Wie sieht Deutschlands Zukunft aus? Wie will man gegen Ende dieses Jahrzehnts leben? Via Internet wollte Kanzlerin Angela Merkel die Ideen ihrer Bürger erfahren. Tausende von Vorschlägen wurden eingereicht und bewertet. Topthemen sind unter anderem der Islam, «Warengeld», «Freie Energie» und Cannabis.

Welche Anliegen brennen Deutschlands Bürgern besonders auf den Nägeln? Hier eine Auswahl der originellsten und bis Mitte April (Ende der Vorschlagsphase) höchstbewerteten Bürger-Anliegen aus der Top-10-Liste von Angela Merkels Internetseite «www.dialog-ueber-deutschland.de»: ► «Nachdem sich unser Nachbarland Frankreich dazu durchgerungen hat, ein Gesetz zu verabschieden, dass die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern und Aramäern unter Strafe stellt und es dieses Gesetz in der Schweiz bereits seit Jahren gibt, ist ein solches für Deutschland längst überfällig.»

► «Das Thema Islam wird von Politik und Medien gründlich gemieden, Islamkritiker werden bestenfalls ignoriert, meist aber diffamiert, Islamkritik wird pathologisiert und kriminalisiert. Eine argumentative Auseinandersetzung mit dem Islam muss endlich stattfinden. In der Politik. In den Medien.»

► «Cannabis legalisieren: Den Markt für Erwachsene regulieren! Der bestehende Schwarzmarkt für Cannabis sollte durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualität und THC-Gehalt) ersetzt werden. Durch eine Besteuerung kann mehr Suchtprävention finanziert werden.»

► «Wir fordern, dass das Thema Hochbegabung in Zukunft bundesweit in die Ausbildung der Erzieher und Lehrer aufgenommen wird.»

► «Alle Grundschulkinder sollten vier Jahre lang eine Stunde Schachunterricht pro Woche erhalten. Das Schachspiel eröffnet Kindern neue Horizonte in vielerlei Hinsicht.»

► «Gebt den Menschen echtes Geld zum Leben: WARENGELD. Geld, hinter dem ein echter Wert steckt, zum Beispiel, weil es in stundenlanger harter körperlicher Arbeit erst gewonnen werden musste. Geld, welches beständig ist und seinen echten inneren Wert nie verlieren wird. Gebt den Menschen die Freiheit darüber zurück, was sie als Geld akzeptieren wollen und zwingt ihnen nicht länger ein ‹gesetzliches Zahlungsmittel› aus bedruckter Baumwolle auf!»

«Sexueller Missbrauch von Tieren endlich bestrafen»

Gebt den Menschen Geld, hinter dem ein echter Wert steckt!

Viele Stimmen erhielten zudem folgende Anliegen: «Religionsunterricht aus den staatlichen Schulen ausgliedern!» «GEZ-Gebühr abschaffen! Schlechtes Fernsehen und Radio mit unserem Geld finanzieren, im Namen der Demokratie? Wer profitiert davon?

Vom Volk niemand!» «Das Gesetz, das den sexuellen Missbrauch von Tieren zulässt, abschaffen. Seit 1969 ist der sexuelle Missbrauch von Tieren wieder legalisiert…»

Ebenso interessant folgende Idee: «Jeder Bürger, der den Wunsch danach hat, erhält ein Hektar Land zur lebenslangen Nutzung, unbesteuert und vererbbar, als bedingungslosen Lebensraum. Dort kann er auf naturnahe Weise sich und seine Familie mit selbst angebauten Lebensmitteln versorgen, einen Wald anlegen, ein ökologisch sinnvolles Haus bauen, dezentral Energie schöpfen und Tiere natürlich halten.»

Tausende positiver Reaktionen erhielt auch Bürgerin Viktoria Constanze Reichelt: «Ich unterbreite, Forschungsgelder in den Bereich der so genannten ‹Freien Energie› oder auch ‹Vakuumfeldenergie› oder ‹Nullpunktenergie› zu investieren. Diese Energieform ist dem grössten Teil der Bevölkerung noch nicht bekannt.

(…) Ich war diesen Monat bei Prof. Claus Turtur an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und habe mit eigenen Augen zwei laufende ‹Freie Energie›-Versuchsaufbauten gesehen. Ich bin bereit, dies unter Eid zu beschwören!»

red.

Ausgabe 3/2012

«Welche Zukunft schwebt Euch vor?» Merkel fragt, Bürger antworten – Abbildung 2
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Neue Sonderausstellung im Sauerland

Der Galileo-Park im sauerländischen Lennestadt startet durch: «Willkommen in der Welt der Fantasie!» werben die Macher und präsentieren allerlei Kuriositäten für Mystery-Fans und Kryptozoologen, die gerne auch mal schmunzeln. Kernfrage der neuen Sonderausstellung: Was haben Enten auf dem Mars verloren?

Wer sind die Interducks? «Eine geheimnisvolle Entensippe, die öfter in die Geschicke der Menschheit eingegriffen hat, als es die offizielle Geschichtsschreibung zugeben mag!» wispern Insider augenzwinkernd. Seit vielen Jahren tragen sie kulturgeschichtliche Relikte und andere Belege aus aller Welt zusammen, um ihre abenteuerliche These im Rahmen der Kunstausstellung «Duckomenta» zu untermauern, die bereits in etlichen Städten für Besucherrekorde sorgte (siehe Bilder rechts).

Eingeweihte munkeln: Die mysteriöse Enten-Spezies hat unseren Planeten 1944 Hals über Kopf verlassen. Doch wo ist sie geblieben? Die «Duckomenta» lüftet nun das Geheimnis: Die Interducks stürzten mit ihrem Raumschiff auf dem Mars ab! Dies enthüllt die neueste Version der Ausstellung ab dem 10. Juni 2012 exklusiv im Galileo-Park im Sauerland – und das gleich ein halbes Jahr lang. «Besucher dürfen sich auf eine fantastische Mars-Landschaft samt abgestürztem Enten-Raumschiff und vielen kuriosen Exponaten freuen», verspricht Park-Betreiber Wolfgang Schmidt. Gleichzeitig präsentiert sein «Wunderland» bis Ende 2012 weitere Highlights. Darunter 128 jahrmillionenalte fossile Tierfunde aus dem UNESCO-Weltnaturerbe der Grube Messel oder die Ausstellung «Einhorn, Wolpertinger und Co.» – ein Muss für Freunde fantastischer Fabelwesen!

red.

Infos:www.galileo-park.de / Tel. +49 (0) 2721-60077-10 Projektskizze: So oder ähnlich wird sich So oder ähnlich wird sich So oder ähnlich wird sich So oder ähnlich wird sich die neueste «Duckomenta»präsentieren.präsentieren.präsentieren.präsentieren.

Kadaver im Eis: Als der Gletscher die Mumie dieses Erpels aus der Jungsteinzeit freigibt, findet die Presse spontan einen Namen: Dötzi. Über seine Herkunft ist wenig bekannt. (Fotos: Interduck) Enten, wohin Enten, wohin man blickt:man blickt: Auch im alten Auch im alten Ägypten hin-Ägypten hinterliessen dieterliessen die Interducks Interducks Spuren.Spuren.

Versteinerter Duckaeopterix: Das schwach entwickelte Das schwach entwickelte Brustbein deutet auf mangelhaftes Flugvermögen hin.

Perfekt konserviert:Perfekt konserviert: Ob sich in den Bandagen, wie bei anderen ägyptischen Mumien, Kokain-Reste nachweisen lassen?ren ägyptischen Mumien, Kokain-Reste nachweisen lassen?

Ausgabe 3/2012 neu erschienen Schwarz auf weiss Andreas von Rétyi Sie lagern zu Tausenden in den geheimen Archiven der Regierungen, Militärs und Nachrichtendienste: Streng vertrauliche Dokumente, von denen die meisten nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen. Sie zeugen von Verschwörungen und mörderischen Plänen, Intrigen und Folter, von menschenverachtenden Experimenten und satanischen Ritualen – und dies alles im unerschütterlichen Interesse einer verborgenen Machtelite. Nur wenige dieser Zeugnisse gelangten bislang an die Öffentlichkeit, oft nach intensiven Recherchen durch Journalisten oder aber auch durch abtrünnige Insider, die selbst Teil des Systems waren. Andreas von Rétyi führt Sie mitten hinein in die hochdramatischen Abläufe einer schier unglaublichen Geheimpolitik.

Kopp, ISBN 978-3864450181, EUR 19.95 Politisch unkorrekt Jan van Helsing (u. a.)

Mit der Schere im Kopf müssen viele Journalisten arbeiten. Sie schreiben nicht das, was sie gerne möchten und was auch die Bürger interessieren würde, sondern sie unterliegen einem unsichtbaren Diktat − der politischen Korrektheit! In diesem Buch wird hingegen Klartext gesprochen. Jan van Helsing und 15 weitere Autoren lassen sich den Mund nicht verbieten und bringen in diesem Buch Themen zur Sprache, die womöglich von diversen Kreisen und Medienorganen als «politisch unkorrekt» beurteilt werden. Behandelt werden Themen wie: Zensur, Gewalt gegen Polizisten, Sexualisierung unserer Kinder, Christenverfolgung in der Welt, Migranten und die Vorzensur der deutschen Presse, 9/11, Impfen – und: Ein Illuminat bricht sein Schweigen.

Amadeus Verlag, ISBN 978-3938656600, EUR 24.00 Wer hat das Rind zur Sau gemacht?

Udo Pollmer (u. a.)

Skandal im Nährbezirk: In immer kürzeren Abständen wird Skandal-Alarm ausgelöst, wird uns Angst gemacht vor Megaseuchen aller Art. Nur: Viele der angeblichen Skandale sind gar keine, sondern Meinungsmache von Medien, Verbraucherschützern, Wissenschaftlern, Behörden oder Politikern. Und die Frage, was man heute noch essen könne, vor die wir ständig gestellt werden, muss längst ganz anders lauten: Wem können wir heute noch glauben? Der bekannte Lebensmittelchemiker Udo Pollmer räumt in seinem neuen Buch gründlich auf mit Vorurteilen aller Art – und der irrigen Vorstellung, dass bei der medialen Beschäftigung mit unseren Lebensmitteln vor allem der Verbraucherschutz im Vordergrund steht.

Rororo, ISBN 978-3499627606, EUR 8.99 Schwarzbuch WWF Wilfried Huismann «Es ist leichter, in die Geheimnisse der CIA einzudringen als in die des WWF», sagt Raymond Bonner, Enthüllungsjournalist der «New York Times». Wilfried Huismann hat es trotzdem gewagt. Allen Widerständen der WWF-Führungsspitze zum Trotz nahm er die Strukturen und Projekte der Umweltschutzorganisation unter die Lupe. Das Ergebnis ist erschütternd: Der WWF paktiert mit Energiekonzernen, die in Asien und Lateinamerika die letzten Regenwälder vernichten, um auf Soja- oder Palmölplantagen Biosprit zu produzieren. Der WWF beteiligt sich an der Vertreibung von Eingeborenen aus den Wäldern Indiens und Afrikas – und er fördert die industrielle Landwirtschaft auf der Basis von Gentechnik. Der Panda des WWF genoss bislang das Vertrauen der Spender, doch er hat längst ein zweites Gesicht, wie der Autor anprangert: Für Geld wäscht der WWF Umweltverbrechen der Industrie grün!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3579066752, EUR 19.99

Was haben die Ducks auf dem Mars verloren? – Abbildung 2
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Gab es eine Menschheit vor der Menschheit? In diesem reich illustrierten Buch dokumentiert Luc Bürgin, was uns Archäologen verheimlichen – von A bis Z. Rund 200 Farbfotos enthüllen kontroverse Fundstücke und gewähren neue, brisante Einblicke in verschollene Privatsammlungen und finstere Museumskeller.

Ob Fußspuren moderner Menschen vor Jahrmillionen, Saurierzeichnungen aus grauer Vorzeit oder uralte menschliche Haare, deren DNA sich keiner irdischen Rasse zuordnen lässt: Dieses Buch fördert mysteriöse Relikte ans Tageslicht, die unsere Geschichtslehrer erblassen lassen. Bizarre Zeugnisse der Vorzeit, die alles in Frage stellen, was uns in der Schule gelehrt wurde.

Wussten Sie, dass die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt aus Deutschland stammen? Wie gelangte eine Skulptur der alten Römer in ein mittelamerikanisches Grab bei Mexico City, lange bevor die Europäer Amerika entdeckten? Und wie schafften es die alten Chinesen bereits 2.000 Jahre vor uns Waffen zu verchromen, die bis heute nicht rosten?

»Die Geschichte der Menschheit muss umgeschrieben werden!«, fordert der Mystery-Jäger und Journalist Luc Bürgin und dokumentiert die provokativen Ergebnisse seiner neusten Spurensuche. Erfahren Sie, was uns Archäologen verschweigen und tauchen Sie ein in eine verbotene Welt voller historischer Unmöglichkeiten – in geheime Höhlen und Gräber, die selbst Indiana Jones alles abverlangen würden.

Staunen Sie über das Geheimnis des blauen Feuers im Jesusgrab von Jerusalem. Lassen Sie sich von magischen Ringen und Schwertern verzaubern. Halten Sie den Atem an, wenn Totenschädel zu flüstern beginnen und klettern Sie mit einem Rebellenkämpfer in die slowakischen Tatra-Berge, wo seit Jahrhunderten eines der größten Geheimnisse der Menschheit schlummert. Gemeinsam mit dem Mossad werden Sie zum Versteck der Bundeslade schleichen. Und auch die Bekanntschaft mit einer fluchbeladenen sibirischen Mumie steht auf dem Programm.

Dies ist ein Reiseführer in die Welt der verheimlichten Funde und unterdrückten Artefakte. Rund 200 Farbfotos gewähren Einblicke in das Unfassbare: kontroverse Skulpturen, die es nicht geben dürfte, steinalte Relikte, wie sie heute nur mit modernsten Werkzeugen gefertigt werden könnten oder geheimnisvolle Schriftzeichen versunkener Zivilisationen, die nicht in unser vertrautes geschichtliches Weltbild einzuordnen sind.

Luc Bürgin: Lexikon der verbotenen Archäologie gebunden • 296 Seiten • durchgehend farbig illustriert Best.-Nr. 916 400 • 19.95 €

»Noch können wir unsere Geschichte ändern, indem wir unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis der Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft! « Luc Bürgin

Telefon (0 74 72) 98 06 10 • Telefax (0 74 72) 98 06 11 • info@kopp-verlag.de •www.kopp-verlag.de

Verbotene Archäologie: Die neuen Beweise! – Abbildung 2
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Tarot-Karten, magische Amulette, Beschwörungsformeln und geheime Rituale: New Orleans ist nicht nur Zentrum des Jazz und Blues. Sondern auch die Heimat von Wahrsagern, Hexen und Magiern, ja sogar von praktizierenden Vampiren.

Okkulte Vereinigungen und Orden aller Art wirken in der Mississippi-Metropole machtvoll im Hintergrund. Eine faszinierend zwielichtige Zone, in der man sich als Unkundiger leicht verirren kann – vor allem nachts.

von Christian Platz Ausgabe 3/2012

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Gab es eine Menschheit vor der Menschheit? In diesem reich illustrierten Buch dokumentiert Luc Bürgin, was uns Archäologen verheimlichen – von A bis Z. Rund 200 Farbfotos enthüllen kontroverse Fundstücke und gewähren neue, brisante Einblicke in verschollene Privatsammlungen und finstere Museumskeller.

Ob Fußspuren moderner Menschen vor Jahrmillionen, Saurierzeichnungen aus grauer Vorzeit oder uralte menschliche Haare, deren DNA sich keiner irdischen Rasse zuordnen lässt: Dieses Buch fördert mysteriöse Relikte ans Tageslicht, die unsere Geschichtslehrer erblassen lassen. Bizarre Zeugnisse der Vorzeit, die alles in Frage stellen, was uns in der Schule gelehrt wurde.

Wussten Sie, dass die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt aus Deutschland stammen? Wie gelangte eine Skulptur der alten Römer in ein mittelamerikanisches Grab bei Mexico City, lange bevor die Europäer Amerika entdeckten? Und wie schafften es die alten Chinesen bereits 2.000 Jahre vor uns Waffen zu verchromen, die bis heute nicht rosten?

»Die Geschichte der Menschheit muss umgeschrieben werden!«, fordert der Mystery-Jäger und Journalist Luc Bürgin und dokumentiert die provokativen Ergebnisse seiner neusten Spurensuche. Erfahren Sie, was uns Archäologen verschweigen und tauchen Sie ein in eine verbotene Welt voller historischer Unmöglichkeiten – in geheime Höhlen und Gräber, die selbst Indiana Jones alles abverlangen würden.

Staunen Sie über das Geheimnis des blauen Feuers im Jesusgrab von Jerusalem. Lassen Sie sich von magischen Ringen und Schwertern verzaubern. Halten Sie den Atem an, wenn Totenschädel zu flüstern beginnen und klettern Sie mit einem Rebellenkämpfer in die slowakischen Tatra-Berge, wo seit Jahrhunderten eines der größten Geheimnisse der Menschheit schlummert. Gemeinsam mit dem Mossad werden Sie zum Versteck der Bundeslade schleichen. Und auch die Bekanntschaft mit einer fluchbeladenen sibirischen Mumie steht auf dem Programm.

Dies ist ein Reiseführer in die Welt der verheimlichten Funde und unterdrückten Artefakte. Rund 200 Farbfotos gewähren Einblicke in das Unfassbare: kontroverse Skulpturen, die es nicht geben dürfte, steinalte Relikte, wie sie heute nur mit modernsten Werkzeugen gefertigt werden könnten oder geheimnisvolle Schriftzeichen versunkener Zivilisationen, die nicht in unser vertrautes geschichtliches Weltbild einzuordnen sind.

Luc Bürgin: Lexikon der verbotenen Archäologie gebunden • 296 Seiten • durchgehend farbig illustriert Best.-Nr. 916 400 • 19.95 €

»Noch können wir unsere Geschichte ändern, indem wir unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis der Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft! « Luc Bürgin

Telefon (0 74 72) 98 06 10 • Telefax (0 74 72) 98 06 11 • info@kopp-verlag.de •www.kopp-verlag.de

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iesenrummel um deutsche UFO-Akten. Bis heute will die Bundestagsverwaltung eine UFO-Studie ihrer Wissen-Rschaftlichen Dienste vom 23. November 2009 nicht an Interessierte aushändigen. In Auftrag gegeben worden war der Bericht von der CDU-Abgeordneten Gitta Connemann. Der deutsche Bürger Frank Reitemeyer aus Steglitz kämpft seither mit allen juristischen Mitteln für eine Veröffentlichung, weil ihm als «Otto Normalverbraucher» der Bericht nicht ausgehändigt wird.

Zuletzt erfolgreich war er vor dem Verwaltungsgericht Berlin.

Dennoch weigert sich die Bundestagsverwaltung weiterhin, das aufschlussreiche Dokument herauszurücken. Eine Behörden-Posse sondergleichen. Nicht zuletzt, weil Reporter Robert Fleischer bereits im Mai 2010 wesentliche Teile davon exklusiv in «mysteries» publik gemacht hatte – samt Faksimilie-Abbildungen. Lange bevor millionenschwere Medien wie die «Welt» oder «N-TV» in den letzten Monaten ebenfalls darüber berichteten.

Konkret handelt es sich um ein zehnseitiges Papier mit dem Titel: «Die Suche nach ausserirdischem Leben und die Umsetzung der UN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischen Lebensformen».

In ihrer «Ausarbeitung» halten die Autoren Julian Adolphs und Gregor Strate wörtlich fest: «Die Aussage, dass ‹der Bundesregierung keine Erkenntnisse vorliegen, die eine zuverlässige Einschätzung der Wahrscheinlichkeit extraterrestrischen Lebens erlauben würden (und) eine Landung Ausserirdischer auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland (…) nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausgeschlossen (hält)›, besagt nichts darüber, ob in der Vergangenheit nicht doch entsprechende Untersuchungen gemacht wurden.»

Weiter betonen die beiden Vertreter der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages: «Die Tatsache, dass sowohl Grossbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach Ausgabe 3/2012 der Existenz von UFOs und ausserirdischen Lebensformen beschäftigten und dies – nach vorheriger Geheimhaltung – in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, legt die Vermutung nahe, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen.»

Dynamit! Dennoch werden deutsche Spitzenpolitiker nicht müde, das Gegenteil zu versichern. «Eine Behörde oder Institution auf Bundesebene, die vermeintliche Sichtungen von Unbekannten Flugobjekten erfasst bzw. auswertet, ist hier nicht bekannt», antwortete im April 2008 der damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Eine bewusste Falschaussage?

Die Spuren führen an den Niederrhein Seit Ende 2011 mehren sich die Indizien dafür. Damals bestätigte das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW der deutschen UFO-Organisation DEGUFO schriftlich die Existenz einer internen Meldestelle für ungeklärte Phänomene am Himmel – zumindest was Nordrhein-Westfalen betrifft: «Soweit Ihre Anfrage den Umgang der Polizei mit derartigen Feststellungen betrifft, kann ich Ihnen mitteilen, dass die bei der Polizei eingehenden Informationen unmittelbar dem NLFZ mitgeteilt werden.»

Was ist das NLFZ? Das bundesdeutsche «Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum» wurde 2003 nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in Uedem am Niederrhein ins Leben gerufen. Hier fahnden seither Luftwaffe, Bundespolizei und Flugsicherung hinter atomsicheren Mauern und unter strengster Geheimhaltung nach illegalen Eindringlingen aller Art im deutschen Luftraum.

Doch: Werden Meldungen besorgter Bürger über anomale Himmelsphänomene via Polizei nur in NRW «unmittelbar dem NLFZ» weitergeleitet, wie das Innenministerium schreibt – oder geschieht das auch bundesweit? «mysteries» wollte es ganz genau wissen und kontaktierte deshalb in den letzten Monaten etliche Behörden der Bundesrepublik.

Unsere Frage: «Wie geht die Polizei mit allfälligen UFO-Meldungen besorgter Bürger um?» Antwort von Markus Niesczery von der Polizeipressestelle Düsseldorf am 9. März 2012: «Sollte es sich tatsächlich um eine ernstzunehmende Meldung handeln, melden wir die Beobachtung an die Landesleitstelle der Polizei NRW. Diese teilt den Sachverhalt dem NLFZ mit. Derartige Meldungen werden dokumentiert und archiviert. Eine Verifizierung ist von uns aus in der Regel nicht möglich.»

Ähnlich tönt es aus Berlin. Allfällige Meldungen und Wahrnehmungen würden von der Polizei aufgenommen, protokolliert und umgehend an die Deutsche Flugsicherungszentrale in Bremen sowie an die regionalen Flugleitzentren der Deutschen Flugsicherung in Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld weitergeleitet, so Thomas Neuendorf von der Berliner Polizei am 9. März. «Weitere Massnahmen, wie beispielsweise eine Weitergabe bzw. Information an das Nationale Lage- und Führungszentrum, würden diese Behörden dann in eigener Zuständigkeit steuern.»

In Bayern wiederum macht man es besonders gründlich. Im Auftrag des Staatsministeriums des Innern antwortete Josef Wimmer vom Polizeipräsidium München: «Nach entsprechender Einwertung wird die Mitteilung schriftlich dokumentiert und in der Regel wird eine Polizeistreife mit der näheren Abklärung der Meldung beauftragt. Die beauftragte Polizeistreife verschafft sich vor Ort einen Überblick und wird versuchen, den Sachverhalt und das Gefahrenpotenzial etwa durch Befragen des Mitteilers, weiterer Personen, Sichten von Fotos (…) weiter aufzuklären und einzuschätzen.»

Sollte die Ursache für die Beobachtungen vor Ort nicht feststellbar sein, würden Seite 7 der internen UFO-Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des deutschen Bundestags. Dieses Papier zu veröffentlichen, ist mittlerweile juristisch untergesagt. «mysteries» publizierte es jedoch bereits im Mai 2010, exklusiv.

Konzentrierte Stimmung.Konzentrierte Stimmung.Konzentrierte Stimmung. Rarer Blick ins Herz des NLFZ am Niederrhein vom 26. August 2009. (Foto: VISUM/Thomas Pflaum) weitere Schritte eingeleitet: «Zum Beispiel Nachfrage bei der Verfügung (Dienstanweisung)», erklärt etwa Michael Baum vom Deutschen Flugsicherung beim Flughafen München (…), gege- Polizeipräsidium NRW auf Nachfrage knapp.

benenfalls Einsatz des Polizeihubschraubers zur Aufklärung aus «Handelt es sich um Unfälle im Luftraum erfolgt keine Meldung der Luft oder weiterer Meldungen, z.B. bei unerklärbaren Phänoan das NLFZ», ergänzt gegenüber «mysteries» Hans-Jörg Sommermen an das Luftamt Südbayern.» Lediglich bei «konkreten, verifeld vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW. «Bei fizierten Gefahrensituationen» würde schliesslich auch Meldung darüber hinaus gehenden Sachverhalten erfolgt die Information an das NLFZ gemacht.

an das NLFZ.» Und auf erneute Nachfrage verrät er: «Es handelt Und im Osten? Da hüllte sich die Polizeidirektion in Leipzig sich dabei um eine Bund-Länder-Vereinbarung, die gleichermasleider in Schweigen und antwortete trotz mehrfacher Nachfrage sen für alle Bundesländer gilt. Weitere Details und Inhalte dazu nicht. Stattdessen erreichte «mysteries» am 22. März eine Antkann ich leider nicht zur Verfügung stellen.» Hoppla! Noch nie wort des Polizeipräsidiums Stuttgart, in hatte eine deutsche Polzeibehörde derarder Jörg Kurowski Stellung nahm: «Über tiges bis heute je bestätigt. Geheimer Stützpunkt, auffällige und nicht erklärbare Wahrneh-Wo also können solche Akten eingesemungen im Luftraum, von unabhängihen werden? «Entsprechende Daten», so direkt neben dem ger Seite oder von der Polizei bestätigt», Sommerfeld, «stellen wir grundsätzlich NATO-Gefechtsstand.

würden zunächst die Lagezentren der nicht zur Verfügung. Vielleicht versuchen regionalen Regierungspräsidien in Baden Sie es direkt beim NLFZ.» Klingt einfacher Württemberg informiert. Diese würden dann je nach Einzelfallals es ist. Denn das NLFZ agiert in einem abgeschotteten Stützbewertung das private CENAP (Zentrales Erforschungsnetz auspunkt auf dem Paulsberg bei Uedem am Niederrhein, inmitten sergewöhnlicher Himmelsphänomene), die Fluglärmbeschwereines streng geheimen NATO-Gefechtsstands («CAOC»). Eine destelle der Bundeswehr in Köln oder das NLFZ informieren.

Postanschrift lässt sich nur über Umwege eruieren und eine eigene Pressestelle unterhält man dort schon gar nicht.

«Vertrauliche Bund-Länder-Vereinbarung» Macht nichts, dachte sich «mysteries» und wandte sich direkt Fazit: Besonders relevante UFO-Phänomene scheinen tatsächan die Luftwaffe, deren Pressereferent höflich versprach, unselich Chefsache des NLFZ zu sein. Nur: Wer hat das wo, wann ren Fragenkatalog direkt an das NLFZ zur Beantwortung weiund wie angeordnet? Die Verantwortlichen drucksen höflich, terzuleiten. Konkret an die dort beheimatete Führungszentrale aber wortkarg herum. Dies geschehe aufgrund einer «internen Nationale Luftverteidigung (FüZNatLV) der deutschen Luftwaffe.

Ausgabe 3/2012 Schlummert auch im BND-Archiv ein vertrauliches UFO-Papier?

Zumindest ein kurioses Dokument mit UFO-Bezug verstaubt derzeit auch in den Archiven des Bundesnachrichtendienstes – mit einer Sperrfrist bis 2021! Konkret handelt es sich um einen Auswertungsbericht des BND zum Thema Landstreitkräfte von 1975 bis 1990. Titel: «Tunnel, Schleusungen, Sichtblende (Mauer), Unbekannte Flugobjekte (UFO)». Welche sicherheitsrelevanten Geheimnisse darin wohl beschrieben werden?

Nach rund zehn Tagen Wartezeit und mehrfacher Nachfrage schoss Oberstabsfeldwebel Horst Klaffki vom Pressenzentrum der Luftwaffe dann den Vogel ab.

Seine schriftliche Antwort auf unseren Fragenkatalog erschöpfte sich in einem nichtssagendem Satz samt lapidarem Internet-Verweis auf die Luftwaffen-Homepage. Auf telefonische Nachfrage räumte Klaffki am 19. März ein, unsere Fragen gar nicht erst gelesen zu haben. «Um was soll es gehen? UFOs? Ich bitte Sie! Damit beschäftigen wir uns hier gar nicht!»

Geduldig wiederholten wir unsere Anfrage: Stimmt es, dass alle deutschen Polizeibehörden UFO-Meldungen gemäss interner Weisung an das NLFZ rapportieren müssen? Wie geht die dortige Führungszentrale damit um? Und wo werden derlei Akten archiviert? Der Oberstabsfeldwebel begann erneut zu kläffen: «Von solchen Weisungen weiss ich nichts! Wenden Sie sich doch an die NATO. Oder an die ESA.

Oder direkt an die Polizei. Wenns denn unbedingt sein muss, schicken Sie mir Ihre Fragen halt nochmals. Diesmal aber als Word-Datei, damit ich sie auch lesen kann!»

Gesagt, getan. Wenige Tage später antwortete Klaffki erneut.

Seine zweite Nullantwort: «Eine offizielle Behörde, die ‹UFO- Erscheinungen› auswertet, ist hier nicht bekannt. Auskünfte über Anweisungen/ Regeln, welche die Polizeibehörden betreffen, geben die zuständigen Landesbehörden.» Übungsabbruch! Betonköpfe kann man wohl nur mit schwererem Geschütz sprengen…

Blieb noch die Bundespolizei. Da im NLFZ auch Beamte aus dem Bereich «Innere Sicherheit» in der Aussenstelle «BMI-LZ/ASt SiLuRa» tätig sind, weiss man dort wohl eher, wo die entsprechenden Polizeimeldungen landen. Oder doch nicht? Wieder versandten wir unseren dicken Fragenkatalog. Rund zehn Tage später erfolgte die telefonische Antwort aus dem Bundespolizei-Präsidium in Potsdam. Sie begann mit einem höflichen «Ähm…».

Alle paar Tage versuchte Sprecher Gero von Vegesack in der NLFZ aus der Vogelperspektive. Hier gehts fremden Lufteindringlingen an den Kragen.Hier gehts fremden Lufteindringlingen an den Kragen.

Folge mehr herauszufinden. Sein höflicher Standardsatz: «Ich gebe mein Möglichstes, bitte haben Sie noch etwas Geduld und Verständnis. Ich rufe Sie sogleich zurück!»

Um die Wartezeit zu verkürzen, kontaktierten wir unterdessen über eine interne polizeiliche Adresse direkt den zuständigen BMI-Mitarbeiter im NLFZ (Aussenstelle «Sicherheit im Luftraum»).

Gleichzeitig informierten wir auch die Deutsche Flugsicherheit (DFS) über unser Anliegen. Im Namen des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Deutsche Flugsicherung Stadtentwicklung stellt auch sie einen eigenen Mitarbeiter im NLFZ.

kooperiert mit privaten Zumindest bei der DFS stiessen wir bei UFO-Forschern.

Sprecherin Ute Otterbein sofort auf offene Ohren. «Von einer internen Regelung wissen wir bei der Deutschen Flugsicherung leider nichts», versicherte sie glaubhaft. Man nähme derlei Anfragen aus Kreisen der Bevölkerung aber äusserst ernst. «Im Zweifelsfall leiten wir entsprechende Beobachtungen an die private deutsche UFO-Forschungsgruppe GEP in Lüdenscheid weiter, die solche Berichte und Meldungen seriös untersucht.»

Wirbel im NLFZ: Wer ist intern zuständig?

Wenig später musste uns zwar auch Frau Otterbein vertrösten, wusste aber zumindest zu berichten, dass im NLFZ zwischen den verschiedenen Stellen mittlerweile «intensiv» über unsere Anfragen beraten würde. Immerhin!

Kurz darauf dann ein erneuter Anruf von ihr: «Leider weiss auch unser NLFZ-Mann in Uedem definitiv nichts von einer internen Regelung. Im Zweifelsfall würde er derartige Meldungen allerdings in Eigenregie an das ebenfalls dort stationierte nagelneue Weltraumlagezentrum der Bundeswehr weiterleiten.» Ihre Bitte: «Ihre Recherche-Ergebnisse interessieren die Deutsche Flugsicherung natürlich ebenfalls – könnten Sie uns diese nach Publikation weiterleiten?» Klar – tun wir gerne.

Am 30. März 2012 meldete sich schliesslich auch der zuständige BMI-Beamte im NLFZ persönlich. Ähnlich wie bei der Luft-Ausgabe 3/2012 Erstaunlich offen: Zusammenfassung Zusammenfassung der Antworten des Landesamts für Zentraleder Antworten des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW auf unsere Polizeiliche Dienste NRW auf unsere Fragen zum Umgang mit UFO-Meldungen Fragen zum Umgang mit UFO-Meldungen im März 2012.im März 2012.

waffe wurde auch in diesem Fall kaum eine unserer Fragen konkret beantwortet. Tenor von BMI-Koordinator Dirk Hasenau: «In der Aussenstelle liegen keine Erkenntnisse zu Meldungen über unerklärte Phänomene am Himmel vor.» Im Zweifelsfall solle man sich in Sachen NLFZ und UFOs doch an das Bundesministerium der Verteidigung (Luftwaffe) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Deutsche Flugsicherung DFS) wenden. Oder an die Polizeibehörden der Bundesländer.

Super – so beisst sich die Schlange in den Schwanz! Weder bei der Luftwaffe, noch bei der DFS, noch beim BMI will man also Bescheid wissen. Stattdessen schanzt man sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu.

Nun stand und fiel also alles mit der Auskunft des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam.

Erneutes Warten, ellenlange Geduld und ein ernüchterndes Resultat: Trotz mehrfachen Versprechens schaffte es Sprecher Gero von Vegesack bis heute nicht, auch nur ein einziges schriftliches Zitat seiner Behörde zum Thema zu liefern! Weil er nicht wollte? Weil er nicht konnte? Oder weil er nicht durfte?

Die Spur führt ins Verteidigungsministerium Tatsache bleibt: Deutsche UFO-Sichtungen müssen im Rahmen einer vertraulichen Bund-Länder-Vereinbarung je nach Relevanz an das NLFZ weitergeleitet werden – das betonen Polizeiinstanzen, die es wissen müssen. Auf Anfrage aber mauern die oberen Führungsetagen wie einst in der DDR. Unsere Vermutung: Für die geheime Weisung verantwortlich ist wohl das Bundesministerium für Verteidigung, wie auch andere Insider munkeln. Wie viel verschweigt man uns dort tatsächlich?

PS: Etliche Male fragten wir bei diversen deutschen Behördenstellen in den letzten Monaten schriftlich und telefonisch nach, ob Aussenaufnahmen der militärischen NLFZ-Anlage in Uedem erlaubt sind. Antwort erhielten wir bezeichnenderweise nicht. In diesem Sinne freuen wir uns, Ihnen zwei aktuelle Schnappschüsse unseres Lesers Alexander Knörr präsentieren zu dürfen (unten). Der pfiffige Kerl pirschte sich für uns kurzerhand zum abgeriegelten NLFZ-Gelände auf dem Paulsberg vor, um abzulichten, wo am Niederrhein der Hase im Pfeffer liegt.

Unmissverständlicher Wegweiser: Bitte folgen Sie diesem Schild. Oder lieber doch nicht?

NLFZ auf dem Paulsberg. Welche brisanten Akten über UFOs hier wohl schlummern?

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Das Zauberwort heisst «Terra Preta»: Noch vor wenigen Jahren wusste kaum jemand von der schwarzen Wundererde im Amazonasbecken. Doch der Wind hat sich gedreht – und wie! Auch deutsche Forscher sind erfolgreich daran, dem «Superdünger» der Indios sein uraltes Geheimnis zu entlocken: Im Botanischen Garten von Berlin sowie in einer kontaminierten ehemaligen Kaserne in Brandenburg.

«Nach Meinung der Lehrbücher dürfte es so etwas wie Terra Preta gar nicht geben!» konstatierte der Hallenser Biochemie-Professor Bruno Glaser vor knapp fünf Jahren gegenüber «mysteries». Als einer der ersten deutschen Wissenschaftler erforschte er seit Jahren die uralte schwarze Erde aus dem Regenwald am Amazonas. Noch gelang es damals aber nicht, die fruchtbare Biomasse zu reproduzieren.

Erschaffen wurde Terra Preta vor Tausenden von Jahren durch die Ureinwohner Südamerikas. Rund zehn Prozent Amazoniens sind heute mit dieser dunklen, von Menschenhand kultivierten Erde bedeckt. Ob in Brasilien, Bolivien, Ecuador oder Peru: Die Indianer schufen sich auf diese Weise äusserst ertragreiches Ackerland. Denn obwohl der grüne und üppige Urwald anderes vermuten liesse: Seine «normale» Erde hat nur eine sehr geringe Fruchtbarkeit.

Mit ihrer Terra Preta erzielten die Indios jedoch hervorragende Ernten. Pflanzen wuchsen in der «Schwarzen Erde» schneller in die Höhe – und brachten erst noch mehr Erträge. Und das über Jahrhunderte hinweg. Den fruchtbaren Böden gingen die Nährstoffe nie aus. Grund: Der Wunderboden verhält sich wie ein lebender Superorganismus. Er regeneriert sich selbst. «Trotz ihres sehr hohen Alters weist die Schwarzerde eine gleich bleibend hohe Fruchtbarkeit auf», konstatieren immer mehr Bodenkundler begeistert. Und auch die «Deutsche Bundesstiftung Umwelt» bestätigt: «Pflanzen gedeihen auf Terra Preta besonders gut.»

Den Göttern ganz nahe: Auf 2360 Metern Höhe endet die grosse Pilgerreise von Kallawaya Aurelio Ortiz und seinem Sohn – in der alten Inka-Ruinenstadt Machu Picchu.

Mit der Landung der Spanier in Südamerika endete der Terra-Preta-Ackerbau abrupt. Mordend und marodierend verdrängten die Invasoren die Ureinwohner ins Landesinnere, rotteten sie regelrecht aus. Und mit den Indianern verschwand auch das Wissen um ihren Wunderhumus. Aufzeichnungen über Entstehung oder Rezepturen sind keine erhalten geblieben.

Doch heute – über ein halbes Jahrtausend später – ist die geheimnisvolle Indio-Erde sogar auf höchster Regierungsebene ein Thema. Allein im deutschsprachigen Raum beschäftigen sich inzwischen diverse Forschungsgruppen mit Terra Preta. Wissenschaftler und Politiker erhoffen sich wahre Wunderdinge von der schwarzen Erde: So soll sie nicht nur ausgelaugten Ackerböden, unfruchtbaren Tagebau-Wüsten und geschundenen Waldböden neues Leben einhauchen – sondern auch verseuchte Militärareale sanieren und im Kampf gegen CO2-Emmissionen helfen.

Rätselten Bodenkundler bis vor Kurzem noch, woraus die Indianer-Erde besteht, scheinen die Forscher dem Geheimnis nun auf die Spur gekommen zu sein. So glauben sie zu wissen, dass die Indios in ihren Runddörfern die Angewohnheit hatten, jeglichen Müll und Unrat hinter den Wohnhütten zu entsorgen. Auf diese Weise entstanden am Rande der kleinen und grösseren Siedlungen über die Jahre stetig wachsende Abfallhaufen: Eine Mischung von Küchen- und Schlachtabfällen, Holzfeuerresten, Fäkalien und zerbrochener Keramik. Oft motteten und qualmten Terra-Preta-Experiment in Berlin: Sammlung der pflanzlichen Reststoffe auf dem Komposthof des Botanischen Gartens. (Foto: N. König /TerraBoga) diese Haufen eine ganze Weile vor sich hin – und verwandelten so auch angrenzendes Grün in Kohle.

Ob durch Zufall oder bewusste Beobachtung: Irgendwann müssen die indigenen Völker gemerkt haben, dass die Pflanzen auf den verrottenden Teilen ihrer Abfallhaufen besonders gut wuchsen. Der Müll hatte sich über die Zeit in feine, dunkle Erde verwandelt, die durchsät war mit gröberen Kohle-, Ton-, Knochen- und Muschelstückchen: Die Indio-Schwarzerde – die Terra Preta – war entstanden! Vermutlich haben die Indios ihre Super-Erde jahrhundertelang gezielt weiter entwickelt und Mittlerweile bieten vereinzelne Kombereits entsprechende Substrate zum Verkauf an und werben vollmundig: «Wir haben den Terra-Preta-Code geknackt!» (siehe S. 28). Dagegen gibt der promovierte Diplom-Geograf Robert Wagner auf Nachfrage von «mysteries» zu bedenken: «Die Terra Preta hat sich über Tausende von Jahren entwickelt, deshalb wäre ich mit solchen Formulierungen vorsichtig.»

Als Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FU) ist Wagner Mitglied einer Forschungsgruppe, die sich derzeit in zwei Projekten mit den Nutzungsmöglichkeiten der Indio-Erde beschäftigt – gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Land Berlin und die EU: «Ich würde es mal so formulieren: Die Terra Preta ist immer besser erforscht.»

Man wisse derzeit viel, aber eben längst noch nicht alles. Aller-Wir wissen bereits sehr viel, aber längst noch nicht alles.

verfeinert.

posthersteller ◄ Im Einsatz gegen Gift. Können ◄ mit der Indio-Wundererde auch kontaminierte Böden gereinigt werden? Probenentnahmen aufwerden? Probenentnahmen aufwer dem Gelände einer früheren russischen Kaserne in Brandenburg. (Foto: F. Worzyk, LaTerra) ▼ Markanter Unterschied: ▼ Links ein stark verwitterter, nährstoffarmer Boden im Amazonasbecken, rechts ein identischer Boden, der in fruchtbare Terra Preta umgewandelt wurde.

dings seien die bisher erzielten Resultate in der Tat «wirklich faszinierend», wie er freimütig einträumt.

Zentrales Element des Indio-Humus scheint die Pflanzenkohle zu sein. Aufgrund ihrer Porosität und sehr grossen Oberfläche kann sie Wasser und Nährstoffe besonders gut und lange speichern. «Gleichzeitig bietet die Biokohle so diversen wichtigen Bodenorganismen einen Lebensraum und lockert den Boden auf», fasst die Bodenkunde-Doktorin Ines Vogel von der FU Berlin zusammen.

Besonders spannend für Politik und Umweltschutz: Pflanzenkohle filtert und speichert in grossen Mengen Kohlendioxid. Der Einsatz von Terra Preta dürfte deshalb auch ein viel versprechendes Mittel im Kampf gegen den Klimakiller CO2 werden. Zudem führen die Kohlestückchen in der Erde zu einer «besseren Bodendurchlüftung und Bodenreaktion, was die Treibhausgasemission weiter reduzieren kann», so Ines Vogel.

Indio-Erde reinigt verseuchten Boden Aufgrund der Förderung des mikrobiellen Lebens unterstützt die Pflanzenkohle den Abbau organischer Schadstoffe. Solche Substrate können also sogar bei der Entseuchung kontaminierter Böden helfen. Unter der Leitung des Geoökologie-Professors Konstantin Terytze lotet die FU einen solchen Einsatz der Wundererde derzeit aus – im verseuchten Bodenbereich einer früheren Kaserne der Russen in Brandenburg. Die Versuche seien noch in einem recht frühen Stadium, betont Mitarbeiter Robert Wagner.

Aber die Zwischenergebnisse machen Hoffnung: «Wir können schon jetzt sagen, dass Terra Preta einen positiven Einfluss auf den Abbau organischer Schadstoffe wie etwa Mineralöl hat.»

Tatsächlich gebe es heute verschiedene Methoden, Terra-Preta-ähnliche Substrate herzustellen, so Wagner weiter. Etwa durch Fermentierung mittels Milchsäurebakterien oder durch Kompostierung unter Beigabe von Pflanzenkohle. Die eingesetzte Biokohle werde durch Pyrolyse – einem Verkohlungsverfahren bei 600 Grad – aus verschiedenen organischen Abfällen hergestellt. Also keinesfalls nur aus Holz.

In einem Feldversuch testen die Berliner derzeit mit anderen Wissenschaftlern auch, ob man mit der Produktion von Terra-Preta-ähnlichen Substraten geschlossene Nährstoffkreisläufe erreichen oder fördern kann. Forschungsobjekt ist der Botanische Ausgabe 3/2012 Terra-Preta-Zutaten: Materialien für die Herstellung von Pflanzenkohlesubstraten. (Foto: N. König, TerraBoga) Anschliessend wird das Material entweder vergoren oder kompostiert. Welcher Weg der bessere ist, wird gegenwärtig noch Eine grosse Rolle bei diesen Versuchen spiele auch die «Hygienisierung des Endprodukts», wie es Wagner umschreibt. Sprich: Vor allem die Bakterien, aber auch die diversen Medikamentenrückstände in den Fäkalien, müssen schnell und effektiv abgebaut werden. Die verwendete Pflanzenkohle muss im Moment noch zugekauft werden, räumt Wagner ein. «Mittelfristig ist jedoch die eigene Herstellung im Botanischen Garten das Ziel, ganz im Sinne der regionalen Kreislaufwirtschaft.»

Der Botanische Garten erhält am Ende also nicht nur hervorragende Erde. Er entlastet gleichzeitig Kläranlagen und Müllverbrennungsöfen – und nicht zuletzt auch seine Betriebskasse: So muss die Parkleitung keine Komposterde mehr ankaufen und spart Wasser- ebenso wie Müllgebühren. Ein Modell, das auch für Städte und ganze Regionen interessant werden könnte: Die Produktion von kostbarem Humus statt des bisweilen schädli- Der Mensch könnte der Natur auf diese Weise zurückgeben, was er ihr zuvor genommen hat. Kunstdünger würde weitgehend überflüssig. Und das alles dank des verloren geglaubten Wissens der alten Indios. Wie heisst es doch so treffend: «Die Natur kennt keine Abfälle!» Man möchte fast ergänzen: «Die alten Indios ebenfalls nicht.»

Jan Fischer Infos:www.terraboga.de /www.laterra-forschung.de untersucht.

Garten von Berlin – und dessen Publikum: In der Parkanlage und den dazugehörigen Gewächshäusern werden sämtliche Gartenabfälle gesammelt.

Auch die menschlichen Hinterlassenschaften aus den Besucher-Toiletten werden ab diesem Jahr miteinbezogen. Denn in diesem Punkt sind sich mittlerweile alle Wissenschaftler einig: Durch das unbedarfte Wegspülen von Fäkalien gehen der Menschheit massenhaft wichtige Nährstoffe verloren! Zudem wird ein Kreislauf unterbrochen: Die intensive Land- und Forstwirtschaft beutet die Böden immer mehr aus und gibt ihnen gleichzeitig immer weniger zurück. Ganze Landstriche sind dadurch in ihrer Bodenfruchtbarkeit bereits stark beeinträchtigt.

Auch in Deutschland.

Im Botanischen Garten von Berlin soll nun der alte natürliche Kreislauf wieder hergestellt werden. Die täglichen Hinterlassenschaften der Besucher werden mit den Grünabfällen durchmischt und «nach Indio-Art» mit Pflanzenkohle angereichert.

chen Klärschlamms.

Streitfrage: Darf man Terra-Preta-Produkte patentieren lassen?

Geschäftstüchtige Firmen wittern in der alten Komposterde der Indios bereits das grosse Geld. Sie behaupten, den uralten «Code» geknackt und ein Verfahren zur Herstellung von Terra Preta entwickelt zu haben. So bietet «Palaterra» aus Rheinland-Pfalz eine gleichnamige Schwarzerde an, die gemäss Eigenwerbung «die native Terra Preta in ihren überraschenden Eigenschaften und sehr besonderen Qualitätsmerkmalen sogar übertreffen» soll. Im Vergleich verlangt «Palaterra» ziemlich faire Preise: Ein 10 Liter-Beutel kostet 7,85 Euro – massiv weniger als andere Anbieter für vermeintliche «Wundersubstrate nach Indianerart» verlangen. Laut «Palaterra», sei ihr Verfahren zudem «die bisher einzige Technologie, mit der erstmals in grosstechnischem Massstab eine Schwarzerde produziert werden kann, die allen technisch hergestellten Erden in sämtlichen Parametern überlegen ist».

Ausgabe 3/2012 Firmeninhaber Jochen Böttcher arbeitet eng mit renommierten Forschungsgruppen zusammen. Dennoch muss er von Fachseite auch Kritik einstecken. Denn «Palaterra» hat die Herstellungsweise ihrer Indio-Erde patentieren lassen. Das Unternehmen rechtfertigt dies mit «wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Gründen». Hier werde Allgemein- und Kulturgut privatisiert, kritisiert jedoch die Gegenseite.

Dem entgegnet «Palaterra», nicht «die Terra Preta an sich» sei geschützt. Man habe lediglich «für das völlig neu entwickelte Verfahren ihrer technischen Herstellung Schutzrechte angemeldet». Gleichzeitig kündigt das Unternehmen an, dass es seine Schwarzerde nun «weltweit vermarkten» wolle. Diskussionswürdig bleibt die Patentierung einer – zumindest in ihrer ursprünglichen Form – uralten Indio-Rezeptur dennoch.

Infos: www.palaterra.eu

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eptember 2010. Zwei glasklare blaue Augen blitzen unter der brei- Sten Krempe eines Cowboyhuts hervor. Ein wilder grauer Bart umrundet das wettergegerbte Antlitz. Die geschickten Finger einer rechten Hand, die nur aus Haut, Knochen und dicken Adern zu bestehen scheint, deckt die sechste Karte dieser Sitzung auf. Es handelt sich um die Karte Nummer 16 der grossen Arkana des Tarot: «Der Turm» genannt.

«Diese Karte ist wohl der übelste Bastard des ganzen Spiels», erklärt Old Crow meinem Freund Martin mit krächzender Stimme. «Sie symbolisiert eine zerstörerische Energie. Zum Glück steht sie diesmal nach dem Mischen auf dem Kopf.

Das relativiert die Sache ein wenig. Die sechste Position unserer Auslegeordnung, auf der diese Karte nun liegt, betrifft Deine unmittelbare Zukunft, mein lieber Mann. Ich denke, dass Du Dich in nächster Zeit auf eine massive Veränderung in Deinem Leben gefasst machen musst. Ob sie angenehm oder unangenehm sein wird, vermag ich leider nicht zu sagen.»

Martin schaut mich verunsichert an.

Ich weiss genau, dass er jetzt an seine alte Mutter denkt, die in den letzten Monaten mehrfach im Krankenhaus gelegen hat, und um die er sich Sorgen macht. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Schliesslich war ich es, der ihn zum kleinen Tischchen von Old Crow gelotst hatte: Hier in New Orleans, Louisiana.

Der geheimnisvolle Alte ist für mich der beste Tarot-Kartenleger der Welt. Und ich habe in den letzen dreissig Jahren schon viele Vertreterinnen und Vertreter dieses uralten Metiers kennen gelernt, das vielleicht unter der sagenumwobenen Morgensonne der ägyptischen Antike entstanden ist – vielleicht bereits noch früher. Jedenfalls begleitet dieses Karten-Orakel, dieses Buch der Weisheit, wie es von seinen Anhängern auch genannt wird, die Menschheit wohl schon seit Tausenden von Jahren.

Eine oft gehörte Legende besagt, dass die Tarot-Karten einst das Buch des Thoth gewesen seien, jenes altägyptischen Gottes mit dem Ibiskopf, Bewahrer der ewigen okkulten Weisheiten. Unzählige Generationen von Eingeweihten haben es lange Zeit im Verborgenen durch die Ausgabe 3/2012 Geschichte der Menschheit getragen – bis es dann im 18. Jahrhundert seinen Weg in die Welt jener Waren gefunden hat, die jeder käuflich erwerben kann.

Old Crow hatte sein erstes Kartenspiel gekauft, als er zwölf Jahre alt war: «Meine Grossmutter hat mir das Geld dafür gegeben. Auch sie praktizierte die magischen Künste. Dieses erste Kartenspiel war ein Rider-Waite-Smith-Deck, das 1909 vom Ordensmagier A. E. Waite erstmals publiziert wurde. Diese Karten haben sich schon lange unter meinen Händen aufgelöst. Heute benutze ich das Thoth-Tarot-Deck, dessen erste Auflage 1944 erschienen ist, vom berühmten Magus Aleister Crowley konzipiert und von Lady Frieda Harris gemalt. Wenn Du lange Zeit mit diesen Karten hantierst, werden sie zu einem Teil von Dir, einem zusätzlichen Sinnesorgan.»

Old Crow ist ein Virtuose in seinem Fach. Als ich ihn vor Jahren kennen lernte, hatte er mich schon bei der ersten Sitzung mit seinen Deutungen und Prophezeiungen buchstäblich umgehauen. Seine Einschätzungen meiner Situation waren so pointiert, seine Ratschläge absolut punktgenau, seine Voraussagen, wie sich zeigen sollte, so zutreffend… Und dies alles vorgetragen in einem urigen Südstaaten-Slang ohne esoterisches Blaba von einem humorvollen Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht und sich selbst als Althippie bezeichnet.

Seither habe ich ihn jedes Jahr besucht, an seinem Tischchen unter dem Nachthimmel am Jackson Square. Jedes Mal habe ich seinen Service gebucht, auch meine Mitreisenden haben es getan. Jedes Mal hat er bemerkenswerte, überraschende Aussagen gemacht, die teilweise aufbauend, teilweise verunsichernd waren. Diesmal war Martin der Verunsicherte.

Umringt von Kreaturen und Geistern aller Art Knapp ein Jahr später. Die Sonne geht unter, und ich stehe mit meiner Kollegin Tina einmal mehr am Jackson Square. Hier steht die famose St. Louis Cathedral, das Wahrzeichen einer alten Stadt, in der unzählige Dämonen durch die Viertel schleichen. Die Geister der spanischen und französischen Kolonialherren, der geschundenen Sklaven, der Piraten, die hier einst ganze Stadteile beherrschten, die Geister toter Musiker, Falschspieler und leichter Mädchen, die vielleicht einem letzten, überschäumenden Besäufnis zum Oper gefallen sind – oder elend verhungerten.

Hier gibt es zornige, melancholische, weise Geisterwesen, und die zahllosen Nachtschwärmer werden von ihnen allen inspiriert. Es sind unzählige unterschiedliche Gestalten, tote und lebende, aus vielen Regionen dieser Welt, die N’awlins oder Nola, wie die Stadt im hiesigen Slang genannt wird, geprägt haben. In kultureller und spiritueller Hinsicht. Und ganz klar: Diese Stadt ist auch ein Zentrum der Voodoo-Kulte.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Martin wäre gerne wieder nach New Orleans mitgekommen.

Doch er kann momentan nicht fort. Unmittelbar nach unserer Rückkehr von der letzten Reise hatte er erfahren, dass seine neue Lebenspartnerin, mit der er erst seit wenigen Monaten zusammen lebte, schwanger war. Nun ist er stolzer Vater eines drei Monate alten Jungen. Yes, Mister Old Crow: Martins Leben hat in der Tat, wie von den Tarot-Karten prophezeit, eine «massive Veränderung» erfahren.

Nach und nach erscheinen allerlei Kreaturen der Nacht auf dem Jackson Square. Sie sind meist dunkel gekleidet, mit Ketten und Amuletten behängt, mit Pentagrammen, Hexagrammen, und allerlei Kreuzen – manchmal in Satanistenmanier umgedreht. Einige sitzen auf der Treppe vor der Kathedrale, andere auf den Bänken, die den eingezäunten Garten in der Mitte des Platzes umgeben, weitere auf dem harten Asphalt Faszinierend zwielichtig:Faszinierend zwielichtig:Faszinierend zwielichtig: Licht und Schatten sind im French Quarter von Schatten sind im French Quarter von Schatten sind im French Quarter von Schatten sind im French Quarter von New Orleans omnipräsent.New Orleans omnipräsent.

Ausgabe 3/2012 der Strasse – unter der gedämpften Strassenbeleuchtung von New Orleans.

Gemächlich stellen die Stars des okkulten Freiluftmarktes, der hier Nacht für Nacht stattfindet, ihre Tischchen auf: Handleser, Pendler, Voodoo-Dienstleister, Hexen, Astrologen und eben auch Tarot-Kartenleger, die für ein paar Dollar kleine Rituale und Zaubereien aufführen. Old Crow ist noch nicht zu sehen.

Oft kommt er erst spät hierher. Ich habe ihn schon nach 5 Uhr morgens hier sitzen gesehen, nachdem der letzte Bluesclub seine Türen hinter mir geschlossen hatte. Hutkrempe tief im Gesicht, während Kerzen sein kleines Tischchen beleuchteten, das immer säuberlich mit einem feinen indischen Tuch bedeckt ist. Ein einsamer Bewohner der langen Nächte von Louisiana.

Nächte, wie die gestrige, in der Tina und ich mit den verschiedensten Kreaturen der Dunkelheit Bekanntschaft machten. Dieses Mal in einem Nachtclub ohne Namen, den mir ein einheimischer Jazz-Saxophonist empfohlen hatte. «Hat die Lady starke Nerven?» fragte er mich mit einem Seitenblick auf Tina.

Ich nickte. «Dann ist ja gut», sagte er – und schrieb mir die Adresse auf einen Zettel. «Aber nehmt ein Taxi. Ihr wisst schon, wegen der vielen Morde. Es kann jeden treffen…»

Lokaltermin im Schuppen der Hexer und Vampire Der namenlose Club öffnet seine Pforten erst um Mitternacht.

Sein Eingang liegt im hintersten Winkel eines schmalen, versteckten Innenhofs. Über seiner Tür prangt anstatt eines Namensschilds ein Bild des Teufels, der ja auch in jedem Tarotspiel vorkommt – auf der Karte Nummer 15. Der Club ist ein Treffpunkt für Wicca-Hexen und -Hexer, für allerlei Anhänger schwarzmagischer Ideen – und für Vampire. Jawohl, in New Orleans gibt es Vampire!

Wir betreten den Schuppen. Streng hat uns der Türsteher die wichtigsten Regeln mit auf den Weg gegeben: «Keine Kameras, Wahrsager am Jackson Square: Nicht nur tagsüber wird hier die Zukunft prophezeit, sondern auch in der Dunkelheit, wenn die Kreaturen der Nacht das Szepter übernehmen.

keine Fotos.» Der Club ist ein dunkles Kellergewölbe, überall seltsame Altäre, mit ausgestopften und eingelegten Tieren sowie Knochen übersäht. Bässe dröhnen aus mächtigen Boxen, mit Gesängen, die wie unheilvolle Beschwörungslitaneien klingen. Die Gäste erinnern an die Nachtvögel, die sich auf dem Jackson Square versammeln. Wir werden an der Bar von Andy angequatscht. Ein über und über tätowierter Typ, er mag an die sechzig Jahre alt sein, mit schulterlangen weissen Haaren. Eine knallrote splitternackte Teufelsbraut, komplett mit gespaltenem Huf, Dreizack und Hörnern, ziert sein T-Shirt.

Andy ist ein umgänglicher Mensch. Er erklärt uns die okkulte Szene vor Ort, macht uns auf die Erkennungszeichen der verschiedenen magischen Gruppierungen aufmerksam, die anwesend sind. Und er warnt uns: «Das ist teilweise keine spontane oder lockere Szene. Viele der Leute hier sind straff organisiert.

In Orden mit eigenen Ritualen, streng hierarchisch aufgebaut, mit geheimen Einweihungsbräuchen, manche davon sind ganz schön schaurig.»

Dann, zu Tina gewandt: «Andere sind eher aufregend, die Ausgabe 3/2012 Wahrsager-Werbeschild:Wahrsager-Werbeschild: Mit allen Mitteln werben Geschäftemacher und Mitteln werben Geschäftemacher und Mitteln werben Geschäftemacher und Eingeweihte um die Gunst der Kunden.Eingeweihte um die Gunst der Kunden.Eingeweihte um die Gunst der Kunden.

Arkana ist wie die normalen Spielkarten aufgebaut, mit Nummern, Hofkarten, Assen. Die vier Farben der kleinen Arkana stehen für die vier Elemente: Die Stäbe stehen für das Feuer, die Kelche für das Wasser, die Schwerter für die Luft, die Schilder oder Münzen für die Erde.»

Noch während ich erzähle, sehe ich einen Mann mit Cowboyhut, der draussen sein Tischchen aufstellt. Old Crow! Wir bezahlen unsere Drinks und gehen zu ihm hin. Die gleiche Statur, der gleiche Bart, doch blond. Das ist nicht der Alte. Der Typ ist jünger. «Guten Abend», grüsst er freundlich. «Kann ich helfen?»

«Sie sehen aus wie Old Crow», sage ich. Seine Antwort: «Ich bin sein jüngerer Bruder. Er ist vor einigen Monaten gestorben.

Nun nehme ich seinen Platz ein. Ich bin in den letzten Jahren durch die ganze Welt gereist, habe im nahen und im fernen Osten die magischen Wissenschaften studiert.»

Plötzlich treten zwei stark geschminkte junge Frauen in schwarzen Lederjacken aus der Dunkelheit, eindeutig okkulte Satans-Rockerbräute. Sie unterbrechen den Kartenleger rüde. «Was hast Du hier zu suchen? Wer bist Du überhaupt? Hier kann nicht einfach jeder seinen Tisch hinstellen. Du brauchst eine Bewilligung des unsichtbaren Rats. Komm mit uns dort rüber. Wir haben Dir einiges zu sagen, das die Touristen hier nicht hören müssen!»

«Das ist wohl eine Formalität», entgegnet uns der Mann freundlich. «Ich muss mitgehen. Ich werde Euch später die Karten legen.» Und so marschiert er, flankiert von den Satansbräuten, zu einer schlecht beleuchteten Strassenecke. Dort fährt ein schwarzer Kombi vor. Zwei fette Glatzköpfe steigen aus. Mit den Teufelsbräuten zusammen packen sie ihn, zerren ihn ins Auto und brausen davon.

Wir sind wie vom Donner gerührt. Da sehe ich einen Polizisten, der gemütlich an seinen Dienstwagen lehnt. Ich eile zu ihm und frage: «Sie haben das doch auch gesehen!» Müde sagt er: «Ja. Warum? Solche Dinge passieren hier regelmässig. Er muss sich dem unsichtbaren Rat stellen, bevor er hier die Karten legen darf. Die schleppen ihn jetzt dort hin. Dann wird er einer Prüfung unterzogen. Wenn er sie besteht, sitzt er morgen Nacht wieder hier, wenn nicht… Scheisse, es beginnt zu regnen.»

In der Tat, der Himmel über New Orleans weint plötzlich dicke Tränen. Der Polizist steigt blitzschnell in seinen Wagen und fährt davon. Schweigend schleichen wir unter den Arkaden zum Hotel zurück.

möchte ich der Lady gerne näher bringen, wenn sie Interesse hat, aber hier ist nicht der richtige Ort dafür. Ich kann Dir meine Adresse geben.» Tina lacht nur und sticht Andy mit ihrem rechten Zeigefinger in seinen beachtlichen Bierbauch.

Plötzlich werden alle Anwesenden unruhig und schauen zur Treppe hinüber.

Ein Typ betritt den Raum. Bleich, mager wie ein Skelett, mit langen pechschwarzen Haaren und von einem schwarzen Ledercape umhüllt, in seiner linken Hand ein grosser durchsichtiger Plastikbecher.

Der Becher enthält eine rote Flüssigkeit. Der Mann wird von zwei Frauen begleitet, die noch bleicher sind als er. Sie tragen Netzstrümpfe und Lederminiröcke.

«Das ist Angel, hoher Offizier eines Vampirkultes», so Andy mit gedämpfter Stimme. «Und im Becher ist Blut. Diese Leute sind echt pervers, sie leben wie die Vampire aus Filmen und Romanen. Die beiden Frauen sind seine Dienerinnen. Sie sind stolz darauf, wenn Angel ihnen Blut abzapft und es trinkt. Sie tun alles, was er will. Ich mag diese Leute nicht. Sie sind okkulte Faschisten, straff organisiert, es gibt sie inzwischen in einigen Teilen der USA. Und sie sind böse!»

Zurück zum Jackson Square, wo ich Tina am nächsten Abend mit Old Crow bekannt machen will. Der alte Tarot-Spezialist ist immer noch nicht da. Also setzen wir uns in eine Bar, von der aus wir den Platz beobachten können, und ich erkläre Tina die Tarot-Karten: «Das Spiel besteht aus zwei Teilen, der grossen und der kleinen Arkana. Die grosse Arkana besteht aus 22 Charakterkarten, da gibt es etwa den Magus, die Hohepriesterin, den Narr, den Wagen, den Gehängten und so weiter.

Über die Bedeutung und die hoch komplexe Symbolik jeder einzelnen dieser Karten könnte man ein Buch schreiben. Magier sagen, dass in jeder der 22 Karten ein mächtiges geistiges Wesen lebt, mit dem man vorsichtig umgehen muss. Die kleine Wir haben Dir einiges zu sagen, was die Touristen hier nicht hören müssen!

New Orleans bei Nacht. Nicht überall regiert in der grössten Stadt von Louisiana zu später Stunde die Farbenpracht.

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Deutschlands Alien-Akten auf der Spur UFO-Archiv im Nato-Stützpunkt?

Verwirrung in den Amtsstuben: Wo landen Deutschlands UFO-Akten? Die Spur führt zu einem geheimen Gefechtsstand. Doch die Behörden mauern. Seite 30 Droht uns bald ein Supersturm?

Die unheimliche Macht der Sonne Bringt uns die immer stärker brodelnde Sonne bald alle in Gefahr? Beeinflussen ihre pulsierenden Magnetfelder unsere Gesundheit mehr als manche glauben?

Droht gar ein neuer Supersturm, der selbst die Wirtschaft crashen lassen könnte?

Seite 10 Uraltes Naturgeheimnis gelüftet Turbo-Pflanzen dank Indio-Rezept Ein Superdünger lässt Pflanzen besser spriessen denn je – ohne chemische Zusätze. Erfunden haben ihn die alten Indios. Nun haben Forscher den vergessenen «Code» der Wundererde geknackt. Ein Traum für jeden Gärtner!

Seite 25 Ausgabe 3/2012

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Gregor Spörri in der Cheopspyramide.

Oben der von ihm 1988 ausserhalb von Kairo fotografierte Riesenfinger.

Weltweite Aufregung um den ägyptischen «Riesenfinger»: Seit der Publikation der kuriosen Fotos kursieren im Internet etliche Halbwahrheiten und haltlose Spekulationen. Auf Anfrage meldet sich nun endlich ein Top-Experte zu Wort: Mumien-Spezialist Frank Rühli von der Universität Zürich.

«Erich von Däniken schleppte sich humpelnd auf den zur Hälfte fortgerissenen Balkon seines Chalets auf dem Beatenberg und starrte in den Himmel. (…) ‹Gopfriedstutz!› schimpfte er drauflos.

‹Dä Götterschock han ich mir ganz anderscht vorgschtellt!›» Mit diesen Sätzen läutet Gregor Spörri gegen Ende seines Romans «The Lost God» den Weltuntergang ein. Auch ihm verging in den letzten Wochen zeitweise das Lachen. Seit «mysteries» den von ihm nahe Kairo fotografierten, 37 Zentimeter langen Riesenfinger publik machte und die BILD-Zeitung hastig nachzog, fand er kaum noch Ruhe: «Ich wurde mit Anfragen nur so überschwemmt.»

Gefreut habe ihn die mehrheitlich positive Resonanz auf seinen Roman, den er nach der kuriosen Entdeckung schrieb.

«Verärgert hat mich die Verletzung von Urheberrechten, dämliche Blogger-Statements und die teilweise hilflose Art der Medien, mit der Sache umzugehen.» So zerrte etwa das Basler Lokalfernsehen mit Peter Blome und André Wiese vom Antikenmuseum gleich zwei Experten vor die Linse. In wenigen Sekunden sollten sie über Spörris Fotos urteilen. «Ohne PD Frank Rühli: «Ein spannender Fall!»

jede Vorkenntnis der Story», wie Kurator Wiese später klarstellte.

Klar, dass die zwei vor laufender Kamera verwundert auf eine Fälschung tippten. Was hätten sie auch anderes sagen sollen?

Differenzierter äussert sich auf Anfrage von «mysteries» nun der bekannte Mumienspezialist Frank Rühli von der Universität Zürich. Eine definitive Beurteilung dieses «spannenden Falles» sei natürlich auch für ihn aufgrund der Fotos nicht fundiert möglich, betont er. «Der ‹Finger› erscheint aber tatsächlich deutlich vergrössert.» Da mythologische Riesenwesen im naturwissenschaftlichen Weltbild nichts zu suchen haben, tippt der Fachmann am ehesten «auf eine extreme Form von Makrodaktylie, ein Proteus-Syndrom oder ähnliches.»

Also auf übermässiges Wachstum eines Zehen oder Fingers – in der Fachwelt auch als «Gigantismus» bekannt.

Natürlich sei es auch möglich, dass Spörri in Ägypten einer Fälschung aufsass, so Rühli. «Denn der abgebrochene Knochen sieht eher wie ein Tierknochen aus.»

Spannend sei der Fall aber allemal. Weitere Details will der Experte demnächst mit Spörri selber besprechen.

red.

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Riesenwirbel um Monster-Kralle: Mumien-Experte nimmt Stellung – Abbildung 38