Erklärt ein pflanzlicher «Hightech-Brustpanzer» das Geheimnis des militärischen Erfolgs von Alexander dem Grossen (356 – 323 v. Chr.)? Laut US-Forschern schützte sich der Feldherr in den Schlachten mit einer reichlich futuristisch anmutenden Schutzweste.
«Alexander trug im Gefecht einen aussergewöhnlichen Brustpanzer aus aufeinander geschichteten und verklebten Leinenlagen – einen so genannten ‹Linothorax›!» Diese spektakuläre Erkenntnis präsentierten US-Forscher jüngst beim Jahrestreffen des Archaeological Institute of America in Anaheim.
Die Wissenschaftler hatten die raffinierte Panzerung des griechisch-makedonischen Königs möglichst authentisch rekonstruiert – unter Verwendung von Leim aus Hasenhaut. In anschliessenden Materialtests stellten sie fest, dass Alexanders Leinen-Panzer tatsächlich an das reissfeste Kunstfasermaterial Kevlar erinnert, mit dem sich etwa Degenfechter oder Polizisten der Moderne schützen.
So dämmte die antike Hightech-Panzerung durch ihre mehreren Lagen und ihre hohe Flexibilität selbst schwere Axt und Schwerthiebe.
«Wir wissen viel über alte Rüstungen aus Metall», erklärt der Historiker Gregory Aldrete von der Universität Wisconsin-Green Bay. «Linothorax dagegen blieb für uns bisher immer sehr geheimnisvoll, weil heute kein einziges Exemplar mehr existiert – aufgrund der Vergänglichkeit des Materials.»
Inspiration aus antiken Quellen Auf die Spur der altertümlichen «Wunderweste» kamen die Wissenschaftler über antike Darstellungen, Mosaike und Bilder auf alten Vasen. Zudem schrieben auch antike Autoren über die Aufsehen erregende Panzerung des Feldherrn. So hielt etwa der griechische Philosoph Plutarch fest, dass Alexander in seinen Schlachten einen «Brustpanzer aus aufeinander geschichteten Leinentüchern» getragen habe.
Laut den US-Forschern war auch die Mehrheit von Alexanders Soldaten mit «Kevlar-Anzügen» ausgestattet. Aldrete: «Das Leinen wurde aus Flachs fabriziert, der in aufwändiger Arbeit von Hand geerntet, verarbeitet, gesponnen und gewebt werden musste.»
Hanussen und das Geheimnis der Alraunenwurzel «Ein Königreich für ein Alräunchen!», flüsterte Hitler 1932 wie besessen. Kein Geringerer als der schillernde österreichische Hellseher Hanussen soll dem Führer kurz vor dessen Machtübernahme den sehnlich gewünschten Talisman in die Hand gedrückt haben. Eine magische «Wurzelfigur», ausgegraben in einer Vollmondnacht, verbunden mit einer geheimnisvollen Prophezeiung, die ihr Hanussen in einer versiegelten Kapsel um den Hals geschlungen hatte.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/tod-im-wald-hitlers-prophezeite-ihm-den-page27-1.jpg17901277Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2010-02-01 12:00:002025-12-15 07:27:44Tod Im Wald: Hitlers Prophezeite Ihm Den
haben nem Zeitraum von mehr als 5000 Jahren vor heute zugerechnet werden kann. Kusch: «Die Wahrscheinlichkeit ist also gross, dass der Sinterplattenabbau sogar älter als 5000 Jahre ist.»
Nur: Wofür und wo wurden diese aus dem Stein gehauenen Platten damals verwendet? Und von welcher Kultur?
«Zwei Jahre lang suchten wir die Umgebung im nahe gelegenen Semriach ab, um einen Nachweis für die Verwendung zu finden. Wir untersuchten Hausfundamente, Keller, Kirchenmauern und Böden, ob diese Platten, die durchschnittlich knapp einen Meter lang waren, irgendwo eingemauert seien. Leider fanden wir gerade im Semriacher Raum nirgends eine Spur dieser alten Sinterplatten.»
Bald keimte der Verdacht auf, dass die Platten aus dem prähistorischen Sinterplattenabbau in der Lurgrotte vielleicht als Abdecksteine beim Bau eventuell vorhandener Steingänge benutzt worden waren. «Ein verwegener Gedankengang, zumal wir nicht wussten, wo wir mit Suchen beginnen sollen.»
Nach Erscheinen ihrer Forschungsresultate konnte sich ein Freund daran erinnern, dass er vor mehr als 40 Jahren ine uralte «Schatzkarte», entdeckt in einer Kanonenkugel, stürzte das österreichische Forscherpaar in sein Egrösstes Abenteuer. «Es klingt wie der Beginn eines Abenteuer-Films und hat sich doch so zugetragen», versichern Heinrich (61) und Ingrid Kusch (55). Das Spannendste an ihrer Geschichte: Die beiden stecken immer noch mitten drin, wie sie auf Anfrage von «mysteries» bestätigen. «Seit Erscheinen unseres Buches zum Thema haben uns unzählige Leute kontaktiert und weitere Hinweise gegeben, denen wir derzeit in jeder freien Minute nachgehen.»
Seit dreissig Jahren erforschen die beiden Anthropospeläologen aus Graz Höhlensysteme auf der ganzen Welt. Das eingespielte Team zwängte sich schon durch tausende Naturhöhlen, Höhlentempel und Grabanlagen in Europa, Asien, Afrika und Amerika. Eines der geheimnisvollsten und grössten Gangsysteme – europaweit offensichtlich einzigartig – haben sie aber erst kürzlich entdeckt.
Ausgerechnet «vor ihrer Haustür» in der Steiermark.
Auf die richtige Fährte brachte das bekannte Forscherpaar ein von Hand gekritzelter Plan. Das vergilbte Stück Papier war – einer Schatzkarte gleich – jahrzehntelang in der Bohrung einer Kanonenkugel versteckt. Letztere steckte im Gebälk eines örtlichen Dachstocks und wurde erst um 1976 von einem Landwirt entdeckt, als er das Haus umbaute.
Lange Zeit wurde die Karte als Fälschung angesehen, da sich auch später hinzugefügte Wörter darauf befinden.
Künstlicher Tunnel vor mehr als 5000 Jahren? Die Hinweise Heute glauben die Forscher jedoch zu wissen: «Es ist die neuere Abschrift ei- Touristen lieben sie, Insider fasziniert nes Plans aus dem Mittelalter.» In der sie: Die Lurgrotte, 25 Kilometer nörd- Mitte des kleinen Stücks Papier ist der lich von Graz, ist weit über die Lan-Grundriss des nahe gelegenen Chorherdesgrenzen hinaus berühmt. Die Wasrenstifts Vorau erkennbar. «Der Grundserhöhle mit Tropfsteinbildungen wird riss auf dem Plan entspricht annähernd seit über 100 Jahren erforscht. Kaum jenem des Klosters im 15. Jahrhundert beachtet wurde bislang jedoch der und würde sich deshalb gut in unsere Steinabbau, der in Seitengängen der Arbeitshypothese der möglichen Ent-Höhle einst stattgefunden stehungszeit der ursprünglichen Karte muss. Heinrich und Ingrid Kusch geeinfügen», so Heinrich Kusch.
lang es mit einem Wissenschaftlerteam, in einem Seitenteil der Grotte Unterirdisches Labyrinth einen prähistorischen «Sinterplatten- Vom Stift Vorau aus führen auf der Karte abbau» (Bild rechts) auf ein Mindestnach drei Seiten Striche zu Kreuzen und datum von 2800 bis über 5100 Jahren Vierecken, die offensichtlich Gebäude vor unserer Zeit zu datieren.
darstellen. Für den Höhlenforscher und Bei archäologischen Untersuchun-Prähistoriker Heinrich Kusch, der an der gen im Umfeld der Höhle fanden die Karl-Franzens-Universität in Graz lehrt, Forscher ausserdem furchenverzierte lag die Vermutung nahe, dass es sich um Keramik aus der Jungsteinzeit, die eites Kreuz konnten die Prähistoriker bald der «Heilig Kreuzkirche» nahe Vorau zuordnen. Bei einem weiteren Rechteck, das mit «L» gekennzeichnet war, hatten sie weitaus mehr Mühe.
Kusch: «Dieses konnten wir überhaupt nirgends einordnen, bis wir in der Bevölkerung auf die Bezeichnung ‹Leoburg› stiessen, welche ein weiteres Zentrum von unterirdischen Räumen und Gängen bildete.»
Diese «Leoburg» sei zwar nie eine klassische Burg gewesen, würde aber im Volksmund so genannt, weil sich rund um die besagte Anhöhe Tonnen von Steinen finden. Was die Prähistoriker besonders faszinierte: Dazwischen lagen grosse behauene Steinplatten, ja sogar Monolithen.
«Erkennbar war auch eine verfallene Mauer, etwa 50 Meter lang, 10 Meter breit und vier Meter hoch, die senkrecht zum Hang verläuft», erklärt der Experte. Woher diese Steine kamen und wer sie seinerzeit bearbeitete, liegt bis heute völlig im Dunkeln.
Sollte das «L» auf der Karte wirklich der «Leoburg» entsprechen, müsste einer der Gänge, der die beiden Orte verbindet, ziemlich lang sein. Denn der Steinhügel befindet sich einige Kilometer vom Stift Vorau entfernt. «Solche Entfernungen waren für uns vorerst unvorstellbar, zumal Täler und tiefe Einschnitte dazwischen liegen», so die beiden Grazer.
Heute wissen sie: Dieser Gang ist nur eine von vielen unter-
brachte sie eine Skizze auf
einen Lageplan unterirdischer Gänge handelt.
Was aber sollte durch die Gänge und Schächte verbunden werden? Welches uralte Geheimnis versteckt sich hier bis heute tief unter der Erde? Ein gezeichne- 12 Ausgabe 2/10 Titelthema auf eine archäologische Sensation nahe der Lurgrotte bei Graz verdichten sich einen Steingang in diesem Gebiet entdeckt hatte, den er damals als bedeutungslos einstufte.
Kusch: «Dieser Steingang liegt nur rund zwei Kilometer südlich der Lurgrotte Semriach und konnte Ende November 2009 nach vielen Jahrzehnten erstmals vom Finder und mir untersucht werden.»
Der Gang war vom jetzigen Besitzer zugemauert worden und müsste erst wieder freigespitzt werden, um allfällige Sinterplatten zu entdecken. Immerhin: «Wandpartien des Ganges, der im Schiefergestein verläuft, sind mit einer teils starken Sinterschicht überzogen, was darauf hinweist, dass sich Kalkplatten an der Decke befinden könnten, die heute durch die Abmauerung verdeckt sind», so der Höhlenforscher.
«Ausserdem ist dieser Gang in der alten Bauweise wie in Vorau gefertigt, mit einem leicht vorspringenden Kraggewölbe. Es scheint hier Parallelen zu Vorau zu geben, eine genaue Untersuchung erfolgt noch in diesem Jahr.»
Falls besagter Schacht mit den in der Lurgrotte Semriach herausgeschlagenen Sinterplatten abgedeckt worden sein sollte, «hätten wir hier eine archäologische Sensation, weil dann durch die Datierung des Abbaus das Alter dieses Ganges mit über 5000 Jahren angegeben werden könnte, und auch der Grund, warum man die Sinterplatten abgebaut hat, gefunden wäre».
Sollte dies stimmen, muss von einem weit übergreifenden Konzept ausgegangen werden, bei dem von vielen Menschen in weiten Teilen der Steiermark das gleiche Ziel verfolgt wurde: Die bereits verfallenen Zugänge zu den Felsgängen in alten Sedimentgesteinen wiederherzustellen.
Wenn die Gänge aber vor 5000 Jahren restauriert wurden, wann und von wem wurden sie dann erstmals erbaut?
irdischen Verbindungen im Gebiet. So führt auf der Karte eine weitere Linie von der «Leoburg» zu einem Hof mit drei Häusern. «Hier konnten wir zwei Höfe ausfindig machen, die dafür in Frage kommen würden – und bei beiden befinden sich Einstiege in unterirdische Gänge», so Heinrich Kusch. Wer diese Tunnels wann, wie und warum angelegt hat?
Auch dieses Geheimnis bleibt vorläufig ungelöst.
Zentrum mit Kammern Bei ihrer Suche spielte den beiden Forschern immer wieder der Zufall in die Hände. Aber auch spontane Tipps von dortigen Anwohnern brachten wertvolle Hinweise. Bis 1970 wusste nämlich niemand von den Eingängen in die unterirdische Anlage. Kusch: «Das Wissen war in Vergessenheit geraten, bis eines Tages ein Pferdefuhrwerk in der Hofeinfahrt mit einem Rad in ein Loch im Boden einbrach.»
Auf der Suche nach der Ursache entdeckte man unterhalb der Stelle eine grosse rechteckige Steinplatte, die einen rund zwei Meter tiefen gemauerten Schacht abdeckte. Durch das häufige Befahren war sie verrutscht und hatte einen unterirdischen Gang freigelegt. Früher hatte an dieser Stelle ein Hof Titelthema Ausgabe 2/10 der Erde der Steiermark – versteckt in einem Wald auf über 1200 Metern Höhe.
gestanden, der später abgebrannt war. «Damals konnten die Menschen vom Wohnraum und von der Durchfahrt her in das unterirdische Gangnetz gelangen», glaubt Heinrich Kusch zu wissen.
Gemeinsam mit den heutigen Besitzern des Hofes legten die Höhlenforscher einen Teil des oberflächennahen Ganges nun wieder frei. Bereits 16 Meter sind inzwischen begehbar. «In einem kompliziert angelegten System, das aus teils gemauerten und mit Steinplatten versehenen, teils aus dem Schieferstein geschlagenen Engstellen und bis zu 1,6 Meter hohen Gängen besteht, führen die Zugänge in das Berginnere», erzählt Kusch. «Und der vom heute freigelegten Teil der Anlage bergseitig wegführende, gemauerte Gang könnte zu den tiefer gelegenen, vermutlich noch offenen Gängen und Kammern der Anlage unterhalb der Leoburg führen.»
Ein weiterer Zugang in den Unterder Teufel selbst hause grund soll sich laut der «Schatzkarte» in diesen Gängen. unter der Heilig Kreuzkirche befinden.
Hier vermuten die Prähistoriker sogar ein Zentrum mit mehreren Kammern und Schächten. «Bis zum Zweiten Weltkrieg waren diese Gänge durch einen Einstieg in der Kirche noch zugänglich, denn 1945 wurden Wertgegenvergrössert.
stände unterirdisch versteckt, damit sie den Russen nicht in die Hände fielen.» Der Zugang wurde jedoch offensichtlich bei einer Renovation zugemauert, denn er liess sich trotz intensiver Suche bislang nicht auffinden.
Vergessener «Zugang zur Hölle» Die Gänge selbst haben die Forscher dank technischer Hilfsmittel bereits ausgemacht und mit Sondierbohrungen nachgewiesen. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung liessen die Verfügung.»
Beiden schliesslich grössere Kreise absuchen. Und sie konnten ihr Entdeckerglück kaum fassen: «Die Gänge führen zum Teil weit in die Umgebung, über Berge hinweg sowie unter Tä-Das Volk dachte wohl, lern durch und erstrecken sich über eine grosse Anzahl von Ortschaften und Nachbargemeinden.» Die Karte in der Kanonenkugel, welche die beiden Steiermarker auf den richtigen Weg brachte, bildet letztendlich wohl nur einen kleinen Ausschnitt des enormen Schachtsystems ab. Fantastische Perspektiven!
Durch die Erosion wurden unzählige Zugänge in das geheimnisvolle unterirdische Labyrinth im Laufe der Zeit zerstört oder zugeschwemmt. Doch an einigen Orten sind die Eingänge in das Höhlensystem offenbar auch absichtlich verschlossen worden. Teilweise aus Sicherheitsgründen, beim Bau neuer Häuser oder Strassen. Teilweise aber auch ohne erkennbaren Grund.
Sonderbar sei vor allem die Art, wie manche Zugänge seinerzeit verriegelt wurden.
Kusch: «Die Gänge wurden Jahrhunderte zuvor ja noch benutzt. Aber plötzlich wurden in die Zugänge viele Meter weit riesige Steine, oft bis zu hundert Kilogramm schwer, hineingewälzt, mit anderen grossen und kleineren Steinen verkeilt und die Zwischenräume mit Lehm ausgegossen. Warum betrieb man einen derart gewaltigen Aufwand? Es sieht so aus, als ob nach damaliger Meinung der Leute der Teufel selbst in diesen Gängen gehaust hätte.»
Während Hexenverfolgung dicht gemacht?
Die Forscher vermuten, dass das Verschliessen vieler Schächte im 16. und 17.Jahrhundert vor sich ging – zur Zeit der Hexenverfolgungen. Kusch: «War man vielleicht auf etwas gestossen, das nicht in die damals vorherrschende kirchliche und weltliche Anschauung passte?» Besonders interessant: Bis heute finden Hausbesitzer in der Steiermark bei Umbauten immer wieder ehemalige Zugänge in diese geheimnisvolle Unterwelt. «Die meisten Leute halten sie erst für mittelalterliche Fluchtwege und messen ihnen keine besonderen Bedeutung bei.» Tatsächlich wurden einige der Gänge seit dem Mittelalter auch angepasst oder Dass der Grossteil der unterirdischen Anlagen aber aus jener Zeit stammt, halten die Prähistoriker für undenkbar. «Sollte das Gangsystem aus dem Mittelalter stammen, müssten hier so ziemlich alle Oststeirer vielleicht über mehrere hundert Jahre hinweg allein nur mit dem Bau von solchen kilometerlangen unterirdischen Gängen beschäftigt gewesen sein. Die Bevölkerung hatte zu jener Zeit aber andere Sorgen, und weder das nötige Geld noch die Arbeitskräfte standen damals zur Noch kurioser: Es gibt keinerlei schriftliche Hinweise auf die Fertigstellung derartiger Anlagen im Mittelalter oder in der Neuzeit. Die Schächte müssen also weitaus früher entstanden Ausgabe 2/10 Titelthema vergangener, mystischer Kulturen verraten den Verlauf der unterirdischen Gänge.
sein – auch wenn kein Historiker bis heute eine vernünftige Antwort dafür liefern kann. Bestes Indiz: Eine mehrere tausend Jahre alte Klinge, gefunden in einem Gang bei der Gemeinde Puchegg. «Es handelte sich um ein 3,7 Zentimeter langes und 2,5 Zentimeter breites Bruchstück einer schön bearbeiteten Silexklinge aus prähistorischer Zeit. Sie befand sich in den Bodensedimenten einer unterirdischen Anlage», erklären die Höhlenforscher. «Dort, wo ein ursprünglicher Felsgang durch einen sieben Meter langen Steingang wieder hergestellt wurde – wahrscheinlich in der Jungsteinzeit.»
Die Historiker vermuten, dass der bereits in prähistorischer Zeit verfallene Teil damals renoviert wurde. «Dafür spricht auch die Art der Gänge und deren Bauweise.» Die Wandpartien sähen aus, «als wären sie mit einem Messer geschnitten worden. In einigen wenigen Fällen macht es den Anschein, als stammten die Bearbeitungsspuren von einer uns unbekannten Technik.» Dynamit pur – zumindest für klassisch denkende Forscher, die Europas Vorzeit bestens zu kennen glauben.
Auf einen prähistorischen Ursprung deuten auch die 300 riesigen, teils behauenen oder gelochten Steine in der Umgebung hin, die dank Kuschs Entdeckungen völlig neue Bedeutung erlangten. Denn die «Leoburg» ist längst nicht die einzige imposante «Steinanhäufung» in der Region.
«Bis zu zwei Meter hohe, langgestreckte Mauern, zwischen 10 und 100 Meter lang, findet man auf Feldern oder in Wäldern, oftmals sogar auf Berghängen in über 1000 Meter Höhe», erläutert der Grazer Universitäts-Forscher.
«Sie stehen scheinbar funktionslos da und dienen heute weder als Hangsicherung oder Grundgrenze noch als Stütze für Erdterrassen.» Würde es sich bei den Mauern um Reste mittelalterlicher oder neuzeitlicher Bauten handeln, müssten sie irgendwo schriftlich erwähnt sein. Genau das ist aber nicht der Fall.
Oft wurden bei der Errichtung dieser Mauern tonnenschwere Steinplatten übereinander geschichtet. Warum sich die Menschen mit dieser Arbeit seinerzeit abmühten, gibt bis heute Rätsel auf. So musste etwa in der Oststeiermark ein Titelthema Ausgabe 2/10 15
Es tut sich was rund um das «Zuckerkraut» Stevia: Die Schweiz hat den pflanzlichen Süssstoff bereits erlaubt, Frankreich genehmigte ihn provisorisch, und die EU will in den nächsten Monaten darüber befinden, ob Stevia auch in den restlichen Mitgliedstaaten zugelassen wird.
Die Wissenschaftler der renommierten Universität Hohenheim sind sich sicher: «Stevia kommt – und die Ernährungsindustrie muss neue Konzepte entwickeln, wie sie diese Süssungsinnovation in ihren Produkten nutzt.»
«Stevia rebaudiana» – auch Süssblatt oder Honigkraut genannt – gilt als echte Alternative zu Zucker: Das Kraut aus Paraguay ist 300 mal süsser und dennoch für Diabetiker geeignet. Zudem greift es die Zähne nicht an.
Die europäische Zuckerbranche lobbyiert deshalb seit Jahren massiv gegen den neuen – als gesünder geltenden – Konkurrenten.
Doch während man bei der EU mit der Zulassung immer noch zögert, ist der Natur-Süssstoff in der Schweiz bereits auf dem Markt: Prominente Getränkehersteller wie Coca Cola, Pepsi und Capri Sonne haben neue «Stevia»-Produkte bewilligt bekommen. Ebenso ALDI Suisse, verschiedene Süssstoff-Fabrikanten, die Handelsriesen Coop und Migros, aber auch der Kräuterbonbon-Fabrikant Ricola («Wer hats erfunden?»).
Insgesamt haben die Schweizer Gesundheitsbehörden knapp 40 Stevia-Produkte genehmigt, einige davon sind bereits im Handel.
Bald dürften wohl auch auf dem deutschen Markt Stevia-Produkte auftauchen. Denn seit 2008 attestiert die Gesundheit UN Stevia endlich «gesundheitliche Unbedenklichkeit».
Experten bezeichnen eine EU-weite Zulassung deshalb als «sehr wahrscheinlich». Frankreich ist mit seiner provisorischen Bewilligung des natürlichen Süssstoffs bereits vorgeprescht.
«Schneller Entscheid»
«Für die nächsten Monate erwarten wir als ersten Schritt eine Beurteilung der Europäischen Lebensmittelbehörde», so Udo Kienle von der Universität Hohenheim. Die EU-Kommission habe versprochen, dass sie danach «schnell entscheiden» werde.
Agrartechniker Kienle richtet deshalb mahnende Worte an die Wirtschaft: «Die Ernährungsindustrie der EU muss sich darauf vorbereiten.»
Kali-Kult: Was Touristen in Indien und Nepal verschwiegen wird Sie verkörpert Tod und Zerstörung – aber auch Erneuerung. Selbst Filmheld Indiana Jones musste ob blutrünstigen Verehrern der Göttin Kali bereits um sein Herz fürchten. Aber auch Abertausende von Tieren werden der «schwarzen Mutter des Universums» in und um Indien jährlich geopfert.
Das Blut fliesst in Strömen. Unser Autor wohnte dem umstrittenen Ritual in verschiedenen Kali-Tempeln bei – mit gemischten Gefühlen.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/blut-opfer-fuer-die-schwarze-goettin-page37-1.jpg17921279Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2010-02-01 12:00:002025-12-15 07:26:22Blut-Opfer FüR Die Schwarze GöTtin
Umstrittene Erfindung begeistert Jürgen Fliege Ein deutscher Abmahnverein überzieht den Hersteller eines alternativen Mauertrocknungs-Apparates mit Klagen und bestreitet die Wirksamkeit des Geräts. Doch die mysteriöse Apparatur funktioniert fast durchwegs tadellos, wie Abertausende von zufriedenen Kunden bestätigen – darunter auch der bekannte TV-Pfarrer Jürgen Fliege.
28. Februar 7. März 30.März 7. April 28. April 6. Mai 15. März 21. März 14. April 21. April 14. Mai 20. Mai In Genf laufen die allerletzen Vorbereitungen für den Neustart des weltgrössten Teilchenbeschleunigers LHC nach der Winterpause. «Voraussichtlich ab der ersten März-Hälfte werden Teilchenkollisionen mit 3.5 Tera-Elektronenvolt (TeV) stattfinden», teilt CERN-Sprecher James Gillies mit. Innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate sei vorgesehen, dieses Energielevel beizubehalten. Weiter planen die Verantwortlichen, den LHC im Jahre 2012 ruhen zu lassen, um diverse Umbauten vorzunehmen. Diese sollen es ermöglichen, ab 2013 den auch als «Urknall-Maschine» bezeichneten Teilchenbeschleuniger mit der geplanten Endenergie von 7 TeV stabil rotieren zu lassen. Renommierte Physikern warnen derweil weiter vor den Gefahren des Experiments – namentlich vor der künstlichen Erschaffung kleiner schwarzer Löcher.
Neuer UFO-Report
Nach jahrelanger Funkstille hat die wissenschaftliche UFO-Organisation MU-FON-CES endlich einen neuen, interdisziplinären Forschungsbericht publiziert.
Auf 400 Seiten klären die deutschen Experten über Phänomene auf und trennen Fakten von Fiktion. «Vor allem für junge Leute ist es wichtig zu wissen, was sich zu lesen lohnt und was nicht», kommentiert Astrophysiker und Leiter der MUFON-CES, Illobrand von Ludwiger. Der Forschungsband kostet 25 Euro und kann ausschliesslich via Internet bezogen werden: www.mufon-ces.org.
vom Mars. Darunter kuriose Strukturen, die spontan an Bäume erinnern (unten).
Grund: Im Mars-Winter wirds hier derart kalt, dass die Sanddünen von einer Schicht aus gefrorenem CO2 überzogen werden. Im Mars-Frühling verdampft die Eisschicht. Dabei lösen sich auch Teile der gefrorenen Sandschichten auf den Kämmen und gleiten ab. Zurück bleiben die seltsamen dunklen Strukturen.
Schweizer Hellseher outet sich
Sabine Giger will es wissen: Nach den Überraschungsbestsellern des Jungmediums Pascal Voggenhuber setzt die aufstrebende Schweizer Verlegerin jetzt auf Martin Zoller. «Hellsichtig» heisst dessen medialer Enthüllungsreport, in dem er neben Tipps zur Schulung der eigenen Intuition «aussergewöhnliche Einblicke in seine Arbeitsmethoden gewährt und schildert, wie er mit seinen Psi-Fähigkeiten unter anderem vermisste Flugzeuge oder Menschen aufspürte». Auch Zollers Zusammenarbeit mit Geheimdienst, Militärs und Politikern kommt zur Sprache. Mehr Infos unter: www.martinzoller.com.
«Selbst als Taucher kann man förmlich zusehen, wie die Vielfalt schwindet»
hunderte Meter hohe Prachtstück richtet – um innerhalb von Sekunden in die Luft zu jagen, was von den Eingeborenen über Generationen gepflegt und verehrt wurde. Als ob ein wahnsinniger US-Konzern im Irak die grösste Moschee sprengen würde, weil er unter ihr neues Öl wittert. Oder ein afrikanischer Diktator alle Elefanten seines Kontinents schlachten liesse, «Wenn man so will, ist ‹Avatar› von der ungeheuren Vielfalt um sich einen Palast aus Elfenbein zu errichten.
der Natur beeinflusst, die wir Menschen gerade in Win-James Camerons Aufruf ist so brachial wie eindeutig: Knie deseile zerstören», räumt Regisseur James Cameron ein.
nieder Mensch – und erinnere dich deiner eigenen Natur!
«Es gibt Korallenriffe, zu denen ich vor dreissig Jahren ge- Sonst wird dich mit Haut und Haar verschlingen, was dich taucht bin, von denen heute kaum noch was übrig ist. Man einst geboren hat. Das Universum diktiert, und wir haben zu kann förmlich zusehen, wie die Vielfalt schwindet. Wenn gehorchen. Alles Leben ist miteinander vernetzt. Wer derlei ich tauche, werde ich ständig damit konfrontiert.» Came- «Naturgesetze» nicht kapiert, besiegelt seinen Untergang.
rons Botschaft kommt an: Bereits jetzt gilt sein aufrüt- Denn die Zeit drängt: Die Korallenriffe schwinden, das Eis telndes Epos als erfolgreichster Film aller Zeiten. Zwei schmilzt. Und je stärker sich die Menschheit vermehrt, ent- Milliarden Dollar hat das Spektakel bislang eingespielt.
wickelt und ausbreitet, desto schneller sterben unsere Tiere und Pflanzen aus.
47’677 Arten werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) regelmässig erfasst. Davon galten im November 2009 bereits über 17'000 als «vom Aussterben bedroht». 21 Prozent der bekannten Säugetiere sind mittlerweile gefährdet, ebenso 37 Prozent der Süsswasser-Fische, ja gar 70 Prozent aller Pflanzen. Tendenz steigend. Fast schon atemlos vernichten wir die letzten Naturreservate – ohne zu merken, dass irgendwann auch keine Bäume mehr übrig bleiben, die unseren CO2-Mief in Sauerstoff zurückwandeln. Jeder Baum, der auf dieser Erde sinnlos abgeholzt wird, schnürt uns die Kehle stärker zu. Bis wir alle um die Wette röcheln.
Haben Sie in Ihrem Leben schon mal ein Bäumchen gepflanzt? Tun Sie es bald. Auf dass dereinst wieder spriessen mag, wovon wir heute nimmersatt zehren. Jeder Same zählt!
Der «Spiegel» produziert in Sachen Ägyptologie eine Pleite nach der anderen. Nach der «Pyramiden- Blamage» («mysteries» Nr. 1/2010) präsentierte das Magazin nun «Neues» über Pharao Tutanchamun: «Exklusivitäten», die Erich von Däniken oder G. F. L. Stanglmeier schon vor Jahren publizierten.
olle fünf Seiten lang ist der jüngste Ägypten-Report des «Spiegel» (Nr. 2/2010). Doch statt angeblich neues- Vte wissenschaftliche Erkenntnisse servieren «Rudolf Augsteins Jünger» überwiegend kalten Kaffee. Selbst der kontrovers diskutierte Forscher und Buchautor Erich von Däniken ist dem «Spiegel» mit seinen Publikationen voraus – und das gleich um Jahrzehnte.
Bereits im Inhaltsverzeichnis lässt das Hamburger Nachrichtenmagazin stolz die Katze aus dem Sack. «Die Entdeckung der spektakulären Tutanchamun-Gruft im ägyptischen Tal der Könige gilt als Sternstunde der Archäologie», verkündet man dort und schreibt weiter: «Doch nun zeigt sich: Die Ausgräber um Howard Carter entwendeten Kostbarkeiten aus der Schatzkammer, manipulierten Fotos und frisierten die Funddokumentation.»
Das stimmt wohl. Allerdings: Die Erkenntnis ist alles andere als neu. Vielmehr präsentierte sie 1978 bereits der damalige Direktor des Metropolitan Museum in New York, Thomas Hoving. Das räumt man in Hamburg auch ein. Mit keiner Silbe erwähnt man jedoch, dass Hoving über seine Recherchen ein 400 Seiten dickes Buch mit dem Titel «Der goldene Pharao Tutanchamun» verfasste. Stattdessen behaupten die Hamburger keck: «Hovings Enthüllungen aus den 70er-Jahren fanden wenig Beachtung.» Die Wahrheit ist eine andere. Das Werk des Museumsdirektors avancierte zum Verkaufsschlager – und stand sogar auf der «Spiegel»-Bestsellerliste!
Viel lieber vermeldet das Nachrichtenmagazin eigene Recherchenerfolge. «In mehreren Museen», so wird behauptet, Ägypten-Artikel im «Spiegel»: Brisante Neuigkeiten sucht man im fünfseitigen «Exklusivreport» vergeblich.
«sind jetzt Objekte enttarnt worden, die zum Schatz Tutanchamuns gehören. Neuestes Beispiel ist ein kleiner Totendiener (‹Uschebti›) aus weisser Fayence, der im Louvre steht.» Tatsächlich hinken die vermeintlichen Top-Journalisten der Zeit hinterher und das gleich um Jahre. Denn bereits 2005 erwähnte der Autor G. F. L. Stanglmeier den Uschebti in seinem Buch «Der Tut-anch-Amun-Skandal».
Stanglmeier ist in der Ägyptologen-Gilde alles andere als beliebt, deckte er doch bereits mehrfach Missstände und Affären auf. Kein Journalist im deutschsprachigen Raum hat sich intensiver mit Howard Carters Lügengebilde beschäftigt als er.
Ausgabe 2/10 Diverses Pharaonen-Jagd: Neues aus dem Tal der Könige «Die Pharaonenjagd im Tal der Könige ist in vollem Gange» – so das jüngste Resümee eines Ägyptologen nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Theben-West.
Der «mysteries»-Informant bestätigte rege Aktivitäten auf dem antiken Pharaonen-Friedhof, auf dem auch das mit Schätzen angefüllte Grab Tutanchamuns (um 1334-1325 v. Chr.) entdeckt wurde.
Touristen merken freilich herzlich wenig von den archäologischen Bemühungen, ein weiteres Grab zu lokalisieren – mit einer kleinen Ausnahme: Am Eingang zum Tal werden sie von Kontrolleuren und Sicherheitskräften aufgefordert, für die Zeit des Aufenthaltes in der Nekropole ihre Foto- und Filmkameras abzugeben. Und damit nicht genug: Sogar Handys müssen neuerdings ausgehändigt werden. Damit wird es unmöglich, jedwede Aktivität auf dem Königsfriedhof zu dokumentieren.
Unser Informant: «Das Tal ist abgeriegelt wie die geheime US-Militärbasis Area 51.» Keine Übertreibung, wie auch andere Ortskundige bestätigen.
ternativ über einen der beiden Bergpfade zu nähern versucht, um aus luftiger Höhe zu fotografieren, kommt ebenfalls nicht weit: Auf den Anhöhen versperren freundlich lächelnde Wächter den Weg. Höflich, aber bestimmt fordern sie ungebetene Besucher auf, umgehend den Rückmarsch anzutreten.
Fortsetzung auf Seite 20 Über den Totendiener schrieb er wörtlich: «In Paris, im bekannten Louvre, soll ein Uschebti registriert sein, der ebenfalls Tutanch-Amuns Besitz entnommen worden sein dürfte.»
Mehr als die Hälfte des Berichts abgekupfert An zweiter Stelle der «Spiegel»-Aufzählung rangiert Kansas City: «Auch in Kansas-City wurde Verbotenes aufgespürt», wollen die Nachrichtenhändler an der Elbe herausgefunden haben. «Zwei goldene Falkenköpfe eines Halskragens kamen zum Vorschein. Beim Abnehmen zerriss der Schmuck. Carter sammelte die Einzelteile auf und schenkte sie seinem Zahn-Aber auch im Tal selbst sind derzeit verstärkt bewaffnete Sicherheitsbeamte anzutreffen – in ziviler Kleidung. Darüber hinaus ist das komplette Areal in der Region der beiden Grabmäler von Ramses dem Grossen (ca. 1279-1212 v. Chr.) und seinem 14. Sohn, König Merenptah (ca. 1212-1202 v. Chr.), abgesperrt. Die Ägypter hoffen, in diesem Sektor auf das Grab von Ramses VIII. zu stossen. Seit Beginn der Grabungssaison soll dort erneut reger Betrieb herrschen. Ebenso wie bei der Tut-Ruhestätte (KV 62), wo man ein weiteres Pharaonen-Grab vermutet (siehe Bild links).
Dazu «mysteries»-Leser Torsten Hellner-Ivers: «Die Ausgrabungen im Umfeld von KV 62 sind gewaltig. Ein Ausgrabungsschacht vor dem dortigen Touristenpavillon wurde anfangs Oktober 2009 vorübergehend wieder zugeschüttet.»
Weitergearbeitet wird ebenso in der Ruhestätte von Sethos I (KV 17), wo unlängst mehrere Statuen zum Vorschein kamen (siehe Bild auf S. 19).
Auch im Westtal wird emsig geschürft. Dort befinden sich nur wenige Grabstätten, darunter diejenige von Pharao Eje, dem direkten Nachfolger Tutanchamuns. In der näheren Umgebung dieser Gruft werden seit Monaten eifrig Sondierungsgräben gezogen. Auch hier kocht die Gerüchteküche über.
Angeblich hat das Westtal-Team bereits erste erfreuliche Funde ans Tageslicht gebracht. Fraglos am interessantesten scheint ein kleines Artefakt mit der Inschrift «Grosse königliche Gemahlin» (weret hem netjer) «Tiye» oder «Tiy». Gerüchte über einen Papyrusfund bei Dra’ Abu El-Naga machten Ende Januar 2010 ebenfalls die Runde.
Rätselhaft bleibt derweil der kürzliche Tod der Ägyptologin Susan Weeks, der Ehefrau des Entdeckers der Grabstätte KV 5, dem kammerreichsten Mausoleum Ägyptens. Die Expertin hatte sich durch ihre dortigen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten in der Fachwelt viel Anerkennung erworben. Angeblich stürzte Susan Weeks auf den Kopf und ertrank dann bewusstlos im Nil. Die lokalen Behörden leiteten umfangreiche Ermittlungen ein.
arzt.» Auch in diesem Fall ist der «Spiegel» lediglich zweiter Sieger, denn Hoving berichtete von dem Mini-Hort bereits rund dreissig Jahre früher.
Rund die Hälfte der Grundinformationen des «Spiegel»-Artikels basieren auf dem Report des Ex-Metropolitan-Direktors.
Die restlichen Enthüllungen fussen mehrheitlich auf Ergebnissen des Berliner Ägyptologen Rolf Krauss. Der wird auch an zwei Stellen erwähnt. Denn, so weiss der «Spiegel»: «Der Argwohn» an Carters Behauptungen und Theorien «nimmt zu» – «vor allem bei deutschen Ägyptologen».
Als Zeugen dafür werden gerade mal zwei Zunftgenossen genannt: Christian Loeben und Rolf Krauss. Geflissentlich verschwiegen wird hingegen, dass Letzterer seinen Argwohn bereits 1986 (!) in den «Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft» ausführlich darlegte – unter dem Titel «Zum archäologischen Befund im thebanischen Königsgrab Nr. 62».
«Kaum einer nahm davon Notiz», behaupten die Elbe-Ägyptologen. Das gilt allerdings nur für die ersten drei Jahre nach der Veröffentlichung. Dann nämlich berichtete der Schweizer Autor Erich von Däniken seinen millionenfachen Lesern im Buch «Die Augen der Sphinx» über das Krauss-Papier. Damit war Däniken den Exklusivstory-Jägern des «Spiegel» um satte 20 Jahre voraus!
Die Mauer? Ein alter Hut!
Noch detaillierter liess sich 2005 Ägyptologie-Kritiker G. F. L. Stanglmeier mit Co-Autor Beat Biffiger über die Krauss-Schrift aus. Seitenweise berichten die beiden in ihrem Werk über die vom Berliner Experten aufgedeckten Schwachstellen in Howard Carters Entdeckungsschilderung. Ihr Vorsprung gegenüber dem «Spiegel» beträgt damit immerhin noch ein halbes Jahrzehnt.
Auch auf den «Carter-Wall» wird in besagtem Buch Bezug genommen. Gemeint ist damit eine Steinmauer, die Howard Carter um 1920/21 – also noch vor der offiziellen Tut-Entdeckung im Jahr 1922! – exakt um den Grabzugang anlegen liess. Angeblich um damit den Eingang zur benachbarten Gruft von Pharao Ramses VI. abzustützen. Selbstverständlich brachte der «Spiegel» auch dieses verräterische Indiz auf eine heimliche Graböffnung in seinem Beitrag unter. Weggelassen hat er, dass die Gründerin der «Egyptian Society», Christine El Mahdy, dieses Faktum bereits ein Jahrzehnt zuvor der interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht hatte – in ihrem Buch «Tutanchamun: Leben und Sterben des jungen Pharao», Die «Spiegel»-Macher scheints kalt zu lassen. Ohne Skrupel posaunten sie ihre verstaubten Fakten via Internet «exklusiv» in alle Welt – sogar auf Englisch. Dabei wurde erneut geschludert. So ist auf einer dafür eigens eingerichteten Internet-Fotostrecke unter einer goldenen Schmuckplatte eine seltsame Bildunterschrift zu lesen: Die Aufnahme soll eine «Goldmünze aus dem Grab Tutanchamuns» zeigen. Müssig zu erwähnen, dass das Hamburger Wissenschaftsressort auch in diesem Fall falsch liegt. Zu Tutanchamuns Zeiten gab es im Nilland nämlich noch gar kein Geld. Bezahlt wurde damals in Naturalien.
Der Iran spioniert Menschen aus – mit deutscher Technik! Ausgerechnet das finnisch-deutsche gemeinschaftsunternehmen «Nokia Siemens Networking» (NSN) hat der iranischen Diktatur 2007/2008 eine supermoderne Hightech-Telefonanlage geliefert. Der Konzern installierte im Iran zudem spezielle Abhöranlagen.
Derlei Monitoring Centers können Telefonate aufzeichnen, SMS-Nachrichten speichern und exakt feststellen, wo sich die jeweiligen Gesprächspartner gerade aufhalten. Eine mächtige Waffe für die iranischen Mullahs: So wissen sie jeweils im Voraus, wo sich Regimegegner treffen oder wo Demonstrationen geplant sind.
Im zeitkritischen ZDF-Magazin «Frontal 21» hat ein ehemaliger Siemens-Mitarbeiter, der bei der Installation der Anlagen involviert war, nun ausgepackt. NSN lüge bei der Behauptung, dass die Monitoring-Centers nur Ortsgespräche abfangen können, betont er: «Natürlich werden auch alle Auslandsgespräche abgehört.» «Nokia Siemens Networking» hat die Sparte Abhörtechnik nach eigenen Angaben mittlerweile verkauft. Laut «Frontal 21»-Redakteuren kümmert sich der deutschfinnische Konzern indes weiter «um den reibungslosen Betrieb der Anlagen im Iran», in Form eines «vertraglich garantierten Kundenservice».
Kaum ein Ostdeutscher, der sich nicht an sie erinnert: Mit ihrer Höhe von rund fünf Metern zauberte die «Gläserne Blume» einst einen Hauch Exotik in den Palast der Republik. Nach dem Mauerfall verschwand das schillernde Kristallkunstwerk im Nirgendwo – wie viele andere DDR-Prunkstücke. «mysteries» begab sich auf Spurensuche.
undeskanzlerin Angela Merkel müsste sich wohl verlegen an ihren Mitarbeiterstab wenden, um Näheres in BErfahrung zu bringen. Und auch andere prominente ostdeutsche Politiker kämen diesbezüglich garantiert ins Stottern. Die Frage, die sich mancher ehemalige DDR-Bürger bis heute stellt: Wo befindet sich eigentlich die berühmte «Gläserne Blume» aus dem Hauptfoyer des Palastes der Republik in Berlin? Das Online-Lexikon Wikipedia will es wissen – und liegt mit seiner Internetantwort einmal mehr kreuzfalsch. Richtig ist lediglich: Seit dem Abriss der Residenz der DDR-Volkskammer verstaubt das künstlerische Prunkstück in einem düsteren Depot. Doch dazu später.
Noch heute sind sich viele Berliner uneins, ob der «Palazzo prozzo», «Ballast der Republik» oder «Erichs Lampenladen», wie DDR-Bürger das 1976 errichtete Prunkgebäude in der Nähe des Alexanderplatzes liebevoll-ironisch betitelten, wirklich dem Erdboden gleich gemacht werden musste. Schliesslich hatte auch der Osten damals Sehenswertes zu bieten. Ebenso wie er etliche begabte Künstler hervorbrachte – von denen viele heute leider in Vergessenheit geraten sind.
Welchen geschickten Händen also ist es zu verdanken, dass mitten im volksoffenen Kulturpalast eine riesige, weltweit einzigartige Blume erblühte – ein «politisch neutraler» Treffpunkt aus Glas und Stahl, unter dem sich damals vom Liebespärchen bis hin zum Politiker oder Regimekritiker so ziemlich jeder Ostberliner zu verabreden pflegte?
Ausgabe 2/10 Geschichte Zu Blütenblättern zugeschnitten und geschliffen hatte die teils 14 Millimeter dicken Kristallglasscheiben in den 70er-Jahren mit viel Feingefühl der Magdeburger Glasgestalter Werner Badzinski (72). Zusammen mit seinem Bruder Dieter, der auch an der Vollendung der mittleren Kugel beteiligt war.
«Das war wohl die handwerklich grösste Herausforderung meines Lebens – wochenlange Präzisionsarbeit unter Höchstkonzentration», erinnert sich der Rentner im Gespräch mit «mysteries». Zurückgreifen konnte der ebenso bescheidene wie sympathische Ostdeutsche dabei auf Inspirationen seines Vaters, der ihm das handwerkliche Rüstzeug bereits in jungen Jahren vermittelt Ein einziger falscher wäre zersplittert.
Schlag und das ganze Ding hatte.
Handwerkliche Pionierleistung «Zum Auftrag kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Der Werner kriegt das schon hin, hiess es damals», erzählt Badzinski. «Dabei war das Herausschneiden und Heraushämmern der meterlangen ‹Flügel› aus Kristallglas selbst für mich eine extreme Herausforderung.» Nicht ohne Stolz fügt er hinzu: «Das hat damals vor mir wohl noch keiner geschafft. Im Glas herrscht ja eine unglaubliche Spannung. Ein einziger kleiner Fehlgriff oder ein falscher Schlag mit dem Holzhammer und das ganze Ding wäre unter meinen Händen in tausend Teile zersplittert. Ausserdem mussten wir ja auch noch die vier Millimeter dicke Kristallkugel aus einem einzigen Stück fertigen.»
Jahrelang war die von den Künstlern Reginald Richter und Richard Wilhelm entworfene Skulptur im Hauptfoyer des DDR-Palastes Diskussions- und Anziehungspunkt. Werner Badzinski kann sich noch gut an die damaligen Reaktionen erinnern. Nicht zuletzt auf Kinder – und damit auch auf ihre Eltern – übte sein Werk eine fast schon magische Anziehungskraft aus.
Auf die Nachfrage, welche Würdigung ihm und seiner Arbeit damals zuteil wurde, winkt der Magdeburger schmunzelnd ab: «Na ja, ebenso wie alle anderen Beteiligten wurde ich offiziell ausgezeichnet. Sie wissen ja, wie das damals war…»
Der Palast der Republik wurde mittlerweile platt gemacht.
Trotz vehementen Protesten aus der Bevölkerung. Die Blume?
Entwurzelt und ins Niemandsland abtransportiert. Stattdessen sehen sich ausländische Besucher im Osten da und dort immer noch mit alten, hässlichen DDR-Wachtürmen konfrontiert, die wie erhobene Mahnfinger an die Vergangenheit erinnern sollen – ebenso wie Touristen aus aller Welt in Berlin an tristen Mauerresten vorbeischlendern müssen, die als Denkmäler stehengeblieben sind.
Wo aber sind all die hübschen «Blüten» geblieben, die unter dem kommunistischen Regime ebenfalls sprossen? Warum Geschichte Ausgabe 2/10 tut man sich so schwer damit? Warum soll eine kunstvolle, prächtige Kristallblume in Deutschland nicht länger öffentlich bewundert werden dürfen? Nur weil sie im Palast der Republik stand? Und vor allem: Wo befindet sich das Kunstwerk heute tatsächlich?
Fragen, die auch Werner Badzinski beschäftigen. «Aus Kollegenkreisen weiss ich nur, dass sich das gute Stück irgendwo in Westberlin befinden soll», erzählt der Rentner ohne Verbitterung, aber mit leiser Wehmut, während er im privaten Fotoalbum nach Erinnerungsbildern kramt. «Vielleicht können Sie sie ja irgendwo ausfindig machen oder zumindest Näheres dazu herausfinden?»
«Die Blume befindet sich nicht bei uns» Wer diesbezüglich das grösste Internet-Lexikon konsultiert, landet prompt in einer Sackgasse. «Das Objekt wurde 1998 im Zuge des Abrisses des Palasts der Republik demontiert und ist seitdem im Haus der Geschichte in Berlin eingelagert», liest man in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Eine Falschinformation, wie Petra Rösgen von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Bonn) auf Anfrage von «mysteries» unmissverständlich klarstellt: «Die Blume befindet sich NICHT in den Sammlungen des Hauses der Geschichte!» Wo aber liegt sie dann? Das wusste die gute Frau leider ebenfalls nicht so genau.
Darf man in diesem Fall der BILD-Zeitung trauen? Am 1. Dezember 2008 erkundigten sich deren Reporter bei Dieter Vorsteher, Vize-Direktor des Deutschen Historischen Museums nach dem Verbleib von «Hammer, Zirkel, Ährenkranz», dem Staatswappen der DDR über dem Eingang des Palastes. Seine Antwort: «In unserem Spandauer Depot liegen sie nicht, weil sie mit rund sechs Metern einfach zu gross waren. Wir haben dort aber die Gläserne Blume aus dem Foyer, zwölf Gemälde aus dem Treppenhaus und Teile der Disco- und Schach-Ecke aus dem Jugendclub.»
Und oh Wunder – zumindest in diesem Fall sollte Europas grösstes Boulevard-Blatt ausnahmsweise nicht komplett falsch liegen. «Das Objekt steht als Dauerleihgabe vom Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen bei uns im Depot», konkretisiert Nicola Schnell vom Deutschen Historischen Museum in Berlin gegenüber «mysteries». «Derzeit kann es nicht zu Ausstellungszwecken ausgeliehen werden, da es sich um ein sehr fragiles Objekt handelt. Der Transport ist sehr aufwändig und kostspielig. Wichtig ist für uns daher die Suche nach einem endgültigen – würdigen – Standort für das Objekt. Hier wurden aber bisher noch keine konkreten Entscheidungen getroffen.»
Ob Werner Badzinski «seine» Blume in absehbarer Zeit also doch noch einmal zu Gesicht bekommt? Zu wünschen wäre es ihm – und vielen anderen ebenfalls.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/wo-befindet-sich-die-glaeserne-blume-der-ddr-page43-1.jpg231346Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2010-02-01 12:00:002025-12-15 07:27:59Wo Befindet Sich Die GläSerne Blume Der Ddr?