Die Wirtschaft darbt. Der Terrorismus boomt. Und die Mächtigen horten, was übrig bleibt. Stärker denn je wurden wir 2004 von Kräften manipuliert, deren Profitgier keine Grenzen kennt. Angst macht sich breit. Zur Freude der Machtapparate. Denn wer Angst hat, denkt nicht. Zumindest nicht laut.

Bereits macht ein neues Schimpfwort die Runde: Als «Verschwörungstheoretiker» wird tituliert, wer nicht alles schluckt, was ihm vorgesetzt wird. Und das sind nicht wenige. Den Einheitsbrei haben sie satt. Zu offensichtlich, dass im Gesundheitswesen vieles schief läuft. Zu offensichtlich, dass uns Politiker immer dreister anlügen. Zu offensichtlich, dass die Medien zunehmend instrumentalisiert werden. Zu offensichtlich, dass der Wissenschaftsbetrieb längst zu einer profitorientierten Firma verkommen ist.

Welche Macht allein Wirtschaftslobbies mittlerweile geniessen, sehen wir täglich auf unseren Strassen. Obwohl längst technisch ausgereifte Autos existieren, die mit Wasser, Rapsöl oder Druckluft betrieben werden, mag sie kein Grosskonzern produzieren. Tatsache aber ist: Bereits in 50 Jahren werden Öl und Erdgas vom Erdball verschwinden – weil die Vorkommen erschöpft sind.

Die weltweite Profitgier verhindert mehr Durchbrüche als sie generiert. Ob alternative Heilmittel, umweltfreundliche Materialien oder revolutionäre technologische Erfindungen: Zu viel bleibt auf der Strecke, weil es zu wenig Profit verspricht. Oder aber etablierte Konzernprodukte bedroht. Wirkliche Innovationen bleiben oft den Kleinen vorbehalten, denen es aber meist am Geld fehlt, um markgerecht zu produzieren.

Ähnlich im Bereich der Wissenschaft: Finanziell gefördert wird oft nur noch, was Erfolg – und damit Profit – verspricht. Dass grenzwissenschaftliche Phänomene und Entdeckungen dabei auf der Strecke bleiben, ist klar.

Dabei ist es doch gerade das Kontroverse, das Geheimnisvolle, das uns in Atem hält. Wenn wir es nicht mehr ergründen, geht uns irgendwann die Luft aus. Insofern gilt es weiterzuforschen.

Ohne Rücksicht auf Lehrmeinungen oder wirtschaftspolitische Interessen. Bis das letzte Fragezeichen sein Geheimnis preisgibt.

Ein Fakir, der nichts isst – ein Agrar-Rebell, der Pflanzen spriessen lässt, wo nichts wächst und eine geheime Kammer in einem Bauwerk, das angeblich keine Rätsel mehr birgt: Auch in dieser Ausgabe präsentieren wir Ihnen wieder jede Menge Dinge, die es offiziell nicht geben kann – oder darf. Seit nun mehr einem Jahr serviert «mysteries» dank Ihrer Unterstützung alle zwei Monate pikante Kost, die manchem Meinungsträger sauer aufstossen dürfte. In diesem Sinne: Herzlichen Dank – und weiterhin guten Appetit!

Luc Bürgin (Herausgeber)

Intelligente Zwerge vor 18 000 Jahren!

Ein Meter grosse Zwerge, die erst vor 13 000 Jahren vom Erdball verschwanden? Vorzeitforscher sind verblüfft: Jüngste Knochenfunde auf der indonesischen Insel Flores deuten auf eine vollkommen unbekannte Menschenrasse hin. Das grösste Rätsel: Die «Hobbits» besassen nur ein Minigehirn. Dennoch waren sie offenbar alles andere als dumm: Steinwerkzeuge, Klingen, Keile und Ahlen in unmittelbarer Umgebung der Knochen deuten auf eine intelligente Spezies hin, die bereits vor 18 000 Jahren erfolgreich Tiere jagte. Entdecker Mark Morwood von der University of New England im australischen Armidale: «Ein so kleines Gehirn in Verbindung mit Werkzeuggebrauch – das erfordert eine neue Vorstellung von der menschlichen Evolution.» Vor rund 13 000 Jahren fielen die Rätselwesen einem örtlichen Vulkanausbruch zum Opfer. Weitere Ausgrabungen in den nächsten Jahren sollen helfen, das Rätsel ihrer Herkunft zu klären.

Von Auto überfahren: UFO-Experte John Mack ist tot

Der international renommierte Harvard-Professor und Pulitzer-Preisträger John Mack ist tot. Der amerikanische Psychiater wurde am 27. September 2004 nach einem Dinner mit Freunden auf dem Heimweg vom PKW eines betrunkenen Autofahrer erfasst. Noch in derselben Nacht erlag er seinen Verletzungen. Mack hatte sich in der Vergangenheit intensiv mit Menschen beschäftigt, die angeblich von UFOs entführt worden waren. Dabei kam er zum Schluss, dass viele von ihnen psychisch vollkommen gesund sind.

Ein schwarz-weißes Foto eines lächelnden Mannes.
Ein schwarz-weißes Foto einer Skulptur eines Fischskeletts.
Eine sehr hohe, pyramidenförmige Struktur mit einem Himmelsfonn.

Auch in der Schweiz entstanden diesen Sommer wieder rätselhafte Kornkreise. Im Zürcher Unterland traten sie gar begleitet von UFO-Sichtungen auf. Bei der Einschätzung des Phänomens bleiben die Fronten verhärtet. Dennoch pilgern immer wieder Schaulustige zu den Formationen. Sie berichten von «seltsamem Kribbeln» und anderen Merkwürdigkeiten – zum Ärger der Landwirte. So zäunte etwa Bauer Guido Roggensinger sein Feld kurzerhand ein, um den materiellen Schaden in Grenzen zu halten.

von Nikolaus Stähelin Wie aus seinem Korn ein Kornkreis wird, kann Bauer Guido Roggensinger nicht beobachten. Er feiert in dieser Vollmondnacht am Züri-Fäscht. Es ist Samstag, der 3. Juli 2004. Am Morgen schläft er aus. Da aber liegt das Piktogramm bereits in seinem Feld am Dorfrand von Thalheim an der Thur im Zürcher Unterland.

Tausende Halme des Winterweizens sind regelmässig im Gegenuhrzeigersinn nach unten gedrückt, eine kreisrunde Figur mit sechs Bogenelementen, scharfen Rändern und einem Durchmesser von 80 Metern zeichnet sich ab. Von oben betrachtet ist es eine Art Fisch mit einem grossen Auge, aber ohne Flossen. Oder die Abstraktion eines Käfers? Oder nur eine beliebige geometrische Anordnung?

Roggensingers Cousine Isabelle Bölsterli sieht das niedergedrückte Korn von einer nahe gelegenen Anhöhe aus und weckt den Bauern. Gemeinsam sehen sie sich das Feld an. Nichts deutet darauf hin, dass in dieser Nacht Menschen am Werk waren.

Dario Jehle, ein an Kornkreisen interessierter junger Mann aus dem Nachbardorf, wird benachrichtigt und kommt vorbei.

Er informiert den Kornkreis-Forscher Thomas Peterlunger aus Murten, der am gleichen Wochenende nach Thalheim fährt und den Kreis vermisst.

Ungewohnte Komplexität «Die für schweizerische Verhältnisse ungewohnten Ausmasse und die Komplexität der geometrischen Form haben mich überrascht», schreibt er auf der Website der Schweizer Kornkreisforschung. «Der Kornkreis bei Thalheim (Schweiz). Hunderte pilgerten ins Zürcher Unterland, um die Formation zu begutachten.

innerste Kreis beeindruckte mich durch seine schlichte Schönheit und Genauigkeit. Dieser Eindruck wurde jedoch von den äusseren Ringen und den Kreisbogen nicht bestätigt. Diese variieren zum Teil in der Breite und weisen nicht die gleiche Genauigkeit auf.»

Rund 4000 Kornkreise aus über 45 Ländern sind weltweit dokumentiert. Die schönsten und die meisten – bis zu 150 pro Jahr – entstehen im Süden Englands.

Mittlerweile gibt es auch Meldungen aus China, Südafrika, Chile oder Kasachstan.

Erste Beschreibungen ähnlicher Phänomene datieren aus dem 16. Jahrhundert, sie wurden damals mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht. In den 90er- Jahren des letzten Jahrhunderts erscheinen statt einfacher Kreise zunehmend komplexere Figuren mit einer Geometrie aus Kreisen und Ellipsen, Rechtecken, Dreiecken, Linien oder einer Kombination davon – sie werden nun Piktogramme genannt.

Ähnliche Abdrücke in Eis oder Erde zählen die Forscher zum gleichen Phänomen. Die grösste Figur wurde im Juli 1998 im Sand der australischen Wüste entdeckt: Das vier Kilometer grosse Werk, das als Abbildung eines Ureinwohners interpretiert wurde, war sogar aus dem Weltraum gut sichtbar.

Auf Anraten von Kornkreisforscher Thomas Peterlunger zäunt Guido Roggen- ‹‹ Auf Anraten zäunte der Bauer den Kornkreis auf seinem Feld ein.

singer den Kornkreis ein, damit die immer zahlreicheren Besucher nicht unbesehen durchs Feld stapfen. Eine junge Frau aus der Ostschweiz, die ihren Namen nicht preisgeben will, begeht das Feld mehrmals barfuss.

«Wir sind nicht die Einzigen im Universum, das waren Ausserirdische. So etwas können Menschen nicht in einer Nacht herstellen», sagt sie. Viele meditieren oder beten, einige pendeln, andere stehen etwas verloren und skeptisch im niedergedrückten Weizen. Ein Junge hält zwei Grashalme wie ein Pendel in der Hand und grinst: «Es bewegt sich nicht!»

Eine Frau ist überzeugt, der Aufenthalt im Kornkreis lindere die Beschwerden ihres Rheumatismus, eine andere spürt eine Linderung ihrer schweren Bakterienerkrankung. Eine Patientin mit vierfachem Bypass ist «dankbar, dass ich hier besser atmen kann». Sie will wiederkommen. Viele, vor allem Frauen, berichten von einem Kribbeln an den Füssen.

Der Kirchen-Sigristin Vreni Roduner aus dem Nachbardorf Gütighausen wird schwindlig im Kornkreis, sie muss das Feld verlassen. Es sei, wie wenn Kraft durch sie hindurchströme, sagt sie zum Reporter von «Tele Züri». Nicht eigentlich unangenehm. «Aber ich merke, dass ich nicht hierher gehöre.»

Die Schweiz ist ein Nebenschauplatz Detailansicht aus dem Thalheimer Piktogramm. Fotos: Thomas Peterlunger.

des Kornkreis-Phänomens. Im Juni 1993 entdeckten Zugfahrende bei Gümmenen im Saanetal ein einfaches Zeichen in einem Weizenfeld. Es war 18,4 Meter lang, der grosse Ring hatte einen Durchmesser von 11,5 Metern. Erst 2002 wurden zwei weitere Kornkreise bekannt.

Im Folgejahr waren es bereits zehn. Interessant ist ein Ring mit 2,5 Metern Durchmesser in einem Kleefeld.

Das Merkwürdige daran sind die Halme und Blätter der untersten, niedergelegten Schicht im Ring, die wie schwarz eingefärbt sind und bald zu faulen anfangen – ein von Menschen schwer reproduzierbarer Vorgang.

Fünf Kreise und ein Stern Auch Bauer Hans Kübler aus dem Schaffhausischen Siblingen meldete im Juni 2003 ein merkwürdiges Phänomen: Anscheinend über Nacht war eine Figur mit fünf Kreisen in seinem Gerstenfeld erschienen, eine Woche später ergänzt durch einen Davidstern.

Bei Rutengängern und Pendlern würden die Kreise ‹‹ Beim Betreten des Kreises habe er ein Kribbeln verspürt…

«angeben», schreibt Hans Kübler in einer Broschüre. Auch er habe beim Betreten ein «Kribbeln» verspürt und in der Nacht des Entstehens ein starkes Sirren gehört. Im Stall seien alle 130 Kühe brüllend dagestanden.

Im Jahr 2004 kommt die erste Meldung Ende Juni aus Büttenhardt im Kanton Schaffhausen, wo eine Formation mit 140 Metern Länge in einem Roggenfeld aufgetaucht ist – das grösste bisher in der Schweiz gesichtete Piktogramm. Am 17. Juli entsteht in Worb bei Bern ein Piktogramm, am 24. Juli in Wiesendangen, Kanton Zürich. Alle drei sind wahrscheinlich durch Menschenhand entstanden.

Und dazwischen Thalheim an der Thur. Der Eintritt von fünf Franken, den die Familie Roggensinger verlangt, hält niemanden ab. Das Parkieren ist gratis. Nach zwei Wochen sind es schon über 1000 Besucherinnen und Besucher, die, meist mit dem Auto, nach Thalheim fahren und den Kornkreis betreten wollen. Auch aus dem nahen Ausland kommen Neugierige.

Mit dem Geld aus den Eintritten sei der Schaden von rund 1500 Franken mehr als gedeckt, sagt Guido Roggensinger nüchtern. Die Ernte will er dieses Jahr als «Kornkreis-Weizen» absetzen. Zu kaufen gibt es auch T-Shirts und Anhänger mit der abgebildeten Figur, ein Luftbild ist für 20 Franken zu haben.

Ärger mit Randalierern Der Bauer selber glaubt an einen Bubenstreich. «Vögel fliegen übers Feld, auch mein Hund kam mit mir in den Kreis, ich habe absolut nichts gespürt.» Auch sein Handy ist nicht ausgestiegen, wie man es von andern Kornkreisen berichtet.

Cousine Isabelle Bölsterli nervt sich, wenn sie auf das «grosse Geschäft» angesprochen wird. Bereits hätten Randalierer einmal den Zaun niedergedrückt und den Tisch mit der Kasse zu Boden geschlagen. Auch diffuse Warnungen von Hobby-Propheten, dass «bald jemand sterben» werde, hört sie ungern. Den Rummel findet Bölsterli überzogen.

Aber dass ihr Kornkreis ein echtes Naturphänomen ist, daran zweifelt sie nicht: «Kürzlich gab es ringsum schwarze Wolken, nur auf dem Feld blieb es hell, und dann hagelte es überall, nur nicht auf diesem Feld – es ist schon verrückt.»

«Echt oder gefälscht?» ist seit Jahren die am meisten diskutierte Frage, sobald ein Kornkreis auftaucht. «Echt» meint, dass keine Spuren von menschlicher Einwirkung zu beobachten sind, die Figuren innert weniger Minuten oder Stunden entstehen und von oben aus gesehen gestochen scharf erscheinen.

Mit «gefälschten» Kornkreisen sind Nachahmungen von Menschenhand gemeint, entweder als angekündigtes Experiment von Forscherkreisen, oder insgeheim zur Täuschung der Kornkreis-Gemeinde angelegt.

Naturgemäss werden alle neu entdeckten Kreise zuerst einmal auf Fälscherspuren hin geprüft. Als vorläufig «echt» anerkennt die Kornkreis-Gemeinde dann diejenigen Formationen, bei denen nichts Derartiges zu finden ist und die einen hohen Grad an Komplexität aufweisen.

Die Schätzungen darüber, wie viele Kornkreise von Menschenhand geschaffen wurden, schwanken zwischen 20 und 80 Prozent. In England sind über die Sommermonate regelrechte Verfolgungsjagden zwischen Fälschern und Hobby-Forschern im Gange, wobei auch Radar oder Wärme-Kameras zum Einsatz kommen.

Gutgläubige machen sich lächerlich, wenn sie beseelt von Piktogrammen mit ausserirdischen Botschaften erzählen, die sich später als von Menschenhand gemacht entpuppen. Umgekehrt behaupten die Fälscher, die sich in Gruppen organisieren, sie könnten jede Formation innert weniger Stunden imitieren, sogar nachts – scheitern aber meist kläglich beim Tatbeweis: Entweder benötigen sie viel mehr Zeit, oder die Formationen sind geometrisch alles andere als perfekt, oder die Täter hinterlassen menschliche Spuren. Bei «echten» Piktogrammen, auch wenn sie während starkem Regen entstanden, fehlen Fussspuren, und die Halme sind völlig schlammfrei.

Untersuchungen im Labor Laboruntersuchungen von Boden- und Getreideproben aus als «echt» erachteten Kornkreisen haben einige Unterschiede zu Kontroll-Proben ergeben: Sowohl in der Länge als auch in der Dicke stark veränderte Wachstumsknoten der Halme, von innen nach aussen geplatzte Wachstumsknoten, verkümmerte und deformierte Ähren, deutliche Veränderungen im Wachstumsverhalten der Ähren, die nach der Entnahme unter Laborbedingungen zum Keimen gebracht wurden, und erhöhte radioaktive Strahlung.

Viele der Phänomene – wenn auch nicht alle – lassen sich dadurch simulieren, dass man die Ähren für einige Sekunden in einen Mikrowellenofen steckt. Eine zur Zeit gängige Theorie über die Entstehung der Kreise geht denn auch davon aus, dass eine kurze Erhitzung durch eine Strahlung unbekannter Herkunft die Veränderungen und die Biegung des Korns hervorrufen.

Für Skeptiker, sofern sie nicht pauschal alle Kreise als menschengemacht hinstellen, handelt es sich dabei höchstens um ein noch nicht erforschtes Naturphänomen. Andere hingegen bestehen darauf, dass hinter den komplexen Figuren eine nichtmenschliche Intelligenz stehen müsse.

«Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass wir eine ganze Reihe von absolut standfesten Beweisen für ein echtes – nicht menschengetrampeltes – Phänomen vorlegen können», schreibt der deutsche Kornkreis-Forscher und Buchautor Andreas Müller.

Sein Schweizer Kollege Thomas Peterlunger bleibt vorsichtiger: «Es ist ein echtes Phänomen, vielleicht etwas Meteorologisches, wobei man eine Intelligenz als Gestaltungskraft fast annehmen muss.»

Dazu passen die zahlreichen Schilderungen, die von seltsamen rot-weissen Lichtern und von UFOs in der Nähe von neu entstandenen Kornkreisen berichten.

Zurück zur Formation von Thalheim im Zürcher Unterland: «Keine Ufos, keine Ausserirdischen», antwortet Karl Steiner von der Informationszentrale der Zürcher Kantonspolizei kurz angebunden auf die Frage nach besonderen Vorkommnissen in der betreffenden Nacht. Auch die Radar-Aufnahmen der Schweizer Luftwaffe sind unauffällig.

Doch am 19. Juli 2004 berichtet der Zürcher «Tages-Anzeiger» von einem anonym bleibenden SBB-Lokomotivführer, der in der besagten Nacht einen Spätkurs von Zürich nach Stein am Rhein fuhr.

Wenige Kilometer nördlich von Thalheim will er eine Lichterscheinung am Himmel bemerkt haben, die auch von einer Zugbegleiterin und einer Kollegin entdeckt wurde: nach seinen Worten eine grosse, bogenförmige Figur in verschiedenen Grau-Tönen.

Beim nächsten Bahnhof verschwand die Erscheinung in einer Art weisser Wolke. Bei der Endstation dann sahen die Drei ein grosses, grün-rot-weisses Licht blinken. Auf der Rückfahrt bekam der Lokführer etwa an der gleichen Stelle wie zuvor eine starke Hühnerhaut, die erst nach ein bis zwei Minuten allmählich wieder abklang.

Erst Tage später will er über den Kornkreis gelesen haben. Eine Festgesellschaft in Guntalingen, dem Nachbardorf von Thalheim, bestätigt einige der vom Lokführer beschriebenen Vorkommnisse.

Das Lokalfernsehen «Tele Züri» berichtet ebenfalls über den Lokomotiv-Führer, auch hier ohne ihn im Bild zu zeigen.

«Spekulationen schiessen ins Kraut», betitelt die Moderatorin den Beitrag und ‹‹ Für die etablierten Medien ist das Thema damit abgeschlossen.

lächelt dazu ironisch. Ob die Lichter nicht doch vom Züri-Fest stammen, sei nicht abschliessend zu klären, schliesst sie. Von Zürich bis Stein am Rhein sind es 40 Kilometer.

Damit ist für die etablierten Medien das Thema abgeschlossen: Von den drei Schweizer Sonntagszeitungen über die «Weltwoche» bis hin zu edlen Hochglanz-Magazinen mit Untertiteln wie «Die Wunder der Welt» bringt niemand mehr einen Beitrag.

Nur der «Tages-Anzeiger» schiebt noch nach, dass Bauer Roggensinger ein spezielles Kornkreis-Bier hat brauen lassen.

Sicher ist: Kornkreise haben innerhalb der unerklärten Phänome eine Sonderstellung: Sie sind von jedermann zu sehen und bleiben erhalten, bis der Bauer das Feld mäht.

Die Schulwissenschaft schweigt sich über die Formationen und ihre Entstehung weitgehend aus, befragte Wissenschaftler sprechen höchstens von noch nicht erforschten Energien, welche den Gesetzen der Naturwissenschaft nicht widersprechen müssten.

Die «Gläubigen» wie zum Beispiel der Kulturanthropologe und langjährige Kornkreis-Erforscher Michael Hesemann dagegen werden ungeduldig: «Von den einst vielleicht zwanzig verschiedenen Kornkreis-Ursprungstheorien – von sich paarenden Igeln bis zu intelligenten Plasma-Wirbeln, den Kräften von Mutter Erde oder SDI-Experimenten der Militärs bis zu kreativen Erdgeistern – sind eigentlich nur noch zwei übriggeblieben:Aliens oder Hoaxers: Ausserirdische mit UFOs oder menschliche Scherzbolde.»

Wer mehr wissen will: Forscher Werner Anderhub ist mit seiner Diashow bis April 2005 in der Schweiz unterwegs. Daten auf: www.kornkreise.ch.

Ein schwarz-weißes Foto eines Feldes mit einigen Bäumen in der Ferne.
Ein schwarz-weißes Foto eines Grasfelds.
Ein schwarz-weißes Foto eines Grasfelds.

Seit Jahren verblüfft Sepp Holzer Landwirtschaftsexperten und Wissenschaftler. Auf seinem Krameterhof in einem Tal im südlichen Salzburgerland – auch als «Sibirien» Österreichs bekannt – lässt der Bergbauer bis auf 1600 Meter Höhe Äpfel, Birnen, Kirschen und Kiwis gedeihen. Von den Behörden jahrzehntelang schikaniert, ist der Agrar-Rebell mittlerweile zum «Idol einer neuen Landwirtschaft» geworden. Heute betreut Sepp Holzer landwirtschaftliche Projekte auf der ganzen Welt.

von René Haenig Jahrzehntelang haben sie ihn ausgelacht und für verrückt erklärt: Ihn, den Sepp Holzer. Schwer gemacht haben sie ihm das Leben, dem kleinen Bergbauern aus dem österreichischen Lungau, einem kleinen Tal im südlichen Salzburgerland.

«Für die hohen Herren in der Landwirtschaftskammer war ich nur ein Spinner, ein Verrückter, ein Exot», erinnert sich der 62-jährige Landwirt inzwischen fast schon amüsiert. Holzer könnte verbittert sein, denn nur allzu oft haben ihn sture Beamte vor Gericht gezerrt. «Ich bin der am meisten bestrafte Bauer von Österreich», sagt der streitbare Landwirt über sich selbst.

Er hat sich nicht unterkriegen lassen.

Weder von den Behörden noch von den Spöttern. Heute ist der Agrar-Rebell eher so etwas wie ein Held. Zu Tausenden pilgern die Leute inzwischen auf Holzers auf 1300 Meter über Meer gelegenen Krameterhof, um sein Paradies zu bewundern.

Kiwis bis in den Oktober Selbst Wissenschaftler aus der ganzen Welt wollen sehen, wie es der alte Bergbauer schafft, dass auf seinem kargen Boden Äpfel, Birnen, Kiwis und Kirschen gedeihen – und das bis in den Oktober hinein.

Sepp Holzer ist inzwischen berühmt für seine Bewirtschaftungsart der so genannten Permakultur. Zwei Bücher berichten über ihn und seine Art der Landwirtschaft. Und er betreut mittlerweile Projekte in Brasilien, Kolumbien und Thailand.

Vor vier Wochen erst ist er aus Russ-

Fanden sich im sagenumwobenen Grab des Pharaos Tut-anch-Amun tatsächlich keine Papyrusrollen, wie offiziell behauptet wird? Neue Recherchen bringen diese These jetzt massiv ins Wanken. So deuten ernst zu nehmende Hinweise eines deutschen Ägyptologen auf «ein 30 Meter langes Totenbuch mit farbigen Zeichnungen» hin, das Entdecker Howard Carter unterschlagen haben soll. Texte, die offenbar ein explosives Geheimnis bergen. von G. F. L.

Bis November 1922 war der ägyptische König Tut-anch-Amun (um 1334–1325 v.

Chr.) im Vergleich zu so berühmten Pharaonen wie Cheops und Ramses II. ein regelrechter «Nobody». Nur Fachleuten war sein Name überhaupt ein Begriff, und aus seiner kurzen Regierungszeit war kaum etwas Bedeutsames zu vermelden.

Dann knackte der britische Ausgräber Howard Carter mit Unterstützung seines Mäzens Lord Carnarvon den «archäologischen Jackpot». Auf der thebanischen West-Bank, im berühmten Tal der Könige, stiess Carter auf das unversehrte Grab Tutanch-Amuns.

Die aus vier Räumen bestehende Anlage war angehäuft mit unvorstellbaren Schätzen. Die Welt feierte Carter und Carnarvon als die erfolgreichsten Ausgräber aller Zeiten.

Aber ausgerechnet jene Gruppe, die sich am meisten über den einzigartigen Fund hätte freuen müssen, zeigte sich schon bald enttäuscht – die Ägyptologen selbst. Man mag es kaum glauben, aber die Fachwelt hatte einen guten Grund für diese Einschätzung. Im ganzen Grab fand sich nämlich kein einziges historisches Dokument!

«Kein einziger Papyrus»?

Professor Samuel Mercer vom Trinity College in Toronto äusserte bereits 1923, also kurz nach der Graböffnung, frustriert, was sich die Gilde dachte: «Die Funde aus dem Grab Tut-anch- Amuns sind in ihrem Wert unvergleichlich (…). Aber mit all ihrem Reichtum und künstlerischen Wert haben sie doch unserem Wissen über die Geschichte des alten Ägypten kein Wort hinzugefügt. Keine Inschrift von Wert, kein einziger Papyrus kam ans Licht.»

Wurden tatsächlich keine Papyri im Grab gefunden? Wer sich auf die Suche nach der Antwort auf diese Frage begibt, stösst auf Ungereimtheiten, Widersprüche und Falschangaben – aber auch auf brisante Dokumente und geheimnisvolle Aussagen. Kurz: Die Schriftrollen des Kindkönigs Tut-anch-Amun gehören zu den grössten Rätseln der Ägyptologie.

Dabei ist das Thema alles andere als neu. Bereits 1990 sorgte der englische Ägyptologe Nicholas Reeves im Zusammenhang mit den Papyri für fette Schlagzeilen. Seine Theorie: Die Schriftrollen könnten in zwei Wächterstatuen aus dem Grab verborgen gewesen sein. Röntgenuntersuchungen japanischer Forscher ergaben jedoch, dass diese Annahme falsch war (siehe «mysteries Nr. 3/2004).

Doch es existieren weitere Hinweise auf die Existenz der Schriftrollen. Der erste stammt von keinem Geringeren als Howard Carter selbst. Im zweiten Band seines Vorberichts ist schwarz auf weiss nachzulesen: «Bei den Amuletten und Symbolen (auf der Mumie, d. Verf.) des Tut-anch- Amun fanden wir Reste eines kleinen Papyrus, auf dem in (weissen) Hieroglyphen ein Ritual stand. Es war zu morsch zum Konservieren, aber hier und da waren doch, wenn auch nur mühsam, Götternamen wie Isis und Osiris zu entziffern.»

Verwirrende Widersprüche Doch wie immer, wenn es um die Papyri Tut-anch-Amuns geht, treten sofort merkwürdige Ungereimtheiten auf.

So auch in diesem Fall. Denn im Vorwort desselben Bandes behauptet Mr. Carter noch steif und fest: «Bemerkenswert ist ferner, dass er weder einen richtigen Herzskarabäus auf dem Körper trug, noch dass irgendeine Spur von religiösen oder literarischen Urkunden in Form von Papyrusrollen vorhanden war.»

Diese Angaben Carters sind äusserst verwirrend – und vor allem rätselhaft.

Erste Merkwürdigkeit:Auf der einen Seite behauptet er, es habe sich keinerlei Spur von einem Papyrus bei der Mumie finden lassen. Andererseits erwähnt er das Vorhandensein eines rituellen Textes – eine «Spur» war das allemal!

Zweite Merkwürdigkeit: Carter hat nir- Howard Carter vor dem Sarg. Riss er sich die Papyri unter den Nagel?

Endlich ein neuer Beweis Den Artikel über die Metallbibliothek von Ecuador fand ich sehr gut. Ich habe schon vor etlichen Jahren davon gelesen in dem Buch von Erich von Däniken und war damals schon davon fasziniert und überzeugt davon, dass er die Wahrheit sagt.

Nun ist endlich ein neuer Beweis dafür da.

Malte Stolz, Hartenholm (D) «Lilith» jetzt im Internet Darf ich Sie auf «Lilith» aufmerksam machen? Vor einigen Tagen haben wir unsere Seite «www.planetlilith.ch» ins Internet gestellt. Sicher nicht wie Profis, unsere bescheidenen Mittel erlauben das nicht.

Ich habe mir nach zwölf Jahren Frust mit den Astronomen, welche meine «Lilith»-Beobachtung als nicht möglich abtun wollen, die Frechheit erlaubt, meine Beobachtung vom 11.August 1992 am 13. September 2004 per Einschreiben an die International Astronomical Union in Paris (IAU/UAI) zu melden und zu verlangen, dass diese referenziert und «Lilith» als beobachtetes Objekt aufgeführt wird. Die ganze Eingabe an die IAU/UAI habe ich veröffentlicht, um interessierte Personen und die Öffentlichkeit zu informieren.

Werner K. Rüedi, Zürich (CH) Bravo!

Ein Bekannter hat mir einige Hefte Ihres Magazins überlassen. Als alter Fuchs auf diesem Gebiet habe ich sie natürlich sofort verschlungen. Ich möchte Ihrem Team deshalb ein Lob aussprechen: Eine solche Zeitschrift suchte ich schon lange, denn was ich hier lese, hat wirklich Hand und Fuss.

Wie ich in den vergangenen Jahren leider bemerken musste, tummeln sich in diesem Gebiet mittlerweile so viel selbst ernannte «Experten», dass einem schlecht werden kann. Einer schreibt die Fehler des anderen ab, andere glauben unkritisch alles, was im Internet verbreitet wird und wittern bei allem eine Verschwörung, was sie nicht verstehen.

Mit Ihrem Artikel «Stasi verseuchte den Rhein» decken sie zwar ebenfalls eine Mauschelei auf, aber Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. Bravo für Ihren Mut!

A. T. (Name der Red. bekannt) Bush oder Kerry?

Bush oder Kerry? Das Interview mit Andreas von Rétyi bringt es perfekt auf den Punkt: Es spielt keine Rolle! Tragisch, aber wahr.

A. Becher, (E-Mail) Impressum ISSN 1660-4377 Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr Herausgeber Luc Bürgin Redaktion Mysteries, Postfach, CH 4002 Basel Tel. +41 – 61 – 681 62 61 Fax +41 – 61 – 362 07 33 Internet www.mysteries-magazin.com E-Mail: mysteries@bluewin.ch Layout Daniel Schaufelberger, Jürgen Tränkle Lektorat Ruth Gremaud Druck Greiserdruck, Rastatt Jahresabonnement Euro 44.90, Sfr. 69.– (siehe Talon) Anzeigen Contenti Kommunikation Ursula Heist Im Grünwinkel 5, D-79285 Ebringen Tel. + Fax (D): 07664 – 600 515 E-Mail: ursula.heist@t-online.de Anzeigenschluss Ausgabe 7/2005: 24. Dezember 2004 Bankverbindungen Deutschland: BW Bank, Lörrach Konto-Nr.: 460 85262 00, BLZ: 683 200 20 Schweiz: Basler Kantonalbank Konto-Nr.: 165.414.141.84 IBAN: CH25 0077 0016 5414 1418 4 Postcheckkonto Basel Konto-Nr.: 40-93969-1 Copyright Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen wird keinerlei Haftung übernommen. Mit Autorennamen gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

www.mysteries-magazin.com Mehr Pestizid im Essen Die gesetzlich erlaubten Höchstmengen für Pestizidrückstände in Obst, Gemüse und Getreide wurden in den letzten fünf Jahren in Deutschland von den zuständigen Ministerien massiv angehoben. Seit Einrichtung des Verbraucherministeriums in 2001 hat sich diese Tendenz sogar noch verschärft: Kam es im Jahr 2000 zu 177 Anhebungen, waren es im Jahr 2003 mit 319 fast doppelt so viele. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie «Pestizide am Limit» von Greenpeace. Zu den zehn Pestiziden, bei denen die Grenzwerte am stärksten heraufgesetzt wurden, gehören acht besonders gesundheitsgefährdende Agrargifte. Diese Pestizide können Krebs auslösen, das Hormon- und Fortpflanzungssystem beeinträchtigen und Gewässerorganismen schädigen. Insgesamt wurde in 59 Prozent der pflanzlichen Lebensmittel das zulässige Pestizidlimit erhöht.

Abgehackte Hand im Schloss: Das Rätsel ist gelöst Seltsame Legenden umranken sie: Sie habe einer Hexe gehört, munkelten die einen. Andere mutmassten über einen furchtlosen Feldherrn. Jetzt aber ist klar: Die abgeschlagene Hand im Schweizer Schloss Greyerz war einst Teil einer ägyptischen Mumie. «Histologische Untersuchungen haben diese These hundertprozentig untermauert», bestätigt Bruno Kaufmann vom Anthropologischen Forschungsinstitut Aesch gegenüber «mysteries». Bereits vor drei Jahren hatte er das geheimnisumwitterte Stück erstmals unter die Lupe genommen. Vergleiche mit anderen ägyptischen Mumienteilen in seiner Sammlung haben das Rätsel nun definitiv gelöst. Wie die Hand indes ins Schloss gelangte, bleibt weiterhin unklar.

Irgendjemand muss sie einst mit einem Beil abgeschlagen haben, vermutet Kaufmann. Im Nachgang zu Napoleons Ägyptenfeldzug dürfte sie dann in die Schweiz gelangt sein.

Mädchen mit «Röntgenaugen» verblüfft russische Mediziner Natalia Demkina aus Russland verfügt über eine ungewöhnliche Fähigkeit: Sie kann mit blossem Auge das Innere eines Menschen sehen. Eine Erklärung dafür gibt es bislang nicht. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine einstündige TV-Dokumentation aus Grossbritannien über das «Mädchen mit den Röntgenaugen», die kürzlich auf «Premiere» ausgestrahlt wurde. Mit zehn Jahren erklärte Natalia, sie könne zwei Bohnen, eine Tomate und einen Staubsauger im Körper ihrer Mutter sehen. Natalia hatte offenbar Nieren, Herz und Darm erkannt, wusste aber die Bezeichnungen dafür noch nicht. Auch mit 16 Jahren fällt es ihr schwer, das was sie sieht, genau zu benennen. Doch Untersuchungen am Kinderkrankenhaus von Saransk scheinen keinen Zweifel daran zu lassen, dass sie das Innere eines menschlichen Körpers tatsächlich bis in Detail sehen kann. Sogar Veränderungen und Krankheiten soll Natalia erkennen. Täglich erhält das Wunderkind Anrufe von Menschen, die sich von ihr «röntgen» lassen wollen. Nun versucht das Massachusetts Institute of Technology dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Mystery Park: Neuerungen Die Themenpavillons im Mystery Park in Interlaken werden weiter ausgebaut und optimiert. Seit Mitte September 2004 läuft im indischen Themenpavillon «Vimana» eine überarbeitete Multimedia-Show. Die Besucher erleben die Mysterien um geheimnisvolle fliegende Apparate, die in den Sankskritschriften beschrieben sind, noch eindrücklicher. In der neuen Attraktion «Pyramid View» kann die Aussicht von der Spitze der Pyramiden genossen werden. Der Science-Floor, welcher ursprünglich für Sondershows vorgesehen war, wird aufgrund der Nachfrage als Event-Center für Firmen ausgebaut.

Ein schwarz-weißes Bild eines Skeletts.
Ein Mann mit einer Kapuzenjakke auf dem Kopf.
Ein schwarz-weißes Foto eines lächelnden Mannes.
Ein schwarz-weißes Foto einer Skulptur eines Fischskeletts.

Die US-Verschlüsselungsmaschine M-209. Ein Deutscher knackte ihre Codes erstmals Mitte September 1944.

Überraschung für Technikexperten: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der deutsche Dechiffrier-Experte Reinold Weber im Zweiten Weltkrieg den US-Geheimcode TELWA entschlüsselt sowie eine Maschine zum Knacken von M-209-Nachrichten konstruiert.

Dass deutsche Dechiffrier-Spezialisten im Zweiten Weltkrieg Geheimcodes der Alliierten entschlüsselten, war selbst Experten bis vor einigen Jahren nicht bekannt.

Laut Bericht des ehemaligen Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Dr. Otto Leiberich, knackten die Deutschen im Zweiten Weltkrieg die US-Verschlüsselungsmaschine M-209.

Diese Ausführungen dienten Autor Klaus Schmeh als wichtige Informationsquelle, als er sein vor kurzem erschienenes Buch «Die Welt der geheimen Zeichen – Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung» verfasste. Als er auf der Internet-Seite «Telepolis» vorab Auszüge des Buches veröffentlichte, führte dies zu einer kleinen Sensation: Ein 84-jähriger Mann aus Frankfurt meldete sich bei ihm und berichtete, im Zweiten Weltkrieg am Knacken der besagten US-Verschlüsselungsmaschine M-209 beteiligt gewesen zu sein.

Der 1920 in Österreich geborene Reinold Weber, der sechs Jahre seiner Kindheit in den USA verbracht hatte, wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Aufgrund ausgezeichneter Englisch-Kenntnisse wurde er erst als Nachrichten-Dolmetscher und später als Entzifferer ausgebildet. Eingesetzt in der Dechiffrier-Einheit FNAST5, gelang es ihm, den TEL-WA-Code von US-Funksprüchen zu entschlüsseln und auch Maschinenschlüssel zu entziffern.

In dieser Zeit knackten Weber und seine Kollegen die Codes der US-Verschlüsselungsmaschine M-209 und fingen brisante Informationen ab. So gab es immer wieder Hinweise auf bevorstehende Bombardierungen deutscher Städte, die meist etwa sechs bis acht Wochen vor der Durchführung in Funksprüchen angekündigt wurden. Welche Gegenmassnahmen das deutsche Militär mit Hilfe dieser Informationen traf, erfuhr Weber jedoch nie.

Im April 1944 kam Weber auf die Idee, eine Maschine zu bauen, die einen Teil der mühsamen Entzifferungsberechnungen automatisieren sollte. Die Firma Hollerith, später IBM, fällte eine positive Beurteilung, erklärte aber, der Bau einer solchen Maschine dauere etwa zwei Jahre.

So machte sich Weber mit einem Kollegen allein ans Werk. Sie schufen eine Maschine, die aus zwei Kästen bestand: einem in der Grösse eines Schreibtisches, der die Relais und die vier Drehwalzen enthielt sowie einen weiteren Kasten mit 80 x 80 x 40 Zentimeter Kantenlänge.

Letzterer enthielt 26 mal 16 Birnenfassungen, mit denen sich mit Hilfe von Glühbirnen die Buchstaben der relativen Einstellung nachbilden liessen.

Damit schrieben Weber und sein Kollege ein interessantes Stück Technikgeschichte, denn ihre Konstruktion hatte mit ihrer Binärlogik bereits viele Gemeinsamkeiten mit einem Computer.

Dabei war der Computer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erfunden, wenn man von der ebenfalls zur Dechiffrierung entwickelten britischen Maschine Colossus absieht, die etwa zur gleichen Zeit entstand.

In sieben Stunden zum Erfolg Mitte September 1944 konnte Weber erstmals die Stärke seines Computervorläufers unter Beweis stellen: Während eines Nachtdiensts ermittelte er mit seiner Maschine – ohne die Unterstützung seiner Kollegen – den Schlüssel M-209.

Was ohne Maschinenhilfe für ein Dreierteam mindestens eine Woche Arbeit bedeutet hätte, schaffte er innerhalb von etwa sieben Stunden.

Anfang 1945 – Weber war über mehrere Umwege in Salzburg gelandet – wollte er seine Dechiffrier-Maschine wieder einsetzen. Es fehlte jedoch die notwendige Funktechnik. Das Gerät erwies sich als nutzlos. Sein Vorgesetzter befahl daher, die Maschine zu vernichten. Mit Pickel, Beil, Hammer und Stahlsäge verschrottete Weber daraufhin das Gerät, dessen Konstruktion ihn mehrere Monate lang beschäftigt hatte.

Damit verschwand ein historisch äusserst interessanter Computer-Vorläufer wieder von der Bildfläche. Bis heute wird dieses Gerät in keiner Literaturquelle zur Computer-Geschichte erwähnt. Erst die Telepolis-Veröffentlichung eines Kapitels aus dem besagten Buch «Die Welt der geheimen Zeichen – Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung» brachte Weber schliesslich dazu, sein Schweigen zu beenden.

ots. ■

Ein schwarz-weißes Bild einer Tastatur.
Eine sehr altmodische Schreibmaschine mit Papier drin.

Neuer Eklat um Zahi Hawass: Ägyptens höchster Pyramidenverwalter verwehrt zwei französischen Forschern den Zugang zur Cheopspyramide – weil sie nicht nach seiner Pfeife tanzen. Dabei scheinen sich ihre kontroversen Forschungsergebnisse bei genauerer Untersuchung als archäologische Sensation ersten Ranges zu entpuppen…

«La Chambre de Chéops» – die Kammer von Cheops. Unter diesem Titel sorgt in Frankreich ein neues Buch für Aufsehen, das Ägyptens Pyramiden-Chef Zahi Hawass auf die Palme bringt. Verfasst haben es Gilles Dormion und Jean-Yves Verd’hurt. Zwei Amateurforscher. Ziemlich erfolgreiche notabene.

Im Frühling 2000 hatten Dormion und Verd’hurt auf dem 8. International Congress of Egyptologists in Kairo mit der Nachricht für Furore gesorgt, in der Pyramide von Medum zwei unbekannte Kammern und einen Korridor aufgestöbert zu haben. Hohlräume, die den Experten bislang verborgen geblieben waren. Fachleute aller Couleur zollten ihnen dafür Anerkennung.

Für ihre Untersuchungen hatten die zwei Franzosen eine Minikamera verwendet, die sie mit Hilfe eines Endoskops einführten. Damit orteten sie zwei Entlastungskammern. Eine Sensation – waren solche Konstruktionen doch bisher nur von der Cheops-Pyramide her bekannt.

Dormion und Verd’hurt wollten sich nun in die Cheops-Pyramide vorwagen, wie sie kurz darauf öffentlich verlauten liessen. Grund: Georadar-Messungen lassen sie einen noch unbekannten Hohlraum unterhalb der Königinnenkammer vermuten, in 3,5 Metern Tiefe. Ein Gang? Eine Falle? Oder gar eine unbekannte Grabkammer? Die Zwei beschlossen, an besagter Stelle ein winziges Loch zu bohren und die Minikamera ein zweites Mal einzusetzen…

Erst Ja – dann Nein Dr. Gaballah Ali Gaballah vom Supreme Council of Antiquities gab grünes Licht für weitere Untersuchungen. Schliesslich hatte Dormion 1986 mit offizieller Genehmigung der Ägypter bereits früher Probebohrungen in der Königinnenkammer vorgenommen. Später erhielten die Franzosen sogar den Auftrag, in der Pyramide ein neues Ventilationssystem zu realisieren.

Doch dann kam alles anders: Der ägyptische Kulturminister versetzte Gaballah vorzeitig in den Ruhestand. Seither ruht alle Macht über die ägyptischen Ausgrabungsstätten in den Händen von Zahi Hawass.

Und der entzog Dormion und Verd’hurt flugs die Bewilligung seines Vorgängers.

«Ich habe nichts gegen Sondierungsbohrungen, sofern sie auf Beweismaterial basieren und eine wissenschaftliche Institution dahinter steht», dozierte Hawass Mitte Juni 2002 mit erhobenem Zeigefinger. «Aber bei den beiden Forschern handelt es sich bekanntlich um Amateure, die lediglich einen Freund bei den französischen Behörden haben.»

Um sicher zu gehen habe er diesbezüglich Rücksprache mit zwei international bekannten Pyramidenforschern genommen, dem Deutschen Rainer Stadelmann und dem Amerikaner Mark Lehner. «Zu dritt kamen wir zum Schluss, dass wir es nicht jedermann erlauben können, irgendwelche Löcher in die Pyramiden zu bohren.»

Ein abgekartetes Spiel. Dass Stadelmann und Lehner eng mit Hawass befreundet sind, ist nicht nur in Archäologen-Kreisen ein offenes Geheimnis. Und seine abschätzige Bemerkung über den «Freund ‹‹ Wer Hawass nicht huldigt, wird von ihm ignoriert.

bei den Behörden» dürfte den wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Ägypten und Frankreich auch nicht gerade zuträglich sein. Schliesslich handelt es sich dabei um keinen Geringeren als den bekannten Ägyptologen Jean-Pierre Corteggiani vom Institut Français d’Archéologie Orientale in Kairo.

Damit bleibt Hawass seiner selbst in Fachkreisen hoch umstrittenen Verhinderungspolitik treu: Wer ihm nicht huldigt, kriegt eins auf den Deckel. Wer seinen Forschungserfolg nicht grosszügig mit ihm teilen will, den ignoriert er. Und wer die Medien vorab mit Spekulationen füttert, brandmarkt er als Verräter.

«Wer keine wissenschaftliche Institution hinter sich weiss, muss bei uns gar nicht erst anklopfen», doppelte Hawass im September 2004 am 9. International Congress of Egyptologists in Grenoble denn auch nach – und verschwieg, dass sich auch Professor Michel Valloggia von der Universität Genf kurz zuvor für die beiden Franzosen stark gemacht hatte, ja sogar ein offizielles Forschungsgesuch eingereicht hatte. Ohne Erfolg.

«1,05 Meter breiter Gang» Das hindert den Genfer Ägyptologen freilich nicht daran, Dormions Arbeit weiterhin in den höchsten Tönen zu loben: «Ich habe die Ergebnisse der Georadar-Messungen mit eigenen Augen überprüft.

Man sieht darauf ganz klar einen von zwei Mauern begrenzten Gang – 1,05 Meter breit, was exakt dem Längenmass von zwei Ellen im alten Ägypten entspricht. Ich konnte mich ausserdem selber davon überzeugen, dass die Steinplatten am Boden der Königinnenkammer augenscheinlich überarbeitet worden sind.»

Befindet sich dort der versteckte Eingang in eine bislang unentdeckte Grabkammer? Dormion und Verd'hurt bleibt nichts anderes übrig, als zu warten und darauf zu hoffen, dass ihnen Hawass irgendwann doch noch gestattet, ihre These zu beweisen. Der Pyramiden-Chef aber bleibt stur: «Nur über meine Leiche», winkt er ab. Amen.

Luc Bürgin ■

Ein Buch mit dem Titel "Die Kammer von Chéops".
  • War Howard Carter wirklich der Entdecker des Tut-
  • Wurde das Grab des goldenen Pharaos tatsächlich
  • Existiert ein dritter «Carnarvon-Schatz»?
  • Was war Tut-anch-Amuns grösstes Geheimnis?

Nicht einmal Nicholas Reeves, der in den «Göttinger Miszellen» seine Theorie der den in Statuen versteckten Schriftrollen der Fachwelt präsentierte.

Es ist immer wieder dasselbe: Informationen, die nicht in die bestehende Lehr- ‹‹ Was nicht in die herkömmliche Lehrmeinung passt, wird ignoriert.

meinung passen, werden entweder verschwiegen oder ignoriert. Meist mit der Begründung, davon habe man nichts gewusst.

Letzteres jedenfalls kann die Ägyptologie diesmal nicht behaupten. So hat der Verfasser Frau Professor Dr. Elke Blumenthal von der Universität Leipzig bereits vor geraumer Zeit explizit auf Georg Steindorffs Ausführungen zu den Papyri hingewiesen.

Man fordert ja von den Altertumswissenschaften nicht, dass sie über Nacht ihre Meinung ändern.Aber konträre Quellen schlicht unerwähnt zu lassen, hat mit Wissenschaft nichts mehr zu tun.

Wer so handelt, dem wird auch nicht geglaubt, dass er das Material objektiv prüft. Sicherlich werden künftig Begründungen gefunden, mit denen sich die Angaben Georg Steindorffs ins Reich der Fabel verweisen lassen.Tatsache aber ist: Es existieren drei verschiedene Quellen mit ähnlichen Aussagen.

Noch mehr Indizien Zudem liegen weitere Indizien vor. Eines davon ist der so genannte «Budge- Brief», benannt nach seinem Empfänger Sir Wallis Budge, «Direktor der Sammlung Ägyptischer Altertümer» des British Museum. Sir Wallis zitiert in seinem 1923 erschienenen Buch «Tutankhamen: Amenism, Atenism and Egyptian Monotheism» aus einem Brief Lord Carnarvons.

Das Schriftstück datiert vom 1. Dezember 1922 – wurde also unmittelbar nach der Graböffnung verfasst. Darin führt der Earl aus: «Ich habe die Kästen und Truhen noch nicht geöffnet und weiss also nicht, was sie beinhalten, aber es gibt einige Papyrusrollen…»

Gab es am Ende gar mehrere Papyri-Fundstellen?!

Ein Text, der mit blauer Tinte auf einem weißen Hintergrund geschrieben ist.

ETs im Mittelpunkt: Gegen 400 Personen fanden sich unter der Regie von Altmeister Erich von Däniken Ende Oktober in Fulda zusammen. Unter ihnen Autoren, Verleger und langjährige Szene-Kenner.

«Waren die Götter Astronauten?» Alle Jahre wieder ruft Erich von Dänikens Forschungsgesellschaft AAS zum grossen Kongress. Diesmal traf man sich Ende Oktober in Fulda, wo bekannte «Mystery»-Autoren wie Ueli Dopatka, Hartwig Hausdorf, Walter-Jörg Langbein oder Peter Fiebag neue Forschungsergebnisse und alternative Denkanstösse vorstellten. Abgerundet wurde die Veranstaltung vom Altmeister selbst, der Filmausschnitte aus der neuen Indien-Show im Mystery Park präsentierte.

Tochter Cornelia von Däniken führte die knapp 400 Kongressbesucher souverän durchs Programm. Unter ihnen viele bekannte Gesichter. So etwa die Verleger Jochen Kopp, Werner Betz und Roland Roth, die Globetrotter Horst und Anke Dunkel sowie Thomas Ritter, die jungen UFO-Forscher Dennis Kirstein und Ferhat Talayhan, mit ihrem älteren Kollegen Roland Gehardt, sowie Lars Fischinger, Peter Kaschel, Tatjana Ingold, Peter Belting und viele andere.

Überschattet wurde der Kongress von einem bedauerlichen Unfall. So stürzte der Wiener Buchautor Peter Krassa unmittelbar vor Vortragsbeginn unglücklich. Nichtsdestotrotz hielt er kurz darauf tapfer seinen Vortrag. Anschliessend wurde der 66-Jährige ins Krankenhaus gebracht, wo die Ärzte mehrere Brüche und Prellungen diagnostizieren mussten. «mysteries» wünscht dem Pechvogel gute Besserung!

red. ■

Ein Mann, der vor einer Menge Leute steht.
Eine Gruppe von Männern, die um einen Tisch stehen.