Öffnet ein uraltes Kultgebräu aus Südamerika die Pforten zu höherem Bewusstsein? Ayahuasca (»Liane der Geister«) wird in Südamerika von Indianerstämmen seit jeher zur Heilung eingesetzt. Als Hellsichtiger hat sich Martin Zoller kürzlich auf den Weg in den Dschungel gemacht, in Ecuador an der Grenze zu Kolumbien – um die Wirkungen von Ayahuasca im Rahmen einer schamanischen Zeremonie am eigenen Leib zu erforschen. Dabei wurde er intensiv mit seiner Vergangenheit und unserer Zukunft konfrontiert.

von Robert Fleischer ie Reise zu den Ursprüngen der Ayahuasca-PÁanze beginnt für Martin Zoller mit einer Vision. »Ich befand mich Dplötzlich mitten im Regenwald«, erinnert er sich, »und da erblickte ich einen Adler, der sich in die Lüfte hob. Er Áog in eine grosse Stadt.« Später verstand Zoller, was die Vision ihm sagen wollte: »Der Adler war der Überbringer einer uralten Medizin – er brachte Ayahuasca in die moderne Gesellschaft.« Und so begab sich Zoller dorthin, wo Ayahuasca seinen Ursprung hat. Dorthin, woher der Adler in seiner Vision gekommen war.

Ayahuasca ist der Stoff, der in hiesigen Gazetten oft als »Indianerdroge« abgetan wird. Bereits 2015 liess sich der deutsche Moderator Joko Winterscheidt medienwirksam bei seinem Ayahuasca-Trip Àlmen. »Sein Körper kribbelte, er musste sich übergeben, hatte Wahrnehmungsstörungen, lag stundenlang orientierungslos auf einer Matte mitten im Dschungel«, beschrieb der»Focus« die Szene überaus dramatisch.

hergestellt hat.

Abenteuerlicher Trip in die frühere Sperrzone Ein Horrortrip in der Wildnis? Ist es das, was Martin Zoller sucht?

Der Schweizer winkt ab: »Ayahuasca ist eine Medizin, die uns helfen kann, mit unserer Seele in Kontakt zu treten und zu lernen, wer wir wirklich sind.« Speziell für Menschen aus dem Westen könne Ayahuasca hilfreich sein. Etwa um Ängste und Depressionen zu überwinden oder Süchte abzubauen. Doch wie wird sich die Substanz auf ihn auswirken?

Gemächlich tuckert der Bus über eine unebene Landstrasse in den Dschungel. Drinnen halten sich die Fahrgäste an den Sitzen fest, aus den Lautsprechern tönen ecuadorianische Volkslieder.

Eine Frau hat einen HühnerkäÀg neben sich auf den Sitz gestellt, aus dem bei jedem Schlagloch ein lautes Gackern ertönt.

und ohne Internet. Martin ist nach stundenlangem Flug froh, dass er überhaupt einen Bus in die Urwaldregion an der ecuadorianisch-kolumbianischen Grenze erwischt hat. Jahrzehntelang galt das Gebiet als Sperrzone für Ausländer.

Wenige Monate zuvor waren die Zufahrtsstrassen noch von schwer bewaffneten Soldaten der FARC bewacht worden, einer kolumbianischen Guerillabewegung, die sich bis Juni 2016 einen blutigen Bürgerkrieg mit der Regierung lieferte.

Die letzten 30 Kilometer auf den verschlungenen Pfaden im Dschungel legt der Schweizer stehend auf der LadeÁäche ei nes kleinen LKW zurück. Um nicht herunterzufallen, halten sich seine Reisebegleiterin Karina Luna und er an einer dort installierten Leiter fest. Auch Karina sehnt sich nach der langen, beschwerlichen Reise nach einem Bett. Die bolivianische Schamanin führt seit fünf Jahren Ayahuasca-Zeremonien in ihrem Land Endlich am Ziel. Das Zeremonienhaus (»Maluca«) im Dschungel von Ecuador, an der Grenze zu Kolumbien.

durch. Sie ist es auch, die den Kontakt zu den Einheimischen Als sich das Auto dem Indianerdorf nähert, dämmert es bereits. In den Wipfeln der riesigen Bäume mischen sich zahlreiche fremde Vogelstimmen in das Grillenzirpen. Martin ist überrascht von der Architektur der Indianerhäuser. Die kleinen Holzhütten stehen auf hohen Pfählen, die Wohnräume sind über enge Treppen zu erreichen. »In der Regenzeit steigen die Flüsse teils derart an, dass das Gebiet meterhoch überschwemmt wird«, erklärt ihm Karina Luna. »Die Häuser sind dann nur noch mit dem Kanu zu erreichen.« Auch sonst ist das Leben im Dschungel nicht mit westlichen Standards vergleichbar. Fliessendes Wasser gibt es nicht, genauso wenig wie Toiletten. Wer ein Geschäft zu verrichten hat, der tut dies in den Sträuchern – umschwirrt von Myriaden von Mücken.

Zehn Tage lang wird Martin mit den Siona-Indianern zusammenleben, ohne Strom, Plötzlich erscheint ein Indianer in westlich anmutender Kleidung an der Tür.

Herzlich begrüsst er Karina und Martin. Es ist Norman Luis Pia guaje, der jüngere der beiden Schamanen des Siona-Stammes.

»Kommt mit«, sagt er und macht dabei eine einladende Handbewegung, »wir machen heute Abend eine erste Zeremonie.«»Extreme Formen von Pseudohalluzinationen« DMT heisst der Stoff, aus dem hier die Träume sind. Das Molekül mit der chemischen Bezeichnung »N,N-Dimethyltryptamin« kommt in etlichen PÁanzen, aber auch im Menschen und in Säugetieren vor. DMT wirkt intensiv auf den Cortex des Gehirns und führt zu deutlichen Veränderungen der visuellen Wahrnehmung.

Wer es zu sich nimmt, erfährt westlichen Wissenschaftlern zufolge »extreme Formen von Pseudohalluzinationen«. Er erlebt ande- Zehn Tage lang ohne Strom, ohne Smartphone Handy oder Internet.

in einem Zug leer. Der Sud schmeckt bittersäuerlich. Leicht benommen Àndet er seinen Weg zurück zur Hängematte. Dann ändert sich plötzlich alles…

Zugang zu einer anderen Welt 1990 führte Professor Rick Strassman an der medizinischen Fakultät der Universität New Mexico in Albuquerque die erste neuere Studie über die Wirkung von DMT durch. Fünf Schweisstreibende Vorbereitungen: Norman beim »Ernten« der Yahé-Zutaten.

re Wirklichkeiten, die zwar real erscheinen, es jedoch nicht sind.

Anders sehen das die indigenen Völker im Regenwald, die den Stoff seit Jahrtausenden in Form von Ayahuasca zu sich nehmen, um mit der Welt der Ahnen und Naturgeister in Kontakt zu treten und tiefgreifende spirituelle Erfahrungen zu erleben.

Norman führt Martin Zoller und Karina Luna durch den pechschwarzen Urwald. Mit einer kleinen Taschenlampe leuchtet er dabei einen winzigen Trampelpfad aus, während es in den Büschen und Sträuchern links und rechts raschelt. Nach wenigen Minuten stehen sie vor einer grossen, einfachen Holzhütte auf einer künstlich angelegten Lichtung mitten im Dschungel. »Dies ist das Zeremonienhaus, die Maluca«, erklärt Norman.

Die Zeremonie nimmt ihren Lauf Nun kommt ein älterer Indianer mit Federschmuck und rituellen Gegenständen um den Hals auf sie zu. Es ist Don Felinto Piagualeichter wird.« je, Normans Vater und der Oberschamane des Siona-Stammes.

HöÁich gibt der um die 70 Jahre alte Mann Martin die Hand und bittet ihn einzutreten. In der Maluca ist es dunkel. Eine Stunde lang liegen Martin, Karina und einige weitere Besucher in ihren Hängematten und lauschen den tropischen Vogelstimmen aus allen Richtungen. Dann werden sie zu Norman und seinem Vater Don Felinto gerufen.

Die beiden erfahrenen Schamanen beschreiben das Prozedere und geben Tipps: »Am besten ist es, sich für die Ayahuasca-Sitzung ein Thema vorzunehmen, das man bearbeiten möchte«, rät Don Felinto. Sein Sohn Norman fügt hinzu: »Wer sich übergeben muss oder ein Geschäft zu erledigen hat, geht bitte in diese Richtung«, und deutet mit seinem Arm hinter die Hütte. Schon bald wird Martin diesen Tipp zu schätzen wissen.

Dann entzünden die Schamanen Räucherwerk und stimmen rituelle Gesänge an, um das »Yahé« zu beschwören – so nennen die Siona-Indianer ihr Gebräu. Bei diesem uralten Ritual werden die Ahnen angerufen, um während der Zeremonie Schutz und Hilfe zu leisten. Aus einem grossen Topf verabreicht Norman dann jedem Gast ein kleines Glas, in dem sich die dicklichbraune Brühe beÀndet. Martin setzt das Glas an und trinkt es Jahre lang spritzte er 60 Freiwilligen rund 400 Dosen der reinen Substanz in das Muskelgewebe oder in die Blutbahn. Die Probanden beschrieben einhellig»kaleidoskopartige visuelle Halluzinationen«, intensive Farben und die Loslösung des Bewusstseins vom physischen Körper.

Die Beteiligten hatten das Gefühl, als eröffnete ihnen DMT einen »Zugang zu einer anderen Welt«, in der sie tiefgreifende Erfahrungen machten, die ihr Leben teilweise veränderten. »Einige der Probanden lösten während den Sitzungen schwierige persönliche Probleme«, schildert Professor Strassman die Wirkung in seinem Buch »DMT – Das Molekül des Bewusstseins«.

»Hier schienen grundsätzliche Prozesse einer Psychotherapie stattzuÀnden: Es wurde über etwas nachgedacht, Erinnerungen und EmpÀndungen kamen hoch, Gefühle wurden gespürt und dann mit bestimmten Vorstellungen verknüpft. Den meisten von uns fällt eine Konfrontation mit schmerzhaften Gefühlen schwer, und manchmal kann DMT bewirken, dass diese Konfrontation Die Substanz könne dabei helfen, sich mit unverarbeiteten traumatischen Ereignissen zu konfrontieren. Wichtig sei dabei der kontrollierte Rahmen der Sitzung. »Die Erfahrung des absoluten Kontrollverlustes in einer sicheren und unterstützenden Umgebung kann es ermöglichen, in vollständigen Kontakt mit Die gesammelten Chacruna-Blätter, nach vierstündiger Arbeit. Nur die besten davon wandern in den Trank.

Ausgabe 3/2017 Gruppenbild im Dschungel.

Don Felinto Piaguaje, Oberschamane des Siona-Stammes, sein Sohn Norman Luis Piaguaje (links) und Martin Zoller (rechts).

bestimmten schmerzhaften Gefühlen zu kommen, sich diese einzugestehen und sie so loszulassen«, erklärt er.

Von den kontrollierten Bedingungen an der Universität von New Mexico könnte besagte Holzhütte mitten im nächtlichen Urwald, in der Martin Zoller nun liegt, kaum weiter entfernt sein.

Und ihm ist schlecht. Er springt auf und folgt Normans Wegbeschreibung hinter die Hütte, wo er sich zwischen den Sträuchern übergibt. Auch zu Durchfall soll es nach der Gabe von Ayahuasca oft kommen. Beides empÀnden die Konsumenten als befreiend und reinigend.

Martin kehrt zu seiner Hängematte zurück und gibt sich der Erfahrung hin.

»Plötzlich tauchten meine verstorbenen Grosseltern auf«, erinnert er sich. »Das war ganz real. Ich konnte sie wirklich sehen! Und dann lebte ich auf einmal nicht mehr dreidimensional, sondern wie in einem Hologramm. Meine Grosseltern sahen so aus wie ich sie kannte, als sie alt waren. Sie haben mir ihre Präsenz gezeigt: Wir sind hier, wir gehören noch zu dir. Da habe ich verstanden, dass sie gar nicht tot sind, sondern nur in einer anderen Dimension. Und was dann passierte, war selbst für mich als Medium schon fast unglaublich!« Emotionale Erfahrungen der intimsten Art Martin hält kurz inne und sortiert seine Worte, bevor er fortfährt:»Ich konnte meinen Bruder, meinen Vater, meine Mutter, meine Stiefmutter, meine Frau und auch die Familie meiner Frau vor mir sehen. Und dann tauchte ich in jede einzelne dieser Personen ein und konnte diese Menschen plötzlich von innen spüren, auf eine Art und Weise, wie es mir vorher nicht möglich war. Es war ein ganz neues Kennenlernen, weil ich dadurch bestimmte Verhaltensmuster von ihnen neu verstanden habe.« Als die heftigsten Erfahrungen nachlassen, setzt sich Martin zu den beiden Schamanen Norman und Don Felinto, die inzwischen ein Feuer entfacht haben. Nachdenklich starrt der Ältere in die züngelnde Flamme. Früher sei hier alles anders gewesen, berichtet er. Alle Mitglieder seines Stammes trafen sich regelmässig zu den Ayahuasca-Zeremonien. Die gemeinsame Erfahrung des Eins-Sein mit allem stärkte das Gefühl, zusammenzugehören, half dabei, KonÁikte zu klären, Harmonie in der Gemeinschaft herzustellen.

Schon mit acht Jahren verabreichten ihm seine Eltern das erste Mal den bitteren Trunk. »La medicina«, wie sie Ayahuasca hier nennen, gehörte hunderte Jahre lang zum Alltag der Indianer. Doch die Industrialisierung und das moderne Leben machen auch im Urwald nicht halt. Viele jüngere Stammesmitglieder ziehen weg, gehen in die grossen Städte, in denen es Universitäten, Supermärkte und schicke Kleidung gibt. Das traditionelle Leben im Stamm scheint nur noch wenigen attraktiv.

Je nach Stamm unterscheidet sich die Zusammensetzung des psychedelischen Trunks ein wenig. Auch die Siona haben ihre Geheimnisse bei der Zubereitung, die sie nur mit wenigen teilen.

Gringos – also solche wie Martin – gehören in der Regel nicht dazu. Doch tags darauf darf Martin den Schamanen Norman bei der Suche nach Ayahuasca-Bestandteilen begleiten.

Geschickt klettert Norman zwei bis drei Meter einen Baum stamm hinauf. Mit einer grossen Machete hackt er die Ayahuas ca-Liane vorsichtig vom Baumstamm herunter. Unten vor dem Ausgabe 3/2017 61 Plötzlich tauchten vor mir meine verstorbenen Grosseltern auf!

wirkliche Arbeit fängt jetzt erst an: Mit einem groben Holzknüppel dreschen Norman und sein Vater auf die Lianenstücke ein, die vor ihnen auf einem Stein liegen.

Im Inneren offenbaren die aufgeplatzten Stängel rosarot gefärbte Holzfasern. Auch Martin macht mit. Das laute Tack-tack des Holzknüppels ist bis weit in den Dschungel zu hören. Während Don Felinto das Feuer unter dem grossen Kessel entfacht, wäscht Sohn Norman die Chacruna-Blätter und sortiert einige aus. Viele Blätter sind von Insekten löchrig gefressen.

Endlich sind alle Zutaten im Topf. Das Feuer lodert, der Sud köchelt vor sich hin. »Wie lange dauert es jetzt, bis es fertig ist?«, fragt Martin den Oberschamanen. »Mindestens sechs Stunden muss das kochen – manchmal braucht es tagelang«, antwortet Besucher.

bestimmten Stellen im Urwald Baum hat Norman einen Plastiksack ausgebreitet, in den er die fertig zugeschnittenen Stücke hineinwirft.

Mit dem vollen Sack auf dem Rücken geht es zurück zur »Küche«. Sie besteht aus einer an vier Holzpfeilern aufgespannten Plastikplane über einem grossen Kochtopf, der auf eisernen Stangen über einer Feuerstelle steht. Dann gehen Norman und Martin erneut ins Dickicht. Ohne die Machete wäre hier kein Vorankommen möglich. Doch die PÁanze, die den psychoaktiven Wirkstoff von Ayahuasca enthält, wächst nur hier, an den unzugänglichsten Orten tief im Dschungel.

Endlich sind sie angekommen. Mit routinierten Handbewegungen zupft Norman einige Blätter von einem unscheinbar wirkenden Strauch: Chacruna nennen ihn die Siona-Indianer. Die PÁanze mit der botanischen Bezeichnung Psychotria viridis enthält das psychedelisch wirksame DMT. Nur gemeinsam mit der Liane entfaltet der Ayahuasca-Trunk seine bewusstseinsverändernde Wirkung. Denn die darin enthaltenen Harman-Alkaloide sorgen dafür, dass der Körper DMT nur sehr langsam abbauen kann. Dadurch erweitern sich die Sinne, öffnet sich der Zugang die Ayahuasca-Liane und die Chacruna-Sträucher angepÁanzt. Nach welchen Kriterien dies geschieht, bleibt ihr Geheimnis.

Nun sitzen Don Felinto und Norman regungslos neben dem heissen Kessel und warten. Ob sie sich im Geiste schon auf die nächste Zeremonie vorbereiten?

Martin wagt es, die Eintönigkeit mit einigen Fragen zu unterbrechen. Woher weiss man als Schamane, welche PÁanze im Dschungel gegen welche Erkrankung hilft? Don Felinto schaut auf: »Für uns ist der Yahé-Trank ein Lehrmeister. Wenn wir Yahé einnehmen, dann verstehen wir, dass die Bäume auch Personen sind. Dann verraten sie uns ihr Geheimnis.« Der alte Schamane wirft ein Stück Holz ins Feuer und fährt fort: »Manchmal kennt ein kleiner Baum sehr viel Medizin, und er erzählt mir, wie man sie zubereitet, damit sie wirkt.« zur Geisterwelt.

Nun ist Geduld gefragt – sehr viel Geduld Vier Stunden sind Martin und Norman bereits im Dschungel unterwegs. Inzwischen haben sie einen grossen Sack mit Chacruna-Blättern gesammelt. Martins Körper ist übersät mit Mückenstichen. Seltsamerweise scheinen sich die kleinen Blutsauger kein bisschen für Norman zu interessieren, der mit kurzen Ho-Don Felinto Piaguaje: sen und ärmellosem Hemd kaum einen Stich aufweist.

»Für uns ist der Yahé-Trank Eigentlich wäre es nun Zeit für eine kleine Siesta – doch die ein Lehrmeister.« Ausgabe 3/2017 Don Felinto und lächelt über seinen ungeduldigen westlichen Die Zubereitung von Ayahuasca ist eine langwierige Angelegenheit. Sie beginnt schon lange vor dem Kochprozess. Die Siona-Indianer haben an Es ist angerichtet! Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der bewusstseinserweiternde Ayahuasca-Sud endlich geniessbar.

»Also verbindest du dich mit den Bäumen und sprichst mit ihnen?«, fragt Martin ungläubig. Don Felinto antwortet: »Naja, wenn man Yahé nimmt, dann wird man selbst zu einem Baum und man redet sozusagen unter seinesgleichen. Er sagt dann: Ich bin für das und das gut, und du musst mich so und so vorbereiten.« Martin betrachtet die Flammen, die unter dem Kessel vor sich hin züngeln. »Was muss man als Schamane mitbringen, um ein solches Wissen über die Heilkräfte der Natur zu erlangen?«, fragt er. »Man muss rein sein in seinem Leben und in den Gedanken«, erklärt Don Felinto vieldeutig, »und man darf keine Angst haben. Dann wird man von Yahé zur Erkenntnis geführt.« Am Abend beginnt die zweite Ayahuasca-Zeremonie. Martin hat sich ein Ziel gesetzt: Er will versuchen, Prophezeiungen zu empfangen. Nachdem Don Felinto und Norman ihre Schamanenkleider angezogen und Räucherwerk entzündet haben, reichen sie ihm und anderen den Trank. Doch diesmal hält der Geist von Yahé unangenehme Bilder bereit…

Bedrückende Zukunftsvisionen Während Martin im Dunkeln in seiner Hängematte liegt und darauf wartet, dass die Wirkung einsetzt, spürt er, wie eine dickÁüssige, klebrige Flüssigkeit aus seiner Hängematte steigt und ihn bis zum Hals eindeckt. Er schaut an sich herab. Es ist Öl. Erdöl. Das Gefühl wird derart unangenehm, dass er seine Hängematte verlassen muss. Draussen im Dschungel aber hat sich alles verändert. Wo vorher Bäume standen, erblickt Martin nun eine riesige Industrieanlage. Statt Baumstämmen erblickt er Kamine, statt Ästen Rohrleitungen, statt Büschen gebogene Drähte. Der Waldboden unter ihm leuchtet phosphoreszierend – fast so, als bestünde er aus Neonröhren.

Martin ist von diesem Anblick derart überwältigt, dass er in die Zeremonienhütte zurückkehren muss. Nach einer kleinen Meditation wagt er sich wieder hinaus in den Dschungel. Nun ist seine Vision plötzlich anders. Aus den Drähten und Kaminen sind riesige menschliche Schatten geworden. Menschen überall, wohin das Auge blickt.

Doch die Menschen verhalten sich sonderbar: »Ich sah, dass der eine Baum, der einen Mann darstellte, immer so eine Bewegung machte, als wenn er etwas trinken würde. Gleichzeitig hat er auf sehr hohle und sinnlose Art mit einer Frau kommuniziert, die neben ihm war. Und dann haben die ganzen anderen Bäume ringsherum angefangen zu lachen oder miteinander zu diskutieren, aber ebenfalls auf eine sehr hohle und monotone Art. Da habe ich verstanden, dass all dies Teil der Prophezeiung war.« Für Martin steht fest, dass er in jener Nacht einen Blick in die Zukunft der Menschheit warf. »Die Prophezeiung zeigte nicht irgendeinen dritten Weltkrieg, in dem die Menschheit ausgelöscht wird, aber trotzdem eine Warnung. Wir werden in eine technisierte Gesellschaft gehen, in der wir wie gehirnlos wirken, wo wir einfach trinken, rauchen und miteinander plaudern, aber zu keiner wirklich tiefen Auseinandersetzung mehr fähig sind, weder mit anderen noch mit uns selbst.« Einige Zeit später sitzt Martin Zoller wieder im Flieger nach Bo-Psychologin Ninnet Pereyra:»Durch Ayahuasca habe ich verstanden, dass ich ein Teil des Universums bin.« livien. In Cochabamba konnte er die Universidad Privada Abierta Latinoamericana (»Offene Privatuniversität Lateinamerikas«) besuchen, wo erfolgreiche Topmanager regelmässig Ayahuasca konsumieren und sich dabei näher kommen. Noch immer läuft es ihm eiskalt den Rücken herunter, wenn er sich an seine Vision im Dschungel erinnert.

Nachdenklich steuert er die letzte Etappe seiner Reise an – den Titicacasee, der grösste und höchstgelegene Salzsee Südamerikas. Martin hat sich mit Ninnet Pereyra verabredet. Sie arbeitet als Psychologin in einer peruanischen Entzugsklinik. »Ayahuasca wird bei uns im Zusammenspiel mit anderen Therapieformen verwendet, um drogenabhängige Jugendliche auf einen neuen Weg zu bekommen«, berichtet sie ihm.

»In La Paz zum Beispiel setzt man Ayahuasca erfolgreich ein, damit die Jugendlichen sich über ihre Situation klar werden. Warum tue ich, was ich tue? Mit jeder Einnahme verstehen sie immer besser, wie sie abhängig werden konnten und lernen, sich zu hinterfragen: Was macht die Droge mit dir? Aus welchem Grund nimmst du sie? Wie gehst du mit den Mitmenschen um? Was ist es, das dir schadet?« Die Erfolgsquote sei enorm, so Ninnet. Natürlich spiele auch die Betreuung durch geschulte Psychologen eine wichtige Rolle.

Die Abenddämmerung setzt ein. »Ist Ayahuasca vielleicht eine Art Weckruf, um uns wieder in Verbindung mit unserer Seele zu bringen?«, fragt Martin. Ninnet nickt. »Durch Ayahuasca habe ich verstanden, dass ich ein Teil des Universums bin – zwar nur ein ganz kleiner, aber ein ganz wichtiger.« 2006 urteilte der Oberste Gerichtshof der USA, dass Ayahuasca für den religiösen Gebrauch freizugeben sei. Im selben Jahr strich Brasilien die PÁanze von der Liste halluzinogener Drogen.

2008 erhielt Ayahuasca in Peru den Status eines nationalen Kulturerbes. Seither wird der PÁanzensud dort in Kliniken und in der Wirtschaft eingesetzt. Und in Deutschland oder der Schweiz?

Bei uns unterliegt der Wirkstoff DMT weiterhin dem Betäubungsmittelgesetz. Der Umgang ohne Erlaubnis ist strafbar.

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➤ Infos: Der Film »Ayahuasca« ist ab sofort auf exomagazin.tv zu sehen und wird auch als DVD erscheinen. News unter: www.martinzoller.com

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»Wer mich anruft, für den bin ich da!« (Claus Rahn)»Ich habe schon vielen Menschen geholfen.

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Ein Plakat mit einer Reihe von Wörtern in einer Fremdsprache.
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Ein schwarz-weißes Bild mit den Worten "Wos wild unsverschwlegen?" in der Mitte.
Ein verschwommenes Bild eines schwarz-weißen Objekts.

Relikte einer vergessenen Hochkultur?

Sensation oder Schwindel? Eifriger denn je werden im Internet bizarre Fundstücke aus Mexiko feilgeboten – verziert mit UFOs, Aliens oder Astronauten. Über 3000 Stücke sollen in lokalen Tunneln entdeckt worden sein. Uralte Relikte der allerersten Azteken, wie einheimische Bauern versichern? Oder der dreisteste Schwindel der Neuzeit, wie mexikanische Archäologen abwinken? Globetrotterin Gabriele Lukacs begab sich vor Ort auf Spurensuche – und bekam dabei exklusiv Relikte zu Gesicht, die kein westlicher Journalist bislang fotograÀeren durfte.

Ein blauer und lila Hintergrund mit kleinen weißen Sternen.
ein quadratisches Licht im Dunkeln
ein helles Licht im Dunkeln
ein quadratisches Objekt im Dunkeln
nicht beantworten
Ein weißes oval geformtes Objekt auf schwarzem Hintergrund.
Ein weißes quadratisches Objekt auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein weißer Schild auf schwarzem Hintergrund.
Ein Metallobjekt mit schwarzem Hintergrund.
ein weißer Umriss eines Weihnachtsbaums
Eine Statue einer Person mit einem Gesicht.
Ein schwarz-weißes Bild eines Quadrats.
Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Brillen.
ein schwarz-weißes Bild von einem Stapel von Kisten

Kuriositäten aus dem privaten Fundus des Bohnen- und Maisbauern Don Francisco, die Gabriele Lukacs bei ihm in Ojuelos de Jalisco exklusiv fotografieren durfte. Weit über 3000 ähnliche, aber in keinem Fall identische Stücke sollen in der dortigen Gegend in den letzten Jahren zum Vorschein gekommen sein. Trotz etlicher Anfragen weigert sich das mexikanische Nationalinstitut für Anthropologie und Geschichte INAH bis heute, die Relikte einer näheren Analyse zu unterziehen.

S_26-36_Relikte_mysteries0317_RZ.indd 32 21.04.2017 17:29:07
ein Stück Stein mit einem Zeichnungstück
Zwei Stücke eines sehr alten Aussehens.
Ein weißer Kreis auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein weißer Kreis auf einem schwarzen Hintergrund.
Ein Stück Metall, das auf einem Tisch liegt.
ein weißer Kreis auf schwarzem Hintergrund
Ein weißer Kreis wird auf einem schwarzen Hintergrund gezeigt.
Ein Kunstwerk, das auf einer weißen Oberfläche liegt.
nicht beantworten

Wem kann man in Sachen Aztlán-Relikte in Mexiko trauen – und wem nicht? Das fragt sich auch Tomas Hrico aus der Schweiz. Via Internet nahm er für »mysteries« als privater Interessent Kontakt mit Händlern auf, in der Hoffnung einige der Relikte für detaillierte Laboranalysen erstehen zu können.

Über Umwege gelangte er dabei in Kontakt mit dem US-Verkäufer Josh Sisler, der eng mit Mark Russell aus Aguascalientes zusammenarbeitet. Russell ist in den weltweiten Handel mit den Objekten involviert und wird von der einheimischen Gruppe »Nahui Ollin« als einer der Hauptfälscher bezeichnet.

Sislers Angebot an Hrico: Der Verkauf von zwei Stücken (Foto rechts) zum »Schnäppchenpreis« von 1400 US-Dollar!

Auf kritische Nachfrage wegen Fälschungsvorwürfen versicherte Sisler: »Alles Lüge! Pablo Sanchez von ›Nahui Ollin‹ ist ganz einfach sauer, dass Mark Russell – ein wirklich aufrichtiger Freund von mir – gute Verbindungen hat und mit den Stücken Geschäfte macht. Offenbar ist es Sanchez ein Dorn im Auge, dass ich Nassim Haramein kürzlich mit Russell zusammenbringen konnte, der ihm zu dessen Zweck rund 80 Stücke zur persönlichen Analyse übergab. Mark produziert mit Sicherheit keine Fälschungen!« Resultat: Wegen wachsender persönlicher Zweifel und fehlender wissenschaftlicher Gutachten behielt Hrico seine 1400 Dollar am Ende für sich.

Auch »mysteries« rät, bei derartigen Internet-Geschäften äusserste Vorsicht walten zu lassen – selbst wenn sich das eine oder andere der umstrittenen Aztlán-Objekte bei näherer Begutachtung womöglich dennoch als historisch bedeutsam erweisen könnte.

red. ■

Eine Person, die ein Steinobjekt in der Hand hält.
Eine Sammlung antiker Artefakte auf einer weißen Oberfläche.

nem verunglückten Artikel zum Suchbegriff »Chiemsee-Kessel« etwa ein DTV-Schmöker von 2011 aufgeführt, der die Druckmaschine nie erreicht hat. Ein Schelm, wer nicht hinterfragt, warum

Herzlich willkommen im Circus Maximus der Moderne!

Hillary oder Donald? Erdogan oder Erdowahn? Wladimir oder Putin? Kim Jong-Peng oder Kim Jong-Bumm? Merkel oder Schulz?

Nie Àel die Entscheidung zwischen Pest und Cholera schwerer.

Die Qual der Wahl ist zur Wahl der Qual verkommen. Der Unterschied zwischen unseren Politikern und der MaÀa? Die MaÀa hat einen Ehrencodex.

Die geistreichste Lösung aller irdischen Probleme formulierte der begnadete Zyniker Curt Goetz bereits in den 1950er-Jahren:»Wenn alle führenden Häupter der Völker und ihre Diplomaten in der vordersten Reihe kämpfen müssten, gäbe es keine Kriege mehr. Aber man kann nicht erwarten, dass die Menschheit auf eine so einfache Lösung kommt.« Stattdessen erfährt man heute, dass der neueste US-Flugzeugträger irrwitzige 13 Milliarden Dollar gekostet hat. Oder dass 25 Prozent aller weltweiten SträÁinge im amerikanischen Knast schmoren. Oder dass Apple dank legalen Steuerbetrugs in Irland 250 Milliarden Dollar in bar angehäuft hat: Rund 75 mal mehr als Trump heute auf den Tisch blättern könnte. Ergötzlich ist das alles leider nicht.

Sicherheitshalber wollte ich diese Zeilen auf meinen iCloud-Server speichern. Doch beim Lesen der US-Nutzungsbedingungen bekam ich Schnappatmung. Wörtlich: »Apple gewährleistet und garantiert NICHT, dass Ihre Nutzung des Dienstes zeitgemäss, sicher oder fehlerfrei sein wird. Insbesondere übernimmt Apple keine Gewähr dafür, dass der Dienst Ihre Anforderungen erfüllt.« Will heissen: Auch wenn der Mist nicht funzt, muss ich dafür bezahlen! Doch es kam noch explosiver: »Des Weiteren erklären Sie, dass Sie den Dienst nicht für Zwecke verwenden werden, die nach amerikanischen Gesetzen verboten sind, insbesondere die Entwicklung, Planung, Fertigung und Produktion von Raketen, nuklearen, chemischen oder biologischen Waffen.« Kawumm!

Apropos Amerika: Schon mal hinterfragt, warum die Zuschauerränge bei der Oscar-Verleihung trotz ellenlanger Zeremonie stets berstend voll sind? Oder indiskret gefragt: Was geschieht eigentlich, wenn all die Stars und Sternchen mal müssen? In diesem Fall huschen heimlich hochbezahlte »Pinkel-Statisten« in schmucker Garderobe auf deren Sessel, um den trügerischen Schein Sapiens.« zu wahren! Sinnbild unserer Gesellschaft, die lieber bejubelt, was ihr vorgegaukelt wird als zu hinterfragen, wer sie verschaukelt. Herzlich willkommen im Circus Maximus der Moderne!

Wussten Sie überdies, dass es Phantom-Bücher gibt – also Werke, die nie erschienen sind, auf Wikipedia aber als seriöse Quelle zitiert werden? Ich habe mehrere davon entdeckt. Da wird in ei- Wikipedia kostenlos ist. Oder anders gefragt: Wie viele Euro würden Sie im Buchhandel für eine Enzyklopädie locker machen, die vor Fehlern nur so strotzt? Ich bleibe dabei: Wer die ultimative Wahrheit zu kennen glaubt, ist weiter von ihr entfernt als jedes andere Kamel. Oder wie es der Soziologe Niklas Luhmann formulierte: »Was wir über die Gesellschaft, ja gar die Welt, in der wir leben, zu wissen glauben, wissen wir durch die Massenmedien. Andererseits wissen wir so viel über die Massenmedien, dass wir diesen Quellen nicht mehr trauen können.« Und die EU? Die nervt trotz explosiver Weltlage weiterhin mit immer neuen Verordnungen, die kein Mensch braucht. Aktuellster Schildbürgerstreich: Ab sofort unterliegen alle Backofen-Handschuhe der »persönlichen Schutzausrüstung PSA«. Kurz: Sämtliche Produkte dieser Art müssen neu mit speziellen Gütezeichen»zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz« gekennzeichnet werden – samt »beigelegter, deutschsprachiger Handschuh-Gebrauchsanweisung«! Fehlt nur noch, dass auch Grossmutters gehäkelte TopÁappen demnächst vom Weihnachtsmarkt verbannt werden…

Und irgendwo da draussen entführen ein paar Weltverbesserer den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Ihre Forderung? »Eine Million Euro – sonst lassen wir ihn wieder frei!« Und noch weiter da draussen will Erdogan einem arbeitslosen türkischen Journalisten Trost spenden. »Wissen Sie, wenn ich nicht türkischer Präsident geworden wäre, dann würde ich wohl ebenfalls schreiben«, Áötet er ihm aufmunternd zu. Darauf der Journalist: »Tja, wenn Sie nicht Präsident wären, würde ich das ebenfalls tun.« Und ganz am Ende der Galaxie, in ferner Zukunft, machen sich ein paar neugierige Alien-Sprösslinge für ihren Schulaufsatz über die vergessene Geschichte der Menschheit schlau. Leider Ànden sie beim Blättern im Universal-Lexikon nur drei kurze Sätze:»Am Anfang ein Knall. Am Ende ein Knall. Dazwischen der Homo Luc Bürgin (Herausgeber)

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Das Warten hat sich gelohnt: Bereits am 25. Mai 2017 fuchtelt Johnny Depp auf der Kino-Leinwand im fünften Teil von »Fluch der Karibik – Salazars Rache« erneut mit seinem Piratensäbel. Wenige Tage zuvor feiert Ridley Scotts »Alien: Covenant« Premiere. Am 16. Juli 2017 wiederum startet in den USA endlich die siebte und zweitletzte Staffel von »Game of Thrones«, samt Jon Schnee. Im Spätherbst feiert dann »Star Trek Discovery« auf CBS und Netflix Premiere: Die neue »Enterprise«-TV-Serie spielt rund zehn Jahre vor der Ära von James T. Kirk. Als Raumschiff-Captain fungiert Jason Isaacs (alias Lucius Malfoy in »Harry Potter«). Ebenso an Bord: James Frain als Spock-Vater Sarek. Und im Dezember? Da kehrt Yoda in der achten »Star Wars«-Episode »Die letzten Jedi« als Machtgeist zurück. Vermutlich nur für zwei Minuten. Aber immerhin!

Vorsicht: Wanzen im Kinderzimmer!

Finger weg von sprechenden Kinderpuppen, die mittels Internet, Bluetooth oder Smartphone-Apps verbunden werden können. Immer mehr Knuddel-Ramsch für unsere Kleinsten beinhaltet versteckte Mikrophone oder Kameras. Wegen ihrer dauerhaften Internetverbindung, fehlenden oder spielend leicht knackbaren Passwörtern sind die interaktiven Spielzeuge leichte Beute für Spitzel oder erpresserische Hacker. »Ohne Kenntnis der Eltern können die Gespräche des Kindes und anderer Personen aufgenommen und weitergeleitet werden«, warnt die deutsche Bundesnetzagentur. Betroffen von Verboten, Datenlecks oder Verbraucherschutz-Warnungen sind derzeit etwa ein handelsüblicher Teddybär von »Cloud- Pets« (links), der Roboter »i-Que«, die WLAN-Tussi »Hello Barbie« sowie eine weitere interaktive Puppe namens »Cayla« (rechts).

Ausgabe 3/2017

Ein Foto von Yoda und einem Raumschiff, das im Himmel fliegt.
Ein braun-weißer Teddybär sitzt auf einem weißen Hintergrund.
Eine Puppe in einer Kiste mit einem rosa Rock und einer Jacke.

◄ Stilisierte Bootsdarstellung.

Ein Hinweis auf frühzeitliche Seefahrer?

► Götterwesen, geschmückter Tänzer oder Schamane?

Was wollten die ersten Ureinwohner der Nachwelt mit ihren Darstellungen überliefern?

Mysteriöse Fischwesen. Einige der ostbrasilianischen Malereien erinnern markant an die»Nommo«-Fischgottheiten der Dogon im westafrikanischen Mali (Zeichnung ganz links).

Ausgabe 3/2017 17

Ein Blick auf eine Bergkette mit Sonnenuntergang.
Ein Blick auf eine Bergkette mit einem Himmel im Hintergrund.
Ein Bild eines roten Insekts auf einem Felsen.
Zwei Bilder eines Insekten an der Wand.
Eine Zeichnung eines seltsamen Dinges auf einem Felsen.
Ein schwarz-weißes Bild einer Tastatur.
Eine Stadthorizon mit einer Brücke im Vordergrund.
Ein Mann in einem Anzug, der seine Hand an die Brust hält.

 Tobias Niedenthal, Sie gehören zur »Forschergruppe Klostermedizin« des Institutes für Geschichte der Medizin an der Uni Würzburg: Was verbirgt sich hinter diesem romantisch klingenden Namen?

Niedenthal: Der Name Klostermedizin war zumindest in unserer Anfangszeit Programm. Es handelt sich um eine Epoche der europäischen Medizingeschichte, die ihre Hochphase vom 8. bis ins 12. Jahrhundert hatte. Als Eckpfeiler könnte man das »Lorscher Arzneibuch« aus dem frühen 9. Jahrhundert nehmen – das älteste erhaltene Buch zur Klostermedizin aus dem abendländischen Frühmittelalter. Sowie die beiden natur- und heilkundlichen Schriften von Hildegard von Bingen (1098–1179).

Worin liegt der aktuelle Forschungsschwerpunkt Ihrer akademischen Mitstreiter?

Dauerthema ist die IdentiÀzierung von PÁanzen in alten Kräuterbüchern oder Rezepturen. Selbst bei Hildegard von Bingen gibt es diverse Fallstricke. So ist in vielen Büchern zu lesen, sie hätte in ihrer »Physica« die Melisse (Melissa ofÀcinalis) beschrieben.

Wenn man sich etwas näher damit befasst, wird aber offenkundig, dass die als »Binsuga« bezeichnete PÁanze viel eher die Weisse Taubnessel (Lamium album) ist. Auch bei anderen Klassikern der PÁanzenheilkunde wird die Tradition schnell brüchig, wenn man etwas genauer hinschaut. Es ist leider oft dann doch nicht ganz so einfach, wie vielerorts suggeriert wird.

Ein aktuelles Forschungsthema bilden bei uns pÁanzliche Antibiotika, etwa Senföl-Glycoside aus Kapuzinerkresse und Meerrettich – oder die Rezeptur einer Augensalbe aus einer angelsächsischen Handschrift des 10. Jahrhunderts, deren Erforschung durch Kollegen aus England wir unterstützen. Gerade auch bei der Problematik der Antibiotika-Resistenzen könnte ein Blick in alte Handschriften lohnend sein. Ein weiteres Thema bilden Tumorerkrankungen. Hier sind wir beratend an einem Projekt der Uniklinik Würzburg beteiligt, indem wir PÁanzen für die Untersuchungen vorschlagen, die schon in frühen Drucken genannt wurden.

Heute gibt es oft eine gewisse Konkurrenz und gegenseitige Ablehnung zwischen Schul- und Naturmedizin. Wie positioniert sich Ihre Wissenschaftsgruppe in dieser Diskussion?

Vom Kampfbegriff »Schulmedizin« halte ich persönlich nicht viel.

Als dieser in den 1870er-Jahren von einem Homöopathen eingeführt wurde, steckte die moderne Medizin noch in den Kinder-Ausgabe 3/2017 43 dere Herrscher blieben Analphabeten. Für die breite Masse des Volkes gab es ohnehin keine Möglichkeiten. Es waren also tatsächlich die Klöster, wo die Überreste der griechisch-römischen Tradition gesammelt und vervielfältigt wurden. Und da sie gemäss der Regel des Benedikt von Nursia sowieso über eine Krankenstation und einen ausgebildeten Heilkundigen verfügten, trug ihnen Karl der Grosse auf, bestimmte PÁanzen anzubauen und die Krankenversorgung für die Bevölkerung zu übernehmen.

Welche Rolle spielen bei Ihrer Forschung die so genannten Hexen, Kräuterfrauen oder frühen Heilkundlerinnen?

Das Klischee von der Kräuterhexe geht auf Jacob Grimm im 19.

Jahrhundert zurück. Von ihm stammt auch die Legende, diese Frauen seien systematisch verfolgt worden. Leider wurde das immer wieder öffentlichkeitswirksam aufgewärmt – von Bismarck im Kulturkampf oder von Himmler, der sich selbst als Nachfahre einer Hexe sah. Und so stand es zeitweilig sogar in einigen Schulbüchern. Wir suchen in Würzburg seit mehr als 30 Jahren nach Belegen dafür – aber weiter zurück als Jacob Grimm ist da schlichtweg nichts zu Ànden. Was dabei oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass auch Frauen im Hochmittelalter in der Schule von Salerno bereits Medizin lernen und auch lehren konnten.

Ihre Forschergruppe hilft jedes Jahr mit, die »ArzneipÁanze des Jahres« zu würdigen. 2017 wurde der Gemeine Hafer gewählt. Warum?

Gekürt wird die »ArzneipÁanze des Jahres« jeweils vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der ArzneipÁanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg. Mit der Forschergruppe gibt es personelle Überschneidungen, ausserdem nutzt der Studienkreis die Infrastruktur der Forschergruppe. Den Hafer fanden wir aufgrund seiner innerlichen Anwendung schon länger sehr interessant. Und als wir uns dann auch noch die Möglichkeiten seiner äusserlichen Anwen-Pflanzen statt Pillen. Auch bei uns wächst heilsamer Superfood.

 schuhen. Davon sind wir heute weit entfernt. Die Naturheilkunde ist mittlerweile ein Teil der evidenzbasierten Medizin, und die Rezepturen aus alten Büchern lassen sich mit naturwissenschaftlichen Methoden überprüfen. Naturheilkunde wird bei uns in Deutschland unter anderem an verschiedenen Lehrstühlen wissenschaftlich untersucht. Etwa in der Charité in Berlin. Aber auch von der ETH Zürich kommen immer wieder interessante Forschungsergebnisse.

Leben wir in Zeiten des absoluten medizinischen Fortschritts oder ist auch viel Heilkunst vergessen gegangen?

Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition tatsächlich ein wenig verschüttet worden. Das hat mehrere Gründe. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Interesse an PÁanzenheilkunde in der Bevölkerung nicht mehr so gross.

Man hat ziemlich stillschweigend hingenommen, dass nach dem Contergan-Skandal (1961) mit dem neuen Arzneimittelgesetz mehr als 90 Prozent der Drogen und Drogenzubereitungen aus dem Deutschen Arzneibuch verschwanden.

Vor Contergan mussten für Arzneimittel keinerlei Untersuchungen zu Wirkung oder Unbedenklichkeit vorliegen. In der Fassung von 1968 wurde aus dem Arzneibuch einfach alles gestrichen, für das keine entsprechenden Nachweise vorlagen. Dann wurde die unter Mao Zedong formulierte Traditionelle Chinesische Medizin auch im Westen sehr modern, und immer weniger Menschen interessierten sich für die eigene Tradition. Mittlerweile ist das Interesse wieder grösser geworden, aber es fällt Laien zunehmend schwerer, zwischen authentischer Tradition und reinen Werbekonstrukten zu differenzieren.

Wer besass im Mittelalter in erster Linie medizinisches Wissen? Die Klöster, wie Ihr Institutsname suggeriert?

Nach dem Untergang des weströmischen Reiches und der folgenden Völkerwanderung konnte man fast nur noch in den Klöstern lesen und schreiben. Karl der Grosse versuchte erst gegen Ende seines Lebens, das bei sich selbst zu ändern, an- Setzten die Mär von der Kräuterhexe in die Welt: Jacob und Wilhelm Grimm.

Ausgabe 3/2017 dung angeschaut hatten, entdeckten wir eine insgesamt sehr interessante ArzneipÁanze.

2014 wurde der Spitzwegerich gekürt, den Freizeitgärtner eher als Unkraut bezeichnen. Welche verkannten HeilpÁanzen wachsen noch in unseren Gärten und Parks?

Interessanterweise gibt es PÁanzen, die in kultivierter Form mehr medizinisch nutzbare Inhaltsstoffe liefern und andere, welche diese nur wild beinhalten. Süsshölzer kann man etwa für Lakritze anbauen, aber die Droge für Arzneitees stammt aus der Wildsammlung. Ansonsten ist so ziemlich jedes Küchen- oder Gewürzkraut eine potente ArzneipÁanze – nicht selten aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle. Kapuzinerkresse etwa, die ArzneipÁanze des Jahres 2013, wurde und wird bei uns oft aufgrund ihres Äusseren angebaut, ihre Senföl-Glycoside sind aber auch gegen eine Reihe von krankheitserregenden Mikroorganismen wirksam.

Als sehr wichtige HeilpÁanze galt früher übrigens die Echte Betonie (Betonica ofÀcinalis), auch als Heil-Ziest bekannt. In den letzten beiden Jahrhunderten sind die Anwendungsgebiete jedoch nach und nach komplett verschwunden, so dass die PÁanze in der heutigen Medizin überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ein Beispiel für eine gemeinhin als Unkraut betrachtete ArzneipÁanze wäre die Kriech-Quecke (Agropyron repens), die zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege unterstützend bei leichten Harnwegbeschwerden angewendet werden kann.

Wie hat sich die Wahrnehmung der PÁanzenwelt vom Mittelalter bis heute verändert?

Zu PÁanzen hatte man sicherlich ein ganz anderes Verhältnis, da sie neben einigen tierischen und mineralischen Mitteln die Hauptlieferanten für Medikamente waren. Jede Infektionskrankheit konnte den Tod bedeuten, also war man sehr daran interessiert, welche Mittel hilfreich sein könnten. Natürlich hatte man als gläubiger Mensch gegenüber der Schöpfung auch noch eine ganz andere Achtung. Heute dagegen kann man bei Grossstadtkindern schon froh sein, wenn sie wissen, wo die Sonne aufgeht und nicht glauben, am Waldrand würden Bananen wachsen…

Was halten Sie von der aktuell grassierenden »Superfood- Manie«?

Insbesondere von exotischem Superfood müssen wir uns klar venös verabreicht.

distanzieren, wobei hier vor allem ökologische Gründe ausschlaggebend sind. Meist gibt es aus unserer Sicht günstigere heimische Alternativen, deren langzeitliche Wirkung zudem auch besser erforscht ist. So kann man statt Chia-Samen auch um gerade diese?

Leinsamen zu sich nehmen oder Schwarze Johannisbeeren statt Goji-Beeren. Acai-Beeren wiederum können durch Heidelbeeren oder Sauerkirschen ersetzt werden. Und Dinkel ist eine einheimi- Heilpflanzen aus der Apotheke Gottes. Der von der Würzburger Forschergruppe betreute Kräutergarten im Kloster Oberzell.

Und Kokoswasser oder Kurkuma?

Kokos und Kurkuma dürften derzeit die »Modedrogen« schlechthin sein, wobei vor allem Kurkuma durchaus eine interessante ArzneipÁanze ist, die intensiv erforscht wird. Vor überzogenen Heilversprechungen in kommerziell ausgerichteten Texten muss jedoch ausdrücklich gewarnt werden. Curcumin als wahrscheinlich wichtigster Inhaltsstoff von Kurkuma beispielsweise hat eine sehr geringe Bioverfügbarkeit, kann also durch orale Aufnahme kaum in therapeutischer Dosis in den Organismus gelangen. Experimentell wird daher Curcumin bei Tumorerkrankungen intra- Welche Lebensmittel Ànden sich in Ihrer persönlichen»Top 5« des einheimischen Lieblings-Superfoods und war- Ich bin da recht bodenständig. Spontan fallen mir nicht zuletzt Laucharten wie Zwiebel oder Knoblauch ein, aber auch verschiedene Ingwergewächse oder Kohlsorten. Die kennt jeder, sie werden aber zum Teil intensiv erforscht. Und einige sind auch ganz ofÀziell anerkannte ArzneipÁanzen mit MonograÀen der Europäischen Arzneimittelagentur. Derzeit wird übrigens eine Monogra-Àe zum Knoblauch erstellt, zum Ingwer existiert bereits eine und zu Kurkuma gibt es sogar bereits deren zwei (Curcuma longa und Curcuma xanthorrhiza).

Ausgabe 3/2017 45 sche Alternative zu Quinoa.

 Können Sie aufgrund Ihrer Forschungen zu altem Heilkundewissen Tipps geben, welche Hausmittel bei welchem Wehwehchen helfen? Was ist zum Beispiel bei Husbehandeln.

ten und Schnupfen zu tun?

Wenn bei mir eine Erkältung im Anmarsch ist, dann koche ich mir einen Tee aus frischem Ingwer mit viel Pfeffer. Manchmal kommt auch noch etwas Thymian mit hinein, dann Ànde ich den Geschmack aber nicht mehr ganz so gut. Bei Bronchitis empfehlen wir einen Tee aus Thymian und Süssholzwurzel.

Und bei Bluthochdruck?

Bei Hypertonie sollte man erst einmal nach der Ursache schauen. Erste Ansatzpunkte wären Stressmanagement und Schlafumgegangen?

Ingwer die Übelkeit oder Cannabis die Appetitlosigkeit. Hautrötungen durch die Bestrahlung lassen sich mit Gels aus Aloe vera Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wiederum wäre in erster Linie nach der Ursache oder der genauen Ausprägung zu schauen. Über Ernährung und Bewegung lässt sich in der Regel auch hier etwas verbessern, und in einigen Fällen kann dabei ebenso der Saft der Roten Bete hilfreich sein. Den Klassiker Weissdorn müssen wir mittlerweile leider etwas skeptisch betrachten. Damit beschäftigen wir uns im Moment.

hygiene. Der Saft der Roten Bete kann hier hilfreich sein, wenn Wie ist die Klostermedizin mit psychischen Problemen Johanniskraut bei Melancholie wird schon um 800 n. Chr. im»Lorscher Arzneibuch« genannt. Hier ist aufgrund der Interaktion mit dem Isoenzym CYP 3A4, über das sehr viele lebergängige Arzneimittel verstoffwechselt werden, allerdings Vorsicht geboten. Man hatte im Mittelalter also tatsächlich schon Arzneimittel für solche Erkrankungen zur Verfügung.

Gab es bereits früher vergleichbare Krankheitsbilder wie Depression, Burn-Out- oder Angstzustände?

Letzteres ganz sicher, aber Depressionen oder Erschöpfung, ebenso wie Alkoholismus oder allgemein der Missbrauch von Betäubungsmitteln sind eher Erscheinungen des Industriezeitalters. Angstzustände hat man wohl häuÀg mit bösen Geistern, Dä monen oder dem Teufel assoziiert und ist ihnen entsprechend mit Gebeten oder Sprüchen begegnet. Hildegard etwa verband das in Klöstern nicht selten übertriebene Fasten, Wachen oder die Selbstgeisselung mit dem Teufel. Das spielt aber in ihren beiden natur- und heilkundlichen Werken kaum eine Rolle.

Ist Alkoholismus tatsächlich ein neuzeitliches Phänomen? Sind Bilder von Römer-Gelagen oder Met bechernden Rittern und Germanen Klischees?

Bier und Wein waren früher deutlich schwächer als heute und wurden verdünnt den ganzen Tag über getrunken – auch von Kindern. Hintergrund war die schlechte Verfügbarkeit von sauberem Wasser. Wer konnte, der baute Wein an, auch auf dem Áachen Land. Wo gar kein Wein wuchs, wurde Bier getrunken, was jedoch nicht so lange haltbar war. Vereinzelt mag es Exzesse mit Alkohol gegeben haben, dies war aber nur in sehr wohlhaman ihn mag.

Bei Kopfweh?

Auch in diesem Fall wäre erst einmal die Ursache zu ergründen.

Bei Spannungskopfschmerzen ist beispielsweise das ätherische Öl der Pfefferminze interessant. Das kann man auf den Schläfen einmassieren, wo es einen kühlenden Effekt suggeriert.

Haben Sie Hinweise gefunden, wie alte Methoden unterstützend bei Krebs oder Herzproblemen wirken können?

Gerade bei der Behandlung von Tumoren hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Die Naturheilkunde wird immer häuÀger integrativ, also begleitend, zu Operation, Bestrahlung und der Medikation mit Zytostatika eingesetzt. Wo ich noch ein grosses Potenzial sehe, ist in der Ernährung. Leider haben sehr viele Patienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnose eine Unterversorgung an bestimmten Mineralstoffen. Da dies mit dem Stoffwechsel des jeweiligen Tumors zusammenhängt, sollte möglichst früh untersucht und gegengesteuert werden. So kann man einer krankhaften Abmagerung vorbeugen, an der immer noch zu viele Patienten während der Behandlung sterben.

Zudem werden ArzneipÁanzen mittlerweile teilweise direkt als Zytostatikum eingesetzt. Am bekanntesten sind hier vermutlich die Taxane aus der PaziÀschen Eibe (Taxus brevifolia) und die Vinca-Alkaloide aus dem Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus). Begleitend können PÁanzen aber auch chemotherapeutische Nebenwirkungen abmildern, so etwa Hildegard von Bingen (1098– 1179). Nicht alles, was heute in ihrem Namen propagiert wird, entspricht ihren Überlieferungen.

dorthin geleitet wurde, wo man auch das Trinkwasser entnahm.

Man wusste es damals schlicht nicht besser.

Ein wichtiges Thema in ihren Veröffentlichungen ist auch das Fasten. Wieso?

Bereits 2004 hat unsere Forschergruppe ein Buch dazu herausgeben. Kürzlich haben wir das Thema erneut aufgegriffen, weil es sich nicht nur in so ziemlich jeder Kultur oder Weltreligion Ànden lässt, sondern auch medizinisch immer mehr in den Fokus rückt. So haben wir 2016 die komplette Fastenzeit vor Ostern mit einer täglichen Artikelreihe begleitet, in der verschiedene Aspekte beleuchtet wurden: Fasten bei den Naturvölkern, im Christentum, in der Medizin… Als Forschergruppe Klostermedizin ist es uns natürlich auch ein Dorn im Auge, dass vielerorts ein »Fasten nach Hildegard von Bingen« angeboten wird, das es bei ihr gar nicht gibt. Oder noch schlimmer: Ein »gemässigtes Dinkelfasten«, wenn so ziemlich die einzige Indikation, die Hildegard dem Dinkel zuschreibt, ausgerechnet Appetitlosigkeit ist.

Kritisch äussern Sie sich nicht zuletzt auch hinsichtlich des aktuell viel beworbenen, aber offenbar auch überteuerten Himalaya-Salzes… Das ist ein ähnlicher Marketing-Gag wie das »Hildegard-Fasten«.

Im Himalaya wird nämlich gar kein Salz abgebaut. Nicht selten kommt es aus Polen, zum Teil immerhin aus Pakistan, also dann wenigstens nur ein paar hundert Kilometer von den letzten Ausläufern des Himalayas entfernt. Es stellt sich aber auch hier die Frage, warum man ein um den halben Erdball transportiertes Salz kaufen soll, wenn dieses garantiert nicht besser ist als das heimische. Und wie Analysen in der Schweiz ergeben haben, Ànden sich darin dann auch noch grössere Mengen an Aluminium sowie Spuren von Uran, Cadmium, Blei und Arsen…

Gretchenfrage zum Schluss: Wie stehen Sie zum Thema Cannabis als Heilmittel?

Ambivalent. Cannabis wird schon sehr lange als ArzneipÁanze eingesetzt, wurde aber in Europa und der arabischen Welt immer auch sehr widersprüchlich beschrieben. Viele Fragen zu Nutzen und Risiko sind nach wie vor offen. Ich freue mich jedoch auf die Legalisierung von Medizinalhanf in Deutschland und wünsche mir vor allem eine sachlichere Diskussion, wie wir sie bereits 2015 angeregt haben.

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»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 2
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 3
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 4
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 5
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»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 22
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 23
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 24
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 25
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 26
»Im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt ist die europäische Heiltradition leider ein wenig verschüttet worden«, bedauert Tobias Niedenthal von der Forschergruppe Klostermedizin des Institutes für Geschichte der Medizin an der Universität Würzburg. Umso intensiver nimmt man sich dort der IdentiÀzierung und wissenschaftlichen Analyse von HeilpÁanzen in uralten Kräuterbüchern oder Rezepturen an, um das vergessene naturmedizinische Wissen unserer Vorfahren wieder nutzbar zu machen. Wenn es um unser WohlbeÀnden geht, empÀehlt der bestens informierte Naturfreund denn auch lieber einheimische Heilgewächse wie Zwiebeln, Dinkel oder Knoblauch – statt umweltbelastenden, exotischen Superfood. Interview: Jan Fischer – Abbildung 27

Die Archäologin Gisele Daltrini Felice und ihr Team beim Fotografieren und Katalogisieren der Felsmalereien.

Längst nicht alle Motive konnten bislang eindeutig identifiziert werden.

logen schmunzelnd»eine verblüffende Ähnlichkeit« mit dem berühmtesten aller Ausserirdischen attestieren: E.T. Was die stilisierte Figur darstellt? Völlig unklar.

Weitere unentschlüsselte Zeichnungen stellen womöglich das erste Zahlensystem der Welt dar.

Brasilianische Archäologen vermuteten schon lange, dass besagte künstlerische Hinterlassenschaften, aber auch die im Umfeld gefundenen Siedlungsreste deutlich älter sind, als sie es nach bisherigem Denken sein dürften. Allerdings taten sich die Südamerikaner schwer, ihre Funde exakt zu datieren, um damit ihre Thesen zu untermauern.

Zwar hatte die Entdeckerin der uralten Siedlungen, die brasilianische Archäologin Niède Guidon, nach eigenen Untersuchungen schon vor vielen Jahrzehnten behauptet, dass die bisherige Siedlungsgeschichte Amerikas nicht mehr haltbar sei. Doch vor allem von nordamerikanischen Berufskollegen wurde sie dafür oft nur belächelt, fachlich diskreditiert, ja warum und woher hatten sie sich einst auf den Weg zum damals unbekannten Kontinent gemacht?

Klar scheint: Sie müssen wohl Seefahrer gewesen sein, denn damals war der Landweg noch nicht offen. Darauf schliessen lassen nicht zuletzt auch Bootszeichnungen auf den uralten Felsgemälden. Vieles deutet zudem auf Westafrika als Herkunft hin – die Wiege der Menschheit. Denn der Seeweg von dort wäre Nachgewiesenermassen habe damals eine Dürre den Westen des afrikanischen Kontinents gepeinigt. Die Menschen seien an die Küsten geÁüchtet, so Niède Guidon. Günstige Winde und Strömungen könnten sie von dort bis nach Südamerika gebracht haben, begründet die Archäologin ihre »Out of Africa«-These, die im Wissenschaftsbetrieb bislang ebenfalls auf heftigen Ge-Mittlerweile aber verdichten sich die Hinweise, dass Guidon auch in diesem Fall Recht behalten könnte: Die Forscherin verweist auf uralte Schädelfunde in Brasilien, welche afrikanische Merkmale tragen, sowie auf frappierende Ähnlichkeiten zwischen Felsmalereien in der afrikanischen Sahara und der südamerikanischen Serra da Capivara.

»Die technologischen Möglichkeiten, die wir heute haben – etwa die DNA-Analyse – zeigen ganz klar, dass es in Brasilien und anderswo schon früh afrikanische EinÁüsse gab«, erklärt sie. Für einen Ursprung in Afrika sprächen ebenso jahrtausendealte, in Brasilien gefundene Koprolithen – versteinerte Ausscheidungen von Menschen. »In ihnen wurden Parasiten nachgewiesen, die eindeutig aus Afrika stammen.« Sie sehe auf ihrem Kontinent aber »auch australische, asiatische und orientalische« EinÁüsse: »Ich denke, der Mensch ist Ausgabe 3/2017 15 sogar verspottet.

Älteste Funde sind mindestens 30’000 Jahre alt

der kürzeste.

Mittlerweile lästert kaum noch jemand. Denn mit modernsten Methoden, unter anderem der Thermolumineszenz-Analyse und europäischer Unterstützung, gelang nun ein detaillierter Altersnachweis. Gespannt hatte die Wissenschaftsgemeinde auf jene Resultate gewartet, berichtet »Terra X«. So hätten vor allem US-Forscher gehofft, dass dadurch die Annahme ihrer südlichen Kollegen widerlegt werden könnte. Doch es kam anders: »Die ältesten Fundschichten sind mindestens 30’000 Jahre alt, also 18’000 Jahre älter als die Funde in Clovis/USA, auf die sich die bisher favorisierte Besiedelungstheorie stützte.« Quintessenz: Südamerika ist deÀnitiv nicht von Nordamerika aus besiedelt worden.

»Ein grosser Erfolg für die Brasilianer und ihre jahrelange wissenschaftliche Arbeit«, konstatiert auch Professor Markus Reindel vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI), das seit 2016 ebenfalls vor Ort forscht. »Das Faszinierende an der Archäologie ist, dass sich immer wieder ganz neue, grundlegende Fragen auftun, auch wenn man es gar nicht erwartet – man denkt immer, alles ist erforscht, aber plötzlich sind dann wieder diese Grundfragen da.« Die neuen spektakulären Erkenntnisse werfen denn auch weitere Fragen auf: Woher kamen diese ersten Amerikaner? Wie, genwind stiess.

mehrfach nach Amerika gekommen und dies schon weitaus früher als wir dachten.« Bis heute gebe es in Brasilien zudem vereinzelt Gruppen, bewohnten und miteinander verbunden waren.

deren Mitglieder eher afrikanische Züge trügen als asiatische.

»Hier wäre es wichtig, neue Technologien breiter einzusetzen. Es gibt immer noch weitere indigene Gruppen hier, deren DNA bis heute noch nie hunderte und Jahrtausende Warum verschwanden untersucht worden ist.« Der endgültige Beweis fehle zwar noch, der Kulturentwicklung gehabt«, die Erstbesiedler urplötzlich»aber es spricht vieles dafür, dass die ersvon der Bildfläche? ten Amerikaner aus Afrika kamen«, resümieren auch die ZDF-Experten. Aussagen, die konservativen US-Forschern und ihrem neuen Präsidenten Donald Trump gar nicht gefallen dürften…

Fast ganz Brasilien war damals bewohnt Was aber wurde aus jenen geheimnisvollen Erstbesiedlern? Niemand weiss es. Urplötzlich scheinen sie von der BildÁäche zu verhalten der damaligen Menschen.« verschwinden – offenbar ohne Nachkommen zu hinterlassen.

Dies ist umso rätselhafter, als die Vielzahl der brasilianischen Felsbilder und Bodenfunde auf eine grosse, ausgedehnte Bevölkerung hindeuten.

Selbst 800 Kilometer südlich der Serra, im Mittelgebirge Chalegt. Das Paradigma ist überwunden. Es lebe die Zukunft!« pada Diamantina im brasilianischen Bundesstaat Bahia, Ànden ➤ Infos:Die besagte »Terra X«-Sendung wird bis am 20. Mai 2017 sich urzeitliche Felsbilder, die jenen im Norden verblüffend gleimehrfach auf ZDFneo wiederholt. Ausstrahlungsdaten: www.zdf.de chen. Das Ausmass des einst besiedelten Raumes ist noch nicht ▼ Pedra Furada in der brasilianischen Serra da Capivara.In dieser eindrücklichen Landschaft lebten und jagten vor über 30’000 Jahren die ersten Amerikaner.

abschliessend erforscht, doch bereits jetzt gehen viele Archäologen davon aus, dass diese ersten Amerikaner fast ganz Brasilien»Trotz dieser Blüte verschwand diese Kultur – und wurde vergessen«, konstatieren die »Terra X«-Reporter nachdenklich. Irgendetwas muss sich »im Laufe der Jahrgeändert haben, sonst hätten wir eine Fortsetzung bestätigt auch DAI-Professor Markus Reindel.

»Dann wären die Pyramiden und Grossbauten wie wir sie von den Anden kennen, vielleicht hier entstanden und nicht dort.« Einiges deute darauf hin, dass eine einsetzende Dürrezeit die Gruppe vertrieben und dezimiert haben könnte. Reindel: »Heute wissen wir, dass sich das Klima in bestimmten Perioden entscheidend geändert hat, und das hat natürlich einen EinÁuss gehabt auf das Siedlungs-Viele Fragen sind noch offen, eines aber steht fest: Die Neue Welt wurde viel früher besiedelt als bislang angenommen. Oder wie es Professor Eric Boëda von der französischen Université Paris-Nanterre formuliert: »Die Clovis-Theorie ist endgültig wider-

Eine Frau in einem Hut fotografiert eine Felsformation.
Eine Schließbilder von einer Weltkarte.
Eine Landschaft eines Berges mit blauem Himmel.
Ein Blick auf eine Wüstenlandschaft mit Sonnenuntergang.
Ein schwarz-weißes Bild einer Reihe von Schlüsseln.
Ein Bild einer Weltkarte mit einem Kompass.
Ein Blick auf eine Bergkette mit Sonnenuntergang.
Ein Blick auf eine Bergkette mit einem Himmel im Hintergrund.
Ein Bild eines roten Insekts auf einem Felsen.
Zwei Bilder eines Insekten an der Wand.
Eine Zeichnung eines seltsamen Dinges auf einem Felsen.
Ein schwarz-weißes Bild einer Tastatur.