Che Botschaft
Ein amüsantes Kuriosum der Geschichte – wäre da nicht Götterforscher Erich von Däniken gewesen, der beim Lesen des ellenlangen Buchstabensalats dank einer Leserzuschrift ebenfalls stutzte, wie er 1979 in seinem Bestseller»Prophet der Vergangenheit« notierte.
Während der kuriose Name für Amerikaner nämlich wie sinnloses Kauderwelsch klingt, liest er sich in unseren GeÀlden trotz Schreibfehlern wie eine altdeutsch anmutende, verschlüsselte Erzählung, die – man höre und staune – von hochintelligenten Wesen berichtet, welche bereits in grauer Vorzeit Raumfahrt betrieben haben sollen.
Verwirrender Patzer im Guinnes-Buch Weil die Macher des »Guinness Book« 1978 im Vergleich zur korrekten und 1964 von der Nachrichtenagentur AP veriÀzierten Schreibweise pfuschten und gewisse Buchstaben beim Setzen unterschlugen, entgingen Däniken damals einige wichtige, inhaltliche Details.
In diesem Sinn präsentiert»mysteries« anbei den Versuch einer ergänzten und vereinfachten deutschen Fassung, die den Inhalt des eingangs korrekt abgedruckten Originalnamens so verständlich wie möglich zu machen versucht:»Wolfeschlegelsteinhausenbergerdorff – die in alten Zeiten gewissenhafte Schäfer waren, deren Schafe wohlgepÁegt und sorgfältig vor Angreifern und raubgierigen Feinden beschützt wurden.
In grauer Vorzeit vor unzähligen Jahrtausenden.
Da war ein Raumschiff, mit sieben elektrischen Iridium-Motoren und der Kraft von Licht, das auf seiner langen Fahrt zwischen den Sternen nach Nachbarn suchte. Da war ein Stern, mit bewohnbaren Planeten, die um ihn kreisten, wo sich die verständigen Menschen fortpÁanzen und an lebenslanger Freude ergötzen konnten.
Ebenso Sinnreicher Buchstaben-Salat: Links der unvollständige Eintrag im»Guinness Book« von 1978 mit falschem Geburtsdatum. Oben die korrekte Namensfassung, wie sie die Nachrichtenagentur AP nach persönlicher Verifizierung am 25. Juni 1964 um die Welt kabelte.
Ausgabe 5/2017 11 Amtlich beglaubigt: Die Geburts- und Sterbedaten von Hubert Blaine, wie sie»mysteries« in den US-Archiven fand.
Times« vom 12. September 1973 später bevorzugt das Alias »Hubert B. Wolfstern«. Dank ofÀziellem Eintrag im US-Sterberegister lässt sich sein Geburtsdatum somit auf den 4. August 1914 und sein Ableben im Alter von 83 Jahren auf den 24. Oktober 1997 beziffern.
Bleibt die Gretchenfrage: Ab wann sind Fachbegriffe wie »Raumschiff« oder »Iridium« in der deutschen Sprache eigentlich ofÀziell verbürgt? Im Fall des chemischen Elements Iridium ist der Fall klar: 1804, direkt nach dessen Entdeckung. KnifÁiger gestaltet sich die Suche nach dem Begriff»Raumschiff«. In deutschsprachigen Büchern Àndet er sich spätestens ab dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Durchaus möglich also, dass der jüdische Auswanderer – von Beruf übrigens Typograph – mit den zuständigen Ämtern lebenslang Schabernack trieb, um sich buchstäblich länger und damit wichtiger zu machen. Ebenso möglich aber auch, dass seine Story der Wahrheit entspricht. Immerhin wurde sie damals neben den strengen US-Einwanderungsbehörden auch von den Verantwortlichen des»Guinness Book« mehrfach auf Herz und Nieren geprüft. Wer also war Hubert Blaine wirklich? Ein unterschätzter Schlingel aus unserer Welt? Oder ein unterschätzter Schlingel aus einer anderen Welt?
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