So werden Deutschlands Zuschauer bevormundet

Seit 73 Jahren ist das »Dritte Reich« bereits Vergangenheit.

Dennoch werden oder bleiben viele TV- und Kino-Klassiker in Deutschland »dank« staatlicher Moralapostel immer noch kastriert, amputiert, verboten oder sonstwie verstümmelt.

Ob »James Bond«, »Raumschiff Enterprise« oder »Magnum«: Die von der Bundesregierung fortgeführte alliierte Nachkriegszensur treibt bis heute absonderlichste Blüten.

Film ›Wonder Woman‹ verboten. Eine nationalistische Partei wirft der israelischen Hauptdarstellerin Gal Gadot vor, sie sei an israelischen Angriffen auf den Gazastreifen beteiligt gewesen.« Zur Erinnerung: Die »Kölnische Rundschau« wurde von Reinhold Heinen begründet und erschien erstmals 1946. Heinen, der im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert war, erhielt von der britischen Besatzungsmacht die Erlaubnis zur Herausgabe einer CDU-nahen Zeitung.

In Russland wiederum wurde kürzlich die bitterböse europäische Filmsatire ›Der Tod von Stalin‹ verboten. »Das Werk ›entweihe historische Symbole‹«, zitierte am 30. Januar 2018 der»Tagesspiegel« und mahnte: »Stalin wird unter Putin wieder anschlussfähig!« Zur Erinnerung: Der »Tagesspiegel« wurde 1945 unter der Lizenz der »Information Control Division« der amerikanischen Militärregierung gegründet. Das Blatt war in der Sowjetischen Besatzungszone unerwünscht.

Dennoch gilt es, zuerst vor der eigenen Haustüre zu kehren.

Erinnern Sie sich beispielsweise noch an »Emanuelle 1« – jenen harmlosen Softerotik-Streifen von 1974, der heute selbst keusche Klosterbrüder kalt lässt? Nie gesehen? Sie haben nichts verpasst. Umso unglaublicher: 1984 steppte in der Schweiz deswegen der Bär – weil das öffentlich-rechtliche TV das französische KuschelÀlmchen nach Mitternacht ausstrahlen wollte. Es folgte ein nationaler Aufschrei der Empörung. Dutzende von Politikern verhinderten die Ausstrahlung, ebenso der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, aber auch die »Neue Zürcher Zeitung«. In Deutschland wurde das seichte Machwerk sogar erst 34 Jahre später von der Index-Liste gestrichen – am 31. Juli 2008.

Ähnlich hoch rauschten die Empörungswogen 1985, als Sylvester Stallones »Rambo 2« die Kinoleinwand eroberte: In Bayern und Baden-Württemberg wurde der aus heutiger Sicht vergleichsweise harmlose Baller-Streifen erst ab 18 Jahren freigegeben und landete in der Folge bis Ende 2010 (!) auf dem Index. So mancher aktuelle »Tatort« der ARD genügt, um sich am Sonntagabend zur besten Sendezeit ähnlich viel Brutalität vor Augen zu führen…

Was kaum einer weiss: In Form der»Bundespr üfstelle für jugendgefährdende Medien« (BPJM) wacht in Deutschland – im Gegensatz zur Schweiz oder zu Österreich – seit 1954 ein staatliches Moralgremium mit Argusaugen über Veröffentlichungen aller Art. Die selbstständig ◄ Honigbär Winnie Puuh.Entgegen westlicher Zeitungsberichte wurde sein neustes Filmabenteuer in China Empörte Bischöfe und Politiker verhinderten Erotik nach Mitternacht.

nicht verboten.

Ausgabe 6/2018 as machten sich deutsche Mainstream-Postillen in den letzten Jahren doch über Filmzensur ausserhalb WEuropas lustig: »Chinas Behörden haben den Bond-Film ›Skyfall‹ manipuliert«, wetterte »Die Welt« am 22. Januar 2013: »Eine Szene, in der ein französischer ProÀkiller einen chinesischen Wachmann in einem Wolkenkratzer in Shanghai tötet, wurde komplett herausgeschnitten, desgleichen die Erwähnung von Prostitution in Macao.« Zur Erinnerung: »Die Welt« wurde 1946 von den Siegermächten des Weltkriegs in der Britischen Besatzungszone in Hamburg gegründet.

Am 19. November 2015 verpulverte auch »Die Zeit« unnötig viel Druckerschwärze: »Die für ihre Prüderie berüchtigte indische Filmgenehmigungsbehörde hat zwei Kuss-Szenen im neuen James-Bond-Abenteuer ›Spectre‹ zensiert.« Au Backe! Zur Erinnerung: Die »Zeit« erschien 1946 erstmals als Blatt der so genannten Lizenzpresse – »veröffentlicht unter Zulassung Nr. 6 der Militärregierung« der Briten.

Am 1. Juni 2017 empörte sich die »Kölnische Rundschau«:»Nach dem Libanon hat auch ein Gericht in Tunesien den US-Zu guter Letzt soll nun auch noch Disneys neuer »Winnie Puuh«-Film in China verboten werden – »weil der verfressene Honigbär dem dortigen Staatspräsidenten ähnle«. So oder ähnlich schrieben es 2018 zumindest etliche deutsche Tageszeitungen unter Berufung auf den »Hollywood Reporter« ungeprüft von einander ab. Einzige positive Ausnahme: »Deutschlandfunk Kultur«. »Es kann durchaus sein, dass es der Film nicht nach China schafft«, präzisierte der öffentlich-rechtliche Sender: »Dann geht es ihm so, wie fast allen ausländischen Filmen. China hat nämlich eine strenge Quote, pro Jahr dürfen nur 34 ausländische Filme in den chinesischen Kinos laufen. Das ist der Hauptgrund, weshalb die meisten Filme aus dem Ausland keine Zulassung für den chinesischen Markt bekommen. Da mag Ideologie dabei sein. Es geht aber auch schlicht darum, die Marktbedingungen für die chinesische Kultur zu verbessern. Ein anderer Disney-Film wurde dieses Jahr ebenfalls abgelehnt.« Und bei uns? Alles noch viel scheinheiliger!

Zugegeben: Auch »mysteries« ist jede Art von Zensur zuwider.

Blieb bei ARD und ZDF bis 2011 unter Verschluss:»Raumschiff Enterprise«-Episode »Schablonen der Gewalt« von 1968.

agierende deutsche Bundesoberbehörde mit eigenem Haushalt gilt europaweit als einzigartig, was sie nicht sympathischer macht. Als eine ihrer ersten steinzeitlichen Amtshandlungen hatte das»Zensur-Gremium« nach seiner Gr ündung übrigens zwei Comics aus dem Verkehr gezogen, die als »schwerst jugendgefährdend« taxiert wurden: »Der kleine Sheriff« sowie zwei Tarzan-Heftchen (»Ergebnis einer entarteten Phantasie«). Jane im kurzen Höschen durfte der deutschen Jugend nicht zugemutet werden – so die einhellige Meinung.

Die Marschrichtung war klar, und so setzten die Sittenwächter zu einem rechtlich verbindlichen Feldzug gegen alles vermeintlich Anrüchige an, der bis heute immer wieder für Kopfschütteln sorgt. Denn ob Buch oder Film: Was auf dem Jugend-Index landet, ist oft auch für Erwachsene nicht zugänglich, weil es in Nach 25 Jahren endlich vom deutschen Index gestrichen:»Rambo 2« (1985).

Ausgabe 6/2018 27 blieb noch bis vor wenigen Jahren (!) etwa die Folge »Weltraum- Àeber« (1968), in der Vulkanier Spock dank Schnittschere und frei erfundener neuer Synchronisation nicht an seinen sexuellen Trieben, sondern an von ZDF-Oberen kindgerecht verordneten »Fieberträumen« leidet. Ganz zu schweigen von seinem Crewkollegen »Pawel Chekov«: Dieser mutierte in der deutschen Fassung zu »Pane Chekov«, um Westbürgern keinen russischen Vornamen schmackhaft zu machen.

»Für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet«?!

Besonders bunt trieben es die Sittenwächter auch mit der»Enterprise«-Folge »Schablonen der Gewalt« von 1968, in dem Captain Kirk & Co. unverhofft auf einem Nazi-Planeten landen, um dort für Recht und Ordnung zu sorgen. Der inhaltlich harmlose 50-Minüter wurde hierzulande erst 2011 (!) vor Mitternacht zum allerersten Mal ausgestrahlt – obwohl er aus heutiger Sicht keinen müden Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Selbst der private deutsche SyFy-Channel musste vor dessen Wiederholung auf Geheiss von oben zu später Stunde unlängst noch den ZeigeÀnger erheben. »Die folgende Sendung ist für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet!«, mahnte eine sonore Stimme – während auf anderen Sendern längst ohne Warnhinweis gelogen, gezankt, gebumst oder gemordet wurde.

Noch absurder: Bis 1975 (!) mussten sich westdeutsche Kinound TV-Freunde ohne ihr Wissen mit einer »entnaziÀzierten« Fas sung des US-Antikriegsepos »Casablanca« von 1942 zufrieden geben – um 25 Minuten gekürzt. Alle Szenen mit Hinweisen auf NS-Soldaten oder den Zweiten Weltkrieg: Weggeschnitten! Der tschechoslowakische Widerstandskämpfer Viktor Laszlo mutierte darin zu einem norwegischen Atomphysiker, der »rätselhafte Delta-Strahlen« entdeckt hatte. Und dies ausnahmsweise sogar auf Veranlassung des US-Verleihers Warner Bros. »In vorauseilendem Gehorsam erledigte der Filmriese jene Zensur, die sonst durch die Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft gedroht hätte«, feixte rückblickend sogar der »Spiegel«.

Selbst die »Sesamstrasse« wurde ab 1978 in Deutschland gekürzt und stattdessen mit eigenen Beiträgen ergänzt (»Samson und Tiffy«). Der Schere zum Opfer Àel damals nicht zuletzt »Oscar aus der Mülltonne«. Zu anarchisch befanden Westdeutschlands TV-Bosse angesichts des Wirtschaftsaufschwungs: »Niemand Oscar aus der Mülltonne. »Sesamstrasse«-Foto aus den 1970ern.

der Bundesrepublik nirgendwo ausgelegt oder sonstwie öffentlich beworben werden darf – also auch nicht im Internet. Damit wachen Deutschlands Sittenwächter quasi über alle mündigen Bürger in ihrem Land und entscheiden bis heute in letzter Konsequenz, was jeder von uns zu Gesicht bekommen darf – oder eben nicht.

Mit dem Siegeszug des Farbfernsehens in den 1970er-Jahren hielt die staatliche Zensur auch Einzug ins heimische Wohnzimmer. Ab 1972 begann das ZDF erstmals TV-Folgen der US-Originalserie von »Raumschiff Enterprise« auszustrahlen. Was niemand ahnte: Fast alle Episoden wurden für das hiesige Publikum bewusst Áapsig vertont, massiv geschnitten und teilweise um bis zu 13 Minuten gekürzt. Bis zur Unkenntnis verstümmelt lebt bei uns im Dreck!« Ebenso hemmungslos verunstaltet: In Deutschland weggeschnitten: Vorspannbild aus Disneys Kinderklassiker »Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett« (1971).

Ausgabe 6/2018 Disneys farbenfrohes TrickÀlmmusical »Die tollkühne Hexe in ihrem Áiegenden Bett« von 1971 – und dies nur, weil der Film im Zweiten Weltkrieg spielt. Über 45 Minuten fehlen noch heute in der deutschen DVD-Fassung. Frei nach dem Motto: »Hauptsache, unsere Kleinen bekommen keine Nazis zu Gesicht.« Nicht weniger scheinheilig das folgende Jahrzehnt. Ex-KZ-Arzt, Embyronen-Forscher und Altnazi Hans Glaub alias Professor Carl Mortner wurde in der deutschen Fassung des Bond-Films »Im Angesicht des Todes« 1985 Áugs in »Jan Kopersky« umbenannt,»der als gebürtiger Pole früher für den KGB arbeitete«. Mordlustige deutsche Terroristen unter »Hans Gruber« im US-Klassiker»Die Hard – Stirb langsam« wiederum mutierten 1988 in unseren Kinos zu radikalen europäischen Terroristen unter Anführer»Jack«. Ebenso dreist geschnippelt wurde im selben Jahr bei der SAT1-Erstausstrahlung der uralten»Enterprise«-Zeitreisefolge»Griff in die Geschichte« aus dem Jahr 1967: Eine Nazi-Parade fehlte darin komplett, ebenso wie weitere Dialogzeilen von Spock und Kirk, so dass viel Wissen um eine positiv thematisierte »Friedensbewegung« verloren ging.

Selbst »Magnum« musste bluten In die Röhre guckten am Fernsehen derweil auch Fans der amerikanischen Detektiv-Serie »Magnum« (1980–1988): Bei ihrer deutschen Erstausstrahlung liess die ARD alle eingekauften Episoden mit Tom Selleck kürzen und unzählige antiamerikanische Bezüge zum Vietnamkrieg herausschneiden oder zugunsten der Vereinigten Staaten politisch verharmlosend umsynchronisieren. Mangels Internet, das es damals noch nicht gab, ahnte niemand etwas davon. »Unzensiert« war »Magnum« bei uns erst ab 1996 zu sehen! Nicht etwa im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – sondern auf dem Privatsender RTL, in weitaus korrekterer Synchronisation-Fassung.

Nichts Neues auch in der Gegenwart: Woody Allens Oscar-Klassiker »Stadtneurotiker« von 1978? Zu jeder Sendezeit ungekürzt, aber immer noch in verfälschter deutscher Synchronisation – ohne Hitler- 1996 nur massiv gekürzt zu sehen. Gags.»Jäger des verlorenen Schatzes« (1981) im TV-Nachmittagsprogramm? Um bis zu sieben Minuten gekürzt! »Jäger des verlorenen Schatzes« am Abend? Immer noch gekürzt, aber diesmal nur an wenigen Stellen – ebenso wie aberhunderte anderer Meisterwerke längst vergangener Jahrzehnte. Und dies obwohl unsere Jugendlichen an freien Nachmittagen kaum noch vor der Flimmerkiste sitzen, sondern lieber gamen, chatten oder sonstwie aufs Handy starren.

Fast schon abstrus muten denn auch die Begr ündungen der Bundesprüfstelle (BJPM) in ihren (vertraulichen!) Bulletins an, wenn es darum geht, Fehlentscheide aus der Vergangenheit zu revidieren – und Kino-Klassiker nach jahrzehntelangem Verbot öffentlich wieder freizugeben, KZ-Arzt oder KGB-Pole? »Bond«-Bösewicht Carl Mortner (1985).

was längst alle paar Monate geschieht. Haarsträubendes Beispiel der Neuzeit: »Im Februar 2008 wurde der Film ›Dirty Harry kommt zur ück‹ aus dem Jahr 1983 von der Indexliste gestrichen. Das Gremium sah die darin enthaltenen Gewaltdarstellungen nicht länger als verrohend an und verneinte dar über hinaus das Vorliegen einer Propagierung von Selbstjustiz.« Nicht minder kurios folgendes BJPM-Statement: »Im Oktober 2008 wurde der französische ErotikÀlm ›La Bête – Die Bestie‹ von 1975 aus der Liste gestrichen. Der Inhalt des Films war nach Auffassung des Gremiums unter besonderer Ber ücksichtigung der künstlerischen Aspekte nicht mehr als sexualethisch desorientierend anzusehen.« 2015/2016 schliesslich wurden auch die bis dahin verbotenen KultÀlme »Tanz der Teufel« (1985) und»Mad Max 1« (1980) endlich vom deutschen Index entfernt.

»Ich weiss genau, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht!« Auch die beliebte Vietnamkriegkritische US-Kultserie »Magnum« mit Tom Selleck und John Hillerman war im deutschen TV bis»Casablanca« (1942): Der US-Kultfilm war in Deutschland bis 1975 nur in einer um 25 Minuten verstümmelten Fassung zu sehen.

Begründung: Ihr Inhalt »wirkt nach heutigen Massstäben weder Matthau, James Steward oder Charles Bronson, die im Zweiten verrohend noch zur Gewalttätigkeit anreizend«.

Weltkrieg ebenso unfreiwillig an die Fron t beordert wurden. Im Ebenso scheinheilig: Seit bekannt wurde, dass der 2008 ver- Gegensatz zu deutschen Schauspielern wurde kein einziger von storbene und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete ihnen deswegen je öffentlich gebrandmarkt. Oh scheinheiliges Schauspieler Horst Tappert ab 1940 in jungen Jahren bei der Kanonenrohr!

Waffen-SS gedient hatte, bleiben über 280 »Derrick«-Folgen beim ZDF im Giftschrank. Demnach müssten ab sofort auch Fil-»Endlich ist die Jugend gerettet!« me von Hardy Krüger oder alle Bücher von Günter Grass boykot- Damit es ebenfalls nicht vergessen geht: Nach wie vor nur in tiert werden. Weil beide ebenfalls bei der SS Dienst tun mussten.

kastrierter Nachkriegssynchronisation auf DVD angeboten wird Mittlerweile fordern extremistische Kreise in den USA bereits in der Bundesrepublik auch Hitchcocks Klassiker »Über den das Verbot des Klassikers »Vom Winde verweht« (1939) Dächern von Nizza« (1955). Alle Hinweise auf die französische – weil darin aus heutiger Sicht die Skla-»Résistance« sucht man darin vergeblich. Und statt einen »deutverei gloriÀziert wird. Fehlt nur noch, schen General« zu erwürgen, fängt Cary Grants Haushälterin dadass Feministen dieser kruden Lorin einen »Löwen mit blossen Händen«. Dennoch heisst es im gik folgend sämtliche Hollywood-Deutschen Grundgesetz unter »22. Artikel 5« ebenso hübsch wie Blockbuster von Sex-Lüstling Harunzutreffend: »Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichtervey Weinstein ins Visier nehmen stattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine – oder Humor-Ikone Loriot ebenfalls Zensur Àndet nicht statt.« vom Bildschirm verbannt wird, weil Wie feixte bereits Erich Kästner in der »Münchener Illustrierer in jungen Jahren an ten« vom 4. Februar 1950 hinsichtlich des bevorstehenden »Geder Ostfront mit dem setzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften« und Eisernen Kreuz 1.

der Gründung der Bundesprüfstelle BPJM trefÁich: »Ich will mir, und 2. Klasse ausgebevor man mir’s umbindet, kein Feigenblatt vor den Mund nehzeichnet wurde und men! Wenn's schon nicht gelingt, die tatsächlichen Probleme zu im KriegsÀlm»Der lösen – die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsfrage, den Lastenauslängste Tag« einen Nagleich, das Wohnungsbauproblem, den Heimkehrerkomplex, die zi-OfÀzier verkörperte.

Steuerreform – dann löst man geschwind ein Scheinproblem. Ganz zu schweigen Hokuspokus – endlich ein Gesetz! Endlich ist die Jugend geretvon Hollywood-Haudegen tet! Endlich können sich die armen Kleinen am Kiosk keine Aktwie Ernest Borgine, Walter fotos mehr kaufen und bringen das Geld zur Sparkasse.« ■

TV-Zensur – Abbildung 2
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Die Vergänglichkeit war Anton Bruckner (1824–1896) ein Gräuel. Drei Jahre vor seinem Tod verfügte der heute verehrte, doch von zeitgenössischen Kritikern mitunter heftig gescholtene Komponist, posthum einbalsamiert zu werden.

Nach wie vor liegt sein in Formalin getränkter Körper in der Stiftskirche St. Florian bei Linz in einem Sarkophag unterhalb der Orgel. 1996 jedoch war es um die prominente Mumie alles andere als gut bestellt. Gnadenlos nagte der Zahn der Zeit an ihr. »Sie musste von Schimmelpilz befreit, gereinigt und wieder neu eingekleidet werden, um weiterhin in der Kirche ruhen zu können«, erinnert sich der Anthropologe Bruno Kaufmann gegenüber »mysteries«.

100 Jahre nach seinem Tod ging der Komponist deshalb nochmals auf Reisen. Nicht etwa im Leichenwagen samt Sicherheitseskorte – sondern klammheimlich, versteckt im Kofferraum eines Privatautos. Die postmortale Reise führte Bruckner von Österreich über die Grenze in die Schweiz. Genauer gesagt nach Aesch, einem Vorort von Basel. Dort leitete Kaufmann bis 2013 ein renommiertes Anthropologisches Institut, das auf Gebeine aller Art spezialisiert war.

»Als wir mit Bruckner fertig waren, sah er wieder aus wie neu«, schmunzelt der heute im Ruhestand lebende Leichen-Spezialist. Noch gut erinnert er sich an die kuriosen Umstände der Überführung: »Um kein böses Blut bei den österreichischen Kollegen zu schüren, hatte alles diskret und im Verborgenen zu geschehen.« Lediglich die Grenzbehörden waren über den heimlichen Leichentransport informiert.

Und so kutschierte Kaufmann den berühmten Toten in einer regelrechten Nacht- und Nebelaktion im Kofferraum seines Toyotas durch die Lande. Am österreichischen Zoll verlor er unerwartet Stunden, so dass er spätabends noch ein Hotel suchen musste – ebenso wie eine abschliessbare Garage.

»Schliesslich sollte niemand merken, welch heikle Fracht da im Fond meines Autos lag.« Dank gelungener Rettungsmission ruht Anton Bruckner seit April 1996 nun wieder an seinem angestammten Platz in der Stiftskirche: Um eine unerhoffte Reise reicher, dank»Frischzellenkur« aus der Schweiz dezent aufgehübscht, von einem örtlichen Prälaten erneut eingesegnet – und anschliessend wieder beigesetzt.

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Bruckner: Posthume Spritztour in die Schweiz – und zurück – Abbildung 2
Bruckner: Posthume Spritztour in die Schweiz – und zurück – Abbildung 3

nicht der Wandergruppe zugeordnet werden konnte, sondern vielmehr an Militärstiefel erinnerte.

Selbst an den gerichtsmedizinischen Untersuchungen hat der Forscher einiges auszusetzen. Die Lage und das Verletzungsbild der Toten seien falsch interpretiert worden: »Keine der vier Leichen, die im Februar/März 1959 am Cholat Sjachl entdeckt wurden, wies die Haltung eines frierenden Menschen, etwa in Embryonalstellung, auf, wie in der Wissenschaft beschrieben. (…) Alle vier lagen in voller Grösse ausgestreckt da, Djatlows Pelzweste stand offen und war in Richtung Achseln hochgeschoben, zwei von drei Knöpfen seines Hemds standen offen (während die Manschetten zugeknöpft waren!).

Wenn man dazu die Position der LeichenÁecken ber ücksichtigt, die in keiner Weise der Lage der Toten bei ihrem Fund entsprachen, dann hätten die Ermittler zwangsläuÀg zu dem Schluss kommen müssen, dass die Haltung der Verstorbenen und die Lage ihrer Körper verändert wurden, bevor die Totenstarre eintrat. Die leeren Taschen der Kleidung der Wanderer wecken zudem den Verdacht auf eine Durchsuchung nach dem Tod. All dies entsprach nicht dem klassischen Bild eines Erfrierungstodes.« Und weiter: »Die ande- Letzte Ruhestätte. Grabstein der tödlich verunglückten Russen in Jektarinburg.

Ortsschild von Krasnogorsk.

Rechts die Strasse ins benachbarte Dörfchen Kalachi.

Ziel sind zwei benachbarte Ortschaften, die vor Jahren Schlagren vier Wanderer starben allesamt an den Folgen physischer Gewalt, die bei praktisch allen von derselben Art war. Thibeaux-Brignolles Kopf sowie Dubininas und Solotarjows Rippen wurden durch Stösse mit dem Knie gebrochen, während Kolewatows rechtes Ohr einen heftigen Schlag mit einem Gegenstand erhielt, der die Haut durchstiess und bis zum Knochen vordrang.

Der Grösse der Verletzung nach zu urteilen, könnte sie von einem Pistolengriff herr ühren…« Und das schauderhafte Äussere der Toten?

Zusammenfassend bemängelt Rakitin, dass die damaligen Ermittler, aber auch heutige Untersucher übersahen, »dass praktisch alle Teilnehmer der Djatlow-Gruppe körperliche Verletzungen aufwiesen«, auch wenn diese nicht lebensgefährlich waren.

»Gewöhnlich werden die schweren Verletzungen von Thibeaux-Brignolle, Solotarjow und Dubinina erwähnt, Àndige Forscher murmeln noch etwas von Slobodin, doch alle verschweigen, dass auch alle anderen Leichen Verletzungen aufwiesen.« Kurz: Sämtliche Wanderer wurden heftig verpr ügelt, und zwar noch beim Zelt. »Die Verletzungen lassen sich nicht anders erklären.« Was das schauderhafte Äussere der Toten betrifft, gibt der Autor dagegen Entwarnung: Die schwärzliche Haut sei nur scheinbar ungewöhnlich: »Die Körper lagen fast einen Monat im Freien und waren dabei nicht immer von Schnee bedeckt. Die freiliegenden Teile waren einem Gerbungsvorgang ausgesetzt. Und schliesslich (das ist das Wichtigste!) waren alle Fl üssigkeiten im Organismus gefroren, es bildeten sich Mikroeiskristalle, die bei ihrer Ausdehnung die intrazellulären Strukturen zerstörten.« Es spreche in der Tat viel dafür, dass es sich beim bis heute zumeist als »Unglück« titulierten Djatlow-Vorfall »wohl eher um eine Geheimdienstoperation während des Kalten Kriegs gehandelt haben dürfte, bei der mindestens sechs unschuldige junge Menschen zu Tode gekommen sind«, ist auch der erwähnte deutsche Geheimdienst-Insider Jürgen W. Schmidt überzeugt. »Weder für den KGB noch für seinen westlichen Gegner war diese Operation ein Ruhmesblatt, so dass man wohl auf beiden Seiten, stillschweigend und nach getätigter Fehleranalyse, den Fall in den Archiven versenkte.« Und dies bis zum heutigen Tag.

Am 31. März 1959 ereignete sich in Sachen Djatlow-Drama erneut Ungewöhnliches: Auf der Suche nach den anfangs Februar Verschollenen sichteten mehrere Mitglieder der Rettungsmannschaften ein UFO! Augenzeuge Valentin Jakimenko beschrieb das Ereignis in seinen Erinnerungen: »Fr üh am Morgen war es noch dunkel. Der Diensthabende verliess das Zelt und sah eine leuchtende Kugel, die sich über den Himmel bewegte. Er weckte alle. Zwanzig Minuten lang beobachteten wir die Bewegung der Kugel (oder Scheibe), bis sie hinter dem Berghang verschwand. Diese Erscheinung versetzte alle in Aufruhr. Wir waren überzeugt, dass der Tod der Djatlow-Gruppe etwas damit zu tun hatte.« Das Erscheinen eines UFOs gab den Ermittlungen eine unerwartete Richtung, konstatiert auch Buchautor Aleksej Rakitin. »Jemand erinnerte sich, dass bereits fr üher Feuerbälle in diesem Gebiet beobachtet worden waren.« Und tatsächlich gibt es weitere Augenzeugen, die in jenen Wochen ebenfalls kuriose Phänomene beobachten konnten. So zitiert der Autor einen namentlich aufgeführten Wanderer:»Im Zusammenhang mit dem Sterben der Djatlow-Gruppe muss ich von der ungewöhnlichen Himmelserscheinung erzählen, die wir bei unserer Wanderung am 17. Februar 1959 auf den Wasserscheidegraten der Fl üsse Sewernaja Toschemka und Wischai beobachteten. Gegen 7:30 Uhr morgens weckte mich ein Schrei des Diensthabenden, der das Frühstück zubereitete: ›Leute! Schaut! Was für eine seltsame Erscheinung!‹ Ich sprang aus dem Zelt und sah am Himmel einen grossen hellen Fleck. Er vergrösserte sich. In seiner Mitte erschien ein kleiner Stern, der anzuwachsen begann. Er bewegte sich von Nordosten nach Südwesten und Àel auf die Erde. Dann verschwand er hinter dem Grat und dem Wald und hinterliess am Horizont einen hellen Streifen.« Überirdische Erscheinungen? Im ersten Fall zumindest nicht ausschliessbar. Im zweiten Fall wohl eher nur verheimlichte Leuchtmunition, ein Raketenstart oder andere geheime militärische Aktivitäten – im Zusammenhang mit dem verunglückten KGB-Manöver?

UFO-Erscheinung? Raketen-Start? Oder Leuchtspur-Munition? – Abbildung 2
UFO-Erscheinung? Raketen-Start? Oder Leuchtspur-Munition? – Abbildung 3
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UFO-Erscheinung? Raketen-Start? Oder Leuchtspur-Munition? – Abbildung 5

Wollte Mahler den Tod austricksen? Spukt es in Schuberts Geburtshaus? Bringen Offenbachs Werke Unglück? Hatte Paganini seine Seele dem Teufel verkauft? Und weshalb fürchtete sich so mancher Meisterkomponist vor der Zahl 9? Ein Blick in die Musikgeschichte offenbart Unheimliches.

seiner Wiener Wohnung Zeuge des verheerenden Ringtheaterbrandes. Dies, nachdem er sich kurz zuvor entschieden hatte, der dortigen Aufführung von »Hoffmanns Erzählungen« nicht beizuwohnen, weil er sich »unwohl fühlte«.

Nicht viel besser erging es dem Musikgenie Gustav Mahler (1860–1911). Als ihm bewusst geworden war, dass er an seiner neunten Sinfonie arbeitete, bekam es der Künstler laut dem Komponisten Arnold Schönberg ebenfalls mit der Angst zu tun. Denn, so Schönberg 1912 in seiner Gedenkrede: »Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Diejenigen, welche eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe. Vielleicht wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer von denen, die sie wissen, die Zehnte schriebe. Und das soll wohl nicht so sein.« Der Fluch, der manchen seiner Vorgänger ereilte, war Gustav Mahler wohlbekannt, und als abergläubischer Sensibler fürchtete er je länger je mehr, dass es auch ihn treffen würde. Verzweifelt suchte er einen Ausweg. Da kam ihm die Idee, sein kommendes Opus »Das Lied von der Erde« zu nennen. Obwohl eine Sinfonie, weigerte er sich beharrlich, diese auch als solche zu bezeichnen. Die Selbstüberlistung half ihm aber ebenfalls nicht. Als Mahler an die Arbeit zu seiner zehnten – oder nach eigener Rechnung neunten – Sinfonie ging, segnete auch er das Zeitliche.

Das gleiche Schicksal ereilte wenige Jahrzehnte später Ralph Vaughan Williams (1872–1958): Den englischen Komponisten verliess die Lebenskraft exakt ein Jahr nach seiner neunten »E-Moll-Sinfonie«. Ebenso Jean Sibelius aus Ausgabe 6/2018 Ausgabe 6/2018 ind Sie abergläubisch? Dann beÀnden Sie sich in bester Gesellschaft. Denn bei der Zahl 9 schreckt so Smancher klassische Komponist selbst heute noch zusammen. Seinen Anfang nahm der vermeintliche Fluch mit Ludwig van Beethoven (1770–1827). Als der begnadete Musiker in Wien starb, hatte er insgesamt neun klassische Sinfonien zu Papier gebracht. Die zehnte hatte er begonnen, konnte sie jedoch nicht mehr vollenden. Der Tod war ihm zuvorgekommen.

Beethoven war nicht der einzige klassische Komponist, der nach seinem neunten Opus verstarb. Sein damals ebenso verehrter deutscher Nachfolger Louis Spohr (1784–1859) zog kurz vor seinem Ableben seine zehnte Sinfonie zwar noch zurück, konnte dem Sensemann mit diesem »Trick« aber ebenfalls nicht entrinnen.

Bereits mit 31 Jahren segnete der geniale Franz Schubert (1797–1828) das Zeitliche – kurz nach Beendigung seines fragmentarischen »Sinfonie-Entwurfes D-Dur«. Je nach Zählweise von Experten also nach Vollendung seiner achten, beziehungsweise neunten »Sinfonie C Dur«. Auch Antonín Dvořák (1841–1904), den in Prag verstorbenen Komponisten, ereilte der Fluch. »Aus der Neuen Welt« war seine neunte und zugleich letzte Sinfonie.

Der Oberösterreicher Anton Bruckner (1824–1896) verstarb noch vor Vollendung seiner neunten Sinfonie. Dies nach einem schrecklichen Erlebnis, das ihm derart zusetzte, dass er fortan an schlimmen Träumen und Phobien litt. So wurde der Komponist am 8. Dezember 1881 aus dem Fenster Finnland (1865–1957): Seine achte Sinfonie blieb aus perfektionistischen Gründen unvollendet, wobei es sich unter Mitzählung von »Kullervo« eigentlich bereits um seine neunte gehandelt hatte.

Auch der russisch-deutsche Pianist und Komponist Alfred Schnittke (1934–1998) starb noch während der Vollendung seiner neunten – oder je nach Zählung zehnten Sinfonie.

Weitere Komponisten der Neuzeit teilten ein ähnliches Schicksal: Peter Mennin, Roger Sessions, Egon Wellesz, Alexander Glasunow oder David Maslanka. Alles nur purer Zufall? Statistische Zahlenspielereien? Oder vielleicht doch unheimliches Schicksalsspiel höherer Mächte, deren Tun wir bis heute nicht verstehen, wie es anlässlich Mahlers Beerdigung bereits der oben erwähnte österreichisch-amerikanische Komponist Arnold Schönberg anklingen liess?

Kurioses Detail am Rand: Schönberg – ErÀnder und Verfechter der so genannten Zwölftonmusik – fürchtete sich seinerseits geradezu panisch vor der Ziffer 13, ebenfalls einer Eingebung folgend. »Geboren am 13. September 1874, richtete er sein ganzes Leben so ein, dass er die 13 möglichst vermied«, erinnerte der Schweizer Theologe Hans Küng 2012 in einer Rede in Luzern: »Nie sass Schönberg in einer 13. Reihe, Termine für den 13. verschob er oder sagte sie ab. Bei der Oper ›Moses und Aron‹ liess er im Titel lieber ein A von Aaron weg als 13 Buchstaben im Titel zu dulden. Den 13. Juli 1951 verbrachte der herzkranke ›Zwölftöner‹ denn auch in grosser Unruhe, erst nach Mitternacht soll er sein Schlafzimmer aufgesucht haben.« Dummerweise war Arnold Schönbergs Uhr im Wohnzimmer der Zeit voraus, wie sich später herausstellen sollte. Und so verschied der abergläubische Komponist im Alter von 76 Jahren (Quersumme 13) noch am 13. Juli 1951, rund 13 Minuten vor Mitternacht – und dies ausgerechnet auch noch an einem Freitag. Exakt so, wie es ihm seine allerschlimmsten Befürchtungen diktiert hatten.

Der Fluch Der neunten Sinfonie – Abbildung 2
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Bis heute unter Verschluss bleiben auch etliche deutsche »VorbehaltsÀlme« von 1937 bis 1945, weil sie nach wie vor »kriegsverherrlichend, rassistisch oder volksverhetzend« oder auch »antibritisch oder antisowjetisch« seien. Öffentlich gezeigt werden dürfen derlei Streifen nur »samt historischer Einführung sowie einer Diskussion mit fachkundigem Leiter«. Dies im Gegensatz zu modernen US-PropagandaÀlmen wie »Top Gun«, »Air Force One« oder »Pearl Harbor«, die regelmässig im TV zu sehen sind.

Wie viele deutsche »VorbehaltsÀlme« die 1966 von der Bundesregierung ins Leben gerufene Friedrich-Murnau-Stiftung in Wiesbaden immer noch unter Verschluss hält? Und wie die Kriterien lauten, nach denen dort über Verbot oder öffentliche Freigabe besagter Machwerke entschieden wird? Dies wollte »mysteries« genauer wissen – und erntete aus Wiesbaden trotz höÁicher journalistischer Anfrage leider nur reichlich verstockte Antworten.

Eine verlässliche AuÁistung aller einst von alliierter Seite ausgesonderten deutschen SpielÀlme erhielten wir selbstverständlich nicht. »Rund 40 Filme fallen unter den Begriff VorbehaltsÀlme, z.B. ›Jud Süss‹, ›Hitlerjunge Quex‹, ›Kolberg‹, ›Ohm Krüger…«, antwortete Vorstand Ernst Szebedits auffällig wortkarg. Und weiter: »In Deutschland gibt es keine Zensur. Es gibt auch grundsätzlich keine rechtlich relevanten Kriterien, abgesehen von z.B.

den üblichen gesetzlichen Regelungen bezüglich Gewaltverherrlichung, Antisemitismus, Rassismus und der Nutzung nationalsozialistischer Symbole etc., die genannte Filme als VorbehaltsÀlme deÀnieren, das ist eine inhaltliche Entscheidung.« Will heissen: Die Wiesbadener Kuratoriumsmitglieder – ausschliesslich Regierungsvertreter und Film-Mogule – fällen ihre Entscheidungen nach willkürlichem, persönlichem Gutdünken. Oder wie sich Szebedits ebenso schwammig zitiert sehen möchte, »auf der Grundlage historisch-wissenschaftlicher Untersuchungen und moralischer Kriterien« – was auch immer derartige Floskeln konkret bedeuten mögen. Alles klar? Überhaupt nicht.

Kontraproduktive MystiÀzierung Bereits vor Jahren mahnten selbst geistreiche jüdische Köpfe wie Moshe Zimmermann von der Hebrew University of Jerusalem: »Besagte VorbehaltsÀlme werden heute keinen Zuschauer zum Nazi und Antisemiten machen, der nicht schon vorher einer war.« Kommt dazu, dass so manche der rund 40 besagten»Giftschrank«-Streifen international längst via Amazon, Youtube oder Google Video verfügbar sind. Warum also durch »Verbote« in Deutschland absichtlich mystiÀzieren, was für jüngere Generationen sowieso keinen Reiz mehr hat?

Umso »dankbarer« müssen »mysteries«-Leser übrigens sein, dass uns die Murnau-Stiftung überhaupt Rede und Antwort stand. Denn wie Ernst Szebedits in Bezug auf seine spärlichen Zitate in einem Akt moralischer Überheblichkeit fast schon arrogant nachschob: »Grundsätzlich stimmen wir einer Veröffentlichung unserer Angaben nur zu, wenn die Fragen deutlich machen, dass eine fachgerechte Auseinandersetzung mit der Materie zu erkennen ist, was mir hier zu fehlen scheint.

Dieses komplexe Thema erfordert üblicherweise ein ausführliches Gespräch.« Wetten, dass uns eine vollständige Liste aller deutscher »VorbehaltsÀlme« samt detaillierter Verbotsbegründung auch mündlich nicht genannt, geschweige denn zur öffentlichen Publikation freigegeben worden wäre?

lb. ■

◄ Weltweit frei erhältlich – nur in der Bundesrepublik weiterhin verboten: Deutsche »Vorbehaltsfilme« mit Heinrich George oder Gustaf Gründgens.

Ausgabe 6/2018 31

Umstrittene »VorbehaltsÀlme«: Immer noch unter Verschluss – Abbildung 2
Umstrittene »VorbehaltsÀlme«: Immer noch unter Verschluss – Abbildung 3
Umstrittene »VorbehaltsÀlme«: Immer noch unter Verschluss – Abbildung 4
Umstrittene »VorbehaltsÀlme«: Immer noch unter Verschluss – Abbildung 5
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Umstrittene »VorbehaltsÀlme«: Immer noch unter Verschluss – Abbildung 7

bis meine Frau zu mir sagte: »Guck doch ebenfalls mal nach oben!« Dort schob sich ein grosses dreieckiges Fluggerät mit runden orangen oder roten Lichtern an den Ecken ganz langsam in die Woltern Höhe schwebte und etwa 15 Meter von uns entfernt war, etwa zehn Minuten lang. Danach beschleunigte es plötzlich und verschwand mit einer unglaublichen Geschwindigkeit in Richtung Zürich.

Als meine Mutter und ich es beobachteten, hatte uns Frau Luthiger, die damalige Hauswartin, aus ihrem Küchenfenster zugerufen und uns gefragt, ob wir wissen, was das für ein seltsames Ding sei. Leider ist die gute Dame schon seit einigen Jahren verstorben. So bleiben die einzigen Zeugen jenes Ereignisses inzwischen meine Mutter und ich.

Da meine Mutter mittlerweile allerdings gesundheitlich sehr angeschlagen ist, und ich nach über zwanzig Jahren wieder genau in jenes Quartier zurückgekehrt bin, ist das Bedürfnis in mir gewachsen, diese Geschichte weiterzugeben. Ich habe sie in den vergangenen Jahren mit Vorsicht ab und zu erzählt und mir dabei stets nur Hohn und Spott eingeheimst.

Seit jenem Nachmittag hoffe ich auf eine erneute Sichtung. Leider ist mir diese bis heute verwehrt geblieben.

Thomas Jendt (CH) Hinweis in eigener Sache Leider haben wir in unserer Ausgabe Nr. 5/2018 einen Fotohinweis vergessen. Das Bild auf Seite 24 rechts oben wurde uns freundlicherweise vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau zur Verfügung gestellt.

kendecke hinein.

Leider habe ich mir das Datum und die Uhrzeit nicht genauer gemerkt – ich versuche bis heute noch immer, das herauszubekommen. Aber das haben ganz sicher mehrere Leute gesehen. Auf jeden Fall war auch diese Ausgabe von »mysteries« wieder ein sehr interessantes Heft!

Rainer Lippert (D) Es war im Hochsommer, ungefähr 1994, im Schweizer Ort Cham. So genau weiss ich das Jahr leider nicht mehr. Aber ich weiss, dass ich damals zwischen 14 und 16 Jahre alt war. Ich bin mit meiner Mutter mit dem Auto am späten Nachmittag nach Hause gekommen. Es war heiss und es herrschte klares, wolkenloses Wetter. Von unserem Parkplatz aus waren es nur wenige Schritte ums Haus herum zum Eingang.

Unser Haus war das letzte im Quartier und grenzte an eine grosse Wiese.

Und dort schwebte »es« in der Luft: Eine knapp 50 Zentimeter Durchmesser grosse Scheibe. Wie zwei aufeinandergeklebte Radkappen. Das Ding machte einen pfeifenden und sirrenden Ton, eher leise, und drehte sich um sich selber. Dabei schimmerte und glänzte es, als wäre es aus reinem weissem Licht. Wir beobachteten das Objekt, das in rund zehn Me-

Grosses dreieckiges Fluggerät

»Tausende von Einträgen listet Google mittlerweile allein beim UFO-Suchbegriff ›Flying Triangles‹ auf. Die meisten betreffen unerklärliche Sichtungen dreieckiger Phantom-Flugkörper ab den 1980er-Jahren. Was steckt dahinter? Ausserirdische? Besucher aus der Zukunft? Oder experimentieren die USA seit Jahrzehnten heimlich mit fremdartiger Technologie? Mysteriöse Geschehnisse rund um die militärische Air Base von Ramstein lassen aufhorchen.« (»mysteries« Nr. 5/2018) Diese dreieckigen PhantomÁugkörper sind offensichtlich keine Seltenheit. Vor einigen Jahren (es muss um 2010/2011 gewesen sein) habe ich meine Frau aus Berlin-Friedenau abgeholt, so gegen 17:00 Uhr. Es war ein teilweise sonniger Tag mit vielen grauen Wolken.

Vor uns stand eine Gruppe von Männern und Frauen, die alle nach oben schauten. Für mich war klar, die gucken, ob es bald zu regnen anfangen wird –

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Verbotene Geschichte von A bis Z: – Abbildung 2
Verbotene Geschichte von A bis Z: – Abbildung 3
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»Guten Tag!«, heisst es derweil wie immer in der »Tagesschau«, ehe man uns erklärt, dass es einmal mehr kein guter Tag war.

Selbstverständlich »wird Deutschland vorerst keine Waffen mehr

Politisches Leergut: Wohin mit all den Flaschen?

Wie kommt es, dass am Ende des Geldes immer so viel Monat übrig bleibt? 13 Millionen deutsche Bürger sehen sich gemäss dem Statistischen Bundesamt nicht mehr in der Lage, einen einwöchigen Urlaub ausserhalb ihres Zuhauses zu Ànanzieren. Die Obdachlosenzahlen in Merkels Reich explodieren. Und dies in ei nem Land, wo selbst das notgedrungene Sammeln und Einlösen von PfandÁaschen preussisch reglementiert bleibt. Wer damit als SteuerpÁichtiger an der Armutsgrenze pro Jahr mehr als 256 Euro erzielt, hat laut BundesÀnanzhof »die kompletten Einnah men« zu versteuern. Gipfel der Ironie: »Werbungskosten können von den Einnahmen abgezogen werden.« Konsequenz: Der Marktwert der Bundesregierung liegt im Keller. Aktueller Tiefstand: Rund 2.40 Euro – 16 mal Flaschenpfand! 709 weitere abgeordnete Flaschen im Berliner Bundestag steigern die Wertschätzung nur unwesentlich. Kommt dazu, dass ihre fachgerechte Entsorgung zunehmend Probleme bereitet, wie ein Experte jüngst am TV dozierte:»Formen und Grössen sind mittlerweile derart verwirrend, dass die meisten Flaschen in Deutschland dort landen, wo man nichts mit ihnen anzufangen weiss.« Selbst grüne, »umweltfreundliche MehrwegÁaschen lassen sich nicht mehr daran erkennen, dass auf ihnen ein Pfandbetrag liegt, denn seit 2003 gilt auch auf EinwegÁaschen ein Pfand.« (www.mehrweg.org) Bezeichnend: Für die grössten Flaschen gibts gar kein Geld zurück! »Flaschen aus dem Ausland wiederum werden meist nicht zurückgenommen, bei gleicher Gestalt mit deutschen StandardÁaschen jedoch oft automatisch akzeptiert.« (Wikipedia) Und braune Flaschen? Bleiben ebenfalls Dauerthema: »Während Scherben von grünem Glas als Rohstoff für die Wiedergewinnung hohe Toleranzen an Fehlfarben zulassen, dürfen sie für braunes Glas oder weisses Glas nur wenig Fremdanteile enthalten«, so das Landratsamt Altötting.

Zugegeben: Als ich ein kleiner Junge war, glaubte ich allen Ernstes, dass Erwachsene einen Knall haben. Heute weiss ich, dass ich Recht hatte. Täglich schmieren wir uns aluminiumhaltige Deos unter die Achseln, obwohl dies Krebs fördert. Täglich schrubben wir unsere Zähne mit Paste, die schädliches Titandioxid oder das Desinfektionsmittel Triclosan enthält (Colgate), das in Putz mitteln längst verboten ist. Täglich verwöhnen und vergiften wir unsere geliebten Katzen und Hunde schleichend mit überteuer tem Tütenfutter, das viel zu viel Salz, Zucker, Mineralien oder Ac rylamid beinhaltet. Gleichzeitig gönnen wir uns als ernährungs bewusste Tierfreunde vermehrt »Vegi-Wurst«, für deren Eiklar etliche Fabrik-Hühner elend verenden mussten. Zu dumm, dass wir zu dumm sind, um unsere Dummheiten zu erkennen.

an Saudi-Arabien liefern«, liess Angela Merkel nach dem jüngsten Meuchelmord der Öl-Prinzen verlauten. Will heissen: Sobald Gras über die Affäre gewachsen ist, wird die bezahlte Restlieferung ebenso selbstverständlich portofrei nachgeliefert. Auf Wunsch auch in neutraler Verpackung. Im schiesswütigen New York wiederum konnte im Oktober zum ersten Mal seit 25 Jahren (!) ein Wochenende ohne Mord und Totschlag verzeichnet werden. »Darauf kann Amerika stolz sein!«, jubelte Polizeichef James O'Neill euphorisch, ehe er eilends wieder in Deckung ging. Für Statistiker: Pro Jahr ereignen sich weltweit eine halbe Million vorsätzliche Tötungen. Dazu kommen jährlich rund 160'000 Kriegsopfer. Zu wenig, um die Bevölkerungsexplosion zu mindern. Zu viel, um das Interesse von Ausserirdischen zu wecken. Und die Hoffnung? Stirbt zuletzt. Auch Quallen haben laut unseren Biologen schliesslich 500 Millionen Jahre lang ohne Gehirn überlebt.

Was machte 2018 sonst noch Schlagzeilen? Die Geschichte wiederholt sich: Datenleck bei Facebook. Datenleck bei Google.

Datenleck bei Amazon. Datenleck bei WhatsApp. Datenleck bei Uber. Datenleck bei Adidas. Datenleck bei Snapchat. Datenleck bei Adobe. Datenleck bei Telekom. Datenleck bei British Airways.

Datenleck bei Cathay PaciÀc Airways. Datenleck bei Apple. Datenleck bei Spotify. Datlenleck bei GMX. Datenleck bei Swisscom.

Datenleck bei VW, Toyota und Tesla. Datenleck bei Samsung.

Bleibt die gute Nachricht: Selbstverständlich sind Ihre persönlichen Kundendaten nach Aktualisierung aller Passwörter und Updates ab sofort wieder hundertprozentig sicher! Zumindest bis morgen – wenn das nächste Sicherheitsupdate folgt.

Und irgendwo da draussen will ein westlicher Waffenhändler sein Erspartes auf einer saudi-arabischen Bank anlegen. »Wie viel Geld möchten Sie denn einzahlen?«, fragt ihn der Kassier. Flüstert der Mann verstohlen: »10 Millionen Euro.« Darauf der Bankangestellte mit einem breiten Lächeln: »Sie können ruhig lauter sprechen. Bei uns in Saudi-Arabien ist Armut keine Schande!« Luc Bürgin (Herausgeber)

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Es ist eines der wohl heissesten Eisen der Kirchengeschichte: Gab es im 9. Jahrhundert eine deutsche Päpstin, die sich als Mann verkleidet auf den Thron in Rom schmuggelte? »Alles Legende«, winken Historiker ab. Nun hat ein Schweizer Wissenschaftler neue Belege für das PontiÀkat der geheimnisvollen Frau aufgespürt und zusammengetragen. Muss die Fachwelt umdenken?

von Jan Fischer

Verheimlicht: Die deutsche Päpstin – Abbildung 2
Verheimlicht: Die deutsche Päpstin – Abbildung 3
Verheimlicht: Die deutsche Päpstin – Abbildung 4

Im Wiener Geburtshaus von Franz Schubert (1797–1828) in der Nussdorferstrasse 54 sollen sich bis heute seltsame Dinge ereignen. Jeweils um den 19. November, dem Todestag des Komponisten, setze ein eigenartiges Klopfen in den ehemaligen Wohnzimmern des Musikers ein, weiss die örtliche Stadtführerin Gabriele Lukacs zu berichten. »Manchmal meint man auch ganz leise Harfenklänge zu vernehmen – wie aus weiter Ferne kommend, aber doch immer wieder zwischen den Klopfgeräuschen zu hören.« Die Klopfgeräusche muteten seltsam an, »nicht so als würde beispielsweise dreimal an eine Türe gepocht«, präzisiert die Wienerin, die das Phänomen schon mehrmals persönlich zu Gehör bekam:»Vielmehr kommt das Klopfen in einer Art Musik- oder Morsetakt daher.

Mal setzt es für kurze Zeit aus, dann erklingt es überraschend wieder. Allerdings immer nur für kurze Zeit…« Meldet sich Schubert in seinem Geburtshaus aus dem Jenseits zurück?

Fast will es so scheinen. Denn just an seinem Todestag tut sich auch in der früheren Küche Seltsames – dort, wo der Meister einst das Licht der Welt erblickte und die Kohlezeichnung eines Unbekannten seit je für Verwirrung sorgt.

Lukacs: »An der rauchgeschwärzten Kaminwand erscheint dann – wie von Geisterhand gemalt – Schuberts Porträt.

Oberhalb davon eine weitere schwache Zeichnung, die den Meister darzustellen scheint. Und zwar etwa so, wie er der Nachwelt in Erinnerung geblieben ist. Mit rundlichem Gesicht und charakteristischer Nickelbrille.« (Foto unten) Vielleicht gehe ihre Fantasie am Sterbetag Schuberts mit ihr durch, »oder meine Wahrnehmung ist dann schärfer«, meint die Stadtführerin selbstkritisch, die sich beruÁich öfters im dortigen Museum aufhält. Tatsächlich aber seien an besagter Kaminwand die restliche Zeit im Jahr nur unscheinbare, dunkle Flecken auszumachen. »Leider scheint das ausser mir bis heute noch niemand bemerkt zu haben. Das ist aber auch nicht verwunderlich, da das Museum generell schwach besucht ist und der Zufall, dass man just am 19. November besonders genau auf die Kaminwand schaut, sehr gering ist.« ■

Franz Schubert: Spuk in der Küche seines Geburtshauses? – Abbildung 2
Franz Schubert: Spuk in der Küche seines Geburtshauses? – Abbildung 3