Riesenwirbel Um Monster-Kralle: Mumien-Experte Nimmt Stellung
Gregor Spörri in der Cheopspyramide.
Oben der von ihm 1988 ausserhalb von Kairo fotografierte Riesenfinger.
Weltweite Aufregung um den ägyptischen «Riesenfinger»: Seit der Publikation der kuriosen Fotos kursieren im Internet etliche Halbwahrheiten und haltlose Spekulationen. Auf Anfrage meldet sich nun endlich ein Top-Experte zu Wort: Mumien-Spezialist Frank Rühli von der Universität Zürich.
«Erich von Däniken schleppte sich humpelnd auf den zur Hälfte fortgerissenen Balkon seines Chalets auf dem Beatenberg und starrte in den Himmel. (…) ‹Gopfriedstutz!› schimpfte er drauflos.
‹Dä Götterschock han ich mir ganz anderscht vorgschtellt!›» Mit diesen Sätzen läutet Gregor Spörri gegen Ende seines Romans «The Lost God» den Weltuntergang ein. Auch ihm verging in den letzten Wochen zeitweise das Lachen. Seit «mysteries» den von ihm nahe Kairo fotografierten, 37 Zentimeter langen Riesenfinger publik machte und die BILD-Zeitung hastig nachzog, fand er kaum noch Ruhe: «Ich wurde mit Anfragen nur so überschwemmt.»
Gefreut habe ihn die mehrheitlich positive Resonanz auf seinen Roman, den er nach der kuriosen Entdeckung schrieb.
«Verärgert hat mich die Verletzung von Urheberrechten, dämliche Blogger-Statements und die teilweise hilflose Art der Medien, mit der Sache umzugehen.» So zerrte etwa das Basler Lokalfernsehen mit Peter Blome und André Wiese vom Antikenmuseum gleich zwei Experten vor die Linse. In wenigen Sekunden sollten sie über Spörris Fotos urteilen. «Ohne PD Frank Rühli: «Ein spannender Fall!»
jede Vorkenntnis der Story», wie Kurator Wiese später klarstellte.
Klar, dass die zwei vor laufender Kamera verwundert auf eine Fälschung tippten. Was hätten sie auch anderes sagen sollen?
Differenzierter äussert sich auf Anfrage von «mysteries» nun der bekannte Mumienspezialist Frank Rühli von der Universität Zürich. Eine definitive Beurteilung dieses «spannenden Falles» sei natürlich auch für ihn aufgrund der Fotos nicht fundiert möglich, betont er. «Der ‹Finger› erscheint aber tatsächlich deutlich vergrössert.» Da mythologische Riesenwesen im naturwissenschaftlichen Weltbild nichts zu suchen haben, tippt der Fachmann am ehesten «auf eine extreme Form von Makrodaktylie, ein Proteus-Syndrom oder ähnliches.»
Also auf übermässiges Wachstum eines Zehen oder Fingers – in der Fachwelt auch als «Gigantismus» bekannt.
Natürlich sei es auch möglich, dass Spörri in Ägypten einer Fälschung aufsass, so Rühli. «Denn der abgebrochene Knochen sieht eher wie ein Tierknochen aus.»
Spannend sei der Fall aber allemal. Weitere Details will der Experte demnächst mit Spörri selber besprechen.
red.
Ausgabe 3/2012








































