news:S.06-09_mysteries0211 9.2.2011 15:57 Uhr Seite 4 Und wieder fragen sich alle: Wie macht er das bloss? Mit seiner Gedankenkraft lässt das deutsche «Psi-Wunder» Claus Rahn derzeit Münzen tanzen und drehen.

«Ohne Magnet» wie er betont.

Mehrere seiner neuen Videos können ab sofort auf youtube.com begutachtet werden (Such-Stichwort: Claus Rahn).

Experimente, die er Ende 2010 auch im Basler Psi-Verein demonstrierte. Mitarbeiterin Therese Hartmann: «Claus holte einige Geldstücke aus seiner Brieftasche und ich dachte, er wolle uns etwas Kleingeld in unsere Kaffeekasse geben.

Er bat uns aber an den Tisch, stellte eine Schweizer Fünfliber-Münze auf den Rand und sagte beschwörend immer wieder: ‹Dreh dich, dreh dich!› Zu unserem grossen Erstaunen begann die Münze sich tatsächlich auf dem Rand zu drehen und blieb anschliessend auf dem Rand stehen. Ich war total baff!»

Drama um Erfinder Werner Kroh (67): Seit vielen Jahren berichtet «mysteries» bereits über den gebürtigen Deutschen und sein revolutionäres, ökologisch hundertprozentig abbaubares Pulver gegen weltweite Öl-Verschmutzungen. Jahrzehntelang versuchte der Mann Regierungen in aller Welt dafür zu begeistern – vergeblich. Stattdessen werden weiterhin hochtoxische Substanzen gegen Öl-Teppiche eingesetzt – im Auftrag der milliardenschweren Entsorgungs-Lobby. Ein purer Wahnsinn! Nun widmete auch das Schweizer Fernsehen dem verkannten Genie am 22. Dezember 2010 einen 45minütigen Beitrag («Die verschmähte Erfindung»). Quintessenz: Seit Werner Krohs «Wundermittel» von der Firma OTI (www.oti.ag) um Paul Schuler vermarktet wird, zeichnet sich endlich Licht am Horizont ab. Erfinder Kroh wird seine Rehabilitierung wohl leider nicht mehr bewusst erleben: Der Mann leidet an der heimtückischen Alzheimer-Krankheit. «mysteries» sagt deshalb schon jetzt: «Merci Werner – für alles, was Du Dein Leben lang der Umwelt zuliebe geopfert hast. Die Menschheit wird es Dir irgendwann danken!»

Schnappschuss aus dem Weltall.

Im vergangenen Jahr drehte sich unser Erdball schneller um die eigene Achse als von den Experten prognostiziert.

Umweltfreundlichen Treibstoff aus Sonnenenergie gewonnen Einem Forschungsteam um Aldo Steinfeld, Professor an der ETH Zürich und Laborleiter am Paul Scherrer Institut, ist es gelungen, mit Solarenergie aus Wasser und Kohlendioxid Treibstoff zu erzeugen. Dazu haben die Wissenschaftler einen Solar-Reaktor entwickelt, in dem konzentrierte Sonnenstrahlung das dafür nötige stabile und schnelle thermochemische Verfahren antreibt. Mit einem radikal neuen Prozess wird Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt in ein Gemisch von Wasserstoff (H2) und Kohlenmonoxid (CO). Diese Kombination wird als Syngas bezeichnet und stellt eine Vorstufe von Benzin, Kerosin und anderen flüssigen Treibstoffen dar. Leider wird die weltweite Autoindustrie erfahrungsgemäss noch Jahrzehnte brauchen, um zu kapieren, dass die Zukunft bereits heute begonnen hat.

Ausgabe 2/11 News news:S.06-09_mysteries0211 9.2.2011 15:57 Uhr Seite 5 «Unsere Welt dreht sich immer schneller: 2010 endet mit einer Punktladung.

Weil die Erde an Tempo gewonnen hat, wird an Silvester – anders als geplant – keine Schaltsekunde eingeführt.» Nein, diese kuriose Meldung stammt nicht aus einem obskuren Esoterik-Blatt, sondern von den News-Profis von «Focus». «Wir staunen selbst etwas über die momentane Rotationsgeschwindigkeit der Erde», zitiert das bekannte Nachrichtenmagazin den deutschen Experten Wolfgang Dick vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Frankfurt. Tatsache ist: Grundsätzlich dreht sich unser Erdball immer langsamer. 2010 aber geriet die Welt unerwartet in Schwung. Warum? Das weiss derzeit niemand genau. Nicht unbedingt vertrauenserweckend, oder?

Donald im alten Ägypten. Die berühmteste Ente der Welt mischt den Kunstund Kulturbetrieb auf. In der erfolgreichen Wanderausstellung «Duckomenta» im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim werden noch bis zum 1. Mai 2011 gegen 400 Exponate gezeigt, in die sich Donald und Co. frech «eingeschmuggelt» haben – ob als Mona Lisa, «Duckfretete» oder «Dötzi».

Geheimtagung der Mächtigsten Ob Minister, Parteibosse, Kirchenvertreter oder Top-Manager: Auch im Januar 2011 rief der Ernährungs-Multi Nestlé die Schweizer Machtelite zur dubiosen «Rive-Reine-Konferenz», diesmal in seine Zentrale nach Vevey – und viele kamen. Wer genau anwesend war, bleibt geheim. Klar aber ist: Hier wird hohe Politik gemacht! Die Greenpeace-Organisation Public Eye kritisiert: «Rive-Reine ist das nationale WEF: Ein Zeichen der Dominanz der Wirtschaft über die Politik. Auf Geheiss von Nestlé kommen selbst Schweizer Bundesräte. Und legen weder Volk, Parlament noch Medien Rechenschaft ab.»

mond-kalender 2011 24. Februar 4. März 26. März 3. April 25. April 3. Mai 12. März 11. April 10. Mai 19. März 18. April

Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 2
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 3
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 4
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 5
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 6
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 7
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 8
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 9
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 10
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 11
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 12
Verkanntes Genie: Alzheimer! – Abbildung 13

Infos: www.hauptpfarre.de Günter Leenen: «Gladebach. Roman über eine unglaubliche Reise ins Mittelalter der Benediktiner Abtei in Gladebach», Re Di Roma-Verlag. Günter Leenen bietet auch Führungen durch das Münster an, etwa: «Der Teufel in der Architektur des Münsters» und zu «Gegenräumen».

Bestimmung der

Geschichte

Himmelsrichtungen Ausgabe 2/11 – Abbildung 2
Himmelsrichtungen Ausgabe 2/11 – Abbildung 3

Für den Aufwärtsschub sorgen die vier grossen Rotoren in den Flügeln. Mit ihnen kann der «Ray» senkrecht abheben und schweben («Hover»). Die beiden Propeller im Heck sind schwenkbar und dienen beim Start zur Steuerung. In der Luft werden die Heckrotoren nach hinten geschwenkt. Daflugi_lay:S.40-44_mysteries0211 9.2.2011 16:04 Uhr Seite 4 avid Posva ist Informatik-Ingenieur und flog in seiner Freizeit Segelflugzeuge. Dass er einmal ein effizientes, senkrecht startendes Propeller-Flug- Dzeug erfinden könnte, dachte er nicht einmal im Traum – bis er vor einigen Jahren seinen Bruder in Kalifornien besuchte. «Der wohnt gleich neben dem NASA-Forschungszentrum Ames», erzählt der 40-jährige Schweizer, als ihn «mysteries» in seinem Heimatort Muttenz besuchte.

Auf einem Touristenrundgang durchs Camp sieht Posva, wie die Luftfahrtspezialisten einen Prototypen ausprobieren: Ein Flugzeug, das senkrecht starten kann. Mit mässigem Erfolg. Das stachelt den Ehrgeiz des Hobbypiloten an. «Ich machte mich kundig, was es auf diesem Gebiet bis jetzt überhaupt gibt – und was nicht.»

Neugierig durchforscht er das Internet, sieht sich Pläne von Senkrechtstartern an, die schon geflogen sind und solche, die es nie in die Luft schafften. Posva: «Manche zeugten von regelrechten Himmelfahrtskommandos.» Parallel dazu diskutiert der Ingenieur mit Kollegen intensiv über das Thema. «Einige meiner Freunde haben Luftfahrttechnik studiert. Mit ihnen hab ich mich immer wieder ausgetauscht.»

Als eigenbrötlerischer Erfinder gab sich Posva zu keiner Zeit. «Früher war ich mal ein Jahr lang an einem geheimen Projekt beteiligt und habe da gesehen, wie man es besser nicht macht.» Heute teilt er seine Ideen und Konzepte mit Experten und Interessierten und erhält dafür von überall her Zuspruch und Unterstützung.

Schneller und weiter als ein Hubschrauber Eine Marktlücke im Mittelstrecken-Bereich hatte der kreative Familienvater schnell entdeckt. Seine Idee: «Ein Flugzeug, das wie ein Hubschrauber senkrecht starten und landen kann, aber weiter und schneller fliegt als ein Helikopter und zudem ökonomischer ist.» Denn das Hauptproblem von Hubschraubern ist deren Ineffizienz. Sie fliegen im Durchschnitt nur mit 230 Stundenkilometern, haben eine Reichweite von maximal 700 Kilometern – verbrauchen dabei aber 115 Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Posvas Senkrechtstarter dagegen hat eine Reichweite von 1800 Kilometern, eine geplante Geschwindigkeit von 360 Kilometern pro Stunde und benötigt lediglich etwa 35 Liter auf 100 Kilometer. «Mit einem zivilen Senkrechtstarter gelangen wir ohne Stau und lange Wartezeit an den Flughäfen auf sehr unabhängige Weise direkt an den gewünschten Ort», ist der Schweizer von der Marktfähigkeit seiner Erfindung überzeugt.

«Ray Research AG» heisst seine Firma, die er zur Verwirklichung seines Traums gemeinsam mit dem Kollegen Andreas Füglistaler gegründet hat. Und «Ray» ist denn auch der Name seines senkrecht startenden Flugzeuges, das er auf den Markt bringen will: Ein Kleinflugzeug für ein oder zwei Piloten und vier Passagiere.

Zwei Kernprobleme hatte der Schweizer dafür zu lösen: Das Flugzeug muss genug Schub aufbringen, um überhaupt abheben zu können. In der Luft wiederum muss es von einer Aufwärtsin eine Vorwärtsbewegung wechseln. Dieser Wechsel heisst im Expertenjargon «Transition».

Für den Aufwärtsschub beim Start sorgen beim «Ray» vier grosse Rotoren, die in die Flügel eingelassen sind. Zwei kleine Mantelpropeller im Heck dienen der Steuerung im Schwebeflug. Ist das Ausgabe 2/11 Technik So funktioniert Posvas Senkrechtstarter nach werden die Flügelflächen geschlossen und die Rotoren verdeckt, unten durch Lamellen und oben durch Rollläden.

Das Flugzeug wird im Vorwärtsflug («Cruise») von den beiden Heckpropellern angetrieben. Die Flügelrotoren kommen erst bei der Landung wieder zum Einsatz.

flugi_lay:S.40-44_mysteries0211 9.2.2011 16:04 Uhr Seite 5 Flugzeug gestartet, werden diese kleinen Propeller nach hinten geschwenkt, um den Flieger vorwärts zu bringen. «In Sachen Geschwindigkeit sind kleine Propeller effizienter», weiss Posva. Am Ende der Transition werden die Flügel von unten mit Lamellen geschlossen und von oben mit Rollläden. «Notfalls könnte der Ray auch mit offenen Rollos fliegen». Mit geschlossenen Flügeln und ausgeschalteten Rotoren saust der «Ray» durch die Lüfte, angetrieben von den Heckpropellern.

Weder die «Rotoren-im-Flügel»-Variante noch die schwenkbaren Mantelpropeller hat Posva neu erfunden. «Vielmehr habe ich aus den bisherigen Entwicklungen die richtigen Schlüsse gezogen.» Anhand von Wurfmodellen klärte er zudem ab, ob die atypische Form seiner Konstruktion mit den breiten, kurzen Flügeln tatsächlich auch stabil fliegt.

Mit Unterstützung befreundeter Flugzeugkonstrukteure wurde die Aerodynamik stetig verbessert. Die Kollegen waren es auch, die Posva 2007 mit seinem Projekt an die Universität Stuttgart schickten, zu Professor Rudolf Voit-Nitschmann, geschäftsführendem Direktor des Instituts für Flugzeugbau.

Sein Forschungsgebiet ist der Flugzeugentwurf. «Vor diesem Treffen hatte ich ziemlich weiche Knie» erinnert sich Posva.

«Schliesslich habe ich ja nicht Flugzeugbau studiert.»

Entgegen den Befürchtungen des Erfinders aber war der Stuttgarter Professor sehr angetan vom «Ray». Posva: «Er meinte, das sei eine pfiffige Idee.» Guten Mutes machte sich der 40-Jährige in der Folge auf Investorensuche. Vorerst leider vergebens. «In der Schweiz hab ich keine grossen Geldgeber gefunden. Die Hindernisse waren meist, dass sich die Investoren im Flugzeugbau zu wenig auskannten und wir keinen Hersteller haben.»

Also ging Posva erneut nach Stuttgart. Dort schrieb Voit-Nietschmann in seinem Institut ein Projekt aus. «Ein Student hat danach ein Jahr lang gerechnet und skizziert», erzählt Posva. Die äusserst detaillierte Dokumentation liegt seit Mitte 2010 vor. Ähnliche Studienprojekte für den «Ray» werden derzeit auch an der TU München durchgeführt. 2009 erhielten Posva und Füglistaler für ihr Projekt ausserdem Unterstürzung durch den schweizerischen Förderwettbewerb «Venturekick». 10’000 Schweizer Franken wurden ihnen für die Weiterentwicklung des Fliegers gutgeschrieben.

Zum Segelfliegen ist der Schweizer schon lange nicht mehr gekommen.

«Meine Lizenz ist längst abgelaufen.»

Neben Beruf, Familie und der Entwicklung des «Ray» liege das einfach nicht mehr drin. Kein Wunder, denn David Posva ist Vater von vier Kindern zwischen drei und zehn Jahren. Der Jüngste war bei den ersten Modellversuchen noch nicht einmal auf der Welt…

Seine Familie unterstützte den Erfinder aber stets tatkräftig – selbst, als es darum ging, mithilfe eines selbst gebauten Windkanals die Stabilität des Modells zu testen oder dessen Flugdistanz Technik Ausgabe 2/11 Will hoch hinaus: Der Schweizer Erfinder David Posva im Gespräch mit «mysteries».

Rotoren in den Flügeln und Schwenkpropeller: – Abbildung 2
Rotoren in den Flügeln und Schwenkpropeller: – Abbildung 3

Drama in Ägypten: Während der landesweiten Unruhen randalierten und plünderten Aufständische Ende Januar 2011 in etlichen historischen Stätten und Museen – auch im Nationalmuseum von Kairo. Laut Altertums-Chef Zahi Hawass wurden dort rund 70 Objekte von Eindringlingen aus den Vitrinen entfernt und teilweise wutentbrannt auf den Boden geschmissen – darunter auch kleinere Objekte aus Tutanchamuns Schatz. Schwer beschädigt wurden ausserdem zwei Mumien. «Das waren die Wächter des Museums, unsere eigenen Leuten», glaubt Wafaa el Saddik, langjährige Museumsdirektorin. Wie viele der kostbaren Kleinode restauriert werden können, steht derzeit in den Sternen.

Geschichte Ausgabe 2/11 tut_lay:S.24-30_mysteries0211 9.2.2011 12:47 Uhr Seite 8 dhl:S.31_mysteries0211 9.2.2011 11:51 Uhr Seite 1 Post-Moloch zockt ab: Pakete in die Schweiz? Nur noch via DHL!

Schlechte Nachricht für Eidgenossen: Nimmersatt streckt die Deutsche Post ihre Klauen nun auch in die kleine Schweiz aus. Seit 2011 werden fast alle grösseren Privat-Pakete aus Deutschland von der Monopolisten-Tochter DHL Express ausgeliefert und nicht mehr von der eidgenössischen Post. Folge: DHL kämpft mit massiven logistischen Problemen. Das Nachsehen hat wie üblich der kleine Kunde.

arie L. ist sauer: Statt der bestellten deutschen Marken-MJeans steckte in ihrem Briefkasten kürzlich ein gelber Abholzettel.

Nicht wie gewohnt von der Schweizer Post – sondern zum ersten Mal von DHL Express. Inhalt: «Leider waren Sie heute nicht zu Hause…»

Verwundert ob der vermeintlichen «Expresslieferung» nahm die Schweizerin zur Kenntnis, dass sie via Internet eine Zweitzustellung verlangen könnte – samt Zeitpunkt und Anlieferort. Also haute die interneterprobte Frau in die Tasten – und erhielt eine Minute später eine automatische Antwort: «Ihre Sendung wird Ihren Anforderungen entsprechend erneut zugestellt am…» Prima, dachte sich Marie L. und begab sich am nächsten Tag zum neu vereinbarten Termin extra nach Hause, um ihre Lieferung persönlich in Empfang zu nehmen.

Doch die DHL-Lieferung blieb aus. Kommentarlos. Also wählte Marie L. die kostenpflichtige Hotline-Nummer, um sich nach dem Verbleib ihres Pakets zu erkundigen. Dort erwartete sie eine endlose Tonbandschleife. Nach über 20 Minuten und einer Gebühr von knapp zwei Euro legte die Frau verärgert auf.

Über 50 Prozent mehr Pakete als geschätzt So oder ähnlich ergeht es in der Schweiz derzeit vielen Kunden: Dutzende nerven sich täglich über unklar ausgefüllte DHL-Formulare, verspätete oder gar nicht zugestellte Postsendungen – und endloses Warten in der Hotline. Grund: Statt wie üblich von der lokalen Post, werden alle «Weltpakete» ab zwei Kilo aus Deutschland seit anfangs 2011 in der Schweiz von der Post-Tochter DHL ausgeliefert. Darunter auch das eine oder andere Kleinstpaket. «Zwecks Kostenoptimierung», wie es im globalisierten Jargon so schön heisst. Neben Firmenkunden, wie gewohnt, werden also nun auch Privatkunden beliefert.

Das Problem: DHL Express rechnete für ihren ab Sommer 2010 schrittweise eingeführten «Service» mit täglich 4000 bis 5000 Schweizer Paketen. Seit dem Jahreswechsel aber sieht sich das Unternehmen mit 6000 bis 7000 Paketen pro Tag konfrontiert, wie «mysteries» exklusiv erfuhr. Die Folgen: Genervte Kunden, gestresste Mitarbeiter und ein DHL-Manager, der Besserung gelobt. «Ich möchte diesbezüglich nicht von Problemen DHL-Postbote: Ein Bild, an das sich Schweizer Privatkunden erst gewöhnen müssen.

sprechen, sondern von Herausforderungen!» betont Michael Jutzi, Leiter Marketing und Strategie bei DHL Express Schweiz in bestem Marketingdeutsch. «Verbesserungsbedarf gibt es tatsächlich, denn wir befinden uns aktuell in der Tat in einer schwierigen Situation.» Wegen des höheren Paketaufkommens bemühe man sich derzeit intensiv, Einsatz- und Personalplanung zu optimieren – «was sich im Verlauf dieses Jahres sicherlich auf die Kundenzufriedenheit auswirken wird».

Konkrete Fragen, warum die Schweizer DHL-Hotline nicht kostenlos ist und warum Kunden via E-Mail falsch informiert werden, mag Jutzi nicht beantworten. Und wie soll gehbehinderten Rentnern ohne Internet geholfen werden? Mit dem Ausbau von «DHL-Präsenzpunkten» im Laufe dieses Jahres, wie der Manager verspricht. Diese sollen dem dichten Schweizer Postfilialennetz künftig ein bisschen Paroli bieten: «Wir denken in dieser Sicht speziell an den Aufbau von Packstationen.

Unbemannte Servicepoints, wo man sein Paket künftig rund um die Uhr abholen kann. Kurz: Es wird alles besser!»

So hübsch das klingt: Wo global agierende Monopolisten den «öffentlichen Dienst» unterwandern, profitieren am Ende meist nur finanzgierige Haie. Und was in Grossstädten dereinst durchaus klappen könnte, wird in kleinen Dörfern auf dem Land nie und nimmer funktionieren.

Und Marie L.? Nachdem ihr deutsches Paket trotz schriftlich bestätigter Zweitlieferung nicht ankam, gelangte sie nach Tagen bei der DHL-Hotline endlich zum Ziel. Höfliche Antwort: «Sorry: Wegen internen Systemproblemen wurde Ihre Sendung mittlerweile nach Deutschland retourniert.»

Wirtschaft Ausgabe 2/11

Vandalen im ägyptischen Museum von Kairo: Wertvollste Kleinode achtlos zerstört! – Abbildung 2
Vandalen im ägyptischen Museum von Kairo: Wertvollste Kleinode achtlos zerstört! – Abbildung 3
Vandalen im ägyptischen Museum von Kairo: Wertvollste Kleinode achtlos zerstört! – Abbildung 4
Vandalen im ägyptischen Museum von Kairo: Wertvollste Kleinode achtlos zerstört! – Abbildung 5
Vandalen im ägyptischen Museum von Kairo: Wertvollste Kleinode achtlos zerstört! – Abbildung 6

eis:S.61_mysteries0211 9.2.2011 12:09 Uhr Seite 1

Seit Jahren senden «mysteries»-Leser verwundert Bilder von natürlich gewachsenen Eis-Skulpturen an die Redaktion. Das Rätsel der Entstehung solcher Gebilde blieb bis jetzt ungelöst. Nun erklären Schweizer Schnee- und Lawinen-Experten das Phänomen: Was wie ein verkehrter Eiszapfen aussieht, entsteht, weil sich Wasser durch die Ausdehnung beim Gefrieren nach oben schiebt.

Auf dem Bild ist ein Becken zu sehen, gefüllt mit Eis. Daraus ragt ein Eiszapfen, der steil nach oben zeigt. Derartige Bilder erhielt die «mysteries»-Redaktion im Winter regelmässig von verwunderten Lesern. Manchmal «spross» der Eiszapfen auch aus ihrem Blumentopf oder einem anderen Gefäss, stets unter freiem Himmel.

Üblicherweise entstanden die originellen Eis-Skulpturen über Nacht, bei Minus-Temperaturen, in klirrender Kälte. Ohne dass ein Einfluss von aussen sichtbar war. So auch bei Silvio Moro in Hergiswil (CH), der sich Ende 2010 meldete: «Aus aktuellem Anlass muss ich Euch schreiben: Auf meinem Balkon entstand nämlich ebenfalls so ein seltsames Gebilde. Gibt es mittlerweile eine Erklärung für dieses Phänomen?»

Von unten nach oben…

Ja, die gibt es! Experten des Schweizer Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos haben das Geheimnis um die Eis-Skulpturen mittlerweile gelüftet: Die eisigen Zapfen entstehen, weil Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt.

Auch in die Höhe. Nämlich dann, wenn das Wasser nicht nur von oben nach unten erstarrt.

Charles Fierz, Mitarbeiter der Forschungsgruppe Schneedecke und Mikrometeorologie beim Davoser Institut: «In einem Topf beginnt das Wasser wie in einem See an der Oberfläche zu gefrieren. Durch die Wand des Gefässes verliert aber auch die darunter liegende Flüssigkeit an Wärme und gefriert von aussen nach innen.»

Bevor die Oberfläche ganz zufriert, bewirkt die Volumenänderung des Wassers, dass Restmengen flüssig nach oben dringen – auch durch eine noch dünne Eisschicht – und dann an der Luft erstarren. Die Ausdehnung des Wassers führe zu einem kleinen Überdruck, so der Experte. «So entsteht der nach oben gerichtete Eiszapfen.» Die kuriose Skulptur wachse in der Folge weiter, bis die Spitze zufriert. Dass das Wasser von Kurioser Eiszapfen. Foto unseres Schweizer Lesers Silvio Moro (Ende 2010).

unten nach oben durch den Zapfen gelange, erkenne man nicht zuletzt auch an den kleinen «Kanälen» im Eisstab, erläutert der Fachmann.

Ähnliche Phänomene können übrigens auch im Gefrierfach jedes Eisschranks entstehen – in herkömmlichen Eiswürfel-Behältern. Versuche im Physik-Labor des kalifornischen Instituts für Technologie in Pasadena haben zudem gezeigt, dass derart kuriose Eisphänomene am ehesten dann entstehen, wenn die Temperatur nahe bei minus sieben Grad liegt, das Wasser möglichst rein und die Luft in Bewegung ist.

Phänomene Ausgabe 2/11