Zeitreisen – einst als Utopie verschrieen – rücken heute zunehmend in den Fokus brillanter Naturwissenschaftler. Ergebnis: Reisen durch die Zeit scheinen aus physikalischer Sicht zumindest möglich – noch aber sind wir weit davon entfernt. Einer, der das «Unmögliche» für möglich hält, ist der international renommierte amerikanische String-Forscher Professor Michio Kaku. Für «mysteries» fasst er zusammen, welches beunruhigende Szenario uns erwarten könnte…
von Michio Kaku In H. G. Wells Novelle «Die Zeitmaschine» sprang der Hauptdarsteller in einen speziellen Stuhl mit blinkenden Lichtern, drehte rasch an ein paar Wählscheiben, und schon wurde er einige Hunderttausend Jahre in die Zukunft geschleudert.
England war verschwunden und wurde nun von seltsamen Kreaturen, den Morlock und Eloi, bewohnt.
Dies kann eine grossartige, erfundene Geschichte gewesen sein. Aber die Wissenschaftler haben seit jeher über die Idee von Zeitreisen gespottet, die in ihren Augen in das Reich der Spinner, Mystiker und Scharlatane gehörten, und das mit gutem Recht.
Seither lassen jedoch ziemlich beachtenswerte Fortschritte in der Quantengravitation diese Theorie wieder aufleben; sie ist nun ein gefundenes Fressen für theoretische Wissenschaftler, die ihre Beiträge in naturwissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen.
Ein hartnäckiges Problem bei Zeitreisen sind die zahlreichen verschiedenen Typen von Paradoxa. Da ist zum Beispiel das Paradoxon des Mannes ohne Eltern: Was passiert, wenn Du in der Zeit zurück reist und Deine eigenen Eltern umbringst, bevor Du geboren wirst?
Frage: Wenn Deine Eltern vor Deiner Geburt gestorben wären, wie hättest Du dann geboren werden können, um sie danach umzubringen?
Dann gibt es das Paradoxon des Mannes ohne Vergangenheit. Nehmen wir zum Beispiel an, da gäbe es einen jungen Erfinder, der in seiner Garage vergeblich versucht, eine Zeitmaschine zu bauen. Plötzlich erscheint aus dem Nichts ein Aufbruch in unbekannte Dimensionen. Führt uns der Weg in die Zukunft womöglich direkt in die Vergangenheit?
älterer Mann und vermittelt dem jüngeren das Geheimnis für den Bau einer Zeitmaschine. Der junge Mann wird daraufhin mit Börsenspekulationen, Wettrennen und Sportveranstaltungen unvorstellbar reich, weil er die Zukunft kennt. Dann, als alter Mann, entschliesst er sich, seine letzte Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen und das Geheimnis der Zeitreise seinem jüngeren Selbst preiszugeben. Frage: Woher kam die Idee der Zeitmaschine?
Dann gibt es das Paradoxon des Mannes, der seine eigene Mutter ist: «Jane» wird als Findelkind in einem Waisenhaus zurückgelassen.
Als Heranwachsende verliebt sich «Jane» in einen Herumtreiber, der sie verlässt und schwanger zurücklässt.
Dann schlägt das Schicksal zu. Sie stirbt fast, als sie einem kleinen Mädchen das Leben schenkt, welches später unter mysteriösen Umständen entführt wird.
Die Ärzte sind der Ansicht, dass Jane sehr stark blutet, aber, seltsam genug, über beide Sexualorgane verfügt.
Geschlechtsumwandlung Um nun ihr Leben zu retten, nehmen die Ärzte eine Geschlechtsumwandlung vor, und aus «Jane» wird «Jim». Jim entwickelt sich später zu einem betrunkenen Herumtreiber, bis er einen freundlichen Barmixer trifft (in der Tat ein verkleideter Zeitreisender), der ihn abrupt entfernt, indem er ihn in der Zeit zurückschickt.
«Jim» trifft dort ein hübsches junges Mädchen, welches ungewollt mit einem Mädchen schwanger wird. Ohne sich einer Schuld bewusst zu sein, entführt er das kleine Mädchen und setzt es im Waisenhaus aus. Später tritt «Jim» den Truppen der Zeitreisenden bei, führt ein angesehenes Leben und hat einen letzten Traum: Sich selbst als Barmixer zu verkleiden, um einen gewissen Säufer namens «Jim» in der Vergangenheit zu treffen. Frage: Wer ist «Janes» Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Grossvater, Grossmutter und Enkelkind?
Es ist nicht erstaunlich, dass Zeitreisen immer als unmöglich eingestuft wurden.
Sogar Newton verglich die Zeit mit einem Pfeil: Einmal abgeschossen fliegt er unentwegt in einer geraden Linie weiter. Eine Sekunde auf der Erde ist eine Sekunde auf dem Mars. Alle im Universum verteilten Uhren schlagen im gleichen Takt.
Einstein zeichnete uns ein ganz ande- Mann mit vielen Gesichtern. Zeitreise-Experte Professor Michio Kaku.
res Bild. Gemäss Einstein ist die Zeit mehr wie ein Fluss zu sehen, der sich um die Sterne und Galaxien windet, einmal schneller und dann wieder langsamer – etwa um massive Körper – fliesst. Eine Sekunde auf der Erde ist nicht eine Sekunde auf dem Mars. Die im Universum verstreuten Uhren schlagen in ihrem eigenen, fernen Takt.
Kurz bevor Einstein starb, wurde er jedoch mit einem unangenehmen Problem konfrontiert. Einsteins Nachbar in Princeton, Kurt Goedel, der vielleicht grösste logische Mathematiker in den vergangenen 500 Jahren, fand eine neue Lösung zu Einsteins eigenen Gleichungen, die die Zeitreise erlaubten!
Der «Fluss der Zeit» hat nun Whirlpools, in welchen die Zeit sich selbst zu einem Kreis aufwickelt. Goedels Lösung ist ziemlich genial: Sie geht von einem mit rotierender Flüssigkeit gefüllten Universum aus. Jeder, der entlang der Rotationsrichtung geht, findet sich am Ausgangspunkt wieder, aber in der Zeit zurückversetzt.
Verwirrter Einstein Einstein schrieb in seinen Memoiren, dass ihn die Tatsache verwirre, dass seine Gleichungen Lösungen enthielten, welche die Zeitreise erlauben würden.
Schliesslich jedoch schlussfolgerte er: Das Universum rotiert nicht, es dehnt sich aus (wie in der Urknalltheorie beschrieben) und infolgedessen konnte Goedels Lösung aus physikalischen Gründen verworfen werden. (Wenn jedoch der Urknall rotieren würde, wären Zeitreisen im ganzen Universum also offensichtlich möglich!)
Später, 1963, fand der neuseeländischer Mathematiker Roy Kerr eine Lösung für Einsteins Gleichungen über rotierende schwarze Löcher, die eigenartige Eigenschaften aufwiesen. Die schwarzen Löcher würden nämlich nicht (wie ursprünglich angenommen) zu einem Punkt, sondern zu einem drehenden Ring (bestehend aus Neutronen) kollabieren.
Dieser Ring würde sich nun so schnell drehen, dass er durch die frei werdenden Zentrifugalkräfte nicht unter seiner eigenen Anziehungskraft zusammenfällt. Der Ring verhält sich wiederum wie Alices Spiegel. Jeder, der ihn durchschreitet, würde nicht sterben, sondern könnte durch den Ring in ein Paralleluniversum gelangen.
Gold, wohin das Auge blickt: Unermessliche Schätze erwarteten Howard Carter, als er 1922 die Grabkammer Tutanchamuns öffnen liess. Doch von den sagenumwobenen Papyrusrollen des ägyptischen Pharaos fehlt bis heute jede Spur. Stecken sie womöglich in einer der zahlreichen Statuen, wie der Ägyptologe Nicholas Reeves spekuliert? Neue Aufschlüsse könnte jetzt eine spektakuläre Ausstellung liefern, die ab April 2004 im Basler Antikenmuseum über die Bühne geht.
von Luc Bürgin «Zuerst konnte ich nichts sehen, da die aus der Kammer entweichende heisse Luft das Licht der Kerze zum Flackern brachte. Als meine Augen sich aber an das Licht gewöhnten, tauchten bald Einzelheiten im Innern der Kammer aus dem Nebel auf. Seltsame Tiere, Statuen und Gold – überall glänzendes, schimmerndes Gold.
Als Lord Carnarvon die Ungewissheit nicht länger ertragen konnte und ängstlich fragte: ‹Können Sie etwas sehen?› war alles, was ich herausbringen konnte: ‹Ja, wunderbare Dinge!› Dann erweiterten wir das Loch, so dass wir beide hindurch sehen konnten, und führten eine elektrische Lampe ein.»
Unzählige Spekulationen Was wurde über die Entdeckung des Pharaonengrabes von Tutanchamun durch Howard Carter nicht alles schon fabuliert. Hunderte von Werken berichten uns, wie die geheimnisvolle Ausgrabung im Tal der Könige 1922 vonstatten ging.
Hunderte von Autoren erzählen uns vom Fluch, der den Entdecker und seine Kumpane im Laufe der Jahre dahingerafft haben soll. Und Hunderte von Ägyptologen spekulieren bis heute, warum der 18-jährige Pharao 1323 v. Chr. von seinen Zeitgenossen zur Strecke gebracht wurde, wie eine Kopfverletzung erahnen lässt.
Neustes Beispiel der nicht enden wollenden Spekulationen: Tutanchamun soll an einer heimtückischen Erbkrankheit gelitten haben. Dies jedenfalls behauptet die britische Archäologin Gillian Vogelsang-Tutanchamun. Bis heute ranken sich um den ägyptischen Gottkönig zahlreiche Legenden und Spekulationen.
Eastwood vom niederländischen Völkerkundemuseum in Leiden nach einer Untersuchung seiner Kleider.
Sie will festgestellt haben, dass der bedauernswerte Pharao einen «birnenförmigen Körper» mit einem Hüftumfang von 110 Zentimetern besessen haben soll – und erntet für diese Erkenntnis anerkennende Blicke ihrer Fachkollegen.
Kaum dokumentiert Das wirkliche Geheimnis von Tutanchamun wird derweil völlig übersehen: Das Mysterium der verschollenen Papyrus-Rollen. Gerademal eine einzige aktuelle wissenschaftliche Publikation existiert darüber. Und die erschien 1985 auf einigen wenigen Seiten in den «Göttinger Miszellen» – einem Insider-Blättchen der Universität Göttingen, das einem erlauchten Kreis von renommierten Ägyptologen vorbehalten ist.
Worum geht es? Schon bald nach der Entdeckung des Pharaonengrabes träumten damalige Ägyptologen von einem grossen Schatz an Papyrus-Rollen, den das Grab enthalten sollte. Doch ihre Hoffnungen zerschlugen sich: Abgesehen von einem zerfallenen Fetzen, der einen rituellen Text enthielt, fand sich keine Spur der Papyri – weder im Sarg noch in den versiegelten Truhen.
Ein seltsamer Befund. Schliesslich statteten die alten Ägypter ihre verstorbe- ‹‹ Hat sich Carter die Papyri selber unter den Nagel gerissen?
nen Herrscher gerne mit allerlei Dokumenten aus, die historische, literarische und religiöse Texte beinhalteten.
Glaubt man den fantasievollen Thesen des englischen Forschers Gerald O’Farrell, dann gibt es eine Erklärung für die fehlenden Aufzeichnungen: Carter selbst soll sich die Papyri unter den Nagel gerissen haben! Aus religiösen Gründen, wie O’Farrell zu wissen glaubt.
Als Indiz für seine abenteuerliche These bemüht er eine schriftliche Bemerkung Lord Carnarvons an einen Freund, wonach im Grab Papyri gefunden worden seien, «die das Denken der Welt verändern» würden.
«Skandalöse Erzählung» Carter selbst – behauptet O’Farrell weiter – habe sich zumindest bei einer offiziell verbürgten Gelegenheit ausdrücklich dazu geäussert. So soll er anlässlich eines Gesprächs mit den ägyptischen Behörden vorübergehend die Fassung verloren und gedroht haben: «Ich werde der ganzen Welt Papyrus-Texte zur Kenntnis bringen, die ich im Grab gefunden habe! Dokumente, die eine wahre und skandalöse Erzählung des Exodus der Juden aus Ägypten beinhalten…» Wenig von derlei Verschwörungsthesen hält der renommierte Ägyptologe Nicholas Reeves. Auch er muss allerdings einräumen, dass «die Gründe für die bemerkenswerte Absenz der Papyri im Grab von Tutanchamun bis heute nicht zufriedenstellend geklärt werden können».
Reeves zählt zu den ganz Grossen seiner Zunft. Internationale Anerkennung erlangte er vor allem durch seine Forschungen im Tal der Könige. Parallel dazu fahndet er seit vielen Jahren in aller Stille, unbemerkt von Journalisten und Kollegen, nach den verschollenen Schriftrollen von Tutanchamun. Eine einzige wissenschaftliche Notiz zeugt bislang von seiner Suche – diejenige in den «Göttinger Miszellen».
Trotz einiger Rückschläge hat Reeves die Hoffnung noch nicht verloren. Im Zentrum seines Interesses stehen dabei nicht zuletzt die königlichen und göttlichen Holzstatuen, die Carter einst im Grab fand. Ähnliche Figuren kennen die Fachleute nämlich auch aus anderen Gräbern, so etwa demjenigen von Sethos I. Interessanterweise enthalten einige Statuen in ihrem Innern Hohlräume.
Hohlraum im Rücken Eine davon wurde 1898 bei der Entdeckung der letzten Ruhestätte Amenophis II. zu Tage gefördert. Verborgen in ihrem Rücken entdeckte man eine Papyrusrolle.
Für Nicholas Reeves ein klares Indiz, wo die Schrifttexte von Tutanchamun verborgen worden sein dürften. «Zumindest ein Teil der Begräbnistexte könnte in einem oder mehreren der göttlichen und königlichen Darstellungen versteckt worden sein, die man in seinem Grab fand», vermutet er.
Seine Aufmerksamkeit galt dabei lange Zeit den lebensgrossen Wächter-Statuen, die am Eingang von Tutanchamuns Grabkammer gefunden worden waren. Sie stehen heute im Ägyptischen Museum von Kairo. «Zusammen mit einigen japanischen Kollegen arrangierte ich vor einigen Jahren eine Röntgenuntersuchung der Wächter-Figuren», berichtet Nicholas Reeves. «Leider entpuppten sie sich dabei als solide. Das Rätsel um den Verbleib von Tut’s Schriftrollen dauert also an.»
Ist die Sache für ihn damit erledigt?
«Keineswegs», versichert Reeves. «Zu einem späteren Zeitpunkt möchte ich natürlich auch die kleineren Tutanchamun-Figuren diesbezüglich näher untersuchen.
Konkret geplant ist vorläufig aber noch nichts.»
Wer die Grabschätze in der Zwischenzeit auf eigene Faust inspizieren will, kann ‹‹ Howard Carter (r.). Momentaufnahme kurz vor der Öffnung des Grabes.
Warum stellt die neue Ausstellung alle bisherigen in den Schatten?
dies demnächst tun: Nach Paris (1967), London (1972) und Deutschland (1980) kommen die Kostbarkeiten aus der Grabkammer des legendären Pharaos nach über 20 Jahren nämlich erstmals wieder nach Europa – und zwar nach Basel.
Unter dem Titel «Tutanchamun – Das goldene Jenseits» wird in der Rheinstadt damit die bedeutendste europäische Ägypten-Ausstellung der letzten 23 Jahre stattfinden – vom 7. April bis 3. Oktober 2004 im Basler Antikenmuseum. Hinzu kommen Schätze aus anderen Gräbern aus dem berühmten Tal der Könige, so dass rund 120 Originale in Basel zu sehen sein werden.
«Auch als Museumsdirektor hat man Träume. Aber dass ein Traum wie die ‹Tutanchamun›-Ausstellung eines Tages wahr wird, daran wagt man kaum zu denken», schwärmt Peter Blome, Direktor des Antikenmuseum Basel.
Glücksgriff Dank ihrem international guten Ruf und ihren ausgezeichneten Beziehungen zur ägyptischen Antikenverwaltung und dem Nationalmuseum in Kairo war es den Museumsverantwortlichen gelungen, die Freigabe der Grabschätze aus dem Tal der Könige zu erlangen. Ebenfalls trug die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und ägyptischen Behörden massgeblich zu diesem Erfolg bei.
Das Konzept der Ausstellung hat der zuständige Konservator des Antikenmuseums, Dr. André Wiese, mit seinem Team entwickelt. Im Zentrum steht die Frage: Wie sah ein königlicher Grabschatz im Neuen Reich aus, und wie unterscheidet er sich von den Grabbeigaben der königlichen Entourage?
Die Ausstellung zeigt also nicht nur 50 der bedeutendsten Kunstwerke aus dem Grab von Tutanchamun, sondern auch Grabgegenstände aus den übrigen Königsgräbern der 18. Dynastie (15. bis 14. Jahrhundert v. Chr.).
Einen weiteren Höhepunkt bilden Leihgaben aus dem unversehrten Grab von Juja und Tuja, den Schwiegereltern Amenophis III. Es wurde rund 20 Jahre vor Tutanchamun entdeckt, und war bis dahin die am meisten gefeierte Entdeckung im Tal der Könige, ja der gesamten ägyptischen Archäologie.
«Noch nie zu sehen» «Eine Ausstellung mit einer solchen Fülle an hochkarätigen Kunstwerken hat es noch nie gegeben», betont Museumsdirektor Peter Blome. «Viele der Objekte, die wir in Basel zeigen werden, waren bisher ausserhalb Ägyptens noch nie zu sehen.» Das Antikenmuseum Basel ist die einzige europäische Station der Ausstellung.
Die Grabschätze aus der Zeit der 18. Dynastie sind zwischen 3500 und 3300 Jahren alt. Viele sind aus Gold oder vergoldet. Gold galt im alten Ägypten als Farbe der unvergänglichen Sonne und war damit ein Symbol für die Wiedergeburt im Jenseits. Die in die Grabkammern mitgegebenen Schätze sollten dafür sorgen, dass die Verstorbenen im Jenseits eine sichere Fortexistenz hatten. In Basel wird auch ein Nachbau von Tutanchamuns Grabkammer zu sehen sein.
Insgesamt rechnet die Direktion des Museums in den sechs Monaten, in denen die Tore der Ausstellung geöffnet sind, mit einer halben Million Besucher. Und wer weiss: Vielleicht findet einer davon beim Betrachten der Artefakte ja tatsächlich einen neuen Hinweis, wo die sagenumwobenen Schriftrollen des Pharaos einst versteckt worden sein könnten.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/wo-stecken-die-schriftrollen-des-pharaos-page35-1.jpg7381034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002025-12-13 07:05:38Wo Stecken Die Schriftrollen Des Pharaos?
Ring von Paussnitz. Rund 800 Jahre nachdem er geschmiedet wurde, konnte sein Geheimnis endlich gelüftet werden.
Magischer Ring beginnt zu sprechen
Das Rätsel des geheimnisvollsten deutschen Ringes ist geknackt: Nach monatelangen Studien konnte die Inschrift des 800-jährigen magischen Kleinods von Paussnitz endlich entschlüsselt werden.
Zauberringe gibt es tatsächlich. Doch nur wenige überdauerten die Wirren der Geschichte. Einer davon befindet sich seit über 100 Jahren im Tresor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Sachsen-Anhalt).
1898 in Paussnitz mitsamt einem Silberschatz ausgebuddelt, übt das zwölfeckige Silberstück eine seltsame Anziehungskraft aus. Eine geheimnisvoll verschlüsselte Inschrift aus Symbolen und buchstabenartigen Zeichen gab Schriftexperten bis heute Rätsel auf.
Monatelang arbeiteten die klügsten Köpfe an der Entzifferung des rund 800jährigen Kleinods. Jetzt konnte das Geheimnis endlich gelüftet werden. Dazu der Archäologe Arnold Muhl vom Landesmuseum: «Der Text ist in frühgotischen Majuskeln und Buchstaben der damals schon nicht mehr gebräuchlichen irischangelsächsischen Zierkapitalis abgefasst.
Dechiffriert handelt es sich um ein seltenes Schriftzeugnis der mittelhochdeutschen Sprache, das wie folgt zu lesen ist: NAINE MI XPS.
Die wörtliche Übersetzung ‹Verneine mich Christus› ist aufgrund vergleichbarer Bittformeln im Sinne von ‹Vernichte mich Christus› zu verstehen. Diese magische Anrufung ist als Ausdruck innigster religiöser Hingabe zur Erlangung des Seelenheils zu werten. Mit Hilfe des Heilands soll das eigene Ich ausgelöscht werden, um daraufhin vollständig vom Geiste Christi durchdrungen zu werden.»
Die Inschrift offenbare eine mystische Spiritualität, die vorderorientalische Einflüsse erkennen lässt und die besonders bei Kreuzfahrern zu finden war. Die zwölfeckige Form des Ringes, die Strukturierung der Gravuren und der Rhythmus der wechselnden Leserichtungen seien auf der Basis eines Systems bedeutungstragender Ziffern konzipiert.
Muhl: «Der silberne Inschriftenring von Paussnitz ist ein aussergewöhnliches Zeugnis tiefer individueller Frömmigkeit, dessen wahre Bedeutung dem fremden Auge jedoch verborgen bleiben sollte.»
Ein Ordensritter?
Wer aber war der geheimnisvolle Ringträger? «Offensichtlich hatte er Aufenthalt in vielen Bibliotheken und Kanzleien sowie Kontakt zu den avantgardistischen Kräften seiner Zeit» erklärt der Archäologe. «Er stand auf der wissenschaftlichen Höhe seiner Zeit. Der Gebrauch der mittelhochdeutschen Sprache lässt erkennen, dass er höherer adeliger Herkunft gewesen sein muss.»
Sein Wissen um christlich-mystische Glaubensideen vorderorientalischer Prägung lasse zudem darauf schliessen, dass er Verbindungen nach Palästina hatte oder sogar selbst im Heiligen Land war. Muhl: «Merkmale, wie sie auf einen Chorherren oder Ordensritter zutreffen!»
«Ägypter, Griechen und Römer wussten noch nichts von der Brechkraft einer Linse. Künstliche Sehhilfen wurden erst in den letzten 1000 Jahren entwickelt.» So steht es in jedem Lexikon. Der bekannte britische Forscher Professor Robert Temple mag darüber nur den Kopf schütteln.
Eine riesige Anzahl antiker Linsen existiert in zahllosen Museen überall auf der Welt. Ich selbst bin sogar im Besitz einer antiken Linse aus Griechenland. Die grosse Anzahl dieser antiken Objekte, die die Zeit überdauert haben, führt die unachtsame und weitverbreitete Annahme ad absurdum, dass «es keine antiken Linsen gibt».
Antike Linsen finden sich nahezu überall. Weshalb erkennt sie dann keiner als das, was sie sind? Diese Situation ist wirklich rätselhaft. Einer der Direktoren eines Museums im Mittelmeerraum hat einen Artikel veröffentlicht, in dem er davon ausging, dass es antike Linsen gegeben hat, doch verschweigt er, dass sich in seinem eigenen Museum einige Bergkristall-Linsen in Ausstellungsvitrinen befinden!
Ich nehme an, er hat sie einfach noch nicht gesehen. Und so ignoriert er sie einfach. Und im British Museum waren oder sind sich die verschiedenen Abteilungen untereinander nicht darüber bewusst, dass andere Sektoren im Besitz antiker Linsen sind und dass es neben der berühmten «Layard-Linse» tatsächlich noch einige andere im Gebäude gibt. Die optischen Artefakte sind im British Museum auf vier oder fünf Abteilungen verteilt, die untereinander nur wenig Informationen austauschen.
So finden sich in den Ausstellungsvitrinen in diesem Museum tatsächlich griechische Bergkristalle – von denen jeder Betrachter erkennen kann, dass sie ein vergrössertes Bild ihrer Einfassung erzeugen –, doch noch nie hat jemand, soweit ich weiss, auf ihre vergrössernden Eigenschaften hingewiesen.
Linsen, wohin man blickt Es gibt viele faszinierende antike Artefakte, einschliesslich der «wandernden» Mainz-Linse, die 1875 in Deutschland ausgegraben wurde; die gegenwärtig nicht vorhandene Linse des Königs von Neapel, erstmals im 18. Jahrhundert erwähnt; die Cuming-Linse, die in London ausgegraben wurde; oder Linsen, die Sir Flinders Petrie in Ägypten ausgegraben hat.
Die so genannte Kairo-Linse habe ich selbst untersucht und fotografiert – eine von vier Linsen, die zwischen 1924 und 1929 bei Karanis in Ägypten gefunden wurden – und zwar im November 1998 im Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz in Kairo.
Innerhalb von zehn Minuten nach meinem Eintreffen im Museum fanden wir die Linse. Sie war in Vitrine B, Raum 49, in «Abteilung 2» des Museums. Am nächsten Tage schloss sich der Kustos der Abteilung 2, Dr. Mahmoud el Helwagy, mir an, und so standen wir gemeinsam vor der Vitrine.
Zu unseren beiden Seiten waren Bänke aufgestellt, so dass der Publikumsverkehr umgeleitet wurde. Ein Tisch und ein Stuhl wurden bereitgestellt, und die Vitrine wurde nicht nur mit einem Schlüssel geöffnet, sondern ein Drahtsiegel wurde ebenfalls entfernt.
«Blassgrünliches Glas»?
Die Linse wurde aus der Vitrine genommen, und ich hatte Gelegenheit, sie genauer zu untersuchen. Die beiden Katalogeinträge zu dieser Linse in Kairo gaben Folgendes an: «Objekt, das einer plan-konvexen Linse ähnelt; blassgrünliches Glas. Durchmesser 5 cm» sowie «linsenförmiges Objekt – blassgrün, Glas, 3. Jahrhundert n. Chr.».
Ich war überrascht, als ich die Linse sah, denn ich konnte nirgendwo eine grünliche Färbung des Glases erkennen, trotz der Tatsache, dass sowohl Donald B. Harden in seinem Buch mit dem Titel «Roman Glass from Karanis» (1936) als auch beide Kataloge in Kairo behaupteten, sie wäre von grünlicher Farbe. Vielleicht werde ich farbenblind!
Ich prüfte die Stärke der Linse und stellte eine Maximalstärke von 72 mm fest, wohingegen Harden auf 75 mm kam.
Die Grundfläche der Linse erscheint perfekt eben und weist auffällige kreisrunde Schleifmuster auf der ganzen Fläche auf, was klar darauf hindeutet, dass die Linse bei ihrer Herstellung mit einer Drehbewegung geschliffen wurde. Doch diese kreisförmigen Muster haben eine Menge eingefrästen Schmutz in ihren Furchen.
Es finden sich überhaupt keine Absplitterungen oder Beschädigungen irgendwelcher Art, und die Linse ist in einem hervorragenden Zustand. Eine von vier Sehhilfen, die bei Karanis ausgegraben wurden.
Sie zeigt auch keine Spuren von Einfassungen. Die Linse wurde ausgezeichnet poliert, und beide Oberflächen sind perfekt eben und glatt.
Das Wunderbarste aber an dieser exzellenten römisch-ägyptischen Linse ist, dass sie immer noch vollkommen durchsichtig ist; nur der Schmutz ist im Wege.
So war es einfach, die Vergrösserungswerte direkt zu messen – was mit antiken Linsen nicht allzu oft möglich ist.
Warum soll die Kairo-Linse keine Leselupe gewesen sein?
Lag die Linse flach auf dem Tisch, war der Vergrösserungswert nahezu Null; wurde sie aber ausreichend angehoben, ergab sich ein Wert von 1,5 x. Deshalb war sie eine perfekte Leselupe für eine kurzsichtige Person. Die Linse ist von erstklassiger Qualität, das Glasmaterial ist ausgezeichnet. Dies alles weist auf ein hohes Niveau der Fertigung von Linsen in Karanis im 3. Jahrhundert nach Christus hin.
Die Kairo-Linse ist nur ein einziges von zahllosen Beispielen. So gibt es über 450 optische Artefakte der Antike, die überlebt haben, und ich habe irgendwo aufgehört, weiter zu zählen. Wo ich auch hingehe, erscheinen weitere; es ist wie eine Lawine. Zu einem bestimmten Zeitpunkt dachte ich, ich könnte jede einzelne von ihnen auflisten, und jahrelang habe ich unerschütterlich an diesem Ideal festgehalten.
Doch schliesslich überwältigte mich das Ganze, und ich musste meine Niederlage eingestehen. Niemand kann sie alle aufzählen, die Arbeit ist einfach zu umfangreich. Ich habe an diesem Problem seit über 30 Jahren gearbeitet, und es kamen immer neue Linsen dazu. Und mehr. Und noch mehr.
Über 100 Bergkristall-Linsen Es gibt grosse Massensammlungen. Es gibt die Karthago-Linsen, die Mykene-Linsen, die minoischen Linsen, die Rhodos-Linsen und die Ephesos-Linsen, die eher konkav als konvex sind und das Objekt um 75 Prozent verkleinern, weshalb sie sich für kurzsichtige Personen eignen.
In Skandinavien gibt es über 100 Bergkristall-Linsen, von denen ich eine Handvoll selbst studiert und vermessen habe. Es gibt auch eine umfangreiche Zahl antiker britischer Linsen. Und dann sind da noch all die römischen Glasobjekte, die zur Vergrösserung gebraucht wurden, von denen man zum Beispiel in Deutschland grosse Mengen finden kann. Die Liste könnte beliebig weitergehen.
So wurden zum Beispiel 48 konvexe Bergkristall-Linsen bei Troja von Schliemann ausgegraben. Sie gelten mittlerweile als verschollen.
Farbfotos und Messdaten vieler dieser Linsen kann man im Buch «The Gold of Troy» (1996) finden.
Sehhilfen (4. Jahrhundert v. Chr). Die plan-konvexen Glaslinsen wurden in einem Steinsarkophag bei Karthago entdeckt.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/vergroesserungs-glaeser-gab-es-schon-im-altertum-page24-1.jpg7211034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002026-03-13 17:55:34Vergrösserungs-Gläser gab es schon im Altertum
Mystery-Bücher: Top-15 der aktuellen Verkaufsschlager
Rund ein Jahr müssen sich die Fans noch gedulden. Dann flimmert in den Kinos das allerletzte «Star Wars»-Spektakel über die Leinwände. «Dunkel» soll der Film werden, verspricht Macher George Lucas. Im Zentrum: Anakin Skywalkers Wandlung zu «Darth Vader». Die Dreharbeiten sind bereits abgeschlossen. Unter strengster Geheimhaltung wird jetzt an Schnitt und Spezialeffekten getüftelt.
Dennoch dringen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. So etwa ein Storyboard-Entwurf von Vaders «Geburt» (Bild oben). Und auch der Name des neuen Oberschurken ist kein Geheimnis mehr. «General Grievous» soll er heissen (Bild rechts unten). Und eine fürchterliche Armee um sich scharen…
Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de
Neues Buch über den Mann mit den paranormalen Kräften
Der Mann war ein Wunder. Vor aller Augen liess er seinen Oberkörper 1947 mit einem spitzen Florett durchstechen. Ohne mit der Wimper zu zucken. Ohne dabei Schmerzen zu empfinden. Ohne dass ein Tropfen Blut floss. Von hinten. Von vorne. Und von der Seite. Durch alle Organe. Immer und immer wieder. Seine Gesichtszüge und seine asketische Lebensweise verliehen ihm das Wesen eines neuen Messias. Seine Auftritte stellten die Mediziner seiner Zeit vor unlösbare Rätsel.
von Luc Bürgin
Zürich, 31. Mai 1947. Variété-Direktor Hans Hubert ballt die Faust. Nach einigem Hin und Her hatte sich die Leitung der Chirurgischen Abteilung des Zürcher Kantonsspitals bereit erklärt, Mirin Dajo zu empfangen. Auf diesen Moment hatte der Theaterboss wochenlang gewartet.
Ohne Umschweife bugsiert er den verdutzten Holländer mitsamt seinen zwei Begleitern ins Auto und rast mit ihnen ins medizinische Zentrum der Schweizer Bankenstadt. Nach einem schier endlosen Fussmarsch durch die Spitalkorridore erreicht das Grüppchen gegen 16 Uhr ein kleines Auditorium der Polyklinik. Anwesend sind Ärzte vom Dienst, Professoren und Studenten. Sie erwarten wohl eine Art Messerschlucker oder Variété-Zauberer und tuscheln entsprechend herum.
Nach Rücksprache mit Direktor Professor Alfred Brunner wendet sich Hans Hubert an die Zuschauer auf der Estrade. «Mirin Dajo wird sich nun von seinem Freund ein rund 80 Zentimeter langes und 6 Millimeter dickes Florett durch den Körper stechen lassen», verkündet er verheissungsvoll – und erntet dafür freundliche Zweifel.
«Wird denn dieses Florett vor der Prozedur auch entsprechend desinfiziert?» will einer der Anwesenden verlegen wissen. «Nein», schüttelt Hubert den Kopf.
«Das wird absichtlich nicht der Fall sein.» Dajo steht stumm in der Mitte des Raumes – mit entblösstem Oberkörper. Ehe sich die Zuschauer versehen, tritt sein Assistent hinter ihn und rammt ihm die Waffe mit voller Wucht von hinten durch den Leib, auf Höhe der Niere.
Mirin Dajo (r.) im Basler Bernoullianum (1947). Assistent Johnan begutachtet im Hintergrund «sein Werk».
Totenstille. Mit offenem Mund beäugen Studenten und Mediziner den Holländer. Ohne Zweifel: In seinem nackten Oberkörper steckt ein Florett, das auf der Vorderseite mehr als eine Handbreite herausragt! Noch dazu fliesst kein einziger Tropfen Blut. So etwas hatten sie noch nie gesehen.
Dajo durchbricht die Stille – und beginnt mit ruhiger Stimme zu sprechen, samt Waffe im Körper: «Sehen Sie, ich bin unverwundbar, und dass ich unverwundbar bin, weiss ich seit zwei Jahren. Allerdings habe ich schon lange Zeit vorher auf dieses Ziel hin trainiert. Aber vor zwei Jahren bog sich eine allzu elastische Waffe bei einem Lungendurchstich ab und fuhr mir quer durch das Herz. Seither habe ich die absolute Gewissheit, dass ich unverwundbar bin.»
Wie ein Geisterzug…
Etwas unsicher ergreift jetzt auch Professor Brunner das Wort: «Herr Dajo, wären Sie wohl so nett, sich einer Röntgenaufnahme zu unterziehen – samt der Waffe?» Dajo nickt freundlich.
Brunner zögert, überlegt einige Sekunden. «Würden Sie uns bitte zu Fuss ins Röntgenkabinett folgen?» Der Holländer nickt erneut: «Selbstverständlich.»
Es muss ein merkwürdiger Anblick gewesen sein: Wie ein Geisterzug bewegt sich die Menschengruppe durch die Korridore des Spitals. Vorneweg marschiert Mirin Dajo, mit der Waffe im Leib, dahinter die Professoren und am Schluss die Studenten, die fassungslos miteinander tuscheln. Unter den Augen von entsetzten Krankenschwestern und verdutzten Patienten geht es über mehrere Treppen in den Röntgenraum, wo bereits alles vorbereitet ist.
Der Mann im Röntgenzimmer ist nervös wie noch nie. Mit zittrigen Händen richtet er die Apparaturen ein. Und das Wunder ist perfekt: Die Röntgenaufnahmen belegen, dass die Waffe lebenswichtige Organe durchbohrt hat. Die Ärzte stehen vor einem Rätsel.
Wie oft er sich schon durchstechen liess, will einer von ihnen wissen. «Hunderte Male», lächelt Mirin Dajo bescheiden. Seine beiden Freunde nicken bestätigend. «Macht Ihnen das denn nichts aus?»
wird der kleinere von ihnen gefragt, der Dajo soeben die Waffe durch den Körper gebohrt hat.
‹‹ Was empfand Dajos Assistent bei der riskanten Prozedur?
«Wissen Sie, als ich das erste Mal zustach, riskierte ich das Zuchthaus, und meine Finger zitterten», antwortet er zögernd. «Weil mich Mirin Dajo und Herr Otter» – er zeigt auf seinen Kollegen – «aber baten und mir alle Garantien boten, schliesslich auch, weil kein anderer den Mut fand, habe ich die ‹Arbeit› übernommen. Heute steche ich ruhig und sicher, es macht mir nichts mehr aus, denn ich habe volles Zutrauen zu meinem Chef.»
Verstört schütteln die Ärzte ihre Köpfe. Zwanzig Minuten später wird der Spiess aus Dajos Körper herausgezogen. Erneut fliesst kein Tropfen Blut. Der Holländer lächelt, zieht sich wieder an und genehmigt sich mit seinen beiden Begleitern in einer nahe gelegenen Bar ein kühles Bier. In dicken Lettern berichten die Zeitungen in den folgenden Tagen über das «Wunder Mirin Dajo». Wie die Zürcher Journalisten notieren, wurde bei der Durchbohrung «zweimal das äussere Bauchfell (Peritonaeum parietale), die Niere, der Magen oder Darm und sehr wahrscheinlich die Leber» durchstossen.
Durchstechung im Basler Bürgerspital. Diesmal stösst Johnan seinem Freund die Klinge seitlich durch den Körper.
Die Beobachter weiter: «Bei einem normalen Menschen wäre dieser Durchstich vollkommen unmöglich auszuführen.
Angenommen, dieser Durchstich durch den Körper würde trotzdem bei einem normalen Menschen gelingen, so würde selbst bei sterilen Instrumenten, trotz sofortiger Penicillin- und Chirurgie-Behandlung unweigerlich der Tod eintreten, infolge einer Bauchfellentzündung, entstanden durch den Anstich des Magen-Darmkanals.»
‹‹ Wie gefährlich waren Dajos Experimente tatsächlich?
Doch die Fachleute äussern auch Bedenken, wie die Basler «Nationalzeitung» ergänzend notiert: «Alle medizinischen Autoritäten stehen vor einem Rätsel. Sie können sich das Wunder nicht erklären. Die Ärzte sind indessen voller Bedenken.
Wenn auch das Experiment wiederholt gelungen sei, müsse man doch mit einem plötzlichen Zwischenfall und dem Tod des Durchbohrten auf der Bühne rechnen.
Und da die Spiesse nicht desinfiziert werden, müsse man auch die Gefahr von Vergiftung in Betracht ziehen.»
Konfrontation mit den Nazis
Wer war Mirin Dajo überhaupt? Ein Hochstapler? Ein Fakir? Ein Guru? Ein Zauberkünstler? Nichts von alledem. Arnold Gerrit Johannes Henskes – so sein wirklicher Name – kam am 6. August 1912 in Rotterdam als Sohn des Postbeamten Dirk Arnold Willem Henskes und der Pfarrerstochter Cornelia Margaretha Vrijer zur Welt.
Als ältester von vier Söhnen wuchs er als ganz normales Kind auf. Nach der Schulzeit erwarb er das Diplom als Reklamezeichner und war bis zum Einmarsch der Deutschen als Grafiker in Rotterdam tätig.
Den Besatzern war der zeichnerisch ausserordentlich begabte Holländer ein Dorn im Auge. In Bedrängnis brachte ihn vor allem die Sympathie für seine Cousine – die unvergessene Widerstandskämpferin Hannie Schaft. Das «Mädchen mit dem roten Haar» wurde von den Nazis kurz vor dem Einmarsch der Alliierten erschossen.
Familie Henskes verehrte Hannie – und setzte sich damit immer neuen Gefahren aus. Im Zuge einer Verhaftung zog sich Arnold denn auch schwere Verletzungen zu, die aber bereits nach unglaublich kurzer Zeit verheilten. Schlimmer traf es einen seiner Brüder, der im Konzentrationslager von Dorsten Höllenqualen erdulden musste.
In diesen Jahren plagten den jungen Holländer zunehmend Zweifel über seinen Lebensweg. Irgendetwas unterschied ihn von seiner Umwelt. Seit seiner frühesten Kindheit sah er Dinge, die andere nicht sahen. Fühlte mehr als er wusste. Ahnte, was erst noch kommen sollte. Und: Er hatte ein äusserst kurioses Verhältnis zu seinem Körper.
Bereits als zweijähriger Bub stammelte er den Namen seiner Tante in Afrika. «Schlimm», entfuhr es ihm. «Überall Blut.» Kurz darauf meldete ein Brief die Geburt ihres Babys. Einige Zeit später Mirin Dajo über sich schockierte er seine Mutter, als sie eines Morgens jede Menge Sicherheitsnadeln in seinem Arm entdeckte. Ohne die geringste Spur von Schmerz hatte er sie sich eigenhändig durch die Haut gespiesst.
1937 verschluckte Arnold einem inneren Trieb folgend schliesslich eine Handvoll langer Nägel. Im Spital wurden die Fremdkörper operativ entfernt – ohne gesundheitliche Folgen. Ein Experiment, das ihn prägen sollte…
Nach Kriegsende entsagte er einer inneren Stimme folgend seinem angestammten Beruf. Mittellos begab er sich nach Amsterdam, wo er anfänglich auf der Strasse lebte und manchmal gar im Bahnhof übernachtete. Immer wieder zog es ihn in dieser Zeit in Bibliotheken, wo er seinen immensen Wissensdurst zu stillen hoffte. Und feststellte, dass er offenbar etwas ganz Besonderes war.
Wer führte dem Holländer seine Unverletzbarkeit vor Augen?
Hylke Otter, ein von der Naturwissenschaft belächelter Heiler, bestärkte den 33-Jährigen in seinen «übernatürlichen» Fähigkeiten und führte ihm mit verschiedenen Experimenten seine Unverletzbarkeit vor Augen. Im Januar 1946 präsentierte Arnold Henskes seine wunderbaren Gaben in Zaandam erstmals vor Publikum – unter dem Esperanto-Pseudonym Mirin Dajo («Etwas Wunderbares»).
«Vollständiger Frieden!»
Ob Kaffeehäuser oder Nachtclubs: Mirin Dajo war von nun an kein Lokal zu schade, um mit seinen Körperexperimenten auf sich aufmerksam zu machen.
Mal liess er sich von diesem, mal von jenem Kollegen durchstechen.Auch wenn er dabei oft wie eine Jahrmarktsattraktion herumgereicht wurde – samt Fakirkostüm! –, glaubte er doch auf dem richtigen Weg zu sein. Er war anders, und endlich konnte er einen Teil davon ausleben – zugunsten seiner Mission.
«Mein Ziel ist ziemlich einfach zu umreissen», predigte er jedermann, der es hören wollte. «Es heisst: Vollständiger Frieden, ohne dass man Angst zu haben braucht, dass wieder ein Krieg kommt.
Um Gleichgesinnte zu werben, lasse ich meinen Körper durchstechen – zum Beweis, dass man im unerschütterlichen Glauben an Gott unmöglich scheinende Dinge vollbringen kann.»
Um seine Experimente aus der rechtlichen Grauzone zu befreien, liess sich Mirin Dajo im Amsterdamer Hospital freiwillig röntgen – mit der Waffe im Bauch.
Zwölf Bilder entstanden auf diese Weise, und sie halfen ihm später, ernst genommen zu werden. Derart ernst, dass er bei der örtlichen Polizei abblitzte, als er um eine öffentliche Auftrittsgenehmigung für seine kuriose Performance nachsuchte.
Der Holländer ahnte, dass er im Ausland mehr erreichen konnte. Umso mehr, als er den Geist des Friedens und der Nächstenliebe der ganzen Welt vermitteln wollte. Grund genug, seine Künste über die Landesgrenzen auszudehnen. Auf Einladung des Zürcher Theaterdirektors Hans Hubert startete seine Tournee in der Schweiz – «im Land des Friedens», wie er zu sagen pflegte.
Begleitet wurde Dajo von seinem Landsgenossen und neuen Assistenten Jan de Groot. Unter dem geistigen Namen «Johnan» sollte der damals 33-Jährige bei allen öffentlichen Auftritten für die Körperdurchstiche verantwortlich zeichnen, wie zuletzt in Holland.
Lebender Brunnen
Zürich, 3. Juni 1947. Hans Hubert reibt sich freudig die Hände. An diesem Abend startet auf seiner Zürcher Variété-Bühne ein neues Programm – mit Mirin Dajo als Hauptattraktion.
Die medizinische Untersuchung im Vorfeld der Veranstaltung sichert Hubert gegen den Vorwurf ab, seine Zuschauer an der Nase herumzuführen. Also setzt er zu Werbezwecken eine hohe Belohnung aus «für denjenigen, der die Vorführung als Täuschung des Publikums beweisen kann».
‹‹ Wie bewies Dajo dem Publikum, dass er nicht trickste?
Die Werbung zeigt Wirkung: Das Publikum strömt in Scharen ins Theater. Und wird Zeuge wie Dajo alle Register seines Könnens zieht. Stoisch lässt er sich von Johnan mit einem ellenlangen Stilett die Oberarmmuskeln durchstechen. Dann wird ihm in der Lendengegend – wie bereits vor den Zürcher Ärzten – ein rund sieben Millimeter dickes Florett durch Rücken und Bauch gespiesst. Erneut fliesst kein Tropfen Blut. Eine Besucherin kreischt entsetzt auf – und fällt in Ohnmacht.
Die Waffen werden wieder entfernt. Doch der Clou folgt erst jetzt. Denn Dajo weiss um die Skepsis seiner Zuschauer. Also lässt er sich erneut durchspiessen. Mit drei hohlen Floretten, an deren Griffen Schläuche angebracht sind. Die Spitzen der Waffen werden aufgeschraubt. Eine Pumpe leitet Wasser durch die Rohre, so dass es auf Brustseite herausspritzt. Mit unbeweglicher Miene beobachtet Dajo das kuriose Schauspiel. Ein lebender Brunnen! Das Publikum tobt…
Zürich steht Kopf: Abend für Abend ergötzen sich Hunderte von Besuchern an Dajos Künsten. Der Mann mit den blauen Augen, dem beigefarbigen Anzug und der lila Schleife ist Tagesgespräch. Ob im Hotel, auf der Strasse oder im Café: Überall werden er und seine Freunde in der Folge angesprochen. Neugier, Bewunderung, aber auch Skepsis schlägt ihnen entgegen.
Dutzende von Briefen und Telefonanrufen erreichen den Holländer. Manche interessieren sich für seine religiös motivierte Friedensmission, andere bitten um ein Autogramm, während dritte vertiefte Ausführungen über seine «Kraft» erbitten und sich Hoffnung auf Heilung machen.
Durchstechung in Basel
Will man Wissenschaftler von Wundern überzeugen, müssen sie jederzeit reproduzierbar sein. Da nützte es auch nichts, dass er sein Können bereits vor der Zürcher Ärzteschaft unter Beweis gestellt hatte: Auch im Basler Bürgerspital will man den «Unverletzbaren» untersuchen. Für Dajo eine ideale Gelegenheit, seine Performance vor den Augen der Mediziner ein weiteres Mal auf Zelluloid zu bannen. Im Gegensatz zu Zürich lässt er sich diesmal seitlich durchstechen.
Für die wissenschaftliche Untersuchung am 15. September 1947 zeichnen erneut namhafte Mediziner verantwortlich. Die Professoren Max Lüdin, Hans Staub und Rudolf Massini leiten die Tests. Dr. Erik Undritz erstellt den Rapport über die Blutuntersuchung. Professor Massini führt die elektrokardiographischen Untersuchungen über die Herztätigkeit vor, während und nach der Demonstration durch. Professor Lüdin widmet sich dem Studium der Röntgenbilder, die während der Durchstechungen gemacht werden. Alles wird minutiös gefilmt und protokolliert.
Johnan schreitet zur Tat – und sticht mit unbewegter Miene zu. Auch die Basler Mediziner schütteln fassungslos die Köpfe. Misstrauisch betasten sie die spitze Klinge. Was sie mit eigenen Augen sehen und mit ihren Geräten messen, ist mehr als erstaunlich.
Doch Mirin Dajo bleibt bescheiden. Ohne Geld dafür zu nehmen, heilt er Kranke, nimmt in eindrücklichen Vorträgen vorweg, was uns Esoteriker heute lehren und predigt ihnen den Glauben an das Göttliche in uns, ohne je zu missionieren.
Jogging – mit Waffe im Bauch
Bis zu seinem mysteriösen Tod (siehe Kasten) Ende Mai 1948 gelingt es ihm immer wieder, die Schweizer aufs Neue zu verblüffen. Mal joggt er mit einem Florett im Leib auf dem Zürcher Uetliberg. Mal lässt er sich, wie in Bern, mit einem 2,5 Zentimeter breiten Schwert durchstechen.
‹‹ Wie lassen sich Mirin Dajos Wundertaten erklären?
Ob seiner speziellen Ausstrahlung lebt der «holländische Ghandi» bis heute im Herzen all jener weiter, die ihn je kennenlernen durften. Bleibt die Frage, wie man Dajos «Unverletzbarkeit» heute deuten würde. Sicher scheint, dass es ihm sein Gottvertrauen augenscheinlich ermöglichte, in Sekundenschnelle autohypnotische Trancezustände zu erreichen – ohne grössere Vorbereitungen. Einzigartige Reisen in eine andere Welt, die sein Inneres über sein Äusseres triumphieren liessen, den Schmerz vergessen machten und heilende Kräfte weckten. «Was ich hier deutlich zu machen versuche, sind uralte, aber meist nur im Verborgenen verkündete Erkenntnisse», betonte er. «Ich spreche in aller Öffentlichkeit davon, weil ich den Augenblick dazu für gekommen erachte und die Wahrheit meiner Worte durch Taten beweisen kann.»
Bruderschaft für den Frieden
Taten, die neue Perspektiven eröffnen. Denn dem «Wunder» ging langjähriges Training voraus. Musste sich Mirin Dajo nach den ersten Durchstechungen in
Holland jeweils noch erschöpft hinlegen, zeigte er später keinerlei Ermüdungserscheinungen. Wo anfänglich Blut floss, zeigte sich später kaum ein Tröpfchen.
Demütig und bescheiden trainierte der Holländer seinen Geist – und zähmte seinen Körper. Mit Willenskraft erzwang er sein Vertrauen. Er glaubte an Gott wie kein anderer – und damit an sich selbst. Und er verfolgte dabei eine Vision, wie sie heute nicht aktueller sein könnte: Die Vision einer universellen Bruderschaft für den Frieden, die nicht nach Glauben, Hautfarbe oder Herkunft urteilt – sondern nach dem Streben zu einem höheren Bewusstsein.
■
Durchstechung mit einem 2,5 Zentimeter breiten Schwert. «Ausnahmsweise» floss diesmal ein Tröpfchen Blut.
Mirin Dajo über sich «Zu Beginn meiner Entwicklung zur Immunität, als ich mich deren noch nicht wirklich bewusst war, hatte ich immer den Mut gehabt, alles zu tun. Aber da wurde mir bewusst, was ich tat. Und da bekam ich Angst und hatte den Mut nicht, durch mein Herz stossen zu lassen, wohl aber durch den Körper. Ich lernte dann, mein zwiespältiges Gefühl zu überwinden. Ich sank also zuerst in meinem Vertrauen, um hernach aber umso höher zu steigen. Zuerst hatte ich einen geistigen und einen Glaubenstiefgang durchgemacht. Man bekommt nichts ohne Widerspruch und Streit. Wenn ein Kind sich einer Gefahr nicht bewusst ist, tut es alles, ohne Angst zu haben. Die Gefahr beginnt erst für das Kind, wenn man es warnt. Es könnte wohl etwas furchtlos machen, aber hat den Mut nicht. Und am Anfang war ich auch so ein Kind. Und da kamen dann die Ärzte und sagten: ‹Aber, junger Mann, das ist doch sehr gefährlich.› Und ich hatte den Mut nicht mehr und musste das Selbstvertrauen zuerst wieder zurückgewinnen. Schliesslich ist aber doch das Bewusstsein durchgedrungen, dass ich ganz unverletzlich bin. Als ich zum Beispiel zum ersten Mal mit heissem Wasser übergossen wurde, da hatte ich ein wenig Angst. Und ich lief hin und her und ich wusste nicht, ob es gut ablaufen würde. Und danach sagte ich: ‹Ich bin doch unverletzlich. Und ich werde nicht verletzt, wenn man Wasser von 100 Grad Celsius über mich schüttet. Die Geisteskraft siegt über den Körper.› Und es war so. Früher war es so, wenn etwas Lebensgefährliches durchschnitten oder die Schlagader durchstochen wurde, dann stand mein Herz still, und ich musste mich ruhig hinlegen. Und nach einiger Zeit konnte ich wieder weitergehen. Und nun bin ich so weit, dass ich in solchen Fällen wie ein gewöhnlicher Mensch herumgehen kann.»
Neues Buch: Enthüllungen über Dajos Tod
Mirin Dajo verstarb am 26. Mai 1948 im Alter von nur gerade 35 Jahren in Winterthur (Schweiz). Grund war laut Behörden ein 30 Zentimeter langes Stilett, das sich der von seinen Anhängern als «Prophet» verehrte Holländer wenige Wochen zuvor eigenhändig den Rachen hinuntergestossen hatte. «Falsch!» urteilt jetzt «mysteries»-Herausgeber Luc Bürgin. Ein halbes Jahr lang folgte er den Spuren Dajos, durchstöberte Zeitungsarchive und interviewte noch lebende Zeitzeugen. In seinem neuen Buch «Das Wunder Mirin Dajo» (Kopp Verlag, Rottenburg 2004) dokumentiert er das Leben des «Unverletzbaren» – und dessen Tod: «Der Dolch wurde ihm im Kantonsspital von Zürich in einer Notoperation entfernt. Mirin Dajo erholte sich prächtig – bis ihn eine Infektion übermannte, welche die Ärzte tragischerweise übersehen hatten!»
Durch eine Verkettung schier unglaublicher Zufälle gelang es Bürgin, verschollen geglaubte Filmaufnahmen und Briefe sicherzustellen und die wahren Hintergründe von Dajos todbringendem Experiment erstmals auszuleuchten. Dabei stiess er auf dessen grösstes – aber auch tragischstes – Geheimnis, das nun erstmals offiziell enthüllt wird. Über 70 Fotos und Auszüge aus den medizinischen Untersuchungsprotokollen dokumentieren das «Wunder» in all seinen Facetten – und werfen brisante Fragen auf: Sah Mirin Dajo seinen Tod kommen? Welche verhängnisvolle Rolle spielte Dajos Assistent Johnan dabei? Welchen Befund ergab die Obduktion vom Körper des Holländers? Und: Was meinte das Universalgenie Albert Einstein über den «unverletzbaren Propheten»? Luc Bürgin, «Das Wunder Mirin Dajo», Kopp Verlag (Rottenburg), ca. 230 Seiten, ISBN 3-930219-74-3, Euro 19.90, Auslieferung: ab 20. März 2004.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/unverletzbar-mirin-dajo-und-seine-wunder-page11-1.jpg6891034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002026-02-05 15:52:34Unverletzbar! Mirin Dajo und seine Wunder
Blick auf den Seelisberger See. Zahlreiche Augenzeugen wollen hier eine gefürchige Kreatur ausgemacht haben.
Ein grosser Fisch? Ein Dämon? Ein Mythos? Oder womöglich doch ein urzeitliches Lebewesen, das offiziell seit Jahrmillionen als ausgestorben gilt? Seit Jahrhunderten kursieren Gerüchte und Erzählungen über ein Seemonster im Schweizer Seelisberger See.
Die Arbeiter, die im Sommer 1926 am Ufer des Seelisberger Sees standen, waren verblüfft. Sie sollten eine neue Strasse bauen und blickten – selbst der gelehrte Vorarbeiter war anwesend – hinab auf den Teich. Dort, im klaren Wasser, war ein «grosser Fisch»: «Eine dunkle Masse, etwa 2,5 m lang, die plötzlich an die Seeoberfläche kam, rasch durch einen Teil des Sees dahin schwamm und plötzlich wieder untertauchte. Es kann nur ein grosser Fisch gewesen sein – Wellen habe er geworfen wie ein Dampfschiff.»
Ein Verwandter des schottischen Nessie in der Zentralschweiz? Der Seelisberger See oder «Seeli», auf einer Alp hoch über dem Vierwaldstätter See gelegen, ist nur ein kleines Gewässer. Es besteht aus dem eigentlichen Seeli sowie dem kleinen «Wyher».
700 bis 800 Meter ist es lang, 350 Meter breit, bis zu 37 Meter tief. Weitaus kleiner also als die «klassischen» Ungeheuerseen.
Und doch haben die Einwohner dort seit fast 500 Jahren immer wieder ein Ungeheuer oder «Seegespenst» beobachtet: den Elbst.
Als erster berichtete Renward Cysat (1545–1614), Stadtschreiber aus Luzern, über den geheimnisvollen Elbst: «Da hat man zu unterschydentlichen Zytten und jüngst Ao. 1585 jn dem selbigen Seew by hällem tag gsehen zwey gspenst umbher zu lesen ist. schwümmen unglycher form, hand sich ouch verendert jetz wie ein gross Sagholtz, jetz wie eine Höwburde, und so die Lütt sich zuher genähert, geredt oder geschruwen, sind sie verschwunden.
Die Landlütt hallten es ein vorbedüttung böser Zyt.»
In modernem Deutsch: Die Leute hätten in dem See immer wieder zwei Gespenster beobachtet, die sich nacheinander in einen Heuhaufen und einen Sarg verwandelten.
Renwards Neffe, der Stadtschreiber Leopold Cysat, notierte 1661, der See sei bekannt für wundersame Erscheinungen.
Augenzeugen hätten auf dem Seegrund eine Herde Schweine gesichtet, die «sich von innen nach aussen stülpten wie Kälber, denen man die Haut abzieht». Auch stünde das Seeli unterirdisch in Verbindung mit dem Vierwaldstätter See.
Mit der letzten Beobachtung hat er Recht. «Vom grossen See gelangt das Wasser über einen kurzen Bachlauf in den kleinen See, auch Wyher genannt, und von dort, am östlichen Ende desselben, unterirdisch in den Vierwaldstätter See. Dort tritt das Wasser unterhalb der Wasseroberfläche zwischen Rütli und Bauen wieder aus», wie im Internet heute über den See Biblische Parallele Die Schweine auf dem Seegrund aber stammen aus der Bibel, aus dem 8. Kapitel des Matthäusevangeliums.
Dort lässt Jesus einen Dämonen in eine Schweineherde fahren, die sich danach im See Genezareth ersäuft. Der Elbst ist also – seine teuflischen Verwandlungskünste haben es bereits gezeigt – ein Dämon, und sein Erscheinen kündigt Unheil an. Man darf nicht vergessen, dass in einem Bergsee über Luzern der ebenfalls biblische Pilatus eingesperrt war!
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/schweizer-nessie-im-seelisberger-see-page32-1.jpg4961034Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002025-12-13 07:05:25Schweizer «Nessie» Im Seelisberger See
Protestbild von Umweltschützern. Noch immer ticken in Boden und Gewässern radioaktive Zeitbomben – auch bei uns.
Als 1992 bekannt wurde, dass im bayerischen Walchensee ein radioaktives Fass liegt, entwickelte sich eine Posse, die höchste Behörden auf den Plan rief – und bis heute anhält. Reinhold Ostler, Deutschlands bekanntester Schatzsucher und Auslöser des Skandals, berichtet.
1992 war kein besonders gutes Jahr für den Freistaat Bayern. Zumindest nicht für dessen Umweltministerium. Es war das Jahr, das den bayerischen Behörden einen Atommüll-Skandal bescherte. Und der Auslöser war ich.
In einer dreiwöchigen Aktion im Auftrag einer österreichischen Bergungsfirma leitete ich die Suche nach der angeblich im See versenkten Zinnfigurensammlung des Reiseschriftstellers Colin Ross.
Was wir im Mai 1992 in 50 Metern Tiefe entdeckten, war weder Zinn, noch sonstiges sonderlich wertvolles Zeug. Was unsere Taucher jedoch zuhauf vorfanden, war Müll und Sondermüll aller Art. Von Unmengen halbvoller Farbeimer, über Ölfässer bis hin zur eisernen Wendeltreppe war alles vorhanden, was sich zum Hausbau verwenden liess.
Die Suche nach dem Zinn im Walchensee wurde von allen möglichen Medien aufgegriffen. Die Aktion war längst vorbei, als ich vier Wochen später den Anruf eines Tauchers erhielt, der von der Suche in den Zeitungen gelesen hatte. Er habe selbst schon in der Bucht danach gesucht. Er wolle mich einmal besuchen und sich persönlich mit mir unterhalten.
Bereits ein paar Tage später stand er vor der Türe. Ein sympathischer Mann, blond, vollbärtig und auch etwa so um die 40 Jahre alt. Ihn interessierte vor allem, wo wir unsere Schwerpunkte gesetzt hatten.
Er vermutete die Sammlung noch weiter draussen und hatte sich bei seinen Tauchgängen auf diesen Bereich konzentriert, der hinter unserer Nordleine lag.
Dieser Bereich ist wesentlich tiefer, als der von uns bearbeitete Quadrant. Bei seinen Tauchgängen erreichte er bereits die 70-Meter-Marke. Die Zinnfiguren habe er nicht gefunden, erzählte er mir. Aber er hatte einen seltsamen Fund gemacht, nämlich ein Fass.
Nun ja: Alte Ölfässer hatten wir ebenfalls in grösserer Zahl gefunden. Nein, nicht diese Fässer, entgegnete er. Solche habe er bei seinen diversen Unterwasserexkursionen ebenfalls genügend gesehen, jedoch nicht so weit draussen. Jenes Fass, welches er in beinahe 70 Metern Tiefe gefunden habe, trug obenauf das dreiflügelige Zeichen für Radioaktivität.
Er zeigte mir auf einer topographischen Karte ungefähr die Stelle, an der er den Fund gemacht hatte. Nachdem er mir auf einem Zettel seine Telefonnummer notiert hatte, verabschiedete er sich.
Besuch vom LKA Eigentlich mass ich dem Gespräch nicht allzu viel Bedeutung bei. Meine Frau dagegen war der Ansicht, dass ich die Sache dem Landratsamt melden sollte, was ich auch tat. Einige Zeit später erhielt ich einen Anruf vom Landeskriminalamt. Man wollte mich besuchen und mit mir über das radioaktive Fass sprechen. Zwei Tage darauf erschien eine Hauptkommissarin mit ihrem Kollegen, die mich in dieser Angelegenheit vernahmen.
Ich schilderte die Geschichte, wie sie sich zugetragen hatte. Nun erfuhr ich, weshalb man sich so sehr dafür interessierte. Die Justizbehörden unterhalten eine eigene Ermittlungsabteilung für so genannt «spektakuläre öffentliche Fälle».
Die anderen Umweltschweinereien, wie etwa die Müllkippe auf dem Grund des Sees oder das von mir aufgedeckte Fischsterben im Inn bei Mühldorf, waren anscheinend nie «spektakulär» genug.
Man wollte die Telefonnummer des Tauchers haben. Aber diese hatte ich nicht mehr. Weil ich der Sache damals keinerlei Bedeutung zugemessen hatte, habe ich das Papier wohl weggeworfen.
Nach München zitiert Damit, so dachte ich, sei die Angelegenheit erledigt. Denkste! Am Abend des 29. Juli, um 19 Uhr, rief mich ein Mann an, der sich als Staatsanwalt ausgab. Er sprach mich auf das radioaktive Fass an, und fragte, ob ich am nächsten Tag nicht zu ihm ins Büro nach München kommen könnte, da er mir noch ein paar Fragen dazu stellen wollte.
Dies alles, so betonte er, sei selbstverständlich rein freiwillig. Ich willigte ein, und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um 11 Uhr vormittags.
Der 30. Juli war ein brütend heisser Tag. Am Abend zuvor fiel mir siedendheiss ein, dass am nächsten Tag einer jener Familientage war, die ein Ehemann besser nicht vergisst. Der Termin beim Staatsanwalt würde sich verschieben lassen.
Es war Freitagmorgen, 10 Uhr. Ich rief im Büro des Staatsanwalts an, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Es schien ein ganz anderer Mann am Ende der Leitung zu sitzen. «Die Sache duldet keinen Aufschub, Sie setzen sich jetzt augenblicklich ins Auto und kommen hierher», bellte er mich an.
Ich konnte mir nicht gut vorstellen, dass über das Wochenende noch viel passieren würde, erklärte die Situation und sagte ihm, ich käme am Montag früh.
«Das ist mir alles egal, ich habe Sie gestern Abend offiziell vorgeladen. Wenn Sie nicht innerhalb einer Stunde hier sind, lasse ich Sie durch die Polizei vorführen!»
Kurze Zeit später läutete das Telefon erneut. Wieder der Herr Staatsanwalt.
Diesmal wurde er noch massiver. «Wenn Sie nicht bis spätestens 15 Uhr hier in meinem Büro sind, lasse ich Sie von der Polizei vorführen.» Er setzte noch einen drauf: «Heute ist Freitag, da könnte es natürlich sein, dass ich nicht mehr hier bin, um Sie anzuhören. Sie müssten das Wochenende dann in Arrest verbringen!»
Angesichts dieser Töne verschlug es mir die Sprache. Ich war meiner staatsbürgerlichen Pflicht gefolgt, hatte eine Umweltsauerei den Behörden gemeldet, und wurde behandelt, als wollte ich ein Loch ins Kernkraftwerk pinkeln! Zähneknirschend fuhr ich ins Büro des Staatsanwalts. Dort sass genau der Typ, den ich aufgrund der Telefonate erwartet hatte: jung, dynamisch, karrieregeil. Zugegen war die nette Hauptkommissarin vom LKA. Während der Fahrt hatte ich in den Nachrichten gehört, dass man am Walchensee nach einem ominösen radioaktiven Fass suchen würde…
Zwei Stunden dauerte die Vernehmung. Immer wiederkehrende Vorhaltungen, dass ich den Zettel mit der Telefonnummer des Tauchers weggeworfen hatte, bestimmten die «Anhörung», die mittlerweile in ein regelrechtes Verhör ausgeartet war.
In der «Süddeutschen Zeitung» konnte ich dann lesen, dass die Vernehmungen noch keine weiteren Ergebnisse erbracht hatten. Der damalige Oberstaatsanwalt, Dr. Hubert Vollmann, verkündete sogar Zweifel an meiner Aussage.
Später, als dieselbe Zeitung berichtete, dass sich «aufgrund der Ermittlungen einiger weiterer Zeugen die Hoffnung des Oberstaatsanwalts, das Fass könnte eventuell nur in meiner Phantasie existieren», nicht erfüllte, «vergass» der Mann, sich öffentlich bei mir zu entschuldigen…
Zwischenzeitlich trieb die Staatsanwaltschaft eine Posse nach der anderen. So wurde eine Suche durchgeführt, die in Fachkreisen herzhaftes Gelächter auslöste: Die freiwillige Feuerwehr, ausgestattet mit speziellen Gerätschaften, ruderte quer auf dem See herum, angewiesen durch Handzeichen eines Helfers am Ufer. Man verzichtete auf mein gut gemeintes Angebot, freiwillig und kostenlos an der Suche mitzuwirken, um das Objekt mit modernsten Mitteln zu orten.
Und so ruht das ominöse Fass, dessen Existenz mittlerweile mehrere Zeugen bestätigt haben, heute immer noch auf dem Grund des Sees. Hat man die Versenker mittlerweile ermittelt, und besteht womöglich Grund dafür, etwas vertuschen zu wollen? Ich weiss es nicht. Mittlerweile ist viel Wasser durch den Kraftwerkstollen am Walchensee geflossen. Viel Gras ist an den Hängen der Berge darüber gewachsen, und kaum jemand denkt mehr an diese Geschichte. Oder vielleicht doch?
Verdächtiges Boot Herbst 2003: Unbemerkt durchpflügt ein Boot wochenlang das stille Gewässer des Bergsees – dem grössten Trinkwasserreservoir Bayerns. Im Auftrag einer bayerischen Behörde nimmt der Spezialist einer Bergungsfirma Sidescan-Ortungen vor. Im offiziellen Sprachgebrauch der Behörden heisst dies «Suche nach einer ertrunkenen Person».
Bei diesem Kostenaufwand müsste es sich demnach eigentlich um den Ministerpräsidenten selbst handeln. Viele andere in bayerischen Seen Ertrunkene haben die Behörden jedenfalls in der Vergangenheit nicht sonderlich gekümmert. Aber wer weiss – vielleicht ist die bayerische Regierung ja lediglich auf der Suche nach einem Zwischenlager für ausgemusterte Brennstäbe örtlicher Kernkraftwerke… Reinhold Ostler ■
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/radioaktiv-verdaechtiges-fass-in-bayerischem-see-page52-1.jpg4951032Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002025-12-13 07:05:24«Radioaktiv»: VerdäChtiges Fass In Bayerischem See
Was gefällt Ihnen an «mysteries» – und was nicht? Worüber wollen Sie noch mehr wissen? Was vermissen Sie? Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben oder mailen Sie uns: «mysteries», Leserbriefe, Postfach, CH 4002 Basel. E-Mail: mysteries@bluewin.ch. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe in angemessener Form zu kürzen. Anonyme Zuschriften wandern in den Papierkorb.
«Kompliment Zur Startausgabe»
Gelungen und informativ
Zunächst einmal herzlichen Dank für die Übersendung der Erstausgabe von «mysteries». Die Zeitschrift finde ich gut gelungen und informativ.
Mein in Portugal lebender Onkel las das Heft anlässlich seines Weihnachtsbesuchs bei mir mit so grosser Begeisterung, dass er sich sofort zur Bestellung entschloss. In eigener Sache übersende ich Ihnen noch einige Fotos, die einen interessanten Gegenstand zeigen. Bei dem Kurioser Steinkopf.
bezeichneten Objekt handelt es sich um ein massives Steingebilde in der Grösse eines kleineren Primatenschädels.
Die Auffindungs- und Hintergrundgeschichte ist, gelinde gesagt, mehr als dubios. So widersprach ein führender Mitarbeiter des Mineralogischen Institutes der Universität Hamburg beispielsweise energisch der These, es könne sich um eine «eigentlich unmögliche» Versteinerung handeln, unternahm andererseits aber hartnäckige Versuche, sich in den Besitz des Objektes zu bringen…
Knut Jochimsen, Holm
Appetit auf mehr
Ich habe die erste Ausgabe des «mysteries»-Magazin gelesen. Ich muss sagen, war echt interessant. Das macht Appetit auf mehr.
Jürgen Anders, E-Mail
Tolle Mischung
Ich habe kürzlich Ihre erste Nummer gelesen und finde sie interessant und vielseitig. Eine tolle Mischung zwischen Rätseln aus dem Altertum (Archäologie) und neueren «Mysterien» ist Ihnen da gelungen. Als kritischer Senior nehme ich natürlich nicht allen Inhalt für bare Münze, aber es gibt stets Denkanstösse, vor allem zum Querdenken. Machen Sie weiter so!
Alois Wirth, Grenchen
Wurde Saddam ausgeflogen?
Eine Teillösung der Frage, wo sich Saddams Doppelgänger befinden, hat sich in der Zwischenzeit ergeben. Man hat ihn ja in einem Loch gefunden, in das man ihn vielleicht zuvor erst gesteckt hatte.
Wahrscheinlich hat man ihn gezwungen, dieses Spiel mitzuspielen, da Herr Bush für die kommenden Wahlen dringend Aufwind brauchte.
Zwischen Saddam und der amerikanischen Regierung soll es einen «Deal» gegeben haben. Und wenn man den Krieg aufmerksam mitverfolgt hat, ist es recht auffallend, wie schnell und ohne grossen Widerstand der Iraker der Krieg zu Ende ging.
Von der «Times» wurde berichtet, dass damals im April ein Flugzeug bereit stand, mit einer Genehmigung, den Irak Richtung Russland zu verlassen. Da Bagdhad auch so schnell gefallen ist, war es fast offensichtlich, dass das Zentrum der Kollusion Tikrit war, wo Saddam mit seinem Stab der Ba’ath-Partei auf den Minister Mohammed al Sahhaf wartete, um in geheimer, abgesicherter Mission das Land zu verlassen.
Erika Anton, Ellenberg
Hoffentlich bald am Kiosk
Mein Kompliment zur Startausgabe! Toll recherchiert, professionell gestaltet – und erst noch spannend geschrieben. Schön, dass sich endlich mal jemand den Dingen annimmt, von denen wir «offiziell» sonst nirgendwo lesen. Möge «mysteries» zum Brainpool der besten Querdenker werden und bald auch am Kiosk erhältlich sein.
Bitte weiter so!
Jacqueline Meier, Zürich
Brummen aus dem Untergrund
Die in «mysteries» veröffentlichten Beiträge sind sehr interessant und auch aufschlussreich. Nur bei einem Artikel («Was summt und brummt denn da?») bin ich der Ansicht, dass nicht genug recherchiert worden ist.
Vor wenigen Jahren veröffentlichten die Forscher Fosar und Bludorf einen Artikel in der Zeitschrift «Raum & Zeit». Sie hatten nämlich entdeckt, dass unter dem Berliner Flughafen Tempelhof eine Radaranlage (?) mit riesigen, eingegrabenen Antennen war, aus der offenbar Brummtöne kamen.
Auch im amerikanischen Bundesstaat New Mexico gibt es eine Stadt namens Taos, in der sich viele Bewohner durch Brummtöne erheblich gestört fühlen. Die Geräusche stammen offenbar von einer Untergrundanlage. Vielleicht haben auch die verschiedenen «Ionosphärenheizer» in Tromsoe (Norwegen), Puerto Rico (USA) und Gakona (HAARP) in Alaska, Sibirien, damit etwas zu tun.
Negativ bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Behörden auf Fragen aus der Bevölkerung kneifen. Wird hier eine neue Strahlentechnologie entwickelt, die als Waffe verwendet werden könnte, was auch diese unverständliche Geheimhaltung erklären würde?
Jacques Dreyer, Aesch
«Tja, das geht uns nichts an»
Das wurde auch Zeit: Endlich eine neue Zeitschrift, in der nicht nur aufgewärmt wird, was wir alles schon wissen. Die aufgeworfenen Fragen treffen den Nagel auf den Kopf. Besonders das UFO-Interview mit Herrn Frey vom Basler Flughafen.
Tatsache ist: Das UFO-Phänomen existiert, egal, was sich dahinter verbirgt.
Tatsache ist auch, dass besonders Radar-Personal oft mit derlei Erscheinungen konfrontiert wird, wie mir ein Bekannter aus eigener Erfahrung erzählte. «Tja, das geht uns nichts an», meinte sein Chef nur, als er unidentifizierbare Flugspuren-Daten seinen Vorgesetzten vorlegte. Was soll man dazu sagen?
Blick ins Universum. Viele Krankheiten könnten von Organismen aus dem All eingeschleppt werden, warnen Wissenschaftler.
Neue Aufregung um den weltweit gefürchteten SARS-Erreger: Wissenschaftler vom astrobiologischen Institut der Universität von Cardiff spekulieren über einen ausserirdischen Ursprung des Virus.
In einem Brief an die britische Fachzeitschrift für Medizin, «The Lancet», behaupten Professor Chandra Wickramasinghe und seine Kollegen vom astrobiologischen Institut der Universität von Cardiff, dass das SARS-Virus ausserirdischen Ursprungs sein könnte.
Wickramasinghe ist einer der führenden Verfechter der so genannten Panspermien-Theorie und vertritt die Ansicht, dass viele weltweit ausbrechende Krankheiten, Grippeepidemien eingeschlossen, von Organismen verursacht werden, die aus dem Weltall stammen, sich in der Stratosphäre festigen und anschliessend auf die Erdoberfläche ergiessen.
In ihrer Mitteilung an «The Lancet» schreiben Wickramasinghe und seine Kollegen: «Angesichts des SARS-Ausbruches kann auf den ersten Blick ein möglicher Zwischenfall aus dem Weltall festgestellt werden. Erstens ist das Virus unerwarteterweise neuartig und erschien ohne führen.
zugrenzen, Polarisiert: Chandra Wickramasinghe.
Vorwarnung auf dem chinesischen Festland. Ein kleiner Teil des in die Stratosphäre eingeschleppten schuldigen Virus könnte im Osten der hohen Bergketten des Himalayas niedergegangen sein, wo die Stratosphäre am dünnsten ist, gefolgt von sporadischen Ablagerungen in den benachbarten Gebieten.»
«Wachsam bleiben» Wickramasinghe weiter: «Wenn das Virus nur geringfügig ansteckend ist, wie es den Anschein hat, dann wird die nachfolgende Richtung der weltweiten Verbreitung vom stratosphärischen Transport und der Mischung abhängig sein, die während mehreren Jahren periodisch zu einem kontinuierlichen Niedergang Auch wenn alle möglichen Ansätze, die infektiöse Verbreitung von SARS einweiterhin verfolgt werden müssen, so sollten wir dennoch beim Auftreten von neuen Herden überall auf der Welt wachsam bleiben. Neue Fälle könnten immer wieder vorkommen, bis der stratosphärische Vorrat am schuldigen Auslöser erschöpft sein wird.»
Wickramasinghes Ansichten sind umstritten. Mit seinem Kommentar zum SARS-Virus wurde in den medizinischen Forschungskreisen denn auch kurzer Prozess gemacht. «Unwahrscheinlich!» poltern die Experten. Ob sie Recht behalten, wird die Zukunft zeigen… ■
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/kommt-sars-von-den-sternen-page46-1.jpg6211035Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2004-02-01 12:00:002025-12-13 07:05:21Kommt Sars Von Den Sternen?