Das Buch ist in Deutschland seit 2010 ein Dauerbrenner. In «Zahnarztlügen» werfen eine Journalistin und ein deutscher Arzt den Zahnärzten vor, ihre Patienten bewusst falsch zu informieren, um möglichst viel Kohle zu machen. Radikal neue Ansätze liefern die beiden Autoren zwar nicht, sie regen aber zumindest eine längst überfällige Debatte an.

Wer auf revolutionäre Erkenntnisse hofft, dürfte von «Zahnarztlügen» auf den ersten Blick enttäuscht sein. Die Autoren Lars Hendrickson und Dorothea Brandt schreiben zwar mit spitzer Feder und reichlich polemisch, wenn es darum geht, Kollegen aus der Zunft der Zahnmediziner anzuschwärzen. Eine revolutionär neue Lösung bieten aber auch sie nicht an. Viel lieber bezeichnen sie Zahnärzte als «Klempner, die den Verfall der Zähne nur flickend begleiten». Und werfen ihnen vor, sich nicht um die Gesundheit zu kümmern, denn es gehe ihnen lediglich darum, «möglichst viel Geld zu verdienen».

Zahnärzte, so kritisieren sie weiter, würden ihre Patienten kaum oder gar falsch über Vorsorge-Möglichkeiten informieren. Das führe dazu, dass sich die Leute zwar Mühe geben bei der Zahnhygiene, aber trotzdem unter Karies und Parodontose leiden – was schliesslich teuer und aufwändig behandelt würde. Auf diese Weise werde die Mundhygiene zur Sisyphusarbeit degradiert, so die Meinung der Autoren. Man könne gar so weit gehen zu sagen: «Zähneputzen erfüllt seinen Zweck nicht.»

Wer nun hofft, dass ihn die Lektüre des Werks von der täglichen Mundhygiene befreie, irrt leider. Denn Hendricksons eigener Vorschlag für eine umfängliche und vorbeugende Zahnkur besteht aus einer langen Liste. Sie beinhaltet täglich zweimaliges Zähneputzen, jeweils eine Stunde nach dem Essen, danach eine Mundspülung – unbedingt mit einem Präparat, welches das antibakterielle Chlorhexidin enthält. Ausserdem sollte nach jeder Mahlzeit zum Xylitol-Kaugummi oder zur Lutschtablette gegriffen werden und zudem drei Mal in der Woche Zahnpflegeprodukte mit Novamin oder ACP verwendet werden.

Auf Zucker und Fruchtsäfte solle möglichst ganz verzichtet werden. Stattdessen müsse genügend Kalzium auf dem Speiseplan stehen. Und der Experte mahnt: «Dieses kugelsichere Prophylaxeprogramm ist nur im Ganzen effektiv. Jegliche Änderung kann eine Gefahr für Ihre Mundgesundheit darstellen.»

Haben die Autoren abgekupfert?

Wer Berufskollegen kritisch auf den Zahn fühlt, muss sich ebenfalls Kritik gefallen lassen. So studierte Autor Lars Hendrickson zwar sowohl Medizin als auch Zahnmedizin und war dann als Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde tätig – aber nie als praktizierender Zahnarzt. Im Internet stösst man zudem bald auf den Vorwurf, die beiden Autoren hätten viele ihrer «Fakten» vom Internetblog «Zahnfilm.de» abgekupfert.

«Wohin mein Auge in dem 228 Seiten langen Werk blickt, entdecke ich Ideen, Sätze oder ganze Kapitel aus meinen eigenen Artikeln», ärgert sich denn auch Joachim Wagner, Zahnarzt und Betreiber des Blogs. «Wer ‹Zahnfilm› regelmässig liest und dann das Buch, könnte sogar auf die Idee kommen, dass ich persönlich die Finger mit im Spiel hatte. Zur Klarstellung: ‹Zahnarztlügen› hat nicht einmal um Erlaubnis gefragt, mich namentlich zitieren zu dürfen. Das Buch wurde auf den Markt geworfen und mir dann per E-Mail davon Mitteilung gemacht.» Über gewisse Passagen im Buch ist er aber dennoch froh. Etwa wenn es darum geht, dass Zahnärzte immer noch viel zu schnell zum Bohrer greifen: «Es ist und bleibt ein Skandal der modernen Zahnmedizin, dass sie es nicht selber schafft, sich vom Bohren zu verabschieden.»

Zahnärzte wehren sich gegen Vorwürfe Dieser Meinung sind auch die Buchautoren Brandt und Hendrickson. Sie würden kariesgeplagte Zähne eher remineralisieren statt Löcher zu bohren. Ein durchaus bewährter Ansatz, wie Zahnarzt Georg Schwerdtfeger aus Lörrach gegenüber «mysteries» bestätigt: «Natürlich kann man kleine Schmelzkaries auch fluoridieren und beobachten.» Der praktizierende Doktor weiss aber aus Erfahrung: «Bei kariesanfälligen Patienten mit viel Bakterien im Mund werden solche Prozesse häufig grösser.

Wenn die Patienten dann nicht regelmässig zur Vorsorge gehen, kommen sie leider oft erst mit Schmerzen.»

Exakt diesen regelmässigen Kontrollgang zum Zahnarzt hält Buchautor Lars Hendrickson für überflüssig, so lange die richtige Prophylaxe eingehalten wird. Auch damit stösst er – zumindest bedingt – auf Zustimmung. «Dem können wir grundsätzlich beipflichten», erklärt etwa die Informationsstelle der Schweizerischen Zahnärztegesellschaft SSO auf Anfrage von «mysteries». «Trotzdem empfehlen wir eine jährliche Kontrolle bei einem Zahnarzt und Entfernung des Zahnsteins durch einen Dentalhygieniker.»

Zur richtigen Vorsorge gehört für die «Zahnarztlügen»-Autoren der Süssstoff Xylitol als Zuckerersatz. Auch dem kann die SSO nur teilweise zustimmen: «Die positive Wirkung von Xylitol als Beitrag zur Prävention von Zahnstein und Karies ist nicht genügend nachgewiesen.» Aber:«Xylitol wird vor allem als Wirkstoff in Zahnpflegekaugummis eingesetzt und hat zusammen mit der Erhöhung des Speichelflusses im Mund eine durchaus positive Wirkung, wirkt aber in hohen Dosen abführend.»

Zucker vollständig aus der Ernährung zu streichen, dürfte sowieso ein Ding der Unmöglichkeit sein, ist er doch bereits in Ausgabe 4/11 Gesundheit vielen Fertigprodukten enthalten. Die SSO rät deshalb: «Einschränkung des Zuckerkonsums und konsequentes Zähneputzen nach den Mahlzeiten genügen als Massnahmen gegen die schädlichen Wirkungen des Zuckers.»

Und wie sieht es aus mit der Mundspülung, die das antibakterielle Chlorhexidin enthalten sollte? Die SSO: «Chlorhexidin darf man zweimal täglich benutzen, es verursacht aber ab einer gewissen Konzentration mit der Zeit Reizungen der Schleimhäute und reversible Verfärbungen auf den Zähnen und der Zunge.» Auch Zahnarzt Schwerdtfeger rät zu antibakteriellen Gels oder Spülungen: «Etwa bei Parodontitis oder nach einer Operation.» Er gibt aber zu bedenken, dass solche Produkte nicht zu lange angewendet werden sollten: «Bitte nur maximal drei Wochen, danach schmeckt das Essen nicht mehr.»

Eines muss man den Autoren in jedem Fall lassen: Sie haben es geschafft, das Thema Mundhygiene und Zahnmedizin populär zu machen. Und zu verdeutlichen, dass es sich lohnt, sich über seine Zähne Gedanken zu machen, bevor sie schmerzen! Dabei zählen die eigenen Erfahrungen wohl ebenso wie die Meinung der Experten. Wer bis jetzt mit seiner Mundhygiene gut gefahren ist, hat kaum Grund, sie zu ändern. Wer den Zahnarztbesuch aber gleich mit dem Bohrer in Verbindung bringt, sollte vielleicht doch mit seinem Dentisten reden. Und zwar bevor dieser befiehlt: «Zurücklehnen und Mund auf!»

«Zahnarztlügen»: Was Sie unbedingt wissen sollten – Abbildung 2
«Zahnarztlügen»: Was Sie unbedingt wissen sollten – Abbildung 3

Was meinen muslimische Religionsführer in unseren Gefilden zum Vorwurf, dass ihre Religion auf uralten Vielgötter-Kulten gründet? «mysteries» wollte es genauer wissen und konfrontierte über ein Dutzend muslimischer Vereinigungen in Deutschland mit kritischen Fragen: Institutionen, die fast alle über äusserst professionelle Homepages verfügen, inklusive eigener Pressestellen. Das Ergebnis war ernüchternd. Keine Antwort kam etwa vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, obwohl man dort ausdrücklich versprochen hatte, sich umgehend zu melden, nachdem «Ihre Anfrage an den Vorstand zur Entscheidung weitergeleitet wurde».

Wochen später hatten uns gerade mal drei konkrete Stellungnahmen erreicht – und diese warfen noch dazu mehr Fragen auf als sie Antworten lieferten. «Dass Polytheismus aus islamischer Perspektive nicht zu akzeptieren ist, ist eindeutig», bestätigte etwa die iranische Lehrbeauftragte für die Religion des Islam an der Universität Paderborn, Hamideh Mohagheghi von der Muslimischen Akademie. Allerdings verstehe sie nicht, «warum Muslime ein Problem mit der Kaaba haben sollten, weil die Polytheisten eine Zeit lang dort ihre Götter anbeteten». Dass Mekka schon früher ein Pilgerort war, «ist bekannt», so Hamideh Mohagheghi. «Es spielt für uns keine Rolle, dass es irgendwann irgendwelche anderen Traditionen dort gab.»

So weit, so gut. Seltsam aber ihre folgenden Ausführungen: «Muhammad hat NICHT an Dschinns geglaubt. Ich weiss nicht, aus welcher Quelle Sie diese Information haben.» Na ja, liebe Frau Mohagheghi: So stehts zumindest im Koran (Sure 72), wo Ihr Prophet die Realität der unsichtbaren Dschinn-Wesen ausdrücklich benennt.

er kennt sie nicht, die eindrucksvollen Bilder von der al-Haram-Moschee im saudiarabischen Mek-Wka, die jedes Jahr von der grossen islamischen Pilgerfahrt (Haddsch) um die Welt gehen: Abertausende von weissgekleideten Gläubigen umrunden dicht gedrängt die Kaaba, jenen riesigen schwarzen Würfel. Für Muslime ist sie das Allerheiligste des Islam und gleichzeitig Zentrum der Welt. Sie bestimmt die Gebetsrichtung aller Gläubigen. In ihrer unmittelbaren Umgebung befinden sich Mensch und Tier in der Obhut Gottes.

Das rund 11 mal 12 Meter grosse und über 13 Meter hohe Gebäude steht auf einem weissen Marmorsockel und ist aus graublauen Granitsteinen errichtet, die aus den Hügeln rund um Mekka stammen. Die vier Ecken des Würfels sind nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Bedeckt wird der heilige Kubus von der Kiswah, einem schwarzen Tuch, das jedes Jahr nach der Pilgerfahrt gewechselt wird.

Im Innern ist das Allerheiligste leer, abgesehen von drei Holzsäulen, welche die Konstruktion tragen, und einigen Silber- und Goldleuchtern. An einer Aussenwand befindet sich der in Silber gefasste «Schwarze Stein». Die Pilger, welche die Kaaba siebenmal umrunden müssen, versuchen ihm möglichst nahe zu kommen, am besten ihn zu berühren oder auch zu küssen – wie es einst der Prophet Mohammed, der Gründer des Islams, gemacht haben soll.

Kurz nach Mohammeds Tod zersplittert Die Kaaba wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Speziell der heilige «Schwarze Stein» soll im Jahr 638 v. Chr. als Folge kriegerischer Auseinandersetzungen zu Schaden gekommen sein. Das Geschoss eines Katapults habe ihn getroffen, heisst es. Deshalb ist er heute in drei grosse und mehrere kleine Teile zersplittert, die durch einen Silberrahmen zusammengehalten werden. Um 930 sei er zudem nach Bahrein verschleppt und erst zwanzig Jahre später nach Mekka zurückgebracht worden.

Weitaus weniger bekannt:In der Kaaba befindet sich noch ein zweiter Stein.

Er ist an der Westwand angebracht und wird «Stein des Glücks» genannt. Allerdings umgeben ihn weitaus weniger Sagen – und so gilt er vielen auch als weniger heilig.

Von welcher Beschaffenheit der heilige «Schwarze Stein» ist? Das bleibt bis heute ein Rätsel. Manche sagen, es handle sich um Bruchstücke eines Meteoriten, andere behaupten, er bestehe aus Basalt oder einem anderen Vulkangestein. Vor allem die Meteoritenversion käme dem Glauben an einen von «Gott» gesandten Stein sehr nahe…

1980 vermutete Elsebeth Thomsen von der Universität Kopenhagen in einer wissenschaftlichen Abhandlung, dass in Wabar, einem Ort in der Rub’al-Khali- Wüste, 1100 Kilometer von Mekka entfernt, vor 6000 Jahren ein Himmelskörper niedergegangen sein muss. In einem Krater fand man Quarzglas, das sich durch die Hitze des Einschlags bildete, mit Einschlüssen von Eisen-Nickel-Verbindungen.

Neuere Forschungen haben dagegen bewiesen, dass der Meteorit in den letzten 250 bis 300 Jahren eingeschlagen haben muss («Journal of Geophysical Research», 2004). Das Naturhistorische Museum in London bezeichnet den «Schwarzen Stein» deshalb als Pseudometeoriten. Spekulationen und Hypothesen über dessen Herkunft sind Ausgabe 4/11 Geschichte

«Woher nehmen Sie solche unsinnigen Informationen über den Islam?» Muslim-Verbände – Abbildung 2

Cordans Maya-Notizen. Viele seiner Aufzeichnungen sind verschwunden.

sierten die Bloms regelrechte «Touristenfahrten» zu den Lakandonen, was ihm sauer aufstiess. «Ihr wollt dieses Volk doch nur ausbeuten», entfuhr es ihm erbost. Duby-Blom und er lieferten sich von da an erbitterte Grabenkämpfe.

Als Wolfgang Cordan einige archäologische Stücke ausstellen will, erreichen ihn anonyme Drohbriefe: «Pack Deine Ausstellung zusammen oder Du stirbst!» Am 8. Mai 1959 umstellen angeheuerte Pistolenschützen tagelang sein Haus, verwüsten sein Archiv und plündern, was ihnen wertvoll scheint. Cordan versteckt sich derweil auf dem Dachboden seines Freundes Weber, wie dieser später vor laufender Kamera bestätigte. Dann lässt der Forscher alles stehen und liegen – und flüchtet Hals über Kopf. Zufall, dass kurz zuvor in Tortuguero – ganz in Cordans Nähe! – die Schriftfragmente der einzigen bis heute erhaltenen 2012-Prophezeiung der Maya entdeckt wurden? Ob Cordan davon gewusst hat?

Als Drahtzieher der Attacken verdächtigte der Deutsche in seinen Werken später «einen örtlichen Archäologen» – womöglich den damaligen US-Jungspund Robert D. Bruce, mit dem er sich nach gemeinsamen Expeditionen zu den Lakandonen massiv in die Haare geraten war. Im Gegenzug bezichtigte ihn Bruce Jahrzehnte später der Grabräuberei. Deshalb hätten sich auch die «Judiciales Federals», die gefürchteten mexikanischen Regierungstruppen, an Cordans Fersen geheftet.

Hatte Robert D. Bruce, der enttäuschte Cordan-Verehrer, die «Pistoleros» selber aufgeboten? Vielleicht. Aber da war ja auch noch Gertrude Duby-Blom, die Cordan auf den Tod nicht Wolfgang Cordan (um 1955). Wie nahe kam ausstehen konnte. Die 1993 im hohen Alter von 92 Jahren verer dem Geheimnis der alten Maya wirklich?

storbene Pfarrerstochter hielt die Fäden im Städtchen zusammen wie niemand anderer. Forschende «Konkurrenten» weckten ihren Amazoneninstinkt. Oder, wie es das «Mannsweib» (Cordan) 1981 gegenüber Friedrich von Thun scharfzüngig formulierte: «Mich lässt Cordan kühl.

Er hat uns ja auch in Büchern angegriffen – ziemlich schäbig. Ich nehme diesen Mann nicht ernst. Er war brillant in vielerlei Beziehung. Aber, was er nicht beweisen konnte, hat er erfunden…»

Herzanfall und neue Lebensaufgabe: Die Entschlüsselung der Maya-Glyphen Anders sah das damals Cordans Freund José Weber aus Las Casas: «Als Archäologe war der Mann erfolgreich!» betonte der Privatlehrer vor laufender Kamera. «In einem Jahr etwa hat er zwei, drei Maya-Sprachen gelernt.» Wer also war daran interessiert, Cordan zu vertreiben? «Das sage ich nicht!» winkte Weber ab. «Leider weiss ich sehr viel darüber, nur bringt uns das auch nicht weiter, oder? Ich glaube, der Grund war Neid…»

In Mexico City angekommen erleidet Wolfgang Cordan einen Herzanfall – und nutzt die Gelegenheit, um sein neues Lebensziel zu formulieren: Die endgültige Entzifferung der geheimnisvollen Maya-Glyphen! Unterstützung erhält er von seinem Indio-Schützling und Freund Carlos Lampo. Unermüdlich arbeiten die Beiden an einem vergleichenden Wörterbuch der Maya-Sprache – an jener «grünen Datei», die nach Cordans Ableben unter mysteriösen Umständen von der Bildfläche verschwinden sollte.

Schaffte der 1962 ins mexikanische Merida (Yucatan) übersiedelte Forscher kurz vor seinem Tod das schier Unmögliche? Gelang es ihm, mit Unterstützung des damaligen Linguistikstudenten und späteren Universitätsprofessors Ramon Arzapalo, das Geheimnis der Maya-Glyphen endgültig zu lüften? Ja, glaubte zumindest ein ehemaliger Schüler von ihm, den Friedrich von Thun interviewen konnte: Rodolfo Ruz Menéndez (1925-2005). Damals noch an der Universitätsbibliothek von Merida tätig, erklärte er: «Ich bin der Meinung, dass Cordan tatsächlich den Weg fand, die Titelthema Ausgabe 4/11 Schrift der Maya zu entziffern. Gegen Ende seines Lebens hat er eine der drei erhaltenen Maya-Handschriften fast vollständig lesen können.»

Im Januar 1966 hielt sich der herzkranke Cordan in Chichicastenango im Hochland von Guatemala auf.

Voller Tatendrang, denn der deutsche Staat hatte ihm soeben 90’000 Mark als Kriegsentschädigung zugesprochen. Endlich keine finanzielle Not mehr! Gut gelaunt schmiedet der Querdenker neue Reisepläne. Kurze Zeit später ist Wolfgang Cordan tot. Man findet den 56-Jährigen am 29. Januar 1966 leblos in seinem Zimmer. Diagnose: Herzschlag! Herzschlag? TV-Journalist Friedrich von Thun wurde stutzig. Umso mehr, als Cordans Indiofreund Lampo wenige Monate später von seiner eigenen Sippe erschlagen wurde. Der Reporter: «Wir finden in Cordans Nachlass Stösse von Manuskripten und Notizen, die seine Hartnäckigkeit belegen, ja seine Besessenheit. Jede Hieroglyphe ist hier vermerkt, mit einer Nummer versehen, mit der phonetischen Leseweise daneben oder den verschiedenen Möglichkeiten der Übersetzung.» Cordans Schlüsselarbeit über die Entzifferung der Maya-Glyphen jedoch blieb verschollen. «Man findet einige Notizen, nicht aber sein Hauptwerk.»

Wer Wolfgang Cordan in den Jahren vor seinem Tod besuchte, erlebte einen charismatischen Mann, der enthusiastisch über die Entzifferung der Maya-Glyphen referierte und jeden in seinen Bann zog. Darunter auch den deutschen Journalisten Wo liegen die Reste von Ernst von Khuon, wie Aufnahmen von 1964 belegen. Der alte Filmstreifen zeigt: Cor-Cordans Nachlass? dan strotzte damals nur so vor Elan, die Veröffentlichung seines Lebenswerk vor Augen. Obwohl ihn seine Neider längst umzingelt hatten. Darunter wohl auch so Wo liegt Wolfgang Cordans Nachlass mancher Indio, der um die uralten Geheimnisse seines Volkes fürchtete.

heute? Erst um 1978 landeten Teile Derlei Gedanken dürften auch TV-Journalist von Thun beschäftigt haben, als er davon – hauptsächlich literarische sich anfangs der 80er-Jahre mit noch lebenden Freunden des Maya-Forschers traf.

Skripte und Fotos – in Westberlin, «Leider hatte Cordan, als er nach Guatemala verreiste, seine wichtigen Unterlagen bei seiner Schwester. Ein weiterer bei sich», gab etwa sein Schüler Rodolfo Ruz Menéndez von der Universität in Meri-Teil ging zwischen 1958 und 1975 ins da zu Protokoll. «Soweit ich informiert bin, hat man nie etwas davon gefunden. Es ist Nederlands Letterkundig Museum möglich, dass er eines natürlichen Todes gestorben ist. Aber es kann auch sein, dass nach Den Haag. Dort soll auch ein er getötet wurde. Ein Anhaltspunkt dafür wäre, dass seine wertvollsten Papiere und kleiner Rest seiner unzähligen Kar-Unterlagen nie aufgetaucht sind.» Denkbar, dass Cordan seine wichtigsten Notizen teikärtchen liegen, vermutlich nur «irgendwo versteckt» habe, ergänzte der von ihm inspirierte Professor William Brito die braunen – und nicht die ver- Sansores (Instituto Yucateco de Antropologia e Historia): «Meiner Meinung nach schwundenen grünen. Am 16. Januhatte er sein Manuskript immer bei sich. Vielleicht ist es doch in Guatemala gebliear 2001 verzeichnete das Museum ben. Entweder wurde es gestohlen, oder jemand bewahrt es bis heute auf…»

zudem den Eingang von «11 Schachteln mit neuem, bislang nicht kata- «Cordan war ebenso gut wie manch anerkannter Maya-Forscher» logisiertem Material», wie der Berli-Eine neuerliche Spurensuche könnte dennoch fruchtbar sein. «Cordan hätte in der ner Bibliothekar Manfred Herzer damaligen Pionierzeit durchaus zum kleinen Kreis seriöser Maya-Forscher zählen 2003 erfuhr. Deren Herkunft würde können», betont auf Anfrage von «mysteries» der deutsche Altamerikanistik-Expervom Museum «aus Datenschutzte Professor Berthold Riese. «Das geschah aber nicht. Weil sich die akademische gründen» verheimlicht.

Weiteres Welt hermetisch gegen Aussenseiter abschottete.» Es hätte damals in der Tat viele Material aus dem Archiv «Castrum Dilettanten auf diesem Gebiet gegeben, «die unmethodisch, ohne tiefere Sach-Peregrini», so Herzer, sei mittlerweikenntnisse und mit fantastischen Gedankengebilden an die schwierige Aufgabe der le ebenfalls dazu gekommen…

Maya-Schriftentzifferung» herangingen, so Riese. «Davor wollte sich die akademische Welt schützen und hat dabei auch Cordan ausgegrenzt. Wohl zu Unrecht, denn er war nicht schlechter als manch anerkannter Forscher seiner Zeit!»

Professor Riese ist in Maya-Fachkreisen alles andere als ein Unbekannter. In jahrelanger Fleissarbeit legte er an der Universität Bonn das «Biographische Archiv zur Anthropologie» an. Teile davon stehen mittlerweile in digitalisierter Form zur Verfügung. Die restlichen Originalpapiere liegen heute im Keller des Bonner Altamerikanistik-Instituts. Doch: Die «Akte Cordan» ist unter den Ordnern mittlerweile offensichtlich verschwunden, wie «mysteries» aus äusserst gut unterrichteter Quelle erfuhr. Nur ein weiterer kurioser Zufall?

Bald schreiben wir das viel diskutierte Maya-Jahr 2012. Wie hätte Wolfgang Cordan die Maya-Prophezeiung von Tortuguero wohl entziffert, die für den 21. Dezember 2012 laut neuster Übersetzung die «Inthronisierung eines übernatürlichen Wesens» prophezeit? Tauchen seine verschollenen Entzifferungskarten kurz vor dem Kalenderwechsel der Maya womöglich doch noch auf? Wird der akademische Fluch, der jahrzehntelang wie ein Damoklesschwert über Cordan hing, damit endlich gebrochen? Nur die Götter wissen es. Denn wie bereits Karlhans Kluncker 1982 in einer posthum publizierten Gedichtsammlung des deutschen Forschers festhielt: «Dass unersetzliche Fotografien, die Johannes Piron aus Berlin eingeschrieben an den Verlag schickte, verloren gingen, beweist, dass es in Sachen Cordan auch heute noch gelegentlich zu spuken scheint.»

vergessenen TV-Report (1981) – Abbildung 2
vergessenen TV-Report (1981) – Abbildung 3
vergessenen TV-Report (1981) – Abbildung 4

«mysteries»-Leser erfuhren es Ende April weltexklusiv als Erste. Nun ist es auch offiziell: In der zweiten bislang unerforschten Mini-Kammer am Ende des Südschachts der Cheopspyramide fand ein Roboter-Team kuriose «Graffitis». Befindet sich hinter der dortigen Rückwand eine dritte «Schatzkammer»?

Kaum ein renommiertes Journal, das die Meldung nicht weiterposaunte, nachdem sie am 25. Mai 2011 im englischen «New Scientist» offiziell verkündet wurde. Oder wie «Spiegel Online» am 29.

Mai 2011 kolportierte: «Ein Forschungsroboter ist erneut in den geheimnisvollen Schacht unterhalb der Königskammer in der Cheopspyramide gefahren – diesmal aber mit einer schwenkbaren Kamera ausgerüstet. Die hat jetzt rätselhafte Hieroglyphen erspäht.»

Warum die weltweite Bekanntgabe gegen den Willen (!) von Ägyptens Pyramiden-Minister Zahi Hawass noch vor der geplanten wissenschaftlichen Veröffentlichung stattfand? Weil der vorab informierte «New Scientist» auf Pressemeldungen von «mysteries» aufmerksam geworden war und schleunigst handeln musste, wie wir aus bestens informierten Kreisen wissen.

Ob die vor über 4500 Jahren hinterlassenen roten und schwarzen Zeichen religiöse Bedeutung haben oder ob es sich um Steinmetz-Markierungen handelt, ist noch umstritten. Klar aber ist: Das Mysterium der Cheopspyramide ist damit um ein weiteres Kapitel reicher.

Ob und wann am Ende der Kammer nach weiteren Verstecken der Pharaonen gebohrt wird, soll sich bereits demnächst entscheiden. Wir bleiben dran!

lb.

Verborgene Cheops-Kammer: Fotos werfen neue Fragen auf – Abbildung 2
Verborgene Cheops-Kammer: Fotos werfen neue Fragen auf – Abbildung 3
Verborgene Cheops-Kammer: Fotos werfen neue Fragen auf – Abbildung 4

vor der heutigen Realität von Tschernobyl und Fuwerden mit wehenden Fahnen die Erde verlas- Professor Kaku irrt gewaltig!

«Wovor müssen wir uns künftig fürchten? Worauf dürfen wir uns freuen? Lesen Sie, was unseren Kindern demnächst blühen dürfte. Und werfen Sie mit Professor Michio Kaku einen Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.»

(«mysteries» Nr.3/2011) Jedes Mal, wenn ein neues Heft da ist, lese ich darin ohne Pause, bis ich auf der letzten Seite angelangt bin. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Themenvielfalt und dem querdenkerischen Mut, der in so einem Heft steckt. Was nicht heisst, dass ich alles als Offenbarung schlucke. Der Reiz liegt ja gerade darin, dass «mysteries» Denkimpulse setzt und den Leser häufig provoziert. Es gibt wenige Publikationen, die so zum Weiterdenken anregen.

Zu den Prophezeiungen von Professor Kaku: Was Zukunftsvisionen wert sind, wenn sie sich an gegenwärtigen Entwicklungstendenzen orientieren, wird deutlich, wenn man sie 50 Jahre später mit der Wirklichkeit vergleicht. Wie nehmen sich die einst propagierten Vorstellungen von atomgetriebenen PKWs in unseren Städten kushima aus? Der Fehler liegt im System: Man kann bloss die Tendenz bekannter Entwicklungen in Gedanken fortschreiben; unvorhersehbare Entdeckungen (in der Vergangenheit etwa die Relativitätstheorie und die Quantenphysik) kreieren neue Denk- und Entwicklungsrichtungen, die vorher undenkbar waren.

Michio Kaku ist, so gesehen, kein Zukunftsforscher, sondern ein von Allmachtsfantasien beherrschter Technokrat. Warum sind wir so sicher, dass das herrschende materialistische Denkmodell, wonach unser Gehirn das Bewusstsein erzeugt, die Welt richtig widerspiegelt? Wer garantiert, dass unser Machbarkeitswahn bei mangelnder geistiger Reife die Menschheit nicht in den Untergang führt? Ist der total vernetzte Mensch, der unmittelbar auf alle Datenströme zugreifen kann und seine Umwelt «telepathisch» steuern kann, überhaupt wünschenswert? Welche Auswirkungen hat die ungefilterte Datenflut auf das Gefühlsleben und die sozialen Beziehungen und somit auf die Persönlichkeit?

Im Übrigen gibt es bereits viele Indizien, die auf die Gesundheitsgefährdung durch zunehmenden Elektrosmog, namentlich das immer intensiver werdende Feld gepulster Mikrowellen, hindeuten.

Das sei ungefährlich, sagen die Konzerne, aber die profitieren ja auch davon. Wer kann heute wirklich sagen, inwieweit das menschliche Gehirn überhaupt in der Lage ist, mit dieser geballten Ladung an Störenergie fertig zu werden?

Dieter Albrecht (D) Es gibt nichts Besseres auf dem Markt als Ihr Magazin! Ich freue mich jedes Mal, wenn es im Briefkasten steckt. Dennoch erlaube ich mir eine Kritik am Artikel über den Blick in die Zukunft. Ich weiss nicht, auf welchem Planeten dieser Zukunftsforscher lebt. Jedenfalls ist er nicht in der Lage, die Probleme unserer Erde richtig einzuschätzen. Bei der jetzigen politischen und wirtschaftlichen Situation wird es für die Menschheit keine 100 Jahre Überleben mehr geben. Was die Menschen mit unserem Globus machen, ist reine Selbstzerstörung. Wir sind auf dem Weg, uns selbst zu erlösen. Auch Turbo-Kapitalismus ist auf Grund seines Gewinnstrebens nicht in der Lage, uns zu retten. Wir sen, da die Spassgesellschaft nicht begreift, dass unser wahnsinniges Konsumverhalten am Untergang schuld ist.

Und: Wir brauchen kein Wachstum mehr! Wir brauchen eine geordnete Sicherheit und Stabilität in gemeinsamer Verbindung mit der Natur.

Meiner Meinung nach sind die USA kein gutes Vorbild – sie sind das Krebsgeschwür unserer Erde. Durch die USA mit ihrer Expansionspolitik ist der Terror auf der Welt erst geboren worden. Es ist traurig, dass ein Land, welches selbst keine geschichtliche und kulturelle Vergangenheit besitzt, Anspruch auf die Weltherrschaft stellt.

Welcher Grössenwahn! Eigentlich wäre es an der Zeit, nach alternativen Gesellschaftsformen zu suchen, aber das Machtpotenzial unserer jetzigen Elite wird es nicht zulassen. Schade. Insofern hoffe ich auf die Macht der Natur.

Sie wird es in ihrem Interesse selbst regeln, da mit der Vernunft der Menschen nicht mehr zu rechnen ist.

Wolfgang Hammer (D) Auf Malta tut sich was…

«Überraschender Fund auf Malta: Zwischen den bis heute unerklärlichen ‹Schleifspuren› glauben zwei Privatforscher, offenbar ‹versteinerte› Fussabdrücke mit jeweils vier Zehen entdeckt zu haben.»

(«mysteries» Nr.3/2011) Mit grossem Interesse las ich den Artikel zu den neuen «Cart Ruts» auf Malta. Nach mittlerweile 14 Reisen nach Malta war auch mir diese Stelle neu, obwohl ich bestimmt schon ein Dutzend Mal daran vorbeigekommen bin. Die Erklärung ist indes einfach. Zwar ist für die maltesische Archäologie das Rätsel um die Doppelgeleise noch immer eher nebensächlich, doch hat sich die Einstellung auf der Insel zu diesen Relikten grundlegend gewandelt. So wurden in den letzten Jahren mehrere Felder, beziehungsweise bewachsene Landstücke, wieder von Erde und Bewuchs befreit, um darunter gelegene «Cart Ruts» frei zu legen. Erst 2005 wurde eine phänomenal gut erhaltene Spur bei Xemija frei geräumt, und die angesprochene Spur bei Zebbiegh muss nach dem März 2010 ausgegraben worden sein, da ich damals dort vorbei gekommen bin und noch nichts zu sehen war.

Hartwig Hausdorf (D) Plädoyer für «Pharao» Hawass Van Helsing: «Eva Braun lebt…»

Wer vergöttert den ägyptischen Kulturminister Zahi Hawass?

Nur noch seine engsten Spiessgesellen– darunter auch Stephan Seidlmayer vom Deutschen Archäologischen Institut in Kairo. «Dr. Hawass braucht keinen Nachfolger!» betonte der Professor am 31. März 2011 auf Anfrage von «mysteries»: «Unsere Zusammenarbeit mit ihm ist immer hervorragend gewesen.» Das negative Bild, das die Presse von Hawass zeichne, sei «in einer ganz verfehlten Weise» verzerrt: «Hawass ist meiner Erfahrung nach eine starke Persönlichkeit, integer, konstruktiv, professionell, zuverlässig und sowohl wissenschaftlich wie administrativ kompetent – und übrigens auch fürsorglich gegenüber seinen Mitarbeitern. Meines Erachtens wird das öffentlich viel zu wenig gewürdigt.» Aha!

Jan van Helsing sticht wieder mal in ein Wespennest. Im neuen Buch «Hitler überlebte in Argentinien» (Amadeus) behaupten Co-Autor Abel Basti und er Ungeheuerliches: Der Führer soll 1945 nicht im Bunker gestorben, sondern nach Südamerika geflüchtet sein. «Basti führt 19 Zeugen auf, und ich weitere fünf, die ich kürzlich in Paraguay interviewen konnte», so Helsing. «Viele wollen Hitler persönlich gesehen haben.» Bis 1964 sei dieser demnach in Kontakt mit einer Familie aus La Falda (Córdoba) gestanden, bei der er 1949 für drei Tage unterkam: «In Buenos Aires gibt es zudem eine Anwaltskanzlei, die Eva Braun (Bild) vertreten hat. 2009 soll sie noch gelebt haben. Ausserdem scheint es mindestens eine gemeinsame Tochter zu geben.» Das 576 Seiten dicke Buch zeigt aber auch abgebildete Originalpässe aus der Nachkriegszeit von Hitler-Spezi Martin Bormann, die auf die Namen Agustín von Lembach (Paraguay) und Ricardo Bauer (Uruguay) lauten. Jan van Helsing: «Laut einem Zeugen soll der offiziell 1945 verstorbene Bormann erst 1971 in Asunción an Krebs verendet sein.»

Johannes von Buttlar plant Politsatire Kürzlich feierte er seinen 72. Geburtstag. Doch Johannes von Buttlar ist immer wieder für eine Überraschung gut.

So arbeitet der deutsche Bestsellerautor derzeit an einem umfangreichen Anti-Aging-Ratgeber, der noch in diesem Herbst im Südwest-Verlag erscheinen soll: «AKTIV: Den Jahren mehr Leben und dem Leben mehr Jahre geben».

Ausserdem schreibt Buttlar mit seinem Sohn Timur an einer fiktiven Politsatire, wie er «mysteries» exklusiv verriet. Inhalt: «Durch die Manipulation von Umfrageinstitutionen, Medien und Internet wird ein Kandidat der populären TV-Sendung ‹Deutschland sucht den Superintegrierten› zum Bundeskanzler und danach durch die Einführung der ‹totalen Demokratie› zum Diktator.»

Ausgabe 4/11 News

Neue «Europa-Hymne des Herzen» soll Grenzen überwinden Haben Sie die «EU-Demokratur» ebenfalls satt? Dann hören sie mal rein in «Europeana» des deutschen Rockmusikers und Komponisten Conny Conrad. Seine alternative «Europahymne des Herzen» wurde am 8. Mai 2011 im Ratssaal Hagen vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt. Warum eine neue EU-Hymne? «Beethovens ‹Ode an die Freude› wird seit 1972 ganz Europa ‹aufs Auge gedrückt›», gibt Conrad zu bedenken. «‹Europeana› dagegen können alle EU-Staaten freiwillig wählen und mit Instrumenten anreichern, die ihrer eigenen Kultur entsprechen. Ausserdem beinhaltet sie musikalische Elemente aus allen 27 Mitgliedsländern und hat somit auch integrativen Charakter.» Mehr dazu auf: www.eu-hymne.de – Abbildung 2
Neue «Europa-Hymne des Herzen» soll Grenzen überwinden Haben Sie die «EU-Demokratur» ebenfalls satt? Dann hören sie mal rein in «Europeana» des deutschen Rockmusikers und Komponisten Conny Conrad. Seine alternative «Europahymne des Herzen» wurde am 8. Mai 2011 im Ratssaal Hagen vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt. Warum eine neue EU-Hymne? «Beethovens ‹Ode an die Freude› wird seit 1972 ganz Europa ‹aufs Auge gedrückt›», gibt Conrad zu bedenken. «‹Europeana› dagegen können alle EU-Staaten freiwillig wählen und mit Instrumenten anreichern, die ihrer eigenen Kultur entsprechen. Ausserdem beinhaltet sie musikalische Elemente aus allen 27 Mitgliedsländern und hat somit auch integrativen Charakter.» Mehr dazu auf: www.eu-hymne.de – Abbildung 3
Neue «Europa-Hymne des Herzen» soll Grenzen überwinden Haben Sie die «EU-Demokratur» ebenfalls satt? Dann hören sie mal rein in «Europeana» des deutschen Rockmusikers und Komponisten Conny Conrad. Seine alternative «Europahymne des Herzen» wurde am 8. Mai 2011 im Ratssaal Hagen vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt. Warum eine neue EU-Hymne? «Beethovens ‹Ode an die Freude› wird seit 1972 ganz Europa ‹aufs Auge gedrückt›», gibt Conrad zu bedenken. «‹Europeana› dagegen können alle EU-Staaten freiwillig wählen und mit Instrumenten anreichern, die ihrer eigenen Kultur entsprechen. Ausserdem beinhaltet sie musikalische Elemente aus allen 27 Mitgliedsländern und hat somit auch integrativen Charakter.» Mehr dazu auf: www.eu-hymne.de – Abbildung 4
Neue «Europa-Hymne des Herzen» soll Grenzen überwinden Haben Sie die «EU-Demokratur» ebenfalls satt? Dann hören sie mal rein in «Europeana» des deutschen Rockmusikers und Komponisten Conny Conrad. Seine alternative «Europahymne des Herzen» wurde am 8. Mai 2011 im Ratssaal Hagen vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt. Warum eine neue EU-Hymne? «Beethovens ‹Ode an die Freude› wird seit 1972 ganz Europa ‹aufs Auge gedrückt›», gibt Conrad zu bedenken. «‹Europeana› dagegen können alle EU-Staaten freiwillig wählen und mit Instrumenten anreichern, die ihrer eigenen Kultur entsprechen. Ausserdem beinhaltet sie musikalische Elemente aus allen 27 Mitgliedsländern und hat somit auch integrativen Charakter.» Mehr dazu auf: www.eu-hymne.de – Abbildung 5
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Neue «Europa-Hymne des Herzen» soll Grenzen überwinden Haben Sie die «EU-Demokratur» ebenfalls satt? Dann hören sie mal rein in «Europeana» des deutschen Rockmusikers und Komponisten Conny Conrad. Seine alternative «Europahymne des Herzen» wurde am 8. Mai 2011 im Ratssaal Hagen vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt. Warum eine neue EU-Hymne? «Beethovens ‹Ode an die Freude› wird seit 1972 ganz Europa ‹aufs Auge gedrückt›», gibt Conrad zu bedenken. «‹Europeana› dagegen können alle EU-Staaten freiwillig wählen und mit Instrumenten anreichern, die ihrer eigenen Kultur entsprechen. Ausserdem beinhaltet sie musikalische Elemente aus allen 27 Mitgliedsländern und hat somit auch integrativen Charakter.» Mehr dazu auf: www.eu-hymne.de – Abbildung 7

Ob ägyptisch inspirierte Hieroglyphen am Obelisk von Schönbrunn beim Wiener «Gralstempel» oder rätselhafte Schriftzeichen am Goldenen Dachl in Innsbruck (Bild rechts): Österreichs Habsburger-Regenten verschlüsselten vielerorts geheimes Wissen. Unter ihnen auch Kaiser Maximilian I., wie nun erstmals schwarz auf weiss bewiesen werden kann. Selbstherrlicher Zeitvertreib? Oder hütete die Donau-Monarchie mehr uralte Geheimnisse als ihr heutige Historiker zubilligen?

Ausgabe 4/11 Geschichte werden können.

alls «Sakrileg»-Autor Dan Brown Stoff für einen neuen Roman sucht, sollte er nach Wien pilgern. Er könnte dort Fdas geheimnisumwitterte imperiale Schloss Schönbrunn mit seinem prächtigen Rokoko-Dekor bewundern. Er würde erfahren, dass Österreichs Nationalheiligen Sisi und Franzl hier logierten, und dass in der Parkanlage eine imitierte römische Ruine, ein Neptunbrunnen, die Orangerie, ein Irrgarten und viele weitere imposante Kunstdenkmäler bestaunt Die Anfänge von Schönbrunn reichen zurück ins Mittelalter.

Erweitert und restauriert wurde die Anlage erst Mitte des 18.

Jahrhunderts unter Kaiserin Maria Theresia (1717-1870). Historisches Kernstück bildet seither der Kaiserpavillon mit einem unterirdischen Gewölbe, das durch geheime Gänge mit anderen Gebäuden verbunden war. Die fürstliche, achteckige Menagerie wird heute als Restaurant genutzt. Wer sich dort als Tourist eine Tasse Kaffee gönnt, dürfte kaum glauben, dass er über einem ehemaligen Labor sitzt, in dem verschworene Kreise einst geheime alchemistische Experimente zur Herstellung von Gold durchführten.

Errichten liess die Menagerie Maria Theresias Gemahl, Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen (1708-1765), aktiver Freimaurer und Rosenkreuzer. Um den Pavillon sind zwölf Tiergehege angelegt, die als «Logen» bezeichnet werden. Zusätzlich wurde eine dreizehnte «Menschenloge» angelegt, in der sich heute das Gebäude der Direktion befindet.

Drei Wege mit Baumalleen sind derart angelegt, dass sie ein Dreieck bilden, an dessen Spitze sich der «Gralstempel» des Kaisers befindet. Am 13. Mai, dem Geburtstag der Kaiserin, kommt es jedes Jahr zu einem faszinierenden Lichtspektakel: Von der Schlossallee dringt der morgendliche Sonnenstrahl direkt in den Pavillon und taucht ihn in gleissendes Licht. Mit Absicht, denn die gesamte Anlage entspricht aus der Luft betrachtet der Hieroglyphe des ägyptischen Sonnengottes Ra!

Weitere Besonderheit bildet der Brunnen am Ende der östlichen Diagonalallee. In der Mitte eines künstlichen Felsens ragt dort seit 1777 ein steinerner Obelisk mit 31 Metern in den Himmel. Seine Spitze krönt ein Adler, der auf einer vergoldeten Kugel sitzt. Anders als seine Ebenbilder in Rom wurde der Wiener Obelisk nicht aus dem Pharaonenland entwendet. Vielmehr handelt es sich um eine Nachbildung mit eingravierten Hieroglyphen.

Die Hieroglyphen wurden auf allen vier Seiten des Obelis-Geschichte Ausgabe 4/11 ken verewigt. Ergeben sie einen konkreten Sinn? Nein, winken Historiker ab. Denn ein knappes halbes Jahrhundert vor der ersten Dechiffrierung der ägyptischen Hieroglyphenschrift (1822) kann das gar nicht möglich gewesen sein. Das versichert uns zumindest der Text auf der Schautafel vor dem Denkmal.

Darf man ihm trauen?

Tatsache ist: Seit der Entzifferung des Steins von Rosette hat kein Altertumsforscher überprüft, ob die Schönbrunner Hieroglyphen vielleicht doch historische Begebenheiten aus der Geschichte des Kaiserhauses erzählen. Erst die Berliner Archäologin Julia Budka wagte diesen Schritt. 2005 veröffentlichte sie ihre Studie «Symbolik und inhaltliches Programm des Hieroglyphendekors auf dem Schönbrunner Obelisken» am Institut für Afrikanistik und Ägyptologie an der Universität Wien. Die Ergebnisse ihrer arkribischen Arbeit werfen ein völlig neues Licht auf das Habsburger Denkmal.

Budka zeigt in ihrer Studie auf, dass sämtliche figürlichen und geometrischen Darstellungen einen Sinngehalt besitzen, wobei echte ägyptische Hieroglyphen in barockem Stil stark umgezeichnet wurden. Einige der enträtselten Bilder zeigen Kartuschen, Götterstandarten, die Götter Seth, Ptah und Thot, Sinnbilder für Horusnamen, Himmel, Stern, Sonnenschein, Pyramide, Vogel, Eule und vieles mehr. Daneben sind auf dem Schönbrunner Obelisken etliche figürliche Motive vorhanden, die recht «unägyptisch» wirken. Sie lassen sich aber mit der Dynastie und dem Marienkult der Habsburger verknüpfen, wobei die Bilder durch Geheimwissen aus der Freimaurerei ergänzt scheinen.

Gekrönte Göttin mit sieben Brüsten Im Mittelpunkt der Bilderszenen steht ein Tempel, in dem eine «Göttin mit sieben Brüsten und Mauerkrone» steht. Sie wird von Julia Budka mit Maria Theresia identifiziert, die damals als Mutter von 16 Kindern als ideale Frauenfigur angesehen wurde und dank ihrer klugen Heiratspolitik den Beinamen «Schwiegermutter Europas» erhielt. Die holde Dame ist umringt von Symbolen der Wissenschaft und der Freimaurerei: Hammer, Meissel, Zirkel, Winkel, Malerpalette, Globus und Teleskop. Auf weiteren Bildern will Julia Budka zudem symbolische Hinweise entdeckt haben, die mit den Habsburger Kaisern Franz I., Karl VI. und Joseph II. in Zusammenhang stehen.

Die Sprachwissenschaftlerin glaubt nicht an Zufälle: «Ohne Zweifel sollen die Figuren und Zeichen am Obelisken einige Aspekte aus der Geschichte der Habsburger wiedergeben.»

Das brisante Resümee von Budkas Schriftanalyse: «Auch wenn sich sein Sinn sehr bewusst nie bis ins Detail begreifen lassen wird, so kann doch festgehalten werden, dass der Schönbrunner Obelisk in seiner lebendigen Formensprache eine Erzählung voller zeitloser Weisheiten und Wahrheiten wiedergibt und die Geschichte des Hauses Habsburg (…) auf besondere Weise verewiglicht.»

Die codierten Hieroglyphen des Schönbrunner Obelisken konnten also teilweise entschlüsselt werden. Ihre Schöpfungs-Die tanzenden Figuren erinnern an moderne Breakdancer.

geschichte bleibt aber ein Rätsel. Bei anderen kaiserlichen Kryptozeichen tappen Wissenschaftler vollends im Dunkeln.

Wer etwa das hartnäckigste Schrifträtsel der Habsburger Kaiserzeit bestaunen möchte, wird in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck fündig.

Ein Schmuckstück im Kern der Altstadt überstrahlt dort alles: Das Goldene Dachl! Der dreigeschossige Prunkerker mit seinem fast vier Meter hohen vergoldeten Schindeldach enthält eine Fülle an ungeklärter Symbolik und sonderbarer Wandmalerei. Die meisten Historiker gehen bis heute davon aus, dass es auf Wunsch von Kaiser Maximilian I. (1459- 1519) entstanden ist. Dennoch wurde das Haus mit dem Goldenen Dachl nie als kaiserlicher Wohnsitz genutzt. Welchen Sinn erfüllte es dann?

Aufmerksame Beobachter kommen beim genaueren Studium aus dem Staunen nicht heraus: Da wimmelt es geradezu von schwer deutbaren Miniaturen, schalkhaften Skulpturen, unverständlichen Fresken und obszönen Anblicken.

Am meisten wird über orientalisch kostümierte Tanzakrobaten in wilden Posen gerätselt – sowie über unlesbare Schriftzeichen an der Prunkfassade, die an griechische, lateinische, hebräische und arabisch-kufische Buchstaben erinnern.

Insgesamt sind an den Aussenwänden der Balkonbrüstung im zweiten Obergeschoss zehn beinahe vollplastische Reliefplatten aus Sandstein angebracht. Die dargestellte Bildfolge wird von Kunstexperten als «mittelalterlicher Moriskentanz» interpretiert.

Das Typische dabei sind halsbrecherische Körperverdrehungen der Teilnehmer. Die bizarr anmutenden Bewegungen und wilden Luftsprünge erinnern verblüffend an die moderne Tanzform des «Breakdance», der in den 70er-Jahren auf den Strassen von New York entstand.

Weshalb hat Kaiser Maximilian die Moriskentänzer ins Zentrum seines Denkmals gesetzt? Dienten die Verrenkungskünstler und Fratzenschneider wirklich nur der Volksbelustigung, wie Historiker versichern? Oder könnten sie ebenso gut Sinnbilder geheimen Wissens sein? So abwegig scheint der Gedanke nicht, denn der Ausdruckstanz war früher häufig mit magischen und religiösen Vorstellungen verknüpft.

Antworten auf viele offene Fragen birgt wohl das rätselhafte Spruchband. Darauf befinden sich Dutzende vergoldete schriftähnliche Zeichen, schwarz umrandet. Mit Unterbrechungen verlaufen sie über zehn rund 82 mal 60 Zentimeter grosse Relieftafeln der offenen Loggia und stehen offensichtlich in di- Ausgabe 4/11 Geschichte Obeliskbrunnen von Wien. Entgegen der dortigen Schautafel ergeben seine «ägyptischen» Hieroglyphen einen konkreten Sinn.

rekter Beziehung zur Moriskenszene. Dennoch ist es Linguiszeichen» besteht, bestätigt auch Esther Fritsch, Vorsitzende ten bis heute nicht gelungen, sie zu entziffern.

der Israelitischen Kultusgemeinde in Tirol. Sie konnte belegen, Für Schlagzeilen sorgte das Dachl nicht zuletzt im Herbst dass etliche Chiffren «eindeutig hebräische Buchstaben» sind.

2009. Damals sollte die mysteriöse Inschrift von interessierten Allerdings stünden manche davon «auf dem Kopf, andere sind Bürgern «poetisch» entschlüsselt werden. Die prominente spiegelverkehrt» angebracht. Erschwert würde eine exakte Schirmherrschaft der «lyrischen Enträtselung» übernahm der Entzifferung auch deshalb, weil manche Buchstaben bereits bekannte Dramatiker, Schauspieler und Drehbuchautor Felix «zu stark verwittert sind, in den Einbuchtungen der Profilleiste Mitterer. «Ich lebe seit 1962 in Innsbruck, und wie die meisten verschwinden, oder teilweise von Körperteilen der Figuren ver- Innsbrucker bin ich immer achtlos beim Goldenen Dachl vordeckt sind».

beigegangen», erklärte das Tiroler Multitalent freimütig und fügte hinzu: «Was mir bereits als jungem Menschen auffiel, Wer war das Phantom im Hintergrund?

waren die Tänzer mit ihren wilden Verrenkungen. Wenn ich da- Welchem genialen Geistesblitz haben wir dieses Bauwunder mals unterwegs war in die Disco, habe ich mir gedacht, die hazu verdanken? Keine einzige historische Quelle nennt einen ben um 1500 auch schon super getanzt! Das Schriftband ist Meisternamen! Noch schwieriger ist die Meisterfrage bei den uns Tirolern wenig ins Auge gesprungen.»

Wandfresken zu beantworten. Hier deshalb ein Tipp für neu- Bis Ende November 2009 konnten fantasiebegabte Zeitgegierige Mystery-Jäger: Wer die Reliefplatten mit den rätselhafnossen ihre Dichtkunst unter Beweis stellen. Doch auch sie ten Schriftzeichen aus nächster Nähe in Augenschein nehmen vermochten das Rätsel nicht zu lösen. Kunsthistoriker betonmöchte, wird im Innsbrucker Landesmuseum Ferdinandeum ten derweil, die kryptischen Zeichen auf der Banderole enthielan der Museumstrasse 15 fündig. Dort werden – witterungsgeten vorwiegend «hebräisierende» Merkmale, weil der Bildhauschützt – die Originale aufbewahrt.

er echte hebräische Buchstaben kopierte, ohne deren Sinn zu Wer auch immer die fähigen Kunstschaffenden des Dachl kapieren. Einfach so, aus Jux und Tollerei. Mit Sicherheit nicht gewesen sein mögen, sie haben letztlich die strengen Vorgaben der Weisheit letzter Schluss!

ihres Auftraggebers und Förderers in die Tat umgesetzt: Kaiser Dass der Geheimcode nicht bloss aus banalen «Fantasie- Maximilian I., dem durchaus zuzutrauen ist, den tiefgründigen Geschichte Ausgabe 4/11 Facettenreichtum seines Denkmals samt Schrifträtsel höchstpersönlich erdacht zu haben.

Die Lebensgeschichte des Habsburgers zeichnet einen strahlenden Helden, der als Universalgenie in die österreichischen Annalen eingegangen ist. Das Bild mag traditionell glorifiziert sein. Dennoch war der am 22. März 1459 in Wiener Neustadt geborene Maximilian I. («Der letzte Ritter») zweifelsohne eine spezielle Persönlichkeit. Als wagemutiger Feldherr, Erzherzog von Österreich, deutscher König und seit 1508 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, besass der Mann herausragende Fähigkeiten: Er galt als Ballistikexperte, fabelhafter Reiter, Jäger, Naturfreund, Bergsteiger, Tischler, Mathematiker, Astronom, Dichter, Maler, Musiker, Tänzer, Architekt und Alchemist.

Obendrein war er ein Sprachgenie, widmete sich der Magie und dem Hexenwesen und förderte bedeutende Gelehrte.

Doch damit nicht genug: Beim Studium im Innsbrucker Stadtarchiv, in der Badgasse gleich hinter dem Goldenen Dachl, stiess der Autor dieses Artikels auf einen erstaunlichen Vermerk der Geschichtsforscherin Johanna Felmayer. In ihrem 1996 veröffentlichten Kunstband «Das Goldene Dachl in Innsbruck» erwähnt sie nebenbei: «Maximilian I. hat seine Mitteilungen zwar verschlüsselt, aber nichts dem Zufall überlassen.

Er hat ja auch Tagebücher in einer selbst erfundenen Geheimschrift geführt.» Und in einer kleinen Fussnote wird ergänzt: «Der ehemalige Stadtarchivar Dr. Karl Schadelbauer hat mir solche einmal über den Tisch hinweg gezeigt. In die Hand nehmen durfte ich sie nicht. Sie sind auch nie der Forschung zugänglich gemacht worden.»

Erfolgreiche Spurensuche im Archiv Wo werden diese Bücher heute aufbewahrt? Hat sich je ein Schriftexperte mit ihrem Inhalt befasst? Konnte der Text entziffert werden? Haben Kryptografen Vergleiche mit den unlesbaren Zeichen am Goldenen Dachl durchgeführt? Anfragen an den Stadthistoriker und Archivleiter Lukas Morscher, wo denn die Tagebücher Maximilians aufbewahrt werden, wurden von dessen Mitarbeiterin Daniela Jänsch abschlägig beantwortet: «Ich darf Ihnen mitteilen, dass Herr Dr. Morscher und sein Vorgänger die ‹Geschichte› zwar kennen, aber nicht wissen, wo sich ein Exemplar der Tagebücher befindet…»

Merkwürdig! Die von Hand geschriebenen Aufzeichnungen von Kaiser Maximilian, die auch als «Gedenkbücher» bezeichnet werden, müssten doch derart berühmt sein, dass sie in der Kunstgeschichte einen wichtigen Platz einnehmen. Johanna Felmayer folgend sollte man zudem annehmen, dass die wertvollen Stücke einst Bestandteil der Sammlung in Innsbruck waren – weil sie ihr dort ja vom ehemaligen Stadtarchivar Schadelbauer (1902-1972) gezeigt worden waren.

Wieso fehlt dann aber im Stadtarchiv eine Bestandsliste, die das bestätigen könnte? «Die Bücher waren bei uns nie inventarisiert und somit nicht im Besitz des Archivs», beteuert Daniela Jänsch, räumt aber ein, dass es «immer wieder Gründe und Fälle gibt, in denen Archivalien verschwinden».

Wer nun glaubt, Johanna Felmayer könnte geflunkert haben, zielt ins Leere. Ausser ihr existiert nämlich noch ein zweiter ehrbarer Zeuge: Der Grazer Universitätsprofessor und Ma-Ausgabe 4/11 Geschichte

Mysteriöse Inschriften in Österreich Geheime Schriftzeichen und der Obelisk von Wien – Abbildung 2
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Mysteriöse Inschriften in Österreich Geheime Schriftzeichen und der Obelisk von Wien – Abbildung 8

Alternativer Hilfseinsatz im japanischen Katastrophengebiet

Es klingt geradezu grotesk: Eine bekannte japanische Heilerin behandelt bei Fukushima Betroffene mit homöopathischen Mitteln gegen die radioaktive Strahlung. Und nicht nur das: Torako Yui versucht sogar, die kontaminierten Landschaften mit hoch potenzierten homöopathischen Präparaten zu «heilen». Ob auch mit Erfolg, muss sich allerdings erst noch zeigen.

rschütternd. Passender könnte der Begriff nicht sein, wenn man der bewegten Stimme von Torako Yui Elauscht. Tapfer und dennoch lebhaft schilderte die bekannte japanische Homöopathie-Pionierin kürzlich im Rahmen eines Kongresses in Badenweiler bei Freiburg i. Brsg., was sie am 11. März 2011 und in der darauffolgenden Zeit erlebt hat. Während ihren Ausführungen hätte man im Saal eine Stecknadel fallen gehört – so gebannt lauschte das Publikum den Worten der 58-jährigen Japanerin.

Der 11. März: Ein Tag, den sie nie wieder vergisst. Und mit ihr ganz Japan – die ganze Welt. Mitten am Nachmittag beginnt in Tokio die Erde zu beben. Die Stösse werden sehr schnell heftig. Alles wankt. Bücherregale kippen um, Menschen flüchten ins Freie. In höher gelegenen Stockwerken suchen andere unter Büromöbeln Schutz. Unendliche zehn Minuten lang dauern die Erdstösse, bis sie endlich abebben.

Dia Japaner sind Erdbeben gewohnt. Vielerorts schaukelt und ruckelt die Erde alle paar Wochen. Aber das hier ist anders.

«Das ist schlimm.» In Torako Yuis Kopf arbeitet es fieberhaft, noch während sie durch das wogende Gerüttel fast seekrank wird: «Jetzt kommt unsere Stunde der Hilfe.»

Der Strom fällt nicht aus. Tokio ist erdbebensicher gebaut.

Die Gebäude halten stand. Rasch wird im Fernsehen das Epizentrum des Bebens angezeigt. Es liegt 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. «Wie schlimm muss es da erst sein!»

Dann sieht die Homöopathin bereits die ersten Live-Bilder von der Millionenstadt Sendai. Der Tsunami. Eine gigantische schwarze, alles verschlingende Flutwelle trägt ganze Gebäude mit sich; einige brennen. Doch dann wird es noch schlimmer.

Fukushima!

Torako Yui ist eine Frau, die Emotionen zeigt. Für Menschen aus Japan nicht selbstverständlich. Während sie am Kongress «Medialität und Heilen» in Badenweiler über die Ereignisse in Japan berichtet, ist sie immer wieder den Tränen nahe. Doch Ausgabe 4/11 Gesundheit ihre Botschaft macht Mut. «Schon am Tag nach dem Beben brachen die ersten 40 Freiwilligen unserer Homöopathie-Vereinigung ins Katastrophengebiet auf.»

Heilmittel enthalten radiokative Substanzen Was die Helferinnen und Helfer dort zu sehen bekommen, übertrifft ihre schlimmsten Erwartungen. Aber sie sind gerüstet: Mit biologischen Lebensmitteln und vor allem mit hunderttausenden homöopathischer Globuli. Kiloweise führen sie die berühmten Milchzucker-Kügelchen mit sich, die nach dem Verfahren des deutschen Homöopathie-Begründers Samuel Hahnemann (1755-1843) mit potenzierter Heil-Information geladen waren.

Die Freiwilligen verteilen alle an die geschockte, notleidende Bevölkerung – wo sie nur können.

Yui erklärt: «Wir setzen für die Heilung in diesem Fall zwei homöopathische Kombinationspräparate ein. Nennen wir sie AAA und RA.» AAA setze sich aus den potenzierten Substanzen Arnica, Aconitum und Arsenicum zusammen und eigne sich zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen. RA sei eine Kombination von verschiedenen homöopathisch potenzierten radioaktiven Substanzen wie beispielsweise Cäsium, Kadmium, Uran und sogar Plutonium.

«Homöopathie ist ein ganzheitliches Heilverfahren, das auf dem Ähnlichkeitsprinzip aufbaut», so Torako Yui: «Similia similibus curantur, Ähnliches mit Ähnlichem heilen.»

Vereinfacht ausgedrückt: Homöopathische Heilmittel werden geschaffen, indem man Substanzen, die gewisse Krankheitssymptome auslösen, nach homöopathischem Verfahren verdünnt und hochpotenziert. Um das genaue Verfahren der homöopathischen Heilmittelherstellung und des Potenzierens zu verstehen, empfiehlt Torako Yui das Studium der 6. Auflage von Samuel Hahnemanns «Organon der Heilkunst».

Wenige Tage nach der Katastrophe sind bereits an die 600 Homöopathen im Katastrophengebiet im Einsatz. Tausende Homöopathin Yui im Katastrophengebiet. In der Präfektur Iwate schüttet die Japanerin homöopatisches Heilwasser auf die verwüsteten und verstrahlten Landschaften. Sie hofft, dass die Essenz die Böden von den «Schwingungen des Leides und der Verstrahlung» befreit.

Menschen erhielten – teilweise auch durch Kuriersendungen – Decken, warme Kleidung, Lebensmittel und die erwähnten homöopathischen Mittel.

«Eine von vielen Betroffenen beantwortete Umfrage zeigt, dass 94 Prozent nach der Einnahme von AAA eine spürbare Verbesserung ihrer Befindlichkeit feststellten», freut sich Torako Yui. «Und selbst beim Strahlenmittel RA sprachen 88 Prozent von einer deutlichen Wirkung.» Deshalb beschloss die Alternativmedizinerin, in die Tat umzusetzen, worüber sie seit vielen Jahren nachgedacht hatte. Denn: «Was auf Mensch und Tier so gut wirkt, muss auch für Natur und Landschaft einen Heileffekt haben.»

Anfang April begibt sich Torako Yui selbst ins Katastrophengebiet. Was die ehemalige Kriegsberichterstatterin an Leid und Zerstörung sieht, Was beim Menschen macht sie sprachlos. «Ich kann nicht weinen; ich bin wie betäubt», schreibt sie in wirkt, könnte auch ihr Tagebuch. «Es ist wie die Verwüstung der Natur helfen.

durch einen Krieg. Berge von Schutt. Die Menschen kehren zum Himmel zurück.»

Dann macht sich die Heilerin daran, etwas zu tun, was noch nie jemand zuvor in Japan getan hat: «Der Versuch einer Heilung des Geländes von den Schwingungen des Leides und von der Verstrahlung.» Sie giesst die in Wasser gelösten Heilmittel AAA und RA auf die verstrahlten Böden und schüttet es in Gewässer. Unter anderem in einen Bach, der weiter flussabwärts direkt auf dem Gelände der zerstörten Atommeiler von Fukushima ins Meer mündet. «Welche Wirkung das alles nun hat, wird sich zeigen», räumt auch die Homöopathin ein.

Yui, 1952 geboren, hat die Wirkung der Homöopathie allerdings auf eindrücklichste Weise am eigenen Leib erfahren: Mitte der 90er-Jahre war sie an einem lebensgefährlichen Dickdarmgeschwür erkrankt. Am Ende ihrer Kräfte und von der Schulmedizin bereits aufgegeben, begab sie sich in England zu einem Homöopathen. «Mit nur vier Globuli wurde ich vollständig geheilt! Es war wie eine Wiedergeburt.»

Gesundheit Ausgabe 4/11 Dieses buchstäbliche «Er-Lebnis» vor rund 16 Jahren veränderte Yuis Leben völlig. Die Geheilte machte in England die Ausbildung zur Homöopathin und gründete in der Folge die Japanische Homöopathie-Gesellschaft (JPHMA, Japanese Homeopathic Medical Association). Diese hat bereits mehr als 600 Japaner zu Homöopathen ausgebildet. Tendenz weiter steigend.

Plädoyer für alternative Energiequellen Wenn es um die Tsunami-Katastrophe, Atomenergie und Politik geht, nimmt Torako Yui kein Blatt vor den Mund. «Nach dem Weltkrieg haben wir uns von den USA den Bau von Atomkraftwerken aufschwatzen lassen. Doch nach den Erfahrungen von Hiroshima und Nagasaki hätten wir dies in unserem Land niemals zulassen dürfen.»

Dennoch dürften die Japaner nicht einfach den Zeigefinger gegen Amerika erheben. «Wir sind selber schuld, dass mittlerweile 73 Atommeiler in Japan stehen.» So gesehen seien die Tsunami-Katastrophe und der Super-Gau von Fukushima letztendlich auch eine Chance. «Die Chance zum Ausstieg aus der Atomenergie für Japan – und den Rest der Welt. Wir dürfen nun nicht zurück zum Alltag wie bisher. Jetzt können wir voranschreiten zu den Energiequellen der Zukunft: Feuer, Wasser, Erde und Luft».

Damit meint die japanische Vordenkerin unter anderem Sonnenenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Windenergie. Und sie ist fest davon überzeugt: «Dereinst werden sich uns zudem neue, naturnahe und freie Energiequellen erschliessen, von denen die meisten Menschen bisher nicht einmal zu träumen wagen.»

Mit Homöopathie gegen radioaktive Strahlung – Abbildung 2
Mit Homöopathie gegen radioaktive Strahlung – Abbildung 3
Mit Homöopathie gegen radioaktive Strahlung – Abbildung 4
Mit Homöopathie gegen radioaktive Strahlung – Abbildung 5
Mit Homöopathie gegen radioaktive Strahlung – Abbildung 6

Früher, so heisst es in alten Überlieferungen, fing man Tatzelwürmer und verarbeitete sie zu Fett. Aber schon lange will niemand mehr ein solches Tier erschlagen haben. Fiel denn nicht wenigstens eines dem Verkehr zum Opfer? Eine Spur tat sich im Jahre 2009 auf, als ich auf eine Reportage des Südtiroler Radiojournalisten Andreas Laimer über «Das Geheimnis des Tatzelwurms: Der Sensationsfund von Kaltern» stiess.

Laimer teilte mir am 15. Dezember 2009 mit, dass es um einen Tatzelwurm ging, den «der Weinbauer Hermann Pichler in den 80er-Jahren bei St. Joseph am Kalterersee» aufgelesen hatte. Das arme Ding war von einem Auto plattgefahren worden. Das Tier sei in Spiritus konserviert und werde in der Lehrmittelsammlung für den Naturkundeunterricht in der Mittelschule «Maria Theresia» aufbewahrt.

Dort halfen mir Direktorstellvertreter Dr. Hubert Felderer und die freundliche Michaela Möltner vom Schulsprengel Kaltern in einem umfangreichen E-Mail-Verkehr geduldig weiter. «Das Tier ist tatsächlich etwas südlich vom Kalterer See überfahren worden», wurde mir im Januar 2010 mitgeteilt. «Hermann Pichler, der kurz darauf mit seinem Traktor teven Spielbergs «Jurassic Park» mag nicht der wichtigste Film sein, der je gedreht worden ist, aber es gibt eine Szene, die wohl kaum einer vergisst: Während sich die Kinder in der Grossküche verste- Scken, klopft ein furchteinflössender Velociraptor nervös mit den Krallen auf die Fliesen. Ganz so dramatisch war es im Juli 2009 wohl nicht, als ein Obstbauer im norditalienischen Ponte in Valtellina auf ein merkwürdiges Reptil stiess: «Ich habe das seltsame Tier vor einem Monat gesehen», erklärte der Mann der Zeitung «Il Giorno» im August. «Ich hatte den Traktor oberhalb des Dorfes an der Strasse zum Val Fontana geparkt. Mir schien es wie eine Eidechse mit einem langen Schwanz, die einem Känguru glich. Also, etwas Ähnliches, nur mit Schuppen, wie ein Reptil.»

Bereits einige Jahre zuvor war eine junge Frau bei Tresivio auf eine seltsame Echse gestossen. Die Agrarstudentin – heute Assistenzforscherin – vertraute der Zeitung an, das agile Wesen sei auf zwei Beinen gelaufen, etwa einen Meter hoch und fast zwei Meter lang gewesen. «Ich habe es deutlich mit eigenen Augen gesehen. Es ging auf den Hinterbeinen auf mich zu, die Vorderbeine waren sehr klein. Es glich einem prähistorischen Velociraptor. Generell glich es auch einem Waran. Während dieser aber auf vier Füssen geht, lief es aufrecht. Der Widerrist befand sich auf fast 80 Zentimetern Höhe, mit dem Kopf war das fast ein Meter.

Das Ding war wohl eineinhalb oder zwei Meter lang.»

Dies war nicht das erste Mal, dass «Drachen» in der Nähe des Comer Sees gemeldet wurden, aber zum ersten Mal wurden sie als aufrecht schreitende Dinosaurier beschrieben. Keine sieben Jahre vorher, anfangs August 2002, wollten zwei Augenzeugen ein grosses Reptil im Intelvi-Tal, am anderen Ufer des Comer Sees, beobachtet haben. Das Tal verbindet den Comer- mit dem Luganer See – und damit Italien mit der Schweiz. Zwei Angler befanden sich auf der italienischen Seite des Übergangs, wo der Bach Brentana in den Fluss Telo fliesst. Im Telo bemerkten sie einen kleinen, etwa 50 Zentimeter langen Alligator. Angelo Bernasconi, einer der beiden Augenzeugen, berichtete: «Ich hatte Zeit, das kleine Reptil mehrere Minuten lang zu genau zu beobachten. Es war kaum länger als einen halben Meter, hatte einen kurzen, trapezförmigen Kopf mit einem zahnbewehrten Maul. Als es uns bemerkte, tauchte es unter und verschwand auf den Grund des Flusses.»

Förster durchkämmten das Sichtungsgebiet, fanden aber keine Spur mehr von dem Tier. Sie vermuteten, dass es sich um ein kurz zuvor ausgesetztes Haustier gehandelt hatte. Was aber war dann mit der etwa 30 bis 40 Zentimeter langen grauen Schlange, die ein Autofahrer am 10. Juni 2007 abends zwischen 18 und 19 Uhr in der Nähe von Ronago, südlich von Chiasso, in der Lombardei, beobachtet haben will? Der Mann meinte, die Schlange sei von einer Mauer gesprungen und dann in drei bis vier Sätzen über die Strasse gehüpft!

Die Schlange hüpfte von der Mauer und sprang über die Strasse!

Ausgabe 4/11 Phänomene Besitzt Südtiroler Schule einen Tatzelwurm?

Scheltopusik.

Verwechseln manche Augenzeugen dieses Reptil aus dem Balkan mit dem Tatzelwurm?

vorbeikam, hat es dann mitgenommen. Schliesslich wurde es in Alkohol konserviert und wird seither in der Mittelschule Kaltern aufbewahrt.»

Es handle sich dabei um einen Scheltopusik, eine Schleichenart aus dem Balkan: «Tatsächlich gibt es solche Tiere bei uns nicht. Sie kommen in östlichen Ländern vor. Der Kurat Heinrich Dichristin von St. Josef am See nimmt an, dass es möglicherweise auf einem Güterwagon irgendwie bis nach Auer kam und von dort in die Gegend kroch, wo dann sein letztes Stündchen geschlagen hat.»

Ulrich Magin Das klingt vertraut – nach dem Tatzel-, Spring- oder Stollenwurm, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts in den Alpenländern regelmässig von Touristen, Bauern, Bergsteigern und Förstern gemeldet wurde: Ein walzenförmiges Reptil mit einem, zwei oder mehr Beinpaaren, einem Katzen- oder Schlangenkopf, mal schlangenförmig und stets giftig. Dieser Wurm hüpfte oft meterhoch.

Am Comer See war er wohlbekannt. Man nannte ihn dort Basilisk, Katzenschlange, Leguan oder Milchschlange. Als sich der italienische Autor Carlo Amoretti am 11. Oktober 1815 im Seeweiler Bellagio aufhielt, erzählten ihm die Anrainer von der Milchschlange. Jeder kannte sie, sie habe manchmal zwei, manchmal vier Beine, wurde ihm berichtet.

Am Comer See und am Lago Maggiore 1862 konnte ein Reisender namens Leonhardi in seinem Buch «Der Comersee und seine Umgebungen» bestätigen, dass es dort von Tatzelwürmern wimmelte. «Die Leute von Garzeno erzählen mancherlei von Rieseneidechsen (lucertoni), welche eine Länge von 2,10 Meter erreichen und deren Blick und Hauch giftig sein sollen. Sie steigen vom Gebirge an das Seeufer hinunter, um ihre Eier in den Sand zu legen, schleichen in die Ställe, um an den Kühen zu saugen (desshalb tetta-vacch genannt). Im Jahre 1849 sei noch ein solches Unthier zu Garzenio gesehen worden. Auch zu Rezzonico haben zwei Weiber eine solche Eidechse gesehen, die so dick gewesen sei, wie ein Ziegenlamm. Es haftet offenbar etwas Mythisches an diesen Thieren.»

Auch am Lago Maggiore waren die Riesenleguane verbreitet. Amoretti erwähnt in seinem Buch «Viaggio da Milano ai tre laghi Maggiore, di Lugano e di Como», dass im Mai 1811 der Prior Berni aus Ascona in Moscia nahe von Ronco einen Riesenleguan erschlagen hätte.

Im Osten ist der Wurm bis nach Venetien verbreitet. Von hier stammen auch die jüngsten Sichtungen. Am 28. September 2009, um 14.30 Uhr, erblickte ein verblüffter Giovanni Pianezzola bei Vallonara im Phänomene Ausgabe 4/11 Garten seines Hauses ein «grosses Reptil», einen Meter lang und braun. Rasch eilte es über den Rasen und verschwand im nahe gelegenen Bach Longhella. Der Mann hielt das Tier für einen Alligator. Aber er verschwieg seine Beobachtung – bis er von einer weiteren las. Oder erfand er sie etwa erst, nachdem andere von einem Monster berichtet hatten?

Im Oktober 2009 rief ein anonymer Augenzeuge beim «Giornale di Vicenza» an. Er schilderte, er habe sowohl am 4. als auch am 5. Oktober im Bach Longhella zwischen Morostica und Vallonara einen «Waran», einen «Leguan» oder einen «Kaiman» gesichtet. Rund einen Meter lang sei die Kreatur gewesen. Ausserdem seien in dem Bach kurz zuvor Enten verschwunden.

Zuerst hätte man einen Riesenkarpfen für den Täter gehalten, aber jetzt?

Eine tagelange Suche nach dem Tier blieb, wie so oft in solchen Fällen, erfolglos. Die Polizei fahndete nach einem entlaufenen Krokodil. Aber die Dörfler winkten ab: Es gebe keinen Grund zur Panik. Das sei doch nur die «Katzenschlange», und die kenne man gut – sie sei harmlos.

Bis heute werden regelmässig Tatzelwürmer gesichtet Untersucht man die historischen Meldungen von Tatzelwurm-Sichtungen, stellt man schnell fest, dass die Würmer oft genug in Teichen, Bächen und Seen gesehen wurden.

Sie sind also keine reinen Bergbewohner, sondern auch ausgezeichnete Schwimmer.

Kein Wunder, dass heute so oft von entlaufenen Alligatoren erzählt wird.

So beobachtete ein 12-jähriger Junge im April 2007 bei Ternberg im Ennstal in Oberösterreich etwas, das man früher einen Tatzelwurm genannt hätte: eine rund einen halben Meter lange, braun gefärbte Echse.

Der Junge, in den Zeitungen Stefan genannt, war bei seinen Streifzügen dem Fluss entlang immer wieder auf Teile von toten Schlangen gestossen.

Neugierig geworden, legte er sich auf die Lauer. Plötzlich rannte eine Riesenechse aus dem Ufergebüsch. Stefan erschrak mächtig – und lief davon. Später kehrte er mit einer Kamera an den Ort seiner Beobachtung zurück. Das seltsame Tier allerdings bekam er nicht vor die Linse.

Noch 50 Jahre vorher hätte wohl jeder dieses Reptil als Tatzelwurm gedeutet, nun aber identifizierten es die von den Zeitungen befragten Experten als entlaufenen Waran. Eine aufwändige Suche der Feuerwehr nach dem Tier blieb allerdings ohne Ergebnis. Wenn damals tatsächlich ein entlaufener Waran für Verwirrung sorgte, dann hatte er sich eine Stelle ausgesucht, die zuvor zu den Refugien des Tatzelwurms zählte – hier als «Bergstutz» bekannt.

Ausgabe 4/11 Phänomene Dem Unmöglichen auf der Spur Liegt in einem Berner Bergwerk seit 500 Jahren ein versteinertes Schiff verborgen? Sind über Nürnberg im Jahr 1561 UFOs erschienen? Brach 1562 bei Freiburg tatsächlich ein Vulkan aus? Diese und viele andere rätselhafte Phänomene beschreibt der deutsche Experte für Unerklärliches, Ulrich Magin, in seinem englischsprachigen Buch «Investigating the Impossible», das soeben neu erschienen ist (ISBN 978-1- 933665-52-8, Anomalist Books, Austin, Texas).

So wollte beispielsweise um 1891/1892 ein Bauer in der Nähe von Weyer «in den Mauern des Rapoldegg einen Bergstutzen getroffen» haben. Er erschlug das Tier mit seinem Stock, bevor es ihn «anblasen», also mit Gift bespucken konnte. «Der Forstmeister Max Obermayr, der selbstredend durch die Mittheilung sehr heiter gestimmt wurde, beauftragte seinen Jäger Josef R. mit dem Bauern den Bergstutzen suchen zu gehen. R., abergläubisch wie alle Jäger mehr oder minder, gieng mit Bangen an die Lösung seiner gefährlichen Aufgabe, zu der er sich mit einer Kiste, einigen Frauenstrümpfen, Fetzen etc. ausrüstete, begab sich mit dem Bauer an die kritische Stelle.»

Dramatische Berichte über reale Begegnungen mit dem Fabelwesen Dort lag das tote Tier «mit einem mausfellähnlichen Pelze bedeckt». Es war «offenbar ein Bergstutzen, der schon durch den Mangel an Beinen als solcher gekennzeichnet war. Vorsichtig, ein Tuch vor dem Munde, beutelte R. den gefährlichen Wurm in einen Frauenstrumpf, verpackte ihn in die anderen Strümpfe, Fetzen und schliesslich in die Kiste.» Doch vor nüchternen Zeugen ausgepackt, entpuppte sich das vermeintliche Gifttier «als eine noch mit dem ‹Baste› bedeckte Hirschstange». Solch eine Lösung des recht dramatischen Berichtes hätte man einem Skeptiker nie abgenommen!

Vor 1895 will ein weiterer Waidmann im niederösterreichischen Ennstal den Tatzelwurm getroffen haben, wie der Forscher Doblhoff schrieb: «Dieser Jäger (H. Lackner) erzählte mir übrigens noch folgendes eigene Erlebnis: Er näherte sich einmal einem mir wohlbekannten schmalen Stege über die Enns, als er bemerkte, dass vom gegenüberliegenden Ufer ein Wiesel gleichfalls dem Stege sich näherte. Wie dasselbe aber den Weg betrat, stutzte es. Als Ursache davon bemerkte Hanns einen ‹Heckwurm›, welcher mitten auf dem Stege zusam- Phänomene Ausgabe 4/11 Unheimliche Begegnung in der Schweiz: Fotografierte ein Berliner Journalist 1935 einen «echten» Tatzelwurm im Berner Oberland bei Meiringen?

Eine der aufsehenerregendsten Tatzelwurm-Sichtungen erreignete sich 1935 in der Schweiz – im Aaretal des Berner Oberlands. Hierbei entstand auch das wohl einzige bekannte Foto eines mutmasslichen Tatzelwurms.

Ausgerechnet der Fotograf einer deutschen Zeitung – der boulevardesken «Berliner Illustrirten Zeitung», will damals bei einem Ausflug in Meiringen den Tatzelwurm vor die Linse bekommen haben. Das Vieh habe in einer Senke gelegen und er habe es erst für einen Baumstamm gehalten, erklärte der Augenzeuge später.

Seine Zeitung berichtete darauf aufgeregt und mit einem fast ganzseitigen Foto (Bild rechts): Der Fotograf «packte seinen Apparat und drückte ab, wobei das Knacken des Verschlusses bewirkte, dass der vermeintliche Baumstamm sich plötzlich bewegte und ihn mit durchdringenden, hellen Augen bösartig anstierte. Das Tier machte Miene, auf ihn loszugehen und zischte dabei wie eine Schlange.

Der Anblick soll so furchterregend gewesen sein, dass er schleunigst Reissaus nahm. Er schildert das Tier als unheimlich aussehend, etwa 80 Zentimeter lang, von circa 25 Zentimeter Durchmesser und mit richtiggehenden Vorderfüssen. Das Tier sei braun mit hellen Flecken.»

Die Zeitung setzte eine Belohnung aus und organisierte Expeditionen in die Schweiz, um den Tatzelwurm nochmals ausfindig zu machen – und vielleicht sogar zu fangen. Ohne Erfolg!

Skeptiker gehen deshalb noch heute davon aus, dass die Geschichte inklusive des Fotos eine Inszenierung der Zeitung war.

Sie wollte damit im Schweizer Markt stärker Fuss fassen, vermutet auch der Schweizer Zoologe Dr. Ulrich Halder.

Allerdings ist die mutmassliche Tatzelwurm-Sichtung durch den Berliner Pressefotografen nur eine von hunderten allein in den Schweizer Bergregio-Rust. Die junge Bernerin reicherte auch diesen «mysteries»-Artikel mit Illustrationen an: Zeichungen von Tatzelwürmern, wie sie von den diversen Augenzeugen beschrieben wurden.

nen. Immer wieder wollen Zeugen hier in den letzten Jahrhunderten – unabhängig von einander und an unterschiedlichen Orten – das mysteriöse Wurmwesen gesehen haben.

Zoologe Halder dokumentiert dies ausführlich in einer Publikation, die nächstes Jahr erscheinen soll. Verfasst hat sie der Naturwissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Grafikerin Eva Infos: www.evarust.ch. Die Publikation von Eva Rust und Ulrich Halder soll 2012 im Paulidruck Verlag Meiringen erscheinen.

Arbeitstitel: «Der Tatzelwurm – ausgedacht oder ausgestorben?»

Ausgabe 4/11 Phänomene mengerollt lag. Das Wiesel hüpfte auf die nahe Wiese, dort sah es Hanns hin und wieder Sprünge machen, dann wieder zum Steg zurückkehren mit einer Wurzel im Maule; diese Wurzel warf es auf die Natter, welche davon in Stücke zerfiel. Auf meine Aufforderung, mir doch die Wahrheit zu sagen, versicherte er auf Ehr’ und Seligkeit, dass er mich nicht belüge. Natürlich ist das doch echtes Jägerlatein; aber ich zweifle nicht, dass dieser Erzählung ein tatsächlich bestehender Volksglaube zu Grunde liege.»

Doblhoff stuft diesen «Augenzeugenbericht» somit als Sage ein. Und dies zu Recht, denn die Erzählung ist in ganz Europa bekannt und protokolliert – nur mit wechselnden tierischen Protagonisten: Schlangen, Wieseln und anderen.

Seltsamer Wurm mit Tatzen und feuerrotem Rachen Doch nicht nur an den oberitalienischen Seen und im Ennstal zeigen sich geheimnisvolle Reptilien heute dort, wo früher der Tatzelwurm hauste. Im Sommer 2007 gab es Alarm, als mehrere Personen berichteten, sie hätten bei Nals in Südtirol eine Riesenschlange gesehen. Die Gemüter beruhigten sich schliesslich, zumindest bis zum nächsten Jahr. Da gab Reinhard Rainer aus Nals an, er habe «Reste einer Schlange gefunden» – ein «Kopfskelett von beachtlicher Grösse», wie die «Südtirol Nachrichten» am 25. März 2008 meldete: «Gefunden hat er das Skelett schon im Herbst, einem Fachmann gezeigt hat er es aber noch nicht.» Der Bürgermeister von Nals, Franz Pircher, tat die Entdeckung darauf als reine Erfindung ab.

Nals liegt in der Nähe von Tesimo, wo im letzten Jahrhundert gleich drei Mal Tatzelwürmer beobachtet wurden. Zum ersten Mal 1907, dann, an einem heissen Julitag vor dem Ersten Weltkrieg, von Josef Pichler.

Er besserte oberhalb des Dorfes eine Wasserleitung aus, als er plötzlich ein Rascheln im nassen Laub hörte. «Dann kam ein grauer, nicht sonderlich dicker Wurm zum Vorschein. Er stützte sich auf seine beiden Vorderfüsse, legte den Schwanz über den Rücken. Dann öffnete und schloss er abwechselnd sein krötenartiges Maul und liess bei dieser Gelegenheit jedesmal seinen feuerroten Rachen sehen.»

Dennoch bleibt der Tatzelwurm bis heute leider ein Tier, das zwar in etlichen Erzählungen vorkommt – nicht aber präpariert im Museum. Treibt sich die geheimnisvolle Schlange mit Tatzen aller Skepsis zum Trotz bis heute tatsächlich in den Alpen herum? Oder ist die Erinnerung an die Legende vielleicht derart lebendig, dass sich gewöhnliche Eidechsen, Kreuzottern oder Hirsche für den flüchtigen Betrachter noch heute in gefährliche Mini-Drachen verwandeln können?

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Drei Jahre nach dem Tod von Albert Hofmann (102) legt einer seiner engsten Freunde die erste Biographie über den LSD-Entdecker vor: Zusammen mit Dieter Hagenbach berichtet Psi-Experte Lucius Werthmüller über Hofmanns mystische Naturerlebnisse in der Kindheit bis zu dessen Hinwendung zur Naturphilosophie. Dies anhand vieler bislang unveröffentlichter Fotos sowie privater Tagebuchaufzeichnungen. «Albert Hofmann und sein LSD» erscheint Mitte September 2011 im AT-Verlag.

Auf zur letzten Reise! Mit der «Atlantis» startet dieser Tage zum allerletzten Mal ein Space-Shuttle der NASA ins Weltall. Nach ihrer Rückkehr wandert die Raumfähre ins Museum. Ob und wie es mit der bemannten Raumfahrt in den USA danach konkret weitergeht, steht derzeit leider in den Sternen.

«Nestea» mit Stevia im Handel Noch immer ist der rein pflanzliche Süssstoff Stevia in der EU nicht als Lebensmittelzusatz erlaubt. Anders in der Schweiz, wo das Coca-Cola-Imperium dieser Tage sein erstes Markengetränk ohne künstlichen Zuckerersatz lanciert: «Nestea» mit Grüntee-Extrakt, Citrus-Aroma und Stevia-Süssstoff! Auch eidgenössische Grossverteiler wie Migros oder Coop führen mittlerweile entsprechend kalorienarme Getränke im Sortiment. Bleibt zu hoffen, dass nun auch die EU trotz Widerstand der Zucker-Lobby endlich grünes Licht für die südamerikanische «Wunderpflanze» geben wird. Wetten, dass wir uns dann bald auch auf aspartamfreies Stevia-Cola freuen dürfen?

Nanu, was ist denn das? Seit vielen Jahren übermittelt der SOHO-Satellit der europäischen Weltraumbehörde ESA und der NASA spektakuläre Fotos der Sonne. Verwirrend: Immer wieder ist auf Bildern der letzten Monate und Jahre eine Art «Riesenshuttle samt Stachel am Bug» erkennbar (Bild). Ein überdimensionales ET-Raumschiff? Leider nicht, wie Markus Bauer von der ESA auf Anfrage von «mysteries» abwinkt: «Es handelt sich um Bildfehler: Das Phänomen manifestiert sich jeweils dann, wenn Weltraumstrahlung den Computerchip der Sonde trifft und ein einzelnes Bildpixel übermässig tränkt.» Vereinfacht formuliert: Ähnlich einem unerwünschten Farbklecks auf einem Löschpapier würden sich auf den Fotos ab und an kuriose «Phantomformen» ausbreiten.

Neue Kontroverse um die Echtheit von Leonardos da Vincis Meisterwerk «Die im Louvre ausgestellte Mona Lisa ist nur eine Kopie», glaubt ein deutscher Kunstexperte und Gemäldefälscher zu wissen. Verwirrung stiftet zudem ein weiteres «Original» des Leonardo-Gemäldes, das laut geheimen britischen Akten nach Kriegsende in einem Nazi-Depot auftauchte. Führen uns die Franzosen seit Jahrzehnten an der Nase herum? Bewundern die jährlich sechs Millionen Besucher im Pariser Nationalmuseum nur eine Meisterkopie?

Ausgabe 4/11 Geschichte

Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 2
Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 3
Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 4
Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 5
Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 6
Ein Raumschiff vor der Sonne? – Abbildung 7

Tosender Applaus für Nassim Haramein am «1. Kongress für Grenzwissenschaft» in Saarbrücken: Der Physikrebell aus Hawaii zog bei seinem ersten Auftritt in Deutschland selbst Skeptiker in seinen Bann. Für Aufsehen sorgten auch der erstmals öffentlich gezeigte Kristallschädel von SS-Führer Heinrich Himmler sowie Fotos von bislang völlig unbekannten Maya-Relikten mit Astronauten-Darstellungen.

Schulphysiker tun ihn meist vorschnell als spirituell angehauchten Autodidakten ab – ohne sich näher mit seinen kontroversen Ideen zu beschäftigen. Seine Fans dagegen feiern ihn als «verkanntes Superhirn», dessen Theorien die Welt revolutionieren könnten. Kurz: Nassim Haramein aus Hawaii polarisiert – und das mit Köpfchen und Charisma. Das bewies der sympathische Querdenker am 11.

Juni 2011 auch bei seinem allerersten Auftritt in Deutschland, am «Kongress für Grenzwissenschaft» des Hesper Verlags in Saarbrücken, wo ihn das Publikum mit einer Standing Ovation feierte.

Grund: Haramein will das Unmögliche geschafft haben, die Formulierung einer Einheitsfeld-Theorie aller vier Naturkräfte, an der selbst Grössen wie Albert Einstein scheiterten. Originell, aber ebenfalls umstritten seine Theorie, wonach der Kern jedes Atoms aus einer Art winzigem Schwarzen Loch bestünde, die dortigen Protonen somit von der Gravitation zusammengehalten würden.

Ein entscheidender Durchbruch soll Haramein zudem just vor dem Kongress mit Hilfe eines befreundeten deutschen Zahlen-Genies geglückt zu sein.

«Himmlische» Maya-Sammlung Für grosse Augen sorgte an jenem Tag aber auch Klaus Dona aus Wien, dem speziell für diesen Kongress «Himmlers Kristallschädel» zur ersten öffentlichen Kurzpräsentation anvertraut worden war (siehe dazu «mysteries» Nr. 2/2011). Im Rahmen seines Vortrags präsentierte der bekannte Ausstellungsmacher zudem Fotos bislang völlig unbekannter Maya-Steinobjekte aus einer Höhle in Zentralamerika, die ganz offensichtlich UFOs, Astronautengötter und andere «verbotene» Motive zieren. Die spektakuläre Indio-Sammlung umfasst laut Dona «Tausende von Objekten», wie er «mysteries» verriet. «Mehr darf ich dazu leider noch nicht sagen – aber man wird in absehbarer Zukunft viele davon zu sehen bekommen. Versprochen!»

Ein Physik-Rebell und jede Menge Maya-Astronauten – Abbildung 2