Wenn das keine Überraschung ist: In seinem neuen Buch »Kein Tod auf Golgatha« vertritt nun auch der Frankfurter Geschichtsprofessor Johannes Fried die Ansicht, dass der Gottessohn nicht auferstanden sei, sondern mit viel Glück sein Martyrium überlebt haben könnte. Folge man dem Kreuzigungsbericht des Apostels Johannes, erlitt Jesus bei der Folterung »eine Lungenverletzung und Àel am Kreuz in eine todesähnliche Kohlendioxidnarkose«, analysiert der Historiker. Durch die schweren Misshandlungen muss sich in seinem Brustkorb ein Gemisch aus Blut und Wundwasser angesammelt haben, das ihn am Atmen hinderte. Nur eine gezielte Punktion hätte sein Leben retten können – »und genau dafür sorgte die Lanze eines römischen Kriegsknechts«.
Der Soldat stach Jesus laut Überlieferung zwischen die Rippen, worauf die lebensgefährdende Flüssigkeit entweichen konnte, argumentiert Fried.
Jesus dürfte nach seiner Genesung nach Ägypten ausgewandert sein und dort bei »Asketen in freiwilliger Armut Unterschlupf gefunden haben«, spekuliert der mehrfach ausgezeichnete Autor weiter. »Nehmen wir abermals hypothetisch an, Jesus sei um die zwölf Jahre in Ägypten geblieben, so hätte er der namenlose, geheimnisvolle Ägypter sein können, der in Jerusalem auftrat, um die Stadt durch sein Machtwort zu befreien.« Später sei dem Gottessohn »nur der nichtrömische Osten als Rückzugsgebiet« geblieben, vermutet der Mittelalterexperte. »Um das Jahr 60 oder 70« könnte er dann tatsächlich gestorben sein. Spekulationen, die zur These mancher Alternativforscher passen, wonach der Messias in seinem zweiten Lebenszyklus bis nach Indien gewandert ist, wo Einheimische noch heute sein Grab verehren (siehe »mysteries« Nr. 5/2014).
Nazca-Mysterium: Crowdfunding im Netz
Welche Rätsel bergen die unverstandenen Scharrbilder und Linien in der peruanischen Hochebene von Nazca? Zwecks Untersuchung der dortigen Anomalien hat die »Erich von Däniken Stiftung« ein ambitioniertes Crowdfunding-Projekt lanciert:»Zielgruppe sind alle, die Antworten auf die ungelösten Rätsel in Nazca wünschen. Seit Jahrzehnten wimmelt es von Spekulationen und archäologischen Meinungen zu Nazca, zu Sinn und Zweck der dortigen Bodenbilder und den gewaltigen Planierungsarbeiten. Was fehlt, sind konkrete Daten. Diese sollen erbracht werden.« Zu diesem Zweck spannt die Stiftung mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und deren Experten zusammen. Ebenso mit der PontiÀcia Universidad Catolica del Peru (Mineralogie und Geochemie), der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld (Geophysik) sowie der Universität Lausanne (Geochemie und Altersdatierungen). Das gesamte »PROJEKT NAZCA III« wird über 200’000 Euro kosten. Zwei Drittel der Summe wurden von den beteiligten Hochschulen bereits verbindlich zugesagt. Weitere Informationen: www.startnext.com/science-project-nazca-3
Ancient Mail Verlag ● Werner Betz www.ancientmail.de Tel. 00 49 (0) 61 52 / 5 43 75 ● Fax 00 49 (0) 61 52 / 94 91 82 ● ancientmail@t-online.de
SRF entschädigt Rentner – dank »mysteries«
Nicht nur bei »Wer wird Millionär?« oder im »Dschungelcamp« wird getrickst, gepatzt und gelogen – sondern auch im öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen (»1 gegen 100«). Eine ofÀzielle Beschwerde von»mysteries« wurde von den Verantwortlichen kürzlich vollumfänglich gutgeheissen. Mit welchen Folgen?
»1 gegen 100« heisst die Quiz-Show des Schweizer Fernsehens, in der Kandidaten im Stil von »Wer wird Millionär?« jeweils am Montagabend ein kleines Vermögen ergattern können. Auf dem besten Weg dazu war am 19. November 2018 auch der Rentner Peter Ryser aus der Region Bern (Bild oben).
Nach kurzer Zeit hatte der Mann bereits 32'000 Schweizer Franken auf seinem Konto, ehe ihm folgende Frage von Moderatorin Susanne Kunz einen herben Strich durch die Rechnung machte: »Wer arbeitet von Berufs wegen am ehesten mit Artikulatoren?« Ryser tippte falsch – und verlor in der Folge fast sein gesamtes Geld. Der Witz: Alle drei ihm vorgeschlagenen Antworten wären richtig gewesen, da mit »Artikulatoren« neben zahnärztlichen Gerätschaften auch so ziemlich alle Mundwerkzeuge wie Zunge oder Lippen bezeichnet werden.
Weil die halbe Nation den Lapsus zur besten Sendezeit offenbar verschlief, reichte »mysteries« bei der Beschwerdestelle des Schweizer Fernsehens (SRF) ofÀziell Beschwerde ein – und erhielt am 18. Dezember 2018 vom zuständigen Ombudsmann Roger Blum vollumfänglich recht! Ergänzender Tenor von SRF Senior Producer Marco Krämer im dreiseitigen Antwortschreiben:»Die Quiz-Redaktion des Schweizer Fernsehens erarbeitet jährlich in Zusammenarbeit mit der ProduktionsÀrma B&B Endemol Shine rund 1200 Fragen. Diese werden alle in einem mehrstuÀgen Verfahren geprüft und abgenommen – auch von unabhängigen Quellen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn eine Frage nicht richtig formuliert wird…« Man habe mit dem Kandidaten inzwischen das Gespräch gesucht: »Wir haben ihm den Sachverhalt erklärt und kommen ihm natürlich gerne entgegen. Wir bedanken uns bei Herrn Luc Bürgin für seine Aufmerksamkeit und geben seiner Beanstandung Recht.« Und Peter Ryser? Auf Anfrage von »mysteries« zeigt sich der Rentner hocherfreut: »Das Schweizer Fernsehen hat mich angerufen, allerdings ohne Ihren Namen zu nennen. Man hat Fehler eingeräumt – und man hat mir in der Folge eine Ànanzielle Entschädigung angeboten, mit der ich äusserst zufrieden bin. Ganz herzlichen Dank für Ihre Bemühungen!«
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/92-quiz-beschiss-bei-1-gegen-100-page23-1.jpg325234Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2019-02-01 12:00:002025-12-16 12:14:24Quiz-Beschiss Bei »1 Gegen 100«
»Wir leben in einem absurden Land mit der inländerfeindlichsten Regierung der Welt, einem unersättlichen Steuerstaat, der das geld seiner Bürger bevorzugt für fremde interessen verprasst und stehen vor einer zukunft mit noch mehr Meinungsterror, enteignungen und diktatorischen zügen.«in diesem Stil fasst der Autor heisse eisen an, um die andere Schreiber gerne einen Bogen machen. Wolf hält sich nicht lange mit Reformvorschlägen auf, sondern bereitet seine Leser humorvoll auf das ende unserer gesellschafts- und Regierungsform samt Abschied von der Demokratie vor. er nennt den zeitraum, wann uns die nächste politisch-wirtschaftliche Krise mit paralleler entwertung unseres geldes droht. Und er zeigt auf, wie Sie sich davor schützen können.
Kopp, ISBN 978-3864456558,
Die grosse Heuchelei: Wie Politik und Medien uns verraten Jürgen Todenhöfer Das neue Werk von Bestsellerautor Jürgen Todenhöfer ist ein Plädoyer für Humanismus und zeitgleich eine schonungslose Reportage über das wahre gesicht unserer zivilisation sowie ein Frontbericht aus den Krisengebieten der Welt. Die Aussenpolitik des Westens beruhe auf einer zentralen Lüge, so der Autor. Die oft terroristischen Militärinterventionen dienten nie der Freiheit und Demokratie, sondern stets ökonomischen und geostrategischen interessen. Der Westen sollte Menschenrechte vorleben statt vorheucheln. Und seine Medien müssten aufhören, diese Heuchelei zu decken, fordert der Querdenker.
Die westliche Welt habe andere Völker und Kulturen so zu behandeln, wie sie selbst behandelt werden will. nur dann habe sie eine zukunft.
Propyläen, ISBN 978-3549100035
Das Recht auf Schlaf – eine Kampfschrift Till Roenneberg naturwissenschaftler Till Roenneberg lobt den Schlaf. Der anerkannte experte auf dem Gebiet der Schlafforschung erforscht den Einfluss des Lichts auf den Tagesrhythmus des Menschen sowie die verschiedenen Chronotypen. in diesem Buch präsentiert er uns erkenntnisse über den Schlaf und über Träume auf dem aktuellen Stand der Forschung. Und er hat Vorschläge, wie man den Schlaf der Bevölkerung, aber auch jedes einzelnen verbessern könnte. er behandelt spannende Fragen: Wie wurde die Menschheit eine tagaktive gattung? Warum durchlaufen wir im Schlaf Phasen? Warum leiden Millionen an den Folgen von Schlafmangel? Warum werden es immer mehr, trotz aller guten Ratschläge und wissenschaftlichen erkenntnisse?
DTV, ISBN 978-3423281782, eUR 20.00 Die andere Geschichte der Bibel Robin Lane Fox
Mit überraschenden einsichten klärt Robin Lane Fox Fragen, auf welche die Bibel bewusst die Antwort verweigert: Wer waren die Autoren der Heiligen Schrift, wie ist sie entstanden, und welche historischen Fakten lassen sich in ihr Ànden? Ein informatives und zugleich höchst anregendes Buch, das die historische Wahrheit ebenso wie die erzählkunst der Heiligen Schrift entschlüsselt. Der prämierte, englische geisteswissenschaftler checkt zudem den Wahrheitsgehalt der heiligen Texte und unterzieht das meistgelesene Buch aller zeiten einer genauen historischen und sprachlichen Untersuchung. er verknüpft dazu die religiösen inhalte mit der geschichte von Kultur, Politik und gesellschaft. Der Leser erfährt, wann und wo die biblischen erzählungen entstanden, welche Bedeutung sie für die zeitgenossen hatten, und wie unterschiedliche Darstellungen desselben geschehens zu erklären sind.
Klett-Cotta, ISBN 978-3608981162, eUR 32.00 Ausgabe 2/2019
Geisterbeschwörungen im Weissen Haus? Ein hellsichtiger US-Präsident? Was unglaublich klingt, war unter Abraham Lincoln (1809– 1865) Realität. Der in den Vereinigten Staaten bis heute vergötterte Republikaner war dem Paranormalen gegenüber höchst aufgeschlossen, wie mittlerweile auch Historiker einräumen. Noch dazu sah Lincoln seine eigene Ermordung voraus…
Ausgabe 2/2019 arfreitag, 14. April 1865. Obwohl eine Komödie aufgeführt wird, die schon länger auf dem Programm steht, Kist das »Ford's Theatre« in Washington an jenem Abend ausverkauft. Kein Wunder, denn seit Tagen hatten die Zeitungen angekündigt, dass der amerikanische Präsident samt Gemahlin der Vorstellung beiwohnen werde. Abraham und Mary Lincoln treffen etwas verspätet ein – schleichen leise in die Präsidentensuite oberhalb der Ränge, während das Schauspiel bereits läuft.
Im dritten Akt, während einer kurzen Pause, peitschen plötzlich Schüsse durch den Raum. Die Zuschauer sind irritiert.
Unvermittelt taucht ein Mann in der Präsidentenloge auf, fuchtelt mit einem Dolch herum und schreit auf Lateinisch: »Sic semper tyrannis!« (»So ergeht es Tyrannen immer!«). Danach springt er hinunter in den Zuschauerraum, spurtet quer über die Bühne und verschwindet durch einen Hinterausgang. Erst als lautes Wehklagen von oben aus der Suite zu hören ist, realisiert das Publikum, was gerade geschehen ist: Ihr Staatsoberhaupt sitzt vornüber gekippt auf seinem Stuhl, aus einer grossen Wunde am Kopf sickert Blut.
Auf den Präsidenten war soeben ein Attentat verübt worden!
Lincoln wird in ein Nachbargebäude gebracht, wo Ärzte zu Hilfe eilen. Doch die Mediziner können nichts mehr für ihn tun.
Der schwerverletzte Politiker stirbt am nächsten Morgen. Wenige Tage später fällt in einem Feuergefecht mit der Polizei auch der Attentäter, der nach dem Anschlag entkommen war. Es handelt sich um den Schauspieler und radikalen Südstaatler John Wilkes Booth (1838–1865), der sich schon seit Längerem am Präsidenten für dessen erfolgreiche Bemühungen, die Konföderierten wieder in den Staatenbund einzugliedern, rächen wollte.
Als er von Lincolns Besuch im Theater gelesen hatte, ergriff er die Chance, schlich sich an jenem Abend in die Ehrensuite und schoss diesem aus nächster Nähe in den Hinterkopf.
Der zu Amtszeiten nicht unumstrittene Machthaber stieg nach seinem gewaltsamen Dahinscheiden zur Volksikone auf – und gilt bis heute als einer der bedeutendsten US-Präsidenten. Gefeiert als Befreier der Sklaven und Sieger im Krieg der Nordund Südstaaten. Seit seinem Tod seien»mehr Bücher über ihn erschienen als Tage vergangen«, unkte jüngst ein Feuilletonjournalist. Und tatsächlich existiert gerade im englischsprachigen Raum eine wahre Flut von Werken und Analysen zum 16. US-Präsidenten. Dem ersten amerikanischen Potentaten notabene, der einem Attentat zum Opfer Àel.
Von ganz unten – nach ganz oben In Kentucky geboren wuchs Abraham Lincoln in einfachen, landwirtschaftlichen Verhältnissen auf. Der wissbegierige Junge musste häuÀger auf dem Feld helfen als die Schule besuchen zu dürfen. Quasi als Autodidakt lernte und schuftete er sich über die Jahre dennoch zum Anwalt und Lokalpolitiker hoch. Schon früh faszinierte Abraham seine Mitmenschen, denn er war auffällig redegewandt, hatte eine schnelle Auffassungsgabe und wusste politische Feinde zu Freunden zu machen, indem er sie auf die eine oder andere Weise zu seinen Mitstreitern machte.
Dank seinem Charisma und allerlei geschickten Schachzügen Erst nach einer Weile realisierte das Publikum, was geschehen war.
Schüsse aus dem Hinterhalt. John Wilkes Booths Attentat in der Präsidentensuite des Theaters, wie es damalige Zeitungsillustratoren darstellten.
Ausgabe 2/2019 Drama hinter den Kulissen: Mit allen Mitteln kämpften die Ärzte darum, Lincolns Leben nach dem Attentat zu retten.
Leider vergeblich. (Filmszene) gelang ihm trotz seiner einfachen Herkunft 1834 sogar die Wahl ins Repräsentantenhaus von Illinois. Während jener Zeit verkehrte Lincoln auch regelmässig bei den Freimaurern. OfÀzielles Mitglied der Geheimgesellschaft wurde er jedoch nie. 1846 zog er in das US-Repräsentantenhaus ein.
1860 gelang dem Aussenseiter schliesslich sogar der Einzug ins Weisse Haus.
So akribisch Leben und Wirken des Politikers historisch aufgearbeitet zu sein scheinen – einen Aspekt sparen viele Gelehrten bis heute verschämt aus: Die esoterischen Seiten des Staatschefs. Die umfangreichste Biographie (»Abraham Lincoln: A Life«, 2008) umfasst 2000 Seiten.
Von Lincolns spiritistischem Treiben Àndet sich darin jedoch kein Wort. Erst in jüngerer Zeit widmen sich zunehmend mehr Forscher auch den sensitiven Seiten der Politikerfamilie.
Schon bald nach seinem Amtsantritt begleiteten Lincoln und die First Lady im aufgeheizten politischen Klima allerlei Gerüchte. Lincoln glaube nicht an Gott, sondern vielmehr an fremde Mächte, munkelten manche. Tatsächlich war der 16. US-Präsident eine vielschichtige Persönlichkeit, die auch scheinbar Irreales nicht scheute. Als den »grössten und mächtigsten praktizierenden Mystiker, den die Welt seit Christi Geburt gesehen hat« bezeichnete ihn bereits 1918 der bekannte Okkultist und Autor Francis Grierson (1848–1927). Lincoln habe »Intuition und Erleuchtung« besessen wie nur wenige. »Seine Worte waren einfach und seine Handlungen waren einfach – wie die der hebräischen Seher. Er verkündete und sprach ohne subtile Erklärungen oder geheimnisvolle Formeln.« Geisterbeschwörung und Spiritismus erlebten zur Zeit Lincolns und dem Bürgerkrieg in Amerika ganz allgemein einen Boom.
Viele suchten Hoffnung und Halt im Glauben an ein präsentes Totenreich und die Möglichkeit mit ihren verstorbenen Liebsten in Kontakt treten zu können.
»Die frohe Botschaft des Spiritismus – dass die Abgeschiedenen immer da waren, um den Lebenden Trost und Ratschläge zu bieten – war im 19. Jahrhundert äusserst reizvoll«, umschreibt es Geschichtsprofessor Terry Alford vom Northern Virginia Community College. »Spiritistische Zeitungen proklamierten den Glauben, und Glaubenszirkel etablierten sich in den führenden Städten.« Herzzerreissende Szenen in der Gruft Insofern scheinen sich auch die Lincolns nach einem schweren familiären Schicksalsschlag verstärkt für die jenseitige Welt interessiert zu haben: Im Februar 1862 starb ihr zwölfjähriger Sohn Willie an Typhus. Es war das zweite Kind, welches das Paar ausserordentlich früh verlor. Mutter Mary erlitt einen Nervenzusammenbruch, sah tagelang Gespenster.
Überliefert sind herzzerreissende Szenen, die dokumentieren, wie sehr der Tod seines Sohnes auch Abraham Lincoln aus der Bahn warf. Mehrfach sei der Präsident nach der Bestattung in dessen Grabkammer hinabgestiegen, wird berichtet. »Wenigstens zweimal kehrte Abraham Lincoln nachts in die Gruft zurück, hielt seinen toten Sohn und trauerte«, konstatierte »Die Welt«.
2018 ist sogar ein prämierter Roman (»Lincoln im Bardo«) des Ausgabe 2/2019 13 Geisterbeschwörungen wurden im Bürgerkrieg zunehmend populär.
Wusste für Fotografen geschickt zu posieren: Lincoln, hier 1865 mit seinem wenige Jahre später verstorbenen Sohn.
Autors und Hochschullehrers George Saunders erschienen, der auf diesen Tatsachen beruht.
Er beschreibt darin, wie der verzweifelte Vater bereits kurz nach der Beerdigung einmal mehr auf den Friedhof zurückkehrt.
»Es ist zwei Uhr in der Nacht des 25. Februars 1862, und Lincoln geht zur Gruft, nimmt das tote Kind aus dem Sarg und setzt es auf seinen Schoss. Er legt es zurück, sitzt ein, zwei Stunden trauernd auf dem Friedhof und kehrt dann, da er vergessen hat, die Gruft zu schliessen, um vier Uhr nochmals zurück, schaut das Kind ein letztes Mal an, streichelt es, nimmt Abschied. In der Kapelle setzt er sich für ein allerletztes Gedenken auf den Stuhl, auf dem er am Tag vor der Beerdigung bei der Abdankung gesessen hat.« Gerüchteweise soll Lincoln bereits in der Gruft versucht haben, über die Geisterwelt mit seinem Filius Kontakt aufzunehmen.
Geisterbeschwörung im White House Besonders First Lady Mary Lincoln habe nach dem Tod ihres Kindes begonnen, »sich in spiritistischen Kreisen zu engagieren«, informiert das heutige Lincoln-Museum im »Soldier's House«, dem ehemaligen Sommersitz der Präsidentenfamilie. Mary habe dort regelmässig Séancen durchführen lassen, um mit ihren verstorbenen Kindern in Kontakt zu treten. Sie sei in dieser Hinsicht von Anfang an die treibende Kraft gewesen. Abraham habe an den spiritistischen Treffen nur gelegentlich teilgenommen.
Selbst im Weissen Haus seien seinerzeit Séancen durchgeführt worden, bestätigen die Lincoln-Experten des »Lehrman In-Ausgabe 2/2019 stitute« auf ihren umfangreichen Internetseiten über den ungewöhnlichen US-Präsidenten. Die meisten Sitzungen seien zwar »ausserhalb, etwa bei Freunden« durchgeführt worden, aber gelegentlich seien Medien auch bei den Lincolns eingekehrt. Verbürgt scheint nicht zuletzt eine Geisterbeschwörung im »Red Room« des Regierungssitzes mit dem Medium Nettie Colburn Maynard.
Abraham Lincoln war damals bei weitem nicht der einzige Politiker, der sich im spiritistischen Milieu bewegte, betont Historiker Alford.»Der Washingtoner Kreis zählte zu seinen Mitgliedern eine ganze Reihe von Regierungsvertretern.« Die junge US-Historikerin Michelle L. Hamilton geht in ihrem Buch»Spiritualism in Abraham Lincoln'sWhite House« (2013) noch weiter: Der ofÀzielle Regierungs- und Wohnsitz des Präsidenten sei während jener Dekade nicht weniger als das »Zentrum der spiritistischen Gemeinschaft Washingtons« gewesen. Sie widerspricht in ihrem Werk, das gleichzeitig ihre Abschlussarbeit an der Universität San Diego darstellt, dem bisher vorherrschenden Narrativ, wonach Präsident Lincoln nur wenige Séancen besucht habe,»um seine geistig instabile Gattin zu schützen«.
»Diese Darstellung ist falsch!«, so Hamilton. Lincoln sei vielmehr »eine feste Grösse in der spiritistischen Szene« gewesen.
Anhand diverser »bisher vernachlässigter« historischer Quellen dokumentiert sie »etliche Sitzungen, an denen der Präsident teilgenommen hat«, und inwieweit der damalige Kult EinÁuss auf seine Politik genommen hatte. So habe Lincoln teilweise selbst bei militärischen Entscheidungen und Regierungsfragen Medien konsultiert. »Wie unzählige Amerikaner hatten sich auch die Lincolns im Versuch, dem Göttlichen zu begegnen sowie etwas Klarheit und Einsicht zu erhalten, in die abgedunkelten Séance-Kammern begeben.« Sie seien schlicht ein Produkt des damaligen Zeitgeistes gewesen. »Abraham und Mary Lincoln glaubten an die Kraft der Träume und Visionen.« Dennoch versucht die Mehrheit der US-Historiker bis heute abzuwiegeln: Der Präsident habe lediglich ein oder zwei Sitzungen besucht, heisst es immer wieder. »Dies ist schlicht nicht der Fall«, kontert Michelle Hamilton. Aufzeichnungen von Angestellten, Freunden und politischen Weggefährten zeigten, dass Lincoln allein »während des Bürgerkriegs wahrscheinlich ein Dutzend Séancen« besucht habe.
»Während dieser Sitzungen war der Präsident ein begeisterter Teilnehmer, der sich aktiv mit Medien und Geistern beschäftigte.« Eine Tatsache, »die Historiker seit 150 Jahren ignoriert haben«.
Einige medial Begabte, denen sich das präsidiale Ehepaar regelmässig anver- Der Präsident an der Front. Eine der wenigen Fotografien, die ihn im Kriegsgetümmel mit klassischem Zylinderhut zeigt.
traute, sind sogar namentlich bekannt: Ihre wich- Während Skeptiker des »Lehrman Instituts« alle namentlich tigsten geistigen Begleiter waren wohl die bereits erbekannten Medien vorschnell als »Marys Scharlatane« abtun, wähnte Nettie Colburn Maynard (1841–1892) sowie scheint es sich beim erwähnten Charles J. Colchester tatsächlich ein gewisser Charles J. Colchester.
um einen Schwindler gehandelt zu haben. Bereits sein Name Geschichtsprofessor Terry Alford vom Northern Virund seine angeblich adlige Abstammung waren reine ErÀndung, ginia Community College bewie sich später herausstellte. Colchester, richtet in der Online-Ausgabe»ein Engländer mit blassem Gesicht und Auch mit den ›Hexen von des »Smithsonian Magazine« blauen Augen«, sei damals eine Berühmtvom März 2015 ebenfalls heit in der Washingtoner Szene gewesen, Georgetown‹ pflegten die von mehreren okkulten Treferklärt Geschichtsprofessor Terry Alford, Lincolns regen Kontakt.
fen, an denen der Präsident der als wissenschaftlicher Berater am samt Gattin teilgenommen Hollywood-Film »Abraham Lincoln: Vamhabe. Zumindest bei einem davon zugegen gewepire Hunter« (2012) mitgearbeitet hat. »Colchester gab an, er sen seien mit Margaret »Mary« Laurie und deren könne versiegelte Briefe lesen und verstorbene Freunde der Be-Tochter Belle Miller auch »die so genannten Hexen sucher erscheinen lassen«. Ihre Namen zeigten sich zum Teil »in von Georgetown«, die in jener Zeit im kleinen Kreis blutroten Buchstaben auf seinem Unterarm«.
wahrhaft Phänomenales vollführten.
»Lincoln war besonders fasziniert von Colchesters unheimli- Ausgabe 2/2019 15 Tragische Figur: Schauspieler und Attentäter John Wilkes.
cher Fähigkeit, Geräusche in verschiedenen Teilen eines Raumes zu erzeugen«, so der Historiker weiter. Später kam indes heraus, dass der Gauner zu diesem Zweck »einen speziell entworfenen elektrischen Krachmacher an seinem Bizeps trug«.
Als jener dubiose Geisterbeschwörer immer gieriger wurde und die First Lady sogar zu erpressen versuchte, wurde der Investigativjournalist und Lincoln-Intimus Noah Brooks auf ihn angesetzt. Der erfahrene Reporter liess Colchester mit einem simplen Trick aufÁiegen: Er besuchte eine von dessen Séancen und unterbrach Fasziniert setzte er sich und niederschwebte.
aufs Klavier, welches aufdie Sitzung abrupt, indem er im abgedunkelten Raum überraschend das Licht anzündete. Schlagartig konnten alle sehen, dass in diesem Moment nicht – wie vorgegaukelt – Totengeister die dortigen Instrumente erklingen liessen, sondern Colchester und ein Kumpan eigenhändig musizierten.
Mehrere Medien sollen den Präsidenten damals sogar vor seinem gewaltsamem Ableben gewarnt haben, darunter Colburn – und sogar Colchester. Letzterer dürfte jedoch auch in diesem Fall seine Informationen auf reichlich irdische Weise erhalten haben, wie Terry Alford aufdeckt. Denn Colchester traf sich damals regelmässig mit einem ganz besonderen Kneipenkumpel: John ich es jedoch erneut, sogar klarer als zuvor«, so der Präsident weiter. »Dann bemerkte ich, dass das eine Gesicht ein bisschen heller war als das andere. Ich stand auf – und das Ding schmolz dahin.« Er habe das Experiment ein paar Tage später wiederholt und siehe da: »Das Ding kam tatsächlich wieder!« Darauf habe er seiner Frau Mary davon erzählt. »Sie hielt es für ein Zeichen, dass ich für eine zweite Amtszeit gewählt würde und dass die Blässe eines der Gesichter ein Zeichen dafür war, dass ich die letzte Amtszeit nicht überleben würde.« Fünf Jahre nach seinen Visionen im Spiegel sah der tatsächlich wieder gewählte Machthaber ein weiteres Mal seinen Tod 16 Ausgabe 2/2019 Wilkes Booth – dem späteren Lincoln-Mörder! »In den Wochen vor dem Attentat war Booth im ›National Hotel‹ in der Pennsylvania Avenue untergebracht«, rekonstruierte der Historiker anhand alter Akten und Zeitzeugenaussagen. »Colchester besuchte ihn oft dort.« Die beiden sollen »eine beträchtliche Zeit miteinander« verbracht haben. Booth, ein radikaler Südstaatler mit Geheimdienstkontakten, habe schon damals Lincoln im Visier gehabt – und dürfte seinem zwielichtigen Kollegen davon berichtet haben. »Die Geschichte von Lincoln, Booth und Colchester«, resümiert Alford, »ist in der umfangreichen Literatur über die Ermordung des Präsidenten übersehen worden.« Andere Séancen scheinen weitaus unerklärlicher verlaufen zu sein. So soll sich etwa ein Klavier in Gegenwart des Präsidenten wie von Geisterhand nach oben und unten bewegt haben, während das Medium Belle Miller dem Instrument harmonische Klänge entlockte, wie Troy Taylor 2005 in seinem Buch »The Haunted President« schildert. Als kritischer Beobachter sei Lincoln sogar auf das Pianoforte gesessen und soll dort mit seinen Beinen ungläubig hin- und her gebaumelt haben, während das schwere Instrument trotz seines Körpergewichts weiterhin aufund niederschwebte.
Erschreckende Todesvisionen Allem Spuk zum Trotz liess sich der US-Präsident von den Prophezeiungen der Geisterbeschwörer nicht einschüchtern. Er wollte immer bürgernah bleiben. Und es waren für ihn auch nicht die einzigen Warnungen in dieser Hinsicht. Tatsächlich soll der Politiker seine Ermordung sogar selber mehrfach vorausgesehen haben, wie Biografen bestätigten.
Selbst Lincoln-Freund Noah Brooks hielt in seinen Memoiren fest, dass ihm der Präsident eines Tages von einer Vision erzählt habe: Im Jahre 1860, in der Nacht nach seinem Wahlsieg, sei der frisch Gekürte erschöpft nach Hause gegangen. Er habe sich müde hingelegt und in einem Spiegel geistesabwesend sein Bild betrachtet. Dann erschrak er – denn er sah sich doppelt. »Es waren klar und deutlich zwei Spiegelbilder«, erinnerte sich Lincoln gegenüber seinem Freund: »Mein Gesicht hatte, wie ich bemerkte, zwei Ebenen, die Nasenspitze des einen Gesichts war etwa drei Zentimeter von der Spitze des anderen entfernt.« Verstört,»wahrscheinlich sogar erschrocken« sei er aufgestanden und habe ein zweites Mal in den Spiegel geblickt.
Doch das Trugbild sei verschwunden gewesen. »Als ich mich wieder hinlegte, sah
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/92-spuk-im-weissen-haus-page8-1.jpg18191305Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2019-02-01 12:00:002025-12-16 12:14:57Spuk Im Weissen Haus
1) Heutiger Eingang zur Cheopspyramide (Grabräuber-Tunnel aus dem 9. Jahrhundert).
2) Einstiger Haupteingang des Bauwerks: Liegt dahinter ein weiteres, bislang übersehenes Eingangsportal?
3) Königinnenkammer, samt einer weiteren möglichen Anomalie (r.).
4) Königskammer – darüber die Entlastungskammern.
5) Die grosse Galerie.
6) Unvollendete Felsen- 9 kammer, samt unverstandenem 7) Um 2017 »wiederentdeckte« Hohlraum-Anomalie hinter dem ursprünglichen Eingangsbereich, welche Franzosen um Gilles Dormion bereits um 1986 dokumentieren konnten.
8) Weitere von »ScanPyramids« um 2017 lokalisierte Hohlraum-Anomalie.
9) Von Rudolf Gantenbrink 1993 entdeckte Mini-Kammer, deren Erforschung seit 2010 ruht.
10) Vermutete Verbindung zwischen den 2017 neu lokalisierten Hohlraum-Anomalien.
10
Schacht (links). 4 3
Welche Entdeckungen wird das »ScanPyramids«-Team demnächst bekanntgeben? Mit Sicherheit Neuigkeiten über die unterirdische Felsenkammer. Möglicherweise sogar die Entdeckung einer bislang unbekannten Verbindung zwischen dem hinter dem Originaleingang georteten Hohlraum sowie der kürzlich neu entdeckten Kammer oberhalb der grossen Galerie. Wasser auf die Mühlen von Gregor Spörri: Bereits vor Jahren hat sich der Hobby-Forscher ganz ähnliche Gedanken über den Haupteingang der Pyramide gemacht.
Die Myonen-TomograÀe von »ScanPyramids« hat die Ägyptologie in ihren Grundfesten erschüttert. Grund: Hinter dem so genannten Haupteingang der Cheopspyramide entdeckte das internationale Forscherteam 2017 in 20 Metern Höhe eine etwa einen bis zwei Meter hohe, drei Meter breite und zehn Meter lange, bislang unbekannte Kammer. Ein weiterer, etwa 8,5 Meter hoher und 30 Meter langer Hohlraum wurde weiter oberhalb, direkt über der Grossen Galerie lokalisiert. Ob zwischen den beiden»Anomalien« eine bislang übersehene Verbindung besteht? Vieles deutet darauf hin, auch wenn dies öffentlich seltsamerweise kaum thematisiert wird.
Ebenso unerwähnt: Bereits um 1986 führten die französischen Architekten Gilles Dormion und Jean-Patrice Goidin mit Ingenieuren und Physikern des Stromversorgers Electricité de France Untersuchungen im über 4500 Jahre alten Bauwerk durch, wie Pyramiden-Kenner Gregor Spörri in Erinnerung ruft:»Zur Anwendung kamen Schwerkraftmessungen (Gravimetrie) und Laufzeitmessungen mit Radarwellen (Echoskopie). Die Messungen verliefen erfolgreich. Festgestellt wurden Anomalien, die auf mehrere Hohlräume hinweisen, die etwa 15 bis 20 Prozent der gesamten Struktur ausmachen. Im weiteren Verlauf ihrer Untersuchungen erkundeten und vermassen die Franzosen auch den so genannten Haupteingang der Pyramide und stellten die Hypothese auf, hinter den massiven Verschlusssteinen könnte ein weiterer Zugang verborgen sein – und dies bereits Jahrzehnte vor den jüngsten Untersuchungen von ›Scan Pyramids‹!« Spörris eigene Nachforschungen und Überlegungen scheinen diese These zu untermauern. »Bereits 1988 kam ich das erste Mal mit der Grossen Pyramide in Ber ührung«, erinnert sich der Schweizer Ägypten-Freund. »Ich war jung und ungestüm, verbrachte eine ganze Nacht allein in dem Bauwerk und kletterte kurz vor der Morgendämmerung sogar auf die Spitze. Die Erlebnisse von damals haben mich nie mehr losgelassen, und so mache ich der Pyramide seit nunmehr 30 Jahren wie einer alten Bekannten immer wieder mal meine Aufwartung.« Nicht zuletzt durch den Hinweis eines Grabräubers (»myste- Ausgabe 2/2019 23
Kurz vor Abraham Lincolns Tod ereignete sich im Leben des Präsidenten eine weitere bizarre Schicksalsfügung. 1863 oder 1864, dazu kursieren unterschiedliche Angaben, geriet sein damals rund 20-jähriger Sohn Robert im Bahnhof von Jersey City in eine gefährliche Situation. Er rutschte vom Bahnsteig zwischen die Waggons eines wartenden Zuges und steckte fest. Ein anwesender Passant half ihm aus seiner misslichen Lage und rettete ihm dabei wohl das Leben: Niemand anderer als der Schauspieler Edwin Booth – Bruder des späteren Lincoln-Attentäters John Wilkes Booth!
Die Episode ist durch Lincolns Filius persönlich überliefert.
Dessen Biograph, der Historiker John S. Goff, zitiert ihn in»Robert Todd Lincoln: A Man In His Own Right« (1968) wie folgt: »Der Vorfall ereignete sich, als eine Gruppe von Passagieren spät in der Nacht ihre Schlafwagenplätze beim Schaffner kaufte, der am Eingang des Wagens stand. (…) Es herrschte etwas Gedränge, und als ich darauf wartete, dass ich dran war, wurde ich gegen die Karosserie gedrückt. In diesem Moment bewegte sich der Zug. Ich verlor das Gleichgewicht, rutschte nach unten in den offenen Zwischenraum und war hilÁos. Da wurde mein Mantelkragen plötzlich kräftig gepackt und ich schnell wieder auf den Bahnsteig gezogen! Als ich mich zu meinem Retter umdrehte, sah ich Edwin Booth, dessen Gesicht mir natürlich bekannt war, und ich drückte ihm aufrichtig meine tiefe Dankbarkeit aus.« Winston Churchill (1874–1965) sowie Ronald Reagans Tochter Maureen und deren Gatte. Berühmt geworden ist auch eine historische Aufnahme aus dem Jahr 1950 von umfangreichen Umbaumassnahmen im Weissen Haus. Ganz im Hintergrund jener FotograÀe lässt sich mit etwas Fantasie eine geisterhafte Silhouette erkennen, die manche an diejenige des hageren Lin-»Lincoln Memorial« an coln erinnert.
der National Mall in Washington, D.C.. Bis heute symbolisiert das Unruhiger Lebensabend – bis zum bitteren Ende monumentale Präsiden-Und Witwe Mary? Sie blieb der Zwischenwelt nach der Ermortendenkmal für viele dung ihres Mannes treu. Verzweifelt versuchte sie zeitlebens, in Amerikaner Weisheit, Séancen mit ihrem verstorbenen Gatten Kontakt aufzunehmen.
Freiheit und Gerechtig-Eine umstrittene Aufnahme des Gespensterfotografen William keit – im Gegensatz H. Mumler (1832–1884) soll sie sogar mit dem Geist Lincolns zum Wirken mancher an ihrer Seite zeigen.
Staatsführer Die exzentrische First Lady litt jedoch zunehmend an Depresder Neuzeit. sionen und verbrachte ihren Lebensabend – auch aufgrund von Schulden – in steter innerer und äusserer Unruhe. Sie zog viel um, wanderte kurzzeitig sogar nach Europa aus und soll sich zunehmend sonderbarer benommen haben. Ihr Sohn liess sie deshalb sogar für eine Weile in eine psychiatrische Klinik einweisen. 1882 starb schliesslich auch Mary Lincoln – verarmt, verwirrt, vereinsamt und verbittert.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/92-unheimlicher-zufall-bruder-des-attentaeters-rettet-lincolns-page16-1.jpg292265Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2019-02-01 12:00:002025-12-16 12:15:16Unheimlicher Zufall: Bruder Des AttentäTers Rettet Lincolns Sohn
Geheimnis Wald – im Reich der Naturgeister Johann nepomuk Maier
Sam Hess ist als ehemaliger Förster mit natur und naturwesen eng verbunden und hat eine besondere einsicht in andere, spirituelle Welten. Johann nepomuk Maier hat das Leben dieses »Weisen des Waldes« auf faszinierende Weise eingefangen. Der Wald wird mit seinen mystischen Wesen lebendig, und der zeitlose und unbekannte Lebensraum gewinnt gestalt: in den naturgeistern, den Tieren und Tierseelen, den Bäumen in ihrer Verbundenheit und vielem mehr. Maier zeigt, wie wir unser ich öffnen können für verborgene Wesen und Kräfte, um so die energien der Bäume selbst zu erspüren und unseren eigenen Lebensbaum kennenzulernen. Meditationen und Rituale bringen uns in eine tiefe Verbindung mit der erde, den elementen und uns selbst.
Verheimlicht – vertuscht – … gerhard Wisnewski, 14.99 eUR Heilmittel Wasserstoffperoxid natalie Lauer, 9.99 eUR Das grosse Buch vom Schlaf Matthew Walker, 13.00 eUR Der Krieg, der nicht enden durfte Jim Macgregor, 29.99 eUR Bevölkerungsaustausch Hermann H. Mitterer, 16.99 eUR Atlas d. menschlichen Körpers Beverly McMillan, 19.99 eUR Aminosäuren Brigitte Hamann, 16.99 eUR Die Kunst des lässigen Anstands Alexander v. Schönburg, 20.00 eUR Hanf heilt Wernard Bruining, 9.99 eUR Die Diktatur der Dummen Brigitte Witzer, 9.99 eUR 1939 – der Krieg, der viele … gerd Schultze-Rhonhof, 19.99 eUR Merkel am Ende Ferdinand Knauß, 19.99 eUR Rhodiola rosea Constanze von eschbach, 9.95 eUR Impossible Mission 9/11 Oliver Janich, 16.95 eUR Diabetes 2 für immer besiegen Uwe Karstädt, 9.99 eUR
1 2 3 4 Trinity, ISBN 978-3955502881, eUR 18.00 5 Die Ursprünge der Sphinx Robert M. Schoch und Robert Bauval 6 Die weltbekannten Alternativdenker untersuchen die geschichte der Sphinx und vergleichen die gegenwärtigen Thesen der Ägyptologen mit historischen Berichten und neuen Forschungsresultaten. ihr kontroverses Fazit: Die Sphinx 7 wurde noch vor dem Bau der Pyramiden von einer fortgeschrittenen vorpharaonischen zivilisation geschaffen, die vor ungefähr 12'000 Jahren auf dem 8 gizehplateau existiert haben dürfte – zeitgleich mit der bis heute ebenso unverstandenen göbekli-Tepe-Kultur in der Türkei. ergänzend dazu legen Schoch und Bauval in dieser Publikation weitere indizien für eine frühe Hoch- 9 kultur vor, die ihres erachtens das Vorhandensein des Monuments vor dem ende der letzten eiszeit untermauern.
10 Ancient Mail, ISBN 978-3956522666, eUR 22.80 11 Lebe lang – und was ich auf meinem Weg lernte William Shatner 12»Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs enterprise. « ganze generationen kennen diese Worte, die jede Folge der bekanntesten Science-Fiction-Serie der Welt 13 einleiten:»Star Trek «, in Deutschland besser bekannt als »Raumschiff enterprise«. Kommandant des Sternenkreuzers war William Shatner alias Captain 14 James T. Kirk. In seiner neuen AutobiograÀe berichtet Shatner nun von seinem Leben zwischen den extremen. Als einsames Kind in Montreal aufgewachsen, wurde er zum weltweiten Publikumsmagneten, den Fans noch heute bei jeder 15 Autogrammstunde belagern. Doch der Superstar führt seit langem auch ein Leben fernab der Schlagzeilen und widmet sich wohltätigen zwecken.
Hannibal, ISBN 978-3854456643, eUR 20.00 Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de
Um das 1973 Meter hohe Felsmassiv zwischen Deutschland und Österreich ranken sich von jeher phänomenale Sagen und Mythen.
Von Zwergen und Zeitanomalien ist die Rede. Aber auch von wundersamen Zufällen oder der neuzeitlichen Entdeckung eines mystisch anmutenden Schwertes. Ist es ein Kraftort? Oder sogar eine Art »Portal in die Anderswelt«, in dem die Uhren anders ticken?
as 70 Quadratkilometer grosse Massiv des Untersbergs liegt zu zwei Dritteln in Bayern und zu einem Drittel im DSalzburger Land. Zwei Autobahnen führen an seiner Nordund OstÁanke vorbei und ermöglichen einen eindrucksvollen Blick auf das markante Gebilde. Als nördlichster Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen bildet das Massiv ein Tafelgebirge aus Kalkgestein mit einer HochÁäche in Dreiecksform. Seine höchsten Gipfel erreichen knapp 2000 Meter. Die bewaldete Nordseite besticht durch ausgeprägte Auffaltungen, während die Südseite mit ihren hellen Steilabstürzen und Felswänden den Gegenpol bildet.
Doch die Idylle trügt. Allein in den letzten 100 Jahren sind dort 40 Menschen spurlos verschwunden – oder in die zahllosen Dolinen gestürzt. Kommt dazu, dass die Uhren am Untersberg offenbar anders ticken. Tatsächlich nimmt der steinalte »Sonder ling« in Sachen Mythen und Legenden im Alpenraum eine Aus nahmestellung ein. Seine mehr als 500 inzwischen erforschten oder noch in Erkundung beÀndlichen Höhlen bilden seit jeher die Grundlage für wundersame Geschichten von einer unbekann ten und unheimlichen Unterwelt. In ihr sollen sich alten Über lieferungen zufolge jede Menge »Naturwesenheiten« tummeln: Riesen, Drachen, Zwerge oder Wildfrauen, die uns Menschen immer wieder begegnen – bis auf den heutigen Tag. Auch von mysteriösen Zeitanomalien und allerlei weiteren wundersamen Begebenheiten ist die Rede.
Die bekannteste Sage ist wohl die seit dem 18. Jahrhundert in teils sehr unterschiedlichen Versionen überlieferte Erzählung eines Reichenhaller Stadtschreibergehilfen namens Lazarus, der um 1529 den Berg besucht haben soll, dort eine in Stein gehauene Schrift mit silbernen Buchstaben entdeckte, später einem geheimnisvollen Mönch begegnete und mit diesem tief ins Berginnere stieg, wo ihm während sieben Tagen allerlei Geheimnisse und Bedrückendes über die Zukunft der Menschheit offenbart wurden.
Zum Schweigen verdonnert Wie lange Lazarus tatsächlich im Untersberg verweilt haben soll, ist nicht überliefert – seinen Angehörigen muss es bei seiner Rückkehr aber als eine halbe Ewigkeit vorgekommen sein, wie der Sagenforscher Nikolaus Huber in einer Aufzeichnung der Legende verzeichnet, die 1904 in Buchform veröffentlicht wurde:»Der Herr Stadtpfarrer und der Stadtschreiber stellten ihn wegen seiner langen Abwesenheit zur Rede.« Lazarus jedoch schwieg.
Denn er war vom Mönch im Berg darauf eingeschworen worden, das Erlebte zwar aufzuschreiben, aber erst nach Ablauf von 35 Jahren darüber zu sprechen. Sein Sohn Johann soll die»Energielinien« aus ferner Vergangenheit. Landkarte der sternförmig gruppierten Kraftorte und Kultplätze rund um den Untersberg.
Geschichte später in Umlauf gebracht haben. Andere altüberlieseien sie in einem ganz fremden Lande«, wird überliefert. »Sie ferte Erzählungen berichten von Zeitgenossen, die im Berg über suchten ihre Wohnhäuser und fanden sie nicht; denn an deren Nacht kleinwüchsigen »Männchen« begegnet seien – um sich Stelle standen ganz andere, neugebaute Häuser. Sie begaben nach ihrer Rückkehr nach Hause ebenfalls wochen-, ja sogar sich zum Pfarrer und erzählten ihm alles, was geschehen war.
jahrelang in der Zukunft wiederzuÀnden.
Dieser schlug seine Bücher auf und fand heraus, dass vor hun- Eine dieser Legenden erzählt von einer Hochzeitsgesellschaft, dert Jahren in der Tat ein junges Brautpaar nebst einigen Mendie in den Berg gelangte und sich dort von zwergw üchsigen Weschen im Untersberge verschwunden sei.« sen bewirten liess. Als die Leute nach einem Verdauungsschläf-Der Berg und sein Umland sind denn auch von unzähligen chen wieder ans Tageslicht gelangten, sollen sie die Umgebung Kultplätzen und Kraftorten überzogen. Am Massiv selber bünnicht mehr erkannt haben: Draussen waren in der Zwischenzeit deln sich diese zu einem Zentrum, von dem aus sich Erdenerhundert Jahre vergangen! »Die in dieser Gegend Wohnenden gielinien sternförmig ausbreiten – vergleichbar der Situation verstanden ihre Sprache nicht, überhaupt schien es ihnen, als am Ayers Rock (Uluru) in Australien, dem »Solar-Plexus-Chakra« 42 Ausgabe 2/2019 der Erde, wie es Geomanten nennen. Es sind dies Quell- und Baumheiligtümer, Wallfahrtskirchen, Kultfelsen und -höhlen, die von Besuchern reichlich genutzt werden. Ebenso Àndet sich dort ein archaisches Brauchtum vorchristlichen Ursprunges wie beispielsweise die »Wilde Jagd« in den Rauhnächten und der»Buttnmandllauf« (Einkehrbräuche), das Aperschnalzen (Lärmbrauch zum Winteraustreiben) oder das Maibaum-Aufstellen als Fruchtbarkeitssymbol.
Auch Erdmagnetismus spielt am Untersberg eine besondere Rolle. Bereits 1956 wurde die Berchtesgadener Erdmagnet-Anomalie entdeckt. Diese starke Störung im Erdmagnetfeld ist auf der »World Digital Magnetic Anomaly Map« deutlich zu sehen.
Sie zeigt vier hervorgehobene Zonen im Alpenraum – die grösste davon, ganz rechts am Untersberg. Geomagnetische Anomalien wie diese könnten manchen Alternativforschern zufolge Auslöser für paranormale Phänomene sein und die dortigen Geschehnisse entsprechend beeinÁussen…
Längst werden dem»Wunderberg« auch prophetische Kräfte zugeschrieben.
So hatte sich der Himmel auf der Berchtesgadener Seite des Massivs in der Nacht vom 21. auf den 22.
August 1939 blutrot gefärbt. Mitten in diesem Naturschauspiel bildete sich eine Wolkenformation in Form einer grossen Hand, die nach Osten wies. Hitler hatte zu jener Zeit seine militärische Führungsriege in seinem Berghof am Obersalzberg gegenüber dem Untersberg versammelt und an diesem Tag den Einmarsch in Polen beschlossen. »Das sieht nach viel Blut aus. Diesmal wird es nicht ohne Gewalt abgehen«, soll er laut Historikern gesagt haben. Das Datum gilt als »Vorabend des 2. Weltkriegs«, der am 1. September 1939 begann.
Unglückliche Koinzidenzen, die zu denken geben Die aktuellsten, alles andere als zufällig anmutenden Ereignisse des inzwischen auch als »Steinerer Prophet« bezeichneten Berges ereigneten sich im Jahre 2015. Am 24. April löste sich unterhalb der so genannten Mittagsscharte eine grosse Steinlawine, deren Sediment den unterhalb Áiessenden Weissbach zwei Wochen lang rot einfärbte. »Der Untersberg blutet«, schrieb die Presse. Wenige Stunden nach diesem Naturunglück zitterte die Erde auch im fernen Nepal und riss Tausende Menschen in den Tod. Die weitÁächige Erschütterung wurde als »Erdbeben im Himalaya« bezeichnet.
Aus Sicht der esoterisch geprägten Geomantie – der ganzheitlichen Erfahrungslehre der Weisheit der Erde – mehr als blosse Koinzidenz. Ihr zufolge sind der Kailash im Himalaya als »Kronenchakra« und der Untersberg als »Herzchakra« miteinander verknüpft. Heilige Berge, insbesondere Erdchakren, kommunizieren demnach untereinander, ähnlich wie es heute bei Bäumen wissenschaftlich belegbar ist. Handelt es sich bei den beiden räumlich getrennten Vorfällen somit um ein Resonanzphänomen – also um eine Art »Vorwissensreaktion« des Untersbergs?
Nur wenige Monate später, im Herbst 2015, machte auf der gegenüberliegenden Bergseite auch eine blutende Marienstatue von sich reden. Ebenfalls exakt zwei Wochen lang zeigte die Brunnenmadonna von Grossgmain eine blutrote Spur auf ihrem steinernen Körper aus Untersberger Marmor. Das Phänomen dauerte vom 1. November (Allerheiligen) bis 15. November – bedeutsame Tage im regionalen religiösen Brauchtum.
Just zwischen jenen blutigen Omen begann zudem eine Zeit, die Europa in den Folgejahren verändern und belasten sollte: die Flüchtlingskrise. Am Fuss des Untersbergs wurden die österreichisch-bayerischen Landesgrenzen geschlossen, das Chaos breitete sich aus. Grenzerfahrungen der anderen Art.
Noch mehr merkwürdige »Zufälle« Esoterisch oder spirituell geprägte Kenner der dortigen mystischen »Anderswelt« sehen deren Bedeutung denn auch in einer»mythologisch überlieferten Spiegelwelt, die zur Selbsterfahrung einlädt«. Triebfeder für Wissenschaftler dagegen bildet die Erforschung der Höhlen – vor allem in punkto Wasserversorgung der umliegenden Region. Allerdings versuchen regelmässig auch Laien und unerfahrene Bergsteiger die dortige Unterwelt zu ergründen, obwohl der Untersberg zu den meist unterschätzten Bergen des Alpenraums gehört.
Abenteurer sollten deshalb auf der Hut sein: Jede tiefere Erkundung kann einer persönlichen Grenzerfahrung gleichkommen.
Und jeder Blick in den Spiegel der dortigen Wunderwelt bleibt gefahrenvoll, wie selbst ProÀs mitunter zu spüren bekommen.
Ausgerechnet in jenen Wochen begann auch die Madonna zu bluten…
Ausschnitt aus der »World Digital Magnetic Anomaly Map«. Zu sehen sind vier schwarz eingekreiste Regionen, allein im Alpenraum. Die grösste dieser Erdmagnetfeld-Anomalien, ganz rechts, stellt die Untersberg-Region dar.
Eine der dramatischsten Rettungsaktionen in der Erfortraf es schliesslich auch den aus Tschechien stammenden Höhschungsgeschichte des Gebirges bildet wohl der Unfall des deutlenforscher Jiri Vokac in einer steirischen Höhle, als sich ein Fels schen Höhlenforschers Johann Westhauser in der Riesendinglöste. Auch Vokac gehörte 2014 zu Westhausers Rettern, wes- Schachthöhle im Jahre 2014. Sie ist Deutschlands tiefste (1149 halb mitunter auch vom »Untersberg-Fluch« die Rede ist. Meter) und längste (21 Kilometer) vermessene Untersberg-Höhle. In fast 1000 Metern Tiefe wurde Westhauser dort von einem Das magische Schwert im Nixloch herabfallenden Stein getroffen und schwer am Kopf verletzt. Bis Ein weiterer Höhlenforscher, der bei der damaligen Rettungsakzu jener Stelle ist ein tagelanger, extrem schwieriger Abstieg nottion mitgewirkt hatte, ist Erwin S. (Name dem Autor bekannt).
wendig. Mehr als 700 Helfer aus Deutschland, Österreich, der 2014 fand er bei einer kleinen Höhlentour im sogenannten Nix-Schweiz, Italien, Tschechien und Kroatien mussten mobilisiert und koordiniert werden – und schufen mit Westhausers Bergung und Rettung nach sieben Tagen schliesslich das»Wunder vom Untersberg«.
Ein Jahr später passierte ein weiteres Höhlenunglück am Untersberg. Bei einem ähnlichen Schachtabstieg wurde die Speleologin Sabine Zimmerebner aus Salzburg von einem herabfallenden Stein tödlich verletzt. Sie war bei der Rettung Westhausers seine »gute Seele« gewesen, welche die ganze Zeit an seiner Seite verweilt hatte – als Höhlenkameradin vieler gemeinsamer Untersbergtouren. Warum traf es gerade sie? Ihr Todestag war zudem Westhausers Geburtstag…
Wenige Wochen zuvor war bereits eine weitere Retterin Westhausers verstorben: die italienische Ärztin Gigliola Mancinelli.
Ausgerechnet bei dem oben erwähnten grossen Nepal-Erdbeben wurde sie tödlich durch eine Steinlawine verletzt. Und 2017 loch am Fusse der WestÁanke des Unterberges ein altes rostiges Schwert in auffällig gutem Erhaltungszustand – rund zwei Monate nach dem erwähnten Riesending-Unfall.
Derartige Fundstücke in alpinen Höhlen sind eher aussergewöhnlich. Also nahm Erwin S. das Objekt und fuhr damit mit dem Wagen in seine fränkische Heimat zurück.
Kurz darauf, auf Höhe des Nürnberger Autobahnkreuzes, wurde sein Fahrzeug zur Zielscheibe eines Heckenschützen. Der auf mehrere fahrende und stehende Autos Schiessende konnte bald als Nürnberger Rechtsanwalt mit einer Vorliebe für Schusswaffen ermittelt werden und wurde später wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Einmal mehr nur ein unglücklicher Zufall?
Erwin S. jedenfalls liess die seltsame Begebenheit keine Ruhe. Ein Altertumsforscher klassiÀzierte das merkwürdige Schwert als eine moderne Nachbildung, nicht älter als 100 Tief im Innern des Berges angekommen, traute Erwin seinen Augen nicht…
44 Ausgabe 2/2019 Überirdisches Phänomen? Die blutende Madonna von Grossgmain (2015).
teriöse Waffe an einer ganz anderen Stelle unverhofft wiederfand.
»Untersberg-Mandl« am Werk?
Mögliche Erklärungsansätze mögen der Name der Höhle und die dazugehörigen Überlieferungen geben, die allerdings noch tiefer in eine potenzielle Anderswelt, ja geradezu in eine Art Paralleluniversum eintauchen lassen. Nicht zuletzt verrät der Name Nixloch, dass dort einst ein Heilmittel abgebaut wurde. Das heute noch vorhandene Nix ist eine Art Bezeichnung für Mondmilch (»Lac Lunae«) und benennt eine spezielle Art von leicht zähÁüssiger oder gallertartiger, weisser Calcitablagerung. Es war ein über Jahrhunderte begehrtes Heilmittel (»Augen nix«) in»Blutender Weissbach«. Kurioses Naturschauspiel oder merkwürdiges Omen?
Ausgabe 2/2019 Jahre. Die obskuren Gravuren entlang beider Klingenseiten erwiesen sich als»Sigillen« – Inschriften mit magischem Hintergrund, deren Sinn nur dem Graveur bekannt sind und die als Zaubersprüche fungieren. Die ungewöhnliche Griffform Àndet sich auf einer Orakelkarte des bekannten englischen Schwarzmagiers und Okkultisten Aleister Crowley wieder.
Nachforschungen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf seine Person veranlassten Erwin S., das Objekt ein Jahr später in besagtes Nixloch zurückzubringen. Dort brachte er es bewusst tief in einen unerreichbar schmalen Schacht ein, auf dass es niemanden mehr verlocken und niemand es mehr herausholen sollte. Auf seinen persönlichen Wunsch hin durfte der Autor dieser Zeilen das Geschehen rituell begleiten. Weil zu jener Zeit ein Team von Filmemachern einen SpielÀlm über den mysteriösen Berg drehte, konnte diese Prozedur auch Àlmisch dokumentiert werden. So weit, so seltsam.
Ehrenamtliche VerpÁichtungen besagten Höhlenforschers führten diesen in den folgenden Jahren immer wieder und zunehmend öfter ins Berchtesgadener Land – ebenso wie in die Unterwelt des Berges.
Eines Tages im Jahre 2017 überwog seine Neugier, und er kehrte ins Nixloch zurück, um nach dem Schwert zu sehen. Doch tief im Berg angekommen, erlebte Erwin S. einen Schock: Der Schacht, an den er sich noch genau erinnern konnte, war spurlos verschwunden! Sein Verstand wurde kurz darauf erneut strapaziert, als er die mys- Das von Erwin S. entdeckte Schwert, fotografiert am Eingang des Nixlochs. Rechts davon: Eine Vergrösserung der gravierten Klinge.
der Volksmedizin. Eine Sage berichtet zudem, dass in den Tiefen auffällig eng miteinander verwoben zu sein. Während aus den des Nixloch die »Untersbergmandl« Bergbau betrieben hätten.
Schweizer Alpen die Bedeutung des»Gratzugs« als»Wege, 2014 wirkte ein weiterer SpielÀlm in das Resonanzfeld des Strassen und Gänge im Gebirge« bekannt ist, »auf denen die Wunderbergs ein: »Lena Lorenz – Willkommen im Leben«. Der Seelen der Verstorbenen in langen Zügen ganze Nächte durch ZDF-FernsehÀlm schildert das Leben einer aus der Grossstadt wandern«, gibt es am einzigen mitteleuropäischen Ahnenberg, zurückgekehrten Hebamme. Einer der Hauptdrehorte war Etdem Untersberg, eine analoge Situation zu besagten Totenprotenberg auf der Südseite des Berges unterhalb der legendärzessionen. Dort scheinen die Ausgangsorte jener Seelenwege en Mittagsscharte. Im Herbst wurde dort auf dem steilen und zu verlaufen, von denen im Lazarus-Mythos zwölf Untersbergschmalen Weg eine Autounfall-Szene gedreht, bei der ein von kirchen rund um den Berg bezeichnet sind, zu welchen die Under Strasse abgekommener Autofahrer von einem durch die tersbergmandl zu ihren geheimen nächtlichen Messen pilgern.
Frontscheibe eingedrungenen HolzpÁock durchbohrt wird.
Menschen, die diesem Zwergenzug begegnen, erkennen in ihm Ein Jahr später wiederholte sich diese Szene – doch diesmal viele Verstorbene wieder.
real! Ein Mann kam mit seinem Auto an fast derselben Stelle Von christlichen Gläubigen wird der Berg deshalb seit Ende von der Strasse ab, touchierte das Geländer, das splitterte. Ein der 1990er-Jahre jedes Jahr am 14. August in einer Wallfahrt HolzpÁock durchbohrte die Frontscheibe und die Ehefrau auf umrundet, um »Unerlöstes aus dem Fels betend zu befreien«.
dem Beifahrersitz, die dabei just an ihrem Geburtstag tödlich Ähnlich der Kailash-Wallfahrt im Himalaya beträgt der Pilgerweg verletzt wurde. Der in diesem Bereich ansetzende Eckberg wird knapp 50 Kilometer, und es werden dabei einige der von Lazarus von Geomanten übrigens ebenfalls als Kultberg bezeichnet – er überlieferten Kultorte aufgesucht. Ebenfalls seit Jahren treffen liegt exakt gegenüber der Untersberger Mittagsscharte.
sich am Fusse des Berges jeweils im Sommer viele Schamanen Diesseits und Jenseits scheinen in jener Region seit jeher aus dem Alpenraum, um auf dessen Bedeutung und ihr Wirken Ausgabe 2/2019 Tiefe Verbundenheit mit der Natur und uralten Bräuchen: Lokales »Alpenschamanen«-Treffen am Fusse des Untersbergs.
und Denken hinzuweisen. Wanderer berichten dabei immer scharte. Bis heute kursieren Spekulationen, dass sowohl Scharte wieder von wundersamen Begegnungen mit Zwergen, weissen als auch Höhle in grauer Vorzeit künstlich erschaffen wurden.
Frauen oder seltsamen Mönchen. Oft sind es auch kurzzeitige Vermutlich handelt es sich sogar um jene Kaverne, in welcher der Erscheinungen, die den Beobachter traumatisiert und verstört sagenhafte Lazarus von einem Mönch vor Jahrhunderten in die zurück lassen. Doch alle Betroffenen schwören auf ihr Gesehe-Anderswelt des Berges geführt und in dessen okkulte Geheimnes und Erlebtes. Ebenso sind glaubwürdige Geschichten von nisse eingeweiht wurde – um dort seine »Erleuchtung« zu Ànden.
Wunderheilungen am und im Berg bekannt, auch von Fügungen und Schicksalen auf Herzensebene, die Menschen dort zusam- Im Sommer 2019 startet der KinoÀlm »Alpgeister – Mythen und menführten und für immer verbanden.
Mysterien der bayerischen Alpen«, in dem besagtes Sonnen-Resonanzphänomene scheinen für diese wundersamen Geschauspiel sowie eine alpenschamanische Zeremonie zu sehen schichten Grundlage zu einem intensiveren Verständnis zu sein werden. Weitere Informationen zum Thema Ànden Sie unter sein. Das Vorhandensein einer anderen Wirklichkeit oder eines www.untersberg.org sowie unter www.alpgeister.de. Paralleluniversums könnte weitergehende Erklärungen liefern. Auch das Wirken Mystisch anmutende Erleuchtung«: einer beseelten Natur mit ihren elemen- Sommersonnenwende in der Unterstaren Wesenheiten mag manches erkläberg-Höhle »Steinerner Kaser« ren, das sich schulwissenschaftlich nicht (»Mittagsscharte«). erschliessen lässt.
Faszinierendes Sonnenschauspiel Zunehmende Aufmerksamkeit wird dem Untersberg mittlerweile auch durch seine einzigartigen Sonnenschauspiele zuteil, welche die Grundlage für frühgeschichtliche Sonnenkulte boten, als die Völker mit dem Sonnenjahr noch in tieferer Verbundenheit standen. Die Sonnenwendzeiten, insbesondere zu Sommer- und Winteranfang, galten als hohe Festtage, und in der Sagenwelt Ànden sich Hinweise auf ihre Bedeutung.
Faszinierend mutet dabei die Entdeckung an, dass auf der HochÁäche des Berges in einer markanten Scharte eine Höhle existiert, in der zur Sommersonnwende über einen so genannten Tagschlot an der Höhlendecke exakt zur Mittagszeit das Sonnenlicht als gebündelter Strahl einfällt. Bei besagter Scharte handelt es sich um die bereits erwähnte Mittags-
Auffällig schräge, lang gezogene Augen und Hinterköpfe. Darstellungen wie man sie nicht zuletzt auch bei Figuren aus mexikanischen Fundstätten findet. (Fotos: Hildegard Kirner) Bis zu 8000 Jahre alt: Diese und weitere im örtlichen Kibbutz-Museum ausgestellten Tonfiguren waren bei Grabungen ab 1941 zum Vorschein gekommen.
Unsere langjährige Leserin Hildegard Kirner aus Deutschland staunte nicht schlecht, als sie im Oktober 2018 mit einigen Reisegefährten im israelischen Kibbutz Sha'ar HaGolan eindrückliche TonÀguren aus grauer Vorzeit zu Gesicht bekam: »Statuetten, die alle Freunde des Fantastischen kennen sollten. Umso mehr, als mich ihre schräg liegenden Augen und auffällig lang gezogenen Hinterköpfe an Objekte oder Figuren aus dem mexikanischen Acambaro erinnern, wie sie ›mysteries‹ im letzten Heft, aber auch in früheren Ausgaben schon mehrmals exklusiv gezeigt hat.« Die nach wie vor sozialistisch geführte Kollektivsiedlung samt Schwimmbad liegt am Fusse der Golanhöhen südlich des Sees Genezareth. Die dort in bescheidenen Räumlichkeiten präsentierten, rund zehn Zentimeter kleinen Figuren sind laut Archäologen sagenhafte 7500 bis 8000 Jahre alt und stammen vermutlich aus der Yarmuk-Kultur – der ältesten bekannten Lebensgemeinschaft im prähistorischen Israel.
Gefunden worden waren die ersten Statuetten durch örtliche Siedler bei Feld- und Erdarbeiten im frühen 20. Jahrhundert.
Bei anschliessenden archäologischen Grabungen ab 1941 entdeckten Wissenschaftler weitere Objekte. »Die feinen Details der Figuren sind für den alten Orient einzigartig«, schwärmt das ins Kibbutz integrierte »Museum of Yarmukian Culture«. Ähnli-Ausgabe 2/2019 che Einzelstücke sind zudem auch im Israelischen Museum von Jerusalem zu sehen.
Wen oder was die vermeintlichen »Fruchtbarkeitsgöttinnen« repräsentieren? Selbst israelische Archäologen können bis heute nur darüber spekulieren. Den neugierigen Blick über die Landesgrenzen hinaus riskieren sie im Gegensatz zu Hildegard Kirner nicht. Und so dürften ihnen die eindrücklichen Parallelen zu den ebenso unverstandenen Skulpturen in Mexikos Provin zen bislang leider entgangen zu sein.
Sexueller Missbrauch, Erpressung und Mord: Der italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi beleuchtet in seinem neusten Bestseller »Erbsünde« die düsteren Machenschaften im Vatikan. Er ist überzeugt: Die 15-jährige Emanuela Orlandi wurde von einem Priester aus dem Vatikan missbraucht und dann von der MaÀa ermordet.
Ebenso wie Messdiener des Papstes von pädophilen Klerikern wie Sexsklaven gehalten worden sein sollen.