Los Angeles derzeit eine umgebaute Mühle seinen Wahlwohnsitz nennt.

So oft ich dort oben am Ammersee vorbeifuhr, habe ich meine Fahrt verlangsamt und das schöne alte Gebäude bewundert.

Dass aber dort in diesem romantischen Grundstück ein Schatz liegen könnte, daran hätte auch ich nicht einmal im Traum gedacht.

Kurz nachdem mein «Handbuch für Schatzsucher» erschienen war, erhielt ich einen Anruf vom Bayerischen Rundfunk.

Man lud mich ein in die Radio-Show von Deutschlands Sunny-Boy Thomas Gott- ‹‹ Wir kamen überein, den Schatz gemeinsam zu suchen…

schalk zu einer kleinen Plauderei über Schätze und Schatzsucher.

Ich war nicht wenig überrascht, als mir Thommy erzählte, auf seinem Grundstück läge auch ein Schatz. Eine der Vorbesitzerinnen hatte ihm geschrieben: Ihr Mann, so berichtete sie, habe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges eine Bronzebüste Adolf Hitlers im Garten vergraben, in deren Hohlraum er seinen «Blutorden» verborgen hatte.

Demnach scheint jener Herr sich im engsten Dunstkreis des Führers aufgehalten zu haben und hatte wohl noch schnell alle belastenden Reliquien beiseite geschafft. Dabei liegt es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass sich noch mehr wertvolle Gegenstände in der Büste befinden.

«Dann wird geteilt!»

Wir kamen überein, dass wir zusammen den Schatz suchen wollten. Danach hörte ich nichts mehr von dem stolzen Schatzbesitzer. Dann aber liess mir Herr Gottschalk über sein Sekretariat per Brief folgendes mitteilen: «…warte ich noch einige Monate damit, bis ein kleiner Umbau im Haus getätigt ist. Falls ich dabei jetzt schon auf Schätze stosse, wird geteilt; wenn nicht, gehen wir wahrscheinlich im Sommer gemeinsam auf die Suche.»

Leider hat der gute Thomas Gottschalk vergessen mitzuteilen, in welchem Jahr dies sein würde, denn seither habe ich nichts mehr von ihm gehört. Dies ist eigentlich schade. Immerhin erbrächte ein solcher Fund wahrscheinlich eine fünfstellige Summe. Für einen guten Zweck gestiftet, hätte der Aufwand wenigstens einen positiven Sinn gehabt.

Mittlerweile residiert Thommys Bruder in der idyllischen Villa. Doch Deutschlands TV-Star Nr.1 hält es offfenbar nicht dauerhaft in den USA.

Jedenfalls räumte er gegenüber «Bild am Sonntag» unlängst ein, sich in Remagen am Rhein bereits nach einer neuen Bleibe umgesehen zu haben. Das dortige Schloss Marienfels scheint es Gottschalk besonders angetan zu haben. Noch sei aber alles offen, betonte er gegenüber der Zeitung.

Letzten Endes ist es sowieso seine persönliche Sache, ob er in seinem alten Garten nach Schätzen graben will oder die Kostbarkeiten dort lieber liegen lässt. Vielleicht hat er ja schon längst gebuddelt.

Gönnen wir Thomas Gottschalk deshalb sein kleines «Schatzgeheimnis». Wetten, dass er es lieber für sich behält?

Reinhold Ostler ■

stantin die Schaffung einer neuen Münze, genannt Solidus. Während 800 Jahren war der Solidus Weltgeld und zirkulierte von China bis Britannien, vom Baltischen Meer bis Äthiopien.

Die byzantinischen Gesetze in Geldangelegenheiten waren sehr strikt. Bevor einer in die Gilde der Bankiers aufgenommen wurde, brauchte der Kandidat Sponsoren. Diese mussten ein Leumundszeugnis über seinen Charakter abgeben. Man wollte sichergehen, dass er nie Geld fäl- ‹‹ Handelte einer gegen die Regeln, hackte man ihm die Hand ab.

schen würde. Handelte einer gegen diese Regeln wurde ihm die Hand abgehackt.

Es ist eine erstaunliche geschichtliche Tatsache, dass das Byzantinische Reich während 800 Jahren als das Welthandelszentrum blühte. Während dieser Zeit kam es weder zu einer Abwertung noch zu einem Aufbau von Schulden. Weder im Altertum noch in der Moderne gibt es ein ähnliches Beispiel.

Byzanz kontrollierte mit seinem Geld die damalige zivilisierte wie auch die barbarische Welt. Dieses grossartige Phänomen hatte ein Ende, als Kaiser Alexius Comnenus, der hohe Spielschulden hatte, abwerten musste. 200 Jahre später marschierten die Türken ein und die Herrlichkeit fand ein Ende.

Blühende Wirtschaft Ein weiteres herausragendes Beispiel des Erfolgs von standardisierten Goldmünzen war der Gold-Dinar des arabischen Reichs. Auf seinem Höhepunkt erstreckte sich dieses Reich von Bagdad bis nach Barcelona.

Die Blüte der italienischen Stadtstaaten wie Florenz, Siena, Venedig und Genua war nur dank einer neuen Goldwährung, dem florentinischen «Fiorino d’Oro» möglich. Eine stabile, verlässliche Goldwährung führte zu einem Aufschwung des Handels und sorgte für Wohlstand in den italienischen Stadtstaaten und weiten Teilen Westeuropas.

Gold als Geld bildete die wirtschaftliche Basis der Renaissance. Kulturen gedeihen nur, wenn Wohlstand herrscht und nicht, wenn die Menschen arm sind. Die Macht und die natürliche Verlässlichkeit des Goldes brachte die Menschheit wiederum auf eine höhere Stufe der Zivilisation.

Die Gründerväter der USA verfügten in ihrer grossen Weisheit in der amerikanischen Verfassung, dass nur Gold und Silber gesetzliches Geld sind. Papiergeld und eine Zentralbank waren für sie ein Horror. Dies wird heute alles ignoriert und als anachronistisch betrachtet.

Zurück zum Gold-Standard des 19.

Jahrhunderts als höchste monetäre Errungenschaft der zivilisierten Welt: Der Gold-Standard ist weder an einer Währungskonferenz geplant, noch von einem genialen Hirn ausgedacht worden. Er war das Ergebnis jahrhundertelanger Erfahrung.

Grossbritannien war der Initiator. Auf dem Höhepunkt des Gold-Standards, am Anfang des 20. Jahrhunderts, waren rund 50 Nationen, alle führenden Industrieländer, dem Gold-Standard angeschlossen.

Sie bildeten eine einzige grosse Zahlungsgemeinschaft – und es funktionierte.

Professor Melchior Palyi schrieb dazu 1960 in seinem Buch «Währungen am Scheideweg»: «Zum ersten Mal seit der Blüte Roms gelang es der zivilisierten Welt, eine monetäre Einheit zu erzielen. Die kommerzielle und finanzielle Integration der Welt wurde ohne militärisches Imperium oder Traumutopie erreicht. Diese monetäre Einheit ist in der Theorie wie in der Praxis als das einzig rationale Währungssystem anerkannt und angenommen worden.

Infolge der Automatik und Disziplin, an welche die Währungsbehörden gebunden waren, waren Schwankungen der Wechselkurse, wenn nicht überhaupt unmöglich, so doch begrenzt. Das war der unschätzbare Vorteil der Goldwährung. Ebenso konnte das Kapital für kurz- oder langfristige Transaktionen verwendet werden. Handel und Industrie konnten im Voraus planen.»

Der Ökonom Ludwig von Mises wiederum hielt fest: «Der Gold-Standard war der Weltstandard im Zeitalter des Kapitalismus, des steigenden Wohlstandes, der Freiheit und Demokratie. Es war ein internationaler Standard, wie ihn der internationale Handel und die Kapitalmärkte der Welt brauchten. Er trug westliche Industrialisierung, Kapital und Zivilisation in die hintersten und verlassensten Ecken dieser Welt, dabei unerhörte Reichtümer schaffend. Er begleitete den nie da gewesenen Fortschritt des westlichen Liberalismus, um alle Staaten zu einer Einheit von freien Nationen zu schmieden, welche friedlich zusammenarbeiteten.»

Auch US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan – bevor er seine Seele verkaufte – bezeichnete den Gold-Standard einst als Garant für Prosperität und Freiheit. Nur dieses Währungssystem könne verhindern, dass der Wohlfahrtsstaat mit seinen Budget-Defiziten immer weiter wuchert, dass die Finanzwelt zu immer neuen spekulativen Exzessen getrieben wird, die sich in Depressionen entladen.

Goldenes Zeitalter Die Zeit des Gold-Standards des 19. Jahrhunderts war das goldene Zeitalter des weissen Mannes und auch Japans.

Während dieser Zeit (nach Napoleon) gab es nur gerade acht Kriege von Bedeutung. Und noch etwas: Es gab keinen Terrorismus von der Art, wie wir ihn heute kennen.

Meine Behauptung ist nun diese: Wäre der Gold-Standard beibehalten worden und hätten sich die Krieg führenden Nationen an die Regeln des Gold-Standard gehalten, hätte der 1. Weltkrieg nur kurze Zeit gedauert. Wegen der Automatik und den damaligen «Regeln des guten Benehmens» wäre eine Finanzierung des Krieges «auf Pump» gar nicht möglich ge- Nach dem Ersten Weltkrieg begann der grosse Geld-Betrug.

Bald nach Beginn des 1. Weltkrieges kam aber der Moment, wo die Welt zum Geldbetrug überging. Politischer Druck, den Krieg mit Anleihen zu finanzieren, machte eine gesunde Währungspolitik unmöglich und führte zum Ruin der Währungen.

Ohne Defizitfinanzierung hätte der Krieg höchstens sechs Monate gedauert.

Ohne die Disziplin der Goldwährung aber dauerte er schliesslich viereinhalb Jahre. Alles fiel in Schutt und Asche, und eine ganze Generation von jungen Menschen blieb letztendlich auf den Schlachtfeldern liegen.

Die Katastrophe des 1. Weltkrieges bedeutete gleichzeitig den Untergang der alten Welt. Zudem ruinierte die Kriegsfinanzierung vor allem Deutschland, das damals das wirtschaftlich stärkste und blühendste Land war. Die Reichsbank finanzierte einen grossen Teil der Ausgaben des 1. Weltkrieges kurzfristig, also nicht mit langfristigen «War Loans» wie die Engländer.

Diese Tatsache plus die Verträge von Versailles mit den horrenden Reparationszahlungen führten dann zur Hyperinflation, Vernichtung des Bürgertums und Hitler – und schufen damit die Grundlage für den 2. Weltkrieg.

Die Rückkehr zum Gold-Standard nach dem 1. Weltkrieg war eine beschlossene Sache. Aber es fehlte die Kraft und die Weisheit auf der Seite der Regierenden. An der Konferenz von Genua im Jahr 1922 wurde der Gold-Devisen-Standard eingeführt.

Nicht der Gold-Standard also wurde wieder eingeführt, sondern eine ganz üble Kreatur – eben der Gold-Devisen-Standard. Neben Gold konnten die Zentralbanken nun auch Dollar und Pfund, die Währungen der Siegernationen, als Reserven benutzen. Dollar und Pfund waren nun plötzlich dem Gold gleichgestellt und dies war inflationär.

Fatale Entscheidung Es war inflationär, was die Währungsalchimisten hier fabrizierten, weil diese Dollars und Pfunde nun zweimal gezählt wurden: Erstens im Land, das sie ausgab und zweitens im Land, das sie als Reserven benutzte.

Ferner hätte jeder wissen müssen, dass auch diese Währungen keineswegs vor Kaufkraftverlusten sicher waren.

Sie konnten deshalb kein allgemein gültiger und bleibender Massstab sein. Gold behält immer seinen Wert, die Währungen nicht. Eine der währungshistorisch katastrophalsten Entscheidungen bestand ferner darin, dass der damalige englische Finanzminister Winston Churchill das Pfund nicht abwerten wollte, sondern die Goldparität von 1914 beibehielt, obwohl es seither zu Inflation gekommen war.

Als es in den USA zu einem leichten wirtschaftlichen Abschwung kam, begann die Zentralbank der Vereinigten Staaten (FED) das Bankensystem übermässig mit Liquidität zu versorgen. Ausserdem wollte man der Bank von England helfen, die damals viel Gold verlor, weil die Zinsanlagen in den USA attraktiver waren.

Um das Zinsniveau zu senken, pumpte das FED weitere Liquidität ins System, die dann an die Aktienmärkte überschwappte, so dass die Situation 1929 ausser Rand und Band geriet. Als man dann den Boom stoppen wollte, war es schon zu spät: Die amerikanische Wirtschaft kollabierte und riss die Welt in die grosse Depression der 30er- Jahre.

Noch heute machen die Anhänger der Staatswirtschaft den Gold-Standard für das Debakel verantwortlich.Aber es gab ja keinen Gold-Standard mehr.

Unabhängig?!

Als die Goldwährung aufgeben wurde, gab es als letzten Damm nur noch die Zentralbanken, sofern sie eine gewisse Unabhängigkeit behalten konnten. Wir wissen seither aus bitterer Erfahrung, wie es weltweit um diesen «Hort der Stabilität» steht.

Mit der Unabhängigkeit der Notenbanken war es meist nie weit her. Sie wurden überall zu willfährigen Instrumenten der Regierungen. Und gerade die Zentralbanken und das Bankensystem sind es, welche durch ihre Kreditschöpfung die Defizitwirtschaft sowie die Kriegswirtschaft nicht nur ermöglichen, sondern in vielen Fällen sogar gefördert haben.

Der englische Ökonom Peter Warburton macht in seinem Buch «Debt and Delusion» denn auch in erster Linie die Zentralbanken verantwortlich für die Verschlechterung der Wirtschafts- und Finanzpolitik seit Anfang der 80er-Jahre. Es gibt eben keine goldene Bremse mehr.

Am Ende des 2. Weltkrieges wurde zudem die Einführung des Gold-Dollar- Standards beschlossen. Dabei wurde den USA das furchtbare Monopol gegeben, ihre Schulden mit Papier zu begleichen, das sie selbst bedruckt haben. Einer solchen Versuchung hätte wohl niemand widerstehen können. Ein Resultat war vorerst die Inflation der 70er-Jahre.

Erinnern wir uns: Vom Gold-Standard ging man nach dem 1. Weltkrieg zum Gold-Devisen-Standard mit Pfund und Dollar über. Nach dem 2. Weltkrieg ging man zum Gold-Dollar-Standard über. Inzwischen hatte das englische Pfund nämlich gründlich abgewirtschaftet und war als Reservewährung nicht mehr zu gebrauchen. Als Zeichen für die wirtschaftliche Macht Amerikas war jetzt neben dem Gold nur noch der Dollar Währungsreserve.

Als Präsident Nixon diese Ordnung am 15. August 1971 einseitig kündigte, kam dies dem Bankrott der USA gleich. 1973 ging man zu flexiblen Wechselkursen über. Damit waren die Schleusen endgültig offen für eine Geld- und Kreditschöpfung, Defizitwirtschaft und Spekulation ohnegleichen. Von den verhängnisvollen Gründungen des IWF und der Weltbank wollen wir heute gar nicht sprechen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass beide Institute den weltweiten Sozialismus unterstützt und begünstigt haben.

«Viele Kriege»?

Kommen wir nun zur heutigen Situation. In einer Rede am 7. August 2002 sagte US-Präsident George Bush: «Wir wissen nicht, wie viele Kriege es braucht, um den Frieden in der Heimat zu sichern.»

Mit dieser Bemerkung kündigte Bush indirekt an, dass es nicht nur zu einem Krieg gegen Irak kommen soll, sondern zu vielen Kriegen rund um den Globus.

Er hat dabei nicht definiert, wann ein Krieg gewonnen ist und wann nicht. Dies bedeutet nichts anderes, als dass diese Kriege endlos weitergehen sollen. Noch einmal: Sie werden mit Defiziten und über das Bankensystem finanziert! Dies wäre alles unmöglich unter einem Gold-Standard.

Wie aber können die USA diese Kriege bezahlen? Die USA sind nämlich bankrott. Das Handelsbilanzdefizit steht bald bei 600 Milliarden US-Dollar. Das Haus- ‹‹ Die USA sind bankrott – seit dem 15. August 1971!

haltdefizit beträgt über 500 Milliarden US-Dollar. Die Auslandschuld ist enorm.

Dabei sind die USA bereits seit dem 15. August 1971 bankrott. An diesem Tag verschärfte sich Amerikas Krieg gegen das Gold. Damals haben die USA die Goldeinlösungspflicht im Stile einer Bananenrepublik aufgegeben. Wenn man bankrott ist, kann man eigentlich keine Kriege führen. Unter der Disziplin des Gold-Standards wäre dies nicht möglich gewesen. Dennoch führen die USA Kriege und bezahlen einfach mit ihrem Papiergeld ohne Deckung – sozusagen mit Falschgeld.

Und wer hilft ihnen dabei? Wir alle!

Das war schon beim Vietnam-Krieg so.

Die Welt finanziert die Defizite mit und die Amerikaner führen die Kriege. Das ist schlussendlich das schändliche Resultat der Aufgabe des Gold-Standards. Aber niemand merkt es, oder niemand will es zugeben. So ist es: Wir sind alle mitschuldig.

Warum aber werden Kriege überhaupt geführt? Zweifellos haben zu allen Motivreihen, die zu internationalen Konflikten und schlussendlich zu Kriegen führten, die «wirtschaftlichen» die grösste Rolle gespielt.

Von den Kämpfen der Urzeit um Jagdund Weideplätze, um Salzquellen und fruchtbare Flusstäler, über die Raub- und Eroberungszüge der See- und Handelsstaaten, bis zu den modernen Kämpfen um Bevölkerungsspielraum, Absatzgebiet und dem wichtigsten Motiv von allen – dem Rohstoffbesitz.

Hussein als Vorwand Eine grosse Rolle haben aber auch «innenpolitische» Probleme gespielt. Oft wurden Kriege geführt, um die Bevölkerung von internen Schwierigkeiten abzulenken. Im Mittleren Osten ging es den Amerikanern um beides: Erstens um die Kontrolle der Ölvorräte des Mittleren Ostens. Und zweitens darum, vom krisenhaften Zustand des amerikanischen Finanzsystems abzulenken.

Saddam Hussein war nur der Vorwand. Schliesslich hat man ihn ja früher gegen den Iran aufgebaut und gefördert.

Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund, und das ist diese unglaubliche Arroganz. Nun aber erlebt die arrogante amerikanische Führung die Kehrseite der Medaille. Erstens ist der aktuelle Krieg im Irak nicht zu gewinnen und zweitens ruiniert er ihre Währung noch mehr.

Kriege führten noch immer zu Kaufkraft-Vernichtung der Währungen. Während eine Goldmünze aus der Zeit Alexanders des Grossen heute genau so glänzt wie damals, so ist es das Schicksal der Papierwährungen, dass sie früher oder später auf ihren inneren Wert zurückgehen – nämlich auf Null.

Die Deutschen können davon ein Lied singen: Totalverlust nach dem 1. Weltkrieg. Totalverlust nach dem 2. Weltkrieg.

Und schliesslich Aufnahme in das europäische Währungssystem – Euro, also Verlust der Mark zum dritten Mal in einem Jahrhundert.

Es gibt aber nicht nur den Zusammenhang zwischen goldgedeckten Wäh-

Ein Haufen Münzen liegen auf einem Papierhaufen.

Goethe-Forscher sind verblüfft: Neue Hinweise deuten darauf hin, dass der deutsche Dichterfürst der Herzogin Anna Amalia verfallen war. Als die heimliche Liaison aufzufliegen drohte, setzte er sich nach Italien ab.

Vier Tage vor Goethes 255. Geburtstag – am 24. August 2004 – wurde in Weimar Literaturgeschichte geschrieben: Goethe-Forscher Ettore Ghibellino stellte die zweite, stark erweiterte Auflage seines neuen Buches über die verbotene Liebe des Dichterfürsten zur Herzogin Anna Amalia vor.

Seit im September Teile der nach ihr benannten Bibliothek abbrannten, ist der Name der Begründerin des Weimarer Musenhofes in den Medien präsent. Nun akzeptieren immer mehr Literaturwissenschaftler die These des Weimarer Autors Ghibellino, dass Anna Amalia Goethes heimliche Geliebte war. Spannend recherchiert legt er in «J.W. Goethe und Anna Amalia» dar, wie Anna Amalias Hofdame Charlotte von Stein vorgeschoben wurde.

Nach Ghibellino unterhielt Goethe ab 1775 im Verborgenen eine Liebesbeziehung zur Fürstin. Die nervenaufreibenden Verstellungen hoffte er mit einer Heirat in Amerika beenden zu können. Doch die Auswanderungspläne scheiterten. Als die heimliche Liebe 1786 aufgedeckt schien und Goethe um seinen Kopf fürchten musste, floh er überstürzt nach Italien.

Briefe gefälscht Nach Weimar zurückkehren durfte Goethe 1788 nur als «Entsagender» seiner sinnlichen Liebe zu Anna Amalia – ein Schlüsselbegriff seines Spätwerks. Damit werden verschiedene Rätsel in Goethes Leben verständlich, so auch die Mesalliance mit Christiane Vulpius. Als Schwindlerin konnte Marianne von Willemer enttarnt werden, die Briefe fälschte, um als Goethes Geliebte zu gelten.

Das Täuschungswerk wurde mit Hilfe von Anna Amalias Hofdame Charlotte von Stein als Strohfrau inszeniert. Die Biographie Goethes stellt sich laut dem Autor somit ganz anders dar als bisher angenommen.

Die Liebe des jungen Dichtergenies zu der Landesherrin, die gegen monarchische Standesschranken verstiess und daher verboten war, betrifft nicht nur die Biographie des Weimarer Titanen. Goethe verschlüsselte das Staatsgeheimnis in seinen Werken. Diese erweisen sich nun als autobiographische Darstellungen. Ganze Goethe-Bibliotheken – über kaum einen anderen Dichter ist so viel geschrieben worden – sind damit Makulatur.

«Revolution bahnt sich an» In einem Interview mit der auflagenstärksten norwegischen Zeitung «VG» meint der Literaturwissenschaftler Sverre Dahl denn auch, dass sich «eine wirkliche Revolution anbahnen würde».

«Ich glaube die Stein-Story wirklich nicht mehr», bekennt auch Jörg Drews, Germanistikprofessor aus Bielefeld, im Schweizer «Tages-Anzeiger».

Der Magdeburger Germanistikprofessor Otto Fuhlrott wiederum attestiert Ghibellino ebenfalls eine «mannigfaltige und recht überzeugende Beweisführung».

Die Literaturwissenschaft hätte demnach bei der Bewertung von Goethes literarischem Erbe jahrzehntelang mit Irrtümern gearbeitet.

Dass Goethes Geheimnis bis heute unentdeckt blieb, liegt nach Ghibellino daran, dass das Herzogtum Sachsen-Weimar bis zu seinem Untergang 1919 massiv Dokumente unterdrückte.

ots. ■

Liebe Reisegäste, die Zeit vergeht wie im Fluge. Bereits im fünften Jahr führe ich Studienreisen zu geheimnisvollen Phänomenen und rätselhaften Kulturen in aller Welt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Entdeckungen fließen ein in die Gestaltung neuer Reisen. Sie sollen unbeschwert mit mir gemeinsam unsere Welt wirklich entdecken sehen, fühlen, verstehen und lernen.

Auch in der kommenden Saison werde ich Sie dabei begleiten, denn schließlich will ich Ihnen ja all das Wunderbare zeigen und nahe bringen, das ich selbst schon erfahren durfte. Sicher wissen Sie selbst am besten, dass es nur halb so viel Spaß macht, wenn man etwas Außergewöhnliches allein erlebt. Lassen Sie es uns also miteinander teilen!

Schließlich sollen ja die Tage mit mir später zu Ihren schönsten Erinnerungen zählen. Folgen Sie mir auf den Spuren unserer Vorfahren und uralter Kulturen zu den imposantesten Naturschauspielen, zu den bedeutendsten Schauplätzen der Geschichte, zu den rätselhaftesten Orten der Welt und zu den ungelösten Rätseln und Mysterien unserer Zeit.

Es ist für mich in der heutigen Zeit besonders wichtig, mit meinen Reisen Brücken zu dem jeweiligen Land, seiner Kultur, seiner Geschichte und seinen Menschen zu bauen. Damit will ich Ihnen zugleich unvergessliche Erlebnisse und Eindrücke schaffen. Deshalb bleibt es auch in Zukunft bei dem bewährten Konzept der Kleingruppen-Reisen mit maximal acht Teilnehmern.

Auch in der kommenden Saison freue ich mich auf Sie und wünsche mir, dass Sie – wie so viele andere Reiseteilnehmer vor Ihnen – als Fremde zu mir kommen und als Freunde gehen.

Ihr Thomas, der reisende Ritter Thomas Ritter Reiseservice Rundteil 14 OT Possendorf, 01728 Bannewitz Telefon/Fax: 00 49 (0) 35 206 23 399 Internet: www.Thomas-Ritter-Reisen.de Email: ThomasTiger668@aol.com Die Bibliotheken des Schicksals Studienreise zu den Palmblattbibliotheken und anderen rätselhaften Orten in Indien vom 05.02. – 13.02.2005, 16.07. – 24.07.2005, 24.09.2005 – 02.10.2005, 22.10. – 30.10.2005, 19.11. – 27.11.2005, schriftliche Infos, Flüge, Hotel Ü/F, Dolmetscher, alle Transfers, Bus mit Chauffeur, 2.480,00 EUR Indiens heiliger Norden Studienreise durch den Norden Indiens (Kashmir und Ladakh), Besuch zahlreicher buddhistischer Klöster und Tempel, vom 30.07. – 14.08.2005, Flüge, Hotels mit Ü/F, Wagen mit Chauffeur, alle Transfers, "Jesusgrab" in Kashmir, Klöster und Tempel in Ladakh, 3.690,00 EUR Rätsel in den Pyrenäen Reise nach Rennes-le-Château in Südfrankreich auf den Spuren der Templer und eines geheimnisvollen Schatzes vom 23.04. – 01.05.2005 und 08.10. – 16.10.2005, Hotel Ü/HP, Ausflüge nach Rennes-le-Château, Arques, Carcassonne, zum Pic de Bugarach und zu den Templerburgen, 1.790,00 EUR Das Erbe der Prieuré de Sion Reise auf den Spuren der Merowinger, des Templerordens und der geheimnisvollen Prieuré de Sion durch Belgien und Frankreich vom 16.05. – 22.05.05, Besuch von Orval, Stenay, Chartres, der Kathedralen von Reims und Amiens, Ü/F, 1.190,00 EUR Soria – Spaniens geheime Geschichte Studienreise auf den Spuren der Keltiberer und des Templerordens durch Kastilien vom 07.05. – 15.05.2005; Flüge, Wagen mit Chauffeur, Ü/F, Ausflüge nach Soria, Numantia, Tiermes, Templerburgen, sarazenische Schlösser und Megalithen der Vorzeit, 1.690,00 EUR Maltas Megalithen Reise nach Malta mit Besichtigung der Tempel und Dolmen der Vorzeit, Besuch der “schweigenden Stadt” Mdina und der Hauptstadt Valetta, Ganztagsausflug nach Gozo; Flüge, Hotel Ü/HP, Ausflüge, 08.01. – 15.01.2005, 990,00 EUR Hong Kong – Stadt der Drachen Adventsreise nach Hong Kong und Macau mit Besuch zahlreicher Tempel und chinesischer Zukunftsdeuter vom 14.12. – 21.12.2005, Flüge, Hotel mit Ü/F, Transfers, Ausflüge, 1.690,00 EUR Jordanien – Das Reich der Nabatäer Reise durch Jordanien, vom 25.03. – 01.04.2005, Besuch der Kreuzfahrerburgen, Wüstenschlösser; der Felsenstadt Petra und des Wadi Rum, Flüge, Hotels, HP, Transfers, 1.790,00 EUR Mythisches Irland Studienreise durch Irland auf den Spuren der Kelten, 03.07. – 10.07.2005, Flüge, Hotels, Ü/F, Rundreise, 2.290,00 EUR Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

Bücher von Thomas Ritter: Die Geheimnisse indischer Palmblattbibliotheken TB; 152 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-89094-350-0, 19,95 EUR Rennes-le-Château Rätsel in den Pyrenäen TB, 150 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-89094-345-4, 19,80 EUR Das geheime Erbe der Katharer Gebundene Ausgabe, 224 Seiten ISBN-3-930219-96-4, 19,90 EUR Abbé Saunière und der Schatz der Templer Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, ISBN 3-930219-49-2, 19,90 EUR

Ein Mann in einem schwarzen Hemd macht eine Handgeiste.
Ein Plakat mit einem Kreis und Sternen darauf.

land zurückgekehrt. Und jetzt, Mitte November, wird der Agrar-Rebell mit einem grossen Lastwagen Obstbäume von seinem Krameterhof rauf nach Schottland fahren. Das Projekt, das er dort betreut, liege ihm besonders am Herzen, gesteht er. Denn es ist auch für ihn eine besondere Herausforderung.

Grund: «Im schottischen Hochland haben wir einen besonders sauren Boden.

Soweit das Auge blickt, sie sehen dort nur Heidekraut», erzählt der Landwirt. Holzer hat in dieser unwirtlichen Gegend Versuchsanlagen angelegt – für den Chef der Schmuckfirma Swarovski.

«Heuer haben sie dort erstmals zwei Meter hohes Getreide geerntet – und Gemüse», sprudelt es aus dem Österreicher heraus. «Jetzt setzen wir dort Obstbäume, wo es bisher keine hatte, und ich bin überzeugt davon, dass das eine traumhafte Obstanlage wird.»

Holzers Credo: «Ich versuche das, was andere für unmöglich halten.» Auch in Schottland. «Dort haben sie auch am Anfang gesagt: ‹Das geht nicht, es ist zu kalt und zu nass, und der Boden ist zu sauer.›» Bei allem Erfolg, der Sepp Holzer in den letzten Jahren beschieden war: Er hat auch Rückschläge einstecken müssen. «Das gibt es immer wieder», sagt er achselzuckend. Trotzdem lasse er sich nicht abhalten, weiter zu experimentieren. Nur so hat er es geschafft, dass bei ihm bis auf eine Höhe von 1600 Metern Kirschen gedeihen. «Unmöglich», hat er zuvor oft genug zu hören bekommen. Er hat immer experimentiert – und so die konventionelle Landwirtschaft Lügen gestraft.

Holzer sagt geradeheraus, was er denkt. «Es ist ja traurig, dass man ein Rebell sein muss», gibt er sich nachdenklich.

Seiner Meinung nach müsste eigentlich viel mehr experimentiert werden. Und es müsste viel mehr ökologisches Denken unter den Menschen geben, mehr natürliches Verhalten anstatt anerzogenes.

Aus seinen Worten spricht Lebenserfahrung. «Man sollte ruhig alles hinterfragen: Ist es richtig? Oder falsch?» Irren könne jeder einmal, auch er, gibt der Bergbauer offen zu. Aber: «Wenn ich einen Fehler mache, sollte ich ihn auch zugeben.»

Und den Fehler müsse man immer zuerst bei sich suchen und nicht nur bei den anderen, denn das sei nur ein Gegeneinander. «Wenn ich ihn aber bei mir suche und den Fehler zugebe, kann das wahre Wunder wirken.» Gebe man jedoch nur den anderen die Schuld, komme es immer zum Kampf.

Was die Landwirtschaft angeht, ist der Agrar-Rebell überzeugt, «dass sich viele Leute durch dieses falsche Fördersystem verirrt haben.» Vor allem durch die «katastrophalen Auswirkungen der EU und die damit verbundenen Richtlinien» seien viele Bauern auf dem falschen Weg.

Holzer wettert mit seiner kräftigen Stimme: «Da macht doch jeder das Gleiche – egal, ob der jetzt in Holland ist oder bei uns im österreichischen Sibirien.» Überall würden die gleichen Richtlinien gelten, das sei doch furchtbar und könne nicht funktionieren.

Für Holzer bedeutet das im Klartext: «Wenn der Eskimo das Gleiche macht, wie der Buschmann in Afrika, weil sie nach Richtlinien arbeiten, dann werden beide verhungern. Das ist nur eine Frage der Zeit.»

«Unfähige Grundbesitzer» Für den Bergbauern steht deshalb eines unumstösslich fest: «Ich muss das machen, was die Natur mir anbietet.» Für Holzer gibt es deshalb auch keine «so genannte Ungunstlagen – auf der ganzen Welt nicht, sondern nur jede Menge unfähiger Grundbesitzer, die den Boden zerstören».

Er selbst hat einst zu denen dazu gehört. Zwar nur für ganz kurze Zeit, aber es zeigt, warum der Holzer Sepp überhaupt zum Agrar-Rebellen wurde.

Auf dem elterlichen Bergbauernhof aufgewachsen, besuchte Holzer nach der Volksschule zunächst die bäuerliche Fortbildungsschule. Mit 17 legte er seine Baumschulgärtner-Prüfung ab, «und dann habe ich das, was ich gelernt hatte, umgesetzt», erinnert er sich noch lebhaft.

Und was er alles gelernt hatte: «Du brauchst ja Kunstdünger, du musst ja die Wühlmäuse vergiften und vergasen. Ist

Ein Mann mit Brillen und einem Bart sitzt auf einem Stuhl.

Unheimliche Begegnung in Norditalien: Durch Zufall traf «mysteries»-Leser Johann Wilkes in einem Dorf einen früheren US-Piloten und Pentagon-Mitarbeiter. Der Mann berichtete ihm über ein mysteriöses Erlebnis – und die Gerüchte rund um den angeblichen UFO-Absturz bei Roswell.

Im Mai 2004 machte ich in Norditalien Ferien. Eines Tages verschlug es mich dabei in ein kleines Dorf. Ich wollte dort einen pensionierten Kollegen aufsuchen, mit dem ich in vergangenen Jahren oft über das UFO-Phänomen diskutiert hatte.

Mein Kollege hatte lange Zeit nichts mehr von sich hören lassen. Obwohl deutscher Abstammung, hatte er eigenartigerweise einen nicht alltäglichen angelsächsischen Familiennamen, so dass ich glaubte, ihn schnell ausfindig machen zu können. Nennen wir ihn «Herr Dickens».

Unter der mir bekannten Adresse wohnte er nicht mehr, also dehnte ich die Suche in die anliegenden Dörfer aus, in der Annahme, dass er seinen Wohnsitz gewechselt hatte, was er mir einst sogar andeutete.

Unerwartete Überraschung Nach einigen Tagen ohne Erfolg wollte ich die Suche schon abbrechen, als ich unter einer Türklingel unerwartet den Namen «Dickens» erspähte.

Ich klingelte, die Tür öffnete sich und ich stand endlich vor Herr Dickens persönlich. Nur: Diese Deutsche mit demselben ungewöhnlichen britischen Namen war nicht mein Kollege, und er war auch nicht im Entferntesten mit «meinem» Herrn Dickens verwandt.

Noch dazu kannte er ihn gar nicht, obwohl Letztgenannter jahrelang im Nachbardorf gewohnt hatte, gerade mal zwei Kilometer entfernt.

Als ich ihm dann erklärte, warum ich den alten Kollegen suchte, erklärte er mir, dass er selber gar nichts über dieses Thema wisse. Stattdessen schlug er seinen Nachbarn als geeigneteren Gesprächspartner vor. Schliesslich hätte dieser tatsächlich schon mit UFOs zu tun gehabt.

Und so kam ich per Zufall mit einem ehemaligen US-Militär- und Zivilpiloten in Kontakt, einem Mann mit 30 Jahren Flugerfahrung auf dem Buckel. Nennen wir ihn «Mack». Mack erzählte mir, dass er während seiner unzähligen Flugmissionen, sowohl für das US-Militär wie auch für eine weltbekannte zivile Fluglinie, mit eigenen Augen tatsächlich bereits UFOs gesichtet habe.

Während unseres langen Gesprächs konnte ich mich davon überzeugen, dass dieser Mann, der sich so spontan bereit erklärt hatte, meine Fragen zu beantworten, eine durch und durch integre Person war. Ein gestandener Flugprofi, aufrichtig und ehrlich. In allen Details schilderte er mir die Sichtung eines aussergewöhnlichen Phänomens, das er sich bis heute nicht erklären kann.

So steuerte Mack während seines Militärdienstes als Copilot ein Militär-Transportflugzeug vom Typ C124 («Globemaster»). Das Flugzeug war über dem Pazifik von Maui (Hawai) in Richtung Wake Island unterwegs.

Plötzlich sah die Crew nicht allzu weit von ihrem Flugzeug entfernt ein rundes, nicht identifizierbares fliegendes Objekt – also ein UFO. Der Durchmesser des Objekts schätzte der erfahrene Pilot auf nicht weniger als 30 Meter. Um seine Peripherie herum hatte das Ding oben und unten jede Menge kleiner, runder Lichter. In der Mitte oben war ein rund fünf bis sechs Meter langes, schmales, spitziges, konusförmiges Oberteil senkrecht angebaut (siehe Skizze unten rechts).

Mack schnappte sich einen Kodak-Fotoapparat, den er zufällig bei sich hatte und machte acht Schnappschüsse des Objekts.

Das «Monstrum» flog währenddessen einige Male um die C124 herum, ganz offensichtlich unter intelligenter Kontrolle, ehe es dann blitzschnell wegflog.

Spott, Hohn – und ein Verbot Doch der Spuk mochte kein Ende nehmen: Nach der Landung wurde die ganze Crew, so Mack, von höheren Offizieren und Mitgliedern des militärischen Sicherheitsdienstes wie Kleinkriminelle behandelt.

Obwohl die Mannschaft beim Verhör nur erzählte, was sie gesehen hatte, wurden sämtliche Crewmitglieder der Lüge bezichtigt. Und zwar solange, bis der Kapitän – von all den Anschuldigungen sichtlich erregt – dem Offizier, der das Verhör führte, übers Maul fuhr: Man hätte das Ding tatsächlich gesehen, erwiderte er zornig. Er hätte es satt, mitsamt seiner Mannschaft als Idioten hingestellt zu werden!

Sein Ausbruch zeigte Wirkung: Die Sicherheitsbeamten beendeten das Verhör – und warnten die Involvierten davor, jemals ein Wort über die Sache zu verlieren, aus Gründen der nationalen Sicherheit.

Doch damit nicht genug: Nicht nur Macks Film mit den Beweisbildern, sogar seine kleine, billige Kodak Instamatic-Taschenkamera wurde von den Behörden konfisziert.Trotz späterem Protest bekam er beides nie wieder zu Gesicht.

Hartnäckig nachgefragt Mack erzählte mir weiter, dass er später auch einige Dienstjahre im US-Pentagon verbracht habe. Eine einmalige Gelegenheit, um mehr über das UFO-Phänomen zu erfahren, wie er meinte.

Zwar reichte sein Sicherheitsgrad («Security Clearance Level») nicht aus, um Zugriff zu geheimen Archiven zu er- ‹‹ An Bord des UFOs sollen sich fremde Wesen befunden haben.

langen. Dafür fragte er jedem Kollegen mit gleichem Level, dem er begegnete, Löcher in den Bauch: Gab es UFO-Material, das nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war? Welchen Standpunkt vertrat man in dieser Sache? Weshalb die Geheimniskrämerei?

Mack fragte und bohrte nach. Immer wieder. Und siehe da: Im Lauf der Zeit bekam er interessante Dinge zu hören. Etwa über den inzwischen weltberühmt gewordenen Absturz eines UFOs in Roswell, New Mexiko, in Juli 1947. Dieser gründe effektiv auf Tatsachen, bestätigten ihm einige Kollegen.

Fremde Wesen sollen sich an Bord dieses Objekts befunden haben. Eines davon sei sogar noch am Leben gewesen, als die US-Armee eintraf. Ohne mit der Wimper zu zucken hätte einer der Soldaten die Kreatur mit seinem Gewehrkolben zu Tode geschlagen.

Ich fragte Mack, warum die US-Regierung derart brisante Informationen unter dem Deckel halten würde. Wichtige Offiziere im Pentagon, so erwiderte er, hätten ihm dafür zwei Gründe genannt.

Erstens fürchte man sich vor einer Massenpanik, die zu einem Kollaps der bestehenden sozialen und religiösen Strukturen führen könnte. Umso mehr, als uns die Fremden technisch vollkommen überlegen seien.

Zweitens sei man nach wie vor daran, die fremde Technologie zu erforschen und wo immer möglich für eigene militärischen Zwecke zu adaptieren und entsprechend zu nutzen.

Wie man Mack verriet, gründe etwa die Entwicklung von optischen Kabeln aus Glasfasern ursprünglich auf «Roswell»- Material. Eine Technologie, die mittlerweile längst in etlichen Ländern Einzug gehalten hat. Verrückt, nicht wahr?

Märchen oder Realität?

Zugegeben: Macks Aussagen mögen für viele wie Science-Fiction klingen. Dennoch sehe ich nach unserem ausführlichen Gespräch keinen Grund, ernsthaft an seinen Aussagen zu zweifeln. Immerhin hatte er damals im Pentagon Kontakt zu Leuten, die es wissen mussten. Ausserdem sind langjährige Flugzeugpiloten meiner Erfahrung nach alles andere als Spinner.

Mit einem seltsamen Gefühl im Bauch machte ich mich später auf den Heimweg.

Wissen die US-Militärs tatsächlich mehr, als sie offiziell einräumen?

Johann Wilkes ■

Ein schwarz-weißes Bild einer Sonne.
  • War Howard Carter wirklich der Entdecker des Tut-
  • Wurde das Grab des goldenen Pharaos tatsächlich
  • Existiert ein dritter «Carnarvon-Schatz»?
  • Was war Tut-anch-Amuns grösstes Geheimnis?

Nicht einmal Nicholas Reeves, der in den «Göttinger Miszellen» seine Theorie der den in Statuen versteckten Schriftrollen der Fachwelt präsentierte.

Es ist immer wieder dasselbe: Informationen, die nicht in die bestehende Lehr- ‹‹ Was nicht in die herkömmliche Lehrmeinung passt, wird ignoriert.

meinung passen, werden entweder verschwiegen oder ignoriert. Meist mit der Begründung, davon habe man nichts gewusst.

Letzteres jedenfalls kann die Ägyptologie diesmal nicht behaupten. So hat der Verfasser Frau Professor Dr. Elke Blumenthal von der Universität Leipzig bereits vor geraumer Zeit explizit auf Georg Steindorffs Ausführungen zu den Papyri hingewiesen.

Man fordert ja von den Altertumswissenschaften nicht, dass sie über Nacht ihre Meinung ändern.Aber konträre Quellen schlicht unerwähnt zu lassen, hat mit Wissenschaft nichts mehr zu tun.

Wer so handelt, dem wird auch nicht geglaubt, dass er das Material objektiv prüft. Sicherlich werden künftig Begründungen gefunden, mit denen sich die Angaben Georg Steindorffs ins Reich der Fabel verweisen lassen.Tatsache aber ist: Es existieren drei verschiedene Quellen mit ähnlichen Aussagen.

Noch mehr Indizien Zudem liegen weitere Indizien vor. Eines davon ist der so genannte «Budge- Brief», benannt nach seinem Empfänger Sir Wallis Budge, «Direktor der Sammlung Ägyptischer Altertümer» des British Museum. Sir Wallis zitiert in seinem 1923 erschienenen Buch «Tutankhamen: Amenism, Atenism and Egyptian Monotheism» aus einem Brief Lord Carnarvons.

Das Schriftstück datiert vom 1. Dezember 1922 – wurde also unmittelbar nach der Graböffnung verfasst. Darin führt der Earl aus: «Ich habe die Kästen und Truhen noch nicht geöffnet und weiss also nicht, was sie beinhalten, aber es gibt einige Papyrusrollen…»

Gab es am Ende gar mehrere Papyri-Fundstellen?!

Ein Text, der mit blauer Tinte auf einem weißen Hintergrund geschrieben ist.

Die US-Verschlüsselungsmaschine M-209. Ein Deutscher knackte ihre Codes erstmals Mitte September 1944.

Überraschung für Technikexperten: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat der deutsche Dechiffrier-Experte Reinold Weber im Zweiten Weltkrieg den US-Geheimcode TELWA entschlüsselt sowie eine Maschine zum Knacken von M-209-Nachrichten konstruiert.

Dass deutsche Dechiffrier-Spezialisten im Zweiten Weltkrieg Geheimcodes der Alliierten entschlüsselten, war selbst Experten bis vor einigen Jahren nicht bekannt.

Laut Bericht des ehemaligen Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Dr. Otto Leiberich, knackten die Deutschen im Zweiten Weltkrieg die US-Verschlüsselungsmaschine M-209.

Diese Ausführungen dienten Autor Klaus Schmeh als wichtige Informationsquelle, als er sein vor kurzem erschienenes Buch «Die Welt der geheimen Zeichen – Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung» verfasste. Als er auf der Internet-Seite «Telepolis» vorab Auszüge des Buches veröffentlichte, führte dies zu einer kleinen Sensation: Ein 84-jähriger Mann aus Frankfurt meldete sich bei ihm und berichtete, im Zweiten Weltkrieg am Knacken der besagten US-Verschlüsselungsmaschine M-209 beteiligt gewesen zu sein.

Der 1920 in Österreich geborene Reinold Weber, der sechs Jahre seiner Kindheit in den USA verbracht hatte, wurde 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Aufgrund ausgezeichneter Englisch-Kenntnisse wurde er erst als Nachrichten-Dolmetscher und später als Entzifferer ausgebildet. Eingesetzt in der Dechiffrier-Einheit FNAST5, gelang es ihm, den TEL-WA-Code von US-Funksprüchen zu entschlüsseln und auch Maschinenschlüssel zu entziffern.

In dieser Zeit knackten Weber und seine Kollegen die Codes der US-Verschlüsselungsmaschine M-209 und fingen brisante Informationen ab. So gab es immer wieder Hinweise auf bevorstehende Bombardierungen deutscher Städte, die meist etwa sechs bis acht Wochen vor der Durchführung in Funksprüchen angekündigt wurden. Welche Gegenmassnahmen das deutsche Militär mit Hilfe dieser Informationen traf, erfuhr Weber jedoch nie.

Im April 1944 kam Weber auf die Idee, eine Maschine zu bauen, die einen Teil der mühsamen Entzifferungsberechnungen automatisieren sollte. Die Firma Hollerith, später IBM, fällte eine positive Beurteilung, erklärte aber, der Bau einer solchen Maschine dauere etwa zwei Jahre.

So machte sich Weber mit einem Kollegen allein ans Werk. Sie schufen eine Maschine, die aus zwei Kästen bestand: einem in der Grösse eines Schreibtisches, der die Relais und die vier Drehwalzen enthielt sowie einen weiteren Kasten mit 80 x 80 x 40 Zentimeter Kantenlänge.

Letzterer enthielt 26 mal 16 Birnenfassungen, mit denen sich mit Hilfe von Glühbirnen die Buchstaben der relativen Einstellung nachbilden liessen.

Damit schrieben Weber und sein Kollege ein interessantes Stück Technikgeschichte, denn ihre Konstruktion hatte mit ihrer Binärlogik bereits viele Gemeinsamkeiten mit einem Computer.

Dabei war der Computer zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erfunden, wenn man von der ebenfalls zur Dechiffrierung entwickelten britischen Maschine Colossus absieht, die etwa zur gleichen Zeit entstand.

In sieben Stunden zum Erfolg Mitte September 1944 konnte Weber erstmals die Stärke seines Computervorläufers unter Beweis stellen: Während eines Nachtdiensts ermittelte er mit seiner Maschine – ohne die Unterstützung seiner Kollegen – den Schlüssel M-209.

Was ohne Maschinenhilfe für ein Dreierteam mindestens eine Woche Arbeit bedeutet hätte, schaffte er innerhalb von etwa sieben Stunden.

Anfang 1945 – Weber war über mehrere Umwege in Salzburg gelandet – wollte er seine Dechiffrier-Maschine wieder einsetzen. Es fehlte jedoch die notwendige Funktechnik. Das Gerät erwies sich als nutzlos. Sein Vorgesetzter befahl daher, die Maschine zu vernichten. Mit Pickel, Beil, Hammer und Stahlsäge verschrottete Weber daraufhin das Gerät, dessen Konstruktion ihn mehrere Monate lang beschäftigt hatte.

Damit verschwand ein historisch äusserst interessanter Computer-Vorläufer wieder von der Bildfläche. Bis heute wird dieses Gerät in keiner Literaturquelle zur Computer-Geschichte erwähnt. Erst die Telepolis-Veröffentlichung eines Kapitels aus dem besagten Buch «Die Welt der geheimen Zeichen – Die faszinierende Geschichte der Verschlüsselung» brachte Weber schliesslich dazu, sein Schweigen zu beenden.

ots. ■

Ein schwarz-weißes Bild einer Tastatur.
Eine sehr altmodische Schreibmaschine mit Papier drin.

Fanden sich im sagenumwobenen Grab des Pharaos Tut-anch-Amun tatsächlich keine Papyrusrollen, wie offiziell behauptet wird? Neue Recherchen bringen diese These jetzt massiv ins Wanken. So deuten ernst zu nehmende Hinweise eines deutschen Ägyptologen auf «ein 30 Meter langes Totenbuch mit farbigen Zeichnungen» hin, das Entdecker Howard Carter unterschlagen haben soll. Texte, die offenbar ein explosives Geheimnis bergen. von G. F. L.

Bis November 1922 war der ägyptische König Tut-anch-Amun (um 1334–1325 v.

Chr.) im Vergleich zu so berühmten Pharaonen wie Cheops und Ramses II. ein regelrechter «Nobody». Nur Fachleuten war sein Name überhaupt ein Begriff, und aus seiner kurzen Regierungszeit war kaum etwas Bedeutsames zu vermelden.

Dann knackte der britische Ausgräber Howard Carter mit Unterstützung seines Mäzens Lord Carnarvon den «archäologischen Jackpot». Auf der thebanischen West-Bank, im berühmten Tal der Könige, stiess Carter auf das unversehrte Grab Tutanch-Amuns.

Die aus vier Räumen bestehende Anlage war angehäuft mit unvorstellbaren Schätzen. Die Welt feierte Carter und Carnarvon als die erfolgreichsten Ausgräber aller Zeiten.

Aber ausgerechnet jene Gruppe, die sich am meisten über den einzigartigen Fund hätte freuen müssen, zeigte sich schon bald enttäuscht – die Ägyptologen selbst. Man mag es kaum glauben, aber die Fachwelt hatte einen guten Grund für diese Einschätzung. Im ganzen Grab fand sich nämlich kein einziges historisches Dokument!

«Kein einziger Papyrus»?

Professor Samuel Mercer vom Trinity College in Toronto äusserte bereits 1923, also kurz nach der Graböffnung, frustriert, was sich die Gilde dachte: «Die Funde aus dem Grab Tut-anch- Amuns sind in ihrem Wert unvergleichlich (…). Aber mit all ihrem Reichtum und künstlerischen Wert haben sie doch unserem Wissen über die Geschichte des alten Ägypten kein Wort hinzugefügt. Keine Inschrift von Wert, kein einziger Papyrus kam ans Licht.»

Wurden tatsächlich keine Papyri im Grab gefunden? Wer sich auf die Suche nach der Antwort auf diese Frage begibt, stösst auf Ungereimtheiten, Widersprüche und Falschangaben – aber auch auf brisante Dokumente und geheimnisvolle Aussagen. Kurz: Die Schriftrollen des Kindkönigs Tut-anch-Amun gehören zu den grössten Rätseln der Ägyptologie.

Dabei ist das Thema alles andere als neu. Bereits 1990 sorgte der englische Ägyptologe Nicholas Reeves im Zusammenhang mit den Papyri für fette Schlagzeilen. Seine Theorie: Die Schriftrollen könnten in zwei Wächterstatuen aus dem Grab verborgen gewesen sein. Röntgenuntersuchungen japanischer Forscher ergaben jedoch, dass diese Annahme falsch war (siehe «mysteries Nr. 3/2004).

Doch es existieren weitere Hinweise auf die Existenz der Schriftrollen. Der erste stammt von keinem Geringeren als Howard Carter selbst. Im zweiten Band seines Vorberichts ist schwarz auf weiss nachzulesen: «Bei den Amuletten und Symbolen (auf der Mumie, d. Verf.) des Tut-anch- Amun fanden wir Reste eines kleinen Papyrus, auf dem in (weissen) Hieroglyphen ein Ritual stand. Es war zu morsch zum Konservieren, aber hier und da waren doch, wenn auch nur mühsam, Götternamen wie Isis und Osiris zu entziffern.»

Verwirrende Widersprüche Doch wie immer, wenn es um die Papyri Tut-anch-Amuns geht, treten sofort merkwürdige Ungereimtheiten auf.

So auch in diesem Fall. Denn im Vorwort desselben Bandes behauptet Mr. Carter noch steif und fest: «Bemerkenswert ist ferner, dass er weder einen richtigen Herzskarabäus auf dem Körper trug, noch dass irgendeine Spur von religiösen oder literarischen Urkunden in Form von Papyrusrollen vorhanden war.»

Diese Angaben Carters sind äusserst verwirrend – und vor allem rätselhaft.

Erste Merkwürdigkeit:Auf der einen Seite behauptet er, es habe sich keinerlei Spur von einem Papyrus bei der Mumie finden lassen. Andererseits erwähnt er das Vorhandensein eines rituellen Textes – eine «Spur» war das allemal!

Zweite Merkwürdigkeit: Carter hat nir- Howard Carter vor dem Sarg. Riss er sich die Papyri unter den Nagel?

Auch in der Schweiz entstanden diesen Sommer wieder rätselhafte Kornkreise. Im Zürcher Unterland traten sie gar begleitet von UFO-Sichtungen auf. Bei der Einschätzung des Phänomens bleiben die Fronten verhärtet. Dennoch pilgern immer wieder Schaulustige zu den Formationen. Sie berichten von «seltsamem Kribbeln» und anderen Merkwürdigkeiten – zum Ärger der Landwirte. So zäunte etwa Bauer Guido Roggensinger sein Feld kurzerhand ein, um den materiellen Schaden in Grenzen zu halten.

von Nikolaus Stähelin Wie aus seinem Korn ein Kornkreis wird, kann Bauer Guido Roggensinger nicht beobachten. Er feiert in dieser Vollmondnacht am Züri-Fäscht. Es ist Samstag, der 3. Juli 2004. Am Morgen schläft er aus. Da aber liegt das Piktogramm bereits in seinem Feld am Dorfrand von Thalheim an der Thur im Zürcher Unterland.

Tausende Halme des Winterweizens sind regelmässig im Gegenuhrzeigersinn nach unten gedrückt, eine kreisrunde Figur mit sechs Bogenelementen, scharfen Rändern und einem Durchmesser von 80 Metern zeichnet sich ab. Von oben betrachtet ist es eine Art Fisch mit einem grossen Auge, aber ohne Flossen. Oder die Abstraktion eines Käfers? Oder nur eine beliebige geometrische Anordnung?

Roggensingers Cousine Isabelle Bölsterli sieht das niedergedrückte Korn von einer nahe gelegenen Anhöhe aus und weckt den Bauern. Gemeinsam sehen sie sich das Feld an. Nichts deutet darauf hin, dass in dieser Nacht Menschen am Werk waren.

Dario Jehle, ein an Kornkreisen interessierter junger Mann aus dem Nachbardorf, wird benachrichtigt und kommt vorbei.

Er informiert den Kornkreis-Forscher Thomas Peterlunger aus Murten, der am gleichen Wochenende nach Thalheim fährt und den Kreis vermisst.

Ungewohnte Komplexität «Die für schweizerische Verhältnisse ungewohnten Ausmasse und die Komplexität der geometrischen Form haben mich überrascht», schreibt er auf der Website der Schweizer Kornkreisforschung. «Der Kornkreis bei Thalheim (Schweiz). Hunderte pilgerten ins Zürcher Unterland, um die Formation zu begutachten.

innerste Kreis beeindruckte mich durch seine schlichte Schönheit und Genauigkeit. Dieser Eindruck wurde jedoch von den äusseren Ringen und den Kreisbogen nicht bestätigt. Diese variieren zum Teil in der Breite und weisen nicht die gleiche Genauigkeit auf.»

Rund 4000 Kornkreise aus über 45 Ländern sind weltweit dokumentiert. Die schönsten und die meisten – bis zu 150 pro Jahr – entstehen im Süden Englands.

Mittlerweile gibt es auch Meldungen aus China, Südafrika, Chile oder Kasachstan.

Erste Beschreibungen ähnlicher Phänomene datieren aus dem 16. Jahrhundert, sie wurden damals mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht. In den 90er- Jahren des letzten Jahrhunderts erscheinen statt einfacher Kreise zunehmend komplexere Figuren mit einer Geometrie aus Kreisen und Ellipsen, Rechtecken, Dreiecken, Linien oder einer Kombination davon – sie werden nun Piktogramme genannt.

Ähnliche Abdrücke in Eis oder Erde zählen die Forscher zum gleichen Phänomen. Die grösste Figur wurde im Juli 1998 im Sand der australischen Wüste entdeckt: Das vier Kilometer grosse Werk, das als Abbildung eines Ureinwohners interpretiert wurde, war sogar aus dem Weltraum gut sichtbar.

Auf Anraten von Kornkreisforscher Thomas Peterlunger zäunt Guido Roggen- ‹‹ Auf Anraten zäunte der Bauer den Kornkreis auf seinem Feld ein.

singer den Kornkreis ein, damit die immer zahlreicheren Besucher nicht unbesehen durchs Feld stapfen. Eine junge Frau aus der Ostschweiz, die ihren Namen nicht preisgeben will, begeht das Feld mehrmals barfuss.

«Wir sind nicht die Einzigen im Universum, das waren Ausserirdische. So etwas können Menschen nicht in einer Nacht herstellen», sagt sie. Viele meditieren oder beten, einige pendeln, andere stehen etwas verloren und skeptisch im niedergedrückten Weizen. Ein Junge hält zwei Grashalme wie ein Pendel in der Hand und grinst: «Es bewegt sich nicht!»

Eine Frau ist überzeugt, der Aufenthalt im Kornkreis lindere die Beschwerden ihres Rheumatismus, eine andere spürt eine Linderung ihrer schweren Bakterienerkrankung. Eine Patientin mit vierfachem Bypass ist «dankbar, dass ich hier besser atmen kann». Sie will wiederkommen. Viele, vor allem Frauen, berichten von einem Kribbeln an den Füssen.

Der Kirchen-Sigristin Vreni Roduner aus dem Nachbardorf Gütighausen wird schwindlig im Kornkreis, sie muss das Feld verlassen. Es sei, wie wenn Kraft durch sie hindurchströme, sagt sie zum Reporter von «Tele Züri». Nicht eigentlich unangenehm. «Aber ich merke, dass ich nicht hierher gehöre.»

Die Schweiz ist ein Nebenschauplatz Detailansicht aus dem Thalheimer Piktogramm. Fotos: Thomas Peterlunger.

des Kornkreis-Phänomens. Im Juni 1993 entdeckten Zugfahrende bei Gümmenen im Saanetal ein einfaches Zeichen in einem Weizenfeld. Es war 18,4 Meter lang, der grosse Ring hatte einen Durchmesser von 11,5 Metern. Erst 2002 wurden zwei weitere Kornkreise bekannt.

Im Folgejahr waren es bereits zehn. Interessant ist ein Ring mit 2,5 Metern Durchmesser in einem Kleefeld.

Das Merkwürdige daran sind die Halme und Blätter der untersten, niedergelegten Schicht im Ring, die wie schwarz eingefärbt sind und bald zu faulen anfangen – ein von Menschen schwer reproduzierbarer Vorgang.

Fünf Kreise und ein Stern Auch Bauer Hans Kübler aus dem Schaffhausischen Siblingen meldete im Juni 2003 ein merkwürdiges Phänomen: Anscheinend über Nacht war eine Figur mit fünf Kreisen in seinem Gerstenfeld erschienen, eine Woche später ergänzt durch einen Davidstern.

Bei Rutengängern und Pendlern würden die Kreise ‹‹ Beim Betreten des Kreises habe er ein Kribbeln verspürt…

«angeben», schreibt Hans Kübler in einer Broschüre. Auch er habe beim Betreten ein «Kribbeln» verspürt und in der Nacht des Entstehens ein starkes Sirren gehört. Im Stall seien alle 130 Kühe brüllend dagestanden.

Im Jahr 2004 kommt die erste Meldung Ende Juni aus Büttenhardt im Kanton Schaffhausen, wo eine Formation mit 140 Metern Länge in einem Roggenfeld aufgetaucht ist – das grösste bisher in der Schweiz gesichtete Piktogramm. Am 17. Juli entsteht in Worb bei Bern ein Piktogramm, am 24. Juli in Wiesendangen, Kanton Zürich. Alle drei sind wahrscheinlich durch Menschenhand entstanden.

Und dazwischen Thalheim an der Thur. Der Eintritt von fünf Franken, den die Familie Roggensinger verlangt, hält niemanden ab. Das Parkieren ist gratis. Nach zwei Wochen sind es schon über 1000 Besucherinnen und Besucher, die, meist mit dem Auto, nach Thalheim fahren und den Kornkreis betreten wollen. Auch aus dem nahen Ausland kommen Neugierige.

Mit dem Geld aus den Eintritten sei der Schaden von rund 1500 Franken mehr als gedeckt, sagt Guido Roggensinger nüchtern. Die Ernte will er dieses Jahr als «Kornkreis-Weizen» absetzen. Zu kaufen gibt es auch T-Shirts und Anhänger mit der abgebildeten Figur, ein Luftbild ist für 20 Franken zu haben.

Ärger mit Randalierern Der Bauer selber glaubt an einen Bubenstreich. «Vögel fliegen übers Feld, auch mein Hund kam mit mir in den Kreis, ich habe absolut nichts gespürt.» Auch sein Handy ist nicht ausgestiegen, wie man es von andern Kornkreisen berichtet.

Cousine Isabelle Bölsterli nervt sich, wenn sie auf das «grosse Geschäft» angesprochen wird. Bereits hätten Randalierer einmal den Zaun niedergedrückt und den Tisch mit der Kasse zu Boden geschlagen. Auch diffuse Warnungen von Hobby-Propheten, dass «bald jemand sterben» werde, hört sie ungern. Den Rummel findet Bölsterli überzogen.

Aber dass ihr Kornkreis ein echtes Naturphänomen ist, daran zweifelt sie nicht: «Kürzlich gab es ringsum schwarze Wolken, nur auf dem Feld blieb es hell, und dann hagelte es überall, nur nicht auf diesem Feld – es ist schon verrückt.»

«Echt oder gefälscht?» ist seit Jahren die am meisten diskutierte Frage, sobald ein Kornkreis auftaucht. «Echt» meint, dass keine Spuren von menschlicher Einwirkung zu beobachten sind, die Figuren innert weniger Minuten oder Stunden entstehen und von oben aus gesehen gestochen scharf erscheinen.

Mit «gefälschten» Kornkreisen sind Nachahmungen von Menschenhand gemeint, entweder als angekündigtes Experiment von Forscherkreisen, oder insgeheim zur Täuschung der Kornkreis-Gemeinde angelegt.

Naturgemäss werden alle neu entdeckten Kreise zuerst einmal auf Fälscherspuren hin geprüft. Als vorläufig «echt» anerkennt die Kornkreis-Gemeinde dann diejenigen Formationen, bei denen nichts Derartiges zu finden ist und die einen hohen Grad an Komplexität aufweisen.

Die Schätzungen darüber, wie viele Kornkreise von Menschenhand geschaffen wurden, schwanken zwischen 20 und 80 Prozent. In England sind über die Sommermonate regelrechte Verfolgungsjagden zwischen Fälschern und Hobby-Forschern im Gange, wobei auch Radar oder Wärme-Kameras zum Einsatz kommen.

Gutgläubige machen sich lächerlich, wenn sie beseelt von Piktogrammen mit ausserirdischen Botschaften erzählen, die sich später als von Menschenhand gemacht entpuppen. Umgekehrt behaupten die Fälscher, die sich in Gruppen organisieren, sie könnten jede Formation innert weniger Stunden imitieren, sogar nachts – scheitern aber meist kläglich beim Tatbeweis: Entweder benötigen sie viel mehr Zeit, oder die Formationen sind geometrisch alles andere als perfekt, oder die Täter hinterlassen menschliche Spuren. Bei «echten» Piktogrammen, auch wenn sie während starkem Regen entstanden, fehlen Fussspuren, und die Halme sind völlig schlammfrei.

Untersuchungen im Labor Laboruntersuchungen von Boden- und Getreideproben aus als «echt» erachteten Kornkreisen haben einige Unterschiede zu Kontroll-Proben ergeben: Sowohl in der Länge als auch in der Dicke stark veränderte Wachstumsknoten der Halme, von innen nach aussen geplatzte Wachstumsknoten, verkümmerte und deformierte Ähren, deutliche Veränderungen im Wachstumsverhalten der Ähren, die nach der Entnahme unter Laborbedingungen zum Keimen gebracht wurden, und erhöhte radioaktive Strahlung.

Viele der Phänomene – wenn auch nicht alle – lassen sich dadurch simulieren, dass man die Ähren für einige Sekunden in einen Mikrowellenofen steckt. Eine zur Zeit gängige Theorie über die Entstehung der Kreise geht denn auch davon aus, dass eine kurze Erhitzung durch eine Strahlung unbekannter Herkunft die Veränderungen und die Biegung des Korns hervorrufen.

Für Skeptiker, sofern sie nicht pauschal alle Kreise als menschengemacht hinstellen, handelt es sich dabei höchstens um ein noch nicht erforschtes Naturphänomen. Andere hingegen bestehen darauf, dass hinter den komplexen Figuren eine nichtmenschliche Intelligenz stehen müsse.

«Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass wir eine ganze Reihe von absolut standfesten Beweisen für ein echtes – nicht menschengetrampeltes – Phänomen vorlegen können», schreibt der deutsche Kornkreis-Forscher und Buchautor Andreas Müller.

Sein Schweizer Kollege Thomas Peterlunger bleibt vorsichtiger: «Es ist ein echtes Phänomen, vielleicht etwas Meteorologisches, wobei man eine Intelligenz als Gestaltungskraft fast annehmen muss.»

Dazu passen die zahlreichen Schilderungen, die von seltsamen rot-weissen Lichtern und von UFOs in der Nähe von neu entstandenen Kornkreisen berichten.

Zurück zur Formation von Thalheim im Zürcher Unterland: «Keine Ufos, keine Ausserirdischen», antwortet Karl Steiner von der Informationszentrale der Zürcher Kantonspolizei kurz angebunden auf die Frage nach besonderen Vorkommnissen in der betreffenden Nacht. Auch die Radar-Aufnahmen der Schweizer Luftwaffe sind unauffällig.

Doch am 19. Juli 2004 berichtet der Zürcher «Tages-Anzeiger» von einem anonym bleibenden SBB-Lokomotivführer, der in der besagten Nacht einen Spätkurs von Zürich nach Stein am Rhein fuhr.

Wenige Kilometer nördlich von Thalheim will er eine Lichterscheinung am Himmel bemerkt haben, die auch von einer Zugbegleiterin und einer Kollegin entdeckt wurde: nach seinen Worten eine grosse, bogenförmige Figur in verschiedenen Grau-Tönen.

Beim nächsten Bahnhof verschwand die Erscheinung in einer Art weisser Wolke. Bei der Endstation dann sahen die Drei ein grosses, grün-rot-weisses Licht blinken. Auf der Rückfahrt bekam der Lokführer etwa an der gleichen Stelle wie zuvor eine starke Hühnerhaut, die erst nach ein bis zwei Minuten allmählich wieder abklang.

Erst Tage später will er über den Kornkreis gelesen haben. Eine Festgesellschaft in Guntalingen, dem Nachbardorf von Thalheim, bestätigt einige der vom Lokführer beschriebenen Vorkommnisse.

Das Lokalfernsehen «Tele Züri» berichtet ebenfalls über den Lokomotiv-Führer, auch hier ohne ihn im Bild zu zeigen.

«Spekulationen schiessen ins Kraut», betitelt die Moderatorin den Beitrag und ‹‹ Für die etablierten Medien ist das Thema damit abgeschlossen.

lächelt dazu ironisch. Ob die Lichter nicht doch vom Züri-Fest stammen, sei nicht abschliessend zu klären, schliesst sie. Von Zürich bis Stein am Rhein sind es 40 Kilometer.

Damit ist für die etablierten Medien das Thema abgeschlossen: Von den drei Schweizer Sonntagszeitungen über die «Weltwoche» bis hin zu edlen Hochglanz-Magazinen mit Untertiteln wie «Die Wunder der Welt» bringt niemand mehr einen Beitrag.

Nur der «Tages-Anzeiger» schiebt noch nach, dass Bauer Roggensinger ein spezielles Kornkreis-Bier hat brauen lassen.

Sicher ist: Kornkreise haben innerhalb der unerklärten Phänome eine Sonderstellung: Sie sind von jedermann zu sehen und bleiben erhalten, bis der Bauer das Feld mäht.

Die Schulwissenschaft schweigt sich über die Formationen und ihre Entstehung weitgehend aus, befragte Wissenschaftler sprechen höchstens von noch nicht erforschten Energien, welche den Gesetzen der Naturwissenschaft nicht widersprechen müssten.

Die «Gläubigen» wie zum Beispiel der Kulturanthropologe und langjährige Kornkreis-Erforscher Michael Hesemann dagegen werden ungeduldig: «Von den einst vielleicht zwanzig verschiedenen Kornkreis-Ursprungstheorien – von sich paarenden Igeln bis zu intelligenten Plasma-Wirbeln, den Kräften von Mutter Erde oder SDI-Experimenten der Militärs bis zu kreativen Erdgeistern – sind eigentlich nur noch zwei übriggeblieben:Aliens oder Hoaxers: Ausserirdische mit UFOs oder menschliche Scherzbolde.»

Wer mehr wissen will: Forscher Werner Anderhub ist mit seiner Diashow bis April 2005 in der Schweiz unterwegs. Daten auf: www.kornkreise.ch.

Ein schwarz-weißes Foto eines Feldes mit einigen Bäumen in der Ferne.
Ein schwarz-weißes Foto eines Grasfelds.
Ein schwarz-weißes Foto eines Grasfelds.