»»Die WHO hält den Einsatz von experimentellen Wirkstoffen im Kampf gegen Ebola für vertretbar. Ich halte das für riskant. Wir wissen nur sehr wenig über deren Nebenwirkungen beim Menschen. Warum man nicht über den Einsatz bereits zugelassener Medikamente spricht, weiss ich nicht. Das hat vielleicht auch mit Lobbyarbeit zu tun…« Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe»Die Journalisten spüren, dass ihnen etwas entgleitet: die Deutungshoheit über Themen. Aber das könnte eigentlich auch so was wie eine Befreiung sein. Eigentlich soll der Satiriker ja Satire machen und die Journalisten Journalismus. Zurzeit habe ich aber das Gefühl, es ist eher umgekehrt: Da sollen wir Journalismus machen, und die Nachrichten machen manchmal Claus von Wagner, Kabarettist (»Die Anstalt«)
unfreiwillig Satire.«
»Es war schmerzlich, in der Ukraine zu sehen, wie sich die dortigen milliardenschweren Oligarchen überhaupt nicht um das Elend im eigenen Land kümmern. Man kommt sich lächerlich vor, wenn man mit einem bisserl Geld dorthin geht, um zu helfen. Die fahren lieber abends im Rolls-Royce oder Bentley ins Restaurant. Ich habe noch nie in meinem Leben derart viele Limousinen gesehen wie in Kiew.« Udo Jürgens, Liedermacher
Anzeigenschluss Ausgabe Nr. 1/2015: 1. Dezember 2014 Bankverbindungen Deutschland BW Bank, Stuttgart Konto-Nr.: 14 1899 0 BLZ: 600 501 01 BIC: SOLADEST IBAN: DE96 6005 0101 0001 4189 90 Schweiz Basler Kantonalbank, Basel Konto-Nr.: 165.414.141.84 BIC: BKBBCHBB, Clearing-Nr.: 770 IBAN: CH25 0077 0016 5414 1418 4 Postcheckkonto, Basel: 40-93969-1 Copyright Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen per Post wird keine Haftung übernommen. Foto-Rechte: www.
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»Wer am Flughafen zum Gate will, muss wie ein Schaf durch die Gatter laufen, auch wenn weit und breit niemand zu sehen ist. Beim Anflug muss man sein Tischchen hochklappen, die Lehne aufrecht stellen, das Gepäck unter dem Vordersitz verstauen. Das ist mir zu viel. Stürzt ein Flugzeug ab, ist es egal, ob das Gepäck ordentlich verstaut war. Diese Gängelungen des modernen Menschen nehmen überhand.« Ferdinand v. Schirach, Schriftsteller»Was ich täte, wenn ich die Wahl hätte zwischen dem Bioapfel aus Neuseeland und einem konventionellen Apfel vom Hof um die Ecke? Dann würde ich als Veganer den konventionellen Apfel nehmen, auch wenn ich sonst Bio vorziehe. Der von weither eingeflogene Apfel hat wahrscheinlich so viel Höhenstrahlung und Abgase abbekommen, dass die Bio-Bezeichnung für mich keinen Sinn mehr macht.« Attila Hildmann,Kochbuch-Autor
und auch die Erinnerungsfähigkeit schienen mir dank tDCS zumindest leicht gesteigert.« Der englischen Technologiejournalistin Sally Adee hats ebenfalls geholfen: Sie nahm an einem Scharfschützen-Training der US-Armee teil, einmal ohne und einmal mit tDCS. Während der erste Durchgang noch recht erfolglos war, agierte sie beim zweiten – diesmal mit Strom – ruhiger und präziser. Sie schoss Gegner für Gegner ab und wunderte sich danach, dass der Durchgang schon vorbei war. Dabei dauerte dieser exakt gleich lang wie der erste. Nur dass sie diesmal offenbar weitaus konzentrierter bei der Sache war.
Keiner weiss, wer das riesige Granitstein-Monument im US-Bundesstaat Georgia in den späten 1970er-Jahren Ànanziert und errichtet hat (»mysteries« Nr. 3/2014). Unklar auch, was uns die auf den »Georgia Guidestones« eingravierten Gebote sagen wollen. »Haltet die Menschheit unter 500 Millionen«, heisst es dort unter anderem. Manche sehen darin einen Leitfaden für eine Neue Weltordnung. Andere verdächtigen den Geheimorden der Rosenkreuzer oder Freimaurer der Urheberschaft.
Nun ist das umstrittene Mahnmal um ein weiteres Rätsel reicher: Just dort, wo von der Dezimierung der Menschheit die Rede ist, klaffte seit Spätsommer 2009 – von vielen unbemerkt – eine kleine quadratische Lücke. Im September 2014 war in der Aussparung dann plötzlich ein geometrisch perfekt eingepasster Würfel eingebettet, offenbar über Nacht eingearbeitet. Auf dem Quader zu lesen: die Zahlen 20 und 14, möglicherweise als 2014 zu verstehen.
Nachdem der Mini-Kubus herausgeholt wurde, enthüllten seine Flächen weitere kryptische Botschaften. Konkret: Die Ziffern»8« und »16« sowie die Buchstabenfolgen »JAM« und »MM«. Sinn und Inhalt sind bislang schleierhaft. Bedeutet MM etwa »Master Mason« (Maurermeister)? Ebenso kurios: Der seltsame Würfel wurde vom selben Mann, der ihn geborgen hatte, noch am 25.
September 2014 vor laufender Amateurkamera kommentarlos
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/66-welches-verwirrspiel-geht-hier-ab-und-welche-rolle-spielt-d-page30-1.jpg7851142Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2014-06-01 12:00:002025-12-15 19:11:01Welches Verwirrspiel Geht Hier Ab? Und Welche Rolle Spielt Die Polizei?
»Nanu, das sieht doch aus wie…«, dachte sich Mystery-Autor Walter-Jörg Langbein, als er kürzlich durch die Münsterkirche St. Bonifatius von Hameln (Niedersachsen) schlenderte und in gut zehn Metern Höhe im Halbdunkel kunstvolle Miniaturen aus Stein erspähte: Eine davon scheint zwei langhalsige Dinosaurier zu zeigen, die sich gegenseitig zerÁeischen. »Entstanden sind die entsprechenden Kunstwerke vermutlich in der Amtszeit des Propstes Friedrich Graf von Everstein«, präzisiert Langbein. »Sie werden für gewöhnlich in die Zeit um 1220 oder 1230 nach Christus datiert.« Da und dort seien im Münster zwar kleine Scheinwerfer angebracht, die freilich bei all seinen Besuchen ausgeschaltet waren, so der agile Blogschreiber (www.ein-buch-lesen.de). Die zahlreichen, teils sehr kleinen Darstellungen von blossem Auge zu erfassen, werde dadurch erschwert, dass sie sehr häu- Àg über Eck hoch oben an den Pfeilern angebracht sind. »Man muss sich – ausserhalb der Gottesdienste – in der Halle des Münsters deshalb geduldig hin und her bewegen, um einen klaren Blick auf sie zu erhaschen.« Wie sollen die Künstler, welche die Langhalsmonster im Münster zu Hameln einst in den Stein meisselten, gewusst haben, wie solche Urwesen ausgesehen haben, fragt sich nicht nur Walter-Jörg Langbein. »Über das Aussehen von Sauriern war im frühen dreizehnten Jahrhundert in Deutschland schliesslich nichts bekannt. Oder etwa doch?« red. ■
Nicht nur in der peruanischen Hochebene von Nazca wimmelt es von Scharrzeichnungen: Auch rund 700 Kilometer weiter, im Grenzgebiet zu Bolivien, verwirren unzählige, kilometerlange Linien aus uralter Zeit. Kaum einer kennt sie – und kaum jemand weiss Genaueres. Nun haben sich zwei deutsche Forscher des weissen Flecks auf der archäologischen Landkarte angenommen.
Erkennbar werden ihre Fülle und ihr Ausmass erst aus der Vogelperspektive, hoch oben aus der Luft: Schnurgerade ziehen sich die faszinierenden, oft kaum einen Meter breiten Linien durch die Altiplano-Hochebene im Grenzgebiet von Südost-Peru und West-Bolivien. Zu Tausenden. Vielfach über etliche Kilometer hinweg. Ohne den kleinsten Knick. Ohne die geringste Kurve. Kerzengerade durchqueren sie Steppen, erklimmen Berge, kreuzen Täler und bezwingen sogar einen Vulkan: Kein noch so grosses Hindernis hat sie oder ihre vorzeitlichen Erschaffer offenbar zum Ausweichen bewegen können.
»Gehört haben wir von den rätselhaften Linien erstmals von befreundeten Forschern in La Paz«, erzählt Marco Alhelm. Der 34-Jährige betreibt mit seinem Kollegen Dieter Groben eine Reiseagentur, die sich auf Mystery-Touren in Peru und Bolivien spezialisiert hat. Beide pendeln intensiv zwischen ihrer Heimat Deutschland und Südamerika, um ihre kleine Firma betreiben zu können. Im Frühjahr 2014 starteten Alhelm und Groben eine Expedition in die rund 3600 Meter hohe Altiplano-Region, um den vagen Berichten über die merkwürdigen Landschaftsstreifen im Umland des rund 6500 Meter hohen Sajama-Vulkanes (»Beschützender Vater«) auf den Grund zu gehen. Resultat: Die Linien existieren tatsächlich! »Es gibt sie sogar in einer enormen Anzahl, ausgedehnt auf eine beeindruckende Fläche von geschätzten 20’000 Quadratkilometern«, berichtet Alhelm.
Bis zu 20 Kilometer lang Bei ihrem ersten Trip haben die beiden die Landschaftsanomalie vom Boden aus erkundet – zu einem späteren Zeitpunkt wollen sie dies unbedingt auch noch aus der Luft tun. »Die Länge der Linien variiert jeweils zwischen 500 Metern und 20 Kilometern«, so der gebürtige Kölner. Mitunter laufen mehrere parallel nebeneinander, in Abständen von fünf bis zehn Metern. »Es gibt dabei Zentren, von denen aus die Linien in alle Himmelsrichtungen starten, auch das erinnert an Nazca.« Ausgabe 6/2014»Die meisten dieser abrupt beginnenden und endenden Bodenspuren beÀnden sich am Berghang, was sie von ihren Nazca-Pendants unterscheidet«, ergänzt Kollege Dieter Groben. »Sie beÀnden sich alle im Schatten des mächtigen, kegelförmigen Sajama – des höchsten Berges Boliviens und gleichzeitig einer der höchsten Vulkane der Welt.« Auffällig sei, dass die Linien »oftmals zu Heiligtümern und Schreinen« führten, die in den meisten Fällen auf Bergkuppen liegen.»Teilweise stehen heute, beziehungsweise wohl schon seit der spanischen Invasion, Kapellen drauf.« Alhelm und Groben haben bei ihren Erkundungen mit vielen Einheimischen gesprochen. »Befragungen von Aymara-Indianern ergaben, dass einige Linien noch heute als rituelle Pfade in Gebrauch sind und an Festtagen beschritten werden.« Das Alter und die Erbauer der kreuz und quer verlaufenden Linien sind jedoch selbst den Ureinwohnern unbekannt. »Ich schätze sie vorsichtig auf mindestens 2000 Jahre«, so Alhelm.
Auf Blogs und in Reiseberichten werde sogar regelmässig ein Alter von bis zu 3000 Jahren genannt, »aber worauf diese konkre- Die Indianer wollten mir Heiligtümer geben.
keine Auskunft über ihre Marco Alhelm in der Altiplano-Region. Nur wenige der Linien sind vom Boden aus zu sehen.
te Angabe basiert, ist mir zurzeit noch schleierhaft«, moniert der Südamerika-Experte. »Es sind schlussendlich Mutmassungen, denn es werden nirgendwo Quellen angegeben.« Im Alltag dienen die »Scharrwege« heute oft als Wanderwege und teilweise sogar als Fahrspuren, schildert Groben.
Tatsächlich existieren zu den»Sajama-Linien« seltsamerweise kaum wissenschaftliche Arbeiten. Als vermutlich erster westlicher Forscher erwähnte 1935 der Schweizer Ethnologe Alfred Métraux das Phänomen. In seinem Bericht »Les in diens Uro-Cipaya de Carangas« beschreibt er auffallende Pfade beim Dorf Kala:»Am Fusse des Hügels befanden sich Steinwälle als Einfriedung für die Lamas.
Von diesem Ort gingen rund fünf bis sechs Meter breite Wege ab, die geradlinig in alle Richtungen auf den Horizont zu liefen. Diese breiten und äusserst sauberen Chausseen schienen seit Langem nicht mehr benutzt worden zu sein. Ich hatte nie Zeit, sie bis zu Ende abzuschreiten (…). Die Indianer wollten mir nie Auskunft über die Bestimmung dieser Heiligtümer geben, und der Pfarrer von Huachacalla, den ich dazu befragte, erwiderte mir, sie dienten irgendwelchem ›Aber- Ausgabe 6/2014 55 glauben‹, und er wolle nichts von den heidnischen Kulten und Zeremonien wissen, die dort heimlich gefeiert würden.« In den Jahrzehnten darauf inspizierten nur vereinzelt Forscher die merkwürdige Landschaftsgestaltung – ohne grosse Ergebnisse. So konstatierte der Archäologe Alexei Vranich von der US-Universität Pennsylvania, der die Linien gemeinsam mit Studenten kartograÀerte, 2003 ebenso beeindruckt wie ratlos:»Die Sajama-Linien sind ein aussergewöhnliches Beispiel für menschliches Leistungsvermögen und Spiritualität.« Sie müssten unbedingt bewahrt und geschützt werden, hielt der Wissenschaftler fest, ohne weiterführende Erkenntnisse zu liefern.
»Ein Kalender ist das mit Sicherheit nicht!«»Die ursächliche Bedeutung der Linien ist nach wie vor unklar«, sagt Alhelm. Neben rituellen Zwecken werde auch »eine astronomische Ausrichtung einiger Linien« diskutiert, was aber »genauso unsinnig wie im Fall von Nazca« sei. »Bei der immensen Anzahl an Linien wird man wohl immer eine oder sogar mehrere Ànden, die zufällig auf irgendeinen markanten Punkt am Sternenhimmel zielen.« Die deutschen Globetrotter möchten nun eigene Forschungen anstellen. Nötig wären ihrer Meinung nach insbesondere archäologische Sondierungen oder Georadarmessungen, die das Riesiges Gitternetz. Ältere Luftaufnahme des bolivianischen Gelände nicht beschädigen. Über ihr Reiseunternehmen »Gro- Militärs. (Archiv DBAGRW) ben Tourismo SRL« bieten sie ab Herbst 2014 nun auch geführte Touren zu den Sajama-Linien, nach Nazca und zu weiteren ebenso spannenden wie geheimnisvollen Orten in Südamerika an. Alhelm: »Wer Interesse hat, mitzuforschen oder uns auch einfach nur zu begleiten, kann sich jederzeit gerne bei uns melden.« ➤ Infos: www.agrw-netz.de
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/66-unerforscht-und-unverstanden-die-raetselhaften-sajama-linien-page53-1.jpg8731304Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2014-06-01 12:00:002025-12-15 19:10:34Unerforscht Und Unverstanden: Die RäTselhaften Sajama-Linien
eden Freitagabend sitzen die Dorfbewohner von Sulphur Bay, im Osten der kleinen Insel Tanna, auf einem überdeck- Jten Platz zusammen. Die Männer trinken Kava, singen und erzählen sich Geschichten über einen Heiligen namens »John Frum«, der eines Tages zurückkehren und ihnen Wohlstand bringen wird. »John Frum« sei ein Sohn des Berggeistes »Karapanemum«. Und dass er wiederkommen kann, habe er bereits einmal bewiesen: Während des Zweiten Weltkriegs, als amerikanische Streitkräfte im Krieg gegen Japan im SüdpaziÀk stationiert waren.
Damals hiess die Inselgruppe »Neue Hebriden« und wurde von Frankreich und England gemeinsam verwaltet. Um mit Schiffen und Flugzeugen vor Ort einsatzbereit zu sein, baute die US-Armee auf Espiritu Santo und Efate grosse Militärbasen mit Flugplätzen und Trockendocks. Über 100'000 Soldaten waren zwischen 1942 und 1945 auf diesen Inseln stationiert.
Viele Einheimische arbeiteten in dieser Zeit für die Streitkräfte und verdienten so etwas Geld. Darunter auch Männer aus Tanna. Sie waren beeindruckt von der riesigen Menge an Material, das mit Schiffen und Flugzeugen auf die Insel gebracht wurde. Und natürlich auch von den Fahrzeugen, Waffen, technischen Gerätschaften und medizinischen Einrichtungen, die teilweise auch ihnen zugute kamen.
Nach dem Krieg verliessen die US-Streitkräfte die Inseln so rasch wie sie gekommen waren. Kriegsgerät, das sie nicht verkaufen konnten, versenkten sie im Meer: Lastwagen, Schiffe, Munition.
Der so genannte »Million Dollar Point« ist noch heute ein beliebter Tauchort.
Aber das vor sich hinrostende Armeematerial ist nicht das einzige, was die Amerikaner im SüdpaziÀk hinterlassen haben.
Auf Tanna, wo keine Streitkräfte stationiert waren, hissen noch heute jeden Tag »John Frum«-Gläubige die US-Flagge. In der Hoffnung, dass dieser irgendwann ihre Insel wieder besucht. Jeweils am 15. Februar malen sich die Männer »USA« auf Brust oder Rücken und marschieren mit symbolischen Gewehren aus Bambusrohr im Gleichschritt durchs Dorf: Es ist »John Frum«-Tag.
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Noch heute hissen Gläubige auf Tanna stolz die US-Flagge.
»Auch dieses Jahr gab es ein grosses Fest«, bestätigt der ame- John-Frum-Ritual in den 1990er-Jahren.
rikanische Anthropologe Lamont Lindstrom gegenüber »mys- (Foto: Walter-Jörg Langbein) teries«. Der Professor an der Universität von Tulsa reist regelmässig für ein bis zwei Wochen in den SüdpaziÀk. »Es ist ruhiger geworden um John Frum, aber der Kult lebt immer noch.« Allerdings hätten die Anhänger sich in drei Untergruppen aufgesplitoder 1936, als John Frum eines Abends tet: Eine Gruppe zog mit ihrem neuen Führer weg, eine andere einigen versammelten Häuptlingen erblieb in Sulphur Bay, und eine dritte hat sich wieder der reforschien: den Grossvätern der heutigen Relimierten, presbyterianischen Kirche angenähert, die Missionare gionsführer. Über seine Erscheinung gibt aus Schottland gegründet hatten.
es unterschiedliche Aussagen. Er soll erst Heute gehört Tanna zum souveränen Staat Vanuatu mit seials Weisser, dann als Schwarzer und zunen insgesamt 83 Inseln. Seit 1980 ist Vanuatu unabhängig.
letzt in jeder beliebiger Form erschienen Unter Südseereisenden ist Tanna bekannt für den 360 Meter sein – sogar als Tier.
hohen und noch immer aktiven Vulkan Yasur. Für die Inselbe-»John sagte ihnen, sie sollten die Miswohner ein heiliger Ort, genauso wie der 1000 Meter hohe, erlosionare loswerden und wieder zu ihren schene Vulkan Tukosmera.
eigenen Wurzeln und Ritualen zurückkehren«, berichtet ein Religionsführer.»Am Anfang schien mir die Geschichte verrückt« Die Vertreter der Kirche hatten jahrzehntelang versucht, die Ein-Katie und Jim Thomsen segelten 2012 nicht nach Tanna, um heimischen mit Druck zum Christentum zu bekehren, ihnen das den Vulkan zu besteigen. Sie wollten herausÀnden, was es mit Kava-Trinken sowie die Polygamie abzugewöhnen, um Áeissige dem »John Frum«-Kult auf sich hat. Mit ihrem Schiff waren die Arbeiter aus ihnen zu machen.
beiden amerikanischen Abenteurer zuvor jahrelang über die Ähnliches erzählte bereits ein anderes religiöses Oberhaupt Weltmeere geschippert. Nach monatedem »Smithonian Magazine«-Fotografen langem Aufenthalt auf Tanna und vielen Paul Raffaele, der 2006 einen Artikel Frum riet ihnen dazu, Gesprächen vor Ort haben sie grossen zum Thema veröffentlichte. »Frum sagte Respekt vor jenem Kult.
ihnen, er werde sie von den Missionaren die Missionare wieder»Am Anfang erschien uns die Geschichund Kolonisten retten«, so der Dorfältesloszuwerden.
te um John Frum noch reichlich verrückt, te. »Er sagte, wir sollten unser Hab und aber je mehr wir über die Kultur der Insu-Gut wegwerfen, unsere Kinder von der laner und ihre Art, mit der rauen Umgebung zurechtzukommen, Schule nehmen und nicht mehr zur Kirche gehen.« gelernt haben, umso plausibler erschien sie. Eigentlich ist sie Woher »John Frum« kam, war damals noch nicht klar. Laut beauch nicht weiter hergeholt als viele andere Geschichten aus sagtem Religionsführer war er »ein weisser Mann, der unsere den grossen Weltreligionen«, schreiben die beiden in ihrem Buch Sprache sprach«. »Aber er sagte nicht, dass er Amerikaner sei.«»Searching for John Frum«.
Das stand für die Tannesen erst Jahre später fest, nachdem die Gemäss den Nachforschungen der Thomsens war es 1935 USA ihre Soldaten in den PaziÀk geschickt hatte.
Mit ihren Unmengen an Kriegsmaterial, Esswaren und Getränken, Kleidern, Radios und Kühlschränken erfüllte die amerikanische Armee ungewollt die Prophezeiung, dass »John Frum« wiederkehren und helfen würde. Die Lazarette mit ihren Ärzten, Krankenschwestern und Medikamenten sind vermutlich der Grund dafür, dass noch heute ein rotes Kreuz auf weissem Untergrund als Zeichen für jenen Glauben dient.
»Uns erschien John Frum in Port Vila wieder, wo die Amerikaner stationiert waren, und er blieb während des Krieges bei uns«, sagte der geistige Führer zum Smithsonian-Reporter.»Er war ganz in Weiss gekleidet, wie ein amerikanischer Friedlicher Kult. Jeweils am Freitagabend treffen sich John-Frum-Anhänger auf Tanna zum Singen und Musizieren.
Ausgabe 6/2014 Navy-Soldat, und da wussten wir, dass John Amerikaner war. Er sagte uns, dass er nach dem Krieg erneut nach Tanna kommen würde, mit Schiffen und Flugzeugen voller Material, wie es die Amerikaner in Port Vila hatten.« Von dunkelhäutigen US-Soldaten beeindruckt In ihrem Glauben bestärkt hatte die Insulaner nicht zuletzt die schwarze Haut mancher US-Soldaten. In ihren Augen waren diese Amerikaner Nachkommen ihrer während der Kolonialzeit versklavten Vorfahren. Als der Krieg vorbei war, kehrten die Insulaner auf Tanna zurück und bauten auf ihrer Insel Landepisten für die Flugzeuge, die »John Frum« versprochen hatte. Wie bereits nach dessen ersten Erscheinungen vor dem Krieg, lehnten sie sich gegen die Missionare auf, boykottierten die Messen und begannen wieder ihr altes Leben zu führen. Geld wurde ins Meer geworfen, die Schweine geschlachtet und die Gärten vernachlässigt.
Der Protest der Einheimischen auf Tanna wurde nicht nur von den Kirchen als gefährlich eingestuft. Bereits vor der US-Besatzung war die Bewegung aktenkundig geworden. So wurde»John Frum« 1940 vom britischen Distrikt-Vertreter James Nicol erstmals schriftlich erwähnt – im Rahmen einer Befragung. Eigentlich ging es damals um das Verschwinden von Ziegen der Sieben-Tage-Adventisten. Dabei wurde aber auch notiert, dass sich gewisse Männer Gerüchten zufolge heimlich an einem Ort namens »Green Point« auf Tanna träfen, um Kava zu trinken – was von den Missionaren verboten worden war. Sie würden ausserdem »den Worten einer dunklen Gestalt lauschen, die sich selber John Frum nenne«.
Mehrere solcher Vorfälle führten dazu, dass die koloniale Administration bis 1956 über 140 Menschen verhaften liess, die der »John Frum«-Bewegung angehörten. Einer der Ersten war ein Einheimischer namens Manehevi, wie der damalige Kurioses Ritual: Jeweils am 15. Februar salutieren und exerzieren die Insulaner zu Ehren ihres US-Gottes.
Hochkommissar in seinem Tagebuch schrieb: »Dieser Einheimische versuchte, in dem er sich gegenüber seinen ignoranteren Mitbewohnern als Zauberer ausgab, auf Tanna eine Anti-Weissen-Bewegung zu organisieren.« Für andere Behördenmitglieder war jedoch schnell klar, dass nicht die Regierung, sondern die Missio nare schuld waren an der Entstehung der Bewegung.
Auch über die Bedeutung des Namens »John Frum« gibt es verschiedene Thesen. Erst hiess es, es hätte sich bei der Erscheinung um einen japanischen Spion gehandelt, der die Einheimischen aufwiegelte. Dann soll es ein Amerikaner gewesen sein, der sich als »I am John from America« vorstellte, und bei dessen Namen die Einheimischen dann das »America« wegliessen. 1949 schaffte der Insel-Administrator Alexander Rentoul jedoch Klarheit, indem er öffentlich machte, dass »Frum« in der Sprache der Tannesen »Besen« bedeute. Und dass mit diesem Besen die Weissen von der Insel gefegt werden sollten.
1957 mutierte die politische Bewegung zur Religion Für die Behörden stand damals ausser Zweifel, dass die Insulaner aus eigenem Antrieb handelten. In einem Brief aus dem Jahr 1949 schrieb ein Polizist, er glaube nicht, dass die Bewegung etwas mit Kommunismus»oder einem anderen EinÁuss von aussen« zu tun habe, sondern mit der »Unzufriedenheit mit den Missionen«. Die Tannesen seien »nicht die Sorte von schwachen rückÀndet.
John-Frum-Kreuz auf Tanna um 1967. (Foto: Tim Ross) Einheimischen, die von solchen Lehren beeinÁusst werden, und sie sind durchaus fähig, selber eine Bewegung zu starten«.
Am 15. Februar 1957 wurde in Sulphur Bay ofÀziell die amerikanische Flagge gehisst und aus einer eher politisch motivierten Bewegung eine Religion gemacht. »Die Amerikaner haben uns geholfen, die Freiheit wieder zu erlangen, um unsere eigenen Rituale zu pÁegen«, sagte Häuptling Isaak, der noch immer täglich die Flagge hisst, zu Weltenbummler Jim Thomsen. »Sie haben unsere Führer aus den kolonialen Gefängnissen befreit, und dafür sind wir dankbar.« Und so werden manche Insulaner auch am kommenden 15.
Februar wieder ihre symbolischen Holzgewehre schultern, im Gleichschritt exerzieren und salutieren – in der Hoffnung, dass ihr ersehnter Heilsbringer dereinst doch noch in ihren Kreis zu- ■
Die Rätselwelt von Longyou Pforten ins Innere der Erde 45 unterirdische Riesen-Kavernen in Longyou stellen Experten vor unlösbare Rätsel.
Waren dort einst Ausserirdische am Werk?
»mysteries« kletterte in die vor Jahrtausenden errichtete Unterwelt und präsentiert exklusiv verblüffende Fotos.
Seite 12 Streng vertraulich!
Der geheime Club der Top-Spione Europas mächtigste Spitzeltruppe agiert derart geheim, dass selbst Insider nichts von ihr wissen. Politisch unbehelligt entscheidet sie über Gut und Böse.
Seite 10 Südsee-Kult wird immer bizarrer Wenn uns Insulaner als Götter verehren Zuletzt erblickten die Bewohner von Tanna ihre Heiligen in Gestalt von US-Soldaten, deren Wundermedizin und Himmelsvögeln. Mittlerweile vergöttern sie auch Prinzip Philip aus England.
Zum Heulen: Abtei brüstete sich mit den Tränen Jesu
Kaum zu glauben: Selbst Tränen, die Christus vergossen haben soll, wurden bis ins 18. Jahrhundert als Reliquien angebetet. So verwahrte die Abtei La Trinité in Vendôme (F) in einer kleinen Kristall-Ampulle lange Zeit Tropfen, die angeblich aus den Augen des Gottessohnes stammten. Heute ist der Verbleib jenes Heiligtums unklar: Die Reliquie ging in den Wirren der Französischen Revolution verloren.
Sandalen Christi: Stoffschuhe als Zeitkapsel für die Ewigkeit?
Eine ausserordentlich bedeutende Kostbarkeit beÀndet sich im deutschen Prüm. Die Sankt Salvator Basilika der Kleinstadt in der Eifel besitzt die »Sandalen Christi«. Es handelt sich um reich verzierte Stoffschuhe, die verbürgt aus dem 5. bis 8. Jahrhundert stammen. Angeblich sollen darin Partikel der Schuhe des Messias eingearbeitet sein.
Betreten verboten: Die Heilige Stiege von Rom
Selbst Steinstufen werden mancherorts als heilig verehrt. So treffen sich jährlich Abertausende von Gläubigen im päpstlichen Lateranpalast, um dort einer Treppe zu huldigen, die angeblich aus dem Palast von Pontius Pilatus stammt und die Jesus bei seinem Prozess beschritten haben soll. Der Überlieferung nach wurde sie – wie viele andere Reliquien auch – von der Mutter Konstantins, der Heiligen Helena, im Jahre 326 aus Jerusalem nach Rom gebracht. Die Heilige Stiege (Scala Santa) darf nicht mit den Füssen betreten werden, man muss sie betend und auf Knien erklimmen – dann werden einem alle Sünden vergeben. In der Sancta Sanctorum, einer Seitenkapelle des Lateran, sollen weitere Reliquien verwahrt sein, darunter auch die Nabelschnur Christi.
Ausgabe 6/2014 37 Fussabdrücke: Steinerne Spuren von Gottes Sohn?
Die römische Basilika San Sebastiano an der Via Appia Antica zeigt bis heute einen Stein mit Fussspuren (rechts), die vom Gottessohn höchstpersönlich stammen sollen. Die Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg in Jerusalem wiederum beherbergt einen Fels, auf dem der letzte Fussabdruck von Jesus vor seiner Himmelfahrt zu erkennen sein soll.
In Trier liegt der Heilige Rock Eine der wertvollsten Reliquien gehört dem Domkapitel von Trier: der Heilige Rock, der zumindest Teile der Tunika von Jesus enthalten soll. Auch die Echtheit dieses Kultobjekts ist mehr als umstritten. Dennoch wird es bis heute in unregelmässigen Abständen ausgestellt und von Hunderttausenden Pilgern ehrfürchtig bestaunt.
Brosamen vom Abendmahl und Omas Daumen Eine ebenso umfangreiche wie amüsante Reliquiensammlung legte Friedrich der Weise (1463–1525) im Schloss Wittenberg an. Über 19'000 Objekte enthielt seine Kollektion am Ende – mit einem Gegenwert von zwei Millionen Jahren Ablass. In der Kollektion befanden sich unter anderem Kuriosa wie ein Fläschchen mit der Atemluft Jesu, der echte Daumen von Jesu Grossmutter, Stroh aus der Krippe des Christkinds, Brosamen vom letzten Abendmahl, der brennende Dornbusch von Moses, ein Strick, mit dem der Gottessohn gefesselt war sowie acht Dornen aus seiner Folterkrone während der Kreuzigung.
»Sie waren allesamt unecht«, urteilt Reliquienexperte und Kirchenkritiker Horst Herrmann vernichtend.
Filmreif: Schauderhafte Gebeine und Skelette Manche christliche Heiligtümer haben etwas durchaus Unheimliches – nicht zuletzt die so genannten Ganzkörperreliquien. Einem GruselÀlm entsprungen scheint etwa der Heilige Pankratius (links), dessen Gebeine in der St. Nikolaus Kirche im Schweizer Wil zu sehen sind – eingekleidet in eine goldene Rüstung. Nicht weniger schauderhaft mutet die Ganzkörperreliquie des Heiligen Hyacinthus (unten) an, die in der ehemaligen Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt von Fürstenfeldbruck zu sehen ist.
Abendmahltuch und Spielwürfel Das Münster Sankt Vitus in Mönchengladbach birgt in seiner Schatzkammer unter anderem ein Stück des Tischtuches vom letzten Abendmahl, verwahrt in einem prachtvollen Schrein (Bild unten). Eine nicht minder kuriose Reliquie bildet ein kleiner Steinwürfel, der sich ebenfalls im Münster beÀndet. Mit ihm sollen die römischen Soldaten bei der Kreuzigung Jesu um dessen Kleider gezockt haben.
Die schwarze Zunge des Heiligen Nepomuk Schwarz aber dennoch unversehrt soll sie bis heute sein: Die Zunge des Heiligen Nepomuk, der 1393 hingerichtet worden war. Das Körperteil wird als Teil des Domschatzes von Prag in einem prächtigen Reliquiar verwahrt. Wissenschaftler bezweifeln den Wahrheitsgehalt dieser Legende. Mit gutem Grund: Bei einer Untersuchung im Jahre 1970 wurde die vermeintliche Zunge als Teil eines Gehirns identiÀziert.
Umstritten und verschollen: Jesu Vorhaut Zu den umstrittensten Christusreliquien zählt die »sancta praeputia« – die angebliche Vorhaut Jesu. Da der Messias gemäss Neuem Testament nach der Auferstehung in den Himmel auffuhr, kann es von ihm kaum körperliche »Überreste« geben. Ausser Blutstropfen und eben jenen Vorhäutchen, die dem kleinen Christuskind nach jüdi scher Tradition bei der Beschneidung entfernt wurden. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gab vor allem die Pfarrkirche des italienischen Dörfchens Calcata damit an, jene Reliquie zu besitzen, warb mit ihr und zeigte sie bei Prozessionen. Selbst der Vatikan beäugte dieses Heiligtum jedoch mit Skepsis.
Seit 1983 ist es denn auch verschwunden – spurlos und unter ungeklärten Umständen.
Zeitweise rühmten sich über ein Dutzend Kirchgemeinden, so auch das Kloster Andechs, Teile der Vorhaut Jesu zu besitzen. Das kindliche Präputium muss demnach eine beachtliche Grösse gehabt haben. Gleich zwei Kirchen in Compiègne (F) und Maastricht (NL) behaupten bis heute zudem, das Skalpell zu besitzen, mit dem die Beschneidung einst durchgeführt worden sei.
Neugierigen geschützt wurden? Oder soll ich zuerst die Behörden informieren – auf die Gefahr hin, dass überhaupt nichts ans Tageslicht kommt? Oder soll ich die ganze Sache weiterhin komplett unter dem Deckel halten? Und das Risiko auf mich nehmen, dass irgendein Bauer oder Bauarbeiter dort beim nächsten Spatenstich womöglich sein Leben lässt, ohne zu wissen, warum ihm die Erde um die Ohren Áiegt? Vertrackte Sache. Schreddern werde ich die Pläne jedenfalls nicht…
Apropos Vergangenheit: Bereits mit 16 Jahren hast Du unheilige Bücher verschlungen und geheime Akten gehortet. Gibts ein persönliches Schlüsselerlebnis in Sachen »Anderswelt«?
Als Jungspunt musste ich wie jeder Schweizer Militärdienst leisten. Zivildienst als Alternative gabs damals leider noch nicht. Um nicht in den Knast zu wandern, lernte ich damals, auf Menschen zu zielen, atomaren Gefahren zu trotzen und anderen Quatsch.
Irgendwann auf einem tagelangen 50-Kilometer-Marsch bemerkte ich nachts in einem schier endlosen Wald völlig erschöpft und ausgepumpt, wie sich meine Beine verselbständigten. Als ob Körper und Geist von einander getrennt worden wären.
Kurz darauf durchzuckte mich im Dauerregen plötzlich eine Vision: Obwohl sich unsere Kompanie hoffnungslos verirrt hatte, sah ich vor meinem inneren Auge glasklar eine gekrümmte Wegbiegung, auf der weit nach Mitternacht hupend ein knallgelber Schweizer Postbus unseren Weg kreuzte! »Jetzt schnappe ich über«, raunte ich meinen Gefährten zu – wohlwissend, dass in dieser abgelegenen Gegend um diese Unzeit keine öffentlichen Linien mehr im Einsatz waren. Eine halbe Ewigkeit keuchten und kletterten wir in der Folge quer durch den stockdüsteren Wald weiter, Hügel hoch, Hügel runter, ehe wir völlig durchnässt unerwartet eine Lichtung samt Strassenkurve erreichten: Exakt das Bild, das ich gesehen hatte! Just in diesem Moment kreuzte noch dazu ein hupendes gelbes Postauto unseren Weg. Und dies um halb zwei Uhr morgens. Ich hatte Gänsehaut. Rückblickend war das wohl mein erstes gespenstisches Erlebnis. Weitere folgten.
1995 begannst Du nach der Publikation zweier UFO-Bücher als Journalist bei der »Basler Zeitung«. 2000 wurdest Du Chefredakteur einer lokalen Tageszeitung. Manche Deiner damaligen Pressekollegen schreiben noch heute für »mysteries«. Wie kam es dazu?
Leider hast du selbst als Zeitungsboss immer noch einen Verwaltungsrat über dir und kannst längst nicht alles schreiben, was du denkst. »Bitte keine kritischen Berichte über die UBS-Bank«, bat man mich damals inständig. »Wir verhandeln gerade über einen Konzernkredit.« Oder: »Seien Sie nett mit den Lebensmittel-Riesen. Die schalten bei uns Anzeigen in Millionenhöhe.« Ende 2002 entschloss ich mich deshalb, den Mainstream-Medien den Rücken zu kehren und auf eigenes Risiko eine Zeitschrift auf die Beine zu stellen, die es in dieser Form noch nicht gab. Ein paar treue Wegbegleiter zogen in der Folge mit, das hat mich sehr gefreut.
Alle zwei Monate erscheint seither eine neue Ausgabe mit oft verblüffenden Exklusivartikeln. Der Leser vermutet hinter Dir ein Heer Áeissiger Mitarbeiter. Wie viele journalistische »Macher« werken neben Dir mit?
Weitaus weniger als man denkt. Sonst wäre die Zeitschrift in dieser Form gar nicht Ànanzierbar. Umso mehr, als wir im Gegensatz zu anderen Publikationen seit Beginn ohne Anzeigen budgetieren, um unabhängig zu bleiben. Bis heute ist mir die publizistische Freiheit mehr wert als alles Geld der Welt. »Ich dachte immer, Sie liegen den ganzen Tag im Liegestuhl und lassen andere für sich schuften«, Áüsterte mir ein ostdeutscher Rentner unlängst nach einem Vortrag zu. »Jetzt, wo ich weiss, dass sie ›mysteries‹ mit Idealismus und Herzblut betreiben, würde ich gerne ein Abonnement bestellen, um ihre Arbeit zu unterstützen.« Das sind Begegnungen, die mich berühren.
Gibts ein paar weitere »Zuckerl« aus der Welt hinter den Kulissen, die Du an dieser Stelle verraten könntest?
Ach, da gäbe es so vieles zu berichten, was vielleicht gar nicht der Rede wert ist. Etwa, dass Uri Geller unsere Zeitschrift bereits vor Jahren kaufen wollte, ich aber ablehnte. Oder, dass unsere Hefte dank einer quirligen Film-Requisiteurin von »Die Vampirschwes tern 2« gleich zu Dutzenden die Wohnungswände eines versessenen Geisterjägers zieren sollten, diese Idee aber vom Regisseur in letzter Minute gekippt wurde. Der BND wiederum hat uns mal abgemahnt, weil wir sein Krypto-Rätsel öffentlich machten.
Ich weigerte mich, eine entsprechende Unterlassungserklärung zu unterschreiben, mit Erfolg. Telefonterror gabs zudem, als wir Dutzende von geheimen Bilderberg-Akten veröffentlichten. Damals drohten mir ein paar Herren anonym Konsequenzen an.
Solchen Quatsch ignoriere ich.
»mysteries«-Hefte als Filmrequisiten? Mail-Anfrage in Sachen »Vampirschwestern 2« vom 14. August 2013.
Ausgabe 6/2014 Seit vielen Jahren beschäftigt Dich auch das UFO-Rätsel.
Nach über 500 Interviews mit Augenzeugen und Piloten glaube ich mittlerweile weitaus mehr über derlei Phänomene zu wissen als so mancher militärische Luftraumspezialist. Ehrlich gesagt Ànde ich das ziemlich beunruhigend.
Weshalb nehmen die ETs keinen Kontakt mit uns auf?
Würdest Du versuchen, mit Nacktschnecken Deutsch zu pauken, um diplomatische Beziehungen zu knüpfen?
Das wäre wohl vergebliche Liebesmüh. »Wir haben gerade mal so viel Intelligenz, um zu kapieren, dass es mit unserer Zehn Jahre ist es her: Brief von Walter Ernsting zum damaligen»mysteries«-Heft Nr. 3/2004 (Cover oben), kurz vor seinem Tod.
Intelligenz nicht weit her ist«, hast Du in diesem Zusammenhang mal in Deiner Zeitschrift formuliert. Das klingt ziemlich zynisch.
Kürzlich kaufte ich mir im Supermarkt eine Packung Nüsse. Hinten im Kleingedruckten stand wörtlich: »Dieses Produkt kann Spuren von Nüssen enthalten.« So weit hat es unsere zivilisierte Gesellschaft mittlerweile gebracht. Wir können zwar auf den Mond Áiegen, schaffen es aber bis heute nicht Plastikverpackungen zu erÀnden, die sich ohne Fingerverstauchung öffnen lassen. Gleichzeitig geben wir uns seit der Steinzeit mit der Keule aufs Dach. Mit dem einzigen Fortschritt, dass die Keulen immer grösser werden.
Eine Antwort, die für sich spricht. Verstehst Du Dich als Fantast?
Ich behaupte: Alles, was denkbar ist, ist auch möglich. Und alles, was undenkbar bleibt, wird nie Realität. Ein Verbot aller Verbote etwa lässt sich in unserer Denkwelt nie realisieren. Weil es in sich bereits wieder ein Verbot wäre. So viel zur menschlichen Beschränktheit, die wir – wie erwähnt – just deshalb nicht vollumfänglich begreifen, weil wir dafür zu beschränkt sind.
Umso unbeschränkter habe ich Dich als Musiker erleben dürfen. Etwa, als Du meinem völlig verstimmten Piano in Wien beschwingte Boogie-Klänge entlockt hast…
Lange ists her. In den frühen 90er-Jahren habe ich für den Humoristen Ephraim Kishon und andere Songs komponiert. Damals wollte ich Musiker werden, stand kurz vor dem Konservatorium, selbst der Gang auf die Filmmusik-Hochschule in Berkeley stand zur Debatte. Aber dann wollte es das universelle Drehbuch anders. Noch heute klimpere ich nächtens hin und wieder eine neue Melodie. Musik ist Sprache ohne Worte. Musik schwingt und verbindet wildfremde Menschen rund um den Globus. Nicht umsonst liess Steven Spielberg Irdische und Ausserirdische in seinem Àlmischen Meisterwerk »Unheimliche Begegnungen der dritten Art« mittels harmonischer Klänge Kontakt aufnehmen.
Doch das ist wieder eine andere Story, und auch die wird man 2015 bei uns lesen.
Wohin hat es Dich in all den Jahren eigentlich politisch verschlagen?
Weder nach links, noch nach rechts. Ich bin kein parteiischer Politiker, sondern unparteiischer Journalist. Die Wahrheit kennt kein Links und kein Rechts.
Die deutsche Kanzlerin zählt bekanntermassen nicht zu Deinen Herzensdamen…
Je länger ein Politiker heute im Amt ist, desto mehr politisiert er am Volk vorbei. Ich behaupte: Hätten alle Staatspräsidenten der Welt nach vier Jahren ihren Sessel zu räumen, müsste die Menschheit weniger Genussmittel konsumieren. Im Fall von Frau Merkel scheinen mir selbst Hopfen und Malz verloren. Vielleicht sollte ihr jemand mal ein paar Hanfkekse unterjubeln, damit sie ihr Lächeln wiederÀndet?
Ausgabe 6/2014 Chili-Schoten oder Mohrrüben? Reinhard Habeck (links) beim Interview in Basel.
Gibt es aller bissiger Sätze zum Trotz auch Politiker, die Dich Lebensjahren kennen und schätzen zu lernen – leider viel zu beeindrucken?
kurz. An eine unserer Begegnungen kann ich mich noch bestens»Grundsätzlich hat jeder Bürger das Recht, vom Staat in Ruhe erinnern. Das muss irgendwann in den späten 1990ern gewegelassen zu werden«, schrieb Deutschlands Piratenpartei einst sen sein. Walter wohnte damals bei einem lieben Freund in der tapfer auf ihre Flagge, ehe ihr Kutter im Politsumpf Schiffbruch Schweiz. Ich traf ihn dort nachmittags im Garten. »Weisst, Luc, erlitt. Diese Geschichte fasziniert mich – weil mir der Staat ebenich habe ein Problem«, knurrte er. »Der Arzt hat mir meinen Whisfalls keine Ruhe lässt. Ansonsten halte ich es lieber mit dem Satikey verboten.« Aber, fügte er schelmisch an: »Von Wodka hat er riker Martin Sonneborn: »Politik besteht heute nicht mehr darin, keinen Ton gesagt!« Grinste bis über beide Ohren und knallte Inhalte zu vertreten, es kommt nur darauf an, notfalls im Minu eine Flasche Hochprozentiges auf den Tisch. Wir sind damals tentakt seine Positionen zu wechseln.« fürchterlich versackt und haben bis tief in die Nacht allerlei verrückte Gedanken Ich wünsche mir, dass Däniken kennt man nur im blauen Sakgeboren, von denen ich noch heute zehre.
ko. Bürgin dagegen scheint eine Vorlie-Ich vermisse seine Menschlichkeit – und sich die EU irgendwann be für schwarz zu haben. Wann immer seine Fantasie. selber verbietet.
wir uns getroffen haben, ich kenne Dich nicht anders. Gibts Dich auch in Farbe?
Hast Du einen Wunsch für die Zukunft?
Ja – wenn ich Chili-Schoten kaue, roh und am Stück. Schon mal Dass sich die EU in ihrem zunehmenden Verbotswahn irgendversucht? Danach bringst du zwar fünf Minuten lang kaum einen wann selber verbietet.
vernünftigen Ton raus, tränst und stöhnst, brauchst dafür aber den ganzen Tag über keinen Kaffee und keine Cola mehr. Der Deine grösste Befürchtung?
ultimative Energie-Kick! Und extrem gesund und entzündungs- Dass die Menschheit vermutlich noch Jahrhunderte benötigen hemmend ists ebenfalls.
wird, um sich umweltgerecht auszurotten.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber zur Mohrrübe grei- Apropos Menschheit: Wie hältst Du es mit Tieren?
fen, wie sie Mausbiber Gucky bevorzugt knabbert. Walter Ern-Ich liebe Tiere. Leg’ mir eine Katze auf den Schoss und ich halte sting alias Clark Darlton hatte sich den quirligen Ausserirdimeinen Mund.
schen einst für das »Perry Rhodan«-Universum erdacht…
Ich hatte das grosse Glück, Walter zumindest in seinen letzten Das will etwas heissen!
Interview: Ausgabe 6/2014 67
Zehn Jahre »mysteries«: Für unseren Wiener Autorenkollegen Reinhard Habeck Grund genug, den Spiess mal umzudrehen und Herausgeber Luc Bürgin in der Schweiz mit ein paar Fragen zu konfrontieren.
wird diese Riesensummen je zurückzahlen können. Faktisch gehört Deutschland damit den Banken in aller Welt. In Japan etwa, der drittgrössten Wirtschaftsnation, ist der Schuldenberg mittlerweile auf acht Billionen Euro angewachsen. Die Staatspleite ist dort nur noch eine Frage der Zeit. Kurz: Japan steht vor dem Kollaps – und kaum jemand bei uns interessierts, obwohl uns dies vermutlich den nächsten Finanz-Tsunami bescheren wird.
Ernüchternd, in der Tat. Was strapaziert Dein Nervenkostüm sonst noch? Woran arbeitest Du gegenwärtig?
An etlichen Stories gleichzeitig – und drei Buchprojekten. Mein grösster Feind ist und bleibt die Zeit. Konkret brüte ich derzeit etwa über die Veröffentlichung der exakten Standorte von vier Schatzverbringungen um 1945 in Bayern. Seit einer halben Ewigkeit liegen mir grossformatige Google-Earth-Fotos eines bestens informierten Gewährsmannes vor. Samt detaillierten Positionsangaben. Die A3-Seiten markieren auf den Meter genau vier Stellen, an denen deutsche Truppen vor Kriegsende Schätze verbuddelt hatten.
Wie soll ich nun vorgehen? Soll ich die Pläne als Journalist für alle offenlegen, auf die Gefahr hin, dass dort morgen wildfremde Schatzsucher auf Privatgrund ihr Leben riskieren, weil die betreffenden Stellen vermutlich mit Sprengsätzen vor allzu Lieber Luc, man musste Dich zu diesem Jubiläums-Interview fast schon zwingen…
Bürgin: Ehrlich gesagt habe ich es nicht so mit Jubiläen. Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Bis vor kurzem interessierte sich öffentlich kaum jemand für die wahren historischen Hintergründe. Nun überÁuten uns Massenmedien mangels eigener Ideen plötzlich mit entsprechenden Berichten, ehe 2015 die nächste Sau durchs Dorf gepeitscht wird, weil irgendein anderes Pseudojubiläum ansteht. Dabei gäbe es weitaus explosivere Themen, die dringendst journalistisch hinterfragt und thematisiert gehörten.
Kannst Du ein Beispiel nennen?
Kennst Du die deutsche Schuldenuhr? Gucke mal nach unter www.steuerzahler.de. Dort tickt das Ding unerbittlich. 1990 hatte Deutschland noch 536 Milliarden Euro Schulden. Zum Zeitpunkt dieses Interviews zeigt die Uhr bereits weit über 2000 Milliarden an. In Worten: Zwei Billionen Euro. In Frankreich oder Italien sind die Schuldenberge ähnlich hoch! Keine Regierung
Japan ersäuft derzeit im Schuldensumpf – und keinen interessierts.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/66-publizistische-freiheit-bedeutet-mir-mehr-als-alles-geld-de-page63-1.jpg9751275Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2014-06-01 12:00:002025-12-15 19:07:20»Publizistische Freiheit Bedeutet Mir Mehr Als Alles Geld Der Welt«
Bizarre Bruderschaft: Was wusste Werner Demand? Wer weiss mehr über Werner Demand? Dessen Name taucht im Zusammenhang mit einer obskuren »Bruderschaft Bombastus« auf – in vertraulichen Papieren, die wohl dem christlichen Geheimbund der Horpeniten zugerechnet werden müssen. Gefunden hatte man seine umfangreichen Schriftbündel bei einer HaushaltsauÁösung in Thüringen, in einem Versteck. Dank eines engagierten Lesers liegen sie »mysteries« derzeit zur Prüfung vor. Die mehrheitlich maschinengeschriebenen Texte stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren und enthalten mystisch anmutende Aufzeichnungen über Pyramiden, Ausserirdische und alchemistische Texte. Wer weiss mehr über die Horpeniten oder die Bruderschaft Bombastus? Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an: Mysteries, Postfach, CH 4002 Basel. Oder: +41 – 61 – 681 62 61.
Lust auf Stangen-Eier aus der Fabrik?
Appetit auf frische Eier-Brötchen beim lokalen Bäcker oder am Supermarkt-Tresen?
Aufgepasst!
Denn immer mehr Gastro-Unternehmer in Europa greifen bei der Zubereitung auf fades Stangen-Ei zurück: Gummige, industriell gefertigte Kunstwurst aus Eiweiss und Eigelb! Maschinell zusammengemixt aus Hunderttausenden von Eiern, im Verhältnis 1:2.
Angereichtert mit modiÀzierter Stärke, Säuerungsmitteln und anderen Zusätzen.
Einer internen PDF-Information der Firma Lüchinger+Schmid zufolge – dem grössten Schweizer Eierverarbeiter – wird deren»Eierrolle Quickei« konkret Gelier- und Verdickungsmittel (E1412) und Antioxidans (E330, Citronensäure) beigemischt. Wann folgen wohl aufgeblasene »Kunstäpfel«?
Oder monströse »Industrie-Bananen«?
Marco Polo und das Rätsel der Küstenlinie von Alaska
Hat Entdecker Marco Polo (um 1300) bereits Jahrhunderte vor Kolumbus von Amerika gewusst?
Dies behauptet der US-Historiker Benjamin B.
Olshin in einem neuen Buch. Seine spektakuläre Theorie basiert auf einer alten Karte, die jüngst im Archiv der Kongressbibliothek von Washington zum Vorschein kam. Das Dokument mit dem Titel»Map with Ship« stammt vermutlich von Marco Polo. Wissenschaftler datieren es auf das 14. oder 15. Jahrhundert. Es soll sich um die Kopie eines Originals handeln. Die Karte zeigt die Beringstrasse mit dem Küstenverlauf von Kamtschatka, Sibirien und eben auch Alaska. Details will Benjamin B. Olshin in seinem Werk»The Mysteries of the Marco Polo Maps« verraten, das bereits dieser Tage erscheint. Die amerikanische Kongressbibliothek gibt sich derweil zurückhaltend: Die Echtheit des Fundstücks sei derzeit noch unklar, die »Herkunft nicht veriÀziert«.