Ausserirdische Schimpftiraden: Meiers Aliens lästern wieder

US-Professor erfand futuristisch anmutendes «Flugauto»

Auch Ausserirdische sind offenbar nachtragend. Zumindest jene des Schweizers Billy Meier. Seit Jahrzehnten plaudert der international bekannte Guru einer Zürcher UFO-Glaubensgemeinschaft mit seinen ETs alle paar Wochen über Gott und die Welt (grosses Bild aus den 70er-Jahren, kleines aus der heutigen Zeit). Am 16. April 2005 lässt Meier seinen extraterrestrischen Freund Ptaah in schriftlicher Form nun einmal mehr kräftig über seine Ex-Frau schimpfen, die dem Schweizer schon vor Jahren den Laufpass gab. Unterstellt werden ihr dabei wörtlich «Herrschsucht und Machtsucht», «eine unhemmbare Geldsucht», «Minderwertigkeitsgefühle» und «Geltungssucht». Lustigerweise versichert der weise ET im gleichen Atemzug: «Über sie schimpfen will ich damit nicht, wie Du das ja auch niemals tust.»

Eines muss man Meiers ausserirdischen Lästermäulern deshalb lassen: Sie sind derart abstrus und widersprüchlich, dass man ihnen einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann.

Fliegen wir mit dem Auto bald zur Arbeit? «Skycar M400» nennt sich das Wunderding, das uns in Zukunft durch die Lüfte befördern soll – statt im Stau stecken zu bleiben. Entwickelt hat es die Firma Moller International. Vor Jahren hatte ihr Gründer, der US-Professor Paul Moller, die Fachwelt bereits mit untertassenartigen Flugvehikeln verzückt. Nun wähnt er sich vor dem endgültigen Durchbruch: Sein ultramoderner zweiplätziger «Skycar» kann vertikal starten und landen, funktioniert mit allerlei Arten von Treibstoff, ist umweltfreundlich und düst mit bis zu 350 Meilen pro Stunde durch die Gegend. Mehr Infos dazu: www.moller.com War die Ursache des Seebebens und Tsunamis im Indischen Ozean am 26.

Dezember 2004 eine riesige Sternexplosion – 45’000 Lichtjahre von der Erde entfernt?

Es waren gewaltige Kräfte, die am 26. Dezember 2004 am Werk waren: Innert kürzester Zeit verschob sich ein Teil des Bodens unter dem Indischen Ozean und verursachte dabei ein Seebeben mit der Stärke 9,3 auf der Richterskala.

Vor sich her schob es einen mächtigen Tsunami, der von Indonesien bis Sri Lanka viele Küsten verwüstete. Bis in die entfernte Karibik reichte die Riesenwelle. Über 240’000 Personen wurden getötet oder vermisst. Im Meeresboden entstand ein Riss von über 1000 Kilometern Länge.

Es war der schlimmste Tsunami im asiatischen Raum seit 1883, als der Vulkan Krakatao explodierte. Doch: Das Seebeben vom Dezember 2004 war zehnmal stärker als alle anderen See- oder Erdbeben in den letzten 25 Jahren. Und es kam angeblich völlig ohne Warnung. Oder doch nicht?

Mysteriöse Strahlung Ende der 60er-Jahre: Zwecks Verifizierung von nuklearen Testverbotsabkommen schossen die USA und die damalige UdSSR Satelliten ins All, um nach Gammastrahlung verbotener Nukleartests des jeweils anderen Staates zu suchen.

Und tatsächlich konnten auch kurze Gammaimpulse gemessen werden. Nur

Ein Mann mit Brillen und Krawatte.
Ein Mann und eine Frau sitzen in einem kleinen Flugzeug.
Ein Mann mit einem langen Bart und Brillen.
Ein schwarz-weißes Foto einer Stadt mit hohen Gebäuden.

Für Ägyptologen wäre es ein Jahrtausendfund, der alle bisher entdeckten Kostbarkeiten in den Schatten stellen würde: der legendäre «Kopf des Osiris». Uralten Überlieferungen zufolge soll das Haupt des ägyptischen Gottes bis heute in Abydos ruhen. Ob es sich tatsächlich um ein mumifiziertes Körperteil oder aber um einen «symbolischen Gegenstand» handelt, ist indes umstritten. «mysteries» zeigt, wo das geheimnisvolle Stück tatsächlich versteckt worden sein könnte.

von Carl Hulot «Sensationsfund in Ägypten»: Unter diesem Titel vermeldete das «Hamburger Abendblatt» am 27. Mai 2003 Aussergewöhnliches: Unweit der 5000 Jahre alten Königsgräber am westlichen Nilufer hatten Archäologen einen kleinen Schatz entdeckt: Zwei mit Gold und Edelsteinen gefüllte Tonkrüge.

Jahrtausende dürften die Kostbarkeiten in der Erde der Gräberstadt Umm el Kaab in Abydos geschlummert haben – ehe sie von Professor Günter Dreyer vom Deutschen Archäologischen Institut in Kairo ausgebuddelt wurden. Unweit des Grabes von Pharao Den – zusammen mit einer bronzenen Thot-Figur und einer silbernen Statue des Gottes Osiris.

Letztere fasziniert Dreyer besonders.

Denn Silber war in der damaligen Zeit wertvoller als Gold und wurde deshalb nur sehr selten verarbeitet. Der Archäologe nach einem ersten Augenschein: «Am liebsten wäre mir natürlich, wenn die Fundstücke aus der ersten Dynastie stammen würden, also sogar rund 5000 Jahre alt wären.»

Eine Osiris-Statue aus der allerersten ägyptischen Dynastie hätte es in der Tat in sich. Umso mehr, wenn sie aus Abydos stammt. Dort, wo sich auch Osiris’ Grab befinden könnte. Die Suche nach seiner Gruft ist die längste Fahndung in der Geschichte der Menschheit. Sie dauert bereits 4000 Jahre. Mindestens.

Wer oder was war Osiris eigentlich? Die Antworten fallen recht unterschiedlich aus:

  • Der ersten ägyptischen Dynastie ge-
  • «Osiris ist gewiss der bekannteste
  • Der deutsche Forscher Harald Stöber

In jedem Fall wäre die Entdeckung seines Grabs ein Fund allererster Güte. Wer hat schon einmal die Gelegenheit gehabt, einen Gott auszugraben? Die Suche nach Osiris ist deshalb unter den Jägern verlorener Schätze ein absoluter Geheimtipp.

Wieso aber soll es überhaupt möglich sein, einen Gott zu finden? Die Begründung dafür liefert die ägyptische Mythologie. Ihr zufolge soll Osiris von seinem Bruder Seth ermordet worden sein, der die Macht an sich reissen wollte.

Nach dem gelungenen Attentat zerstückelte Seth den Leichnam und verstreute die einzelnen Körperteile über die ägyptischen Gaue. So fiel der Legende nach der «Kopf des Osiris» in den achten oberägyptischen Gau – genau nach Abydos.

Ist der Kopf ein Topf?

Die Osiris-Mythologie kennt zwei Varianten: Einmal wird der Kopf im Sinne des gesamten Körpers gebraucht, dann wieder ist der Kopf ein separater Gegenstand.

Im «Lexikon des alten Ägypten» von Guy Rachet lesen wir dazu: «Was die Natur des Kopfes des Gottes und seinen reellen Ursprung betrifft, so ist man dabei auf Hypothesen angewiesen. Es scheint jedoch wahrscheinlich, dass es sich nicht um einen mumifizierten menschlichen Kopf handelte, sondern eher um ein Symbol.

Der Kopf war wohl in einem Korb oder einem Tonkrug aufbewahrt worden, wobei man vielleicht diesen Behälter mit dem vermeintlichen Inhalt identifiziert oder lediglich ein Bild (vielleicht aus Papyrus) eines Kopfes darin eingeschlossen hatte.»

Kurz: Genaues weiss man bis auf den heutigen Tag nicht. Es verhält sich wie mit Osiris selbst. Seine einwandfreie Klassifizierung als Monarch, Halbgott oder Gott Osiris-Darstellung. Der ägyptische Gott soll von seinem Bruder ermordet worden sein.

ist nicht möglich.Allein seine spätere Verehrung als Gott des Totenreichs ist gesichert.

Und genauso lückenhaft ist die Definition des Kopfes. Einmal ist er ein Teil der Mumie, ein anderes Mal ist der Begriff im übertragenen Sinne zu deuten.

Wie realistisch ist die Suche also überhaupt? Angesichts einer 4000-jährigen ‹‹ Bereits im Alten Reich spürte man dem Kopf fieberhaft nach.

Jagd wäre es vermessen zu behaupten, die Aussichten seien brillant. Das Hauptproblem dabei ist, dass sogar bereits untersuchte Gebiete nicht aus der Liste der Suchareale eliminiert werden können.

Ursache hierfür sind die völlig veränderten Arbeitsmethoden. Frühere Grabungen zeichneten sich nicht durch den heutigen archäologischen Sorgfaltsstandard aus. Hinzu kommt – und das sollte man nicht unterschätzen: Noch nie zuvor hat man über hochentwickeltere technische Gerätschaften verfügt als in unseren Tagen. Die Sondierungsmöglichkeiten sind also weitaus vielfältiger.

Auf jeden Fall wäre ein Grabungserfolg eine Sensation, denn der Kopf des Osiris muss für die Ägypter von enormer Bedeutung gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sie seinem Leichnam bereits in der ersten Blütezeit ihrer Kulturgeschichte, dem Alten Reich, fieberhaft nachspürten.

Selbstverständlich begannen sie mit ihrer Suche dort, wo ihnen die Grabung am aussichtsreichsten erschien. Und das war gemäss der altägyptischen Mythologie eben Abydos.

Abydos entwickelte sich im Alten Ägypten rasch zum religiösen Zentrum des Osiris-Kults. Ähnlich wie im Fall von Mekka pilgerten jährlich Tausende zu den abydenischen Anlagen, um an diesem heiligen Ort voller Ehrfurcht ihrem Totengott zu huldigen.

Er – beziehungsweise sein Kopf – wurde dort zwar vermutet, aus unerklärlichen Gründen aber war die genaue Lage seiner Ruhestätte nicht mehr präsent. Das beunruhigte die Herrschenden anscheinend sehr.

Suche vor Jahrtausenden Bereits vor vielen Jahrtausenden, also zur Zeit der Pyramidenbauer wie Djoser und Cheops, erteilten sie deshalb Order, umgehend Suchgrabungen nach Osiris durchzuführen.

Die Folge: Die alten Ägypter betrieben Archäologie in eigener Sache und pflügten mit grossem Eifer den Untergrund.

Fündig wurden sie nicht wirklich. Wie sonst soll man sich erklären, dass eines der in Abydos bereits vorhandenen Königsgräber kurzerhand als «Osiris-Grab» deklariert und mit Granitbett und Osiris-Statue geheiligt wurde? Dabei handelte es sich um das Grab des Königs Djer aus der 1. Dynastie. In totalitären Regimen gibt es eben keine Misserfolge.

Oder war die gesamte Suchaktion lediglich ein Camouflage-Lehrstück? Ein Täuschungs- und Tarnmanöver, um den wahren Aufbewahrungsort des Osiris zu ver- ‹‹ schleiern?

Das Osireion erinnert an megalithische Bauwerke.

Gewichtige Gründe sprechen dafür, denn um 1285 v. Chr. liess Pharao Sethos I.

einen neuen, in dieser Architektur einmaligen Bau für Osiris errichten – das «Osireion».Allein schon der Bau böte Stoff für unzählige Geschichten, gehen doch über kaum eine andere Anlage Ägyptens die Meinungen der Fachwissenschaftler derart weit auseinander.

Diese Ansichten lassen sich grob gerastert in drei Lehrmeinungen einteilen: Die erste Gruppe betrachtet das Bauwerk als persönliches Kenotaph (Scheingrab) Sethos’ I.

Dagegen hält eine zweite Expertenrunde das Osireion für einen Nachbau des mythischen Osirisgrabes. Zu den Vertretern dieser Richtung gehörte auch der verstorbene deutsche Ägyptologe Walther Wolf.

Ein drittes Expertenteam von Wissenschaftlern hält die Bestimmung des Osireions schlicht für unklar – und kommt der Sache damit vermutlich sogar am nächsten.

Prominentester Vertreter dieser Linie ist der bekannte Ägyptologe und Romancier Christian Jacq. Er meint: Das Osireion ist «das rätselhafteste Monument des Landes». Aber das ist längst nicht alles.

Jacqs Landsmann, der Franzose Edouard Naville, resümierte bereits 1914 nach zweijährigen Studien am Osireion, dass der Bau aus einer sehr frühen Epoche stammen müsse – also lange Zeit vor der Regierungszeit von Sethos I. errichtet worden war.

Der Professor vom Egypt Explorations Fund ging später sogar so weit, im Osireion das älteste ägyptische Bauwerk überhaupt Das Osireion von Abydos. Ist es – ob seiner megalithischen Struktur – das älteste ägyptische Bauwerk überhaupt?

zu sehen. Grund hierfür ist die angesprochene Architektur. Der Komplex wurde in megalithischer Bauweise errichtet. Diese wurde zuvor nur ein einziges Mal angewendet – nämlich in Giseh.

Das Osireion enthielt eine Halle, in der eine künstliche Insel von Wasser umflossen war. Hier fand der Mythologie nach die Göttin Isis den Kopf des Osiris und war dadurch in der Lage, die zerstückelte Leiche des Totengottes mittels Mumifizierung wieder zusammenfügen. Doch was wurde aus dem Kopf des Osiris?

Die ersten neuzeitlichen Expeditionen des Jesuiten C. Sicard 1718 und des Franzosen Tourtechot Granger 1726 erwähnen keinen Fund. Das überrascht nicht – sicher haben die ägyptischen Priester diese Reliquie gut versteckt, als sich das Ende ihres Kults abzeichnete.

Vielleicht wurde man bisher aber auch deshalb nicht fündig, weil sich der Kopf des Osiris gar nicht mehr in Abydos befindet. Denn es gibt noch eine zweite, äusserst vielversprechende Spur über den Verbleib des Kopfes. Sie führt geradewegs ins Tal der Könige!

Liegt der Kopf im Sethos-Grab?

Gemeint ist KV 17, das Grab von Sethos I.

mit seiner geheimnisvollen «Passage K». Sethos war ein glühender Anhänger des Osiris-Kults und liess «seinem» Gott zu Ehren in Abydos (angeblich) nicht nur das Osireion errichten, sondern zugleich auch einen gross dimensionierten Tempel.

Angesichts dieser Aktivitäten stellt sich unwillkürlich die Frage, wie weit Sethos’ Verehrung für den Totengott reichte. Wollte er gar am Ende seiner Tage eine gemeinsame Ruhestätte mit Osiris haben? Diente insofern seine «Bauwut» in Abydos nicht nur der bereits angesprochenen Verehrung, sondern primär der Vertuschung?

Im Klartext: Wollte Sethos «seinen» Gott Osiris im Jenseits für sich allein besitzen? Auszuschliessen ist das angesichts Sethos’ Lobpreisung für den Totengott nicht.

Demgemäss ist damit zu rechnen, dass am Ende des Ganges eine miniaturisierte Form der beschriebenen Halle im Osireion zum Vorschein kommt. Darin steht wohl ebenfalls ein Sarkophag, der von Wasser umflutet wird, welches sich aus dem vom Nilstand abhängigen Grundwasserspiegel speist.

In dem Sarkophag könnte sich dann die Osiris-Mumie selbst befinden – oder auch lediglich der Kopf.

In eine ähnliche Richtung gehen auch Überlegungen der Terra X-Autorin Helga Lippert. Unter dem Titel «Operation Sethos: Mit Hightech ins Grab des Pharao» schreibt sie: «Wie seine Anlage in Abydos – das Osireion – zeigt, strebte Sethos I. danach, mit dem Urstrom verbunden zu sein. Vielleicht liegt am Ende des Tunnels eine ähnliche Kammer wie in jenem Tempel.

Vielleicht liess er dort eine Maske oder eine Statue deponieren.»

Lippert liefert auch gleich eine plausible Theorie für ihre diesbezüglichen Überlegungen, indem sie fortfährt: «Für den Fall, dass seine Mumie gestohlen oder zerstört wurde, konnte nach dem Verständnis der Zeit das goldene Abbild des Pharao stellvertretend für ihn zum letzten Gericht vor die Götter treten.»

Selbstverständlich sind das Osireion und KV 17 nur zwei mögliche Suchclaims. Allein in Abydos existieren noch mindestens zwei weitere Areale, die eine neuerliche Untersuchung lohnen könnten: der Khontamenti-Tempel und das eingangs bereits erwähnte Grab des Königs Djer.

Denn die alten Ägypter waren schlau.

Mit dem Khontamenti-Tempel könnten sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen haben. Einmal würde sich der ‹‹ Liefert der Osiris-Vorläufer Khontamenti den Schlüssel?

Kopf entsprechend der Osiris-Mythologie in Abydos befinden. Zum anderen aber würde hinter dem Namen Khontamenti niemand Osiris vermuten. Doch genau das ist der Fall!

So weit nämlich die ägyptologischen Erkenntnisse zutreffen, war Khontamenti mythologisch der direkte Vorläufer des Osiris. Laut Guy Rachet nahm Osiris in seiner Eigenschaft als Totengott «die Totengottheiten der ägyptischen Nekropolen in sich auf, insbesondere Chontamentiu, der ‹Herr der Westlichen› in Abydos…»

Der schakalgestaltige Khontamenti ist also eine Art «Ur-Osiris» und war zugleich «Herr der Totenstadt von Abydos», der späteren «Osiris-City».

Desolater Zustand: Osireion droht der Zerfall Die Überreste des Khontamenti-Tempels von Abydos sind äusserst spärlich.

Kaum ein Tourist nimmt überhaupt Notiz von ihnen. Kein Wunder: Wie der Ethnologe Peter H. Schulze feststellt, war der Tempel des Khontamenti ein «schlichtes, aus Nilschlammziegeln errichtetes Bauwerk von acht Metern Breite und etwa 20 Metern Tiefe».

Versteck unter Tempelboden?

20 Meter Tiefe war für die Frühzeit der ägyptischen Hochkultur allerdings eine reife Leistung!

Warum, fragt man sich unwillkürlich, diese auffällige Fundamentierung für ein derartiges «Klein-Heiligtum»? Sollte etwas unter dem Tempelboden versteckt werden – oder sogar noch unterhalb des Fundaments? Dort fanden bis heute keinerlei Sondierungen statt. Obwohl sie sich wahrlich lohnen könnten…

Ähnlich verhält es sich mit dem Grab des Königs Djer. Selbstverständlich ist das Mausoleum bereits eingehend untersucht worden.

Doch es könnte nicht schaden, das Grab einer Nach- und Kontrollgrabung zu unterziehen. Immerhin war es für die Ägypter des Alten Reiches, wie bereits erwähnt, das tatsächliche Osiris-Grab beziehungsweise der Aufbewahrungsort seines Kopfes. Sollte das wirklich nur Zufall sein?

Und ist es ebenfalls ein Zufall, das Professor Günter Dreyer 2003 ausgerechnet bei der Grabanlage von Pharao Dewen – Djers Enkel! – in Abydos unter anderem eine silberne Osiris-Statue entdeckte, wie eingangs erwähnt?

Beim Deutschen Archäologischen Institut in Kairo hängt man die Sache zwar tief – doch wohl nur, um keinen Ärger mit der ägyptischen Altertumsverwaltung zu bekommen. Anfragen von «mysteries» liess Dreyer bis heute jedenfalls unbeantwortet.

Wissenschaftliche Todsünde Sein Schweigen dürfte nicht von ungefähr kommen: Denn eigenartigerweise wurde der Hort noch vor der archäologischen Befundung von den ägyptischen Behörden überraschend beschlagnahmt – von einer wissenschaftlichen Analyse und Auswertung der Artefakte gar nicht zu reden.

Dieses absolut unübliche Gebaren seitens der offiziellen Stellen ist bis heute nicht aufgeklärt worden. Umso mehr, als das ungewöhnliche Verhalten der Altertümerverwaltung, eine Fundsituation vor der vollständigen archäologischen Dokumentation zu verändern, eine «wissenschaftliche Todsünde» darstellt.

Birgt die Statue womöglich einen Hinweis auf Osiris’ Kopf? Womöglich gar eine Inschrift?

■

Ein schwarz-weißes Foto eines Gebäudes, das in Ruinen ist.
Ein Plakat mit schwarzem Hintergrund und weißem Text.
Ein schwarz-weißes Foto von drei Statuen von Pharaonen.

Mit Sprache lässt sich jede Menge Schabernack treiben. Denn sie ist ziemlich beschränkt. Solange Sie diese Zeilen nicht lesen, bezieht sich das zweite Wort dieses Satzes auf nichts.

Sinn macht er erst, wenn Sie ihn zur Kenntnis nehmen. Allerdings offenbart er dadurch gleichzeitig auch seine Sinnlosigkeit.

Wenn ich Ihnen weiter versichere, dass alles in diesem Editorial wahr ist, ausser dieser Aussage – dann nimmt das Schlamassel endgültig seinen Lauf. Und wenn ich jetzt noch anfüge, dass wirklich wahre Worte paradox sind, wie der chinesische Philosoph Lao-tse einst folgerte, ist die Verwirrung perfekt. Was stimmt nun? Und was stimmt nicht?

Beides, hätte der geniale Physiker Niels Bohr darauf wohl geantwortet. Bohr führte den Begriff der Komplementarität in die Wissenschaft ein.

Vollständige Aussagen über die Wirklichkeit müssen seiner Meinung nach immer widersprüchlich sein.

Oder wie er es formulierte: «Eine tiefe Wahrheit ist eine Aussage, deren Gegenteil ebenfalls eine tiefe Wahrheit ist.»

Zugegeben, auch das ist ziemlich schwere Kost. Aber es scheint durchaus verlockend, einmal darüber nachzudenken. Und sich dabei zu fragen, warum der Schluss dieses Satzes bereits vor seiner Mitte beginnt.

Keine Angst – ich fühle mich prächtig. Im Grunde geht es mir nur um eines meiner Dauerärgernisse – den selbstherrlichen Anspruch gewisser Schulwissenschaftler, die Wahrheit gepachtet zu haben, wenn sie grosse Reden über die vermeintliche Nichtexistenz unerklärbarer Phänomene schwingen.

Ihnen sei deshalb an dieser Stelle ein Satz ins Stammbuch diktiert, der vom ebenso genialen wie kontroversen US-Mathematiker Rudolf von Bitter («Rudy Rucker») stammt: «Eindeutige Aussagen über die Wirklichkeit kann es in der menschlichen Sprache nicht geben.»

Oder weiter gedacht: Die Grenzen zwischen vermeintlich möglichen und vermeintlich unmöglichen Phänomenen verlaufen immer dort, wo wir sie gedanklich gerade ziehen. Insofern ist alles jederzeit möglich und unmöglich zugleich. Je nachdem aus welcher Perspektive wir es betrachten. Paradox, aber wahr. Und das ist vertrackterweise bereits wieder ein Widerspruch in sich.

Übrigens: Enthält dieser Satz sechs Wörter – oder acht?

Luc Bürgin (Herausgeber)

Luftaufnahme der «Mandala-Struktur» in Palpa (Peru). Erich von Däniken machte sie weltweit bekannt.

Stammt das riesige «Mandala von Palpa» in Peru aus der Neuzeit? Dies behauptet der deutsche Nazka-Experte Markus Reindel. «Unsinn!», kontert Erich von Däniken, der die Struktur 1997 publik machte.

Der Mann hat einen Riecher für das Ungewöhnliche: 1997 veröffentlichte Erich von Däniken in einem prächtigen Bildband jede Menge exklusive Luftaufnahmen der Boden- und Felszeichnungen aus dem Palpa-Tal in Peru, die er zwei Jahre zuvor geschossen hatte. Farbbilder riesiger Darstellungen, die die Öffentlichkeit in dieser Form noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Die Archäologen ignorierten das Buch – wenngleich sie innerlich darüber geflucht haben dürften. Wer wird schon gerne überrundet?

Von besonderem Interesse waren dabei nicht zuletzt Fotos einer riesigen Mandala-Darstellung. Sie unterschied sich derart von allen anderen, dass Däniken bereits beim ersten Blick aus dem Flugzeug klar war, dass die Struktur nicht von den Nazka-Indios stammen konnte: «Hier ging es um etwas völlig anderes.»

Eine neuzeitliche Fälschung? Doch wozu?! Däniken kam ins Grübeln. Vergeblich suchte er ihre Pendants im zur Verfügung stehenden Kartenmaterial. Die Dinger waren nirgends verzeichnet. Nicht einmal in der Fachliteratur. Ein Grund mehr, seine Bilder zu veröffentlichen – um eine öffentliche Diskussion zu entfachen.

Reindels Zweifel Der deutsche Nazka-Forscher Markus Reindel will das Rätsel inzwischen gelöst haben. Just zu der Zeit, als Däniken sein Buch veröffentlichte, begann er seine erste Feldkampagne vor Ort.

«Die Geoglyphen von Palpa fanden bisher kaum Beachtung», hielt er 1997/ 1998 in einem wissenschaftlichen Bericht fest. Dänikens Buch erwähnt er darin – wie auch in weiteren Fachpublikationen – bezeichnenderweise mit keinem Wort. Ebenso wenig die Mandala-Struktur.

Lediglich im Katalog zu einer Nazka-Ausstellung in Zürich stellt Reindel 1999 ebenso beiläufig wie überraschend klar: Ein Blick auf Luftfotos des Staatlichen Luftbildinstituts von Peru aus dem Jahre 1994 habe ihm gezeigt, dass die Mandalas dort fehlen – also neueren Datums sein müssten. Irgendwelche ominösen «Esoterikergruppen» würden dahinter stecken, merkte er damals kritisch an.

«Verwirrter» Lehrer?

Genaueres scheint Reindel indes auch heute – sechs Jahre später – immer noch nicht zu wissen, wie er gegenüber «mysteries» einräumt: «Ich nehme aber an, dass die Strukturen etwa zwischen 1960 und 1980 entstanden sind, manche vielleicht gar noch später.» Einige der Steinsetzungen von Palpa sollen zudem von einem «verwirrten Lehrer» stammen, schreibt er im Ausstellungskatalog weiter.

Wissenschaftlich dokumentiert ist das nirgends. «mysteries» wollte es deshalb genauer wissen: Was hat es mit diesem Lehrer auf sich? Für welche Steinsetzungen zeichnet er verantwortlich? Reindels Antwort: «Mir wurde von einem Lehrer aus dem Ingenio-Tal berichtet. Neben den schönen geometrischen Mandalas gibt es noch viele lineare Steinsetzungen, Kreise und vieles mehr. Welche davon von dem Lehrer sind, kann ich nicht sagen.»

Im Gegensatz zu Reindel habe er diesen Lehrer seinerzeit persönlich interviewt, hält Däniken auf Anfrage dagegen. «Er versicherte mir, dass er die alten, längst verblassten Strukturen im Gelände von Palpa mit seinen Schülern seinerzeit lediglich ‹nachgezeichnet› habe – um sie so der Nachwelt zu bewahren.»

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Ein quadratisches Bild mit einer braunen Grenze.
Ein Bild von einem sehr hellen Licht.
Ein Bild von einem weißen und gelben Hintergrund.
Ein Bild eines gelbfarbigen Hintergrunds.
Ein Bild von einem gelb-orange-weißen Hintergrund.
Ein Bild von einem gelb-orange-weißen Hintergrund.
Ein Buchcover mit Bergszene darauf.
Ein Buchcover mit einem Mann, der einen Globus in der Hand hält.
Ein Buchcover mit Glas darauf.
Ein Plakat mit einem Mann und einer Frau, die aus dem Fenster schauen.
Ein Plakat mit einem Manneskopf, auf dem steht: "Mytos Information-gesellschaft".

Im All vagabundierende Himmelskörper finden in den USA derzeit grösste Aufmerksamkeit. Egal, ob die Amerikaner nun für die Erde gefährliche Asteroiden bekämpfen wollen oder Kometen mit Sonden und «Impaktoren» verfolgen – abseits von Mond und Mars hat die NASA plötzlich ihr Interesse an kleineren Himmelskörpern entdeckt. Bestsellerautor Gerhard Wisnewski kommt zum Ergebnis: In Wirklichkeit geht es um etwas ganz anderes – die Erprobung von Waffen!

von Gerhard Wisnewski Vereinigte Staaten von Amerika, um 1980. Noch sind es nur noch ein paar Jahre bis zur Wiederkehr des berühmten Kometen Halley, da arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an einer Sonde, die den kosmischen Wiedergänger besuchen und näher erforschen soll.

Eine der Wissenschaftlerinnen ist die Raumfahrtingeneurin Josephine Stein: «Ich arbeitete an einem In-House-Zielerfassungs- und Bahnverfolgungssystem, das für die Benutzung im Weltraum konstruiert war. Die Aufgabe war, eine Fernerkundungskamera mit hoher Auflösung im Vorbeiflug auf den Kern des Kometen Halley zu richten. Die relative Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs und des Kometen betrug dort -zig Kilometer pro Sekunde.»

So weit, so gut. Doch Josephine Stein staunte nicht schlecht, als sie erfuhr, dass sie nicht für die Wissenschaft, sondern in Wirklichkeit an einer Waffe gearbeitet hatte: «Die Vereinigten Staaten verzichteten darauf, ein Raumfahrzeug zum Kometen Halley zu senden. Mein Ziel- und Verfolgungssystem wurde in die Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) integriert.»Also in die von den USA geplante Raketenabwehr.

«Wir werden im All kämpfen» Die Wahrheit ist: Bei all der wissenschaftlichen Aufregung um Asteroiden und Kometen geht es nicht nur um Wissenschaft, sondern zum Teil um die Erprobung von Waffen für das Weltall. Der Umweg über die zivile Forschung wird Kinoplakat des US-Films «Deep Impact». Wurde er zu politischen Propaganda-Zwecken produziert?

nur deshalb gewählt, weil internationale Verträge die militärische Nutzung des Weltraums behindern. In Wirklichkeit geht es nicht um den Kosmos, sondern um Krieg.

«Es ist politisch sensibel, aber es wird passieren…Wir werden im Weltraum kämpfen. Wir werden sowohl aus dem Weltall heraus kämpfen, als auch in das Weltall hinein», sagte schon 1996 der scheidende Chef von NORAD, der US-General Joseph W. Ashy.

«Wir werden in zwei Bereiche expandieren», plauderte der Mann damals aus dem Nähkästchen: «Kontrolle des Weltraums und Anwendung von Weltraumkräften, da diese zunehmend wichtig werden. Eines Tages werden wir uns aus dem Weltraum irdischen Zielen zuwenden: Schiffen, Flugzeugen, Landzielen. Wir werden uns auch Zielen im All zuwenden – aus dem All heraus.»

An galoppierender Senilität konnte das nicht liegen, denn 1999 öffentlich bekannt gewordene Papiere der US Air Force bestätigen, dass der Aufbau eines bewaffneten Todesgürtels rund um den Erdball bevorsteht: «In den nächsten beiden Jahrzehnten», freut man sich bei der Air Force, «werden neue Technologien es gestatten, Weltraumwaffen von vernichtender Ef- ‹‹ Aufbau eines bewaffneten Todesgürtels steht bevor…

fektivität zu stationieren, um Masse und Energie als Projektion von Gewalt in taktischen und strategischen Konflikten anzuwenden …» Diese Fortschritte würden zum Beispiel Laser befähigen, «sehr viele Tötungen zu bewirken».

Das Dumme ist nur: Internationale Abkommen stehen der ungehinderten Aufrüstung im All im Weg. Zum Beispiel wollen die US-Machthaber auch die Atombombe im All haben. Nicht nur, um sie von dort aus einzusetzen. Ebenso sind die Vereinigten Staaten an einer Strahlenwaffe interessiert, die zu ihrer Funktion eine nukleare Kettenreaktion benötigt.

Und das ist der Röntgenlaser. Also ein Gerät, das möglichst viele, starke und gebündelte Röntgenstrahlen abfeuern kann.

Die Röntgenstrahlen würden durch eine Atomexplosion erzeugt und anschliessend durch viele kleine, steuerbare Felder gebündelt werden.Auf diese Weise könnte man zahlreiche Ziele gleichzeitig bekämpfen.

Ungeliebtes Verbot Neben vielen physikalischen und technischen Schwierigkeiten gibt es aber auch ein rechtliches Problem: Die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im All ist durch den Weltraumvertrag von 1967 verboten. Seit mehreren Jahren versuchen die US-Militärs deshalb, den Boden für eine Abschaffung dieses Atomwaffenverbotes im Weltall vorzubereiten.

Natürlich kann man den Leuten schlecht erzählen, dass man nun endlich ein paar Röntgenlaser oder Atomwaffen im All stationieren will. Um der Welt die Abschaffung des Nuklearverbots zu verkaufen, benutzt man vielmehr eine andere Taktik.

Seit einiger Zeit werden wir nämlich darauf vorbereitet, dass die Erde dringend vor im All vagabundierenden Asteroiden geschützt werden muss. Die Message kommt nicht nur von der NASA, sondern wieder einmal auch aus Hollywood.

Schon 1998 veröffentlichte Propaganda-Produzent Jerry Bruckheimer («Pearl Harbor», «Soldiers of Fortune»), immer ein williges Sprachrohr für die Botschaften des Pentagon, den Actionstreifen «Armageddon». Werbetext: «Das Ende der Welt droht: Mit einer Geschwindigkeit von 36’000 Stundenkilometern rast ein Asteroid von der Grösse des Staates Texas auf die Erde zu! Und nur achtzehn Tage bleiben, um die finale Katastrophe abzuwenden.»

Da kann eigentlich nur noch einer helfen, nämlich die NASA mit ihrem Chef Truman (auf Deutsch: «ehrlicher Mann»).

Die NASA verbündet sich noch mit zwei weiteren Kräften des Guten, nämlich mit einem Ölbohrteam und der Atombombe.

Die Ölbohrer braucht man, um ein Loch in den Asteroiden zu bohren, in dem anschliessend eine Atombombe versenkt und zur Explosion gebracht werden soll.

Im selben Jahr erschien auch der Film «Deep Impact». Darin ist es kein Asteroid, sondern ein Komet, der die Erde bedroht, aber was die Auswirkungen eines Aufpralls auf den Planeten betrifft, ist das fast dasselbe. Daraufhin braucht man was?

Asteroid im Weltall. Militärs benutzen sie gerne als «Angstmacher».

Richtig: die NASA, einen Astronauten und vor allem eine Atombombe.

«Messiah» solls richten Damit die Botschaft auch richtig rüberkommt, trägt das Rettungs-Raumschiff den Namen «Messiah». Natürlich ist es nicht ganz der Messias aus der Bibel, vielmehr führt dieser Messias Atombomben mit sich. Die Aufgabe laut Film-Werbetext: «Zu dem Kometen zu fliegen, auf seiner von gewaltigen Eruptionen erschütterten Oberfläche zu landen und nukleare Sprengsätze anzubringen, in der Hoffnung, damit entweder den Kometen auseinanderzubrechen oder seine Flugbahn so zu verändern, dass er nicht mehr mit der Erde zusammenstossen wird.»

Wie es der Zufall so will, standen etwa zeitgleich mit dem Start der beiden Filme auch genügend Wissenschaftler bereit, um vor der angeblich realen Gefahr eines Asteroideneinschlages auf der Erde zu warnen.

Rechtzeitig präsentierten sie einen gruseligen Asteroiden, der der Erde im Jahr 2028 gefährlich nahe kommen soll.

Sein Name: 1997 XF11. «Die Entdeckung von Asteroid 1997 XF11 dient überwiegend dazu, der Bevölkerung klarzumachen, wie unvorbereitet die Regierung solchen sehr unwahrscheinlichen, aber weitreichenden Risiken gegenübersteht», bekannte Lawrence Roberts, Direktor eines gewissen Archimedes Instituts.

Wer sich etwas näher mit diesem Archimedes Institut beschäftigt, findet bald heraus, dass die Organisation Lobbyarbeit für eine Veränderung des bestehenden Weltraumrechts betreibt…

Natürlich würde jeder von uns wahnsinnig gern vor Asteroiden gerettet werden, aber ob Sie es glauben oder nicht – es gibt doch tatsächlich so ein paar dumme Abkommen aus der Zeit des Kalten Krieges, die diese Rettung behindern. Und tatsächlich hat Mister Roberts auch einwandfrei festgestellt, was unsere Rettung vor den grässlichen Asteroiden eigentlich aufhält: «Angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass nukleare Explosionen nötig sein würden, um einen sich nähernden Asteroiden abzulenken, stehen sich internationale Abkommen zur Verminderung der Spannungen während des Kalten Krieges bei der Abwehr eines Asteroiden selbst im Weg. (…) Zum Beispiel verbietet das allgemein unter dem Namen Weltraumvertrag bekannte Abkommen jedwede Stationierung von Atomwaffen im Weltraum. (…) Mindestens ebenso wichtig für den Erfolg einer Asteroidenabwehr ist der Atomteststop-Vertrag von 1963, der die Erprobung jeglicher Nuklearwaffen im All verbietet.(…) Während die Erde verbrennen könnte, wären wir mit der sehr realen Möglichkeit eines juristischen Hickhacks konfrontiert.»

Schon legen also Winkeladvokaten und Wirklichkeitsverdreher aus Hollywood Hand an das bestehende Weltraumrecht. Aus Sicht der Militärs verbauen wir uns mit den Atomwaffenverboten im Weltraum die Zukunft – und zwar die Zukunft des Krieges aus dem All.

Vor diesem Hintergrund erscheint auch eine Sonde verdächtig, die erst kürzlich mit ihrem Flug zum Kometen Tempel 1 Furore machte: die NASA-Sonde «Deep Impact». In der Nähe von Tempel 1 setzte sie im Sommer 2005 einen 370 Kilogramm schweren «Impaktor» aus, der mit 37’000 Stundenkilometern auf dem Kometen aufprallte.

Nur ein Vorwand?

All das ist natürlich streng wissenschaftlich: Die Staubwolke beim Aufprall wurde analysiert und auf ihre Zusammensetzung untersucht. Genau genommen erinnerten «Deep Impacts» Fähigkeiten aber verdächtig an Josephine Steins Zielerfassungs- und Bahnverfolgungssystem, das angeblich für einen Besuch bei dem Kometen Halley, in Wirklichkeit aber für Ronald Reagans Star-Wars-Projekt entwickelt worden war.

Nach dem Aussetzen durch die Muttersonde konnte der Impaktor von «Deep Impact» selbständig navigieren, manövrieren und sich in die Bahn des Kometen steuern. Genauso gut könnte es sein, dass die Vereinigten Staaten auch hier, wie schon im Fall des Kometen Halley, bloss ein Ziel- und Bahnverfolgungssystem für den militärischen Einsatz erproben wollen, wie es die Physikerin Josephine Stein berichtet hatte.

Nützlich wäre eine solche Waffe beispielsweise, um andere Satelliten zu zerstören. Der Komet wird möglicherweise nur deshalb als Trainingsobjekt gewählt, weil es die «friedliche Nutzung des Weltraums» bislang verbietet, solche Waffensysteme offen zu erproben. Zumindest wäre es psychologisch ungeschickt. Aber was können zivile NASA-Sonden mit der Aufrüstung im All und dem Pentagon zu tun haben?

Nun: Der zivile Charakter der NASA war schon immer eine Tarnung. Und zwar deshalb, weil der National Aeronautics and Space Act von 1958, das Gesetz, mit dem die Raumfahrtbehörde gegründet wurde, mit gespaltener Zunge spricht.

Es wurde so konstruiert, dass das Pentagon an NASA-Entwicklungen und -Resourcen partizipieren könnte. Und auf diese Weise Non-defense-Mittel in grossem Umfang an das Pentagon zurückfliessen könnten.

Zwar heisst es gleich zu Beginn: «Hiermit erklärt es der Kongress zur Politik der Vereinigten Staaten, dass Aktivitäten im Weltraum friedlichen Zwecken zum Nutzen der gesamten Menschheit gewidmet sein sollten.»

Doch das ist nur ein Feigenblatt. Mit der Tarnung der militärischen Bedeutung der NASA gibt sich der Space Act so wenig Mühe, dass der eigentliche Zweck der NASA bereits im nächsten und zweiten Absatz formuliert wird – also an prominenter Stelle des NASA-Gesetzes.

Ausser dem Wohl der Vereinigten Staaten soll der angeblich zivilen NASA auch noch die «Sicherheit» der USA am Herzen liegen, und damit verlassen die USA bereits mit der Geburtsurkunde der NASA das Feld der friedlichen Nutzung des Weltraums: «Der Kongress erklärt, dass das Gemeinwohl und die Sicherheit der Vereinigten Staaten die Bereitstellung angemessener Mittel für die Luft- und Raumfahrtaktivitäten erfordern.»

«Impaktor» der NASA. Auch militärische Anwendungen wären denkbar.

Militärische Forschung wird dabei keineswegs ausgeschlossen. Ausgenommen sind vielmehr nur solche Aktivitäten, die der Entwicklung von Waffensystemen, militärischen Operationen oder der Verteidigung «eigen» oder «primär verbunden» sind.

Enge Kooperation Was nicht in erster Linie militärisch ist, ist also erlaubt. Oder anders gesagt: Die NASA ist nicht gerade eine eigene Waffengattung oder eine hauptsächlich militärische Forschungsanstalt, aber sonst ist alles gestattet.

In Wirklichkeit sind die Aktivitäten der Raumfahrtbehörde nicht von jenen des Militärs zu trennen. Selbstverständlich steht jede Entwicklung der NASA auch dem Pentagon zur Verfügung. Schliesslich ist die NASA eine Regierungsbehörde.

Die Vorstellung, die NASA würde ihre Entwicklungen vor dem Militär geheimhalten, um ihren zivilen Charakter nicht zu beschädigen, ist absurd. Und selbstverständlich beauftragt die NASA dieselben Firmen, die auch das Pentagon beauftragt.

Laut NASA-Gesetz darf und soll die Raumfahrtbehörde sogar eng mit anderen Regierungsbehörden kooperieren – wozu natürlich auch das Pentagon gehört: «Jede Abteilung und Behörde der Bundesregierung hat umfassend mit der NASA-Administration zu kooperieren, indem sie der Administration Dienste, Ausrüstungen, Personal und Einrichtungen zugänglich macht.»

Aber: Jede dieser Abteilungen und Behörden ist auch autorisiert, Raumschiffe, Flugzeuge sowie Ausrüstungen und Material von der NASA zu empfangen – und zwar ohne finanzielle Entschädigung. So sieht die rechtliche Schnittstelle zwischen Pentagon und NASA aus, und so können zivile Mittel als Sachwerte an das Pentagon fliessen. Oder militärische Forschungen unter dem zivilen Deckmantel der Weltraumforschung durchgeführt werden.

Beispiel dafür ist das senkrecht startende Raumfahrzeug Delta Clipper Experimental DC-X. Laut der NASA-freundlichen Webseite clavius.org wurde der Delta-Clipper DC-X von der NASA gemeinsam mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern McDonnell Douglas (gehört heute zu Boeing) entwickelt.

Das ist aber noch nicht die ganze Wahrheit. Vielmehr ist der ursprüngliche «Bauherr» des Delta Clipper DC-X keineswegs die NASA, sondern die Strategic Defense Initiative Organization (SDIO), also Ronald Reagans Star-Wars-Behörde, heute: Missile Defense Agency (MDA).

Die MDA reichte das Projekt an das zentrale Forschungsinstitut des Pentagon weiter, an die Defense Advanced Research ‹‹ Gefahr droht uns nicht von den Aliens – sondern von den USA.

Projects Agency (DARPA). Auch das Nachfolgeprojekt DC-XA wurde von der NASA und dem Pentagon gemeinsam betrieben, bis es nach einem Unfall offiziell eingestellt wurde.

Dass die Gefahr aus dem All nicht von Aliens, sondern von den Amerikanern droht und die Menschheit bereits in der Falle sitzt, wurde dem Rest der Welt denn auch schon klar. Aber – wie sich das für eine ordentliche Falle gehört – eben zu spät. Hektisch versuchten internationale Entscheidungsträger, den grundsätzlichen Geburtsfehler der bestehenden Vereinbarungen über den Weltraum zu korrigieren – eben das auf Massenvernichtungswaffen beschränkte Rüstungsverbot im All.

Nun wollen sie Regelungen, die sicherstellen, «dass der Weltraum waffenfrei bleibt», so UN-Generalsekretär Kofi Annan. Chinas Abrüstungsbotschafter Li Changhe verlangte internationale Gesetze, die nicht nur Nuklearwaffen im All verbieten, sondern «jegliche Waffen».

Verräterisches Schweigen Auf die jüngsten, aggressiven US-Ankündigungen reagierte die Weltgemeinschaft mit peinlichen Demonstrationen ihrer Hilflosigkeit.

Im November 1999 «stimmten 138 Staaten in der UN-Generalversammlung für die Bekräftigung des Weltraumvertrages und seine Bestimmungen, denen zufolge das All lediglich ‹friedlichen Zwecken› dienen solle», schrieb die kritische US-Zeitung «The Nation». «Nur die Vereinigten Staaten und Israel enthielten sich der Stimme.»

Klar. Denn dass die USA tatsächlich in Verhandlungen über ein weitergehendes Waffenverbot im Weltraum eintreten werden, ist wohl kaum anzunehmen. Wie sagte doch Keith Hall, Direktor des National Reconnaissance Office und bei der Air Force in leitender Position für die Weltraumkriegsführung: «Wir haben die Dominanz im Weltraum, wir mögen sie, und wir werden sie behalten.»

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Ein schwarz-weißes Bild eines großen Objekts im Weltraum.
Ein Satelliten wird in schwarz-weißem Bild gezeigt.
Eine Reihe von vier Bildern mit den Worten "Circle chasers" auf ihnen.

Nr. 6 – Nov./DEZEMBER 2005 (Ausgabe 12) € 7,50 (D) € 7,50 (A) CHF 11,00

Wunder auf Ibiza nach Schikane in Deutschland Psi-Heiler

Ein Bild eines großen weißen Wirbeln im Himmel.

Mel Gibsons kontroverser Film «Die Passion Christi» (2004) basiert nicht, wie vom Produzent behauptet, auf den Evangelien, sondern auf den Visionen der stigmatisierten deutschen Nonne Anna Katharina Emmerick (1774 – 1824). Vor einem Jahr wurde die Frau mit den Wundmalen Jesu vom Papst selig gesprochen. Ein Grund mehr, ihre Schauungen einer kritischen historischen Prüfung zu unterziehen. Denn sie waren ihrer Zeit voraus – zumindest in archäologischer Hinsicht.

von Michael Hesemann Der Vollmond taucht alles in sein mattes, kaltes Licht. Schwere Wolken hängen über der hügeligen Landschaft, vereinigen sich mit dem Nebel, der langsam vom Boden aufsteigt. Vögel kreischen, etwas Verhängnisvolles liegt in der Luft.

Ein Mann betet mit der Kraft der Verzweiflung.

Blut durchsetzt die Schweisstropfen, die auf den kalten Stein klatschen. Seine Gefährten haben ihn verlassen, schlafen in der Nähe. Er weckt sie auf, denn er weiss, dass Unheil naht. Plötzlich taucht hinter ihm eine kreidebleiche Gestalt auf, weder Mann noch Frau und von eisiger Ausstrahlung.

«Glaubst Du wirklich, dass ein Mensch die Last der ganzen Sünde tragen kann?», flüstert sie Jesus mit kalter, emotionsloser Stimme zu, bevor sie wieder im Schatten verschwindet: «Ich sage dir, kein Mensch allein kann diese Last tragen. Sie ist viel zu schwer. Niemand, nie.»

Eine Schlange schleicht sich an Jesus heran, der sich demütig zu Boden geworfen hat. Dann steht er plötzlich auf und zertritt der Schlange energisch den Kopf. In diesem Augenblick tauchen Fackeln in der Finsternis der Nacht auf.

Etiketten-Schwindel So beginnt Mel Gibsons filmisches Meisterwerk «Die Passion Christi». Bereits die ersten Minuten des Dramas um die letzten zwölf Stunden im Leben des Jesus von Nazareth geben Rätsel auf.

Schon sie enthüllen die Quelle.

Denn obwohl offiziell auf der Website des Films behauptet wird, er sei eine originalgetreue Wiedergabe der Passionsschilderungen der vier Evangelien ist dem nicht so. In keinem der vier Evangelien ist von einer solchen Versuchung Jesu die Rede.

Vielleicht wäre es ehrlicher gewesen, wenn Gibson gleich die wahre Quelle genannt hätte, auf der sein Filmepos beruht: nämlich die Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick. So wie sie der romantische Schriftsteller Clemens Brentano in «Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi» schilderte.

Anna Katharina Emmerick (1774- 1824) war die Tochter armer Landarbeiter aus einem Dorf bei Coesfeld in Westfalen.

Schon als Kind hatte sie Visionen. Schon früh war es ihr brennender Wunsch, in ein Kloster zu gehen. Doch wurde sie zunächst abgewiesen, weil sie weder eine Mitgift einbringen konnte noch über irgendeine formelle Bildung verfügte und zudem noch kränkelte.

Erst 1802 nahm man sie zusammen mit ihrer Freundin, der Organistin Klara Söntgen, im Kloster Agnetenberg in Dülmen auf. Doch nur neun Jahre später wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation geschlossen und Anna fand als Haushälterin bei einem Priester Aufnahme.

Bald darauf empfing sie die Wundmale Christi, lebte zudem zwölf Jahre lang ohne jede Nahrung mit Ausnahme der täglichen heiligen Kommunion. Ärzte, die sie untersuchten, fanden keine natürliche Ursache dieses Phänomens.

Regelmässig am Freitag fiel sie in Ekstase und sah in Visionen das Leben und Leiden Christi. 1818 erfuhr der romantische Schriftsteller Clemens Brentano von ihr und beschloss, auf der Grundlage ihrer Schauungen ein detailliertes Buch über die Passion Jesu zu verfassen.

Darin sah Jesus «von allen Seiten Angst und Versuchung, wie Wolken voll schrecklicher Bilder, nahen», bevor ihm der Satan «in verschiedenen Gestalten des Abscheulichen» erschien – darunter auch als Schlange.

Gleiches gilt für die nächste Film-Szene. Jesus wird von den Schergen in Ketten abgeführt. Dabei kommt es zu schrecklichen Misshandlungen.

Mehrfach wird er brutal geschlagen, schliesslich von einer hohen Brücke geworfen, so dass er unter grossen Schmerzen an den Ketten hängt.

«Übertriebene Hollywood-Phantasie», schrieben die Kritiker. Tatsächlich steht Anna Katharina Emmerick. Künstlerische Darstellung der stigmatisierten Nonne.

von diesen Gewalttaten kein Wort in den Evangelien. Nur Anna Katharina Emmerick erzählte: «Die Schergen stiessen den armen gefesselten Jesus, den sie an den Stricken hielten, über mannshoch von der Brücke in den Bach Kidron nieder, wobei sie mit Schimpfworten sprachen…»

Jede Menge Parallelen Erscheint König Herodes im Film als schwuler Lüstling im Kreis halbnackter junger Männer, so richtete sich Gibson nach Emmerick, die ihn als «weichlichen, wollüstigen König» beschrieb.

Wird Judas Iskariot im Film von Kindern in den Wahnsinn und schliesslich in den Selbstmord getrieben, so scheint auch diese Szene wiederum von der stigmatisierten Nonne inspiriert, die laut Brentano erklärte: «Ich sah ihn wieder wie einen Rasenden im Tale Hinnon laufen, ich sah den Satan in furchtbarer Gestalt an seiner Seite, der ihm alle Flüche der Propheten über dieses Tal, wo die Juden einst ihre eigenen Kinder den Götzen geopfert, in die Ohren flüsterte, um ihn zur Verzweiflung zu bringen.»

Zeigt der Film minutenlang die blutige Geisselung, so ausgiebig, dass manch feinsinnige Gemüter gar nicht hinschauen konnten, so war auch dies keine «übertriebene Gewaltdarstellung», kein «Mad Max goes to Golgatha», wie die Kritiker monierten.

Es war nur die filmische Umsetzung der ausgiebigen Schilderung der Geisselung Jesu, die im Emmerick/Brentano- Buch ganze sieben Seiten füllt.

Bei Emmerick wie bei Gibson wird Maria, die Mutter Jesu, Zeugin der Geisselung, während die Evangelien darüber schweigen. Am Ende gibt die besorgte Frau des Pontius Pilatus ihr frische Leinentücher, um das Blut ihres Sohnes aufzuwischen. Auch das ist ein Detail aus den Emmerick-Visionen: «Ich sah, da Jesus nach der Geisselung an der Säule niedergesunken war, dass Claudia Procle, des Pilatus Weib, der Muttergottes einen Pack grosser Tücher sendete (…) Nun aber sah ich die heilige Jungfrau und Magdalena, als das Volk sich mehr nach einer andern Seite wendete, dem Geisselplatz nahen, und sie warfen sich (…) an die Erde bei der Geisselsäule nieder und trockneten das heilige Blut Jesu mit jenen Tüchern auf, wo sie nur eine Spur fanden.»

Ebenso der Kreuzweg: Die Evangelien berichten nichts von den Stürzen Jesu auf dem Weg nach Golgatha. Im Film «Die Passion Christi» aber sind es sechs Stürze – so wie es bei Anna Katharina Emmerich heisst: «Da fiel der arme Jesus zum sechsten Mal einen schweren, verwundenden Fall unterm Kreuze. Nun aber schlugen und trieben sie heftiger als je, bis Jesus oben auf dem Gerichtfelsen anlangte und mit dem Kreuze an die Erde niederstürzte zum siebenten Male.»

Starb Jesus schliesslich am Kreuz, berichten die Evangelien, «riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei.

Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich.» Auch hier scheint Mel Gibson zu übertreiben, stürzen bei ihm doch auch die Säulen des Tempels ein. Ganz so aber steht es bei Brentano/Emmerick: «Die beiden grossen Säulen des Einganges in das Sanktum des Tempels, zwischen welchen ein prächtiger Vorhang nieder hing, wichen oben auseinander (…)

Die Schwelle, die sie trugen, sank (…) an Simeons Betzelle (…) stürzte ein grosser Stein heraus, und das Gewölbe der Zelle stürzte ein. In einigen Hallen sank hie und da der Boden, Schwellen verrückten sich und Säulen wichen.»

‹‹ Insofern scheint die Gewaltdarstellung höchst realistisch…

Öffnet schliesslich der Legionär Cassius Longinus die Seite Jesu, «stehen die Umstehenden unter einer Dusche von Blutströmen», wie das Freenet-Filmlexikon schreibt, um die Darstellung gleich zu bemängeln: «So sehen viele Kritiker Elemente von Splatter- oder Horrorfilmen in dem Film.»

Doch nicht Mel Gibsons Phantasie, sondern Anna Katharina Emmericks Vorlage bestimmte den Erguss von «Blut und Wasser» (Joh 19, 34). Bei ihr «stürzte aus der weiten Wunde der rechten Seite Jesu ein reicher Strom von Blut und Wasser nie- «Passion of Christ»: Szene aus dem kontrovers diskutierten Kinofilm.

der und überströmte (des Legionärs) aufwärts gerichtetes Angesicht mit Heil und Gnade.»

Gibsons spätes Bekenntnis Mel Gibsons «Die Passion Christi» ist also eine höchst realistische, werkgetreue Verfilmung des Emmerick/Brentano-Buches «Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi». Es illustriert eindrucksvoll, was die Stigmatisierte – und mir ihr so viele andere Träger der Wundmale Christi – in ihren Visionen sah.

Lesen wir die Protokolle ihrer Beichtväter und Wegbegleiter, so erscheint der Film keineswegs übertrieben in seiner Gewaltdarstellung, sondern höchst realistisch.

Der einzige Vorwurf, der Mel Gibson zu machen ist, ist der einer falschen Quellenangabe. Er hätte sich von Anfang an zu Emmerick bekennen sollen, statt zunächst die Evangelien als seine einzige Quelle anzugeben.

Erst nach dem Filmstart gestand er denn auch in diversen Interviews, 15 Jahre zuvor Emmericks Werk gelesen zu haben.

Damals schon hatte er beschlossen, es eines Tages zu verfilmen.

Wie realistisch aber sind diese Visionen überhaupt? Wie sind sie historisch zu bewerten? Neben den Evangelien stehen uns vor allem drei Massstäbe zur Verfügung, um diese Frage zu klären: Antike Quellen zur Praxis der Kreuzigung im Römischen Reich, Ergebnisse archäologischer Untersuchungen im Raum Jerusalem sowie forensische Studien zum Turiner Grabtuch.

Letzteres ist der wichtigste, wenn auch der umstrittenste Massstab. Obwohl die Existenz eines «Leinens, auf dem nicht nur das Heilige Antlitz (Jesu), sondern die vollständige Gestalt des Körpers zu sehen war», seit der Zeit um 600 bezeugt ist, als es ein anonymer Arzt aus Smera (heutige Türkei) in der Stadt Edessa gesehen haben will, obwohl es in einer ungarischen Evangelienhandschrift aus dem 12. Jahrhundert, dem «Codex Pray», ziemlich genau wiedergegeben ist und alles darauf hindeutet, dass die Kreuzritter es bei der Plünderung von Konstantinopel im Jahre 1204 erbeuteten, steht dem noch immer die fatale Radiokarbondatierung von 1988 entgegen: Danach soll es aus der Zeit um 1325 stammen, plus oder minus 65 Jahre.

Erst eine Studie, die im Januar 2005 in der renommierten chemischen Fachzeitschrift «Thermochimica Acta» veröffentlicht wurde, erschütterte diese Datierung.

Denn in ihr wies der US-Chemiker Raymond Rogers von den Los Alamos National Laboratories – immerhin den Regierungslabors, in denen auch die Atombombe entwickelt wurde – nach, dass das Stofffragment vom Rand des Leinens, das 1988 datiert wurde, nicht zum eigentlichen Grabtuch gehört: Es weist Farbstoffe auf, die erst seit dem 13. Jahrhundert verwendet werden, die aber bei Stoffproben aus der Mitte des Tuches fehlen.

Das heisst: Es ist angenäht und künstlich gefärbt worden, um in seiner Farbe der eigentlichen Reliquie zu entsprechen. Wann das Randstück angenäht wurde, ist offensichtlich: Im Jahre 1532 brannte die Kapelle von Chambery, in der es damals aufbewahrt wurde, erhitzte das Feuer seinen Schrein, tropfte geschmolzenes Silber auf seine Oberfläche und verursachte jene grossen Brandflecken, die noch heute sein Erscheinungsbild prägen.

Das Kernstück aber mit dem eindrucksvollen Abbild des Gekreuzigten entstand durch eine starke Vergilbung auf den obersten Schichten des Leinens, muss nun also wieder als «stummer Zeuge von Golgatha» gelten.

Mit seiner Hilfe können Gerichtsmediziner exakt rekonstruieren, auf welche Weise Jesus von Nazareth litt und starb.

Es hilft uns aber auch, zu überprüfen, wie korrekt die Visionen der Anna Katharina Emmerick sind.

Präzise Voraussagen Vorweg: Archäologisch gesehen sind sie wahrhaft genau – teilweise gar regelrecht «visionär»!

1. Tatsächlich existierte eine hohe Brücke, die den Ölberg mit dem Jerusalemer Tempel verband. Allerdings ist wahrscheinlich, dass die Schergen, die Jesus abführten, möglichst wenig Aufsehen erregen wollten und den Bach Kidron erst am Ende der Ostmauer Jerusalems überquerten, die Stadt durch das Tor am Schiloahteich betraten, um über Steintreppen zu den Residenzen der Hohepriester in der Oberstadt zu gelangen.

2. Laut Anna Katharina Emmerick wurde Jesus nach dem Verhör vor dem Hohepriester Kajaphas in ein Verliess im Keller seines Palastes geworfen, das sie als «ein kleines, rundes Gewölbe» beschrieb: «Ich sah, es besteht noch jetzt ein Teil dieser Stelle.»

Blutrünstige Bilder. Gibsons Jesus-Film orientierte sich an Emmericks Visionen.

Das schrieb Brentano 1820 nieder. Tatsächlich entdeckten Assumptionisten-Patres im Jahre 1888 die Überreste des Kajaphas-Palastes am Südrand der Stadt und errichteten an dieser Stelle die Kirche «St. Peter in Gallicantu». Dort wird heute eine sechs Meter tiefe und vier Meter breite ehemalige Zisterne als «Gefängnis Christi» gezeigt.

3. Der Weg nach Golgatha verlief bei Emmerick «den Zug durch das Bogentor einer alten inneren Mauer der Stadt», was den historischen Begebenheiten entspricht, nämlich die Marktstrasse entlang durch das Gennathtor der alten hasmonäischen Stadtmauer in die herodianische Neustadt.

Jesus verliess die Stadt durch das Ephraimstor, das laut Emmerick «fest und lang» war: «Man geht zuerst durch einen gewölbten Bogen, dann über eine Brücke, dann wieder durch einen Bogen.» Erst als der russische Erzbischof Antonin Kapoustin 1883 die Ruinen dieses Tores freilegte, wurden Emmericks Angaben archäologisch bestätigt. Tatsächlich war es eine kleine, von Türmen überragte Festung, die aus einem inneren und einem äusseren Torbogen bestand.

Weniger blutig Falsch liegt Emmerick dagegen bei Geisselung und Kreuzigung: 1. Die Geisselung verlief weniger blutig als in den Schilderungen Emmericks.

Die römischen Besatzer respektierten in Judäa das mosaische Gesetz, nachdem die Zahl der Geisselhiebe nicht die «vierzig weniger einen» (5 Mos. 25,3) überschreiten durften. Sie benutzten aber Geisselpeitschen mit drei Lederriemen, die in kleinen Bleihanteln endeten.

Tatsächlich weist das Turiner Grabtuch exakt 117 Wunden (also 39 mal 3) auf, die von der Geisselung stammen. Einen Blutrausch wie im Gibson-Film hat es also nicht gegeben, obwohl der Körper des Gegeisselten tatsächlich blutig und zerfetzt gewesen sein muss.

2. Bei Emmerick trug Jesus das Holz, aus dem seine Henker in Golgatha das Kreuz zimmerten, bei Gibson – wie in unzähligen Gemälden – das fertige Kreuz. Beides ist falsch. Ein von der Geisselung geschwächter Mensch hätte nie die etwa 100 Kilo des rund 2,5 Meter hohen Kreuzes die 600 Meter vom Prätorium zum Golgatha-Hügel schleppen können.

Tatsächlich trugen die zur Kreuzigung Verurteilten immer nur das «Patibulum», den Querbalken des Kreuzes, zur Hinrichtungsstätte, an der der «Stipes», ein Pfahl, bereits stand. Waren sie an den Querbalken gefesselt, wurden sie mit diesem nur an dem Kreuzesstamm hochgezogen, was antike Autoren mit dem Hissen eines Segels verglichen.

3. Jesus war aber nach mehreren Fällen vom Patibulum befreit worden, das Simon von Cyrene tragen musste. Daher wählten die Henker an der Kreuzigungsstätte die schmerzhaftere Alternative: Sie schlugen ihn mit Nägeln an den Querbalken, bevor sie ihn am Kreuzesstamm hochzogen und schliesslich seine Füsse ans Holz schlugen. Das Turiner Grabtuch bestätigt diese Rekonstruktion, weist klar erkennbare Abdrücke des Querbalkens in der Schulterregion auf. Bei Emmerick wie bei Gib- ‹‹ Antworten dazu finden sich in einem Kommentar des Papstes.

son wurde er dagegen auf dem fertigen Kreuz liegend angenagelt, bevor man das Holz und den Gekreuzigten mühsam aufrichtete; eine Methode, die den praktischen und durch Massenhinrichtungen routinierten römischen Henkern gewiss nie in den Sinn gekommen wäre.

Warum der Widerspruch?

Wie also kommt es, dass die Visionen der Anna Katharina Emmerick einerseits archäologisch korrekt sind, dass sie Details des Kajaphas-Palastes und des Ephraim-Tores erwähnt, die erst ein halbes Jahrhundert später durch Ausgrabungen bestätigt wurden, bei Details der Geisselung und Kreuzigung aber so falsch lag?

Die Antwort finden wir in einem Kommentar des heutigen Papstes Benedikt XVI., der als Joseph Kardinal Ratzinger und Präfekt der Glaubenskongregation im Jahr 2000 eine andere mystische Vision, das so genannte «Dritte Geheimnis von Fatima», brillant kommentierte.

Eine Vision bedeutet, so Ratzinger, «dass die Seele vom Impuls realer, wenngleich übersinnlicher Wirklichkeit berührt und für das Sehen des Nichtsinnlichen, des nicht den Sinnen Sichtbaren, geöffnet wird – ein Schauen mit den ‹inneren Sinnen›.»

Diese innere Schau «ist nicht Fantasie, sondern eine wirkliche und eigentliche Weise der Wahrnehmung. Aber sie bringt auch Einschränkungen mit sich. Schon bei der äusseren Schau ist immer auch der subjektive Faktor beteiligt: Wir sehen nie das reine Objekt, sondern es kommt auch zu uns durch den Filter unserer Sinne, die einen Übersetzungsvorgang zu leisten haben.»

Da aber kommt der Faktor der menschlichen Subjektivität zum Tragen.

Der Mensch ist eben kein «reiner Kanal» und noch weniger ein Satellitenreceiver, sondern «filtert» die empfangenen Bilder und gleicht sie Bekanntem an.

Die «Störsignale» des menschlichen Geistes überlagern die äusseren Impulse. Ratzinger: «Die Bilder sind sozusagen zusammengesetzt aus dem von oben kommenden Anstoss und aus den dafür vorliegenden Möglichkeiten des wahrnehmenden Subjekts.»

Eindrücke kontaminiert Im Klartext: Da, wo Emmerick Unbekanntes sah, etwa bei Kajaphas’ Kerker oder dem Ephraimstor, empfing sie die Bilder am klarsten. Und da, wo es in ihrem Unterbewusstsein Tausende Bilder aus der Kunst und den Passionsspielen gab, wo sich zudem, wie bei der Geisselung, subjektive Eindrücke mit dem realen Geschehen mischten, sind sie kontaminiert, überlagert und schlichtweg falsch.

Visionen sind also immer erst kritisch auszuwerten. Regisseur Mel Gibson hätte gut daran getan, Archäologen, Gerichtsmediziner und Grabtuchforscher zu konsultieren, bevor er die Emmerick-Schauungen nahezu 1:1 umsetzte und als authentisch ausgab.

So bleibt «Die Passion Christi», wenngleich ein filmisches Meisterwerk, eher durch seine Subjektivität reizvoll. Er zeigt zumindest, wie eine stigmatisierte Nonne die Passion Christi in ihren Visionen erlebte.

■

Zwei Männer in Rüstung stehen nebeneinander.
Ein Mann mit einer Dornenkrone auf dem Kopf.
Eine Gruppe von Männer in Rüstung und mit einem großen Holzkreuz.

Zeugen des Übersinnlichen: Die beiden «Minilab»-Experimentatoren Ed Cox (links) und Professor J. Thomas Richards.

Videoaufnahmen zeigen verblüffende Dinge in einem hermetisch verschlossenen Glaskasten: Dinge materialisieren sich darin wie von Geisterhand – und verschwinden wieder. Ein neues Buch des Psi-Forscher Edward Cox dokumentiert den Spuk jetzt erstmals in allen Details.

Die Videoszenen, die einem eiskalte Schauer über den Rücken jagen und selbst stocknüchterne Physiktheoretiker und abgebrühte Hochschuldozenten ins Grübeln bringen, sind unglaublich. Unglaublicher als jedes getrickste Filmszenario à la Hollywood. Denn sie lassen Zweifel an der Stimmigkeit unseres herkömmlichen Weltbilds aufkommen.

Es ist nichtsdestoweniger nackte Realität, die sich im verschlossenen Keller des Hauses von Professor John Thomas Richards in Rolla, Missouri, in einem mit Zahlenschloss abgesicherten, versiegelten Glasbehälter abspielt – vor einer bewegungsaktivierten Kamera, die direkt neben diesem aquariumähnlichen «Minilab» aufgestellt ist.

Nachdem das Minilab über längere Zeit in der Isolationskammer im Keller belassen worden war, konnte man beim Entwickeln der Filme sehen, wie sich etwa adressierte Briefe von selbst verschickten. Die Briefe wurden von den Experimentatoren in an sich selbst adressierte und frankierte Kuverts gesteckt und im Minilab platziert, das dann mit einem Zahlenschloss verschlossen und einem Superkleber abgedichtet wurde.

Obwohl das Minilab nicht geöffnet werden konnte und die Anlage längere Zeit in der Isolationskammer im Keller belassen worden war, konnte man beim Betrachten der Filme beobachten, wie sich ‹‹

Briefe im Minilab verschwanden – und verschickten sich von selbst. die Briefe von selbst verschickten – also urplötzlich aus dem Minilab verschwanden. Um den Absendern später zugestellt zu werden.

Weiter zeigen die Videoaufnahmen kleine Luftballone, die sich wiederholt von selbst aufblasen um anschliessend in sich zusammenzusacken. Oder wie sich drei Holzringe durchdringen und eine Einheit bilden, um sich kurz darauf wieder aus dem Verbund zu lösen und sich in nichts aufzulösen.

Faszinierend sind auch die zahllosen Objektbewegungen, das korrekte Sortieren zuvor gemischter Spielkarten wie von Geisterhand sowie die plötzlichen Selbstentzündungen von Papier und andere paraphysikalische Phänomene.

Schliesslich zeigt das Video auch Schreibfedern, die sich, tintengetränkt, von selbst aufrichten, um auf Briefpapier von Experimentatoren gestellte Fragen zu beantworten.

20 Jahre lang experimentiert Konstruiert wurde das Minilab von dem amerikanischen Parapsychologen William Edward («Ed») Cox, ehemaliger Mitarbeiter des weltbekannten Psychologen und Begründers der modernen Para-Psychologie, Professor Joseph B. Rhine.

Involviert waren weiter Professor Dr.

T. Thomas Richards und Professor Peter Philips, Gründer des McDonnel Laboratory for Psychical Research an der Washington University, St. Louis.

Die Experimente fanden von 1961 bis 1981 statt und werden in Cox’ kürzlich erschienenen Buch «Psi Physics» ausführlich dokumentiert. Hunderte der unerklärlichen Vorgänge sind darin minutiös beschrieben. Auf vielen Seiten der bisher leider nur auf Englisch vorliegenden Publikation werden auch die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen beschrieben, die Tricksereien im Vorfeld verhindern sollten. Dennoch werden die vorgestellten Phänomene von orthodoxen Naturwissenschaftlern nicht kommentiert, sondern geflissentlich ignoriert – weil sie konventionell-physikalisch nicht erklärbar sind. Manchem scheint dabei wohl die Angst im Nacken zu sitzen, seine über Jahrzehnte gehegten Vorstellungen von der Weltordnung könnten plötzlich an Glaubwürdigkeit verlieren.

Wirken Verstorbene?

Harvey Martin von der Firma «Metamind», der dem Autor dieses Artikels eine Kopie des Videostreifens mit den unglaublichen Vorgängen im Minilab zur Verfügung stellte, sieht in den Manifestationen eindeutig das Wirken Verstorbener. Er bezieht sich dabei sowohl auf Ed Cox, den Konstrukteur des Minilab, als auch auf den zuvor erwähnten Professor Dr. J.

Thomas Richards.

Neben seinem berühmt gewordenen aquariumähnlichen Minilab hatte Ed Cox Ende der Siebzigerjahre Kleinstausgaben ‹‹ Flaschen wurden derart versiegelt, dass niemand mogeln konnte.

dieser Anlage entwickelt, mit denen bis in die jüngste Zeit experimentiert wurde: die Mini-Minilabs.

Mit diesen kleinen Einheiten – Medizinflaschen aus Glas – konnten all die Jahre erstaunliche Ergebnisse erzielt werden, deren Echtheit, was die strengen Kontrollbedingungen anbelangt, mittlerweile gesichert scheint.

Im März 1979 nummerierte Cox zehn dieser umfunktionierten Medizinflaschen mit einem Fassungsvermögen von etwa einem halben Liter und bestückte sie mit jeweils genau denselben Gegenständen, bevor er sie versiegelte. Enthalten waren:

  • ein rechteckiges Stück dickes, weis-
  • zwei gerade, herkömmliche Pfei-
  • ein gespitzter Bleistiftstummel;
  • eine offene Sicherheitsnadel.

Nachdem die Deckel fest verschraubt waren, wurden die Flaschen absolut sicher versiegelt. Über den Deckel wurde ein Stück textilverstärktes rotes Klebeband gelegt und auf zwei Seiten am Flaschenhals festgeklebt.

Ein aus speziellen Kunststofffasern zusammengedrehter, verschiedenfarbiger Versiegelungsfaden wurde schliesslich in der Einkerbung des Flaschenhalses fest um das Klebeband gewickelt und verknotet.

Den Knoten versiegelte man zusätzlich mit Klebstoff und versengte die Fadenenden, so dass man das Ganze nicht mehr ohne mechanische Gewalt öffnen konnte.

Unterhalb der Umwicklung wurde mit demselben Faden noch eine weitere angebracht, deren Knoten dem anderen gegenüberlag, den man in gleicher Weise sicherte.

Die Stelle, wo die beiden Fadenumwicklungen das Klebeband kreuzten, versiegelte man gleichfalls mit Kleber.

Psychokinetische Hilfe Anders als bei den eingangs beschriebenen kastenförmigen Minilabs wollte Cox mit diesen «Mini-Minilabs» feststellen, ob sich in einer oder mehreren der Flaschen unter dem Einfluss der SORRAT-Gruppe psychokinetische Effekte zeigen würden.

SORRAT – die Society for Research in Rapport and Telekinesis in Missouri– ist untrennbar mit der Erforschung der so ge- Versiegelte Medizinalflaschen. In ihrem Innern ereigneten sich seltsame Dinge.

Ein schwarz-weißes Foto von vier Flaschen mit einem Kreuz.
Ein schwarz-weißes Foto mit einem Zitat von Ernst Meckelburg.
Eine Zeichnung eines Wildschweins mit Zähnen.

Elisabeth S. (27) hat ein einzigartiges Talent: Töne empfindet sie immer auch als Farben, Gerüche als Musik. Jahrelang musste sie dafür kämpfen, ihre Begabung in ein wissenschaftliches Licht zu rücken.

«Plötzlich wurde mir bewusst: Das tönt blau.» Elisabeth S. weiss noch genau, wie alles anfing. Mit einer Freundin spazierte sie als 16-jährige durch den Regen – und hörte dem Plätschern des Wassers zu.

Das Schweizer Mädchen stellte fest: Irgendetwas an ihr war anders. Töne empfand sie immer auch als Farben, Gerüche als Musik. War sie psychisch krank? Im Gegenteil. Eines Tages erfuhr Elisabeth, dass sie Synästhetikerin ist.

«Synästhetiker» nennt die Wissenschaft Menschen, bei denen Sinnesreize weitere Empfindungen auslösen – zusätzlich zur «normalen» Wahrnehmung.

Doch Elisabeth S. verfügt über eine Wahrnehmung, die selbst unter ihresgleichen weltweit einzigartig ist: Musikalische Tonkombination – ob Sekunde, Terze, Quarte, Quinte oder Sexte – empfindet sie auch geschmacklich, wie Untersuchungen an der Universität Zürich ergaben.

Dazu der Schweizer «Sonntagsblick»: «Das Phänomen ist messbar. S.' Fähigkeiten helfen ihr, mit Hilfe des Geschmackssinnes Töne in Rekordzeit zu identifizieren. In einigen Experimenten erkannte sie Tonkombinationen anderthalb mal so schnell wie Profimusiker.»

Riesenrummel Seit die renommierte Wissenschaftszeitschrift «Nature» über sie berichtete, stehen Wissenschaftler und Journalisten bei Elisabeth S. Schlange. Lange musste sie dafür kämpfen, dass Synästhesie nicht mit Esoterik verwechselt wurde.

In ihrer Diplomarbeit zu diesem Thema versuchte sie, Synästhesie klar von anderen Bereichen wie Kinesiologie und Hellsehen abzugrenzen – und sie in ein wissenschaftliches Licht zu rücken.

Journalistische Anfragen beantwortet sie aus diesem und anderen Gründen mittlerweile sehr zurückhaltend, wie sie «mysteries» erklärte. Begreiflich, dass die heute 27-Jährige nach all dem Rummel um ihre Person in erster Linie wieder ein ganz «normales» Leben führen möchte. red.■

Ein Plakat für Filmfehler in Hollywood