Merkwürdiges Reliquien-Phänomen in Bayern
s klingt beinahe schon entschuldigend – als sei es ihm peinlich. Diese unglaubliche Sache, die er erlebt hat. Und noch immer erlebt. «Ich bin kein ESpinner, ich bin Geschäftsmann und eher eine skeptische Natur», beteuert Ludwig Schafft stets, wenn er erzählt, was ihm in den vergangenen Jahren Phänomenales widerfahren ist. Für den 61-jährigen Bayern begann die mysteriöse Geschichte denn auch mit einigen Zweifeln und einer gehörigen Portion Skepsis: Vor einigen Jahren hatte der bekannte buddhistische Mönch Than Mettiko dem überzeugten Buddhisten Schafft von einer Art «heiliger Perlen» berichtet. Diese existierten vor allem in Thailand und Tibet.
In den dortigen Klöstern werde die Asche verstorbener Mönche und Strenggläubiger stets genau durchsucht.
Denn je nach Heiligkeit des Dahingeschiedenen fänden sich in dessen verbrannten Überresten oft kleine, gräuliche Kügelchen, erzählte der Mönch seinem deutschen Glaubensbruder. Diese perlenartigen Objekte werden im Buddhismus Sarira oder Ringsel genannt und in den Klöstern als Reliquien verehrt. Sie seien von ausserordentlich grossem Wert, so der Mönch weiter.
«Davon hatte ich damals noch nie gehört – ich war wirklich verblüfft», er- Buddhistischer innert sich Ludwig Schafft. Doch der Reliquienschrein.
Mönch berichtete ihm noch Erstaunli-In der Asche vercheres: Gelegentlich würden sich diese storbenener Perlen in ihren Reliquienbehältern sogar Mönche finden vermehren – wie von Geisterhand! «Diesich gelegentlich ser Mann war absolut vertrauenswürdig, bizarre «Perlen».
Buddhistische «Wunderperlen» und andere kostbare Reliquien auf Welttournee Just in diesen Tagen kommt eine Wanderausstellung über buddhistische Reliquien in unsere Breitengrade. Vom 16. bis 18 September 2011 macht sie Halt im Schweizerischen Kreuzlingen am Bodensee. Zu sehen sind in der Ausstellung auch Sarira.
Lama Zopa Rinpoche hatte die seltene und wertvolle Sammlung von buddhistischen Reliquien im Jahre 2001 für eine Welttournee freigegeben. Seither wurde sie in Tempeln, Meditationszentren und anderen öffentlichen Räumen präsentiert.
Die Sammlung enthält diverse Reliquien – unter anderem von Buddha Shakyamuni und seinen bekanntesten Schülern wie Maudgalyayana, Ananda und Shariputra – aber auch Reliquien vieler anderer Heiliger und spiritueller Meister aus der chinesischen, indischen und tibetischen Tradition. Darunter kristalline, perlenähnliche Ablagerungen als auch Knochenteile, die der Asche spiritueller Meister nach ihrer Verbrennung entnommen wurden.
Und tatsächlich: Auch unter den Exponaten gibt es «Perlen», die sich auf wundersame Weise vermehrt haben, Wundervolle Exponate. Eine Wanderausstellung präsentiert gegenwärtig buddhistische «Perlen», die sich vermehren – auch in unseren Breitengraden.
wie aus dem Ausstellungskatalog zu erfahren ist: «Die übrigen drei kleineren Reliquien (…) scheinen sich während der Tour der Herz-Schrein-Reliquien spontan manifestiert zu haben», heisst es dort etwa.
Und einige Seiten weiter: «2003 veränderte sich die Farbe von Anandas Reliquien und zusätzlich manifestierte sich eine neue, die viel grösser ist, als die anderen Reliquien.» So bestätigt denn auch der Schweizer Co-Organisator der Ausstellung, Thomas Landolt, dass diese verblüffenden Vermehrungen für viele Buddhisten ein ganz normales Phänomen seien.
Einige der Reliquien wurden aus Statuen in Tibet geborgen, wo sie vor der kommunistischen Besetzung 1959 Hunderte von Jahren aufbewahrt worden waren. Andere wurden von Museen und Klöster gestellt. Lama Zopa Rinpoche hat sich sehr gründlich von deren Echtheit überzeugt, bevor er die Reliquien freigab.
Die Ausstellung ist kostenlos, «um jedermann die seltene Gelegenheit zu bieten, in der Gegenwart solch unbezahlbarer heiliger Objekte zu verweilen», so die Verantwortlichen.
Infos: www.maitreyaproject.org dennoch konnte ich ihm das fast nicht glauben», räumt Schafft ein, der in Pfaffenhofen bei München ein grosses Multiplex-Kino betreibt.
In der Hoffnung, mehr über diese kuriose Angelegenheit zu erfahren, weihte er eine Bekannte in die Schilderungen des Mönchs ein. Die befreundete Buddhistin verweilt öfters in einem thailändischen Kloster. Und tatsächlich: Sie bestätigte ihm die Existenz dieser mysteriösen, heiligen Perlen.
«Zudem erzählte sie mir, dass sie selbst derartige Reliquien ihres verstorbenen Lehrers habe. Und auch diese würden sich von Zeit zu Zeit vermehren.»
Perlen von Buddha selbst Zudem besitze das Kloster, welches die Bekannte regelmässig aufsucht, ebenfalls eine Menge Reliquien. So seien die dortigen Mönche etwa seit vielen Jahrhunderten im Besitz eines Schädelknochens des Herrn Gautama – dem Begründer des Buddhismus.
Und von Zeit zu Zeit lägen auch in dem Pokal aus Panzerglas Bedeutender Moment. Abt Ajahn Thong überreicht Ludwig Schafft die Perlen.
neue «Ableger» dieser heiligen Knochen. «Wie das genau vonstatten geht, weiss kein Mensch», wundert sich Ludwig Schafft. Der Familienvater ist fasziniert von derlei Berichten – aber immer noch voller Zweifel.
Die Sache lässt ihn nicht mehr los.
Also wendet er sich an das ihm freundschaftlich verbundene Kloster Chom Thong in Thailand und fragt, ob man auch ihm vielleicht ein, zwei Reliquien eines verstorbenen Mönches besorgen könnte.
Mit Erfolg: Drei Jahre später überreicht ihm der Abt des Klosters, Ajahn Thong (87) bei einem Besuch in Bayern einen kleinen Glasbehälter mit drei Perlen. «Eine grössere, eine mittlere und eine ganz kleine», erinnert sich Geschäftsmann Schafft, der in Waidhofen bei München zusätzlich zu seinem Kino auf privater Basis auch ein buddhistisches Meditationshaus betreibt.
Er habe für das thailändische Kloster schon «viel getan», erklärt er die Verbundenheit der Mönche zu ihm. Zudem woll- Ausgabe 5/11 Phänomene ten sie mit ihrem Geschenk dem Buddhismus in Deutschland und Europa zu weiterem Auftrieb verhelfen. Doch Schafft ist vollkommen perplex, als ihm die Mönche auf Nachfrage verraten, dass die Perlen nicht von irgendeinem verstorbenen Glaubensbruder stammen, sondern von «Himself» – also von Buddha persönlich!
«Das ist wirklich eine absolute Seltenheit – erneut begann ich zu zweifeln, ob so etwas denn tatsächlich auch stimmen konnte», erzählt der Mann gegenüber «mysteries». «Aber die Mönche warteten mit einer durchaus glaubwürdigen Geschichte auf. So erklärten sie mir, dass beim Tsunami 2004 ein Kloster in Sri Lanka stark beschädigt worden sei.»
Besagtes Kloster habe eine authentische Buddha-Reliquie besessen, so Eine absolute Seltenheit!
Ich zweifelte, ob das überhaupt stimmen konnte.
Aus drei Stück wurden sechs die Mönche weiter. «Um diese in Sicherheit zu bringen, wurde sie vorübergehend in das thailändische Kloster gestehen die beiden originalen Reliquien nun in einem Safe – und produzieren munter kleine Perlen, wie die Mönche Schafft versicherten.
Und, o Wunder: «Bereits in der ersten Nacht in unserem Haus haben sich auch meine Perlen vervielfacht», berichtet Schafft. Statt drei Stück lagen plötzlich sechs Sarira im Schrein. «Am Abend zuvor warens noch drei, dann plötzlich doppelt so viele. Meine Frau und mein Sohn können das jederzeit bezeugen.»
Sicherheitshalber habe er bei den Mönchen in der Folge nochmals nachgefragt, wie viele Perlen sie ihm geschenkt hätten. «Lediglich drei Stück», war die Antwort, «nach den ‹Drei Juwelen›». Sechs Stück hätten keinen Sinn gemacht, erläuterten die Thailänder ihrem deutschen Freund. Denn die «Drei Juwelen» symbolisieren im Buddhismus Buddha, die Buddha-Lehre Dharma sowie die Sangha – die Gemeinschaft der Gläubigen.
Mittlerweile – drei Jahre später – seien zu den sechs noch zwei weitere kleine Kügelchen dazugekommen, wie Schafft anmerkt: «Wie diese Vermehrung funktioniert, weiss ich bis bracht.»
Dort Unter Verschluss. Seine «Wunderperlen» hütet Schafft in einem Stupa-Schrein.
heute nicht.» Doch das Glück scheint ihm hold. Schliesslich heisst es in thailändischen Klöstern, dass derlei Reliquien zur Vermehrung eine besondere, friedliche Atmosphäre benötigen. Ausserdem gebe es auch das umgekehrte Phänomen: Sind die Perlen von einer schlechten Aura umgeben, würden sie sich auflösen und ins Nichts verschwinden.
Die Mönche aus Chom Thong haben, gemäss Ludwig Schafft, noch zwei weiteren Deutschen je ein «Dreier-Set Sarira» übergeben. Bei einem davon blieb es bis heute bei drei Perlen, beim dritten Set hätten sich die Reliquien ebenfalls vermehrt – und zwar exakt wie bei Schafft bereits in der allerersten Nacht nach der Übergabe.
Phänomene Ausgabe 5/11 Die Sarira von Ludwig Schafft in Grossaufnahme. Buddhas Reliquien vermehrten sich über Nacht – statt drei lagen auf einmal sechs Stück im Glasbehälter.
Der Deutschen Buddhistischen Union (DBU), dem traditiseien Sarira mit Sicherheit nicht. «Alles muss selber erarbeionsübergreifenden Dachverband deutscher Buddhisten, ist tet werden.»
das Phänomen bekannt. «Was die wundersame Vermehrung Wie in allen Weltreligionen gibt es auch im Buddhismus von Reliquien angeht, so ist dies genau das, was man oft von Befürworter und Kritiker wundersamer Reliquien.
Eine den Reliquien des 16. Karmapa (bedeutender Meister im Tischlüssige Erklärung, was es mit den «heiligen Kügelchen» betischen Buddhismus, Anm d. Red.) erzählte», erklärt DBUauf sich hat, steht bis heute aus. Nach wie vor ist unklar, wie Pressesprecherin Michaela Doepke nach Rücksprache mit die Reproduktion funktionieren soll und woraus die Reliquien bekannten Meditationslehrern des Tibetischen Buddhismus.
überhaupt bestehen. Manche vermuten, dass sie bei der Ver- «Das Schöne an der Geschichte», die «mysteries» hier erstbrennung entstehen, wenn die Knochen der Verstorbenen in mals dokumentiert, sei, «dass dieses Phänomen offenbar der Hitze kristallisieren. Andere behaupten spöttisch, es auch bei anderen Mönchen und nicht nur bei den (magischen) handle sich schlicht um Gallen- oder Nierensteine der Ver-Tibetern geschieht».
storbenen. «Dazu kann ich nicht viel sagen», räumt Buddhist Das Phänomen der sich vervielfältigenden Reliquien sei in Schafft ganz offen und ehrlich ein. Und ergänzt: «Ich kann Thailands buddhistischen Klöstern tatsächlich bekannt, nickt mich nur wundern: Nieren- und Gallensteine vermehren sich Ludwig Schafft. «Aber man spricht nicht gross darüber.» Seine vielleicht in Niere und Galle. Aber in Glasbehältern?»
Reliquien thronen heute in seinem Privathaus unter einer Nun sind Wissenschaftler gefragt, die dem Phänomen Buddha-Statue. Der Bayer versucht, die mysteriösen Kügelvorurteilsfrei auf den Grund gehen. Denn Ludwig Schafft würchen voller Respekt aber auch nicht mit «zu viel Kult» zu bede eine seiner Reliquien gerne für eine fachmännische Untertrachten: «Von den Perlen, die ich habe, geht meinem Empfinsuchung zur Verfügung stellen. «Es muss allerdings garanden nach keine Macht oder Kraft aus. Ich spüre nichts», sagt tiert sein, dass sie dabei nicht beschädigt wird!»
er. «Anderseits bin ich in solchen Dingen auch ein Holzklotz.»
Infos: www.dharma.de/dbu, www.buddhayan-ev.de Automatische Heilsbringer, so ist er sich jedenfalls sicher,

































































