URI GELLER ÜBER AUSSERSINNLICHE FÄHIGKEITEN

Jeder Mensch besitzt paranormale Kräfte – behauptet Löffelbieger Uri Geller. Am Fernsehen und in seinen Büchern beschreibt er, wie jedermann mit etwas Übung davon profitieren kann. Für alle, die nicht täglich trainieren mögen, hält er im folgenden ein paar nützliche Tipps und Anregungen bereit.

Am Nordende des Londoner Westminster Palace, in dem das britische Parlament seinen Sitz hat, steht ein 320 Fuss hoher Glockenturm, den alle Welt kennt und liebevoll «Big Ben» nennt. Er schlägt jede Viertelstunde in einem anderen Ton an und jede volle Stunde erschallt eine riesige Glocke, die über 13 Tonnen wiegt.

Am 17. Dezember 1989 berichtete die «News of the World», eine der bekanntesten und meistgelesenen Zeitungen Englands, dass Big Ben am Vortag exakt um 11.07 Uhr für drei Stunden stehen geblieben war. Und das war meine Schuld.

Ich hatte einen Vertrag mit einer amerikanischen Spielzeugfirma unterschrieben, die mit einem besonderen Werbegag auf sich aufmerksam machen wollte. Also kamen sie auf die Idee, dass ich am Neu-

Ein Mann ist mit Seilen gebunden und trägt eine schwarze Uniform.

Karte von Mexico. (Grafik: Ruben Gomez und Romeo Hristov) chische Anthropologe Robert Heine-Geldern im «Anzeiger der österreichischen Akademie der Wissenschaften»: «Wie mir Professor Walter Krickeberg mitteilte, enthielt eine Sammlung aus der Huaxteca, also aus der Gegend der mexikanischen Golfküste, die Seler im vorigen Jahrhundert in Mexico für das Berliner Museum für Völkerkunde erwarb, einen kleinen spätrömischen Venustorso. Leider ist über die Fundumstände nicht mehr bekannt, als dass sämtliche Gegenstände der Sammlung angeblich aus der gleichen Grabung stammen sollen.»

Damit nicht genug. «Über den anscheinend recht umfangreichen Fund römischer Münzen, der vor einigen Jahren in Venezuela gemacht wurde und der derzeit in Washington untersucht wird, liegt noch kein Bericht vor, so dass es sich vorläufig nicht sagen lässt, ob es sich um einen vorkolumbischen Hort oder um eine spanische Sammlung der Kolonialzeit handelt.»

Wen wunderts, dass der einst so enthusiastische junge Bulgare mit den Jahren nachdenklicher geworden ist. Kaum jemandem sei bewusst, wie mühsam sich seine Recherchen gestalteten, «und wieviele Leute mich bereits zu stoppen versuchten», führt Romeo Hristov gegenüber «mysteries» aus: «Abgesehen von diversen persönlichen Gründen, die aus akademischer Sicht eigentlich völlig irrelevant sind, gibt es in der Wissenschaft leider einige mehr oder weniger gängige Vorurteile und Missverständnisse, welche die objektive Untersuchung von transozeanischen Reisen nach Amerika vor Kolumbus seit mehr als hundert Jahren extrem komplizieren.»

Traum vom Buch Seit vielen Jahren schwebt dem Mann deshalb ein Buch vor. Sein Traum: Ein wissenschaftliches Kompendium aller umstrittenen Fundstücke, welche auf derlei Kontakte hinweisen.

Aus beruflichen Gründen ist das ehrgeizige Projekt bis heute leider ein Traum geblieben. Dafür hat Hristov mittlerweile seine Doktorarbeit fertiggestellt. «Nachdem ich in den letzten Jahren vor allem unternehmerisch tätig war, hoffe ich, sie 2007 endlich an der Universität von Salamanca einreichen zu können.»

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UMSTRITTENER SENSATIONS-FUND WIRD TOTGESCHWIEGEN

Es klingt unglaublich: 1933 entdeckten Forscher in einem intakten präkolumbianischen Grab in Mexico eine römische Skulptur. Romeo Hristov ist es zu verdanken, dass der Sensationsfund sauber dokumentiert wurde. «mysteries» unterhielt sich mit dem Archäologen über den kontroversesten Fund der US-Geschichte.

«Ich kenne doch meine Kollegen. Sie werden sagen: Er ist ein Träumer. Ein Romantiker. Keine seriöse Person… Es ist ein dreckiges Geschäft: Die attackieren einander wie Hunde. Wie Hunde!»

Acht Jahre ist es her, seit Romeo Hristov seiner Verdrossenheit über die konservative Mentalität der Ausgräberzunft in den USA erstmals öffentlich Ausdruck verlieh – damals noch als 35-jähriger emigrierter bulgarischer Archäologie-Doktorand. Überzeugt davon, dass Europäer Amerika bereits lange vor Kolumbus betreten haben.

Als Beweis dafür wartet er mit einem einzigartigen Kleinod auf – einer kleinen römischen Terrakotta-Skulptur aus einem mittelamerikanischen Grab. Nachweislich echt und ungefähr aus der Zeit zwischen dem zweiten Jahrhundert vor und dem sechsten Jahrhundert nach Christus.

Aufspüren konnte Romeo Hristov das kuriose Stück noch als Student – in den Archiven des National Museum of Anthropology in Mexico City, wo es längst vergessen gegangen war. 1985, beim Stöbern in einem jahrzehntealten populärwissenschaftlichen russischen Heft hatte er in jungen Jahren erstmals darüber gelesen. Seither liess ihm der römische Kopf keine Ruhe mehr.

1990 konnte er sein Heimatland endlich verlassen und wechselte von der Universität in Sofia via Brasilien nach Mexico, wo er als Student an die dortige National School for Anthropology and History übersiedelte – in der Hoffnung, das Stück seiner Begierde zu finden. Nach etlichen Anfragen und Recherchen wurde er um 1992 endlich fündig.

Unter drei intakten Schichten Ausgegraben hatte die kleine Kopfskulptur einst der bekannte Archäologe Jose Garcia Payon. Und zwar 1933, in einem Grabbau bei Tecaxic-Calixtlahuaca, im Toluca Valley unweit von Mexico City – zusammen mit etlichen weiteren Kostbarkeiten, darunter auch Gold.

Weil sich die Gruft unter drei intakten Schichten von Stein und Zement vor der historisch dokumentierten Zerstörung Calixtlahuacas durch die Azteken befand, war schnell klar: Sie musste aus der Zeit vor 1510 stammen. Genauer gesagt aus der Periode von 1476 bis 1510. Also noch vor der Ankunft der Spanier. Denn Eroberer Cortez landete erst 1519 in Veracruz. Nur: Wie um alles in der Welt gelangte das römische Kleinod dann dorthin?

Eine römische Skulptur in einem präkolumbianischen Grab: Für konservativ denkende US-Archäologen ist das in etwa so, als wenn die NASA anlässlich ihrer ersten Mondlandung eine Stalinbüste auf unserem Trabanten entdeckt hätte. Etwas, das es nicht geben darf. Kein Wunder, zog es Archäologe Payon vor, sein Fundstück für sich zu behalten. Nur hie und da zeigte er es kopfschüttelnd einigen befreundeten Kollegen – in der Hoffnung, Antworten auf seine vielen Fragen zu erhalten.

Um 1960 schaute sich dann auch der österreichische Anthropologe Robert Heine-Geldern das seltsame Stück genauer an. «Es handelt sich um das ungefähr zwei Zentimeter hohe, mit dem Pylos bedeckte Köpfchen eines bärtigen Mannes, das fraglos dem hellenistisch-römischen Kunstkreis entstammt», konstatierte er später im «Anzeiger der österreichischen Akademie der Wissenschaften» (Nr. 16, 1961). «Der stark ausgeprägte Naturalismus spricht für ein Datum um 200 nach Christus.»

«Dass der Kopf nachträglich ins Grab gelangte, kann ausgeschlossen werden.»

Ob der intakten Schichten war für Heine-Geldern sofort klar, dass er etwas ganz Erstaunliches in den Händen hielt: «Die Möglichkeit, dass das Stück etwa in jüngerer Zeit in den Grabbau gelangt sein könnte, ist mit Sicherheit auszuschliessen.

Die anderen Grabbeigaben, Keramik und Schmuckgegenstände, dürften dem 12.

Jahrhundert angehören. Der kleine Kopf muss sich daher schon seit ungefähr einem Jahrtausend in Mexico befunden haben, als er schliesslich in dem Grab niedergelegt wurde.»

Leider zollte die Fachwelt seinen Ausführungen damals so gut wie keine Beachtung. Und so verwischte der Staub der Zeit die Spuren des aussergewöhnlichen Stückes. Es geriet in Vergessenheit – bis es Romeo Hristov in den örtlichen Museumsarchiven wiederentdeckte. Unterstützung erhielt er bei seinen Untersuchungen von Santiago Genoves T., einem emeritierten Anthropologie-Professor und ehemaligen Teilnehmer von Thor Heyerdahls Expeditionen.

Ohne Kommentar retour Jahrelang klopften Hristov und sein Mentor bei akademischen Journalen an, um ihre Untersuchungsergebnisse wissenschaftlich korrekt publiziert zu sehen. Vergeblich. «Antiquity» etwa, eine der bekanntesten Wissenschaftszeitschriften auf diesem Gebiet, schickte ihm seinen Fachaufsatz postwendend zurück.

«Man gab mir nicht einmal die Chance, etwas dazu zu sagen», ärgert sich der aufmüpfige Bulgare, der damals an der Universität von Salamanca in Spanien gerade an seiner Dissertation arbeitete. Auch «Current Anthropology» lehnte eine Publikation ab.

1999 klappte es dann doch noch – im Die Kopf-Skulptur in der Seitenansicht. (Fotos: Romeo Hristov) renommierten Fachjournal «Ancient Mesoamerica» der Cambridge University Press. Unter dem Titel «Mesoamerikanische Beweise für präkolumbianische transozeanische Kontakte» listen Hristov und seine Koautoren darin umfangreiche Resultate von Testreihen auf, welche die Authentizität des Fundstücks eindrücklich bestätigen.

So nahm sich etwa die Forschungsstelle Archäometrie des Max-Plank-Institutes für Kernphysik in Heidelberg der Skulptur an. Ihre Thermolumineszenz-Datierung fiel zwar nicht hundertprozentig eindeutig aus. Dennoch kam das Team um Günther Wagner zum Schluss, dass «die Figur ungefähr 730 bis 2880 Jahre alt» sein dürfte. Dies bestätigte Wagner am 8. April 2000 in einem Brief an den «New Scientist».

Und auch Bernard Andreae, emeritierter Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, meinte am 27. Februar 2000 gegenüber dem italienischen «Corriere della Sera»: «Das Stück ist ohne jeden Zweifel römischen Ursprunges. Laboranalysen haben bewiesen, dass es antik ist.» Stilistische Untersuchungen würden auf das 2. Jahrhundert nach Christus deuten.

Studenten-Jux?

Nach einer derlei geballten Ladung an Beweisen hätte man annehmen dürfen, dass die weltweite Fachwelt in Verzückung über den Fund geraten würde.

Doch weit gefehlt. Einmal mehr rümpften Experten jeder Couleur die Nase. «Transozeanische Kontakt vor Kolumbus?» jaulten sie auf. «Bitte nicht schon wieder. Das ist natürlich Humbug! Es gibt bislang nicht einen vernünftigen Beweis dafür.»

Und der römische Kopf? «Eine Fälschung», winkten manche vorschnell ab und lächelten dabei vielsagend. Zwar verging ihnen das Lächeln nach der Lektüre von Hristovs blitzsauberer Publikation bald wieder. Doch der Wahrheit ins Auge sehen mögen viele bis heute nicht.

«Da das Ding offenbar tatsächlich echt ist, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit», argwöhnte ein Schweizer Archäologe auf Anfrage von «mysteries». «Irgend «Gerüchte über einen Studenten-Jux erwiesen sich als heisse Luft.»

ein Student oder Mitarbeiter wird das gute Stück dem damaligen Entdecker Jose Garcia-Payon wohl als Jux untergeschoben haben.» Namentlich zitieren lassen mochte sich der gelehrte Mann bezeichnenderweise nicht. Denn konkrete Beweise für diese Unterstellung kann er selbstverständlich nicht liefern.

Tatsache ist, dass die «Jux-These» Hristov auch von anderen namhaften Experten entgegengehalten wird – etwa von Paul Schmidt vom Instituto de Investigaciones Antropologicas in Mexico. «Es geht das Gerücht, dass die Figur dem Entdecker untergejubelt worden sein soll», schrieb er am 6. März 2000 in einem Brief an «Ancient Mesoamerica».

Das «Gerücht»? Seit wann setzen Wissenschaftler auf «Gerüchte»? Es ist zum Verrücktwerden! Denn mit derlei Floskeln lässt sich jede nur erdenkliche archäologische Entdeckung diskreditieren – selbst, wenn sie noch so sauber dokumentiert wurde.

Schmidt liess es sich jedenfalls nicht nehmen, dem jungen Hristov auch persönlich mitzuteilen, dass «jeder hier weiss, dass der Kopf kolonialen Ursprunges ist» und der leitende Archäologe Garcia-Payon bei der Ausgrabung 1933 persönlich gar nicht vor Ort gewesen sein soll. Dumm nur, dass mittlerweile eine Thermolumineszenz-Datierung vorliegt. Die spricht nämlich klar gegen Schmidt.

Wer mischt schon aus Jux eine echte Kostbarkeit in einen antiken Schatz?

Doch Hristov wollte es genauer wissen.

Also setzte er sich mit dem Sohn des mittlerweile verstorbenen Ausgräbers in Verbindung. Wusste dieser von solchen Vorwürfen? Alles Unsinn, winkte der Sohn ab. Derlei Vorhalte seien seinem Vater schon in den 60er-Jahren gemacht worden: «Mein Vater versicherte bei jeder Gelegenheit, dass er bei der Entdeckung anwesend war.» Auch weitere «ältere» akademische Kapazitäten aus Mexico, die Hristov nach den von Schmidt erwähnten «Gerüchten» befragte, zuckten nur ratlos mit den Schultern. Niemand hatte von derlei Unsinn je gehört.

«Venus-Torso» Kommt dazu, dass der kontroverse Fund bei weitem nicht das einzige römische Stück in Amerika ist, das aus der Zeit vor den spanischen Eroberern stammt. Bereits 1961 konstatierte dazu der österrei- «Struktur Nr. 5» in Tecaxic-Calixtlahuaca. Hier wurde die römische Skulptur 1933 ausgebuddelt. (Foto: Hristov)

Ein Stück Schokolade, das wie ein Gesicht aussieht.
Ein trockenes Feld mit Steinwand und Bäumen.
Eine Karte von Mexiko mit einem Kompass.
Eine Karte des Wetteres mit einem roten Kreis in der Mitte.

PHYSIKER UNTERMAUERN BRISANTE THESE MIT NEUEN FAKTEN

Stammen die riesigen Steinquader der Pyramiden von Gizeh doch nicht aus den Steinbrüchen der Umgebung, wie die klassische Ägyptologie gerne behauptet? Wurden sie vielmehr «gegossen» – ähnlich heutigem Beton? «mysteries» fasst die neusten wissenschaftlichen Ergebnisse für Sie zusammen.

Seit rund drei Jahrhunderten werden immer wieder Stimmen laut, die – im Gegensatz zur klassischen Ägyptologie – behaupten, dass die grossen Pyramiden nicht mit Natursteinen der Steinbrüche aus der Umgebung gebaut worden seien, sondern aus «gegossenen» Blöcken aus Kalkstein und einem Bindemittel bestehen würden. Untersuchungen im letzten Jahr haben die Debatte neu entfacht.

Die Hypothese der «zusammengefügten» Steine wurde 2001 vom Wissenschaftsmagazin «Science & Vie» erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Französische Wissenschaftler hatten im selben Jahr in Steinproben aus verschiedenen Pyramiden erstaunliche Anomalien gefunden.

Aktuelle wissenschaftliche Analysen weisen nun in die gleiche Richtung. Modernste Technik, Röntgenstrahlen, Plasma-Lampen und Rasterelektronen-Mikroskop standen den amerikanischen Physikern Michel Barsoum und Gilles Hug für Untersuchungen zur Verfügung, die sie im Laufe des letzten Jahres durchgeführt haben.

Ihr Team hat natürlichen Kalkstein aus den Brüchen von Toura und Maadi mit Steinproben aus der Cheops-Pyramide verglichen und dabei festgestellt, dass die Mikrostrukturen in den Pyramiden-Blöcken weit komplexer sind, als in jenen aus den Steinbrüchen.

In den Steinproben aus den Pyramiden sind nämlich Spuren einer schnell abgelaufenen chemischen Reaktion zu finden – anstelle des erwarteten natürlichen Kristallisationsprozesses. Ein unerklärlicher Befund; es sei denn, man geht davon aus, dass die Blöcke, ähnlich heutigem Beton, gegossen worden sind.

Die moderne Röntgentechnik und der Einsatz von so genannten Plasma-Lampen erlauben heute sehr genaue Analysen.

So zeigte sich beispielsweise, dass die Proben aus der Cheops-Pyramide eine deutlich höhere Silizium-Konzentration aufweisen als jene aus Toura, von wo die Steinblöcke der Pyramiden – laut bisheriger Annahme – stammen.

Da Silizium ein in der Geologie übliches Element ist, erstaunt es, dass dieses in den Pyramidenblöcken in Kombination mit anderen Elementen (Magnesium, Calcium, Aluminium etc.) vorkommt, wie es in der Natur in dieser Form nicht existiert. Die Anwesenheit von Silizium in den meisten Steinproben aus den Pyramiden, und demgegenüber sein Fehlen im natürlichen Stein, unterstützt die These der synthetischen Natur der Blöcke zusätzlich.

Ebenfalls bestätigt wurde unter anderem die bereits vor dreissig Jahren vom belgischen Physiker Demortier nachgewiesene deutlich höhere Konzentration von Magnesium, Fluor und Natrium.

Mehrzahl der Steine gegossen Die im Dezember 2006 im «Journal of the American Ceramic Society» veröffentlichte Studie von Barsoum und Hug sollte beweisen, dass zumindest ein Teil der Pyramidenblöcke aus künstlich gefertigten Steinen besteht.

«Ein Ziel, das wir erreicht haben», ist Barsoum überzeugt. «Die uns zur Verfügung gestellten Proben waren jedoch winzig klein, was möglicherweise zu einer gewissen Einseitigkeit der Resultate geführt haben könnte.»

Die beiden Forscher sind zum Schluss gekommen, dass die Mehrzahl aller sichtbaren Blöcke der Pyramiden auf dem Plateau von Gizeh – speziell deren Gipfel-Partien – gegossen sind. Damit stehen sie im Widerspruch zu den Thesen des französischen Chemikers Joseph Davidovits, «Verfügten die Ägypter über eine ausgeklügelte Herstellungsmethode auf Calcium-Basis?»

der nach wie vor überzeugt ist, dass die Pyramiden von der Basis bis zur Spitze ganz aus Geopolymeren gefertigt sind.

Seiner Meinung nach hätten die alten Ägypter die Herstellung von «synthetischen» Steinen mittels eines kalkartigen Bindemittels beherrscht. Die Blöcke seien nacheinander in Bretterschalungen gegossen worden und bestünden zu 93 bis 97 Prozent aus natürlichem Kalk, der Rest aus einem Binder auf Silikat-Basis.

Davidovits ist überzeugt davon, dass die alten Ägypter über eine ausgeklügelte Methode zur Zementherstellung auf Calcium-Basis verfügten. Insgesamt wurden im Laufe der Zeit die Ergebnisse von vier verschiedenen chemischen Verfahren ermittelt.

Davidovits hat die seiner Ansicht nach praktizierte Herstellungsweise so erläutert: Der weitaus grösste Materialanteil ist natürlicher Kalk. Zwischen drei und sieben Prozent macht das Bindemittel Kaolinit-Ton aus, der sich im Wasser zu einer Art Kalkschlamm verbindet. Die antiken Chemiker reicherten diesen Schlamm nun mit gelöschtem Kalk an.

Zusammen mit der Asche (reich an Calciumoxid), die bei der Verbrennung von Palmen entstand, und dem Salz, das aus den Ablagerungen eines Trockenflusses gewonnen wurde, entstand Natronlauge. Zum Kalkstein gefügt, formte sich eine zähe Masse mit einem sehr hohen pH- Wert. Durch die Beigabe von weiterem Salz konnte jetzt jene Konsistenz erzielt werden, die sich in aus Brettern geformte Schalungen stampfen und verfestigen liess.

Natürlichem Zement ähnlich «Der auf diese Art hergestellte Zement ist der natürlichen Zementbildung im Fels chemisch sehr ähnlich», ist Davidovits überzeugt. «Das ist der Grund, weshalb die Geologen, die bis anhin mit den klassischen kristallographischen Analysemethoden arbeiteten, den natürlichen nicht vom künstlich hergestellten Kalkstein unterscheiden konnten.» Auch unter dem Mikroskop sei die Unterscheidung schwierig.

Kritiker von Davidovits’Theorie haben darauf hingewiesen, dass die Brennstoff- «Neue Beweise»: Deckblatt des Artikels im «Journal of the American Ceramic Society».

ZEMENT IN GIZEH: SCHON VOR 300 JAHREN EIN THEMA 1720: Paul Lucas, ein Diplomat im Dienste des Sonnenkönigs Ludwig XIV., stellt erstmals die Hypothese auf, die Steinverkleidung der grossen Pyramiden sei aus Zement und nicht aus Steinblöcken gefügt.

1979: Der französische Chemiker Joseph Davidovits stellt die Theorie der «zementierten Blöcke» auf.

1992: Untersuchungen des belgischen Physikers Guy Demortier führen zur Erhärtung dieser These.

2001: Die Studien der französischen Geologin Suzanne Raynaud und des Amateur-Archäologen Joël Bertho kommen zum selben Schluss. Ihre Resultate werden im Wissenschaftsmagazin «Science & Vie» veröffentlicht.

2006: Die Physiker Michel Barsoum und Gilles Hug (Drexel-University, Department of Materials Science and Engineering, Philadelphia) untersuchen die Steinstrukturen mittels modernster Technik und publizieren ihre Ergebnisse im Dezember im «Journal of the American Ceramic Society».

Passen oft nahtlos aneinander: Pyramidensteine auf dem Gizeh-Plateau.

beschaffung für die Kalzination vieler Tonnen von Kalk äusserst schwierig gewesen sein müsste, wären dafür doch Temperaturen von rund 900 Grad Celsius nötig gewesen. Als Kalzination wird das Erhitzen eines Materials bezeichnet, mit dem Ziel, dieses zu entwässern oder zu zersetzen. Dieser Vorgang ist bei der Herstellung von Zement notwendig.

Inzwischen ist jedoch in verschiedenen weiteren Steinproben ein hoher Magnesiumgehalt festgestellt worden, was wahrscheinlich durch die Beimischung von Dolomit oder Magnesit (MgCO3) erreicht worden ist. Beide Gesteinsarten ermöglichen die Kalzination bei sehr viel niedrigeren Temperaturen und beide kommen in Ägypten vor.

Davidovits konnte belegen, dass seine Theorie in der Praxis funktioniert. Im Sommer 2002 gelang ihm am französischen «Institut Géopolymère» in St. Quentin die Herstellung von fünf verschiedenen Blöcken mit einem Totalgewicht von vierzehn Tonnen. Die dortigen Chemiker verwendeten einen weichen, tonhaltigen Kalk ähnlich dem von Gizeh. Die anschliessenden Blindversuche bestätigten einmal mehr, dass die Unterscheidung von natürlichem Kalzit und dem durch eine chemische Reaktion erzeugten äusserst schwierig ist.

Vom Saulus zum Paulus Wie zu erwarten war, bleiben die «Schulägyptologen» kritisch. Dennoch findet die These der künstlich hergestellten Steine immer mehr Anhänger – auch unter anfänglich skeptischen Wissenschaftlern.

Guy Demortier zum Beispiel, mittlerweile emeritierter Professor der Universität Notre Dame de la Paix im belgischen Namur, gesteht, dass er dieser Theorie anfänglich sehr skeptisch gegenüberstand.

Bis eine Gesteinsprobe jedoch sein besonderes Interesse weckte. Es handelte sich dabei um einen von blossem Auge sichtbaren Überzug über eine kompakte Steinstruktur.

Die Analyse hatte ergeben, dass diese Ummantelung einen erhöhten Anteil an Fluor, Silizium, Magnesium und Natrium aufwies – Bestandteile, die nur in sehr geringerer Konzentration im Innern der Struktur nachgewiesen werden konnten.

«Der Kern der Probe und sein Überzug wiesen eine gänzlich unterschiedliche Zusammensetzung auf. Der Kern bestand aus dem Grundstoff – und die Umhüllung aus schlecht verdünntem Kalk wäre dann das gesuchte Bindemittel.»

Für Demortier besteht kein Zweifel mehr: Die Laboruntersuchungen, die er während zehn Jahren durchgeführt hat, haben ihn überzeugt, dass «die drei majestätischen Pyramiden des Cheops, des Chefren und des Mykerinos aus künstlich gefügten Steinen geformt wurden.»

Auch die Spezialisten des französischen Laboratoire Central des Ponts et Chaussées (LCPC), die sich im vergangenen Jahr mit der Materie befasst haben, beurteilen die Studienergebnisse von Barsoum und Hug als «sehr überzeugend».

«Weshalb etwas Neues?»

Dennoch: Als das Magazin «Science & Vie» die Untersuchungsergebnisse von Raynaud und Bertho 2001 dem «Laboratoire Religion et Société dans l’Egypte de l’Epoque tardive» zur Begutachtung vorlegte, fiel die Antwort lapidar aus: «Die Konstruktion aus massivem Stein drängt sich nun mal auf. Die antiken Baumeister konnten vor Ort auf genügend Material und genügend billige Arbeitskräfte zugreifen, und sie hatten alle erforderlichen technischen Kenntnisse. Weshalb also hätten sie etwas Neues erfinden sollen?»

Demgegenüber lässt sich argumentieren, dass allein für die Beschaffung der rund 2'500’000 Kubikmeter Stein für die Konstruktion der grossen Pyramide 25’000 bis 100’000 Arbeiter notwendig gewesen wären – rund 2000 Mann aber hätten genügt, um die erforderliche Menge an Polymersteinen zu fabrizieren.

Auch der Transport wäre kein Problem gewesen, wenn die Blöcke unmittelbar bei der Baustelle hergestellt worden wären.

Millimetergenaues Zuschneiden und perfektes Zusammenfügen der Quader hätten sich ebenso erübrigt wie die Konstruktion von monumentalen, kilometerlangen Rampen und der immense Kraftaufwand, um die Blöcke in der Höhe zu positionieren. Der Flaschenzug wurde nachweislich erst später erfunden.

Verblüffende Präzision Ausserdem sprechen nicht nur geologische und chemische Analysen für die Theorie der gefügten Blöcke. Auch die Betrachtung der eigentlichen Maurerarbeit stützt diese These. Da ist einerseits die Exaktheit, mit der die Blöcke aneinandergereiht sind. Und anderseits das erstaunliche Ausgleichen der unebenen Oberflächen nebeneinander liegender Blöcke.

«Wie ist es möglich», fragen die Befürworter der Zement-Theorie, «dass diese mehrere Tonnen schweren Blöcke derart exakt zusammengefügt werden konnten? Das hätte ja bedeutet, dass jeder einzelne Stein passgenau zum andern hätte behauen werden müssen.»

Die Beobachtung der Blöcke zeigt zudem, dass Erosionsspuren mehrheitlich auf deren Oberseite zu finden sind. Für Professor Davidovits ist der Grund dafür offensichtlich: «Nach dem Giessen der Mischung setzt sich das schwerere Material unten ab. Dieser Teil wird somit dichter und kann deshalb der Erosion besser widerstehen.» Ein Phänomen, das sich übrigens auch beim modernen Beton zeigt.

Ob es dem obersten ägyptischen «Pyramiden-Verwalter» Zawi Hawass also gefällt oder nicht: Die Verwendung von polymeren Steinen beim Bau der Pyramiden scheint durchaus wahrscheinlich.

Dennoch bleibt die «Guss-Hypothese» vorläufig umstritten. Ihre Hauptschwäche: Sie basiert lediglich auf der Untersuchung einer Handvoll Steine.

Weitere Untersuchungen wären also dringend notwendig. Die aber bedingen, dass die zuständigen ägyptischen Behörden endlich offizielle Probeentnahmen zulassen. Doch wie so oft wurden bis heute alle entsprechenden Anfragen von Kairo entweder abschlägig beschieden oder Tatort: Tatort: Tal der Talder Könige Könige aber ignoriert.

Eine Seite aus einem Buch über die großen Pyramiden Ägyptens.
Eine Felsenwand mit einer roten Linie in der Mitte.
Ein Buchcover mit einem Mann in einem roten Mantel.
nicht beantworten

Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben, Stippvisite in Meryemana Wir waren im Sommer auf Türkeiurlaub.

Mit meinem Vater, der dort wohnt, besuchten wir Meryemana («Marien- Haus») bei der antiken Stätte Ephesos, südlich von Izmir. Die Leute dort behaupten doch tatsächlich, dass Maria, die Mutter Gottes, dorthin geflohen wäre, um ihren Lebensabend in dem abgelegenen Wald zu verbringen. Die Gegend wirkte auf mich sehr friedlich, es war sehr angenehm (siehe Foto rechts).

Oben auf dem «Nachtigallenberg» stehen Fundamente eines Hauses sowie eine renovierte Kapelle mit einer uralten Zeichnung eines Frauenkopfes. Von den Besuchern wird Wasser aus der Heilquelle gezapft. Der Überlieferung nach soll sie hier auch begraben liegen – an einem Ort, «von dem aus man das Meer und die sieben höchsten Hügel sehen kann».

Das Spezielle daran ist jedoch, dass dort im Sommer ein Waldbrand wütete, welcher riesige Waldgebiete um das Heiligtum verwüstet hat. Alles war grau, voller Asche, doch dieses «Maria-Gebiet» wurde davon völlig verschont – wie ich bei meinem Besuch erstaunt zur Kenntnis nahm.

Nicht mal eine einzige Pflanze war angekohlt!

Wunder oder Feuerwehrmänner? Ich habe es nicht herausgefunden. Für mich war dieser Ort aber Wunder genug. Papst Paul VI. besuchte das Haus übrigens am 26. Juli 1967 und bestätigte seine Echtheit.

Papst Johannes Paul II. besuchte es am 30.

November 1979 und Papst Benedikt XVI.

am 29. November 2006.

Maria Rossmanith (D) Lustiger «Zufall» Ich wohne in einem kleinen Dorf und beziehe «mysteries» deshalb seit einigen Jahren im Abo. Kürzlich empfahl ich es meinem neuen Nachbarn, der erst seit kurzem hier wohnt. Wie war ich doch erstaunt, dass er ebenfalls Abonnent Ihrer Zeitschrift ist! Und das in einem Dorf wie unserem, wo man doch gemeinhin leider sehr engstirnig denkt.

Nun plaudern wir gelegentlich bei Kaffee und Kuchen über all die spannenden Themen, die Sie aufgreifen. Ihren Mut, umstrittene Themen aus Wissenschaft und Politik anzupacken, finden wir prima!

Gabriela Schütz (CH)

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Gebäude stehen.
Ein Mann in einem Labormantel, der durch ein Mikroskop schaut.
Ein Mann mit den Händen auf dem Gesicht.
Zwei Menschen gehen über ein grasgefülltes Feld.

Originalbild im Internet unter: www.cmf.nrl.navy.mil/ clementine/clib/generated_images/ 129048000768.gif Originalbild im Internet unter: www.cmf.nrl.navy.mil/ clementine/clib/ generated_images/ 216048600768.gif

Ein Bild von einer Wüste mit vielen kleinen Löchern.
Ein schwarz-weißes Foto von einem Wasserkörper.
Ein Bild von einem Wasserkörper mit Blasen.
Ein Bild einer grünen und braunen Oberfläche.
Ein Schlusshintergrund von einem Holzstück mit grünem Hintergrund.
Ein großer Stapel Goldmünzen auf einem Tisch.
Ein Mann mit einem Bart sitzt vor einem Bücherregal.

Saddam vor seiner Hinrichtung (Videobild). Jetzt ist klar: Die maskierten Männer waren seine persönlichen Todfeinde.

Lynchjustiz wie einst im Wilden Westen: Saddams schiitische Todfeinde hängten den irakischen Diktator eigenhändig, wie mittlerweile klar ist. Die Behörden hatten sich dazu weichklopfen lassen.

Offiziell lief alles glatt. Inoffiziell natürlich nicht. Doch wo sonst die so verpönten «Verschwörungstheoretiker» mit ihrer kritischen Meinung oft alleine dastehen, erhielten sie diesmal von «konventioneller» Seite unerwartete Unterstützung.

Hauptsächlich US-Journalisten meldeten von Anfang an Zweifel an der öffentlich verbreiteten Version von Saddams Hinrichtung an, wie die «Welt» bereits am 31. Dezember 2006 etwas verwirrt meldete. Zu einem Zeitpunkt also, als die Öffentlichkeit noch nichts von den inoffiziellen Videoaufnahmen wusste, die Saddams Hinrichtung dokumentierten – alles also noch in bester Ordnung schien.

Die Zeitung: «Kurios ist, dass die 16 Augenzeugen, die bei der Vollstreckung des Urteils anwesend waren, später sehr Unterschiedliches darüber berichten, was die Fernsehbilder nicht zeigen. Einer von ihnen wird in der ‹Los Angeles Times› mit der Geschichte zitiert, wonach es auf dem Weg zum Galgen einen Wortwechsel gegeben habe zwischen Saddam und seinen vier Wächtern, Anhängern des von Saddam ermordeten militanten Schiitenführers Muhammad Sadr. Als Saddam die Treppen zum Galgen bestieg, so geht die Geschichte, riefen die Wächter ihm laut ‹Muktada Sadr› hinterher, den Namen des Sohnes des Ermordeten.»

Und ein anderer Augenzeuge habe noch Makabereres berichtet: «Wir hörten, dass Saddams Genick sofort brach, und wir sahen sogar ein wenig Blut am Strang.» Die Henker hätten Saddam zehn Minuten lang baumeln lassen.

Wüste Beschimpfungen Reine Propaganda von Saddams Kritikern? Die «Welt» mochte sich nicht festlegen. Und so hielten sich die Journalisten geschickt ein Hintertürchen offen. Zitat: «Am Mythos über Saddams letzte Minuten wird bereits kräftig gestrickt.» Dumm nur, dass jedermann den «Mythos» inzwischen im Internet begutachten kann, wo die inoffiziellen Videoaufnahmen die menschenunwürdige Hinrichtung in allen Details dokumentieren. Samt den wüsten Beschimpfungen und johlenden Zwischenrufen, die dem Todgeweihten unmittelbar vor seiner Strangulierung ins Gesicht gebrüllt wurden.

Seither kommen immer neue abscheuliche Details ans Licht. So war der schiitische Hassprediger Muktada al-Sadr im Todesraum persönlich anwesend.Als dritter vermummter Henker soll er Saddams Schlinge eigenhändig kontrolliert haben.

Dies behaupten zumindest die saudischen Zeitungen «Al Riadh» und «Al Watan».

«Ich habe ihn sofort erkannt», zitieren sie einen Augenzeugen. Sadr hatte dem irakischen Premier offenbar solange mit Gewalt gedroht, bis dieser einwilligte, ihn heimlich einzuschleusen.

Blutige Wunde am Hals Die News-Agentur Reuters wiederum berief sich auf Informationen eines hochrangigen Beamten des Innenministeriums: «Milizen ist es gelungen, das Exekutions-Kommando zu infiltrieren. Die Hinrichtung wurde von Milizen ausgeführt.»

Seither sind noch mehr inoffizielle Videos aufgetaucht: Eines zeigt den toten Saddam. Sein Kopf ist grotesk verdreht. Am Hals klafft eine blutige Wunde. Wurde der Leichnam geschändet?

Zu verantworten hat die Lynchjustiz Präsident Bush – zumindest moralisch. Aber das dürfte für den Texaner kein Problem sein. Im Wilden Westen seiner Vorfahren gehörten derlei Szenarien schliesslich zur Tagesordnung.

red. ■

Wie können wir uns finanziell schützen, falls der Dollar tatsächlich crashen sollten? Ganz einfach: Mit Gold und Silber. Finanzexperte Jürgen Müller erklärt in verständlichen Worten, warum Sie bereits heute investieren sollten.

Wo kommt der zusätzliche Taler her?

«Geld» = Schulden

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  • «Prasser» hat 10 Taler, nämlich die von «Knauserer».
  • «Knauserer» hat 90 Taler, seine anfänglichen 100

Jürgen Müller zeigt in diesem Buch eindrucksvoll, dass die heutigen Generationen den Schutz ihres Vermögens und ihrer Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen müssen, um die kommende Weltwirtschaftskrise und eine neue Währungsreform unbeschadet zu überstehen. Die Edelmetalle Gold und Silber stellen hierfür die perfekte Lösung dar.

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Euro-Menge hat sich bereits verdoppelt

Ein Plakat mit Pfeilen, auf dem steht: Generation Gold
Ein Mann, der ein Stück Papier in der Hand hält.

Juri Gagarin (Foto) war nicht der erste Mensch im All. Entsprechende Gerüchte kursierten bereits auf den Pausenplätzen der DDR, wie ein Deutscher nun enthüllt. Folge: In der Schule marschierte die Stasi ein.

Bereits vor Juri Gagarins Erdumrundung (Bild oben) schossen die Russen Astronauten ins All. Einige verglühten, andere wie Vladimir Ilyushin überlebten schwer verletzt. Die damalige Sowjetunion gab sich alle Mühe, die Vorfälle zu vertuschen. Derart gut, das selbst viele Raumfahrtspezialisten bis heute nichts davon wissen wollen.

Dabei kursierten bereits in der ehemaligen DDR entsprechende Gerüchte, wie Leser Joachim Grützemann gegenüber «mysteries» nun erstmals enthüllt. Aufgewachsen ist er im Osten, nahe der deutschpolnischen Grenze.

Kurze Zeit nach dem Gagarin-Flug, im Schuljahr 1960/61, so erinnert sich Grützemann, diskutierte er mit Klassenkameraden am Samstag auf dem Schulhof.Thema: «Habt Ihr ebenfalls gehört, dass Gagarin nicht der Erste war?»

Den folgenden Montag sollte er zeitlebens nicht mehr vergessen: «Schlecht gelaunt kam unser Klassenlehrer in die Klasse, verkündete eine Doppelstunde Mathe und schickte die ersten zwei Mädchen ins Direktorenzimmer. Und dann ging es Vor Gagarin im All: Vladimir Ilyushin.

Schlag auf Schlag. Die Erste kam zurück und benannte die nächsten. Und so ging es immer weiter, bis alle ‹dran› waren. Wir hatten keine Gelegenheit, uns auszutauschen, was eigentlich los war. Dies wurde jedem erst klar, als er an der Reihe war.»

Verhör im Direktorenzimmer Schliesslich wurde auch er selbst ins Direktorenzimmer gerufen: «Dort sassen zwei Männer und eine Frau von der Stasi! Einer der Männer sass am Schreibtisch des Direktors, einer seitlich daneben und die Frau – wohl zu Stenographie-Zwecken – im Rücken des Schülers.

Jedenfalls ging es um diese Schulhofunterhaltung wegen dem Gagarin-Flug. Man wollte zu gern wissen, wer was und wo gehört hatte.»

An viel mehr könne er sich nicht erinnern, räumt er ein. Ebenso wie die wenigen ehemaligen Mitschüler, mit denen er heute noch Kontakt habe. «Aber allen drei sind die ‹Verhöre› vom Montag im Gedächtnis haften geblieben. Irgendwie ist die Geschichte damals ohne Sanktionen für uns ausgegangen. Allerdings folgte die obligate Belehrung über die ‹Machenschaften des Klassenfeindes›.»

Woher die Information über Gagarins «Vorgänger» stammte, weiss Joachim Grützemann nicht mehr mit Bestimmtheit zu sagen. «Westfernsehen» habe man damals nicht empfangen. «Möglicherweise stammte die Meldung also von einem der Berliner Rundfunksender – RIAS oder SFB…»

lb. ■

Ein Mann in einer Militäruniform, der vor einem Flugzeug steht.