Hat ein um 1938 in die USA ausgewanderter Deutscher eine geheime Botschaft über Ausserirdische in seinen ellenlangen Nachnamen geschmuggelt? Oder taten dies bereits seine jüdischen Vorfahren, wie er beteuerte? Was unglaublich klingt, lässt sich Wort für Wort belegen und bleibt trotz ofÀziellen Einträgen im »Guinness-Buch der Rekorde« unglaublich. »mysteries« begab sich auf Spurensuche – und wurde fündig. von Luc Bürgin
olfeschlegelsteinhausenbergerdorffwelchevoralternwarengewissenhaftschaferswessenschafewaren- WwohlgepÁegeundsorgfaltigkeitbeschutzenvorangreifendurchihrraubgierigfeindewelchevoralternzwolfhunderttausendjahresvorandieerscheinenvonderersteerdemenschderraumschiffgenachtmittungsteinundsiebeniridiumelektrischmotorsgebrauchlichtalsseinursprungvonkraftgestartseinlangefahrthinzwischensternartigraumaufdersuchennachbarschaftdersternwelchegehabtbewohnbarplanetenkreisedrehensichundwohinderneuerassevonverstandigmenschlichkeitkonntefortpÁanzenundsicherfreuenanlebenslanglichfreudeundruhemitnichteinfurchtvorangreifenvorandererintelligentgeschopfsvonhinzwischensternartigraum, Senior.« Nein, das ist keine Druckfehler-Orgie. Auch kein »Blindtext«, wie ihn GraÀker zur Erstellung von Layouts verwenden. Und auch keine Zeitungsente, wie ZweiÁer seit Jahrzehnten unken.
Sondern der amtlich bestätigte längste Nachname der Welt.
Von Hamburg in die Staaten ausgewandert Den 1997 verstorbenen Zeitgenossen mit den Vornamen»Adolph Blaine Charles David Earl Frederick Gerald Hubert Irvin John Kenneth Lloyd Martin Nero Oliver Paul Quincy Randolph Sherman Thomas Uncas Victor William Xerxes Yancy Zeus« gab es tatsächlich. Geboren wurde er in Bergedorf (Hamburg). Später emigrierte er nach Philadelphia in die USA, wo sein unaus- Zeitzeugnis mit Seltenheitswert: Hubert Blaine bei seinem zweiten Auftritt in der CBS-TV-Show »I’ve Got a Secret« am 18. Juni 1958.
sprechbarer Nachname ab 1938 erstmals in örtlichen Telefonbüchern auftauchte. Sein bevorzugter Vorname? Hubert Blaine.
Belegt ist der ungewöhnliche Nachname nicht zuletzt 1965 in der Publikation »Language on Vacation«, deren Autor Dmitri Borgmann der Kuriosität als erster Buchautor weltweit mehrere Seiten widmete. Ab den 1970er- bis in die 1980er-Jahre hatte Hubert Blaine zudem einen prominenten Auftritt im »Guinness- Buch der Rekorde«, das ihn samt Foto ofÀziell als »Mann mit dem längsten Nachnamen der Welt« würdigte – nachzulesen unter anderem in der US-Ausgabe von 1978.
Es geht auch anders: Feinkosthändler verschenkt seine Esswaren anstatt sie wegzuwerfen
ForellenÀlets, Bio-Milch und teure Molkereiprodukte.
Daneben Salatköpfe und frische Backwaren. Es könnte das Angebot eines Feinkosthändlers sein.
Doch in diesem Fall ist alles anders: Die Kundschaft darf die Ware kostenlos mitnehmen! Die bunt gemischte Produktepalette beÀndet sich in einer grossräumigen »Foodsharing-Box«, wie sie eine Supermarktkette derzeit im Südwest-Zipfel von Deutschland anbietet.
Lebensmittel wegwerfen zu müssen, gehöre für ihn zum Schlimmsten, sagt deren Inhaber und Namensgeber Dieter Hieber. Vor zweien seiner Filialen – in Schopfheim und Rheinfelden-Nollingen – hat das Unternehmen deshalb grosse begehbare Container aufgestellt. Adrett aufbereitet verschenkt es darin aussortierte, aber noch geniessbare Ware (Foto rechts). Leicht zerbeulte CornÁakes-Packungen etwa.
Produkte, die ein Premium-Markt wie »Hieber« nicht mehr ins Regal stellt, die aber qualitativ vollkommen in Ordnung sind.
»Wir haben eine grosse Resonanz auf unsere Foodsharing-Box«, freut sich die Schopfheimer Filialleiterin Sonja Hess.
Wer genau sich dort kostenlos bedient, überwache man nicht. Das Angebot richte sich ausschliesslich an Bedürftige.
Man appelliere deshalb, die Produkte denen zu lassen, die sie nötig haben. »Wenn der Test erfolgreich verläuft, weiten wir das Angebot auf weitere unserer Märkte aus.« Kunstvolle Flugmanöver über dem amerikanischen Kontinent Gross war die Verblüffung über die Route von Flug BOE004 am 3. August 2017 (MEZ) über Nordamerika, der die Kunst in neue Sphären erhob. Was Beobachter an jenem Tag live zu sehen bekamen, war kein Trick: Für die perfekte Silhouette auf den weltweiten Überwachungsschirmen zeichnete ein Dreamliner-787-8-Riese der Boeing verantwortlich. 18 Stunden lang kurvten dessen Piloten durch die Luft und nutzten ihren fehlerfreien TestÁug für einen Marketing-Stunt der Extraklasse! PS: Die Flugbewegungen aller Airlines können im Internet in Echtzeit verfolgt werden: www.Áightradar24.com Machtvolle Kreaturen aus einer uralten Zukunft Sie entzücken mit pinguinartigem Aussehen und grossen Eulenaugen: »Porgs« nennen sich diese ebenso putzigen wie störrischen»Machtwesen«, welche uns neben Bösewicht Snoke (in goldener Robe!) im neuen »Star Wars«-Epos ab Dezember 2017 um die Ohren Áattern. Freuen dürfen sich auch »Trekkies«: Bereits am 24. Septem ber 2017 startet in den USA nach zwölfjähriger Pause mit 15 Folgen die neue »Enterprise«-TV-Serie »Discovery«, die in Europa exklusiv bei »NetÁix« gestreamt werden kann.
Ein amüsantes Kuriosum der Geschichte – wäre da nicht Götterforscher Erich von Däniken gewesen, der beim Lesen des ellenlangen Buchstabensalats dank einer Leserzuschrift ebenfalls stutzte, wie er 1979 in seinem Bestseller»Prophet der Vergangenheit« notierte.
Während der kuriose Name für Amerikaner nämlich wie sinnloses Kauderwelsch klingt, liest er sich in unseren GeÀlden trotz Schreibfehlern wie eine altdeutsch anmutende, verschlüsselte Erzählung, die – man höre und staune – von hochintelligenten Wesen berichtet, welche bereits in grauer Vorzeit Raumfahrt betrieben haben sollen.
Verwirrender Patzer im Guinnes-Buch Weil die Macher des »Guinness Book« 1978 im Vergleich zur korrekten und 1964 von der Nachrichtenagentur AP veriÀzierten Schreibweise pfuschten und gewisse Buchstaben beim Setzen unterschlugen, entgingen Däniken damals einige wichtige, inhaltliche Details.
In diesem Sinn präsentiert»mysteries« anbei den Versuch einer ergänzten und vereinfachten deutschen Fassung, die den Inhalt des eingangs korrekt abgedruckten Originalnamens so verständlich wie möglich zu machen versucht:»Wolfeschlegelsteinhausenbergerdorff – die in alten Zeiten gewissenhafte Schäfer waren, deren Schafe wohlgepÁegt und sorgfältig vor Angreifern und raubgierigen Feinden beschützt wurden.
In grauer Vorzeit vor unzähligen Jahrtausenden.
Da war ein Raumschiff, mit sieben elektrischen Iridium-Motoren und der Kraft von Licht, das auf seiner langen Fahrt zwischen den Sternen nach Nachbarn suchte. Da war ein Stern, mit bewohnbaren Planeten, die um ihn kreisten, wo sich die verständigen Menschen fortpÁanzen und an lebenslanger Freude ergötzen konnten.
Ebenso Sinnreicher Buchstaben-Salat: Links der unvollständige Eintrag im»Guinness Book« von 1978 mit falschem Geburtsdatum. Oben die korrekte Namensfassung, wie sie die Nachrichtenagentur AP nach persönlicher Verifizierung am 25. Juni 1964 um die Welt kabelte.
Ausgabe 5/2017 11 Amtlich beglaubigt: Die Geburts- und Sterbedaten von Hubert Blaine, wie sie»mysteries« in den US-Archiven fand.
Times« vom 12. September 1973 später bevorzugt das Alias »Hubert B. Wolfstern«. Dank ofÀziellem Eintrag im US-Sterberegister lässt sich sein Geburtsdatum somit auf den 4. August 1914 und sein Ableben im Alter von 83 Jahren auf den 24. Oktober 1997 beziffern.
Bleibt die Gretchenfrage: Ab wann sind Fachbegriffe wie »Raumschiff« oder »Iridium« in der deutschen Sprache eigentlich ofÀziell verbürgt? Im Fall des chemischen Elements Iridium ist der Fall klar: 1804, direkt nach dessen Entdeckung. KnifÁiger gestaltet sich die Suche nach dem Begriff»Raumschiff«. In deutschsprachigen Büchern Àndet er sich spätestens ab dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Durchaus möglich also, dass der jüdische Auswanderer – von Beruf übrigens Typograph – mit den zuständigen Ämtern lebenslang Schabernack trieb, um sich buchstäblich länger und damit wichtiger zu machen. Ebenso möglich aber auch, dass seine Story der Wahrheit entspricht. Immerhin wurde sie damals neben den strengen US-Einwanderungsbehörden auch von den Verantwortlichen des»Guinness Book« mehrfach auf Herz und Nieren geprüft. Wer also war Hubert Blaine wirklich? Ein unterschätzter Schlingel aus unserer Welt? Oder ein unterschätzter Schlingel aus einer anderen Welt?
Wussten Sie, dass sich unter den vermeintlichen »Köpfen« auf der Osterinsel im SüdostpaziÀk bis zu viermal grössere Körper im Erdreich beÀnden, wie neuere archäologische Ausgrabungen eindrücklich bestätigen? Nicht nur, dass viele der knapp 1000 unverstandenen Moai-Statuen auf dem polynesischen Eiland weitaus tiefer im Boden stecken als Touristen ahnen: Auch die vermeintlichen »Tätowierungen« auf den Tuffstein-Riesen werfen neue Fragen auf, wie das umtriebige »Easter Island Statue Project« um Jo Anne Van Tilburg in den letzten Jahren eindrücklich dokumentierte. Tatsächlich enthüllen aktuelle Fotos der bis zu zehn Meter hohen und 80 Tonnen schweren Skulpturen nicht nur»Knoten« oder»Vogelmensch-Wesen« auf ihren Rücken, sondern auch weitaus komplexere Verzierungen als bislang bekannt. Ob weitere Ausgrabungen helfen, das Geheimnis der über 1000 Jahre alten Kolosse und ihrer Erbauer doch noch zu lüften? Archäologin Jo Anne Van Tilburg glaubt fest daran, wie sie dem »Ucla College Report« verriet. Ihr Team stünde kurz vor einer weiteren, aufregenden Entdeckung: »Da ist ein früherer Steinbruch auf der Insel, der noch mehr Artefakte enthalten könnte.
Ich bin mir sicher: Dort lagert noch etwas anderes!« Auch der Wiener Amateur-Archäologe Klaus Dona glaubt an weitere Schätze auf dem Eiland: In unmittelbarer Nähe gewisser Moai-Statuen wollen er und seine Forscherfreunde mit Hilfe einer alternativen Ortungsmethode Gräber im Erdreich lokalisiert haben, »samt Knochen, Gold und Edelsteinen«. Mehr dazu in einer unserer kommenden Ausgaben.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/83-osterinsel-riesen-viel-groesser-als-angenommen-page61-1.jpg1135505Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2017-05-01 12:00:002025-12-16 10:05:56Osterinsel-Riesen Viel GröSser Als Angenommen!
Unter Waidmännern kommt es einem Tabu gleich, einen seltenen weissen Gamsbock zu erlegen. Gemäss uraltem Jägerlatein soll der Unglücksschütze innerhalb eines Jahres eines unnatürlichen Todes sterben. Das tragische Ableben historischer Machthaber lässt in diesem Zusammenhang aufhorchen. Mythos oder Wahrheit?
Tragisch endete auch das Leben Erzherzogs Rudolf von Habsburg (1858–1889), von dem ebenfalls überliefert wird, dass er im Dezember 1888 einen weissen Gamsbock erlegt hatte.
Wenige Wochen später war der Kronprinz der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn tot. Rudolf war der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph I. und der ermordeten Kaiserin Elisabeth (Sisi). Im Jagdschloss Mayerling fand man die Leichen des Thronfolgers und seiner Geliebten. Beide hatten Schusswunden am Kopf.
Massenabschlachtung im fürstlichen Jagdgehege Ein ähnliches Schicksal erlitt Franz Ferdinand (1863–1914), der als Neffe das Erbe des Hauses Habsburg übernehmen sollte.
Als der Erzherzog 1914 Bosnien-Herzegowina besuchte, wurden er und seine Gattin Sophie in Sarajewo Opfer eines Attentats, was zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte.
Ein ganzer Reigen unglaublicher »Zufälligkeiten« begleitete auch diese Tragödie. Denn Originalpräparat.
Franz Ferdinand war ebenfalls ein pas- Der 1913 vom sionierter Jäger, dem Historiker eine Thronfolger erlegte»pathologische Schiesswut« attesweisse Gamsbock tieren.
Nahezu 300’000 Wildsteht heute im »Haus tiere soll er in seinem Leben der Natur« in Salzburg.
erlegt haben.
Im fürstlichen Jagdgehege, heute ein Teil des Salzburger Naturschutzgebietes Kalkhochalpen, liegt das sechs Kilometer lange Bluntautal.
Am 27.
August 1913 lag der potenzielle Thronfolger dort auf seinem Hochsitz auf der Lauer.
Am Ende des Tages war der Jägermeister mit seinem Weidwerk hoch zufrieden: Insgesamt 22 Gamsböcke und zwei Geissen hatte er geschossen.
Darunter auch ein äusserst seltenes Exemplar: einen weissen Gamsbock!
Die originalen Dokumente dazu sind erhalten.
Der österreichische Historiker Wladimir Aichelburg hat sie in seinem Standardwerk »Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este 1863–1914« Naturliebhaber, die es ruhig mögen, werden am Wocheiner See im Nordwesten Sloweniens Entspannung Ànden. Das malerische Gewässer liegt im Nationalpark Triglav. Am östlichen Ufer thront dort auf einem spitzen Felsbrocken die Bronzeskulptur einer heroisch anmutenden Gams. Das Denkmal erinnert an einen alten Nationalmythos der Slowenen, der seit Jahrhunderten verbreitet wird: die Sage vom Zlatorog, einem weissen Gamsbock mit goldenen Hörnern und Hüter eines unermesslichen Schatzes, der zwischen den Bergzinnen in einer Höhle lag.Eines Tages jedoch pirschte sich ein Jäger an ihn heran, erschoss das edle Tier und bemächtigte sich der Juwelen. Sein Glück war nur von kurzer Dauer. Kaum stand der Bock wundersam genesen wieder auf seinen Beinen, tötete er den Übeltäter.
Der Kern der Legende reicht zurück in die Frühzeit, wo sich germanische und slawische Mythen vermischen.
Ein zäher Glaube unter Waidmännern aber verbindet alle Legenden bis heute: Wer aus Gier und Trophäenlust eine seltene weisse Gams erlegt, den wird innerhalb eines Jahres todbringendes Unglück ereilen!
Keine Geschichten mehr davon erzählen kann Nicolae Ceausescu (1918 bis 1989).
Der rumänische Despot war von dem Ehrgeiz besessen, alle»Abschuss-Weltrekorde« bei Hochwildarten zu brechen.
Dafür benützte der Diktator im Gebirgsrevier Busteni auch die Drahtseilbahn.
Dabei sass der Staatspräsident in einer Gondel und knallte unter ihm alles ab, was ihm vor die Flinte kam. Im Januar 1989 tat er dies auch in Gegenwart seiner Frau Elena.
Bilanz: 66 tote Gämsen, darunter zwei Albinos! Elf Monate später kam es zur rumänischen Revolution gegen die kommunistischen Machthaber. Am 25. Dezember 1989 wurde das Ehe paar Ceausescu von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet.
26 Ausgabe 5/2017 des Erzherzogs. Noch immer im Traum öffnete er es und erkannte erschüttert die handschriftlichen Zeilen des Thronfolgers, die ihm ankündigten, mit seiner Frau in Sarajevo an jenem Tag als Opfer eines Meuchelmordes zu fallen – samt einer detaillierten Skizze der Anschlagsumstände.
In einer persönlichen Niederschrift an seinen Bruder Eduard, Jesuitenpater in Fünfkirchen, schilderte Bischof Lanyi das UnbegreiÁiche: »Zitternd und in Tränen aufgelöst, sprang ich aus dem Bett, sah auf die Uhr, die halb vier zeigte. Ich eilte sofort zum Schreibtisch, zeichnete und schrieb nieder, was ich im Traum gelesen und gesehen hatte. Mein Diener trat denselben Morgen kurz vor 6 Uhr in mein Arbeitszimmer ein, sah mich blass dasitzen und den Rosenkranz beten. Er fragte mich, ob ich krank sei.
Ich sagte ihm: ›Rufen Sie gleich meine Mutter und den Gast, ich will eine heilige Messe für die Hoheiten lesen.‹« Am Nachmittag erreichte den Bischof ein Telegramm. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass der Thronfolger und seine Gattin ermordet worden waren. Zu diesem Zeitpunkt war es genau halb vier Uhr nachmittags. Den Wahrheitsgehalt besagter Schilderung bestätigte Pater Eduard Lanyi am 27. Juli 1918 persönlich gegenüber der Zeitschrift »Psychische Studien« (Heft Nr. 11, November 1918).
Ferdinands ausgestopfter weisser Gamsbock beÀndet sich heute im »Haus der Natur« in Salzburg. Wer seinen Spuren weiter folgen möchte, wird im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien fündig. Neben dem blutigen Waffenrock ist dort auch der geschichtsträchtige Oldtimer zu sehen, in dem der Thronfolger 1914 erschossen wurde. Die prophetisch anmutende Zulassungsnummer des Autokennzeichens? »A III-118«! Oder nach anderer Leseart »Armistice 11/11/18« – also exakt jenes Datum, an dem vier Jahre später der im französischen Compiègne unterzeichnete Waffenstillstand (»Armistice«) in Kraft trat und den Ersten Weltkrieg be- Reinhard Habeck ■
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/83-der-uralte-fluch-der-weissen-gams-mehr-als-blosses-jaegerlat-page25-1.jpg812601Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2017-05-01 12:00:002025-12-16 10:03:03Der Uralte Fluch Der Weissen Gams: Mehr Als Blosses JäGerlatein?
Wilhelm Tell und der Rütli-Schwur: Schweizer Ammenmärchen!
Bis heute wird er in der Schweiz als unerschrockener Freiheitskämpfer gefeiert: Mit der Armbrust soll Wilhelm Tell seinem Sohn einen Apfel vom Kopf geschossen und den Habsburger Herrschern damit Paroli geboten haben. Umso ernüchternder die historische Realität: Der Nationalheld hat nie gelebt. Und auch der Rütli-Schwur ist ein Mythos. Für manchen eingefleischten Eidgenossen offenbar schwere Kost …
Wilhelm Tell gab es nicht. Oder wie der Historiker und Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris, Thomas Maissen, 2015 in seinem Buch »Schweizer Heldengeschichten« klarstellte: Der Glaube an Tell sei reines »Selbstwunschbild der Schweizer« als »einsame aber unerschrockene Wahrer der Freiheit gegen fremde Tyrannen«. Auf der Suche nach Tells Namen »haben Experten Hunderte von Verzeichnissen aus dem Mittelalter durchkämmt – ohne Resultat«, räumt selbst der Schweizer Staat auf seiner ofÀziellen Informationsplattform »swissinfo.ch« ein.
Der Nationalheld gehöre wohl eher ins »Reich der Legenden«, so die Staatsschreiber auffällig diplomatisch: »Als Figur, die geschickt mit der Gründung der alten Eidgenossenschaft verbunden wird, erfüllt er vor allem eine symbolische Aufgabe.«»Alle grossen Schlachten verloren« Tell soll im 13. Jahrhundert gelebt haben. Erstmals erwähnt wird die Sage und ihr Protagonist jedoch erst 200 Jahre später – im handschriftlichen »Weissen Buch von Sarnen« als Herr »Thall«, der sich gegen einen ausbeuterischen Vogt namens Gijssler zur Wehr gesetzt haben soll. Historiker bezweifeln den Wahrheitsgehalt und die Authentizität jener alten Dokumenten- und Geschichtssammlung. »Tatsächlich hat die Eidgenossenschaft seit bald 500 Jahren alle Schlachten verloren, die sie gegen äussere Mächte führte. Ihr Glück war bloss, dass es nicht viele waren«, provoziert Maissen.
Doch es kommt noch deftiger. Denn neben Tell gehört auch ein weiterer bekannter Mythos der Schweiz, der berühmte »Rütlischwur« – bei dem die Eidgenossenschaft gegen die tyrannischen Habsburger begründet worden sein soll – ins »Reich der Sagen«, wie Werner Meyer gegenüber»mysteries« betont. Der emeritierte Professor der Universität Basel gehört zu jenen bekannten Mittelalter-Archäologen, die bereits 1991 im Zusammenhang mit dem 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft das gesellschaftlich immer noch vorherrschende Geschichtsbild niederzureissen versuchten.
Gemäss Historiker Meyer ist selbst der berühmte Bundesbrief von 1291 keine Gründungsurkunde und schon gar keine Kampfansage der Schweizer Urkantone ans Haus Habsburg. Vielmehr äussert dieser den Wunsch, die bestehenden Strukturen auch in den damals unsicheren Zeiten zu erhalten. Besagtes Dokument bezieht sich ausserdem auf ein früheres Abkommen.
Die Mythen rund um den Bundesbrief gewannen erst im 19.
Jahrhundert an Bedeutung. Nicht zuletzt Friedrich Schillers»Wilhelm Tell« brachte sie 1804 ins Bewusstsein des damals in Entwicklung begriffenen helvetischen Bundesstaates. Die EntmystiÀzierung im Jubiläumsjahr 1991 durch Geschichtsforscher führte zu Empörung unter eingeÁeischten Patrioten, ja sogar zu Morddrohungen gegen Andersdenkende.
Vor wenigen Jahren hatte Werner Meyer in besagter Sache kapituliert. »Ich stelle immer wieder fest, dass in der Schweiz kaum Bereitschaft besteht, das revidierte Geschichtsbild zu übernehmen«, seufzte der emeritierte Professor seinerzeit auf Anfrage von »mysteries«: »Ich habe in der Sache resigniert, vor allem seit dem Tod meines geschätzten Freundes Roger Sablonier in Zürich.« Besagter Historiker verstarb 2010. »Der Mann, der den Rütlischwur als ErÀndung enttarnte, ist tot«, titelten Zeitungen damals.
Mittlerweile aber scheint Professor Meyer im hohen Alter neuen Schaffensmut gefasst zu haben – obwohl ihm starker Gegenwind weiterhin die Arbeit erschwert. Denn wie es die Bundesregierung auf ihrer Internet-Plattform nach wie vor diplomatisch verklausuliert formuliert: »Die einen sind überzeugt, dass Tell eine historische Persönlichkeit war. Andere verweisen ihn ins Reich der Phantasie. Manche bezeichnen ihn als Nachfolger skandinavischer Vorbilder, und schliesslich gibt es jene, die ihn als Àktive Person se hen, die eine Reihe historischer Tatsachen in sich vereint. Eine verlässliche Antwort gibt es nicht.« Geschwurbel dieser Art bringt Werner Meyer in Rage. Kürzlich durfte er seinen 80. Geburtstag feiern. »Ich bin glücklich, dass ich noch arbeiten kann«, so der Historiker gegenüber »mysteries«. Ein allerletztes Mal zückt der Professor nun selber seine intellektuelle Armbrust, um mit dem Schweizer Gründungsmythos ein für allemal aufzuräumen. Ohne Angst vor Kritik oder Morddrohungen. »Zusammen mit Angelo Garovi, dem früheren Staatsarchivar von Obwalden, bereite ich eine Arbeit über die Anfänge der Eidgenossenschaft vor«, verrät der Mittelalter-Archäologe kämpferisch. Damit dürfte er wohl einmal mehr an den patriotischen Grundfesten seiner Landsleute rütteln. Denn aus historisch belegter Sicht gibt es, wie Werner Meyer kompromissloser denn je betont, »leider keinen Wilhelm Tell und leider auch keinen Rütlischwur!« red. ■
Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden beim legendären Rütli-Schwur um 1300, der in dieser Form nie stattgefunden hat.
Tuch um den Kopf, Schürze um den Bauch, Hammer in der Hand: Ihr Bild steht für Deutschlands Wiederaufbau. Heerscharen von selbstlosen »Trümmerfrauen« sollen die Nation nach dem Weltkrieg in freiwilliger Fronarbeit von Schutt und Asche befreit haben. Doch: Steineklopfen und -schleppen wollten nur wenige. Stattdessen mussten viele der spärlichen Helferinnen mit Lebensmittelzuteilungen gelockt oder zwangsverpflichtet werden.
Als im Mai 1946 die sechste Ausgabe der Illustrierten»Frau von heute« in der damaligen sowjetischen Besatzungszone erscheint, ziert das Titelblatt ein Foto mit fünf Frauen, die inmitten einer zerbombten deutschen Strasse Ziegelsteine von Mörtelresten freiklopfen und fein säuberlich als wieder zu verwendendes Baumaterial aufstapeln: Die Geburtsstunde des Mythos von den wackeren Trümmerfrauen, die Deutschland in freiwilliger Fronarbeit wieder aufgebaut haben sollen.
2005 wurde die gloriose Geschichte vom ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Verleihung des Franz-Josef-Strauss-Preises einmal mehr aufgewärmt: »Meine erste Begegnung mit München war ein Schock, denn die Stadt war ein einziger Trümmerhaufen. (…) Doch wir haben es geschafft! Diese grossartige Generation meiner Eltern, der Grosseltern und vielleicht der Urgrosseltern verzweifelte trotz allem nicht. Sie sagten sich: Wir wollen es packen! Diese mutmachende Haltung versinnbildlicht in Berlin ein Denkmal, an dem ich fast täglich vorbeifahre.
Es ist ein Denkmal, das die Berliner in den 1950er-Jahren den so genannten Trümmerfrauen gewidmet haben. Es erinnert an eine grosse Zahl von Frauen, die sich freiwillig zur Beseitigung von Trümmern meldeten …«»Kein Massenphänomen – im Gegenteil!« Die Essener Historikerin Leonie Treber räumt mit dieser Legende nun auf. Für ihre umfangreiche Doktorarbeit »Mythos Trümmerfrauen« ging sie Fiktion und Wahrheit auf den Grund. Das Ergebnis ihrer jahrelangen Recherchen überraschte sie selber. Denn: »Die Bilder von Frauen, die nach 1945 die Trümmer des Bombenkrieges wegräumten, waren in vielen Teilen Deutschlands kein Massenphänomen – im Gegenteil!« Kurz: Es hat besagte Helferinnen zwar gegeben, aber in derart geringer Anzahl, dass sie – zumindest statistisch gesehen – eigentlich kaum der Rede wert sind.
Den meisten Kriegsschutt räumten in Tat und Wahrheit vielmehr bauhandwerkliche Betriebe weg, welche über die notwendigen schweren Gerätschaften verfügten, erklärt die Historikerin. Millionen von Kubikmetern Trümmer und Schutt mussten in Deutschland nach Hitlers Ende beseitigt werden. Zum Vergleich: In eine Radladerschaufel passen gerade einmal etwa drei Kubikmeter. »Wären es wirklich überwiegend Frauen mit Eimern gewesen, hätten wir heute noch überall Trümmer herumliegen«, rechnet Leonie Treber vor.
Ebenfalls wichtig zu wissen: Bereits während des Krieges hatte das NS-Regime Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge zu Aufräumarbeiten verdonnert. Ab 1946 mussten zusätzlich deutsche Kriegsgefangene und ehemalige Mitglieder der NSDAP schuften. »Doch das reichte nicht aus«, wie auch Journalist Christian Frey 2014 in der »Welt« zu bedenken gab. »Also wurde die Bevölkerung zur Mithilfe aufgefordert, im Westen oft freiwillig, in der sowjetischen Besatzungszone meist unter Druck.« Frondienst leisteten in der Folge zumeist Männer, Rentner und Jugendliche. Gerne und freiwillig, wie kolportiert, räumte indes niemand den Schutt weg. »Trümmerarbeit« galt als Drecksarbeit – Broterwerb für die Ärmsten der Armen. Als etwa in Nürnberg nach dem Krieg der Aufruf zur »Enttrümmerung« erging, folgten Ausgabe 5/2017 Trümmerfrauen um 1945 bei Aufräumarbeiten im zerbombten Berlin. In der DDR wurden sie nach dem Krieg zu »Heldinnen der Arbeit« hochstilisiert.
ihm gerade mal 610 Männer. »Beschämend«, wie der damalige Leiter des Hochbauamtes kritisierte. Er hatte auf 50’000 Freiwillige gehofft. Bände spricht auch, dass Bundespräsident Theodor Heuss am 2. Mai 1952 nur gerade 32 Trümmerfrauen und 17 Trümmermännern das Bundesverdienstkreuz verliehen hatte.
Viele »Freiwillige« wurden zwangsverpflichtet Warum sich dennoch vor allem Bilder schier unzähliger, vermeintlich selbstlos schuftender Trümmerfrauen aus Berlin in unserem kollektiven Gedächtnis eingebrannt haben? Weil in der deutschen Hauptstadt auch weibliche Kräfte für die Räumungsarbeiten gewonnen werden konnten, indem man ihnen für die Schufterei bessere Lebensmittelkarten gewährte. Daneben malochten dort vor allem zwangsverpÁichtete Arbeitslose.
FotograÀen aus Dresden wiederum, auf denen Frauen geschminkt und in guter Kleidung zu sehen sind, wurden, so Leonie Treber, aller Wahrscheinlichkeit nach von Besatzern und der Obrigkeit inszeniert: »Manchmal handelte es sich auch um Studentinnen, die erst dann zur Universität zugelassen wurden, wenn sie beim Enttrümmern halfen. Spätere Bildunterschriften bezeichneten sie dann nicht mehr als ›Studentinnen beim PÁichteinsatz‹, sondern als ›Trümmerfrauen‹.« In der DDR wurden notverpÁichtete Frontarbeiterinnen Ende der 1940er-Jahre denn auch zu »Heldinnen der Arbeit« hochstilisiert – im Gegensatz zur BRD, wo die wackeren Helferinnen interessanterweise erst in den 1980er-Jahren zur Ikone wurden. Und danach? »Seit der Wiedervereinigung kratzte niemand mehr am Image und Mythos der selbstlosen Trümmerfrau«, betont die Historikerin. Warum? »Weil die Trümmerfrau in Ost und West als gemeinsame Erinnerungskultur funktioniert.« Entsprechend geharnischt die Reaktionen auf Trebers Werk. Allein auf dem Buch-Portal des Grosshändlers Amazon bewerten viele ihre Publikationen mit lediglich einem Stern, also der schlechtesten aller möglichen Bewertungen – ohne diese jemals gekauft oder gelesen zu haben.
Tenor vieler Kommentare: »Wie kann eine junge Frau versuchen, den Stolz einer ganzen Nation zu brechen? Meine Mutter hat oft davon berichtet, wie sie, um mich als Kleinkind zu ernähren, Steine gekloppt hat, um u.a. etwas braunen Zucker für mich zu erhalten.« Oder wie andere noch zornentbrannter polterten: »Dass solche Bücher überhaupt veröffentlicht werden dürfen, ist eine Frechheit. (…) Auch ich habe es noch erlebt, wie die Frauen Steine gekloppt haben, und auch wir Kinder haben dabei geholfen. Natürlich spielten auch Überlebenskämpfe eine Rolle: Für saubere Steine wurden Pfennigbeträge oder Essen ›bezahlt‹! (…) Leider ist es immer so: Wenn eine Generation fast ausgestorben ist, wird ihr Würde und Anerkennung genommen!« Unterschlagen wird in den meisten empörten Reaktionen seltsamerweise Leonie Trebers wichtigste Erkenntnis, die sich durchaus mit den Überlieferungen so mancher Zeitzeugen deckt: Viele der auffällig wenigen, aber durchaus tapferen deutschen Trümmerfrauen taten ihr schweisstreibendes Werk nicht etwa freiwillig und selbstlos. Und schon gar nicht aus Idealismus, Aufbaueifer oder aus Nationalstolz. Sondern ausschliesslich aus der bitteren Not heraus. Um sich und ihre Kinder dank besserer Essensrationen ernähren zu können.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/83-deutsche-truemmerfrauen-war-alles-ganz-anders-page17-1.jpg18171305Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2017-05-01 12:00:002025-12-16 10:03:06Deutsche TrüMmerfrauen: War Alles Ganz Anders?
Robin Hood: In etlichen Filmen nimmt er es den Reichen und gibt es den Armen. Und in Wirklichkeit? Den grossmütigen britischen Räuber hat es nie gegeben. Jedenfalls nicht so ehrenwert wie heute dargestellt. Wenn überhaupt war der legendäre Freiheitskämpfer wohl eher ein raffgieriger Gauner. Ebenso wie Hamburgs Piratenkönig Klaus Störtebeker, um den sich bis heute ebenfalls verklärende Erzählungen ranken.
Im britischen Sherwood Forest war längst nicht alles so idyllisch, wie mancher bis heute glaubt. Die Sprachwissenschaftlerin Judith Klinger hat in ihrem Buch »Robin Hood: Auf der Suche nach einer Legende« 2015 diverse Forschungserkenntnisse zu Grossbritanniens bekanntestem Räuber analysiert. Ihr Fazit:»Ein historischer Robin Hood ist bei der derzeitigen Quellenlage nirgends nachzuweisen.« Eine konkrete Person lasse sich »nicht dingfest machen, ebenso wenig speziÀsche Ereignisse«.
Die Mär vom legendären Räuber, der mit seiner verschworenen Bande im britischen Dickicht hauste, ist dagegen sehr alt.
Bereits im 13. Jahrhundert berichtete man von einem, der die Gierigen und Mächtigen ausraubte. In den frühen Erzählungen wurde der Gesetzlose allerdings noch als reichlich brutal und skrupellos beschrieben. Erst mit der Zeit wandelte er sich in den Überlieferungen zu jenem edlen Rebellen und ehrenwerten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, wie ihn Hollywood seit dem 20. Jahrhundert erfolgreich inszeniert – und wir ihn uns heute gerne vorstellen.
Schwierig gestaltet sich die Suche nach dem historischen Vorbild für Robin Hood nicht zuletzt deshalb, weil der Name in dieser oder ähnlicher Schreibweise im frühmittelalterlichen England recht verbreitet war – ob als Familien- oder als Spitzname.
Dennoch sind vor allem im englischen Raum manche Historiker davon überzeugt, dass er ein reales Vorbild hatte. Andere dagegen vermuten, »dass nicht ein einziger Ur-Robin, sondern eine Vielzahl historischer Individuen, die unter diesem Beinamen agierten, zur Legende beitrugen«, wie Judith Klinger resümiert.
Und so bleibt der legendäre »Rächer der Enterbten« ihr zufolge in unserer Gegenwart ein vertrauter Fremder, dazu gezwungen dem Bild zu entsprechen, das andere sich im Laufe der Zeit von ihm gemacht haben.
Verpönter Raufbold der raffgierigen Art Kaum ehrenwerter agierte wohl auch Piratenkönig Klaus Störtebeker. Als »Robin Hood der Meere« gilt er nicht zuletzt vielen Norddeutschen. Der Seeräuber habe im 14. Jahrhundert auf Nord- und Ostsee die Reichen beklaut und die Beute mit den Armen geteilt, schwärmen Piratenfans. Bis heute existieren Denkmäler zu seinen Ehren. Brauereien, Schiffe, Gasthäuser und Festspiele benennen sich stolz nach ihm und gaukeln ein ehrwürdiges Spektakel vor, das mit der Geschichte ebenso wenig zu tun hat wie Adam Riese mit dem Taschenrechner.
Wie beim englischen Wegelagerer aber bezweifeln Historiker, dass es Störtebeker überhaupt gegeben hat. Neuere Studien vermuten eher den Danziger Kapitän und Kaufmann Johann Stortebeker (um 1370–1435) als historisches Vorbild. Andere Geschichtsforscher sehen in ihm einen Hauptmann der berüchtigten Vitalienbrüder – einer umtriebigen Piratengruppe im Mittelalter. In einem Gerichtsdokument der Stadt Wismar von 1380 etwa sei vermerkt, dass ein Nikolaus Störtebeker an einer Schlägerei beteiligt gewesen war. Man habe ihn und seine Raufbolde»der Stadt verwiesen oder ›verfestet‹«.
Alte englische Dokumente aus den Jahren 1394 und 1399 Ausgabe 5/2017 wiederum klagen ergänzend über massive Angriffe auf Handelsschiffe – unter anderem durch einen Freibeuter namens Klaus Störtebeker.
Ob erfunden oder leibhaftig: Fragwürdig bleibt in jedem Fall, ob Störtebeker wirklich so gütig und heldenhaft war, wie die heutige Legende ihn darstellt. Keiner dieser Mythen sei historisch belegt, betont die Fachwelt. Alle von diversen Museen präsentierten Relikte wie sein persönlicher Becher, sein Schwert und sogar seine Pantoffeln stellten sich im Laufe der Zeit zudem als Fälschungen heraus. Selbst die Authentizität von Störtebekers berühmtem Schädel, der bis heute im Museum für Hamburger Geschichte gezeigt wird, bleibt umstritten.
Dennoch liess das berühmte Ausstellungshaus das vermeintliche Gesicht des Freibeuters anhand des Totenkopfes rekonstruieren und zeigt bis heute in einer Vitrine, wie der Pirat einst ausgesehen haben soll. »Das Aussehen der Nase, der Ohren, die Haarfarbe und grosse Teile des Gesichtsausdrucks entspringen der Fantasie der Künstlerin«, ätzte darüber »Die Zeit«. Das Ganze sei nur »geschicktes Marketing«. Schade!
Süddeutsche Festung sorgt für Kontroversen enn Thomas Wittenmeier von seiner Heimatstadt Singen hi- Wnauf zum Hohentwiel blickt, überkommt ihn Wehmut: »Es ist einfach schade, was dort oben passiert.« Der»mysteries«-Reporter neben ihm ist irritiert, denn der Anblick, der sich einem hier im Süden Baden-Württembergs bietet, ist imposant: Erhaben thront dort – auf einer Fläche von neun Hektar – eine gewaltige Festungsruine auf einem 700 Meter hohen Felshügel.
Warum der Vizevorsitzende der »Freunde des Hohentwiel« seufzt? Die alte Burg hätte weitaus mehr zu bieten – zeigt heutzutage aber nur noch einen Bruchteil ihrer einstigen Grösse. Dass die Franzosen die Anlage im 19. Jahrhundert nahezu zerstörten, nachdem die letzten Militärs in der Festung aufgegeben und diese kampÁos übergeben hatten – all dies ist Geschichte. Darum geht es Wittenmeier und seinen Mitstreitern in Singen auch gar nicht. Sie stört vielmehr eine aktuelle Angriffswelle: »Der Hohentwiel wuchert immer mehr zu. Bäume, Schutt und Gestrüpp verdecken die wahren Dimensionen. Fels und Festung sind von vielen Orten her nur noch im Winter zu erkennen.« Der Wildwuchs drohe die Ruine auf Dauer vollends zu zerstören, befürchten die Burgfreunde. Der untere Festungsring? Schon heute nicht mehr sichtbar. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er komplett zerfällt.
Für die Heimatforscher »das Ergebnis eines falsch verstandenen Naturschutzes«. Immerhin handelt es sich bei dem alten Gemäuer nicht um irgendeine Burg. Sie ist eine der mächtigsten ihrer Art und von zentraler Bedeutung für die Geschichte Badens, Württembergs, Vorderösterreichs und sogar der Schweiz (siehe Box auf Seite 55). »Schaut man ins benachbarte Ausland, wie dort vergleichbare Anlagen gepÁegt, dargestellt und vermarktet werden, ist das hier alles nur traurig«, schüttelt Geschichtsfreund Wittenmeier seinen Kopf.
Auf verwunschenen Pfaden zur Burg hinauf Gemeinsam wandern wir durch traumhafte Landschaften zur Festung hinauf. Rechterhand spiegelt sich in einigen Kilometern Entfernung der Bodensee im Sonnenlicht, vorgelagert liebliche Flusslandschaften, aus denen sich immer wieder kurios anmutende Felskegel erheben: Vulkanschlote, die nie die Erdober-Áäche erreicht haben und vor über 20’000 Jahren vom Eis des Rheingletschers freigelegt wurden. Ihre Kuppen dienten einst als Kultplätze, tragen oft die Reste alter Keltenstätten sowie Burgen und Wehranlagen in und auf sich.
Auch die riesige Festungsruine Hohentwiel steht auf einem uralten Vulkankegel. 1941 wurde der Berg unter Naturschutz gestellt. Seltene Tier- und PÁanzenarten lebten auf den Magerwie sen der Festungsterrassen. Später wurde um die Ruine ein Bannwald eingerichtet – vorrangig zum Schutz des Berges vor der Bevölkerung, wie aus alten Aufzeichnungen ersichtlich ist. »Die Lebensräume, also die Terrassen und Magergraswiesen rund um Blick aufs Rondell Augusta. Nach dem Bau im 16. Jahrhundert war es lange Zeit der grösste Festungsturm Württembergs.
Ausgabe 5/2017 Burgen-Freund Thomas Wittenmeier im Besucherzentrum Hohentwiel vor einer Darstellung der erfolglosen Belagerung der Festung im Jahr 1641. Auffällig: Die Burg stand damals auf kahlem Fels – keine Spur von einem Wald.
die Festung, die man ursprünglich durch die Ausweisung des Naturschutzgebietes bewahren wollte, sind zugewuchert, die wertvolle Flora und Fauna – und damit auch die einzigartige Kulturlandschaft um den Hohentwiel – mittlerweile weitgehend im Wald verschwunden«, bedauert Thomas Wittenmeier.
Doch im vergangenen Jahr traute er bei einem seiner vielen AusÁüge auf den Ho hentwiel seinen Augen nicht: Westlich der Festung erblickte er plötzlich eine merkwürdige Struktur in der Landschaft – eine rätselhafte, wellenförmige Geländefor-Sicherheit um einen menschlichen Eingriff in die Landschaft« handelt. Was aber genau dahinter steckt, liesse sich »so einfach nicht sagen«. Von Schuttablagerungen bis hin zu den erodierten Resten eines historischen Bauwerks könnte es verschiedene Erklärungen geben. Dafür benötigte es genauere Untersuchungen, für die seine Stelle derzeit »leider keine Zeit« habe.
Wittenmeier selbst hat mit dem Stuttgarter Burgenexperten und Heimatforscher Jörg Wöllper indes eine mögliche Lösung gefunden: Während des Dreissigjährigen Kriegs im 17. Jahrhundert stand der Hohentwiel quasi unter Dauerbeschuss feindlicher Truppen. Die Belagerten planten deshalb weitere Schutzbefestigungen: So genannte Ravelins – vorgelagerte Bollwerke.
Gemäss alten Quellen wurde nur einer jener militärischen Bauten um 1650 auch tatsächlich errichtet. Wo genau, war bis dato unbekannt. »Der Bau dieser Vorfestung, kurze Zeit nach dem Dreissigjährigen Krieg, wurde vom ehemaligen Festungskommandanten vorangetrieben, erzürnte aber den Kaiser in Wien so sehr, dass er noch vor der Fertigstellung mit der Androhung empÀndlichster Strafen deren Abbruch erzwang«, heisst es bei den »Freunden des Hohentwiel«. Hat Wittenmeier die Grundrisse jenes alten Bollwerks nun wieder entdeckt?
Irrationaler stellt sich dagegen eine vermeintliche Entdeckung örtlicher Geisterjäger dar. Vor ein paar Jahren vermeldete eine lokale »Ghosthunters Agency«, in der Festung Übersinnliches geortet zu haben. Im ehemaligen Verliess will das weibliche Medium der Truppe nächtens fündig geworden sein: Sie nahm eine geisterhafte Gruppe wahr – »hauptsächlich Männer«, teils in zerrissenen Kleidern. Ehemalige Gefangene des Kerkers, die dort ihr Leben verloren haben?
Touristen ahnen von alledem nichts, ebenso wie so mancher mation, die ihm zuvor noch nie aufgefallen war. Begünstigt durch den schrägen Lichteinfall der Nachmittagssonne waren auch auf den späteren Fotos deutlich»von Gras überwachsene Steine« zu sehen, »die einer regelmässigen Struktur zu folgen schienen«.
her herauszuÀnden, was dort wohl unter der Erde schlummert.
Der Kreisarchäologe von Konstanz, Jürgen Hald, bestätigte gegenüber dem »Südkurier«, dass es sich bei der Struktur »mit Prächtiger, aber auch bedrohter Anblick. Die Festung hat zu jeder Jahreszeit ihre ganz eigenen Reize.
Hat Wittenmeier die Grundrisse eines uralten Bollwerks entdeckt?
Zusammen mit anderen Experten versucht Wittenmeier seit- Einheimische – auch wenn der Hohentwiel ein beliebtes Aus-Áugsziel darstellt. Jährlich wandern über 100’000 Besucher zur Burg hinauf. Daran gemessen lasse die touristische Infrastruktur doch »sehr zu wünschen übrig«, kritisieren die »Freunde des Hohentwiel«. Denn während in den anderen Schloss- und Gartenanlagen des Landes Kulturerbe und Naturerlebnis problemfrei nebeneinander existieren, dominiert am Hohentwiel ganz offensichtlich der Naturschutz.
Der scheinbar laxe Umgang mit so viel Geschichte erstaunt, bewirbt doch selbst die Abteilung »Staatliche Schlösser und Gärten« im Finanzministerium Baden-Württemberg ihren Hohentwiel stolz als »Perle«, »Kronjuwel« und»eine der grössten Festungsruinen Deutschlands«, welche auch noch »die schönste Aussicht des Landes« biete.
Der geschichtsträchtige Ort werde von einigen Seiten bewusst nicht attraktiv gestaltet, mutmassen viele. So verweisen etwa die als eher engstirnig geltenden Vogelfreunde des Naturschutzbundes immer wieder darauf, dass schon jetzt zu viele Menschen durch das Naturschutzgebiet wanderten. »Wir wollen ein Miteinander von Umwelt- und Denkmalschutz«, betonen dagegen Wittenmeier und seine Kollegen. »Der Wald soll ja nicht gerodet werden – ein paar Sichtachsen und frei gelegte markante Orte würden uns schon reichen.« Und: »Erhebungen von den Naturschützern selbst haben ergeben, dass fast alle der früher geschützten Vögel schon lange nicht mehr am Hohentwiel leben.« Doch bei den meisten staatlichen Stellen stossen die Freunde des Hohentwiel mit ihrem Anliegen auf taube Ohren: »Für den Denkmalschutz ebenso wie für die Naturschutzbehörden gelten die gesetzlichen Vorgaben des Landes«, heisst es bei der Pressestelle der »Staatlichen Schlösser und Gärten« auf Anfrage von»mysteries«. Die gegenwärtige Situation am Hohentwiel gebe»aus unserer Sicht und auch aus Sicht der Besucherinnen und Besucher, die regelmässig in repräsentativen Untersuchungen befragt werden, keinerlei Anlass zur Unzufriedenheit«.
Auch die Gemeindeverwaltung von Singen sieht wenig Handlungsspielraum.
»Der Hohentwiel in seiner Gesamtheit ist ein kulturhistorisches und ökologisches Kleinod. Neben seiner von Menschen geschaffenen Geschichte ist er natürlich auch Naturschutz-, FFH- und EU-Vogelschutzgebiet sowie in grossen Teilen nach Paragraf 32 des Naturschutzgesetzes und Paragraf 30a des Landeswaldgesetzes geschützt«, heisst es dort gegenüber »mysteries«. »Dieser Tatsache unterliegen auch die Aktivitäten auf dem Hohentwiel.« Uralte Ritualorte der Kelten Paragrafen hin oder her: Dass die alten Vulkankegel im Hegau von den Menschen schon seit Urzeiten als besondere Orte betrachtet wurden, bleibt ein historischer Fakt. Nicht ohne Grund gab es hier seit jeher Ritualplätze. Bei den Kelten und vermutlich noch viel früher, wie archäologische Funde zeigen. Bereits der Wir wünschen uns ein Miteinander von Umweltund Denkmalschutz.
Jahrhundertelang wehrte die Festung Hohentwiel im badischen Singen jeden feindlichen Angriff ab. Nie wurde die mächtige Befestigungsanlage beim Bodensee eingenommen. Nun aber scheint Deutschlands wohl grösste noch existierende Burgruine einen übermächtigen Gegner gefunden zu haben: Bäume und Gestrüpp erobern, Áankiert von Umweltschützern und Behörden, das sagenumwobene Bollwerk. Ausgerechnet dort, wo noch so manches unentdeckt im Untergrund schlummert – und ganz Verwegene sogar Hinweise auf den Heiligen Gral vermuten.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/83-die-letzte-schlacht-um-hohentwiel-page50-1.jpg17641306Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2017-05-01 12:00:002025-12-16 10:03:10Die Letzte Schlacht Um Hohentwiel
Chemiker hatten die gespenstischen Vorfälle aus Angst vor Repressalien jahrzehntelang verschämt verschwiegen und unter den Tisch gekehrt. Nun werden sie doch noch publik: In den streng gesicherten Experimentallabors des Schweizer Pharmariesen Ciba-Geigy (heute Novartis) am Rheinknie war in den 1990er-Jahren offensichtlich der Teufel los.
Mit knapp 50 Milliarden US-Dollar Umsatz zählt Novartis heute zu den grössten Pharmakonzernen der Welt. Hervorgegangen ist der Moloch 1996 aus der Hochzeit der Schweizer Chemie-Riesen Ciba-Geigy und Sandoz – damals die grösste Firmenfusion der Welt. So manches schien dabei nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein und bleibt bis heute umstritten. Dank dem Basler Psi-Verein liegt »mysteries« nun die Kopie eines sechsseitigen, handschriftlichen Erlebnisprotokolls eines treuen Ciba-Mitarbeiters vor. Akribisch notierte und dokumentierte der Mann darin seine reichlich bizarr anmutenden Erlebnisse, die er wenige Jahre vor der Fusion in den dortigen Labors erlebte.
Aus Angst um seinen Job wollte er damals anonym bleiben.
Mit gutem Grund – denn seinen tagebuchartigen Notizen zufolge soll sich in den streng überwachten Laboratorien um 1991/1992 monatelang schier Unglaubliches abgespielt haben: Dosimeter, also Messgeräte zur Messung der Strahlendosis, aktivierten sich etliche Male wie von Geisterhand oder zeigten plötzlich vollkommen falsche Werte an. Unerklärliches ereignete sich auch in der »Kapelle« – der chemischen Abzugshaube (Digestor) – wo regelmässig Reagenzgläser oder andere Dinge auftauchten, explodierten oder verschwanden, die dort aus Sicherheitsgründen nicht hingehörten.
Oder wie X. in seinen handschriftlichen Protokollen von Ende 1991 bis im Herbst 1992 zunehmend panikartig notierte: »Labortüre frühmorgens offen! Grosse Abdampfschale zerbrochen im Schrank. Rührkübel kaputt. Glühbirnen (220V) in Ölbad!
Schmelzpunktröhren Áiegen auf Boden von Kapelle. Dosimeter spinnen wieder. Pillen fallen einzeln auf Boden vor dem Pult. Messer mit Farbstoff Áiegt auf Boden. Löffel vor Waage in zwei Stücke zerbrochen. Plötzlich Plastikschlauch in Kapelle geÁogen! Sieben Zapfen liegen auf Boden und zerplatzen laut.
Spachtel mit Farbstoff Áiegt an Geschirrwaschmaschine. Grosse Sauerei! Laborantin von Bau 16 auf Besuch. DC-Röhrchen Áiegen auf Boden (Geschirrwaschfrau erschrickt).« Heute will sich bei Novartis niemand mehr an die ebenso unheimlichen wie brandgefährlichen Vorfälle erinnern. Und so gerät einmal mehr in Vergessenheit, was nicht wahr sein darf – bis zum nächsten gespenstisch anmutenden Vorfall, der wohl ebenfalls erst Jahrzehnte später publik werden dürfte. Dann, wenn Novartis vermutlich nicht mehr Novartis heisst, weil der Gigant bis dahin im Rahmen einer weiteren Monsterhochzeit längst zum grössten Pharma-Konzern der Welt mutiert sein dürfte.
lb. ■
Protokoll des Schreckens. Ausschnitt aus den Notizen des Ciba-Mitarbeiters.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/83-spuk-im-pharma-labor-was-niemand-erfahren-sollte-page48-1.jpg9221303Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2017-05-01 12:00:002025-12-16 10:07:35Spuk Im Pharma-Labor: Was Niemand Erfahren Sollte