute farbe im Herbst ist diesmal orange. Und fast alle machen den nicht. Nur Computer und Technik machen es möglich, dass mitt- Quatsch in der Folge mit. Hallo? Gehts eigentlich noch?« lerweile jeder einzelne Ton perfekt sitzt.« Der autodikatische Gitarrenvirtuose weiss, wovon er spricht.

Bleiben somit noch Live-CDs oder Live-DVDs. Zumindest die Musikgrössen wie Les Holroyd (Barclay James Harvest) zosind doch authentisch? »Vergiss es, auch daran wird nachträggen vor seinem Saitenspiel bereits den Hut. Für den erklärten lich im Studio gefeilt, geÁickt und geschönt, bis alles stimmig»Genesis«-Verehrer Grund genug, nach 40 Jahren auf der Bühne Peinlicher Patzer: Enthusiastisch dudelt Musik-Millionärin Katy Perry live auf ihrer Flöte, ehe sie vor lauter Jubelschreien ihrer Fans den Einsatz verpasst – und die Flöte dank Playback weiterflötet (Youtube: »Katy Perry Fails at Playing Flute«).

zu seinen Wurzeln zurückzukehren. Dieser Tage lässt er die CD sonal (»Gott braucht keine Religionen«), das Universum (»Was seiner neuen Band »Cosmic Gaarden« abmischen, auf welcher war vor dem Urknall?«), das Rätsel der Mondblitze – und andere er es im Sommer 2015 ordentlich krachen lassen wird. »Ziel war umstrittene Erscheinungen. Selbstverständlich auch über die es, im Studio Rocksongs aufzunehmen, die auf der grossen Büh-Verlogenheit unserer heutigen Gesellschaft und ihre scheinheine originalgetreu – also ohne allen technischen Zauber – spielligen Meinungsmacher. Angesprochen auf seinen Lieblingswitz bar sind. Bei den Drums etwa haben wir nur mit zwei Mikrofonen zögert Conny Conrad beim Abschied denn auch keine Sekunde: gearbeitet – so wie Led Zeppelin in den 70er-Jahren.« Sagt es»Mein Lieblingswitz? Das nächste Wahlversprechen mancher und dreht entsprechende Demo-Versionen seines neuen Titel-Politiker.« Stomp!

Luc Bürgin ■ songs »Stomp« auf: Stampfender Powerrock der alten Schule, ➤ Infos:www.connyconrad.net dessen englischer Text zur emotionalen Revolution aufruft. Credo: »Stampf wütend auf (»Stomp!«), lass Dir von oben nicht mehr alles diktieren, kämpfe für Deine Gefühle und Rechte, woher auch immer Du kommst. Repression lauert überall. Wehr Dich.

Von »Perry Rhodan« in Richtung Die Evolution erwartet Dich.« Atlantis, zurück in die Zukunft»Lieber Dieter, kannst Du wirklich Gitarre spielen?« 1991 war Conny Conrad als Komponist für den geplanten Megareich geworden ist Conrad trotz weit über zwei Millionen ver-»Perry Rhodan«-KinoÀlm von Produzent Bernd Eichinger kaufter Tonträger zwar nicht. Aber wohlhabender, unabhängiger im Gespräch. Musikdemos waren bereits produziert. Lei- – und vor allem reifer. »In meiner Jugendzeit bin ich dem Wahn der sollte das deutsche Science-Fiction-Epos nie realisiert verfallen, je besser du spielst, desto erfolgreicher wirst du«, sinwerden. Wenige Jahre später komponierte Conrad seine niert der 57-Jährige bei einem Gläschen Wein später oben in sei- Rockoper »Atlantis« – ein Millionenprojekt, für das er bis nem Haus. »Und je älter ich geworden bin, desto mehr musste heute Produzenten sucht. Ein Herzenswurf, wie »mysteich erfahren, dass es in der Musikbranche gar nicht darum geht.« ries« beim Anhören der Tracks feststellte.

Leben wir in einer medialen Scheinwelt? Zählen Illusionen Warum rückte er ausgerechnet den versunkenen Kontimehr als die Realität? Wird das Publikum verschaukelt, nent musikalisch in den Mittelweil es sich verschaukeln lassen will? »Lass es mich in Be punkt? »Im Grunde ist das von zug auf die Musik mal so formulieren«, sagt Conny Conrad, Plato beschriebene Atlantis überlegt einen Moment, zwinkert einmal mehr frech und eine Abbildung unserer Geselllegt dann los: »Ist Dieter Bohlen wirklich der Pop-Titan als schaft – mit all den Fehlern, den man ihn hochjubelt? Ist er nicht eher ein begnadeter die irgendwelche Gesellschaf-Geschäfts-Titan – in diesem Bereich weitaus cleverer als ten immer wieder machen«, ich und viele andere? Tatsache ist doch, dass kein Mensch ist Conrad überzeugt. »So viebis heute weiss, was dieser Mann musikalisch überhaupt le Krisengebiete wie heute leisten kann. Bei allem Respekt stelle ich einfach mal eine hatten wir weltweit wohl noch freche Frage in den Raum: Kann Dieter Bohlen überhaupt nie. Insofern hinterlässt Platos Gitarre spielen? Ich kenne bis heute keinen einzigen Live-Überlieferung – ob nun erfun- Auftritt von ihm, in dem er dies unter Beweis gestellt hätte.

den oder real – der Mensch-Gerne würde ich mich vor Publikum musikalisch mit ihm heit eine Warnung. Eine Warduellieren, fair und ohne doppelten Boden.« nung, die wir bis heute leider Wir fantasieren weiter. Über Andersdenker. Ausserirdinicht beherzigen.« sche. Himmlische Phänomene und irdisches Bodenper-Ausgabe 2/2015 47

Ebenso wie uns Mainstream-Medien täglich ein X für ein U vormachen, wird auch im Showbusiness dreister denn je geschummelt, ärgert sich Spitzengitarrist und Komponist Conny Conrad (57) gegenüber »mysteries«. Der Rockmusiker aus Baden-Württemberg fordert Dieter Bohlen deshalb zum grossen öffentlichen Saiten-Duell, sportlich und fair. Grund: RTLs millionenschwerer »Pop-Titan« hat seine Gitarrenkünste bislang noch nie live vor Publikum unter Beweis gestellt.

benötigen. Dave Cousins von den legen dären »Strawbs« etwa. Mick Rogers (»Manfred Mann's Earth Band«). Das kanadische Jungtalent David Blair. Und viele mehr. Weit über 1000 Melodien hat Conny Conrad in den letzten vier Jahrzehnten komponiert und produziert, ehe er zuletzt mit seiner Hardrockband »Dark Ocean« aufhorchen liess oder samt Orchester im Anzug seine EU-Hymne»Europeana« einspielte. Ein musikalischer Hansdampf in allen Gassen. Aber auch ein gesellschaftlicher Freidenker, den UFO-Phänomene, die Frage nach Aliens oder Atlantis weitaus mehr faszinieren als das tägliche Mainstream-Geschwätz.

»Ich bin der festen Überzeugung, dass die Geschichte völlig anders verlief, als wir es in unseren Schulbüchern lesen«, bemerkt er fast schon nebenbei – und raubt mir als Musikfreund sogleich die letzten Illusionen: »Im Mainstream-Bereich unserer»So, gleich haben wirs, nur noch ein Sekündchen Geduld«, zwinkert Conny Conrad schelmisch und hantiert mit der Maus in seinem Musikstudio auf den PC-Monitoren herum. Eine Tonspur zeichnet sich darauf ab. Kurz zuvor hatte sie der süddeutsche Komponist und Gitarrenvirtuose ins Mikro geträllert. Absichtlich falsch. Flink korrigiert der Meister am Bildschirm ein paar Tonmuster, schraubt hier noch ein bisschen, klickt dort. »Fertig!«, grinst er, während ihm »mysteries« über die Schulter blickt. Ein weiterer Klick und die Aufnahme ertönt erneut aus den Studioboxen. Nun klingt der Gesang beinahe fehlerfrei, blitzsauber – als hätte ihn ein ProÀ ins Mikro gehaucht. »Verrückt, oder?« Möglich machen die Trickserei »Auto-Tune« und weitere Voice-Programme.

Wir setzen uns aufs rote Studiosofa. Dort, wo sich schon namhafte Musiker lümmelten. Ausnahmekönner, die den PC nicht Ausgabe 2/2015

Ein Mann sitzt in einem Stuhl und hält eine Gitarre.
Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Bars.
Ein schwarz-weißes Bild aus einer Reihe von Wörtern.
Eine orangefarbene Strecke auf einem weißen Hintergrund.
eine Linie von Punkten auf einem weißen Hintergrund
nicht beantworten
Zwei Männer mit langem Haar spielen Gitarre.
Drei Männer in Anzügen und mit einem Zertifikat.
nicht beantworten
Ein Mikrofon, das an einen Mikrofonstand in einem Aufnahmestudio befestigt ist.
nicht beantworten
Eine orangefarbene Strecke auf einem weißen Hintergrund.
Ein Mann singt und spielt vor einem Mikrofon Gitarre.
Ein schwarz-weißes Bild in rechteckiger Form.
nicht beantworten
nicht beantworten
Eine Gruppe von Männern auf der Bühne, die Instrumente spielen.
Eine Linie von Punkten auf einem weißen Hintergrund.
nicht beantworten
eine Linie von Punkten auf einem weißen Hintergrund
Ein Plakat für einen Film namens Perry Rhodan.
Ein Videosplayer spielt ein Video auf einem Computer.
Eine Frau spielt Flöte, während ein Mann ein Mikrofon hält.
Ein Videosplayer spielt ein Video auf einem Computer.
Eine Frau singt in ein Mikrofon, während ein Mann hinter ihr Gitarre spielt.

Nach den USA liebäugeln auch deutsche Polizeikräfte mit einem Spionage-Gerät, mit dessen Hilfe sich durch Wände linsen lässt. »Range-R« heisst der mobile Mini-Radar und kommt aus den USA. Dort sorgt er bereits für Kontroversen. Werden unsere Bewegungen bald auch in den intimsten Örtchen überwacht?

Entwickelt hat den handlichen Apparat eine US-RüstungsÀrma (»L3 Communications«). »Range-R« sendet Radarwellen aus und erkennt an den ReÁexionen, ob und wo sich jemand in einem Gebäude beÀndet oder sich gerade bewegt.

Der Detektor funktioniert bis auf eine Entfernung von 15 Metern und ermöglicht Fremden damit quasi einen»Röntgenblick« in unser heimisches Innerste. In den USA sorgt »Range-R« bereits für Diskussionen. Denn die Polizei setzt derlei Geräte dort schon ein — still, heimlich und illegal.

»mysteries« kontaktierte Polizeibehörden in Deutschland, der Schweiz sowie Österreich und fragte, ob auch bei uns solche »Wohnungsdetektoren« genutzt würden. Während es vom Bundesinnenministerium in Wien ein klares »Nein!« zur Antwort gab und auch die Schweiz abwinkte (»Kein Thema!«), reagierten einige deutsche Behördenvertreter auffallend zurückhaltend.

»Leider können wir aus einsatztaktischen Gründen keine Aussagen zur Spezialtechnik machen. Ich bitte um Ihr Verständnis«, druckste etwa Kim Dunklau-Fox vom Landesinnenministerium Baden-Württemberg herum. Und auch bei der Berliner Polizei hiess es: »Zu etwaigen besonderen Einsatzmitteln geben wir keine Auskunft.« Beunruhigend auch die Antwort des Bundesinnenministeriums:»Das Detektionsgerät ›Range-R‹ wird beim Bundeskriminalamt und der Bundespolizei nicht verwendet«, heisst es dort zwar auf Anfrage von»mysteries«. Dennoch sei ein Einsatz theoretisch denkbar. So enthielten die Polizeigesetze des Bundes»Befugnisse, die grundsätzlich die Verwendung des ›Range-R‹ ermöglichen würden«, hiess es von der Behörde vielsagend.

À. ■

Ausgabe 2/2015 43

ein Kreis, der schwarz ist
ein Kreis, der schwarz ist
ein Kreis, der schwarz und weiß ist
ein Kreis, der schwarz und weiß ist
Ein schwarzer Kreis mit schwarzem Hintergrund.
Ein schwarz-weißes Bild eines Kreises.
Ein schwarzer Kreis wird im Dunkeln gezeigt.
Eine Frau, die mit geschlossenen Augen im Bett liegt.
Eine grüne und schwarze Fernbedienung mit einem Gürtel.

TOP-15 der aktuellen Verkaufsschlager

Der Wahrheitsjäger: Andere richtig einschätzen Tamer Bakiner

Der Autor des Buches ist ein erfolgreicher deutscher Wirtschaftsermittler. zu seinen Kunden zählen Konzerne, Staranwälte und Promis. er hat tausendfach erlebt, wie sich Menschen hinters Licht führen lassen oder aus Unwissenheit grobe Fehler machen. Und dass sie vor allem nicht wissen, wie sie sich selbst schützen können. Vor Betrug, Abzocke, Mobbing, falschen Freunden, emotionalen Verstrickungen. Bakiner erzählt von seinen spektakulärsten Fällen, zeigt, wann wir hellhörig werden sollten und mit welchen Tricks Leute arbeiten, die uns nicht wohl gesonnen sind. er hat ein Frühwarnsystem entwickelt, mit dessen Hilfe wir potenziell gefährliche Situationen rechtzeitig erkennen

Die Zitronensaft-Kur Tom Woloshyn, 16.95 eUR Verheimlicht, vertuscht, … gerhard Wisnewski, 7.99 eUR Ölziehkur Bruce Fife, 14.95 eUR 8×8 Premium-Intentionen Jayc Jay, 10.– eUR Die Impf-Illusion Humphries & Bystrianyk, 22.95 eUR Gelenkschmerzen Bruce Fife, 16.95 eUR Spontanheilung Andrew Weil, 9.95 eUR Vitamin Deberhard J. Wormer, 14.95 eUR Gekaufte Journalisten Udo Ulfkotte, 22.95 eUR So einfach ist Fermentieren Sandor ellix Katz, 19.95 eUR Insiderwissen: Gold Bruno Bandulet u.a., 14.95 eUR Krieg in der Ukraine F. William engdahl, 16.95 eUR Nostradamus Kurt Allgeier, 16.95 eUR Die Säure des Lebens Uwe Karstädt, 22.90 eUR Kokosöl Bruce Fife, 14.95 eUR

1 2 3 und vermeiden.

4 Ariston, ISBN 978-3424201185, eUR 16.99 5 An den Grenzen der Erkenntnis gerhard Mayer u. a. (Hrsg.)

6 nahtod-erlebnisse oder Wahrträume, Kornkreise oder UFO-Sichtungen, aber auch alternative Diagnose- und Heilverfahren oder Wünschelrutengehen: Von jeher haben sie die Menschen fasziniert und die Wissenschaftler polarisiert.

7 Mit dem gesamten Spektrum ungewöhnlicher Phänomene und erfahrungen befasst sich die wissenschaftliche Anomalistik. Hier beleuchtet ein interdis- 8 ziplinäres Autorenteam eine Vielzahl von Forschungsfeldern und Fragen zu Phänomenen und erfahrungen, die an die grenzen unserer scheinbar so festgefügten Wirklichkeit rühren. Dies ist das erste akademische, deutschspra- 9 chige Handbuch ungewöhnlicher Phänomene und erfahrungen. Darin gehts von Auradiagnostik bis zur zauberkunst.

10 Schattauer, ISBN 978-3794529223, eUR 69.99 11 Heilgeheimnisse aus Europa, China und Russland Monnica Hackl 12 Die Autorin ist expertin für naturheilverfahren: Sie hat unter anderem Theologie studiert und praktiziert seit über 30 Jahren als Heilpraktikerin. in ihrer Praxis bietet sie unter anderem Bachblütentherapie, Chiropraktik, Physio- 13 therapie, Schröpfen und Qi gong an, aber auch Schamanische Medizin und Akupunktur. Die Fränkin präsentiert beinahe verloren gegangene Heilmetho- 14 den aus verschiedenen Kulturen. Sie schöpft dabei aus der reichen Tradition der europäischen, chinesischen und russischen Volksheilkunde. zahlreiche praktische Rezepte für Hausmittel und Anwendungen zur energiearbeit hel- 15 fen dabei, Körper und Seele vorbeugend gesund zu erhalten, aber auch die verschiedensten Beschwerden zu behandeln.

Irisiana, ISBN 978-3424152739, eUR 14.99 Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de

Ein schwarzer Rahmen mit einem weißen Quadrat in der Mitte.
ein Plakat eines Mannes mit dem Namen Tamer Bakiner
nicht beantworten
Eine Grenzstadt der Erkennnis
ein schwarzer Rahmen mit einem weißen Quadrat in der Mitte
Ein Buchcover mit drei Flaschen auf einem Bett.
Eine Feder wird auf einem verschwommenen Foto gezeigt.
Ein Blau-Weiß-Hintergrundbild mit einem Metallstab in der Mitte.
nicht beantworten
Ein Computerbildschirm mit blauem Hintergrund.
Ein Computerbildschirm mit blauem Hintergrund.
ein leerer Bildschirm mit weißem Rand
Ein Mann in Anzug und Krawatte mit Brillen.
Ein Mann in Anzug und Krawatte schaut auf die Kamera.
Ein Mann mit einem Lächeln auf seinem Gesicht.
Ein Mann in Anzug und Krawatte und Brille.
Ein Mann mit einem schmalen Hemd auf dem Lächeln.
Ein Cartoon mit einem Raumschiff und vielen anderen Dingen.
Zeichentrickkarikaturen im Weltraum mit Wörtern in Deutsch
eine Zeichnung von zwei Außerirdischen auf einem Raumschiff
nicht beantworten
ein schwarzer Hintergrund mit dem Wort zitiert in der Mitte

Nr. 55 (1-2013) Gratis-Strom für jedermann? Geheimnis des Bessler-Rads gelüftet Schützt Fieber vor Krebs?

Vampire: Der Untergang der Blutsauger Hagelraketen: Fluch oder Segen?

Mormonen-Tempel: Kein Zutritt für Ungläubige Der vergoldete Mumienkopf US-Army sponsert Kriegsspiele für Kinder Nr. 56 (2-2013)»Inferno«: Dan Brown und das Ei des Kolumbus Goldmänner: Die machtgeilsten Banker der Welt Die BILD-Zeitung der Stasi Gibt es Phantom-Inseln?

Bienensterben: Naht das Ende?

Der Fluch des schwarzen Buddhas U-Boot-Wunderwaffen: Geheimpläne in Bayern aufgetaucht Nr. 57 (3-2013) Atlantis im Regenwald: Das verschollene Paradies der blonden Inka-Indianer Das Geheimnis der neuen Papst-Prophezeiung Spuk im Pfarrhaus Die Rückkehr der Riesenaffen Chinas Wunderkraut Eingang zur Hölle entdeckt?

Jeans im alten Rom Startete 1933 die erste bemannte Rakete?

Nr. 58 (4-2013) Schwarze Messen unter Bad Tölz?

Der geheime Sternen-Atlas der Kelten im Schwarzwald UFOs über Deutschland: Die rätselhaftesten Fälle Der ErÀnder aus der Heilanstalt Die letzten Rätsel der Indianer MMS-Wunderwasser: Rotes Kreuz heilt und schweigt Feuerkugeln: Bomben aus dem All Nr. 59 (5-2013) Millionenraub: Wer klaute die»Gerechten Richter «?

Lichter auf dem Mars: Vulkane oder Aliens?

EU-Irrsinn: Was uns Brüssel alles verbieten will Astronauten in der Steinzeit Meuterei auf der Bounty: Mythos und Wahrheit Verschollener Eismensch aufgetaucht Spitzel beim Europa-Park Nr. 60 (6-2013) Exklusivfotos: Neues Versteck für die Bundeslade Pyramiden in Bosnien: Kontroverse um Energiestrahl Maya-Heiler lüften ihre Geheimnisse Goldkessel aus dem Chiemsee droht Einschmelzung Neue Hinweise auf Chemtrails Nazi-UFOs von Viktor Schauberger: Und sie Áogen doch!

Nr. 61 (1-2014) Zeitkapseln für die Ewigkeit: Deutschlands geheimer Felsstollen Der Cheops-Skandal: Kontroverse Entdeckungen in Ägypten FIFA-MaÀa: Das miese Spiel von König Sepp Tarnschriften Chemiemulti: Verbotene Stadt in der Stadt Zauberer und Zwerge: Verschollener Märchenschatz aufgetaucht Nr. 62 (2-2014) Das geheime Bilderberg-Dossier der Schweiz Die Heilkraft des Hungerns Heimliche Grabungen in der Cheops-Pyramide Psi-Botschaften aus dem Jenseits Himmelsleitern in der Alpenschlucht Dubiose Embleme des Pentagons und ihre versteckte Botschaft Maschinen auf dem Mond?

Nr. 63 (3-2014) Die zehn Gebote der neuen Weltordnung Wunder und Phänomene rund um den Dalai Lama Der Stonehenge-Bluff: So werden wir verschaukelt!

Lady Liberty und die Freimaurer Über 1000 Jahre altes Telefon entdeckt Erlebnisse der unheimlichen Art: Das spezielle Leben von Tanja B.

Nr. 64 (4-2014) Wenn Menschen und Flugzeuge spurlos verschwinden Mord unter Hypnose: Das Experiment Hightech-Seeschlachten im alten Rom Fastfood-Skandal: Gentech für Deutsche, Luxushühner für die Schweiz!

Putin-Hetze: Warum wir belogen werden Die Botschaft der letzten Kogi-Indianer Nr. 65 (5-2014) Starb Jesus im Himalaya?

Die vergessenen Pyramiden der Azoren Liegt das Bernsteinzimmer in Thüringen?

Radar-Spuk in Europa: Wer lässt unsere Flugzeuge verschwinden?

Vincent Raven: Meine Raben und ihre Botschaft Exklusivfotos: Lebten Dinos und Menschen einst gemeinsam?

Nr. 66 (6-2014) Geheime Pforten in die Unterwelt: Die Riesen-Höhlen von Longyou Entlarvt: Der Club der Top-Spione Sisis letzte Geheimnisse Macht Strom intelligenter?

Kuriose Reliquien der Kirche Neue Atombomben für Deutschland: Obama befiehlt, Merkel kuscht!Die rätselhaften Sajama-Linien

Sie wollen ältere Hefte portofrei nachbestellen? Am schnellsten gehts mit der Postkarte hinten im Heft!

Und so einfach funktionierts: Bis auf unsere Jahrgänge 2004 bis 2008 sowie einige andere Hefte (Hinweise oben) sind viele der bisher erschienenen Ausgaben noch lieferbar, zum Preis von 7.90 EUR/11.– SFr. pro Heft (inklusive Porto). Greifen Sie zu, solange der Vorrat reicht! Nach Erhalt Ihres Talons (Postkarte hinten im Heft) senden wir Ihnen eine Rechnung samt Zahlschein. Ihre Bestellung wird baldmöglichst nach Zahlungseingang ausgeliefert.

Nr. 67 (1-2015) Wie uns ARD, ZDF, BILD & Co. für dumm verkaufen UFO-Alarm: Wer späht heimlich AKWs aus?

Jäger des verÁuchten Bildes: Michelangelo-Entwurf aufgespürt Die vergessene Pyramide im Regenwald: Neu entdeckte Geheimakten aus dem Vatikan belegen türkischen Völkermord Erich von Däniken wird 80 Jahre jung Der bekannteste Mystery-Pionier der Neuzeit wird 80 Jahre alt. Heute gefeiert – in jungen Jahren für seine Thesen als Ketzer gescholten. Seit fünf Jahrzehnten folgt Erich von Däniken den Spuren der Ausserirdischen. »mysteries« konfrontierte ihn mit ein paar Momenten aus seiner bewegten Vergangenheit.

Dass Sie diese Zeilen lesen, ist der phänomenalen Idee eines einzigen Mannes zu verdanken. Ebenso, dass uns Mystery-TV-Serien wie »Stargate« in fremde Welten entführen. »Ich bewundere ihn seit meiner Jugendzeit«, gestand Erfolgsregisseur Roland Emmerich 2012 unverblümt gegenüber »mysteries«.

Steven Spielbergs »Indiana Jones« wiederum sah sich dank seinen Gedanken bereits 1981 mit den überirdischen Kräften der biblischen Bundeslade konfrontiert. Etliche Dichter, Denker, Musiker und Wissenschaftler hat Erich von Däniken (EvD) in den letzten 50 Jahren mit fantastisch anmutenden Forschungsergebnissen inÀziert und inspiriert. In mittlerweile über 35 Bü chern, mit einer GesamtauÁage von rund 65 Millionen Exemp laren. Der Mann ist und bleibt ein Phänomen. Seiner Zeit meist einen Schritt voraus – und am Ende doch nur ein Mensch, mit viel Grips und noch mehr Herz. Ein nimmermüder Andersdenker, der für seine provokativen Publikationen von Gesellschaft und Wissenschaft anfänglich fast schon gesteinigt wurde.

Nur noch wenige erinnern sich, wie alles anÀng. Damals, als Däniken Mitte der 1960er-Jahre im Schweizer Bergdorf Davos an seiner Gedankenbombe feilte.

Tagsüber leitete er mit seiner Frau als Pächter das Hotel »Rosenhügel«, nachts hämmerte er bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die Schreibmaschine.

Besessen von einer einzigen Frage: Waren die Götter Astronauten? Erhielten wir in grauer Vorzeit Besuch von Ausserirdischen? Dies zu einer Zeit, als jeder, der das Wort »UFO« öffentlich in den Mund nahm, als Kandidat für die Klapsmühle gehandelt wurde. Etliches wurde in der Folge über den kleingewachsenen Glo-EvD (l.) und sein Verleger von Wehren alp (2.v.l.): Pressekonferenz des Econ Verlags in Zürich (1971).

Dieser Artikel brachte alles ins Rollen. Bericht aus der »Weltwoche« vom 1. März 1968.

betrotter mit den grossgewachsenen Ideen geschrieben. Anständiges und Unanständiges. Wahres und Unwahres. Zu seinem 80. Geburtstag am 14. April 2015 könnte man Jubelreden anstimmen. Doch mit Lobhudelei tut er sich schwer. Also stieg »mysteries« in die Archive und konfrontierte Erich von Däniken in seinem Büro spontan mit dem einen oder anderen Foto und Artikel aus seinen jungen Jahren.

»Ich habe noch viel Zeit vor mir…« Ins Rollen kam die Lawine am 1. März 1968. An jenem Tag erschien in der Schweizer »Weltwoche« ein ganzseitiger Zeitungsbericht (Bild rechts).»Erinnerungen an die Zukunft« wurden darin angekündigt.

Verfasst von einem Autor, den niemand kannte:»Ein Mann mit einer Idee – mit EINER Idee, müssten wir wohl formulieren«, so die Zeitung damals. Und weiter:»Ein noch junger Mann, erst 33-jährig, der dieses Nochjungsein freudig als Plus unterstreicht: ›Ich habe viel Zeit vor mir, um weitere Dokumente zu sammeln, neue Reisen zu machen, immer mehr Menschen zu überzeugen!‹ Zustimmend lächelnd sass von Dänikens hübsche Frau dabei. (…) Er hat in langer Arbeit seine Beobachtungen und Funde beschrieben, sie zu einem Buch zusammengestellt. Es ist eine faszinierende Sammlung neuer Lösungsvorschläge für alte Rätsel daraus geworden. ›Es liegt mir aber daran‹, so sagt von Däniken abschliessend, ›dass nicht die Meinung aufkommt, ich wolle einfach eine neue Behauptung aufstellen. Mein Anliegen ist es lediglich, zu erreichen, anzuregen, dass man sich über diese Dinge Gedanken macht und dass man die eine oder andere Tatsache unter neuem Gesichtswinkel betrachten lernt.‹« EvD: »Habe ich das so formuliert? Wunderbar, stimmig! Ich erinnere mich an vieles. Aber diese Zeitungsseite sehe ich seit Ewigkeiten zum allerersten Mal. Glücklicherweise gab es schon damals in der Pressewelt ein paar wache Köpfe. Einer von ihnen war der Journalist Jürg Ramspeck. Skeptisch hat mich der Mann einst angeguckt: ›Das ist ja Wahnsinn! Glauben Sie denn da dran?‹ Ja, nickte ich: ›Ich bin absolut davon überzeugt.‹ Er werde sich in der Redaktion dafür einsetzen, versprach mir Jürg Ramspeck. Seinem publizistischen Mut verdanke ich sehr viel!« Auch Ramspeck – einer der wichtigsten Schweizer Journalisten, späterer Chef der »Weltwoche« und heute 78 Jahre alt – erinnert sich gegenüber »mysteries« noch gut an die damalige Zeit:»1967 war ich Redakteur bei der ›Zürcher Woche‹. Eines Tages kam ein junger, untersetzter Mann in unsere Redaktionsräume an der Gotthardstrasse.

Es war Erich von Däniken, mit seinem noch unveröffentlichten Buchmanuskript in der Hand: Ein Bündel A4-Seiten – ich weiss nicht mal, ob er überhaupt eine Kopie davon besass. Der damals noch vollkommen unbekannte Autor wirkte auf mich überhaupt nicht wie ein Spinner, im Gegenteil. Irgendwie mochte ich ihn auf den ersten Blick. Vernünftig, höÁich und ruhig stellte er sich vor und sagte: ›Schaut mal, ich habe da ein Manuskript, das Plötzlich stand ein junger Mann vor mir, in der Hand ein Bündel A4-Seiten.

Schauspieler Zarli Carigiet (r.) holte seinen Freund 1969 in Feldkirch ab, als die Justiz EvD mit allen Mitteln den Mund verbieten wollte.

Ausgabe 2/2015 59 klingt für euch vielleicht völlig verrückt, aber ich bin felsenfest von dem überzeugt, was darin steht. Das hat Hand und Fuss.‹ Ich war wohl einer der ersten, die er ansteuerte, weil mein Chef – der bekannte Werner Wollenberger – meist erst ab 16 Uhr in der Redaktion eintraf. Bereits damals hatte ich ein gutes Bauchgefühl. Vor uns stand kein Fanatiker. Und auch kein Sektierer. Wollenberger hatte für die Lektüre wie üblich kaum Zeit. Irgendwie landete das alles deshalb bei mir auf dem Tisch. Als Journalist bewegte mich Dänikens Skript. Das sagte ich auch meinem Chef. Wollenberger wiederum kannte Econ-Verleger Erwin Barth von Wehrenalp persönlich – und so nahm die Erfolgsgeschichte bald danach ihren Lauf. Mag sein, dass ich ein bisschen dazu beigetragen habe. Freuen würde es mich auf jeden Fall.« 50 Jahre später sei der Superlativ erlaubt: Dänikens Idee schlug ein wie eine Granate. In kürzester Zeit eroberte sein Erstling die Top-Position aller Bestsellerlisten.

Entfachte einen Sturm der Begeisterung. Und der Entrüstung. In der Schweiz, dann in Deutschland, bald auch weltweit. Journalisten schrieben sich die Finger wund, Druckereien rotierten im Stundentakt, halbe Wälder wurden abgeholzt, die Leserbriefspalten explodierten förmlich. »Dänikenitis« herrschte, konstatierte selbst die »New York Times«.

Doch auch Kritiker erhoben ihre Mahn-Ànger, nicht zuletzt im konservativen Bergkanton Graubünden. Dänikens »ausserirdischer« Welterfolg schlug ein paar Irdischen dort sauer auf. Borniert kanzelte man den Andersdenker ab. Als Spinner.

Ketzer. Betrüger. Neid und Missgunst ergossen sich über ihn und seine junge Familie. Die kleinkarierte Schweiz duldete kei- Wider den Glauben: Econ-Verleger Erwin Barth von Wehrenalp und EvD. Links: Das plakative Titelblatt der»Schweizer Illustrierten« vom 9. September 1974.

ne grosskarierten E.T.-Befürworter. Ein paar Rechnungen aus früheren Tagen waren trotz Ànanziellem Grosserfolg noch unbezahlt. Also liessen die lokalen Behörden den frischgebackenen Bestsellerautor am 18. November 1968 in Wien wegen »Fluchtgefahr« (!) via Interpol wie einen Schwerverbrecher verhaften.

Resultat: Fast eineinhalb Jahre Untersuchungshaft. Ein Justizskandal.

EvD: »Mein Gott, diese Fotos (Seite 59) habe ich noch nie gesehen. Aber ich erinnere mich noch gut an diese himmeltraurigen Tage. Mein lieber Freund, der Volksschauspieler Zarli Carigiet, hat mich damals 1969 nächtens in Feldkirch in Empfang genommen, wo ich nach dieser unsäglichen Verhaftung in die Heimat überstellt wurde. ›Waisch, wenn i das ghöre, kumme i veruggt‹, höre ich Zarli heute noch in bestem Bünderdialekt schimpfen.

›Mit däm Huerädregg werden mir scho no fertig.‹ Viele Prominente haben sich damals für mich stark gemacht. Ein reiner Akten- und Hexenprozess war das, wie selbst der ›Spiegel‹ 1970 monierte. Jahre später, 1978, sprach mich die Schweizer Justiz von allen Vorwürfen frei. Man hat mir damals drei Jahre meines Lebens gestohlen. In dieser schweren Zeit sagte ich mir: Jetzt erst recht! Und so wehre ich mich bis heute. Gegen intellektuelle Scheuklappen. Und für freie Gedanken.

Freund Zarli hat mich in jenen Jahren übrigens auch mit Alfred Rasser, dem legendären ›HD Läppli‹ aus Basel, zusammengebracht, einem weiteren grossartigen Volksschauspieler. Ich habe den Elisabeth und Erich von Däniken 1971.

EvD: »Seht her, hier ist der Beweis: Ich ha be eine wunderschöne Frau geheiratet!« In der schwierigsten Zeit sagte ich mir: Jetzt erst recht!

Herrn Rasser als scharfzüngigen Gesellschaftskritiker und Humoristen stets für seinen geistreichen Wortwitz bewundert.« Alfred Rasser wiederum erinnerte sich um 1970 wie folgt:»1967 hat das Schweizer Fernsehen eine Sendung aufgenommen. Da machte Zarli den Vorschlag, zu seinem Freund Däniken nach Davos zu fahren. Ich kannte ihn vorher nicht. Es war sehr nett, eine meiner schönsten Ferien, da oben auf dem Rosenhügel. Wir haben nächtelang diskutiert, es war so sehr interessant. (…) Er war fasziniert von seiner Sache. Was mir gefallen hat, dass er nicht gesagt hat, ich behaupte das, sondern dass er sagte, ich habe so viele Unterlagen, so viel gesehen, dass ich das sehr wohl für möglich halte. Vor allem hat mir auch gefallen, dass er die hergebrachten wissenschaftlichen Theorien, die ja ihrerseits behaupten, dass sie die allein richtigen seien, dass er diese Theorien in Frage gestellt hat. Das hat mir imponiert.

(…) Ich habe mich sehr für Däniken eingesetzt, als das aufkam mit der Verhaftung, ich habe mich exponiert. Ich hatte sogar eine sehr scharfe Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsrichter, der mir persönlich sehr frech gekommen ist. Ich habe einen denkbar schlechten Eindruck von jenem Herrn…« Was macht eigentlich unser Mann auf der Erde?

Jürg Ramspeck, später für den Zeitungsvorabdruck von Dänikens zweitem Buchknüller verantwortlich, schüttelt noch heute den Kopf:»Man liess ihn seinerzeit als schuldenfreien Menschen wegen früherer Schulden juristisch büssen. Völlig grotesk! Der zuständige Untersuchungsrichter verbot mir damals sogar, mit ihm zu sprechen.« Auch die »Weltwoche« machte sich einmal mehr für den gescholtenen Autor stark – in Form einer halbseitigen Geschichte von Autor Hans Gmür.»Was macht eigentlich unser Mann auf der Erde?«, liess Gmür am 13. Dezember 1968 ein paar Ausserirdische rätseln. »›Sie meinen von Däniken?‹ Der Regierungschef verzog seine insgesamt sechs Mundwinkel zu einem fast wehmütigen Lächeln. ›Irgendwie gefällt mir der Bursche. Wenn man bedenkt, wie rückständig diese Erdenbewohner im allgemeinen noch sind, so muss man diesen Erich geradezu bewundern.‹ (…)« EvD: »Oha, diesen Text kenne ich ebenfalls nicht. Diese Zeilen stammen aus der Feder von Hans Gmür?

Herrlich!

Gmür war ein brillanter Denker und Schreiber, mit einem feinen Gefühl für Witz, Satire und Spott. Wir wurden später sehr gute Freunde. Gegen Ende 1971 war er einer der ersten, die mir in der Schweiz öffentliche Auftritte und Vorträge ermöglichten. Er hat mich immer unterstützt, auch in schwierigen Zeiten. Kann ich davon eine Kopie haben? Mein Güte, was ihr da alles ausgegraben habt…« 1974 – Däniken war international längst zum gefragten Topautor avanciert – pries die damals noch auÁagestarke »Schweizer Illustrierte« sein fünftes Buch »Erscheinungen« mit einem plakativen Titelblatt an: »Das heisseste Buch des Jahres!« (Foto ganz links oben). Auf über zwölf Heftseiten durfte der rastlose Reisende darin religiöse Widersprüche entblössen – zu einer Zeit, als Kirchenkritik gesellschaftlich noch ein absolutes Tabu war. Resultat: Unzählige Leserbriefe, darunter auch ein paar bitterböse Zeilen.

EvD: »Stimmt, das war zu jener Zeit ein sehr gefährliches Buch. Ich musste es mir regelrecht von der Seele schreiben.

Die Reaktionen waren erwartungsgemäss nicht nur nett. Umso mehr habe ich den Mut der damaligen Redakteure bewundert.

Wenn du über Religionen schreibst, musst du alles befürchten.

Gestern ebenso wie übermorgen. Insofern auch mein Rat an die heutige Jugend: Be unreasonable – seid unvernünftig, sofern ihr euch eurer Sache felsenfest sicher seid! Vermeintlich Vernünftige gibt es da draussen bereits genug. Macht euch eure»Diesen Jungen sollte man kennen« EvD: »Diesen jungen Mann da unten links? Und ob man den kennen sollte! Das ist Ramon Zürcher, hier mit mir 2010 in Peru, irgendwo in 4000 Metern Höhe. Ein Berg bub. Einst mit Milch, Butter und Käse von netten Eltern grossgezogen, in einer unsagbar gesunden Luft. Ich bin dem aufgeweckten Burschen bereits vor vielen Jahren begegnet. Ramon ist ein brillanter Mitarbeiter geworden.

Korrekt, pÁichtbewusst, herzenswert. Er schuftet seit Jah ren in meinen Büro. Und wenn man seit Jahren mit mir auskommen muss, dann denkt man vielschichtig…« eigenen Gedanken, überprüft alles, hinterfragt es – und bewegt dann etwas!« Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Ausserirdische Intelligenzen scheinen uns dank Erich von Däniken näher denn je, irdische Intelligenzen befremden uns zunehmend.

Oder wie der nun 80-Jährige in bekannter Manier unlängst pÀf- Àg twitterte: »Am Anfang ein Urknall. Am Ende ein Schlussknall.

Dazwischen die Menschheit. Als Zwischenfall.« lb. ■

Ausgabe 2/2015 61

ein hell orangefarbener Hintergrund mit einem hellen Licht in der Mitte
Ein Magazin-Abschlag mit einer Glühbirne.
Ein Plakat für ein Buch namens Inferno!
Ein Magazin-Cover mit dem Titel "Geheimnisse".
Ein Fremdsprachenbuch namens Mysteries mit einem Bild von Steinherrschaft auf dem Cover.
Eine Fremdsprachenzeitschrift namens Mysteries mit einem Bild von Mona Lisa.
Ein Magazin-Cover mit dem Titel "Geheimnisse".
Ein Magazin-Abschlag mit einem Mann vorne.
Ein Magazin-Abschlag mit einem Mann in einer Kapuzenjakke.
Titelblatt für Geheimnisse von Schwarze Löcher
Ein Magazin-Cover mit einem Hai darauf.
Ein Plakat mit einem Buddha darauf, das "Geheimnisse" sagt
Ein Magazin-Abschlag mit der Freiheitsstatue darauf.
ein rot gestreifter Hintergrund mit einem schwarzen Rahmen
nicht beantworten
Ein rot und rosa gestreifter Hintergrund mit schwarzer Kante.
Ein Fremdsprachenbuch mit einem Bild von Darth Vader.
Ein Mann in blauem Anzug steht vor einem Baum.
Ein dunkelblauer Himmel mit vielen weißen Wolken.
Ein blau-schwarzer Hintergrund mit Sternen.
Ein schwarz-weißes Bild des Wortes zikunft.
Ein schwarz-weißes Foto einer Reihe von Zahlen.
Ein helle weiße Kreis im Dunkeln.
Ein schwarz-weißes Bild eines Balls.
Eine Gruppe von Männern, die auf einem Podium stehen und Bücher auf einem Tisch haben.
Ein blau-schwarzer Hintergrund mit vielen Sternen.
Eine Gruppe von Männern in Militäruniformen, die Koffer tragen.
Ein schwarz-weißes Foto von zwei Männern, die nebeneinander stehen.
ein Papier mit einem Bild eines Mannes darauf
Ein schwarz-weißes Bild eines Balls.
ein schwarz-weißes Bild eines schwarzen Quadrats
nicht beantworten
Ein helle weiße Fleck mitten auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Gemälde eines Planeten mit einem Mond am Himmel.
Eine helle Sonne, die über der Erde scheint.
Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch mit einem Buch.
Titelblatt auf Deutsch
Ein leeres Bild mit einem schwarzen Rahmen.
Ein Mann und eine Frau stehen zusammen in einem Raum.
nicht beantworten
ein schwarz-weißes Bild eines Balls
nicht beantworten
nicht beantworten
Ein helle weiße Fleck mitten auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Bild eines Mondes am Himmel.
ein schwarz-blaues Bild einer Raumstation
Zwei Männer stehen nebeneinander vor einer Felswand.
nicht beantworten
ein schwarz-weißes Bild eines Balls
ein schwarz-weißes Bild eines schwarzen Balls
nicht beantworten

nUralte Felskathedralen tief unter der Erde, wuchtige Steinpfeiler, so hoch wie moderne Wohnhäuser, meisterhafte Verzierungen, die an Geheimschriften erinnern und Steinhallen, so weitläufig wie ein antiker Flugzeughangar!

Das wohl größte von Menschenhand errichtete Höhlenlabyrinth der Vorzeit liegt in China – fernab der Wolkenkratzerstädte. Vermutlich über 2000 Jahre alt, stellt die geheimnisvolle Unterwelt selbst einheimische Experten vor unlösbare Rätsel.

Als erster westlicher Journalist erkundet Luc Bürgin in seiner neuesten Reportage das Mysterium von Huangshan. Über 180 Farbfotos illustrieren, welch monumentales Welträtsel dort fernab der Pyramiden von Gizeh, den Statuen der Osterinsel oder dem Steinkreis von Stonehenge ein Schattendasein führt.

Zu welchem Zweck wurde das riesige Höhlensystem in grauer Vorzeit errichtet? Wie und von wem? Handelt es sich um ein vergessenes Mausoleum? Oder gar um das Vermächtnis des sagenumwobenen Gelben Kaisers, der hier einst seine legendäre Himmelfahrt angetreten haben soll?

Eine abenteuerliche Reportage mitten aus dem Herzen einer magischen Welt, die bis vor wenigen Jahren selbst für Einheimische tabu war.

»Ehrfürchtig schw eift unser Blick durch die schier endlose Unterw elt. Irgendetw as stim m t hier nicht! In H uangshan w ar jemand am Werk, der nicht in die of¿zielle Geschichtsschreibung passt. Pro¿s der Extraklasse, wie es sie laut unseren Historikern nicht gegeben haben dürfte.« Luc Bürgin Luc Bürgin: Chinas mysteriöses Höhlenlabyrinth gebunden • 208 Seiten • durchgehend farbig illustriert Best.-Nr. 931 000 • 19.95 € Bestelltelefon (0 74 72) 98 06 10 • Telefax (0 74 72) 98 06 11 • info@kopp-verlag.de • www.kopp-verlag.de

nicht beantworten
Ein schwarz-weißes Bild mit den Worten des gelben kulsers.
Ein schwarz-weißes Bildrahmen mit weißem Hintergrund.
Ein Buchcover mit einer Waldszene darauf.
Ein Buchcover mit dem Titel "Chinas" darauf.
weißes Licht in der Mitte
Ein weißer Kreis wird auf einem schwarzen Hintergrund gezeigt.

Bernsteinzimmer: Wer hilft, Thüringens Rätsel zu lüften?

Thomas Kuschel (Bild) will es wissen. Überzeugter denn je glaubt der Berliner Schatzsucher zu ahnen, wo das 1945 verschollene Bernsteinzimmer versteckt liegt: In einem verschütteten Stollensystem im thüringischen Leinawald (»mysteries« 5/2014). »Den Ort der unterirdischen Anlage haben wir durch Messungen geograÀsch exakt deÀniert.« Nun gelte es, »noch einmal eine wichtige, ergänzende Kontrollmessung« vorzunehmen. »Diesmal müssen wir mit Gravimetrie oder Seismik ans Werk.« Aufwind erhält seine These durch zwei Zeitzeugen, die sich kürzlich bei Hendrik Läbe, Bürgermeister der angrenzenden Gemeinde Nobitz, meldeten. Sie seien gegen Kriegsende persönlich im unterirdischen Gangsystem gewesen, berichteten sie. Der eine als Lieferant, der andere habe als Elektriker Kabel in den Stollen verlegt. Sogar Schienen für eine Feldbahn hätten in den Stollen geführt. Der Eingang zur Anlage sei durch Bewaffnete gesichert gewesen. »Weshalb, wenn es dort nicht etwas Wertvolles zu bewachen galt?« fragt sich Läbe.

Doch die Forschergruppe um Kuschel hat ein Problem. Ihr gehen Zeit und Geld aus. Für eine Bohrung stände zwar ein befreundeter Ingenieur kostenlos zur Verfügung – aber die Messungen zuvor würden mit etwa 8000 Euro zu Buche schlagen.

»Wir suchen deshalb dringend Sponsoren«, sagt Kuschel. Bis Frühherbst 2015 steht das Gelände noch unter Verwaltung der Gemeinde. »Mit ihr ist jede Aktion machbar«, weiss Kuschel.

»Doch danach wird das Territorium den Besitzer wechseln. Fraglich, ob wir an den Hohlraum dann noch ran dürfen.

Denn das Land Thüringen blockiert erfahrungsgemäss alles!« Interessierte Unterstützer wenden sich bitte direkt an die »mysteries«-Redaktion.

»Es ist so weit, ich haue wieder in die Tasten.« Jan van Helsing meldet sich nach einer längeren Lebens- und Sinnkrise zurück. »Ist 2012 wirklich nichts geschehen?« fragt sich der deutsche Autor angesichts der Prophezeiung der alten Maya. Ihn jedenfalls habe es damals »voll erwischt, als ich am Morgen völlig unerwartet in eine Lebenskrise stürzte, die mich über zwei Jahre begleiten sollte. In solchen Sinnkrisen kommt man auf eine Menge komischer Gedanken, hinterfragt alles und jeden, vor allem zweifelt man. Man zweifelt an seinem Schicksal, zweifelt auch an Gott und dessen Gerechtigkeit, zweifelt an der geistigen Welt. Man zweifelt am Partner, an den Freunden, am Beruf… Es war tatsächlich so, dass ich die letzten zwei Jahre einfach nichts zu sagen hatte, es gab nichts, von dem ich meinte, dass ich es der Welt da draussen mitteilen müsste.« Viele in seinem Freundes- und Leserkreis empfänden ähnlich. »Also entstand in mir der Wunsch, diesen Menschen – und somit auch mir selbst – mit einem Buch hilfreich zur Seite zu stehen.« Was Jan van Helsing derart aus der Bahn warf, erfahren seine Leser in diesen Tagen – in seinem neuen Werk mit dem sinnreichen Titel: »Bevor Du Dich erschiesst, lies dieses Buch!« (Amadeus Verlag) Flugzeug-Toiletten: Wo beÀndet sich der versteckte Riegel?

Wussten Sie, dass sich fast jede Klo-Türe im Flugzeug mit einem einfachen Kniff von aussen entriegeln und öffnen lässt?

Meist beÀndet sich der versteckte Hebel direkt hinter dem »No Smoking«-Zeichen.

Und das hat seinen Grund, wie »Swiss« und »Air Berlin« auf Anfrage bestätigen.

»Unsere Crews müssen aus Sicherheitsgründen jederzeit Zugang zu den Bordtoiletten haben, um allfällige sicherheitsrelevante Vorkehrungen treffen zu können«, so eine Sprecherin stellvertretend für ihre und andere Airlines.

nicht beantworten
Ein Mann, der vor einem Stapel Bücher ein Buch hält.
Ein weißer Kreis auf schwarzem Hintergrund.
ein Schild, das sagt, dass man nicht rauchen darf
Ein Mann, der in einem Zimmer mit einer goldenen Wand steht.
Ein schwarzer Kreis wird in einem weißen Rahmen gezeigt.
Ein blau-schwarzer Hintergrund mit vielen Punkten.
Eine Reihe von vier Bildern des Mondes am Nachthimmel.
Ein Mann in einem Anzug lächelt für ein Bild.
Ein Kreuzfahrtschiff befindet sich auf einer Klippe über dem Ozean.

«Ich bin ein freier Mensch. Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.

Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolge haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.

Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges als die dumpfe Ruhe Utopiens.

Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies ist mein Werk.

Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch.»

Albert Schweitzer (1875 bis 1965) war ein deutscher Arzt, evangelischer Theologe, Philosoph und PaziÀst. Be kannt wurde er unter anderem durch die Gründung eines Krankenhauses im zentral afrikanischen Lambaréné. Für seine humanitären Verdienste wurde ihm 1953 der Friedensnobelpreis verliehen.

Bemerkung in eigener Sache Trotz grippewelle rackerte das»mysteries«-Team mit Volldampf, damit die neue Ausgabe rechtzeitig erscheinen konnte. Kurz vor Drucklegung traf der Virenhammer auch mich.

Deshalb müssen Sie ausnahmsweise auf das gewohnte editorial verzichten.

Danke für ihr Verständnis – und freuen Sie sich auf die nächste Ausgabe.

Luc Bürgin (Herausgeber)

Ein schwarzer Rahmen mit einem weißen Quadrat in der Mitte.
Ein Mann mit Bart und Schnurrbart und einem Anzug.
Ein rotes und schwarzes Bild mit einer schwarzen Grenze.
Ein schwarz-weißes Bild eines Fingerabdrückens.
Ein Mann mit einem schwarzen Hemd lächelt der Kamera.
ein schwarzer Hintergrund mit den Buchstaben Donkpoudo in der Mitte
Eine Visitenkarte für eine Firma namens Sachsen Krauter.
Ein schwarz-weißes Bild eines Menüs.