Mystery-Sachbücher: Top-15 der aktuellen Verkaufsschlager

Es dürfte das Kino-Ereignis dieses Jahres werden: Mit Pomp und Gloria inszenierte Starregisseur Wolfgang Petersen den legendären Kampf um Troja. Die griechischen Schwerter schwingen Stars wie Orlando Bloom («Herr der Ringe») als Paris, Sean Bean als Odysseus, Brad Pitt als Achilles oder Peter O’Toole als Priamos. Monumentale Schlachtszenen im Stil von «Gladiator« oder «Saving Privat Ryan» sorgten bereits in den Testvorführungen für Begeisterung unter den Zuschauern. Nur der Soundtrack fiel durch – weshalb Komponist Gabriel Yared buchstäblich in letzter Minute durch James Horner («Titanic») ersetzt wurde.

Das griechische Heldenepos läuft dieser Tage weltweit an.

Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de

Ein Schild für OSIRIS - Buchversand mit einem Bild eines Mannes Kopf.
Ein Boot mit Menschen ist im Wasser.
Ein Buchcover mit schwarz-weißem Bild.
Ein Plakat mit einem Bild eines Turms und den Worten Auf dem Weg zur unerschopflichen Energie.
Auf einem Plakat für das Experiment in Philadelphia steht ein Schiff.
Ein Mann in Anzug und Krawatte, der auf einem Buch schreibt.
Ein Buchcover mit einer Statue darauf.

Nostradamus (1503 – 1566). Sah der französische Seher tatsächlich die Zukunft voraus, wie seine Anhänger behaupten?

Noch ein Buch über Nostradamus? Ja – aber was für eines! Nach jahrelangen Recherchen in Bibliotheken gelang es dem Wiener Parapsychologen Dr. Elmar Gruber, bislang unerforschte Texte über den Propheten ausfindig zu machen. Die Konsequenzen sind verblüffend.

Kürzlich erschien im Scherz-Verlag Ihr Buch «Nostradamus». Warum noch ein Buch über Nostradamus? Gibt es davon nicht schon genug?

Elmar Gruber: Es gibt viele Bücher über Nostradamus, aber auch viele unbrauchbare. Die meisten Autoren sind nur daran interessiert, ihren ganz persönlichen Schlüssel für die angebliche Entzifferung der rätselhaften Prophezeiungen zu präsentieren.

Jeder behauptet, Recht zu haben, aber alle kommen sie zu unterschiedlichen Ergebnissen. Diese Art von Literatur sagt nur etwas über ihren Urheber aus, nichts über Nostradamus. Entscheidend ist der historisch-kritische Zugang.

Man muss zuerst Nostradamus aus seiner Zeit, seiner Entwicklung und seinem Denken her begreifen, um seine Werke verstehen und erklären zu können.

Originale Wie haben Sie dieses Ziel erreicht?

Gruber: Indem ich mich nicht allein auf die berühmten Prophéties stützte, die allein von den meisten Autoren herangezogen werden. Ich habe alle Werke von Nostradamus studiert, vor allem aber seine sehr seltenen Almanache. Darin hat er viele Weissagungen in Prosa niedergelegt, die leichter zugänglich sind als die Vers-Prophezeiungen in den Prophéties.

Vergleicht man Wortwahl, Grammatik, Satzbau und zieht dazu noch die erhaltenen Briefe von Nostradamus heran sowie die französischen Lexika des 16. Jahrhunderts, lassen sich die vermeintlich undurchdringlichen Verse bisweilen auf verblüffend einleuchtende Weise erklären.

Sind die Originalwerke von Nostradamus leicht zugänglich?

Gruber: In der Tat ist es ein Problem, an heranzukommen.

Manches liegt in Faksimile-Ausgaben vor, einige wichtige Werke besitze ich in meiner eigenen antiquarischen Sammlung. Andere, wie viele seiner Almanache, sind verloren gegangen. Dafür habe ich in Bibliotheken und Archiven nach jahrelanger akribischer Suche bislang unbekannte Texte ausfindig gemacht, beispielsweise eine mehr als 700 Seiten starke Handschrift von Jean-Aimé de Chavigny, dem Sekretär des Nostradamus in seinen letzten Jahren, in der er die Prophezeiungen aus allen Almanachen des Propheten exzerpiert hat, auch aus jenen, die heute nicht mehr erhalten sind.

Dieses einmalige Manuskript ist eine unschätzbare Grundlage für die Analyse seiner Texte. Ausserdem bin ich auf weiteres wissenschaftlich noch nicht ausgewertetes Material gestossen. Es handelt sich um zwei Manuskripte des Horoskops, das Nostradamus für den Prinzen Rudolf von Habsburg, den späteren Kaiser Rudolf II., angefertigt hat.

Diese Handschriften waren ebenfalls noch nicht bekannt und können ohne Übertreibung als spektakulär bezeichnet werden. Ich konnte sie in den Archiven von deutschen Bibliotheken aufstöbern.

Eine davon ist sogar das französische Original, die andere eine lateinische Übersetzung der Zeit.

Durch die Untersuchung dieses über 200 Seiten starken Horoskops konnte ich auch zum ersten Mal die angeblichen prophetischen Fähigkeiten von Nostradamus an der Realität überprüfen, zumal wir genaue Kenntnisse über Leben und Persönlichkeit von Rudolf II. besitzen, während die dunklen Rätselsprüche in seinen Prophéties von den zahlreichen selbst ernannten «Nostradamus-Forschern» nach freiem Belieben mit passend erscheinenden Ereignissen in Beziehung gebracht werden.

Zu welchem Ergebnis kommen Sie? Hatte Nostradamus wirklich prophetische Fähigkeiten?

Gruber: Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten, und ich will hier auch nicht in wenigen Worten darauf eingehen. Die Klärung dafür liefert mein gesamtes Buch, und ich habe viele Seiten dafür benötigt!

In anderen Büchern haben Sie über den Stand der parapsychologischen Forschung geschrieben. Wie ist Nostradamus unter diesem Gesichtspunkt einzuordnen?

Gruber: In meinen Werken zeige ich, dass die moderne Wissenschaft von den anomalen mentalen Phänomenen (Parapsychologie) den Beweis für die Realität der Fähigkeit, in die Zukunft sehen zu können (Präkognition), erbracht hat. Allerdings ist dieses Vermögen sehr selten, äusserst leicht störbar und meist an persönlich bedeutsame Inhalte gebunden.

In den meisten Fällen gelangen die präkognitiven Eindrücke überhaupt nicht ins Bewusstsein, sie werden nur unbewusst in einer physiologischen Reaktion vom Organismus registriert. Es gibt keine Hinweise darauf, dass einzelne Menschen in der Lage sind, häufig und mit grosser Genauigkeit von Begebenheiten Kenntnis zu haben, die sich erst in ferner Zukunft ereignen werden.

Die Berichte von aussergewöhnlichen «Propheten» entpuppen sich bei genauer Prüfung entweder als reine Erfindung oder gehören zum Strom von Legenden, jener so genannten prophetischen Tradition, die im Volksgut verankert ist und von Generation zu Generation weitergegeben, umgeformt und den jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst wird. Die Weissagungen von Nostradamus bilden dabei keine Ausnahme.

Nostradamus war nicht ja nur Prophet, er war auch Astrologe und Arzt. Welche Rolle spielen diese Aspekte in Ihrem Buch?

Gruber: Sie spielen eine erhebliche Rolle um das «Phänomen Nostradamus» begreifen zu können. Seine vielschichtigen Interessen, vor allem an der Antike und an der hermetischen Philosophie, die in der Renaissance so populär war, weisen ihn als einen gelehrten Humanisten aus, auf der Suche nach einer umfassenden Erklärung für das Unheil, dem sich der Mensch in seiner Epoche ausgesetzt sah.

Dafür griff er auf die antike Geschichte zurück, wo er gleichsam prototypische Ereignisse als Vorbilder für Geschehnisse in seiner Gegenwart fand, die eine Zeit des radikalen Umbruchs war. Die Lehre astrologischer Zyklen verwendete er dafür, um solche vorbildhaften Begebenheiten auf die Zukunft zu übertragen. Zumal die Astrologie damals als Wissenschaft galt, war diese Vorgehensweise weder abwegig noch ausgefallen.

Ausgefallen war allein seine Fähigkeit, die Ergebnisse seiner Berechnungen und Intuitionen in verführerische, dunkle Verse zu kleiden. Darin brachte er es zur Meisterschaft, und das ist der Grund für die ausserordentliche Faszination, die seine Weissagungen bis zum heutigen Tag ausüben. Wie diese «orakuläre Poesie» ihre Wirkung entfalten konnte – auch das zeige ich in meinem Buch auf.

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Ein Mann sitzt an einem Tisch und liest ein Buch.
Ein Plakat mit einem Mann in einem Hut und den Worten "Nostradamus" darauf.

Dies im Rahmen zweier geheimer militärischer Projekte, wovon eines – man höre und staune – im Zusammenhang mit dem HAARP-Projekt stünde.

«Kontakt zu Toxikologen…»

Zurück bleibt das ungute Gefühl, dass über unseren Köpfen womöglich tatsächlich Experimente stattfinden könnten, die alles andere als vertrauenserweckend wären. Nicht zuletzt in gesundheitlicher Hinsicht.

Patententwickler David B.

Chang scheint denn auch nicht ganz wohl bei der Sache, wie er gegenüber «mysteries» durchblicken lässt: «Einerseits wissen wir, dass Welsbach-Material lange Zeit in den Hüllen von Laternen verwendet wurde, und ich weiss von keiner Schädigung, die ob ihres weit verbreiteten Gebrauchs entstanden wäre – obwohl, so glaube ich, Krankheitsfälle im Umkreis der Betriebe auftraten, die das Welsbach-Material produzierten.»

Andererseits könne er durchaus verstehen, dass sich Menschen Sorgen machen, wenn sie irgendwelchen toxischen Substanzen ausgesetzt würden. Chang: «Es wäre sicher sinnvoll für einen Atmosphärenforscher, den Kontakt zu einem Toxikologen zu suchen, um den möglichen Bedrohungsgrad einer Streuung systematisch und objektiv zu bewerten.»

Bleibt die Tatsache, dass der Grossteil der milchigen Zirrus-Eisschleier meteorologisch gesehen «glücklicherweise» konventionell erklärbar ist. Kommt dazu, dass die milchigen Zirrus-Eisschleier am Himmel definitiv häufiger auf Flugzeugabgase zurückgehen, als man bisher annahm. Das offenbarte kürzlich das EU-Luftfahrt-Forschungsprojekt «Tradeoff».

So konnte Hermann Mannstein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen klare Zusammenhänge nachweisen. Der Vergleich von Beobachtungsdaten europäischer Meteosat-Wettersatelliten und der lokalen Luftverkehrskontrolle offenbarte räumliche und zeitliche Muster! Sprich: Wo viele Jets fliegen, treten die Eisschleier gehäuft auf.

Eine Publikation in der Fachzeitschrift «Nature» steht kurz bevor. Glätten dürfte diese Publikation die Wogen indes nicht.

Denn sie liefert ob ihrer Aussagen beiden Seiten neue Nahrung: Den Skeptikern der Chemtrails ebenso, wie ihren Befürwortern.

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Kabir Bedi alias «Sandokan – Der Tiger von Malaysia». Der sagenumwobene Freiheitskämpfer lebte einst in Borneo.

Im Nu eroberte das TV-Epos «Sandokan» 1976 die Herzen der Zuschauer. Millionen schwärmten fortan vom glutäugigen Piraten und seinem Kampf gegen die britische Besatzung. Doch: Gab es Sandokan wirklich? Die Wissenschaftlerin Bianca Gerlich folgte in Malaysia seinen Spuren.

In den 90er-Jahren bereiste ich mehrmals Malaysia – speziell Sabah auf der Insel Borneo. Das Land, in dem der legendäre Pirat laut dem italienischen Romanautor Emilio Salgari einst gelebt hat.

Weil ich an der allgemeinen Behauptung, dass es Sandokan nie gegeben hat, zweifelte, versuchte ich Näheres herauszufinden. Nach unzähligen Gesprächen und Recherchen wurde ich schliesslich fündig.

Tatsächlich hat Sandokan im 19. Jahrhundert im Norden Borneos gelebt, und zwar am Kinabatangan, einem der grössten Flüsse in Borneo. Da der Ort Melapi als Familienstammsitz im 19. Jahrhundert an jenem Fluss lag, ist es wahrscheinlich, dass auch Sandokan dort geboren wurde – oder zumindest gelebt hat.

Sandokans Mutter hiess Adoran, sein Vater Maringganlapasentdhan.

Er trug den Beinamen «Taribong Mandog Awan», was im malaiischen «Harimau Udara» bedeutete und im Deutschen mit «Tiger der Lüfte» wiedergegeben werden kann. Auch seine Söhne trugen derartige Beinamen.

Vier Brüder absicherte. Sandokan hatte vier Brüder: Kassanudin, Paid, Manggi und Pagkon. Pagkon war der Grossvater des in Nord-Borneo berühmt gewordenen Pengiran Sammah, der sich gegen die Briten zur Zeit der British North Borneo Company erhoben hatte und am 17. Februar 1884 im Kampf ums Leben kam.

Sandokans Familie stellt so etwas wie den «ur-borneoschen» Adel dar. Er selbst kann als Begründer des Familienreichtums angesehen werden: Seine Familie profitierte von Vogelnesterhöhlen, die Sandokan entdeckt hatte.

In jenen Höhlen wurden zweimal pro Jahr Vogelnester «geerntet». Zu hohen Preisen gingen diese jeweils an die Chinesen, welche die Nester als geleeartige Masse zubereiteten – eine Delikatesse! Viele Geschichten ranken sich darum, wie Sandokan diese Höhlen entdeckte und gegenüber dem mächtigen Sultan von Sulu Bis zu diesem Zeitpunkt kann sein Lebenslauf anhand der Berichte von Flussbewohnern des Kinabatangans und seinen Nachkommen, der Familie Galpam in Sandakan, rekonstruiert werden. Dass jene Stadt ähnlich heisst wie er, dürfte kaum ein Zufall sein.

In Marudu ist Sandokan als Freund und Kampfgefährte Syarif Osmans im Gedächtnis geblieben, der ebenfalls gegen die Briten kämpfte. Syarif Osmans Festung in Marudu mag so etwas wie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum zur Zeit Sandokans gewesen sein. Ein Ort, der ihn sicherlich angezogen hat. Osmans Banner bildete die berühmte rote Flagge mit dem Tigerkopf.

Sandokan soll die Festung des damals höchst einflussreichen Syarifs am 19. August 1845 gegen die Briten verteidigt haben. Leider unterlag die Bevölkerung Marudus und die Festung wurde zerstört. In Limau-Limawan, im Norden der Bucht von Marudu, blieb Sandokan als Seeheld in Erinnerung, der das Meer von Sulu bis zur Malakka-Strasse beherrscht haben soll.

Mompracem existiert Was mit Sandokan nach der Schlacht von Marudu geschah, lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehen. Emilio Salgaris Sandokan-Romane setzen inhaltlich ab 1849 ein, schildern aber Ereignisse, die an die Schlacht vom 19. August 1845 erinnern.

Laut Salgari ist Mompracem Sandokans Wahlheimat. Nach der Vertreibung aus seiner eigentlichen Heimat Marudu liess er sich auf der Insel nieder, um von dort die europäischen Kolonialisten und die mit ihnen verbündeten Einheimischen zu bekämpfen. Mompracem wurde damit zum Freiheitssymbol schlechthin.

Unklar bleibt, ob der historische Sandokan sich nach dem Fall von Marudu tatsächlich auf dieser Insel niedergelassen hat. Aber die Existenz Mompracems ist auf alten Landkarten bestätigt. Sie ist dort zwischen Labuan und Brunei eingezeichnet und galt als überaus wichtiger Orientierungspunkt für die Seeleute.

Im Laufe der Zeit wurde Mompracem umbenannt in «Keraman» (auch: «Kuraman») – «die Insel, die verschwindet» – da das Eiland von der Strömung des Meeres allmählich abgetragen wird. Keraman war damit, als es noch Mompracem hiess, sehr viel grösser als heute.

Heute lässt sich die malerische Insel via Labuan City in rund 20 Minuten bequem per Motorboot erreichen. Den Filmemachern von «Sandokan» war der Ort übrigens nicht felsig genug, so dass sie für die Dreharbeiten eine andere Insel im malaysischen Raum wählten… Bianca Gerlich ■

Ein Mann mit einem Bart und einem Turban auf dem Kopf.

Eine burgartige Villa aus dem Zweiten Weltkrieg – erbaut von einer äusserst zwielichtigen Figur auf der Kanareninsel Fuerteventura: Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach sich unter dem schaurigen Bau ein geheimer U-Boot-Bunker der Nazis befindet. Genährt werden derlei Spekulationen von der Tatsache, dass vor dem südlichen Teil Fuerteventuras zwei U-Boot-Wracks in 90 Metern Tiefe auf Grund liegen…

von Reinhold Ostler Die Geschichte des U-Boot-Bunkers von Fuerteventura ist geheimnisvoll und bedrohlich zugleich. Mord und Totschlag haften ihr an. Und wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist es durchaus gefährlich, das Geheimnis lüften zu wollen.

Alles begann während des Zweiten Weltkriegs mit Admiral Dönitz’ ehrgeizigen Plänen, den Aktionsradius der «Seewölfe» vor allem im Atlantik vor Afrika festigen und ausbauen zu wollen. Spanien verhielt sich zwar nach aussen hin neutral, aber insgeheim mit Billigung der spanischen Regierung fanden die NS- Strategen Mittel und Wege, die Neutralität zu umgehen. Vor allem, da die Grundlage für eine ständige und versorgungsunabhängige Präsenz deutscher U-Boote in diesen Gewässern eine solide Basis war.

Eine solche Operationsbasis musste jedoch sämtliche technischen Vorteile bieten, die für ein Projekt dieser Grössenordnung erforderlich waren. Besonders die Kriterien für einen geheimen U-Boot- Stützpunkt galten als besonders prekär und es eigneten sich nur wenige Örtlichkeiten.

Das Festland Spaniens kam nicht in Frage, da dies den Aktionsradius zu sehr eingeschränkt und zum anderen Spanien kompromittiert hätte. Teneriffa und Gran Canaria schieden aus, weil diese zu stark bevölkert waren. Hierro war zu klein und Lanzarote eignete sich wegen seiner flachen Küsten nicht. Als optimal bot sich lediglich Fuerteventura an, allein schon wegen der geringen Entfernung zur afrikanischen Küste.

Das Hauptproblem bestand darin, dass «Villa Winter» auf Fuerteventura. Bis heute ranken sich um das Gebäude abenteuerliche Spekulationen.

ein offizielles Vorgehen aufgrund Spaniens «Neutralität» nicht ohne weiteres möglich war. Dies wurde dadurch umgangen, dass ein Grossteil der Insel – die Halbinsel Jandia im Süden Fuerteventuras – von einem privat gegründeten Unternehmen (Dehesa Jandia S.A.) erst gepachtet, später an den Geschäftsträger des Unternehmens, den Deutschen Ingenieur Gustav Winter, verkauft wurde.

Zum Sperrgebiet erklärt Winter, der seit 1938 in Kontakt mit dem Chef der deutschen Abwehr, Wilhelm Canaris, stand, und auch nachweislich Kontakte zu Reichsmarschall Göring pflegte, übernahm die Leitung des Aufbaus des deutschen Stützpunktes auf Fuerteventura.

Nachdem man die Bewohner der Halbinsel umgesiedelt hatte, wurde das Gebiet zum Sperrgebiet erklärt.

Eigens aus Deutschland herangeschaffte Spezialtrupps bohrten Brunnen und schufen die logistischen Voraussetzungen. Es wurden Schienen für Loren verlegt, was auf eine Stollenbautätigkeit schliessen lässt. Ein Zeitzeuge erzählte mir von der Existenz eines geheimen U-Boot-Bunkers im Sü- ‹‹ Auch ein Flugfeld soll damals angelegt worden sein.

den Fuerteventuras in den Jahren 1938 und 1939.

Auch ein Flugfeld soll damals angelegt worden sein, was auf grössere Bewegungen schliessen lässt. Möglicherweise war Winter im Dienst der Organisation ODES-SA tätig – der Fluchthilfeorganisation der Nazis – und man plante bereits den stillschweigenden Abgang «danach».

Dieser Zeuge – Friedrich N. – schilderte mir auch einen Vorfall, der sich vier Jahre zuvor in den Gewässern um Fuerteventura zugetragen hatte. Beim Bau des eigentlichen Bunkers sollen die Baumeister die Tatsache genutzt haben, dass sich an vielen Stellen durch vulkanische Tätigkeit riesige Luftblasen gebildet hatten.

Diese natürlichen Dome waren zudem meist nur von See aus erreichbar und somit regelrecht prädestiniert für einen U-Boot-Hafen.

Im Süden der Insel errichtete man eine luxuriöse Villa mit einem Turm, dessen Funktion äusserst umstritten ist. Am ehesten ist anzunehmen, dass er wahrscheinlich als Bezugspunkt den einlaufenden U-Booten als Peilhilfe diente.

In der heissen Phase der Bauarbeiten wurde der grösste Teil der Bevölkerung evakuiert. Dies ist wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb niemand die genaue Lage des Bunkers kennt. Die Arbeiten müssen jedoch bald beendet gewesen sein, denn bald schon liefen grosse Frachtschiffe die Insel an.

Globetrotter stiegen heimlich ins Gebäude ein. Ihnen zufolge sollen verschiedene Räume im Innern zugemauert sein.

Von einem dieser Schiffe, so wird berichtet, wurden zwei grosse, schwere Drehbänke in den Bunker geschafft. Mit ein Beweis, dass es mindestens einen Landzugang gegeben haben muss. Eine Einmaligkeit war mit Sicherheit auch der Umstand, dass dies der einzige Bunker war, der unter Wasser angefahren werden musste. U-Booten der 7er-Klasse war es durchaus möglich, in Sehrohrtiefe eine Peilung vorzunehmen und sich dem Punkt dann in Schleichfahrt zu nähern.

Nun mag der eigentliche Zweck des Bunkers vorerst offenbleiben; möglicherweise diente er dem Wolfram-Schmuggel, der in dieser Region abgewickelt wurde.

Auch das Vorhandensein der «Milchkühe» – wie die grossen Schweröl-Versorgungsschiffe genannt wurden – deutet auf einen zentralen Punkt der Unterwasserkriegsführung hin.

Sieben Tonnen Gold Welchen Stellenwert die Basis auch immer eingenommen haben mag, eines ist sicher: Jeglicher autonome Stützpunkt musste finanziell absolut unabhängig sein. Nur die Existenz einer entsprechend bestückten Kasse konnte dies garantieren.

Das einzige Zahlungsmittel, das in einem solchen Krieg dafür in Frage kam, war Gold. Nach ziemlich gleich lautenden Aussagen soll es sich dabei um eine Reserve von etwa sieben Tonnen gehandelt haben!

Der Stützpunkt war also aktionsbereit – für welche Aktionen auch immer. Dass es sich aber um Dinge von ungeheurer ‹‹ 1974: Eine grosse Yacht sorgt für neuen Gesprächstoff.

Tragweite gehandelt haben muss, beweist ein Vorfall der sich 35 Jahre später ereignete.

Fuerteventura 1974. Bereits seit mehreren Tagen bewegt sich eine grosse Yacht in den Gewässern um die Insel. Die Mannschaft besteht aus zwei spanischen Journalisten und einem österreichischen Fotografen. Wo immer sie auftauchen, spielen sie die reichen Touristen, die grosszügig Drinks ausgeben und über viel Freizeit verfügen.

Allerdings fällt eines auf: Immer wieder bringen sie das Gespräch geschickt auf den Zweiten Weltkrieg und auf den seither verschollenen U-Boot-Bunker. Tagsüber kreuzt die Yacht immer öfter in den südlichen Gewässern Fuerteventuras.

Eines Tages wirft das Team an einer Stelle Anker und während ein Mann auf dem Boot zurückbleibt, gleiten zwei Taucher ins Wasser und nähern sich zielstrebig der Küste, wo in sechs Metern Tiefe ein grosses dunkles Loch gähnt – die Einfahrt zum U-Boot Bunker!

Der Meeresgrund ist im Laufe der Zeit stark versandet, aber trotzdem ist das Loch immer noch fast fünf Meter hoch. Die vorherrschende starke Strömung macht den beiden Tauchern schwer zu schaffen und die Sicht am Grund des Tunnels beträgt allerhöchstens zwei bis drei Meter.

Allmählich wird das Wasser flacher und einige Meter weiter stossen sie auf eine Betonmauer. Über eine eiserne Leiter gelangen sie ins Trockene und legen erst einmal ihre Tauchgeräte ab. Als sie die Lichtkegel der Unterwasserscheinwerfer über das Innere der riesigen Höhle streichen lassen, rieselt ihnen ein Schauer über den Rücken.

Was sie sehen, ist zu unglaublich: Im diffusen Schein der Lampen erkennen sie

Ein schwarz-weißes Foto eines Gebäudes mit einem Zaun vor ihm.

Haben Sie es gesehen? Es war zum Verzweifeln. Gleich zwei Reportagen über den 11. September flimmerten bei Arte kürzlich über den Bildschirm.

Reihenweise wurden Bezweifler der offiziellen Darstellung der Bush-Regierung darin spöttisch vorgeführt – ohne sie auch nur im Geringsten zu widerlegen.

Noch peinlicher die anschliessende Diskussionsrunde: Eine Handvoll Journalisten bestärkte sich in ihrer Empörung über die «Verschwörungsfanatiker». Anerkennend klopften sie sich für ihre kritische Gesinnung gegenseitig auf die Schultern. Eifrig versicherten sie sich, auf der «richtigen Seite» zu stehen. Die Erleichterung darüber stand ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben.

Die Szene hatte Symbolcharakter: Hier die «Guten», die Themen wie UFOs, Spuk, PSI-Phänomene oder Dänikens Alternativarchäologie seit Jahrzehnten in ach so edler Absicht totschweigen, um uns mit derlei Unsinn zu verschonen. Dort die paranoiden «Bösen», die uns einreden wollen, dass vieles anders ist, als uns weis gemacht wird. Selbstverständlich nur des Mamons wegen.

Wo Einigkeit zelebriert wird, herrscht Verunsicherung. Tatsächlich kapieren immer mehr, dass viele grenzwissenschaftliche Themen – aller schwarzen Schafe zum Trotz – durchaus ernst zu nehmen sind. Ebenso, dass jede Verschwörungstheorie einen wahren Kern hat. Und so verweigert die Öffentlichkeit der Elite je länger je mehr die Gefolgschaft.

Dennoch wird in «offiziellen» Medien erst zögerlich darüber berichtet. Nicht weil irgendwelche finsteren Mächte dies verhindern. Sondern weil es in der Medienwelt bei uns schlicht noch nicht «zum guten Ton» gehört, auch irrational scheinenden Informationen nachzugehen.

Kein Wunder, misstrauen immer mehr Menschen den Medien.Wer als Journalist den Einheitsbrei ungeprüft nachkaut, den ihm die Oberen servieren, schreibt an der Realität vorbei. Denn die Unzufriedenheit über die Machtstrukturen in Politik und Wissenschaft wächst.Wer uns immer wieder verschaukelt, verspielt seine Glaubwürdigkeit. Neue Ketzer braucht das Land.

Bis der Wind definitiv dreht, versteht sich «mysteries» als Plattform für Phantasten und Querdenker. Uns interessiert alles Kuriose, was am eigenen Leib erlebbar ist – oder aber konkret nachgeprüft werden kann.

Lassen Sie uns gemeinsam die Spreu vom Weizen trennen und den Mächtigen dieser Welt auf die Finger klopfen.

Luc Bürgin (Herausgeber)

Der mysteriöse Feuerspuk im sizilianischen Dorf Canneto di Caronia will kein Ende nehmen: Elektrische Geräte gehen plötzlich in Flammen auf, ausgeschaltete Mobiltelefone klingeln und lose Kabel verglühen auf dem Fussboden. Nicht nur die Einheimischen, sondern auch ein Heer von Experten stehen vor einem Rätsel. Viele zittern um ihr Leben. «mysteries» sprach mit den Betroffenen des kleinen Fischerdörfchens über ihre furchterre-

genden Erlebnisse. von Omar Gisler

Als Antonio Pezzino am 15. Januar 2004 sein TV-Gerät einschaltete, konnte er nicht ahnen, dass sich schon bald Journalisten aus aller Herren Länder Welt für ihn interessieren würden.

Dass gerade der Schnellzug Palermo-Messina hinter seinem Haus vorbei donnerte, nahm er nur unbewusst wahr. Denn die Bewohner des Fischerdorfes Canneto, das politisch zur Gemeinde Caronia gehört, haben sich längst an den Bahnlärm gewöhnt. 61 Mal am Tag rattert ein Zug durch das 150-Seelen-Kaff, das zwischen dem Tyrrhenischen Meer und der Nebrodi-Bergkette eingeklemmt ist.

Der Versicherungsvertreter Pezzino sass also um 9.30 Uhr arglos vor seinem Fernseher, als dieser plötzlich Funken sprühend seinen Geist aufgab. «Ich dachte anfangs an einen Kurzschluss», erinnert sich der 43-Jährige gegenüber «mysteries».

Ähnliche Gedanken gingen wohl der betagten Hausfrau durch den Kopf, deren eben erst gekaufter Staubsauger am Abend des selben Tages plötzlich Feuer fing.

Verkohlte Kadaver Auch an den folgenden Tagen brannte in Canneto ständig etwas: Gegensprechanlagen, Waschmaschinen, Stromzähler, Bügeleisen oder Kühlschränke fingen ohne ersichtlichen Grund Feuer. Sogar Möbel und Matratzen gingen wie von Geisterhand in Flammen auf. Selbst verkohlte Kadaver von Hühnern und Hunden wurden gefunden.

Besonders heftig spukte es am 29. Januar, als in 29 Wohnungen elektrische Rätselhafte Brände. Unerklärlich auflodernde Flammen treiben die Einwohner von Canneto schier in den Wahnsinn.

Geräte Feuer fingen – einfach so! Die lokale Polizei vermutete hinter den mysteriösen Bränden zunächst das Werk eines Feuerteufels.

Die Staatsanwaltschaft von Mistretta leitete deshalb eine Untersuchung ein. An Brandstiftung oder an eine Massenpsychose glaubte aber spätestens dann niemand mehr, als vor den Augen der verdutzten Carabinieri ein Elektrokabel auf dem Fussboden verglühte.

Nun geriet die Bahnlinie in den Brennpunkt des Interesses. Denn dort waren erst vor kurzem neue Stromkabel installiert worden. Manch einer glaubte deshalb, dass die Züge Strom in die Erde leiteten, die Spannung sich im Dorf entlud und so die Feuer provozierte.

Die Bewohner von Canneto legten sich deshalb aus Protest stundenlang aufs Bahngleis. Die italienischen Staatsbahnen unterbrachen daraufhin den Zugverkehr.

Doch das half ebenso wenig wie das Abschalten des Stromnetzes durch ENEL, die nationale Stromversorgungsgesellschaft.

Als dann am 10. Februar das kleine Häuschen des 84-jährigen Filippo Casella durch einen Brand vollständig zerstört wurde und gleichzeitig die Leitungen im ‹‹ 39 Einwohner mussten ihre Häuser bereits verlassen.

Aquädukt zu glühen begannen, bekamen es die Leute mit der Angst zu tun.

Die hundert Meter lange Via del Mare, die Hauptstrasse des Dorfes, wurde evakuiert. 39 Einwohner respektive 16 Familien, die meisten miteinander verwandt, mussten ihre Häuser auf Anordnung von Gemeindepräsident Pedro Spinnato (38) verlassen. «Ich wollte nicht warten, bis eine Tragödie geschieht», begründete der Architekt gegenüber «mysteries» seinen Entscheid.

Renommierte Wissenschaftler wie beispielsweise Enzo Boschi, der Präsident des nationalen Institutes für Geophysik und Vulkanologie, erklärten zu diesem Zeitpunkt immer noch, dass das Phänomen einzig und allein auf Brandstiftung zurückzuführen sei.

«Zu seltsam…»

Dem Korrespondenten der italienischen Nachrichtenagentur «adnkronos» diktierte Boschi am 10. Februar Folgendes in den Notizblock: «Diese Brände sind zu seltsam, als dass es sich um Naturphänomene handeln könnte. Das irdische Magnetfeld ist zu schwach, um derart grosse Energiestösse freizusetzen. Dasselbe gilt für die Kräfte im Erdinnern. Wenn diese an die Ober-Feuerspuk. Italienische Zeitungen bezeichnen Canneto mittlerweile als das «Dorf, das von selbst Feuer fängt».

fläche kämen, dann würden sie auf einer viel grösseren Fläche Schaden anrichten.»

Das Rätseln der Experten verunsicherte die Bevölkerung zunehmend.

«Man kann nicht an einem Ort leben, wo irgendwann irgendwo etwas ohne plausiblen Grund in Brand gerät», klagt Antonio Pezzino, den die Bewohner zu ihrem Sprecher bestimmt haben.

Feuer nach Flitterwochen Den Pezzino-Clan hat es ganz schlimm erwischt: Einen Tag, nachdem Lucia Pezzino und ihr Mann von ihren Flitterwochen zurückgekehrt waren, gerieten sämtliche Hochzeitsgeschenke, die in einem separaten Raum gelagert waren, in Brand. «Die Flammen zerstörten das halbe Haus», erklärt die junge Frau.

Mit Schrecken erinnert sich auch der 53-jährige Maurer Salvo Rossello an den 10. Februar: «An diesem Tag brannte es in meinem Haus sieben Mal. Die Stromversorgung war schon Tage vorher abgeschaltet worden.»

Öffentlich wollen in Canneto nur wenige an paranormale Erscheinungen glauben. Trotzdem waren viele nicht unglücklich darüber, dass der Vatikan Mitte Februar Padre Gabriele Amorth, den Eh- ‹‹ Vatikan befahl Exorzisten, dem Spuk endlich ein Ende zu machen.

renpräsidenten der internationalen Exorzistenvereinigung, ins Dorf schickte. Der hatte rasch eine Erklärung für die Phänomene parat: «Es könnte sein, dass hier jemand weisse oder schwarze Magie betreibt und damit dem Satan die Tür öffnet.»

Er empfahl den Bewohnern, ihre Häuser segnen zu lassen. Etwas machte aber auch Padre Amorth stutzig: «Ich war schon in vielen Häusern, in denen der Teufel regierte – aber ein ganzes Dorf in der Hand des Satans habe ich noch nie gesehen.»

Just in den Tagen, in denen die Geschichte vom «Dorf, das von selbst Feuer fängt» – so der Titel in der Römer Zeitung «Il Messaggero» – in der internationalen Presse die Runde machte, wurde es plötzlich wieder (gespenstisch) ruhig. Canneto di Caronia war wieder das, was es seit seiner Gründung im 8. Jahrhundert vor Christi Geburt immer gewesen war: ein stinknormales Dorf.

Doch nach 45 Tagen ging der Spuk wieder los. Und wieder traf es Antonio Pezzino. «Ich sass in meinem Auto und wunderte mich über das Navigationssystem, das plötzlich komische Laute von sich gab. Wenige Sekunden später schoss eine Stichflamme hervor, und das ganze Auto begann zu brennen.»

Ein wenig später stellte Pezzinos Schwager, Basilio Siracusano, der im benachbarten Caronia Marina lebt, seinen Fiat Fiorino in der Nähe der gesperrten Via del Mare ab. Er hatte kaum die Türen verriegelt, als das Auto wie verrückt zu hupen begann. Kurz darauf brannte es lichterloh.

Die rasch alarmierte Feuerwehr löschte den Brand.

«Anschliessend wurde der Fiorino von der Polizei beschlagnahmt und auf einen Abschlepptransporter geladen», erzählt Pezzino. «Wenige Minuten später brannte das Auto erneut.» Bei einem Dutzend weiterer Fahrzeuge streikte an jenem Tag der Motor oder die Zentralverriegelung.

Handys spielen verrückt Andere Bewohner berichteten von ausgeschalteten Handys, die plötzlich zu klingeln begannen. Auf den Displays erschienen unleserliche Zeichen.

In der Zentrale der italienischen Telekom stellten die Experten fest, dass in Canneto sämtliche Handys gleichzeitig inexistente Nummern wählten und auf einer Frequenz sendeten, die Mobiltelefone normalerweise gar nicht verwenden können.

Obwohl seit dem Spuk von Mitte März nichts Aufsehenerregendes mehr passiert ist, bleibt Canneto komplett gesperrt. Im Dorf wimmelt es von Geologen, Hydrologen, Elektroingenieuren, Physikern, Meteorologen, Strahlenexperten, Chemikern,Vulkanologen, Meeresbiologen, Militärs und Telekom-Angestellten.

«Wir wollen wissen und verstehen, was genau vor sich geht», sagt Bürgermeister Spinnato. «Das kann Tage, Wochen oder Monate dauern.» Wie aber lassen sich diese Phänomene seiner Meinung nach erklären? «Was ich glaube, ist völlig unwichtig. Der Glaube hilft uns hier nicht weiter.»

Dennoch machen sich alle Gedanken über die Vorgänge. Zur Diskussion stehen derzeit folgende Überlegungen:

  • Die Energie, die normalerweise

Nur: Weshalb wird dieses Phänomen erst im 21. Jahrhundert wahrgenommen?

Und wieso ist es nicht weit verbreitet? Ein weiterer Einwand kommt vom Bürgermeister: «So lange an der Küste der Wind weht, spukt es in Canneto jedenfalls nicht.»

  • Ein riesiges Magnetfeld ist für die
  • In Chat-Räumen im Internet wird

Doch weshalb sollten die Militärs durch ihre Tests die Öffentlichkeit aufscheuchen? Und weshalb ausgerechnet in Canneto?

  • Ebenfalls im Internet werden dieje-

Oder gar ETs?

Hochkonjunktur haben, wenn die Menschheit vor einem Rätsel steht: Ausserirdische!

  • Andere glauben, dass in Canneto die

Ins selbe Horn stösst die renommierte italienische Tageszeitung «La Repubblica». Ihr Bericht über die mysteriösen Ereignisse endete mit folgenden Worten: «Vielleicht ist Caronia der Schoss, der eine grosse Entdeckung bewacht, die unter dem Mikroskop betrachtet unverständlich erscheint. (…) Es könnte durchaus sein, dass sich das Feuer von Caronia schon bald in alle Welt ausweitet, wie der BSE-Erreger, wie die Sars-Epidemie oder die Geflügelpest. Vielleicht startet der elektromagnetische Spuk seine Reise um die Welt von Caronia aus.»

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Eine Person, die vor einer großen Rauchwolke steht.
Ein heißluftballon ist schwarz-weiß dargestellt.

Ich konnte bei den Behörden niemanden ausfindig machen, der mir eine Erklärung hätte geben können.Tatsache aber ist, dass die Elefanten einstmals dort waren, wie auch ein Foto eines dieser Elefanten beweist, welches ich bei einem früheren Besuch schoss.

Und hier die Bedeutung dieses kleinen Artefaktes: Es gibt keine und hat nie Elefanten in Amerika gegeben! Es gibt und hat allerdings Elefanten in Afrika gegeben. Und das Abbild eines Elefanten konnte nur von jemandem angefertigt werden, der einen Elefanten gesehen hat: Im Klartext heisst das: Jemand, der in Afrika war!

Als Leihgabe ins Ausland?

Die Museumswärter in diesem und in anderen Museen, die ich nach Dezember 1999 besuchte, behaupteten, dass die Objekte, auf die ich aufmerksam machen möchte, als Leihgabe an ein ausländisches Museum gingen.

Schon möglich. Aber dass ein solches schwer zu erklärendes Abbild eines Elefanten auserwählt würde, um als Glanzpunkt des alten Erbes Mexikos ausgestellt zu werden, ist entweder sehr unwahrscheinlich oder aber äusserst bedeutungsvoll.

Ich denke, dass ich Jalapa einen erneuten Besuch werde abstatten müssen, um herauszufinden, ob der kleine Elefant zurück ist und dort womöglich wieder unter dem «Spielzeug» weilt.

Zecharia Sitchin ■

Ein Mann in Anzug und Krawatte mit Brillen.

Zellbiologe und UN-Waffeninspektor

US-Schütze. Die heimliche Weiterentwicklung von Betäubungswaffen auf chemischer Basis läuft auf Hochtouren.

Upps! Das US Marine Corps verschickte versehentlich geheime Dokumente – ausgerechnet an das Sunshine Project des deutschen Biowaffen-Kritikers Jan van Aken. Die Papiere zeigen: Die Entwicklung opiumähnlicher Betäubungsmittel wird trotz Verbot weitergeführt.

Dumm gelaufen für das US Marine Corps: In ein und demselben Brief wurden dem Sunshine Project Dokumente über das US-Chemiewaffenprogramm zugesandt und gleichzeitig mitgeteilt, dass diese Dokumente noch unter Verschluss seien und nicht freigegeben werden könnten. Offenbar wurden beim Marine Corps zwei Umschläge miteinander vertauscht.

Die Dokumente (rechte Seite) belegen eine ungewöhnliche Kontinuität der amerikanischen Versuche, so genannte «nicht tödliche» Chemikalien als Waffen zu entwickeln. Sie betreffen Forschungsprojekte aus der Mitte der 90er-Jahre, bei denen betäubende Chemikalien entwickelt werden sollten, wie sie unlängst auch bei der fatalen Geiselbefreiung in Moskau eingesetzt wurden.

Obwohl in diesen Projektbeschreibungen ausdrücklich erwähnt wird, dass derartige «nicht tödliche» Chemiewaffen unter das Chemiewaffen-Übereinkommen (CWÜ) von 1993 fallen, wurden die Projekte dennoch weitergeführt.

Bis 1992 entwickelte die US-Armee unter dem Projektnamen ARCAD (Advanced Riot Control Agent Device) Betäubungsmittel für den Einsatz als Waffe.

1992 wurde ARCAD mit Blick auf das gerade vollendete CWÜ eingestellt. In den jetzt veröffentlichten Dokumenten heisst es wörtlich, ARCAD sei beendet worden, «because of multilateral treaty language restricting the use of riot control agents». Aus den Dokumenten geht jedoch auch hervor, dass trotz des Chemiewaffenverbotes bereits zwei Jahre später die Projekte fortgesetzt wurden.

Dieser Fall ist ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie schnell sich derartige Waffenprogramme innerhalb militärischer Strukturen verselbständigen können und selbst politische Weisungen in einer Mischung aus willkürlicher Rechtsauslegung, wissenschaftlicher Neugier und Ignoranz gegenüber dem eigenen Tun von übergeordneten Stellen missachtet beziehungsweise unterlaufen werden.

Es ist verständlich, dass das Marine Corps diese Unterlagen lieber nicht veröffentlicht sehen möchte. Nachdem das US-Büro des Sunshine Projects im September 2001 die entsprechenden Dokumente unter dem US Freedom of Information Act angefragt hatte, beschied das Marine Corps jetzt, nach über zwei Jahren, dass diese Dokumente nicht freigegeben werden könnten.

Vielmehr müssten sie zunächst vom «Directorate for Freedom of Information and Security Review» (DFOISR) des Pentagon unter Sicherheitsaspekten überprüft werden.

In dem gleichen Brief befanden sich dann jedoch sowohl die angefragten Dokumente als auch Versionen der Dokumente, in denen verschiedene Stellen geschwärzt waren. Offensichtlich hat der Sachbearbeiter im Marine Corps die Dokumente mit einem entsprechenden Schwärzungsvorschlag an das DFOISR schicken wollen und sie versehentlich in den Sunshine-Umschlag gesteckt.

Cocktail aus Opiaten Hintergrund: Im Rahmen des ARCAD-Programms wurde am Aberdeen Proving Ground in Maryland bis 1992 ein Cocktail aus Opiaten (etwa Fentanyl) und einem Opium-Antagonisten getestet. Durch den Opium-Antagonisten sollten die lebensgefährlichen Nebenwirkungen der betäubenden Opiate gemindert werden.

Nachdem dieses Programm 1992 zunächst eingestampft wurde, beantragten die beteiligten Forscher 1994 dann beim Joint Non-Lethal Weapons Directorate (JNLWD) des US Marine Corps ein neues Forschungsprojekt, in dem diese Mischung als Aerosol getestet werden sollte.

Zudem sollten weitere, neue chemische Substanzen auf ihre Waffenfähigkeit getestet werden. Etwa einige neue Opiate, die gerade erst von der Firma Glaxo entwickelt worden waren. Oder auch eine Substanz, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich bei der Betäubung von Grosswild eingesetzt worden war.

Offenbar wurde das Programm über die ganzen 90er-Jahre hin fortgesetzt, denn dem Sunshine Project liegt ein Vertrag zwischen JNLWD und der Firma Optimetrics aus dem Jahre 2000 über ein Projekt vor, dass vollkommen deckungsgleich ist mit den Projekten, die bereits 1994 vorgeschlagen wurden. Kein Wunder, denn der zuständige Wissenschaftler bei Optimetrics war früher in die C-Waffen-Entwicklung bei Aberdeen Proving Ground involviert.

Jan van Aken ■

Ein eingegriffenes Dokument mit schwarzen Spuren.
Ein Dokument trägt den Titel Unclassified und hat in der oberen rechten Ecke ein Datumstempel.

Es muss ein furchterregendes Schauspiel gewesen sein, das vor Jahrtausenden in den ägyptischen Tempeln über die Bühne ging: Die Statuen schüttelten die Köpfe, wenn ihnen etwas nicht gefiel. Rauch erhob sich, während ihre Stimmen wie Donner hallten. Und manchmal fuchtelten sie zornig mit den Armen. Dies behauptete 1907 kein Geringerer als der weltberühmte Ägyptologe Sir Gaston Maspero (1846–1916). «mysteries» präsentiert seinen kontroversen Aufsatz erstmals auf Deutsch.

von Gaston Maspero Die Ägypter, ob gross oder klein, unternahmen nichts, ohne vorher die Götter befragt zu haben. Ob es sich nun um die vorgesehene Reise eines einfachen Privatmannes oder um eine von der Königin in die Gegend des Indischen Ozeans zu entsendende Flotte handelte, sowohl die Bürger als auch der Herrscher begaben sich in den Tempel, um die Gottheit um Rat zu fragen. Je nach deren Antwort fällten sie anschliessend ihren letzten Entscheid.

Für beide Fälle gab es ein besonderes Ritual: Der einfache Mann unterbreitete sein Anliegen einem Priester, der die Verbindung mit Gott herstellte und für ihn ein Urteil erhielt; der Pharao hingegen, selber ein Gott und Gottes Sohn, richtete sich ohne Mittelsmann direkt an seinen Vater oder an seinen göttlichen Bruder.

Aber wie auch immer die Kulthandlung ablief und welche Pracht dabei entfaltet wurde, das Ergebnis war für beide Personen identisch: Der Gott, vertreten durch sein Abbild, hatte das Gesuch gehört und auf irgendeine Art und Weise seinen Rat kundgetan, und der Fromme handelte gemäss dem so ausgedrückten so genannten übermenschlichen Willen.

Amon, Ptah, Osiris oder irgend ein anderes der angebeteten Wesen benutzten unendlich viele und unterschiedliche Verfahren, um ihren Getreuen zu befehlen oder sie zu beraten: Sie sprachen mit geheimnisvoller Stimme, offenbarten sich durch verschiedene Geräusche, Bewegungen und Zeichen.

Handelte es sich ursprünglich um spontane Willensäusserungen, so hatten Statue oder Roboter? Wer altägyptische Texte studiert, stolpert immer wieder über Hinweise auf «lebende» Statuen.

ihre Diener auf Erden, die Priester und Magier, gelernt, diese Ratschläge mittels unfehlbarer Praktiken jederzeit von ihnen zu erhalten.

Vor allem ihre Statuen – nicht alle, aber die speziell zu diesen Zwecken angefertigten Abbilder – hatten das Privileg, die erbetenen Antworten weiterzuleiten.

Bewegliche Arme Meines Wissens verfügen wir über kein einziges Exemplar mehr; vermutlich wurden sie meistens aus Holz gefertigt, bemalt oder vergoldet wie die gewöhnlichen Statuen, jedoch zusammengesetzt aus vergleichbaren und beweglichen Stücken.

Die Arme hoben oder senkten sich auf Schulter- oder Ellbogenhöhe, so dass die Hand sich auf einen Gegenstand legen und diesen halten oder fallen lassen konnte.

Der Kopf bewegte sich auf dem Hals; er neigte sich nach hinten und nickte dann wieder nach vorne. Es konnte nicht festgestellt werden, ob die Beine beweglich waren; es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass man von ihnen verlangte, die Gehbewegungen nachzuahmen.

Sobald das Abbild fertig gestellt war und der Gottheit, der es einen Körper verleihen sollte, ähnlich sah, musste es belebt werden. Zu diesem Zweck wurde das Wesen, das es darstellte, mit bis heute kaum bekannten Handlungen beschworen, man flösste dem Holz einen Teil des Wesens ein, eine Seele, einen Doppelgänger, eine Kraft, die es nicht mehr verlassen sollte.

Auf diese Art und Weise erschuf man sich richtige irdische Götter, exakte Gegenstücke der himmlischen Götter, die als deren irdische Botschafter fähig waren, ‹‹ Manchmal erhoben die Statuen auch ihre Stimme.

die Menschen zu beschützen, sie zu züchtigen, sie zu unterweisen, ihnen Träume zu schicken und ihnen als Orakel zu dienen.

Wenn man sich an sie wandte, bedienten diese sich zweier gegensätzlicher Mittel: der Gebärde oder der Stimme. Sie ergriffen das Wort und fällten mit ein paar kurzen Worten oder in längeren Reden das Urteil über diese oder jene Angelegenheit.

Sie bewegten die Arme, sie schüttelten den Kopf nach einem gleichbleibenden Rhythmus.

Dies wurde nicht als Wunder betrachtet, sondern war Bestandteil des täglichen Lebens. Die Befragung der Götter gehörte zu den üblichen Pflichten der Staatsoberhäupter, Könige oder Königinnen. Die historischen Bauwerke aus der grossen Epoche Thebens und der nachfolgenden Zeit bieten zahlreiche Beispiele dafür.

Nachfolgend eines der ältesten Beispiele, das ich als erstes erzählen möchte, weil der Gott hier direkt spricht. Die Königin Hatschepsut dachte daran, eine Flotte in jene Gefilde zu entsenden, wo Gewürze produziert wurden.

Die Reise war jedoch lang und gefährlich, die Wegstrecke nur ungenügend bekannt und die Gegend der Weihrauchstätten unsicher, und die Königin zögerte, sich in ein Abenteuer mit solch ungewissem Ausgang zu stürzen.

Sie begab sich also eines Tages zum Tempel von Karnak und vertraute dort ihre Ängste dem Gebieter Amonrâ, dem Stammesoberhaupt, an. Als die Herrscherin dem Gebieter von Karnak ihre demütige Bitte unterbreitet hatte, hörte man auf dem Ägyptische Statue. Bewegte sie sich einst tatsächlich?

heiligen Platz einen Befehl: Der Gott höchstpersönlich riet, die nach Pouanît führenden Wege zu erforschen und die Strecken, die zu den Weihrauchhäfen führten, zu bereisen; und später, wenn man bei der Rückkehr anlegen würde, sollten die Produkte dieser göttlichen Erde demjenigen der Götter dargebracht werden, der die Schönheit der Herrscherin gestaltet hatte.

Auf diese Art ermutigt, entsandte sie sechs Schiffe auf Entdeckungsreise. Als diese hochbeladen mit Duftstoffen zurückkehrten, bedankte sich der Gott mit weiteren Reden, deren Inhalt heute noch auf den Mauern des Tempels von Déir-el- Baharî nachgelesen werden kann.

Die Unterhaltungen in den Tempeln zwischen Göttern und Königen waren nicht selten, und es kommt nicht von ungefähr, dass die meisten Legenden, die die auf den Mauern eingemeisselten Bilder begleiten, in Form von Dialogen aufgezeichnet wurden. Dieser bildlich dargestellte Brauch entsprach einer fast alltäglichen Wirklichkeit.

Bei anderen Gelegenheiten schwieg die Statue und beschränkte sich darauf, ihre Ansicht durch eine Gebärde auszudrücken. Sie nickte zwei Mal heftig mit dem Kopf, um ja zu sagen.

Dämonische Seele Eines der aussergewöhnlichsten Stücke, das man im Tempel von Khonsou in Theben gefunden hat, erzählt von einer syrischen Prinzessin, der Schwägerin von Ramses II., die krank geworden und lange von einem Dämon oder der Seele eines Toten besessen war.

Da es den asiatischen Magiern nicht gelang, sie davon zu befreien, richtete sich der Vater an seinen Schwiegersohn und bat ihn um einem Exorzisten, dem geschicktesten, den man finden konnte. Dieser jedoch fühlte sich nicht stark genug, um gegen das Böse zu kämpfen und man musste deshalb auf wirkungsvollere Massnahmen zurückgreifen, nämlich auf Khonsou selbst.

So begab sich Ramses also zum Tempel und brachte der Statue sein Anliegen vor: «Gütiger Herr, da befinde ich mich erneut vor Dir, diesmal hinsichtlich der Tochter des Prinzen von Bakhtan.» Danach gebot er, das Abbild desjenigen herbeizuschaffen, der das Böse auszutreiben vermochte, stellte es dem anderen gegenüber, und so fuhr er fort: «Gütiger Herr», sagte er. «Bitte wende Dein Antlitz dieser Statue zu, die Dich in Deiner Gestalt darstellt, die das Böse austreibt, sie wird von Bakhtan verlangt.»

Und sogleich nickte Khonsou heftig mit dem Kopf, zwei Mal. Und so fuhr Ramses fort: «Gib ihr Deine Kraft, damit ich sie nach Bakhtan schicken kann, um der Tochter des Prinzen das Böse auszutreiben.» Und der Abgott nickte erneute zwei Mal heftig mit dem Kopf. Nun, da man seine Einwilligung erhalten hatte, machte man sich an die Übertragung des Fluidums, welches die Statue befähigen sollte, den Tod zu bezwingen. Das Ritual war recht einfach.

Die Person oder der Gegenstand, die auf diese Weise aufgeladen werden sollte, wurde vor den Gegenstand oder die Person gestellt, die sie aufladen sollte – je nach Situation kniend, kauernd oder stehend und ihr den Rücken zuwendend.

Nach ein paar vorbereitenden Handlungen hob die Statue oder die Person die Hand und legte sie – vier Mal hintereinander – auf den Nacken der anderen: ihr Fluidum drang nun von ihr in den Empfänger ein, der es aufbewahrte, bis er selber derjenigen Person die Hände auflegen würde, die es zu heilen galt. Danach würde er eine plötzliche Leere verspüren.

Und so, sobald Khonsou in Bakhtan angekommen war, führte er diese Bestreichungen an der Prinzessin aus und die göttliche Kraft vertrieb – nach einer kurzen Unterredung mit ihm und dem Priester – den Tod.

Wie man sieht, konnten die Statuen wirklich sprechen, und zwar laut und deutlich; sie nickten wirklich mit dem Kopf; sie bewegten tatsächlich die Hände, und da sie sicherlich nichts von alldem selber tun konnten, musste natürlich jemand dies für sie erledigen.

In der Tat gab es in den Tempeln einen Priester oder eine Priesterklasse, denen die Aufgabe zuteil wurde, diese Bewegungen auszuführen. Ihre Tätigkeit war keineswegs geheim, sondern wurde vielmehr offen, vor aller Augen, ausgeführt.

Die Priester hatten ihren festen Platz bei den Ritualen, den Prozessionen und in der Hierarchie, und alle im Volk wussten, dass sie die Stimme und die Hand Gottes waren, und dass sie es waren, die an der Schnur zogen, damit die Statue im richtigen Moment mit dem Kopf wackelte.

Menschliche Mittelsmänner Es handelte sich also nicht um eine dieser frommen Betrügereien, die man heutzutage hinter ähnlichen Sachlagen vermutet. Tatsächlich befand sich niemand im Ungewissen darüber, dass diese göttliche Beratung durch einen rein menschlichen Mittelsmann stattfand.

So wie die Dinge also liegen, fragt man sich, wie denn nicht nur das Volk, sondern auch die Schriftgelehrten, die Edelleute und die Könige den so erhaltenen Ratschlägen vertrauen konnten, und ob – wenigstens in letzter Zeit – es sich hierbei nicht vielmehr um ein althergebrachtes Ritual handelte, an welchem man aus Respekt vor den alten Bräuchen festhielt, ihm jedoch keine grosse Wichtigkeit mehr zukommen liess.

Die davon zeugenden Bauwerke zwingen uns einzugestehen, dass dieser Brauch sehr ernst genommen wurde, bis das Heidentum ausstarb, und dass all diejenigen, die dabei eine Rolle spielten, ihre Bürde voller Ehrfurcht trugen. Sie wurden von Kindheit an im Glauben erzogen, dass die göttlichen Seelen die Statuen belebten, und dass man sich ihnen nur unter grosser Ehrfurcht nähern durfte.

Immer wenn ein Gläubiger um ihre Dienste bat, bereiteten sich die Priester mit Gebeten und Ritualen vor, die sie an den Ernst der Handlung mahnten und deren Macht ihrer Meinung nach unbestreitbar war. Sie hatten die gleiche Geisteshaltung wie ein heutiger Priester.

Sobald er seine Priestergewänder angelegt und die einleitenden Worte eines Sakramentes wiedergegeben hat, gehört er nicht mehr sich selbst, sondern dem Heiligen Sakrament, das er vollziehen wird; er weiss, dass das Abendmahl durch seine Stimme und seine Gebärden zum kostbaren Leib und kostbaren Blut unseres Herrn werden, und unbeirrt vollbringt er das Werk, von dessen Wirksamkeit er überzeugt ist.

In Ägypten verhielt es sich gleich, natürlich mit den notwendigen Vorbehalten. Sobald der Prophet seine vorbereitenden Handlungen beendet hatte, sich bei seiner Statue befand und bereit war, seine Stimme für sie zu erheben, zweifelte er keinen Augenblick daran, dass der Gott heruntersteigen, ihn ergreifen und erleuchten würde; er dachte, dass eine Macht sich seiner bemächtigen und ihm ihre Worte eingeben und seine Hand halten würde.

Ich räume die Möglichkeit ein, dass seine Handlungen manchmal vorgetäuscht waren, aber auch wenn dies der Fall war, könnte man nicht sagen, dass der Gott, der alles voraussieht, die Dinge so geregelt hatte, dass der Fehler seines Dieners seine Pläne begünstigte? Der pflichtvergessene Priester, der dachte, die göttlichen Absichten auf diese Art und Weise erzwingen und dem Gläubigen etwas vormachen zu können, war selber Opfer seines Handelns, und er verkündete nur das, was in Amons Absicht lag.

Es war also Gott, der sowohl über das Leben der Ägypter als auch über die Politik ihrer Könige herrschte: er hatte seinen festen Platz bei den Beratungen und es wurde nicht oft gewagt, sich seinen Verordnungen zu widersetzen.

Götter als Regenten Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Götter die alte Welt regierten, und die Zeitgenossen irrten sich nicht, wenn sie das Gefühl hatten, dass jeder Krieg zwischen den Menschen von einem zweiten begleitet wurde: demjenigen zwischen den Göttern.

Wenn die Heere angriffen, hatten die weissagenden Statuen nämlich auf beiden Seiten gesprochen, und ihre unmittelbaren Befehle folgten während des ganzen Feldzuges. Sie waren die Besiegten, wenn das Waffenglück sich gegen ihr Volk wandte, teilten sie auch dessen Schicksal.

Wenn die Sieger sie nicht töteten, indem sie sie zerstörten, so wurden sie als Gefangene mitgenommen und in den Tempeln ihrer Gegenspieler aufgestellt, wo man sich ihrer sowohl als Sklaven als auch als Trophäen bediente. Sollten sie später einmal ihren früheren Herren zurückgegeben werden, so achtete man genau darauf, dass vorher eine Gedenkschrift über ihre Niederlage und ihre Gefangenschaft angebracht wurde.

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Eine Statue eines Pharaos, der auf einem Stützpunkt sitzt.
Ein Plakat eines Mannes mit Schwert und Drachen.