Blick auf Pjöng-Jang. Die USA liegen mit den Machthabern in Nordkoreas Hauptstadt seit langem im Clinch.
Bei der mysteriösen Explosion in Nordkorea vom 9. September handelt es sich definitiv nicht um einen Nukleartest. Dies bestätigten Seismologen gegenüber «mysteries». Obwohl dies bereits kurz nach dem Vorfall klar war, suchte man derlei Aussagen in westlichen Medien vergeblich.
Die Krise zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich weiter zu. Wie das südkoreanische Verteidungsministerium verlauten liess, hat Nordkorea mittlerweile über 500 Hacker ausgebildet. Während rund fünf Jahren seien die EDV-Spezialisten darauf getrimmt worden, in Computersysteme westlicher Staaten einzudringen.
Eine Nachricht, die den USA durchaus gelegen kommt. Wenige Tag zuvor hatte die US-Marine nämlich Kriegsschiffe mit Ausrüstungen ihres neuen Raketenabwehrsystems vor der Küste Nordkoreas stationiert. Gleichzeitig liess der nordkoreanische Aussenminister Choe Su Hon öffentlich verlauten, «dass wir bereits 8000 gebrauchte Atombrennstäbe wiederaufbereitet und in Waffen umgewandelt haben». In einer Rede vor der UNO unterstellte er den USA, man wolle Nordkorea «auslöschen».
Ein radikaler Vorwurf. Angestachelt wird die Kontroverse durch die mysteriöse Explosion vom 9. September unweit der nordkoreanischen Raketensilos. Dabei war ein angeblich bis zu vier Kilometer Durchmesser messender Rauchpilz über der Provinz Ryanggang aufgestiegen. Auf Satellitenaufnahmen sei im betreffenden Gebiet ein riesiger Krater auszumachen, meldete Südkorea – und alle Medien verbreiten die Nachricht munter weiter.
Nordkorea dagegen hüllte sich in eisiges Schweigen. «Alle westlichen Journalisten sind Lügner», begründete man den Informationsstopp. Und schliesslich liess man verlauten, die Detonation sei auf die Sprengung eines Berges zum Bau eines Dammes zurückzuführen.
Hier die Guten, dort die Bösen Die Sache schien klar: Auf der einen Seite die bösen Nordkoreaner, die abgeschottet von der Aussenwelt ohne Rücksicht auf Verluste verheerende Atomwaffentests durchführen und wie gedruckt lügen. Auf der anderen Seite der «gute» Westen, der sich bedroht fühlt.
Dass sich die Explosion ausgerechnet am 9. September ereignete, machte die Situation auch nicht besser. Immerhin handelt es sich dabei um den Jahrestag der nordkoreanischen Staatsgründung. Ein «idealer» Zeitpunkt für einen Atomtest also, wie viele glaubten.
Kaum eine Zeitung, welche die Ängste in der Folge nicht schürte. Tagelang beherrschte das vermeintlich atomare Schlamassel die Schlagzeilen. Dann herrschte allerorts Funkstille. Nur noch das eine oder andere Medium vermeldete in der Folge, dass westliche Diplomaten aus acht Ländern unter der Leitung des britischen Botschafters in Nordkorea, David Slinn, den vermeintlichen Ort der Explosion wenige Tage später bereits besuchen durften.
Das Resultat dieses Besuches war vielen Zeitungen nicht einmal mehr eine Notiz wert. Grund: Die Beobachter fanden nicht die geringsten Hinweise auf einen Atomtest. Nach der Rückkehr von der Grossbaustelle für ein Wasserkraftwerk sagte eine ratlose deutsche Botschafterin Doris Hertrampf: «Ob Sprengungen stattgefunden haben, kann ich weder bestätigen noch verneinen.» Ihrer Ansicht nach hat es für das Dammprojekt zwar Sprengungen gegeben. Doch ob es sich dabei um die berichteten Explosionen handelte, «kann ich Ihnen nicht sagen».
Experten winken ab Was die Berichterstatter unterschlugen: Bereits vier Tage nach der Explosion konnte ein Atomtest definitiv ausgeschlossen werden.
Dies betont Manfred Henger vom Bundesamt für Geowissenschaften in Hannover gegenüber «mysteries»: «Wir haben die Bearbeitung dieses Ereignisses nicht mehr verfolgt, nachdem am 13. September 2004 definitiv feststand, dass es sich nicht um eine Nuklearsprengung handelte. Dies ging aus den Aufzeichnungen einer japanischen Radionuklidstation des IMS (International Monitoring System) der Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization, Wien hervor.»
Aussagen, die auch Urs Kradolfer vom Schweizerischen Erdbebendienst auf Anfrage bestätigt: «Obwohl es viele Stimmen gibt, welche einen baldigen Atomtest in Nordkorea für wahrscheinlich halten, hat es sich bei der Explosion um keinen Atomtest gehandelt.»
Sprich: Während Politiker, Experten und Journalisten eifrig weiterspekulierten, war die Sache längst geklärt. Sogar Südkorea war unterdessen zurückgekrebst. So erklärte der stellvertretende Verteidigungsminister Lee Bong Jo, dass es wohl gar keine Explosion gab und der Pilz auf den Satellitenbildern nur eine «natürliche Wolke» gewesen sei.
Vom Irak nach Nordkorea?
Erinnern Sie sich noch, wie die USA die Angst vor Saddam Hussein international gezielt schüren liess? Klar, der Mann war ein Verbrecher. Aber von den vermeintlichen Massenvernichtungswaffen fand sich keine Spur.
Nun läuft dasselbe Spielchen offenbar mit Nordkorea ab.
Natürlich ist dortige Führung ebenfalls nicht über alle Zweifel erhaben. Eine ernsthafte Bedrohung für die Welt ist sie deswegen aber (noch) nicht. Auch wenn uns das einige Amtsinhaber gerne weismachen möchten.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/explosion-in-nordkorea-definitiv-kein-atomtest-page28-1.jpg7201034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-06-01 12:00:002025-12-13 08:26:38Explosion In Nordkorea: «Definitiv Kein Atomtest!»
Goethe-Forscher sind verblüfft: Neue Hinweise deuten darauf hin, dass der deutsche Dichterfürst der Herzogin Anna Amalia verfallen war. Als die heimliche Liaison aufzufliegen drohte, setzte er sich nach Italien ab.
Vier Tage vor Goethes 255. Geburtstag – am 24. August 2004 – wurde in Weimar Literaturgeschichte geschrieben: Goethe-Forscher Ettore Ghibellino stellte die zweite, stark erweiterte Auflage seines neuen Buches über die verbotene Liebe des Dichterfürsten zur Herzogin Anna Amalia vor.
Seit im September Teile der nach ihr benannten Bibliothek abbrannten, ist der Name der Begründerin des Weimarer Musenhofes in den Medien präsent. Nun akzeptieren immer mehr Literaturwissenschaftler die These des Weimarer Autors Ghibellino, dass Anna Amalia Goethes heimliche Geliebte war. Spannend recherchiert legt er in «J.W. Goethe und Anna Amalia» dar, wie Anna Amalias Hofdame Charlotte von Stein vorgeschoben wurde.
Nach Ghibellino unterhielt Goethe ab 1775 im Verborgenen eine Liebesbeziehung zur Fürstin. Die nervenaufreibenden Verstellungen hoffte er mit einer Heirat in Amerika beenden zu können. Doch die Auswanderungspläne scheiterten. Als die heimliche Liebe 1786 aufgedeckt schien und Goethe um seinen Kopf fürchten musste, floh er überstürzt nach Italien.
Briefe gefälscht Nach Weimar zurückkehren durfte Goethe 1788 nur als «Entsagender» seiner sinnlichen Liebe zu Anna Amalia – ein Schlüsselbegriff seines Spätwerks. Damit werden verschiedene Rätsel in Goethes Leben verständlich, so auch die Mesalliance mit Christiane Vulpius. Als Schwindlerin konnte Marianne von Willemer enttarnt werden, die Briefe fälschte, um als Goethes Geliebte zu gelten.
Das Täuschungswerk wurde mit Hilfe von Anna Amalias Hofdame Charlotte von Stein als Strohfrau inszeniert. Die Biographie Goethes stellt sich laut dem Autor somit ganz anders dar als bisher angenommen.
Die Liebe des jungen Dichtergenies zu der Landesherrin, die gegen monarchische Standesschranken verstiess und daher verboten war, betrifft nicht nur die Biographie des Weimarer Titanen. Goethe verschlüsselte das Staatsgeheimnis in seinen Werken. Diese erweisen sich nun als autobiographische Darstellungen. Ganze Goethe-Bibliotheken – über kaum einen anderen Dichter ist so viel geschrieben worden – sind damit Makulatur.
«Revolution bahnt sich an» In einem Interview mit der auflagenstärksten norwegischen Zeitung «VG» meint der Literaturwissenschaftler Sverre Dahl denn auch, dass sich «eine wirkliche Revolution anbahnen würde».
«Ich glaube die Stein-Story wirklich nicht mehr», bekennt auch Jörg Drews, Germanistikprofessor aus Bielefeld, im Schweizer «Tages-Anzeiger».
Der Magdeburger Germanistikprofessor Otto Fuhlrott wiederum attestiert Ghibellino ebenfalls eine «mannigfaltige und recht überzeugende Beweisführung».
Die Literaturwissenschaft hätte demnach bei der Bewertung von Goethes literarischem Erbe jahrzehntelang mit Irrtümern gearbeitet.
Dass Goethes Geheimnis bis heute unentdeckt blieb, liegt nach Ghibellino daran, dass das Herzogtum Sachsen-Weimar bis zu seinem Untergang 1919 massiv Dokumente unterdrückte.
Seit einem halben Jahrhundert wird der Goldmarkt von einer internationalen Macht- und Finanzelite kontrolliert. Ein freier Goldmarkt existiert nicht. Täglich wird der Goldpreis von einer Clique rücksichtsloser Finanzmissetätern manipuliert. Das Elend begann mit dem 1. Weltkrieg – behauptet Autor Ferdinand Lips. Ein Blick hinter die Kulissen von einem Insider, der es wissen muss: Lips war Mitbegründer und leitender Direktor der Rothschild Bank AG in Zürich.
von Ferdinand Lips Alles, was heute auf der Welt an Negativem geschieht, ist auf ein einziges Ereignis zurückzuführen. Alles, was uns im 20. und jetzt im 21. Jahrhundert grösste Sorgen bereitet, wie politische Krisen, Kriege, Währungs- und Wirtschaftkrisen, Massenarmut, Rassismus, Holocaust, Terrorismus, Immigration und Völkerwanderungen, wurde letztlich dadurch verursacht.
All dies gründet in seiner Mehrheit auf der Aufgabe des Gold-Standards zu Beginn des 1. Weltkrieges im Jahr 1914. Die Weltgeschichte zeigt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Währungsordnung und Krieg und Frieden gibt. Die Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass Finanzmärkte nur unter einem Gold-Standard perfekt funktionieren. Sie zeigt auch, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Währungsordnung und Ethik und Moral gibt.
Wachstum ohne Inflation Das 19. Jahrhundert war, was wenig bekannt ist, eine Periode der Prosperität und des Wachstums ohne Inflation. Es mutet an wie ein Märchen, wenn wir feststellen, dass damals die wichtigsten Währungen der Welt während langer Zeit stabil blieben. Der französische Franc war es sogar während vollen 100 Jahren. Es war das Zeitalter des Gold-Standards.
Die Grundregel des Gold-Standards war ein fester Preis für das Gold. Jede Währung stand in einem festen Verhältnis zu einer bestimmten Menge Gold. Die Währungen waren durch Gold gedeckt und jederzeit in Gold einlösbar. Die Wäh-Ferdinand Lips: Vom Bankdirektor zum Autor rungsreserven der Staaten bestanden nur aus Gold.
Auf internationaler Ebene bestand völlig freie Ein- und Ausfuhr von Gold. Alle Zahlungsbilanzdefizite wurden mit Gold abgedeckt. Damit sorgte Gold für Disziplin in einer Volkswirtschaft. Es limitierte die Staatsausgaben. Es gab den Bürgern eine Währung, welche ihren Wert hielt und international anerkannt war.
Das Prinzip: Entsteht ein Zahlungsbilanzdefizit, weil im Inland die Preise ansteigen, dann fliesst automatisch Gold aus dem Land. Damit steht weniger Gold für den internen Geldumlauf zur Verfügung.
Als Konsequenz kommen die Preise unter Kontrolle oder sinken. Die Exporte werden wieder konkurrenzfähiger und die Zahlungsbilanz verbessert sich.
Weist dagegen ein Land einen Zahlungsbilanzüberschuss auf, dann strömt Gold herein und die Wirtschaft kann expandieren. Aufwertungen und Abwertungen waren undenkbar. Die Stabilität des Systems erhielt sich automatisch.
Das ist der Grund, weshalb die Politiker das Gold nicht lieben. Gold zwingt sie ihren Haushalt auszugleichen.
In der Geschichte gibt es viele Beispiele von Regenten und Königen, welche Geldschöpfung mit grosser Disziplin betrieben. Das alte Griechenland, wo die ersten Münzen geprägt wurden, ist eines davon. Die Drachme wurde de facto das Geld der damaligen zivilisierten Welt – aufgrund ihres Goldgehaltes. Während dieser Zeit erfreuten sich die griechischen Städte einer grossen Blüte. Der Handel florierte.
Byzanz als Paradefall Das wohl imponierendste Beispiel einer Nation mit gesundem Geld war Byzanz.
Ganz in der alten Tradition stabilen Geldes Griechenlands befahl Kaiser Kon-
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/gold-skandal-so-werden-wir-manipuliert-page45-1.jpg8611034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-06-01 12:00:002025-12-13 08:26:39Gold-Skandal: So Werden Wir Manipuliert
stantin die Schaffung einer neuen Münze, genannt Solidus. Während 800 Jahren war der Solidus Weltgeld und zirkulierte von China bis Britannien, vom Baltischen Meer bis Äthiopien.
Die byzantinischen Gesetze in Geldangelegenheiten waren sehr strikt. Bevor einer in die Gilde der Bankiers aufgenommen wurde, brauchte der Kandidat Sponsoren. Diese mussten ein Leumundszeugnis über seinen Charakter abgeben. Man wollte sichergehen, dass er nie Geld fäl- ‹‹ Handelte einer gegen die Regeln, hackte man ihm die Hand ab.
schen würde. Handelte einer gegen diese Regeln wurde ihm die Hand abgehackt.
Es ist eine erstaunliche geschichtliche Tatsache, dass das Byzantinische Reich während 800 Jahren als das Welthandelszentrum blühte. Während dieser Zeit kam es weder zu einer Abwertung noch zu einem Aufbau von Schulden. Weder im Altertum noch in der Moderne gibt es ein ähnliches Beispiel.
Byzanz kontrollierte mit seinem Geld die damalige zivilisierte wie auch die barbarische Welt. Dieses grossartige Phänomen hatte ein Ende, als Kaiser Alexius Comnenus, der hohe Spielschulden hatte, abwerten musste. 200 Jahre später marschierten die Türken ein und die Herrlichkeit fand ein Ende.
Blühende Wirtschaft Ein weiteres herausragendes Beispiel des Erfolgs von standardisierten Goldmünzen war der Gold-Dinar des arabischen Reichs. Auf seinem Höhepunkt erstreckte sich dieses Reich von Bagdad bis nach Barcelona.
Die Blüte der italienischen Stadtstaaten wie Florenz, Siena, Venedig und Genua war nur dank einer neuen Goldwährung, dem florentinischen «Fiorino d’Oro» möglich. Eine stabile, verlässliche Goldwährung führte zu einem Aufschwung des Handels und sorgte für Wohlstand in den italienischen Stadtstaaten und weiten Teilen Westeuropas.
Gold als Geld bildete die wirtschaftliche Basis der Renaissance. Kulturen gedeihen nur, wenn Wohlstand herrscht und nicht, wenn die Menschen arm sind. Die Macht und die natürliche Verlässlichkeit des Goldes brachte die Menschheit wiederum auf eine höhere Stufe der Zivilisation.
Die Gründerväter der USA verfügten in ihrer grossen Weisheit in der amerikanischen Verfassung, dass nur Gold und Silber gesetzliches Geld sind. Papiergeld und eine Zentralbank waren für sie ein Horror. Dies wird heute alles ignoriert und als anachronistisch betrachtet.
Zurück zum Gold-Standard des 19.
Jahrhunderts als höchste monetäre Errungenschaft der zivilisierten Welt: Der Gold-Standard ist weder an einer Währungskonferenz geplant, noch von einem genialen Hirn ausgedacht worden. Er war das Ergebnis jahrhundertelanger Erfahrung.
Grossbritannien war der Initiator. Auf dem Höhepunkt des Gold-Standards, am Anfang des 20. Jahrhunderts, waren rund 50 Nationen, alle führenden Industrieländer, dem Gold-Standard angeschlossen.
Sie bildeten eine einzige grosse Zahlungsgemeinschaft – und es funktionierte.
Professor Melchior Palyi schrieb dazu 1960 in seinem Buch «Währungen am Scheideweg»: «Zum ersten Mal seit der Blüte Roms gelang es der zivilisierten Welt, eine monetäre Einheit zu erzielen. Die kommerzielle und finanzielle Integration der Welt wurde ohne militärisches Imperium oder Traumutopie erreicht. Diese monetäre Einheit ist in der Theorie wie in der Praxis als das einzig rationale Währungssystem anerkannt und angenommen worden.
Infolge der Automatik und Disziplin, an welche die Währungsbehörden gebunden waren, waren Schwankungen der Wechselkurse, wenn nicht überhaupt unmöglich, so doch begrenzt. Das war der unschätzbare Vorteil der Goldwährung. Ebenso konnte das Kapital für kurz- oder langfristige Transaktionen verwendet werden. Handel und Industrie konnten im Voraus planen.»
Der Ökonom Ludwig von Mises wiederum hielt fest: «Der Gold-Standard war der Weltstandard im Zeitalter des Kapitalismus, des steigenden Wohlstandes, der Freiheit und Demokratie. Es war ein internationaler Standard, wie ihn der internationale Handel und die Kapitalmärkte der Welt brauchten. Er trug westliche Industrialisierung, Kapital und Zivilisation in die hintersten und verlassensten Ecken dieser Welt, dabei unerhörte Reichtümer schaffend. Er begleitete den nie da gewesenen Fortschritt des westlichen Liberalismus, um alle Staaten zu einer Einheit von freien Nationen zu schmieden, welche friedlich zusammenarbeiteten.»
Auch US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan – bevor er seine Seele verkaufte – bezeichnete den Gold-Standard einst als Garant für Prosperität und Freiheit. Nur dieses Währungssystem könne verhindern, dass der Wohlfahrtsstaat mit seinen Budget-Defiziten immer weiter wuchert, dass die Finanzwelt zu immer neuen spekulativen Exzessen getrieben wird, die sich in Depressionen entladen.
Goldenes Zeitalter Die Zeit des Gold-Standards des 19. Jahrhunderts war das goldene Zeitalter des weissen Mannes und auch Japans.
Während dieser Zeit (nach Napoleon) gab es nur gerade acht Kriege von Bedeutung. Und noch etwas: Es gab keinen Terrorismus von der Art, wie wir ihn heute kennen.
Meine Behauptung ist nun diese: Wäre der Gold-Standard beibehalten worden und hätten sich die Krieg führenden Nationen an die Regeln des Gold-Standard gehalten, hätte der 1. Weltkrieg nur kurze Zeit gedauert. Wegen der Automatik und den damaligen «Regeln des guten Benehmens» wäre eine Finanzierung des Krieges «auf Pump» gar nicht möglich ge- Nach dem Ersten Weltkrieg begann der grosse Geld-Betrug.
Bald nach Beginn des 1. Weltkrieges kam aber der Moment, wo die Welt zum Geldbetrug überging. Politischer Druck, den Krieg mit Anleihen zu finanzieren, machte eine gesunde Währungspolitik unmöglich und führte zum Ruin der Währungen.
Ohne Defizitfinanzierung hätte der Krieg höchstens sechs Monate gedauert.
Ohne die Disziplin der Goldwährung aber dauerte er schliesslich viereinhalb Jahre. Alles fiel in Schutt und Asche, und eine ganze Generation von jungen Menschen blieb letztendlich auf den Schlachtfeldern liegen.
Die Katastrophe des 1. Weltkrieges bedeutete gleichzeitig den Untergang der alten Welt. Zudem ruinierte die Kriegsfinanzierung vor allem Deutschland, das damals das wirtschaftlich stärkste und blühendste Land war. Die Reichsbank finanzierte einen grossen Teil der Ausgaben des 1. Weltkrieges kurzfristig, also nicht mit langfristigen «War Loans» wie die Engländer.
Diese Tatsache plus die Verträge von Versailles mit den horrenden Reparationszahlungen führten dann zur Hyperinflation, Vernichtung des Bürgertums und Hitler – und schufen damit die Grundlage für den 2. Weltkrieg.
Die Rückkehr zum Gold-Standard nach dem 1. Weltkrieg war eine beschlossene Sache. Aber es fehlte die Kraft und die Weisheit auf der Seite der Regierenden. An der Konferenz von Genua im Jahr 1922 wurde der Gold-Devisen-Standard eingeführt.
Nicht der Gold-Standard also wurde wieder eingeführt, sondern eine ganz üble Kreatur – eben der Gold-Devisen-Standard. Neben Gold konnten die Zentralbanken nun auch Dollar und Pfund, die Währungen der Siegernationen, als Reserven benutzen. Dollar und Pfund waren nun plötzlich dem Gold gleichgestellt und dies war inflationär.
Fatale Entscheidung Es war inflationär, was die Währungsalchimisten hier fabrizierten, weil diese Dollars und Pfunde nun zweimal gezählt wurden: Erstens im Land, das sie ausgab und zweitens im Land, das sie als Reserven benutzte.
Ferner hätte jeder wissen müssen, dass auch diese Währungen keineswegs vor Kaufkraftverlusten sicher waren.
Sie konnten deshalb kein allgemein gültiger und bleibender Massstab sein. Gold behält immer seinen Wert, die Währungen nicht. Eine der währungshistorisch katastrophalsten Entscheidungen bestand ferner darin, dass der damalige englische Finanzminister Winston Churchill das Pfund nicht abwerten wollte, sondern die Goldparität von 1914 beibehielt, obwohl es seither zu Inflation gekommen war.
Als es in den USA zu einem leichten wirtschaftlichen Abschwung kam, begann die Zentralbank der Vereinigten Staaten (FED) das Bankensystem übermässig mit Liquidität zu versorgen. Ausserdem wollte man der Bank von England helfen, die damals viel Gold verlor, weil die Zinsanlagen in den USA attraktiver waren.
Um das Zinsniveau zu senken, pumpte das FED weitere Liquidität ins System, die dann an die Aktienmärkte überschwappte, so dass die Situation 1929 ausser Rand und Band geriet. Als man dann den Boom stoppen wollte, war es schon zu spät: Die amerikanische Wirtschaft kollabierte und riss die Welt in die grosse Depression der 30er- Jahre.
Noch heute machen die Anhänger der Staatswirtschaft den Gold-Standard für das Debakel verantwortlich.Aber es gab ja keinen Gold-Standard mehr.
Unabhängig?!
Als die Goldwährung aufgeben wurde, gab es als letzten Damm nur noch die Zentralbanken, sofern sie eine gewisse Unabhängigkeit behalten konnten. Wir wissen seither aus bitterer Erfahrung, wie es weltweit um diesen «Hort der Stabilität» steht.
Mit der Unabhängigkeit der Notenbanken war es meist nie weit her. Sie wurden überall zu willfährigen Instrumenten der Regierungen. Und gerade die Zentralbanken und das Bankensystem sind es, welche durch ihre Kreditschöpfung die Defizitwirtschaft sowie die Kriegswirtschaft nicht nur ermöglichen, sondern in vielen Fällen sogar gefördert haben.
Der englische Ökonom Peter Warburton macht in seinem Buch «Debt and Delusion» denn auch in erster Linie die Zentralbanken verantwortlich für die Verschlechterung der Wirtschafts- und Finanzpolitik seit Anfang der 80er-Jahre. Es gibt eben keine goldene Bremse mehr.
Am Ende des 2. Weltkrieges wurde zudem die Einführung des Gold-Dollar- Standards beschlossen. Dabei wurde den USA das furchtbare Monopol gegeben, ihre Schulden mit Papier zu begleichen, das sie selbst bedruckt haben. Einer solchen Versuchung hätte wohl niemand widerstehen können. Ein Resultat war vorerst die Inflation der 70er-Jahre.
Erinnern wir uns: Vom Gold-Standard ging man nach dem 1. Weltkrieg zum Gold-Devisen-Standard mit Pfund und Dollar über. Nach dem 2. Weltkrieg ging man zum Gold-Dollar-Standard über. Inzwischen hatte das englische Pfund nämlich gründlich abgewirtschaftet und war als Reservewährung nicht mehr zu gebrauchen. Als Zeichen für die wirtschaftliche Macht Amerikas war jetzt neben dem Gold nur noch der Dollar Währungsreserve.
Als Präsident Nixon diese Ordnung am 15. August 1971 einseitig kündigte, kam dies dem Bankrott der USA gleich. 1973 ging man zu flexiblen Wechselkursen über. Damit waren die Schleusen endgültig offen für eine Geld- und Kreditschöpfung, Defizitwirtschaft und Spekulation ohnegleichen. Von den verhängnisvollen Gründungen des IWF und der Weltbank wollen wir heute gar nicht sprechen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass beide Institute den weltweiten Sozialismus unterstützt und begünstigt haben.
«Viele Kriege»?
Kommen wir nun zur heutigen Situation. In einer Rede am 7. August 2002 sagte US-Präsident George Bush: «Wir wissen nicht, wie viele Kriege es braucht, um den Frieden in der Heimat zu sichern.»
Mit dieser Bemerkung kündigte Bush indirekt an, dass es nicht nur zu einem Krieg gegen Irak kommen soll, sondern zu vielen Kriegen rund um den Globus.
Er hat dabei nicht definiert, wann ein Krieg gewonnen ist und wann nicht. Dies bedeutet nichts anderes, als dass diese Kriege endlos weitergehen sollen. Noch einmal: Sie werden mit Defiziten und über das Bankensystem finanziert! Dies wäre alles unmöglich unter einem Gold-Standard.
Wie aber können die USA diese Kriege bezahlen? Die USA sind nämlich bankrott. Das Handelsbilanzdefizit steht bald bei 600 Milliarden US-Dollar. Das Haus- ‹‹ Die USA sind bankrott – seit dem 15. August 1971!
haltdefizit beträgt über 500 Milliarden US-Dollar. Die Auslandschuld ist enorm.
Dabei sind die USA bereits seit dem 15. August 1971 bankrott. An diesem Tag verschärfte sich Amerikas Krieg gegen das Gold. Damals haben die USA die Goldeinlösungspflicht im Stile einer Bananenrepublik aufgegeben. Wenn man bankrott ist, kann man eigentlich keine Kriege führen. Unter der Disziplin des Gold-Standards wäre dies nicht möglich gewesen. Dennoch führen die USA Kriege und bezahlen einfach mit ihrem Papiergeld ohne Deckung – sozusagen mit Falschgeld.
Und wer hilft ihnen dabei? Wir alle!
Das war schon beim Vietnam-Krieg so.
Die Welt finanziert die Defizite mit und die Amerikaner führen die Kriege. Das ist schlussendlich das schändliche Resultat der Aufgabe des Gold-Standards. Aber niemand merkt es, oder niemand will es zugeben. So ist es: Wir sind alle mitschuldig.
Warum aber werden Kriege überhaupt geführt? Zweifellos haben zu allen Motivreihen, die zu internationalen Konflikten und schlussendlich zu Kriegen führten, die «wirtschaftlichen» die grösste Rolle gespielt.
Von den Kämpfen der Urzeit um Jagdund Weideplätze, um Salzquellen und fruchtbare Flusstäler, über die Raub- und Eroberungszüge der See- und Handelsstaaten, bis zu den modernen Kämpfen um Bevölkerungsspielraum, Absatzgebiet und dem wichtigsten Motiv von allen – dem Rohstoffbesitz.
Hussein als Vorwand Eine grosse Rolle haben aber auch «innenpolitische» Probleme gespielt. Oft wurden Kriege geführt, um die Bevölkerung von internen Schwierigkeiten abzulenken. Im Mittleren Osten ging es den Amerikanern um beides: Erstens um die Kontrolle der Ölvorräte des Mittleren Ostens. Und zweitens darum, vom krisenhaften Zustand des amerikanischen Finanzsystems abzulenken.
Saddam Hussein war nur der Vorwand. Schliesslich hat man ihn ja früher gegen den Iran aufgebaut und gefördert.
Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund, und das ist diese unglaubliche Arroganz. Nun aber erlebt die arrogante amerikanische Führung die Kehrseite der Medaille. Erstens ist der aktuelle Krieg im Irak nicht zu gewinnen und zweitens ruiniert er ihre Währung noch mehr.
Kriege führten noch immer zu Kaufkraft-Vernichtung der Währungen. Während eine Goldmünze aus der Zeit Alexanders des Grossen heute genau so glänzt wie damals, so ist es das Schicksal der Papierwährungen, dass sie früher oder später auf ihren inneren Wert zurückgehen – nämlich auf Null.
Die Deutschen können davon ein Lied singen: Totalverlust nach dem 1. Weltkrieg. Totalverlust nach dem 2. Weltkrieg.
Und schliesslich Aufnahme in das europäische Währungssystem – Euro, also Verlust der Mark zum dritten Mal in einem Jahrhundert.
Es gibt aber nicht nur den Zusammenhang zwischen goldgedeckten Wäh-
Schatzsucher interessieren sich für Thomas Gottschalks ehemaligen Wohnsitz: Im Garten seiner Villa am Ammersee liegt seit Kriegsende offenbar eine Büste vergraben. Darin könnte sich das Vermögen des früheren Hausherrn befinden. Ob Thommy bereits gebuddelt hat?
Wetten, dass man zu einem Schatz im eigenen Garten kommen kann wie die sprichwörtliche «Jungfrau zum Kind»?
Viele träumen von einem Schatz im eigenen Garten: Von Gold, Silber Juwelen, oder zumindest etwas Wertvollem, was sich halbwegs gewinnbringend versilbern lässt. Manche suchen selbst ihr Grundstück ab oder lassen es absuchen.
Nur wenige aber haben leider tatsächlich das Glück, auf ihrem eigenen Grund und Boden fündig zu werden. Noch weniger sind in der geschätzten Lage, wirklich sicher zu wissen, dass unter der Eigentumsscholle ein Schatz im Verborgenen schlummert.
Augenschein vor Ort Auf einem Hügel an der Nordwestseite des Ammersees thront eine schöne alte Villa. Zwischen den dichten Bäumen versteckt, gleicht sie mit ihren Türmchen und Erkern mehr einem kleinen Schloss als einem Haus. Öfter schon bin ich daran vorbeigefahren, wenn mich mein Weg nach Inning führte, am See entlang an den wenigen Häusern von Stegen vorbei, die alte Strasse entlang, die sich in einigen Serpentinen den Berg hinaufwindet.
Hier residierte lange Zeit einer der bekanntesten und beliebtesten deutschen Fernsehmoderatoren, der seit jeher eine Supernase für ausgefallene Exklusivität hat. Vor einigen Jahren zog es blondlockigen Profiquassler schliesslich ins kalifornische Malibu, wo er in den Bergen von
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/gottschalks-hitler-bueste-birgt-sie-einen-schatz-page50-1.jpg8691032Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-06-01 12:00:002025-12-13 08:26:42Gottschalks Hitler-BüSte: Birgt Sie Einen Schatz?
Los Angeles derzeit eine umgebaute Mühle seinen Wahlwohnsitz nennt.
So oft ich dort oben am Ammersee vorbeifuhr, habe ich meine Fahrt verlangsamt und das schöne alte Gebäude bewundert.
Dass aber dort in diesem romantischen Grundstück ein Schatz liegen könnte, daran hätte auch ich nicht einmal im Traum gedacht.
Kurz nachdem mein «Handbuch für Schatzsucher» erschienen war, erhielt ich einen Anruf vom Bayerischen Rundfunk.
Man lud mich ein in die Radio-Show von Deutschlands Sunny-Boy Thomas Gott- ‹‹ Wir kamen überein, den Schatz gemeinsam zu suchen…
schalk zu einer kleinen Plauderei über Schätze und Schatzsucher.
Ich war nicht wenig überrascht, als mir Thommy erzählte, auf seinem Grundstück läge auch ein Schatz. Eine der Vorbesitzerinnen hatte ihm geschrieben: Ihr Mann, so berichtete sie, habe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges eine Bronzebüste Adolf Hitlers im Garten vergraben, in deren Hohlraum er seinen «Blutorden» verborgen hatte.
Demnach scheint jener Herr sich im engsten Dunstkreis des Führers aufgehalten zu haben und hatte wohl noch schnell alle belastenden Reliquien beiseite geschafft. Dabei liegt es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass sich noch mehr wertvolle Gegenstände in der Büste befinden.
«Dann wird geteilt!»
Wir kamen überein, dass wir zusammen den Schatz suchen wollten. Danach hörte ich nichts mehr von dem stolzen Schatzbesitzer. Dann aber liess mir Herr Gottschalk über sein Sekretariat per Brief folgendes mitteilen: «…warte ich noch einige Monate damit, bis ein kleiner Umbau im Haus getätigt ist. Falls ich dabei jetzt schon auf Schätze stosse, wird geteilt; wenn nicht, gehen wir wahrscheinlich im Sommer gemeinsam auf die Suche.»
Leider hat der gute Thomas Gottschalk vergessen mitzuteilen, in welchem Jahr dies sein würde, denn seither habe ich nichts mehr von ihm gehört. Dies ist eigentlich schade. Immerhin erbrächte ein solcher Fund wahrscheinlich eine fünfstellige Summe. Für einen guten Zweck gestiftet, hätte der Aufwand wenigstens einen positiven Sinn gehabt.
Mittlerweile residiert Thommys Bruder in der idyllischen Villa. Doch Deutschlands TV-Star Nr.1 hält es offfenbar nicht dauerhaft in den USA.
Jedenfalls räumte er gegenüber «Bild am Sonntag» unlängst ein, sich in Remagen am Rhein bereits nach einer neuen Bleibe umgesehen zu haben. Das dortige Schloss Marienfels scheint es Gottschalk besonders angetan zu haben. Noch sei aber alles offen, betonte er gegenüber der Zeitung.
Letzten Endes ist es sowieso seine persönliche Sache, ob er in seinem alten Garten nach Schätzen graben will oder die Kostbarkeiten dort lieber liegen lässt. Vielleicht hat er ja schon längst gebuddelt.
Gönnen wir Thomas Gottschalk deshalb sein kleines «Schatzgeheimnis». Wetten, dass er es lieber für sich behält?
Er inspirierte Steven Spielberg, Richard Wagner und die grössten Dichter des europäischen Mittelalters: Der Heilige Gral, der Legende nach der Abendmahlskelch Christi. Lange galt er als literarische Fiktion, auf ewig den Blicken der Neugierigen entzogen. Jetzt behauptet der deutsche Bestsellerautor Michael Hesemann: Der Gral ist ein physisches Objekt, ein kostbares Steingefäss – über 2000 Jahre alt. Und: Er will ihn sogar gefunden
haben. von Michael Hesemann
Als ich das erste Mal vom Heiligen Gral hörte, war ich noch ein kleiner Junge.
Zusammen mit meinem Grossvater, der ein begeisterter Wagnerianer war, hörte ich den «Parsifal».
Als Student der Germanistik las ich ein Jahrzehnt später die Vorlage des Komponisten, die deutsche Gralsdichtung, den «Parzival» des Wolfram von Eschenbach.
Leicht amüsiert verfolgte ich die Diskussion, ob der Gral nun ein Symbol für eine geheime Blutlinie, eine ausserirdische Apparatur oder der Wanderstein der Weisen sei; überzeugt hat mich keine dieser Spekulationen.
Erst im Herbst des Jahres 2000 lüfteten sich die Nebel von Avalon. Damals wurde mir der Weg zu jenem ehrwürdigen Kelch gewiesen, der den Dichtern und Komponisten als Vorlage für den Gralsmythos galt.
Von zwei Freunden, denen ich das erste Mal an der vatikanischen Lateran-Universität begegnet war und die mich nach Spanien eingeladen hatten, erfuhr ich von der spanischen Gralstradition. Danach war der historische Gral, der «Santo Caliz», vom heiligen Petrus nach Rom gebracht, dann, während einer Christenverfolgung im Jahre 258, von dem spanischstämmigen Diakon Laurentius in seine Heimat Huesca im Pyrenäenvorland gesandt worden.
Während der maurischen Invasion im 8. Jahrhundert, so behaupteten sie, sei er in den Bergen versteckt worden: In entlegenen Höhlen, versteckten Kapellen, monumentalen Kathedralen und schliesslich in dem ebenso malerischen wie geheim- Blick in den grossen Saal von San Juan de la Pena. Hier soll der Gral einst aufbewahrt worden sein.
nisumwitterten Bergkloster von San Juan de la Pena, dessen Ursprung in sagenhafter Zeit liegt.
Erst 1399, so die beiden Spanier, habe König Martin «el Humano» die Reliquie des Kelches vom Letzten Abendmahl in seine Residenz nach Saragossa geholt.
Von dort kam er über Barcelona nach Valencia, wo er sich seit 1437 befindet. Aber war der noch heute in der Kathedrale der alten Bischofsstadt verehrte Reliquienkelch tatsächlich der historische Gral?
Bestätigung bei Eschenbach Tatsächlich verwies auch Wolfram von Eschenbach auf den spanischen Ursprung der Gralssage. Aus Toledo, so behauptete er, habe der Troubadour Guiot de Provins ihre Vorlage mitgebracht. Für einige Zeit war Guiot, wie er selbst in einer autobiographischen Notiz vermerkte, am Hofe des Königs Alfonso II. von Aragon gewesen, der in Saragossa und Toledo residierte.
Tatsächlich grenzt das «Gralsland» an die Königreiche «Brobarz» (Sobrarbe) und «Katelangen» (Katalonien), im Norden begrenzt vom Bergland der Pyrenäen – ganz wie Aragon. Auch das Wort «Gral» belegt den spanischen Ursprung der Sage.
Nur im Altspanischen und Okzitanischen (der Sprache, die in Aragon gesprochen wurde) hat es eine Bedeutung, steht es für ein «mörserförmiges Trinkgefäss».
‹‹ Auch das Wort ‹Gral› belegt den spanischen Ursprung der Sage.
Der Begriff passt exakt zu der Kelchreliquie von Valencia, einem mörserförmigen Steingefäss. Bei Wolfram ist der Gral nicht nur ein Kelch, sondern auch ein «Stein», was im Mittelalter so viel wie «steinernes Gefäss» bedeuten konnte.
Wenn der deutsche Dichter die Gralsritter als «templeisen» bezeichnete, benutzte er eine nur im Pyrenäenraum geläufige Bezeichnung für die Templer. Der Name des Gralskönigs «Anfortas» geht offenbar auf «Anforts» zurück, die okzitanische Version des spanischen Namens «Alfonso».
In dem spanischen historischen Nationalarchiv in Madrid fand ich die ältesten Hinweise auf die Gralstradition.
Die Chronik des Klosters von San Juan de la Pena zitiert ein Dokument vom 14. Dezember 1134, in dem es heisst: «In einem Elfenbeinschrein befindet sich der Kelch, in dem Christus, Unser Heiland, Sein Blut weihte und den der hl. Laurentius in seine Heimat, nach Huesca, sandte.»
Eine Urkunde vom 12. November 1135 beschreibt die Reliquie als «einen kostbaren Steinkelch und eine ähnliche kostbare Steinschale».
Die erste Gralsdichtung überhaupt, der «Perceval» des Franzosen Chretien de Troyes, wurde um 1180 verfasst. Die spanische Tradition ist also nachweisbar mindestens ein halbes Jahrhundert älter!
Jetzt hielt mich nichts mehr in Madrid. Ich musste nach San Juan de la Pena, um mir selbst ein Bild von dem Ort zu machen, an dem damals der Heilige Gral gehütet und verehrt wurde. Als ich das zu Füssen einer Felswand des «Mons Salvatoris» errichtete Kloster inspizierte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: In allen Details glich es der Gralsburg «Monsalvat» (oder «Monsalvaesche», wie sie auf Okzitanisch hiess) aus dem «Parzival».
Seine Lage in einem «wilden Wald», oberhalb eines Flusses, am Ende einer Felsschlucht; sein quadratischer Turm aus grauem Stein, sein mächtiges Gewölbe, von vier starken Säulen getragen, die Gralskapelle an der Stirnseite dieses Saales, die Taufquelle, der Prozessionsweg hinauf in das Obergeschoss mit seiner Kirche…
In den Klosterchroniken las ich, dass ein König dieses Kloster besonders schätzte und immer wieder beschenkte, sich hierher zur Fastenzeit zurückzog, um Busse zu tun. Dieser König hiess tatsächlich Anforts oder Alfonso I. von Aragon, genannt «el Batellador», der Schlachtenlenker.
Er war der grosse König der frühen spanischen Reconquista, der Rückeroberung des von den Mauren besetzen Landes. Er förderte die Templer, die bei Wolfram «templeisen» heissen, und vererbte ihnen schliesslich sogar ein Drittel seines Reiches.
An seiner Seite kämpfte ein französischer Ritter, Rotrou de Val Perche. War er das Vorbild für Chretiens und Wolframs Perceval/Parzival, den «roten Ritter»?
Alles passt zusammen Plötzlich machte alles einen Sinn: Die Gralssage, der «Parzival», basierte auf historischen Ereignissen des frühen 12.
Jahrhunderts und historischen Persönlichkeiten wie Alfonso «Anforts» I. von Aragon und dem Ritter Perche de Val, spielte an lokalisierbaren Schauplätzen, etwa in jener Klosterburg von San Juan Die historische Gralsburg, das Kloster von San Juan de la Pena.
de la Pena, in der ausgerechnet zum fraglichen Zeitpunkt, nämlich von 1071 bis 1399, eine Reliquie verehrt wurde, die man für den Abendmahlskelch Christi hielt.
Ich war sicher, dass dies alles kein Zufall sein konnte. Umso mehr fieberte ich dem Augenblick entgegen, an dem ich den Gral endlich mit eigenen Augen sehen könnte. Doch erst als ich meine Recherchen abgeschlossen, alle Stationen seiner Odyssee durch das mittelalterliche Spanien aufgesucht hatte, fuhr ich nach Valencia. Dort, in der mächtigen Kathedrale, deren unvollendeter Glockenturm dem heiligen Michael geweiht ist, wird er seit dem Jahre 1437 verehrt.
Ich betrat also das mächtige gotische Gemäuer, hielt mich rechts und fand die «Cappella de Santo Caliz», die Gralskapelle mit ihrem hölzernen Hochaltar. In dessen Zentrum ruht der Kelch, geschützt von Panzerglas, in einem goldenen Reliquiar. Ein zweihenkliger Kelchfuss, über und über mit Perlen und Edelsteinen besetzt, verbindet einen Achatbecher mit einer Onyxschale, die eigentlichen Reliquien. Waren sie das Trinkgefäss und die Brotschale, mit denen Jesus von Nazareth im Jahre 30 das Letzte Abendmahl zelebrierte?
Sicher ist: Der Steinkelch ist ein antikes Trinkgefäss, stammt aus der hellenistischen Epoche (2. bis 1. Jahrhundert v.
Chr.) und wurde wahrscheinlich in Antiochia, der damaligen Hauptstadt Syriens (heute:Antakya in der Türkei) angefertigt. Im Britischen Museum in London finden wir eine ganze Reihe ähnlicher Trinkgefässe aus dieser Zeit und Region. Ware aus Antiochia war in Jerusalem sehr beliebt. Für das Sedermahl am Passahfest bevorzugten strenggläubige Juden Steingefässe; denn nur Stein galt als «kosher», als kultisch rein. Ton war zu porös, konnte Verunreinigungen in sich tragen, Silber aus eingeschmolzenen Münzen mit den Abbildern heidnischer Götter stammen.
Niemand wird je mit Sicherheit sagen können, dass dieses Gefäss tatsächlich der Kelch war, mit dem Jesus von Nazareth das Sakrament der Eucharistie stiftete. Aber es spricht auch nichts dagegen.
Geradezu auffällig dagegen entspricht es den Schilderungen des Grals. Chretien de Troyes, der Verfasser des altfranzösischen «Perceval», beschreibt den goldenen, edelsteinbesetzten Goldfuss, der die beiden Steingefässe miteinander verbin- Über den Autor Die geheimnisvolle Inschrift am Fuss des Kelches. Sie ist nur unter bestimmten Lichtverhältnissen erkennbar.
det, erwähnt die «strahlende Helligkeit» und den «Glanz» des Grals, der heller leuchtete als jede Kerze.
Als ich im April 2004 mit einem Fernsehteam des ORF nach Valencia kam, erlebte ich einen ähnlichen Effekt. Eigens für uns holte der Hüter des Grals, der Domherr Don Jaime Sancho, das Reliquiar mit dem Kelch aus seinem Schrein, was uns ermöglichte, das kostbare Stück aus nächster Nähe zu filmen – und zu studieren.
Dabei experimentierte ich mit einem der Scheinwerfer meines Filmteams und strahlte die Gralsschale direkt an. Wie durch ein Wunder schien es, als bestünde der Stein aus zum Himmel lodernden Flammen!
Und die Inschrift?
Verzweifelt suchte ich nach einer in den Gralsfuss gravierten Inschrift, von der ich in der Veröffentlichung des spanischen Archäologen Antonio Beltran von der Universität Saragossa gelesen hatte.
Beltran hatte von 1958 bis 1960 im Auftrag des Erzbischofs von Valencia den Santo Caliz untersucht und stilkundlich datiert. Dabei waren ihm Schriftzeichen in Kufisch (Altarabisch) aufgefallen, die nur unter besonderen Lichtverhältnissen erkennbar waren.
Nach einiger Zeit hatte auch ich die Inschrift mit Hilfe des Kamerascheinwerfers entdeckt. Der deutsche Arabist Professor Hans-Wilhelm Schäfer las sie als «Al-Labsit As-Silis». Um die Bedeutung streiten sich die Experten, lesen sie abwechselnd als «der Strahlende», «der Barmherzige» oder «die Blühende».
Auch Wolfram von Eschenbach erwähnte eine geheimnisvolle Inschrift, die von Zeit zu Zeit auf dem Gral erschien: «Auf der Oberseite des Steines erscheint eine Inschrift aus Schriftzeichen… sobald man sie gelesen hat, verschwindet sie von selbst vor den Augen».
Weiter behauptete er vom Gral: «Er heisst LAPSIT EXILLIS.»
Wolfram selbst deutete dies als das Lateinische «lapis ex stellis», «Stein von den Sternen» und erfand eine Legende, der zufolge Engel den Gralsstein zur Erde brachten.
Die Gralsritter dagegen benutzten die Inschrift als Orakel, um den neuen Gralshüter zu bestimmen. Einmal wurde die Prinzessin Florie zur Gralshüterin gewählt, weil man ihre Zeichen als «die Blühende» las, ein anderes Mal wartete man auf «den Barmherzigen», einen Ritter, der Mitleid für den siechen Gralskönig zeigen würde.
Parzival bestand schliesslich diese Prüfung. Dieses letzte Detail, diese frappierende Übereinstimmung nahm mir den letzten Zweifel, dass der Dichter tatsächlich die Reliquie von Valencia beschrieb: Der Santo Caliz ist der Heilige Gral!
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/gral-forscher-ich-fand-den-heiligen-kelch-page11-1.jpg7651035Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-06-01 12:00:002025-12-13 08:26:46Gral-Forscher: «Ich Fand Den Heiligen Kelch!»
«Der Untergang» konfrontiert im Kino derzeit ein Millionenpublikum mit dem Menschen Adolf Hitler. In einem Interview, das Schauspieler Bruno Ganz dem Nachrichtenmagazin «Focus» gab, versuchte der Schauspieler vergebens die rätselhafte Psyche des Monstrums auszuloten. Zuletzt blieb die Ahnung: «Das streift manchmal religiöse Bereiche, was da passiert ist…» Bruno Ganz weist in die richtige Richtung. Höchste Zeit, das Phänomen Hitler anders zu lesen – nämlich «religiös», meint Michael Hesemann. In seinem neuen Buch «Hitlers Religion» (Pattloch Verlag) vertritt er die These, dass die letzten Handlungsmotive Hitlers religiöser Natur waren und dass es sich bei der Weltanschauung des Führers in jeder Hinsicht um eine «Religion» handelt, denn sie erfülle alle Kriterien, die eine religionssoziologische Betrachtungsweise an eine «Religion» stellt – freilich eine menschenverachtende, zynische und destruktive.
«NSDAP war eine Sekte» Die These des Buches lautet: Die NSDAP war eine Sekte – und Hitler ihr selbst ernannter Messias. Hitlers Verbrechen wurden öffentlich mit einer nicht mehr hinterfragbaren Begründung, nämlich im Namen der «Vorsehung», gewissermassen im Auftrag Gottes, in Szene gesetzt.
Nur als Religion, als religiöse Heilslehre mit fatalen Folgen, kann der Nationalsozialismus laut Hesemann wirklich verstanden werden. Nur in diesem Kontext wurde der Holocaust möglich, wurden ganz normale Deutsche zu den bestialischen Mördern von Millionen Unschuldiger. Nur wenn die Juden, «das Volk eines anderen Gottes» (Hitler) vernichtet würden, könnten die Deutschen, das «auserwählte Volk» der nationalsozialistischen Eschatologie, erlöst werden. Wie Moses den Israeliten das gelobte Land verhiess, so versprach Hitler, die Deutschen in ein tausendjähriges Friedensreich zu führen, in ein gelobtes Land, das vom Atlantik bis zum Ural reichen würde. Hesemann: «Die politische Religion des Nationalsozialismus mit seinen Prozessionen, Feldgottesdiensten und dem Messiaskult um Hitler war keine raffinierte, zynische Inszenierung. Es ging ihm um eine neue religiöse Vision und eben erst in diesem Horizont auch um die pure, nackte Macht, die zu erlangen ihm jeder Theatertrick recht war.»
Die NS-Religion war keine Erfindung von Hitler oder Goebbels. Sie war laut Hesemann auch kein Derivat der Christentumsgeschichte und seiner antijudaistischen Ausfälle, wie Daniel Jonah Goldhagen in «Hitlers willige Vollstrecker» und «Die katholische Kirche und der Holocaust» behauptet.
«Im Gegenteil, es war eine Lehre, die sich von Anfang an als Antithese und polemischer Gegenentwurf zum Christentum verstand. In der Theorie existierte sie bereits im 19. Jahrhundert, nannte sich Ariosophie und war ein Ableger der Theosophie, aus der übrigens auch die moderne Esoterik hervorging.
Ideengeschichtlich liegen ihre Wurzeln in der Spätantike, in der Gnosis und im Manichäismus, einer pseudochristlichen Strömung, deren Anhänger den Schöpfergott für den Satan und die Juden für sein Volk hielten, die Erlösung in einem Lichtreich anstrebten und den Tod liebten.»
Hoffen auf den Erlöser Hitlers 1945 von den Amerikanern auf dem Obersalzberg entdeckte Bibliothek beweist sein nachhaltiges Interesse an esoterischen Spekulationen.
Schon in seiner Wiener Zeit kam er nachweisbar mit den Vertretern dieser Lehren in Kontakt. Seine einzige «Leistung» war, sie zur Grundlage eines Parteiprogramms zu machen – und dieses nach der Machtergreifung rigoros in Politik umzusetzen.
Hesemann: «Hitler erst möglich gemacht haben nicht zuletzt die innere Entwurzelung vieler Menschen, die daraus resultierende kollektive Glaubenskrise nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und die Flucht vieler Menschen in pseudoreligiöse Heilslehren sowie die Sehnsucht nach Erlösung in Gestalt eines starken Mannes – was letztlich auch nur ein anderes Wort für Messias ist.»
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/hoffte-deutschland-auf-einen-messias-page57-1.jpg3731035Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-06-01 12:00:002025-12-13 08:26:46Hoffte Deutschland Auf Einen Messias?
Wussten Sie, dass im römischen Sklaven-Epos «Gladiator» ein Mann in Jeans durchs Bild stolpert – und das erst noch in Grossaufnahme?
Immer wieder leisten sich die Dirigenten der Leinwand in ihren Kassenschlagern drollige Fehltritte: Da kurven Autos durchs Bild, obwohl sich Ritter duellieren. Steine hüpfen wie Gummibälle durch die Gegend. Und hie und da entdeckt man sogar den Kameramann im Spiegel.
Alan Smithee dokumentiert Hollywoods witzigste Filmfehler. Und davon gibt es jede Menge: Wer dem Monsteraffen King Kong genau auf den Bauch schielt, entdeckt dort die Naht, die sein Kostüm zusammenhält. Wenn Captain Kirk in «Star Trek – Der Film» ins All schwebt, rutscht die gesamte Bühnenkonstruktion ins Bild – samt Gestänge, Treppen und Scheinwerfer. Und im ersten «Star Wars»- Spektakel donnert ein Statist versehentlich in die Kulissen, noch dazu mit voller Wucht.
Jedermann kanns überprüfen.
Lesen Sie nach, welche Missgeschicke Meisterregisseuren wie Steven Spielberg oder George Lucas unterliefen – und schmunzeln Sie mit.
«Filmfehler: Hollywoods peinlichste Leinwandpatzer», 112 Seiten, 9.90 EUR / 17.– Sfr., ISBN 3-8334-1755-2. Bestellungen: www.amazon.de oder direkt über: «mysteries», Postfach, CH 4002 Basel E-Mail: mysteries@bluewin.ch
Der Mann kennt keinen Hunger. Nach eigenen Angaben lebt er seit 65 Jahren ohne Nahrung. Indische Ärzte wollten es genauer wissen und behielten ihn deswegen zehn Tage im Spital – unter strengster Bewachung. Und tatsächlich: Yogi Prahlad Jani nahm in dieser Zeit weder Wasser noch Nahrung zu sich. Und er schied auch nichts aus. Eine Zeitungsente? Nein, stellen die Ärzte jetzt klar. Exklusiv überliessen sie «mysteries» sämtliche medizinischen Untersuchungsergebnisse.
von Luc Bürgin Die Meldung ging um die Welt. CNN, BBC und zahlreiche andere Medien griffen sie im November 2003 von den «Hindustan News» auf: Ein 76-jähriger indischer Fakir, so meldeten sie, hätte seit 65 Jahre nichts mehr gegessen und getrunken.
Die Ärzte des Krankenhauses, in dem Prahlad Jani untersucht worden sei, hätten keine Erklärung für das Phänomen. Möglicherweise handle es sich «um etwas Göttliches».
Der zerbrechliche wirkende, rot gekleidete Mann mit seinem weissen langen Bart gab den Ärzten jede Menge Rätsel auf. «Er hat seit zehn Tagen weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich genommen und weder Urin noch Stuhl ausgeschieden», zitierte etwa «Spiegel Online» die Aussagen der indischen Mediziner. Und fügte hinzu: «Während des Krankenhausaufenthalts sei Jani per Videokamera überwacht worden.»
«Loch im Gaumen»?
Jani, der normalerweise in einer Höhle im westindischen Bundesstaat Gujarat lebe, führe seine Fähigkeit auf eine Gabe der Göttin Amba Mati zurück, berichtete das Blatt weiter. «Er behauptet, eine seit seinem achten Lebensjahr aus einem Loch im Gaumen strömende Flüssigkeit ersetze Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.»
Ein medizinisches Wunder? Oder nur eine Zeitungsente? Seltsamerweise machte sich kaum ein Journalist die Mühe, die Story nachzurecherchieren. Alle kauten sie nach, was ihnen indische Medien vor- Prahlad Jani im Spital von Ahmedabad. Über zwanzig Ärzte waren in die medizinische Untersuchung involviert.
gesetzt hatten. Kein Wunder, nahm die Story hierzulande denn auch niemand so recht ernst.
Zu Unrecht, wie Recherchen von «mysteries» zeigen. So wurde Prahlad Jani nicht irgendwo untersucht – sondern im Sterling Hospital von Ahmedabad. Einem der modernsten Krankenhäuser Indiens, das westlichen Institutionen in nichts nachsteht.
Geleitet wurde die Untersuchung vom Neurophysiologen Dr. Sudhir Shah. Zwanzig weitere Ärzte waren involviert. Darunter unter anderen Urologen, Radiologen, Kardiologen, Psychiater oder Endokrinologen.
«Der Fall ist in der Tat aussergewöhnlich», bestätigt Sudhir Shah gegenüber «mysteries».
Einem strengen wissenschaftlichen Protokoll folgend habe man Prahlad Jani zehn Tage lang rund um die Uhr beobachtet – vom 13. November bis am 22. November 2003.
Während dieser Zeitspanne durfte der Fakir sein Zimmer nicht verlassen. Die Toilette blieb verriegelt. Videokameras ‹‹ Jedes Detail wurde von den Ärzten minutiös protokolliert.
und eine Glastüre erlaubten den Ärzten, den Fakir Tag und Nacht im Auge zu behalten. Zusätzlich hielt sich regelmässig ein Arzt in seinem Zimmer auf. Jedes Detail wurde dabei minutiös protokolliert.
Selbst die Videobänder wurden anschliessend alle erneut examiniert. Damit liess sich sicherstellen, dass der Inder auch tatsächlich weder Nahrung noch Wasser zu sich nahm.
Jani verliess sein Zimmer während der ganzen Prozedur nur zweimal: Einmal zur Blasen-Sonographie und einmal für das MRI. Aber selbst dabei behielten die Mediziner jede seiner Bewegungen im Auge.
Zuvor hatte der Inder allen möglichen Tests zugestimmt. Einzige Bedingung: Man dürfe ihm keinerlei Substanzen zuführen oder Instrumente einführen.
In der Folge wurden alle nur denkbaren Untersuchungen an Janis Körper vorgenommen. Puls, Blutdruck, Hormonund Blutwerte wurden täglich gemessen und entsprechend protokolliert. Alle Werte lagen im normalen Bereich. Auffallend waren lediglich leichte Einbussen beim Hörvermögen sowie der durchgehend niedrige Puls von 42 bis 46 Schlägen pro Minute.
Zweimal täglich nahmen die Ärzte via Ultraschall ausserdem Janis Blase unter die Lupe. Seltsamerweise massen sie dabei regelmässig die Bildung von Urin, der sich aber wie von Geisterhand wieder zu verflüchtigen schien, ohne dass er ausgeschieden wurde – «als ob er von der Blasenwand wieder reabsorbiert worden wäre», wie Sudhir Shah protokollierte.
Um sich die Zähne zu putzen, erhielt Prahlad Jani täglich 100 Milliliter Wasser, die er anschliessend zu Messzwecken wieder ausspucken musste – um sicherzustellen, dass er tatsächlich keinen Tropfen trank. Das Baden wurde ihm ebenfalls verwehrt.
Als man ihn nach zehn Tage wieder in die «Freiheit» entliess, schien sich der Inder immer noch pudelwohl zu fühlen. Zurück blieb ein völlig perplexes Ärzteteam, das sich keinen Reim auf den Mann machen konnte.
Sudhir Shah: «Als Leiter der Untersuchung kann ich versichern, dass das wissenschaftliche Protokoll zu hundert Prozent eingehalten werden konnte. Herr Jani hat während dieser Zeit keinen einzigen Bissen gegessen, keinen Schluck getrunken und weder Stuhl noch Urin ausgeschieden. Wir haben keinerlei wissenschaftliche Erklärung dafür.»
Doch Shah wäre kein Wissenschaftler, wenn er derartige Aussagen nicht relativieren würde. Gesicherte Aussagen könne er lediglich für die Dauer der Untersuchung im Spital machen, betont er. «Ob Prahlad Jani tatsächlich seit Jahren ohne Nahrung und Wasser lebt, wie behauptet, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.»
Kritische Fragen Westliche Schulmediziner dürften dennoch Zweifel anmelden: Könnte es nicht sein, dass Prahlad Jani die Ärzte einfach clever austrickste? So könnte der Mann seinen Urin ja beispielsweise tröpfchenweise ausgeschieden haben. Ein Umstand, den natürlich auch Sudhir Shah in Erwägung zog. «Selbstverständlich haben wir seine Kleider regelmässig entsprechend untersuchen lassen», winkt er ab. «Ohne Erfolg.»
Fragen werfen zudem die Gewichtsschwankungen auf, welche die Ärzte protokollieren konnten. So verlor der indische Fakir während den ersten sieben Tagen der Untersuchung rund 3,5 Kilogramm, nahm dann aber wieder rund 1,5 Kilogramm zu. Hatte er heimlich doch Wasser getrunken?
Psychiater Jakob Bösch: «So erlebte ich meine dreiwöchige Fastenzeit» Die Ärzte schliessen dies kategorisch aus. Umso mehr, als sie das grösste Rätsel sowieso in Janis Gaumen vermuten. So behauptet der Fakir, eine seit seinem achten Lebensjahr aus einem Loch im Gaumen strömende Flüssigkeit ersetze Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme.
«Wir versuchten, das Loch ausfindig zu machen und zu fotografieren, was uns aber nicht gelang», räumt Sudhir Shah auf Nachfrage von «mysteries» ein. «Allerdings stiessen wir dort tatsächlich auf eine dickflüssige Substanz oder Flüssigkeit, die wir uns nicht erklären konnten.»
Zusätzliche Untersuchungen seien auf alle Fälle vonnöten. Zwar hätte man den Wundermann gerne noch länger examiniert, den Versuch aus medizinisch-ethischen Gründen aber auf zehn Tage begrenzen müssen.
Shah: «Weitere Aufschlüsse könnten vermutlich invasive Untersuchungen bringen, allerdings verbat sich Prahlad Jani diese ausdrücklich, ebenso wie jedwelche Injektion. Er bestand darauf, dass nichts in seinen Körper eingeführt würde.»
45 Jahre nicht gesprochen Sicher ist, dass der indische Fakir noch nie ernsthaft krank war und sich nach wie vor bester Gesundheit erfreut. Kraft schöpft er aus täglichen Meditationen. 45 Jahre lang habe er zudem nicht gesprochen, wie er versichert. Bereits 1942 war er im Jaslok-Spital unter Aufsicht von Ärzten und Polizisten 45 Tage lang untersucht worden.
Die neuerliche Untersuchung im Spital von Amehdabad sorgt nun für neues Interesse am indischen «Wundermann».
Seine Anhängerschaft wächst: Immer mehr suchen bei ihm mittlerweile Rat und Hilfe. Die indischen Ärzte bereiten derweil eine wissenschaftliche Publikation über den aussergewöhnlichen Fakir vor.
Wie ernst sie im Westen genommen wird, bleibt abzuwarten. Wer glaubt hierzulande schon an Wunder?