Schweizer «Nessie» Im Seelisberger See
Blick auf den Seelisberger See. Zahlreiche Augenzeugen wollen hier eine gefürchige Kreatur ausgemacht haben.
Ein grosser Fisch? Ein Dämon? Ein Mythos? Oder womöglich doch ein urzeitliches Lebewesen, das offiziell seit Jahrmillionen als ausgestorben gilt? Seit Jahrhunderten kursieren Gerüchte und Erzählungen über ein Seemonster im Schweizer Seelisberger See.
Die Arbeiter, die im Sommer 1926 am Ufer des Seelisberger Sees standen, waren verblüfft. Sie sollten eine neue Strasse bauen und blickten – selbst der gelehrte Vorarbeiter war anwesend – hinab auf den Teich. Dort, im klaren Wasser, war ein «grosser Fisch»: «Eine dunkle Masse, etwa 2,5 m lang, die plötzlich an die Seeoberfläche kam, rasch durch einen Teil des Sees dahin schwamm und plötzlich wieder untertauchte. Es kann nur ein grosser Fisch gewesen sein – Wellen habe er geworfen wie ein Dampfschiff.»
Ein Verwandter des schottischen Nessie in der Zentralschweiz? Der Seelisberger See oder «Seeli», auf einer Alp hoch über dem Vierwaldstätter See gelegen, ist nur ein kleines Gewässer. Es besteht aus dem eigentlichen Seeli sowie dem kleinen «Wyher».
700 bis 800 Meter ist es lang, 350 Meter breit, bis zu 37 Meter tief. Weitaus kleiner also als die «klassischen» Ungeheuerseen.
Und doch haben die Einwohner dort seit fast 500 Jahren immer wieder ein Ungeheuer oder «Seegespenst» beobachtet: den Elbst.
Als erster berichtete Renward Cysat (1545–1614), Stadtschreiber aus Luzern, über den geheimnisvollen Elbst: «Da hat man zu unterschydentlichen Zytten und jüngst Ao. 1585 jn dem selbigen Seew by hällem tag gsehen zwey gspenst umbher zu lesen ist. schwümmen unglycher form, hand sich ouch verendert jetz wie ein gross Sagholtz, jetz wie eine Höwburde, und so die Lütt sich zuher genähert, geredt oder geschruwen, sind sie verschwunden.
Die Landlütt hallten es ein vorbedüttung böser Zyt.»
In modernem Deutsch: Die Leute hätten in dem See immer wieder zwei Gespenster beobachtet, die sich nacheinander in einen Heuhaufen und einen Sarg verwandelten.
Renwards Neffe, der Stadtschreiber Leopold Cysat, notierte 1661, der See sei bekannt für wundersame Erscheinungen.
Augenzeugen hätten auf dem Seegrund eine Herde Schweine gesichtet, die «sich von innen nach aussen stülpten wie Kälber, denen man die Haut abzieht». Auch stünde das Seeli unterirdisch in Verbindung mit dem Vierwaldstätter See.
Mit der letzten Beobachtung hat er Recht. «Vom grossen See gelangt das Wasser über einen kurzen Bachlauf in den kleinen See, auch Wyher genannt, und von dort, am östlichen Ende desselben, unterirdisch in den Vierwaldstätter See. Dort tritt das Wasser unterhalb der Wasseroberfläche zwischen Rütli und Bauen wieder aus», wie im Internet heute über den See Biblische Parallele Die Schweine auf dem Seegrund aber stammen aus der Bibel, aus dem 8. Kapitel des Matthäusevangeliums.
Dort lässt Jesus einen Dämonen in eine Schweineherde fahren, die sich danach im See Genezareth ersäuft. Der Elbst ist also – seine teuflischen Verwandlungskünste haben es bereits gezeigt – ein Dämon, und sein Erscheinen kündigt Unheil an. Man darf nicht vergessen, dass in einem Bergsee über Luzern der ebenfalls biblische Pilatus eingesperrt war!
Aus diesem Unheilsdämonen machen



