Was hat es mit dem unappetitlichen «Monsterfisch» auf sich, der am Strand von Tampa angespült worden sein soll und im Internet kürzlich für happige 600 Dollar verhökert wurde?

Aufregung beim weltweit grössten Internet-Online-Auktionisten Ebay. Anfangs Juni 2006 sorgte dort eine reichlich ungewöhnliche Fischmumie unter Interessenten für Aufregung. Ein wahrhaftes «Monster», das angeblich am Strand von Tampa (Florida) angespült worden sein soll.

Für 600 US-Dollar, wurde die Kreatur an den Meistbietenden verhökert.

Misstrauisch ging der deutsche Kryptozoologe Tobias Möser der Sache auf den Grund, denn der Fisch schien ihm anatomisch nicht geheuer. Dabei stiess er auf einen Künstler namens Juan Cabana – den «Vater» des Monsterfischs.

Cabana ist der Alptraum jedes Mystery-Forschers. Denn er produziert seine Fabelwesen gleich am Laufmeter. Kreaturen aller Art, die ebenso kontrovers wie eindrücklich sind, weil sie beim flüchtigem Hinschauen durchaus echt scheinen – es aber eben leider nicht sind. Da finden sich in seiner Kollektion etwa filmreife Meerjungfrauen aller Formen und Grössen. Aber auch täuschend echte «Minidrachen», Alien-Körper und allerlei andere schröckliche Fratzen bietet Juan Cabana feil.

Die «Zutaten» für seine Kreationen, so fand Möser heraus, besorgt sich der Künstler vornehmlich übers Internet. So ersteht er bei Ebay auch mal einen echten Pavianschädel, wenns nicht anders geht, um ihn anschliessend fachgerecht zu verunstalten.

Wer also künftig von irgendwelchen vermeintlich echten Fabelwesen hört oder liest, sollte sich auf Juan Cabanas Internet-Page (www.thefeejeemermaid.com) vorab vergewissern, dass der Künstler dabei nicht seine Hände im Spiel hatte. Ein Blick auf seine Seite lohnt sich übrigens auch so.

Faszinierend sind seine Kreaturen nämlich allemal.

red. ■

Ein Wesen mit scharfen Zähnen und Zähnen im Wasser.

Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben, in «mysteries»: Im Atommuseum Haigerloch (dessen Besuch ich nur empfehlen kann) ist nicht nur ein 1:1-Modell des Versuchsreaktors ausgestellt, sondern auch ein Originaluranwürfel (siehe Foto). Ge-Klasse!

Gratulation zur neuen Ausgabe, die in Farbe natürlich toll rüberkommt und auch wieder sehr interessante Themen enthält. Klasse!

Andreas von Rétyi (D) Gelungene Überraschung Diese Überraschung ist Ihnen wahrlich gelungen: In Farbe präsentiert sich Ihr Magazin besser als je zuvor. Alle Achtung. Wie schaffen Sie es nur, immer wieder an all die neuen Informationen zu gelangen? Weiter so!

Marc Roth (CH) Warum werden Tiere krank?

Der Bericht über «Tierkommunikation» hat mich als Hundehalterin hellhörig gemacht. Viele Besitzer «zapfen» von ihren Lieblingen leider regelmässig Energie ab, ohne es zu merken. Später wundern sie sich, warum «ihr» Tier plötzlich krank wird. Ein Tipp: Versuchen Sie sich mal für zehn Minuten ganz bewusst in Ihr Tier hineinzuversetzen. Und versuchen Sie, die Welt aus dessen Augen zu beobachten. Vielleicht geht Ihnen dann ein Licht auf, was ihm fehlt…

Anna Acklin (CH) Apropos Handy-Strahlung Zum Thema «Fliegende Handy-Antennen» (Nr. 5/2006): Der so genannte Vorteil, die Handy-Strahlung würde auf ein Tausendstel reduziert, ist so nicht richtig.

Es spielt keine Rolle, wo sich Sender und Empfänger befinden. Ob am Erdboden, in der Luft oder im Weltraum, die Intensität der Strahlung reduziert sich im Quadrat der Entfernung und natürlich auch durch Hindernisse wie Wände, Decken, Bäume, Berge und andere stehende Dinge.

Um eine Station in 20 Kilometern Entfernung zu erreichen, benötigen Sie im Gegensatz zu einer Station in etwa 2 Kilometern Entfernung nach Adam Riese 100 mal mehr Sendeleistung im Handy. In der Schweiz würde daher statt weniger eher mehr «Elektrosmog» produziert werden. Vermutlich ist das Bild zu dem Artikel etwas korrekter, hier werden nur die Sendeanlagen der einzelnen Funkzellen per Funk vernetzt. Das würde den «Elektrosmog» aber auch nicht verringern.

WLAN und auch WiMAX benutzen überdies hauptsächlich die Frequenzen der Mikrowellenherde, man sollte sich daher auch unbedingt von diesen Geräten fernhalten, wenn man Elektrosmog-Geplagter ist.

Aber nun eine noch interessante Entdeckung. Vorausschicken möchte ich folgendes: Die Karte von Piri Reis, andere alte Karten und Mythen lassen vermuten, dass es einst eine Landbrücke zwischen Südamerika und der Antarktis gab. Mit Google Earth kann man in dieser Region eine massive Zerstörung des Meeresbodens zwischen 55° und 60° südlicher Breite erkennen.

Die Zerstörung des Meeresbodens südlich von Kap Hoorn könnte durch einen grösseren Meteor hervorgerufen worden sein. Da die Breite des «Kraters» etwa 500 Kilometer und die Länge 1500 bis 2000 Kilometer beträgt, muss es sich um einen ziemlich grossen Brocken gehandelt haben, der die Erde aus dem Westen kommend am unteren Rand getroffen hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Name «Terra del Fuego» (Feuerland) für den unteren Teil des südamerikanischen Kontinents.

Dieter Preschel (D) Uran-Würfel im Museum Die Gerüchte und Fakten um Hitlers Atombombenprojekte verfolge ich seit einigen Jahren. Hier eine Ergänzung zum Bericht mäss der offiziellen Museumspublikation «Atommuseum Haigerloch – Geschichte deutscher Atomforschung, der erste Meiler, Originalberichte der Wissenschaftler» wurden, basierend auf den Angaben von Prof. von Weizsäcker und Dr. Wirtz, Hunderte von Uranwürfeln am 26. April 1945 durch eine Sondergruppe von ALSOS (GB/USA) auf dem Schlossfeld bei Haigerloch sowie Schweres Wasser in Benzinfässern im Keller einer alten Mühle in Haigerloch gefunden. Verschiedene Fotografien im Buch zeigen die Bergung der Uranwürfel (darunter auch das Bild, das in «mysteries» publiziert wurde).

Andreas Trottmann (CH) Buch-Tipp aus Luxemburg Falls Sie wirklich erfahren möchten, was sich hinter dem Geistheilen verbirgt, so möchte ich Ihnen gerne das Buch von Dave Hunt, «Die okkulte Invasion», empfehlen.

Selten hat mich ein Buch mehr fasziniert, auch wenn es meiner Meinung nach ein falsches Bild der Homöopathie zeichnet und leider nicht die Wesenveränderungen, die bei Transplantationen auftreten, zu kennen scheint. Ansonsten sollte dieses Buch ein Muss sein für jeden, der sich für die Welt jenseits des Materiellen interessiert.

M. L. (L) Hervorragend Ihre Zeitschrift ist sehr interessant, mit abwechslungsreichen Artikeln, vielen Informationen, Wissenswertem etc. Hervorragend! Ein grosses Kompliment und Lob. Ich wünsche der Redaktion weiterhin alles Gute – für viele neue Artikel.

Irene Gruber (A)

Ein Schild, das auf einem Tisch in einem Zimmer steht.
Ein großes Luftschiff, das durch einen blauen Himmel fliegt.
Der ägyptische Code von Robert Bauval
Ein Mannes Gesicht wird auf einem verschwommenen Foto gezeigt.

Der 10. Dezember 2005 stellte die Geschichte auf den Kopf: An diesem Tag gaben Experten bekannt, dass die Echtheit des umstrittenen Kensington Runestone nicht mehr angezweifelt werden kann. Damit scheint definitiv bewiesen, dass die Europäer Amerika bereits 150 Jahre vor Kolumbus erreichten.

rechteckigen, 101 Kilogramm schweren Granitbrocken, der geordnete Linien von eingemeisselten Runen aufweist: Bildzeichen in einer geschriebenen Sprache, wie sie vor tausend und mehr Jahren von den Wikingern und späteren Skandinaviern verwendet wurde.

Über ganz Skandinavien verteilt hatten die Wikinger Dutzende derartiger Runen-Steine hinterlassen. Nielsens Exemplar ist jedoch ein spezieller Fall, weil er am 8.

von Frank Joseph Das ist der schlagende Beweis, dass der Stein aus dem Mittelalter stammt!»

freute sich Richard Nielsen, ein Ingenieur der texanischen Ölindustrie aus Houston, Ende 2005 auf einer Pressekonferenz im Kensington Community Center in Minnesota.

Nielsen bezog sich dabei auf einen November 1898 nicht in Dänemark, Schweden oder Norwegen entdeckt wurde – sondern ungefähr 145 Meilen nordwestlich von Minneapolis. Also auf amerikanischem Boden, im ländlichen Kensington. Zudem unterscheiden sich die Gravierungen des Runensteins von Kensington von allen anderen bekannten Inschriften.

Gefunden worden war der Steinkoloss 1898 von einem Farmer namens Olof Ohman. Beim Umlegen eines alten Espenbaumes hatte er bemerkt, dass sich dessen Wurzeln um eine 91 Zentimeter lange, 38 Zentimeter hohe und 15 Zentimeter breite graue Steinplatte schlangen, die mit einer fremdartigen Beschriftung verziert war und rund 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche kopfüber im Boden steckte.

Ab in den Schuppen…

Nachbarn und Bekannte beäugten den seltsamen Stein noch am gleichen Tag.

Überrascht nahmen sie zur Kenntnis, dass alle Wurzeln des Baumes, vor allem die längsten, durch den Kontakt mit dem eigenartigen Stein «abgeflacht» waren – als ob letzterer seit sehr langer Zeit an dieser Stelle gelegen hätte.

Eine bedeutungsvolle Beobachtung, da es wenige Jahrzehnte zuvor, als sich die Wurzeln allmählich um den Stein zu schlingen begannen, in jener Umgebung noch keine europäischen Siedler gab.

Der Stein wurde auf einen Karren gehoben und in einem Schuppen verstaut. Erste ungenaue Kopien der Inschrift gingen an Olaus Breda, Professor für Skandinavische Sprachen an der Universität von Minnesota in Saint Paul. Weil die Inschrift in Schwedisch eingeritzt war, wie es während des hohen Mittelalters gesprochen wurde, gelang es wissenschaftlich geschulten Sprachforscher von Twin Cities erst nach einiger Mühe, die Runen-Inschrift zu entziffern.

Obwohl ihre ursprüngliche Übersetzung grundsätzlich korrekt war, entspricht die 2005 von Richard Nielsen den Medien präsentierte, neue Version wahrscheinlich eher dem eigentlichen Sinn des Originaltextes. Dieser bedeckt die vordere und eine seitliche Seite des Steines und berichtet folgendes: «Wir, acht Gotländer und 22 Nordmänner, befinden uns auf einer Eroberungs-Expedition weit westlich von Vinland. Wir hatten ein Lager bei zwei Schären, ungefähr einen Tagesmarsch nördlich von diesem Stein. Eines Tages gingen wir fischen. Als wir nach Hause kamen, fand ich zehn blutüberströmte Männer, tot. Ave Maria, erlöse uns von dem Bösen! Ich habe zehn Männer am Meer, um unsere Schiffe zu bewachen, vierzehn Tagesreisen von dieser Stelle. Im Jahre des Herrn 1362.»

«Als wir nach Hause kamen, fand ich zehn blutüberströmte Männer – tot.»

Es scheint, als ob die Runen von einem Zisterzienser-Mönch des 14. Jahrhunderts eingeritzt worden sind, der mit seinen skandinavischen Weggefährten dorthin gelangte, wo heute der mittlere Westen von Minnesota liegt.

Das in der Inschrift zitierte «Vinland» befand sich entweder in Neufundland, an einer Stelle namens L’Anse aux Meadows, wo sich früher – unbestrittenerweise – Wikinger niedergelassen hatten, oder irgendwo entlang der Küste von Maine. Die erwähnten Gotländer kamen von der schwedischen Insel Gotland.

Der kleine Hügel, auf welchem Ohman und seine Begleiter den Stein ausgruben, stand in der Tat seit 600 Jahren über Wasser. Der Wasserspiegel war damals in Minnesota höher und verwandelte die Hügelkuppe so zu der im runischen Text erwähnten «Insel» oder «Halbinsel».

Doch dann ging der Ärger los: Unmittelbar nach seiner Entdeckung wurde der Runenstein von professionellen Archäologen fast einstimmig als Fälschung abgetan, obschon die meisten von ihnen das Objekt ihrer Verurteilung nie persönlich untersucht hatten.

Obwohl Entdecker Olof Ohman Zeit seines Lebens daran festhielt, dass er das Artefakt wie beschrieben gefunden hatte, wurde er wiederholt bezichtigt, den Stein gefälscht zu haben. Weil er zufälligerweise selber ein schwedischer Immigrant war, wurde er zudem als Betrüger angeprangert, der die Geschichte zu seinem eigenen geschichtlichen Vorteil umschreiben wollte.

Die Vorwürfe liessen Olof zu einem verbitterten Mann werden. Abgestossen von der Behandlung, die ihm widerfuhr, weil er die Wahrheit erzählte, verbannte er den Runenstein in seinen Getreidespeicher.

Im Jahre 1907 übergab er das Artefakt schliesslich einem jungen Wissenschaftler: Hjalmar R. Holand. Ohman verdiente «Kensington Runestone». Heute befindet er sich im Museum von Alexandria.

kein Geld durch dieses Geschäft. Tatsächlich hatte er nie versucht, Profit aus seiner Entdeckung zu schlagen – ein seltsames Verhalten für jemanden, der als schuldig befunden wurde, eine Fälschung hergestellt zu haben…

Während der nächsten Jahrzehnte warb der junge Wissenschaftler in unzähligen Vorlesungen und in mehreren veröffentlichten Büchern für die Echtheit des Steines. Die von ihm gesammelten Beweismittel zur Echtheit des Steines begannen sowohl die öffentliche als auch die wissenschaftliche Meinung zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

«Wichtigster Fund aller Zeiten» Zuletzt wurde der Stein während fast dem ganzen Jahr 1948 stolz im bekannten Smithsonian Institut ausgestellt. Sogar der Kurator und der Direktor priesen den einst so verschmähten Runenstein von Kensington damals als das «vermutlich wichtigste archäologische Objekt, das je in Nordamerika gefunden wurde».

Im März des folgenden Jahres wurde der Stein dann wieder nach Minnesota zurückgeschickt, wo er zu Ehren der Hundertjahrfeier des Staates offiziell zur Schau gestellt wurde. Sechs Monate später brachte man ihn ins Runenstein-Mu- «Wer Seereisen nach Amerika vor Kolumbus propagiert, wird mit Ächtung bestraft.»

seum nach Alexandria, Minnesota, wo er bis heute ausgestellt ist.

Es dauerte jedoch nicht lange, bis der Grossteil der Gelehrten ihren Feldzug gegen die Echtheit des mittelalterlichen Runensteines wieder aufnahmen. Anlässlich des hundertsten Jahrestages seiner Entdeckung wurde der Runenstein sogar als das übelste Beispiel betrügerischer Archäologie im Land abgetan.

«Von Anfang an», dozierte 1986 etwa der Archäologe Erik Wahlgren, «wurde die Kensington-Inschrift von Sprachgelehrten auf beiden Seiten des Atlantiks als primitive, moderne Fälschung angesehen.»

Damals, wie auch heute noch, wurde jegliche Annahme von Seereisen nach Amerika, die vor Kolumbus stattfanden, als die schlimmste Form von Irrlehre angesehen. Gelehrte, die solche Annahmen unterstützen, werden von Berufskollegen wegen ihrer abweichenden Meinung mit Ächtung bestraft.

Häme ohne Ende Russell Fridley etwa, der frühere Leiter der Minnesota Historical Society, weigerte sich, den Stein als mehr als «ein Denkmal des überwältigenden skandinavischen Humors» anzusehen.

Und auch die Herausgeber der wichtigsten Zeitschriften plappern die «Keine- Ausländer-Vor-Kolumbus»-Theorie nach wie vor nach. Statt Nielsens Bekanntgabe, welche die mittelalterliche Echtheit des Runensteins von Kensington 2005 bestätigte, als wichtige wissenschaftliche Entdeckung zu begrüssen, schrieb etwa Laura Billings in ihrer Story auf der Titelseite der «Saint Paul Pioneer Press», dass «es wahrscheinlich leichter wäre zu beweisen, dass der Nikolaus am Nordpol wohnt.»

Ihrer gedankenlosen Äusserung ging eine Bemerkung von Jim Ragsdale voraus, der am 12. Dezember 2005 in der gleichen Zeitschrift empfahl, den Runenstein von Kensington kommerziell auszuschlachten, um leichtgläubige Touristen anzulocken.

Beide Reporter taxierten Nielsens Beweise bestenfalls als fragwürdig, so dass ihre Leser den Eindruck gewinnen mussten, nur eine Handvoll exzentrischer Amateure würden die altnordische Herkunft des Artefaktes unterstützen – im Gegensatz zu den belustigten Experten, die es offensichtlich besser wussten.

Ragsdale schlug seinen Lesern sogar vor, im Buch «Vikings:The North Atlantic Saga» (Smithsonian Institut 2000) das Kapitel 29 zu konsultieren – mit dem Titel «Die Entlarvung des Runensteines von Kensington und anderer Fundstücke».

Dumm nur, dass der Geschichtsforscher Michael Zalar im bekannten «Journal of the New England Antiquities Research Association» 37 grundlegende Irrtümer in besagter Publikation aufgedeckt hat.

Doch nun zu den neuen Fakten, welche die Echtheit der Inschrift beweisen: Im Auftrag der Direktoren des Alexandria NEUE STATISTIK ZEIGT: Geldgeber verfälschen die Resultate von Mobilfunkstudien Runenstein-Museums, Saint Paul, hat der Geologe Scott Wolter die Verwitterung der Kerben der Inschrift in den letzten Jahren ausführlich studiert und herausgefunden, dass diese vor vielen Jahrhunderten entstanden sein müssen.

Seine Prüfung enthüllt, dass die meisten wenn nicht alle Runen des Artefaktes einzeln mit einem modernen Werkzeug «nachbearbeitet» worden waren, vermutlich einige Zeit nach dem Fund des Objektes am Ende des 19. Jahrhunderts – wahrscheinlich, um die verwitterten Zeichen leichter erkennbar zu machen.

Diese Verfälschung veranlasste Skeptiker seinerseits dazu, zu erklären, dass die Inschrift erst in neuerer Zeit vorgenommen worden war. Doch Wolters mikroskopisch genaue Untersuchungen der Runen belegen nun, dass sich die modernen Kratzer über den originalen, einige Jahrhunderte früher eingeritzten Runen befinden, wie Oxidations-Rückstände beweisen, die jedes einzelne der geschriebenen Zeichen umhüllen.

Der Vergleich von verschiedenen verwitterten Zonen auf der Oberfläche des Steines weist ebenfalls darauf hin, dass die Inschrift mindestens zwei Jahrhunderte vor der Entdeckung des Objekts im Jahre 1898 entstanden sein muss. Sollte Entdecker Ohman den Stein einst tatsächlich gefälscht haben, so Wolters, dann hätte er «Mineralisierungen in den eingeritzten Runen, und zwar nachdem die Runen angebracht worden waren» und «Glimmer- Abtragungen an der Bruchseite des Steines» erzeugen müssen, um den Effekt zu erzeugen, wie er sich ihm unter dem Mikroskop offenbarte.

Alte Texte beweisen Echtheit Doch die Gegner der präkolumbianischen Authentizität des Runensteines von Kensington beharren darauf, dass gewisse Wörter, Zahlen, Satzzeichen und einzelne Zeichen der Inschrift in der skandinavischen Runensprache bis zurück in historische Zeiten nicht zu finden sind.

Zum Beispiel erscheint im Kensingtoner Text das englische Wort «from», das den Skandinaviern des 14. Jahrhunderts angeblich unbekannt gewesen sein soll.

Richard Nielsen stiess nun aber auf schwedische Manuskripte aus jener Zeit, in welchen «from» in der Tat gebraucht wird. Ähnlich verhält es sich mit dem Buchstaben «j», von dem man annahm, dass er nie als Rune erschien. Nielsen kann mittlerweile auch dazu verschiedene Beispiele aus dem 14. Jahrhundert vorweisen.

Weiter machen Kritiker geltend, dass die höchste runische Zahl 19 war. Trotzdem wird die Zahl 22 in der Minnesota-Inschrift erwähnt. Nielsen legte nun aber auch Runen aus dem 14. Jahrhundert vor, die bis zur Zahl 26 gingen.

Inschrift im «e»-Dialekt Die vielleicht verblüffendste Entdeckung von Dr. Nielsen bildet aber die Identifizierung eines «e»-Dialektes, den die Inschrift des Runensteins von Kensington aufweist. Olof Ohman, der beschuldigte Fälscher, sprach dagegen den «a»-Dialekt von Rosander; er kannte den «e»- Dialekt gar nicht. In der Tat erwähnt der Text aber eine gemischte Mannschaft von Goten, oder Männer von Gotland und der Insel Skahne, auf welcher der «e»-Dialekt gesprochen wurde.

Nicht weniger als elf mittelalterliche Runenformen auf dem Runenstein von Kensington waren den Gelehrten zu Ohmans Tagen nicht bekannt, sie erwiesen sich aber seither alle als echt. Die Runen weisen zudem handschriftliche Abkürzungen des hohen Mittelalters auf, die den skandinavischen Sachverständigen im Jahre 1898 ebenfalls noch gar nicht bekannt waren.

Fachwissenschaftler des Smithsonian Instituts prüften 24 Runenformen auf dem Stein von Kensington, die sie nie zuvor gesehen hatten, und verurteilten sie folglich als Fälschung. Nielsen weist nun aber darauf hin, dass es sich seither herausgestellt hat, dass all diese früher nicht gebräuchlichen Runenformen im Mittelalter auf der Insel Gotland in Gebrauch waren.

Mit ungefähr einem Dutzend Wörtern, die zahlreiche Fachleute als «unmöglich für das 14. Jahrhundert» einschätzten, verhielt es sich ebenso. Nielsen und seine Kollegen machten sie in erhalten gebliebenen Aufzeichnungen des mittelalterlichen Dalsland, Bohuslan und Vastergotenland ausfindig, die sich alle in der gleichen Gegend im Westen Schwedens befinden.

Geologe Scott Wolter und Ingenieur Richard Nielsen haben ihre Erkenntnisse kürzlich in Buchform veröffentlicht: «The Kensington Runestone: Compelling New Evidence» (www.kensingtonrunestone.

com). Damit dürfte nun hoffentlich ein für allemal dokumentiert sein: Kolumbus war nicht der Erste!

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Ein Gemälde eines Bootes mit Menschen in rauem Wasser.
Ein Stein in einem Glasschrank mit einer Plaque darauf.
Eine Frau spricht auf dem Handy.

Seit Monaten sind die Verbraucher in Europa von einem der grössten Lebensmittelskandale der letzten Jahre betroffen. Doch kaum jemand weiss davon. Seltsamerweise sehen unsere Behörden keinen Handlungsbedarf. Ob man hofft, dass sich das Problem von alleine löst?

IsopropylThioXanton (ITX) ist ein Farbfixierer. Er wird vor allem beim Bedrucken von Getränkekartons in der gesamten EU eingesetzt. Bereits am 21. November 2005 fand die italienische Gesundheitsbehörde Spuren von ITX in Babynahrung, die vom Schweizer Konzern Nestlé produziert wurde. Man reagierte schnell, denn bereits am nächsten Tag beschlagnahmte die Polizei die ITX-haltigen Produkte und der Nestlé-Konzern rief daraufhin die betroffene Babynahrung zurück.

Nach Angaben des Herstellers wurden zwei Millionen Liter zurückgerufen, laut Behördenangaben waren es jedoch 30 Millionen Liter. Da die betroffenen Nestlé-Produkte auch in Frankreich, Spanien und Portugal erhältlich waren, wurden sie in den betroffenen Ländern ebenfalls vom Markt genommen. Die Verpackungen der ITX-belasteten Produkte stammten von der niederländischen Firma TetraPak, was Nestlé bestätigte.

Am 25. November 2005 der nächste Schock: Nun hatte die italienische Gesundheitsbehörde nämlich auch in Babymilch von Milupa ITX-Rückstände entdeckt. Milupa erklärte in der Folge, dass ausschliesslich Kindernahrung betroffen sei, die in Kartons der Firma TetraPak ausgeliefert wurde.

Ende 2005 dann der Gipfel der Frechheit: Unter Berufung auf die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit liess TetraPak in Italien grossformatige Anzeigen schalten. Tenor: ITX sei völlig ungiftig. Die EU-Behörde reagierte prompt und stellte klar: Zwar bestehe «auf Basis der derzeit vorliegenden Informationen kein unmittelbares Gesundheitsrisiko».

Für wirklich verlässliche Aussagen sei es aber noch viel zu früh.

Behörden taten – nichts Bald wurden auch in deutschen Getränkekartons ITX-Rückstände gefunden, und bereits im Januar 2006 machte die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) Bundesminister Horst Seehofer auf die Problematik aufmerksam.

Man teilte den Behörden genau mit, in welchen Produkten man ITX-Rückstände gefunden hatte und forderte den Minister zum schnellen Handeln auf. Leider sah Herr Seehofer keinen Anlass zum Einschreiten. Auch die Tatsache, dass ITX zu keinem Zeitpunkt systematisch auf mögliche gesundheitliche Folgen untersucht wurde, schien ihn nicht im Geringsten zu stören.

Die zögerliche Behördenhaltung kommt nicht von ungefähr, denn die ITX-Problematik ist komplex. Da der Stoff mit der Druckerfarbe auf der Aussenseite der Verpackung verwendet wird, unterliegt er keinerlei gesetzlichen Bestimmungen und daher wurde er bislang auch nicht auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung hin untersucht. Bisher ist nur bekannt, dass er – Auch das noch: Obst und Gemüse voller Pestizide zumindest beim Menschen – offenbar keine erbgutschädigenden Eigenschaften besitzt.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) liegen ausser den Untersuchungen zur Erbgutschädigung bisher keine Daten über ITX vor, und somit kann das gesundheitliche Risiko unmöglich eingeschätzt werden, was aus Konsumentensicht absolut unakzeptabel scheint. Ebenso merkt das Institut an, dass beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen weit über 1000 Stoffe zum Einsatz kommen.

Anders als viele andere Substanzen, die im Lebensmittelbereich eingesetzt werden, ist die Verwendung von Druckfarben auf europäischer Ebene nicht geregelt. Gespräche zwischen dem BfR, der Kunststoffkommission und Vertretern der Druckfarbenindustrie ergaben, dass es technologisch derzeit unmöglich ist, den Übergang der Stoffe aus den Druckfarben auf die Lebensmittel zu vermeiden.

Zusammensetzung unklar Weiteres Problem: Die genaue Zusammensetzung der Druckfarben ist nicht vollständig bekannt, da die Rohstofflieferanten gegenüber den Herstellern nicht zur Offenlegung verpflichtet sind.

So sind derzeit rund 1500 verschiedene Substanzen im Einsatz und jährlich kommen rund 10 Prozent neue Stoffe dazu.

Nur weniger als ein Drittel der Substanzen wurde bislang überhaupt toxikologisch bewertet. Im Fall der restlichen liegen keinerlei Daten bezüglich Verträglichkeit und Auswirkungen auf die Gesundheit vor.

Insofern macht es sich das Bundesinstitut für Risikobewertung reichlich einfach: Da zu wenige Daten vorliegen, schiebt es die Verantwortung für die Gesundheit der Konsumenten einfach auf die Industrie ab. Und die reicht den schwarzen Peter gleich weiter. So betonte der Verband der Getränkekartonhersteller im Januar 2006, dass es sich im Fall von ITX um ein reines Problem der Firma TetraPak handle.

Besonders ärgerlich: Noch während man hierzulande über ITX beriet, wurden fleissig weiter betroffene Produkte verkauft. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. spricht in diesem Zusammenhang von einer «Entsorgung der betroffenen Fruchtsäfte durch die Kehlen der Verbraucher».

Kritik, die das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) nicht gelten lassen will. Dennoch muss man der DUH beipflichten, denn betroffene Produkte wurden nur vereinzelt aus den Verkaufsregalen geräumt: Wie einem entsprechen- «Statt einem Rückruf wurde eine Übergangszeit bis Juli 2006 definiert.»

den BMELV-Besprechungsvermerk vom 16. Februar 2006 zu entnehmen ist, erfolgten von den betroffenen Bundesländern keine Rückrufe von ITX-Verpackungen – im Gegensatz zu Italien.

Stattdessen wurde eine «Übergangszeit» von Januar bis Juli 2006 definiert, nach der ganz auf ITX verzichtet werden sollte.

Statt ITX setzte die Industrie in diesem Zeitraum nun DITX ein – das ITX sehr verwandt ist. Der Trick funktionierte prima, denn nun konnten Verpackungen guten Gewissens als «ITX-frei» angepriesen werden. Somit gelangte ab Januar 2006 offiziell nur noch «ITX-freie» Ware in den Handel. Leidtragende waren – einmal mehr – die Konsumenten.

Schweiz ebenfalls betroffen Nicht besser sieht es übrigens in der Schweiz aus, auch wenn die Problematik öffentlich bislang kaum thematisiert wurde: Wie im Mai 2006 bekannt wurde, konnten ITX-Rückstände mittlerweile nämlich auch in eidgenössischen Lebensmitteln nachgewiesen werden – namentlich in Milch und Fruchtsäften.

Dies bestätigte der Genfer Kantonschemiker Patrick Edder nach Recherchen des Westschweizer Fernsehens.

Wie aber gelangen die Druckfarben-Bestandteile überhaupt in die betroffenen Lebensmittel? Dazu Pius Kölbener vom kantonalen Amt für Lebensmittelkontrolle in St. Gallen: «Das Molekül, ein so genannter Photo-Initiator, verwendet man beim Bedrucken von Kartonverpackungen. Werden danach Lebensmittelkartons gestapelt, berühren sich Aussen- und Innenseite. So gelangt der Stoff auf die Innenseite und nach dem Abfüllen schliesslich in die Lebensmittel. Dabei werden diese kontaminiert.»

Offiziell setzen TetraPak und Elopak (ein weiterer Verpackungshersteller) für ihre Farbaufdrucke seit Dezember 2005 kein ITX mehr ein. Bis aber sämtliche im Umlauf befindlichen Lebensmittelverpackungen tatsächlich ITX-frei sind, dürfte es mit Sicherheit noch eine Weile dauern, wie der Fall Schweiz zeigt.

Konsumenten kann deshalb zur Zeit nur geraten werden, vorläufig so gut wie möglich auf flüssige Lebensmittel zu verzichten, die in handelsüblichen Tetra-Kartons angeboten werden. Neben Milch und Fruchtsäften betrifft dies vor allem Rahm und Tomatensaucen.

Jens Brehl ■

Eine Frau in einem Labormantel und Sicherheitsbrillen, die in einem Wissenschaftslabor arbeitet.

MINI-KREATUREN GEBEN FORSCHERN IMMER MEHR RÄTSEL AUF

Neue Laboranalysen des mysteriösen «roten Regens», der 2001 über Indien niederprasselte, offenbaren biologische Zellen, wie sie die Wissenschaft noch nie zu Gesicht bekam. Und: Noch immer lässt sich keine DNA nachweisen, wie Dr. Godfrey Louis gegenüber «mysteries» bestätigt. Bahnt sich eine Sensation an?

Bereits der Titel des Artikels lässt aufhorchen: «Das Phänomen des roten Regens von Kerala und sein möglicher extraterrestrischer Ursprung». Was folgt, sind 16 A4-Seiten, gespickt mit blitzsauber recherchierten wissenschaftlichen Daten – die unser Verständnis der Biologie revolutionieren könnten. Publiziert wurde der kontroverse Fachaufsatz unlängst in der angesehenen Wissenschaftszeitschrift «Astrophysics and Space Science» – von Godfrey Louis und A.

Santhosh Kuma (Vol. 302, Seiten 175- 187, 2006).

Worum es darin geht? Um jede Menge Glasfläschchen, die eine äusserst mysteriöse rote Flüssigkeit bergen. Eine Flüssigkeit, die von lebenden Organismen nur so wimmelt. Genau genommen: Von Zellstrukturen, wie sie auf der Erde bislang noch niemand zu Gesicht bekommen hat.

Eine astreine Sensation – wenngleich sie deutschsprachige Medien bislang völlig verschlafen haben.

Begonnen hatte alles am 25. Juli 2001, als im südwestindischen Kerala auf einem Gebiet, das sich über hunderte von Quadratkilometern erstreckt, roter Regen vom Himmel prasselte (siehe dazu auch Meldung in «mysteries» 3/2006). Über zwei Monate lang trafen in der Folge ähnliche Augenzeugenberichte aus allen möglichen dortigen Ortschaften ein.

Indische Journalisten schrieben sich die Finger wund über Personen, die sich darüber beklagten, dass der Regen ihre Kleider verschmutzte. Die Intensität der Farbe war derart stark, dass manche von «Blut» sprachen, das vom Himmel gefallen sei.

Kein Wüstenstaub Wissenschaftler Godfrey Louis von der Mahatma Gandhi University in Kottayam (Kerala) war beunruhigt. Zu Recht, wie seine Analysen zeigten: Mit Wüstenstaub, wie er weltweit gelegentlich niedergeht, hatte das Phänomen nämlich nichts das Geringste zu tun, wie sich bald herausstellte.

Als der Physiker Proben der Substanz unter dem Elektronenmikroskop untersuchte, kam er vielmehr aus dem Staunen nicht mehr heraus: Die rostroten Partikel erinnerten von ihrer Form her an biologische Zellen! Noch dazu waren sie nur minim grösser als die roten Blutkörperchen im menschlichen Körper.

Auf einem Milliliter Regenwasser fanden sich durchschnittlich neun Millionen dieser roten Partikel. Interessant auch die Zusammensetzung der chemischen Elemente (getrocknete Form), wie sie die indischen Behörden 2001 publizierten: Aluminium (1%), Kalium (0,26%), Magnesium (1,48%), Calcium (2,52%), Natrium (0,49%), Eisen (0,61%), Silizium (7,5%), Kohlenstoff (51%) sowie Phosphor (0,08%).

Erstaunlich scheint hier vor allem das Aluminium, das in lebenden Zellen normalerweise gar nicht auftaucht, aber auch der äusserst gering Phosphor-Gehalt, der bei «normalen» Zellen eigentlich rund viermal grösser sein müsste.

Kein Wunder, war Louis wie vor den Kopf gestossen, als er die Partikel unter dem Mikroskop beäugte. Was er sah, widersprach sämtlichen Lehrbüchern: Nach ersten Untersuchungen liessen sich in den Proben nämlich keinerlei Zellkerne oder DNA-Spuren feststellen! Das schien umso unverständlicher, als sich die mysteriösen roten Zellen in erhitztem Wasser mun- «Selbst bei 300 Grad Celsius vermehrten sich die Zellen noch – eine Sensation!»

ter vermehrten. Noch dazu bei Temperaturen von bis zu 300 Grad Celsius.

Der Clou: Nach gängiger wissenschaftlicher Lehrmeinung können Lebensformen höchstens bei Temperaturen von maximal 130 Grad Celsius existieren.

Und: Lebensformen ohne DNA kennt die Wissenschaft erst recht nicht. Oder anders gesagt: Leben – so wie wir es heute verstehen – basiert immer auf DNA. Sollte sich Godfrey Louis’ Beobachtung also erhärten lassen, würde das unser Gesamtverständnis der Biologie von Grund auf erschüttern.

In einer Veröffentlichung vom 30.

März 2006 konnten Wissenschaftler des renommierten englischen Cardiff Centre for Astrobiology nun mit neuen Erkenntnissen aufwarten. Hintergrund: Bereits Ende 2005 hatte Dr. Louis seinem dortigen Wissenschaftskollegen Professor Chandra Wickramasinghe Proben der seltsamen Partikel ausgehändigt, um seine Analysen prüfen zu lassen.

Wickramasinghe ist nicht irgendwer: Er gilt weltweit als der führende Vertreter der so genannten Panspermie-Theorie.

Panspermisten vertreten die Ansicht, dass gewisse weltweit ausbrechende Krankheiten, Grippeepidemien eingeschlossen, von Organismen verursacht werden könnten, die aus dem Weltall stammen, sich in der Stratosphäre festigen und anschliessend auf die Erdoberfläche ergiessen.

2004 hatten der Professor und seine Cardiffer Kollegen in einem Brief an die britische Fachzeitschrift für Medizin «The Lancet» sogar die Hypothese aufgestellt, dass selbst das berüchtigte SARS-Virus ausserirdischen Ursprungs sein könnte.

Sprich: Der Erreger kurvte seit Ewigkeiten im All herum und gelangte dann über unsere Atmosphäre auf die Erde.

Ungewöhnliche Replikation Kein Wunder also, nahm sich Professor Wickramasinghe den Regenproben seines Kollegen Louis mit besonderer Die mysteriösen roten Zellen. Mikroskop-Aufnahme von Godfrey Louis.

Sorgfalt an. Ergebnis seines Teams: Es handelt sich ganz klar um biologische Zellen. In der Tat allerdings um äusserst merkwürdige: «Hochauflösende Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen haben interne Strukturen offenbart ebenso wie Beweise eines Replikationszyklus, wie er in Bakterien oder Pilzorganismen gewöhnlicherweise nicht vorkommt.»

Als Beweis präsentieren die Cardiff-Fachleute der Öffentlichkeit auf der Homepage ihres Instituts zwei der Mikroskop-Aufnahmen und kommentieren diese wie folgt: «Die erste zeigt drei Zellen mit einem Durchmesser von rund drei Mikrometern, mit dicken Zellwänden und einer Vielfalt von Nanostrukturen innerhalb der Membran, allerdings mit keinem identifizierbaren Zellkern. Offensichtliche Löcher in der Zellwand sind real. Die Zelle auf der rechten Seite hat grössere Löcher und möglicherweise ihr Cytoplasma verloren.»

Das zweite Foto zeigt eine «Zelle mit einer geschrumpften Membran, die ‹Töchter› enthält. Zwei davon haben klar definierte Zellwände, während es sich bei der dritten Struktur um eine weitere Tochterzelle handeln könnte, die sich gerade am Entwickeln ist.» (Bilder unten) Keine DNA – oder doch?

Ebenfalls überraschend: Im Gegensatz zu den ersten Untersuchungen stiessen die Forscher um Wickramasinghe nun offenbar doch auf mögliche Hinweise bezüglich DNA in den Zellen. «Allerdings konnte diese Identifikation bis jetzt noch nicht völlig bestätigt werden und könnte somit durchaus fragwürdig beurteilt werden.»

Wenn immer möglich, werde man deshalb versuchen, die vermuteten DNA-Strukturen zu extrahieren – «sofern sie denn tatsächlich vorhanden sind» – und sie genetisch analysieren.

«Aber das braucht Zeit.»

Oder wie es Wickramashinghe kurz darauf ausdrückte: «Wir haben ganz klar Proteine in diesen Zellen. Und Proteine «Dass wir derart Probleme haben, DNA zu finden, ist schon interessant…»

müssen in irgendeiner Weise codiert werden.» Man kenne hier auf der Erde nur einen einzigen biologischen Mechanismus, der Proteine codiert. Und das sei nun mal die DNA.

«Insofern bin ich persönlich davon überzeugt, dass da DNA sein muss. Aber wie verschieden sie sich im Bezug auf terrestrische DNA-Formen entpuppen wird, werden wir sehen müssen. Und: Allein die Tatsache, dass wir derart Probleme haben, eine DNA definitiv nachzuweisen, ist schon interessant…»

Im Hinblick auf Kritiker und Skeptiker ist das weitere Vorgehen für den Professor deshalb klar: «Wir müssen die Präsenz von DNA bestätigen können und Sequenzen finden, die sich klar von denjenigen bekannter irdischer Algen unterscheiden.»

Wickramashinghes wissenschaftliche Zurückhaltung kommt nicht von ungefähr. Denn selbstverständlich haben sich in der Akademiker-Gilde mittlerweile auch skeptische bis ablehnende Stimmen erhoben. Zu unglaublich scheint vielen, was Godfrey Louis behauptet. Manche mutmassen deshalb, dass der rote Regen auf Flechten zurückzuführen sei – also eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz, Grünalgen oder Cyanobakterien – die der Wind von den Bäumen in und um Kerala in den Himmel befördert habe.Von dort seien sie dann mit dem Regen wieder heruntergeprasselt.

Bereits Indiens Center of Earth Science Studies und das Tropical Botanic Garden and Research Institute hatten im November 2001 behauptet, die rötliche Färbung des Regens sei auf Algensporen zurückzuführen. Und auch Milton Wainwright von der Mikrobiologie-Abteilung der Sheffield University doppelte im Frühjahr 2006 entsprechend nach, indem er darauf hinwies, dass die Zellen zumindest «eine grosse morphologische Ähnlichkeit mit Pilzsporen» hätten.

Um derlei Theorien zu überprüfen, war Professor Wickramashinghe kürzlich extra nach Indien gereist, um vor Ort ent- 1. Cardiffer-Aufnahme. «Keine Zellkerne sichtbar.»

2. Cardiffer-Aufnahme. «Drei ‹Töchter› im Zellinnern.»

Dr. Godfrey Louis in seinem Labor. Die rötliche Färbung der «Regen-Flüssigkeit» im Glasbehälter ist deutlich sichtbar.

sprechende Flechtenproben einzusammeln. Seine Studenten verglichen die Sporen später unter dem Mikroskop mit Louis’ Regenproben.

Ergebnis: Flechten scheiden als Verursacher nach ersten Untersuchungen klar aus. Zumindest unterschieden sie sich in Erscheinungsbild und Charakteristika deutlich von den roten Kerala-Zellen. Dies bestätigt auf Anfrage von «mysteries» auch Dr. Louis: «Die Untersuchungen haben ganz klar ergeben, dass die Zellen nicht von Flechten stammen.»

Lauter Knall Tatsächlich sind die Kerala-Proben derart kurios, dass mittlerweile selbst «seriöse» Medien nicht mehr darum herum kommen, darüber zu berichten. So griff etwa CNN online am 2. Juni 2006 einen entsprechenden Artikel aus «Popular Science» auf. Einleitung: «So bizarr es scheinen mag: Die Probegläser, vollgefüllt mit trübem, rötlichen Regenwasser im Labor von Godfrey Louis könnten – tja – Aliens enthalten.»

Woher stammten die Partikel also? Fakt ist: Wenige Stunden, bevor es am 25.

Juli 2001 in Kerala erstmals «Blut» regnete, nahmen verschiedene Personen über «Explodierte damals ein Meteorit in der Atmosphäre?»

der Kottayam-Region einen lauten Knall wahr, der ihre Häuser erzittern liess. Explodierte ein Meteorit in der Atmosphäre?

Vielleicht sogar ein Stück eines Kometen, der mit ausserirdischen Mikroben übersäht war?

Durchaus denkbar, wie inzwischen auch das Fachmagazin «Astronomy» einräumt. Unter dem Titel «Bazillen aus dem Weltall?» meldete es am 21. Juni 2006: «Rötliche Regenschauer nach der Explosion eines Meteors lassen Wissenschaftler nach einer Erklärung suchen.»

Regnete es also wirklich «Aliens» vom Himmel? «Eine aussergewöhnliche Behauptung», wie Godfrey Louis zugibt.

Aber der zeitliche Zusammenhang zwischen Explosion und «Blutregen» kommt für ihn nicht von ungefähr. Und: «Nach allen bisherigen Untersuchungen können wir die Partikel immer noch definitiv keinem irdischen Ursprung zuschreiben.»

Zudem könnte die Kometen/Meteoriten-Theorie erklären, warum sich die seltsamen Mikroben selbst bei extrem heissen Temperaturen noch munter vermehren – weil sie bei ihrem Ritt durch den Weltraum weitaus extremeren Bedingungen ausgesetzt gewesen wären, als auf der Erde üblich.

Wann begann die Zellteilung?

Mysteriös – weil unidentifizierbar – bleibt bislang übrigens auch die rötliche Färbung der Zellen.

Dazu Professor Wickramashinghe vom Cardiffer Centre for Astrobiology: «Es scheint sich um irgendeine Art Pigmentierung zu handeln.

Aber wir konnten diese bislang noch nicht identifizieren.»

11./12. November Mystery-Kongress der Superlative in Interlaken Das verborgene Potenzial des menschlichen Gehirns aktivieren?

Prof. Allan Snyder, Australien Das Phänomen des «roten Regens» von Kerala Prof. Dr. Godfrey Louis, Indien Welches Lebensalter erreicht der Mensch der Zukunft?

Prof. Aubrey de Grey, Grossbitannien Xeno-Biologie und die Realität der Ausserirdischen Prof. Dr. Jack Cohen, Grossbitannien Neues über das Rätsel der Dunklen Materie Prof. Klaus Pretzl, Schweiz…und viele mehr!

Programm/Anmeldung & Infos: Mystery Park AG, PR & Media Obere Bönigstrasse 100 CH-3800 Interlaken Tel: +41 (0)33 827 57 62 Fax: +41 (0)33 827 57 58 E-mail: pr@mysterypark.ch www.worldmysteryforum.ch Ob sich die Zellen, wie von Louis behauptet, tatsächlich erst ab 300 Grad Celsisus vermehren – eigentlich eine biologische Unmöglichkeit – mag Professor Wickramashinghe zum jetzigen Zeitpunkt nicht definitiv bestätigen, wie er in einem Interview mit der Journalisten Linda Moulton-Howe unlängst betonte.

Umso mehr, als Godfrey Louis’Versuche unter extrem hohen Druck (300 Pfund pro Quadratzentimeter) stattfanden, dessen – allenfalls schützender – Einfluss auf das «Wann und wo hatten diese Replikationen ihren Ursprung?»

Zellüberleben unter extrem hohen Temperaturen experimentell noch nicht geklärt ist.

Die Proben in seinem eigenen Cardiffer Labor jedenfalls würden ebenfalls alle möglichen Arten von Replikationszuständen zeigen, betont Wickramashinghe – obwohl sie bei normaler Raumtemperatur gehalten werden: «Da gibt es Zellen ohne Tochterzellen. Andere haben eine bis fünf davon. Und dann sind da wiederum Zellen, die sich in einem Zustand der Eruption zu befinden scheinen und den Inhalt an Nachkommen freisetzen. Wann und wo hatten diese Replikationen also ihren Ursprung? Es ist sicherlich nicht in unserem Labor geschehen…»

Da die verschlossenen Regenwasserröhrchen, die er von Louis erhalten habe bereits rund fünf Jahre alt waren, vermutet Wickramashinghe, dass sich die Zellen womöglich bereits zu vermehren begannen, als sie sich noch in unseren Wolken tummelten, wenngleich äusserst langsam.

Und dass dies später in Form eines Stoffwechsels zwischen Regenwasser, den darin enthaltenen Nährstoffen und den Zellen selbst auch in den Ampullen weiterhin der Fall gewesen sein dürfte.

Extrem dicke Zellwände Wie auch immer: Das Rätsel um den roten Regen von Kerala harrt bis zum heutigen Tag immer noch einer «konventionellen» Erklärung, wie Godfrey Louis auf Anfrage von «mysteries» betont: «Tatsache bleibt, dass die Präsenz von DNA bis jetzt mit keinem Experiment zweifelsfrei bestätigt werden konnte. Ein erstes Farbstoff-Fluoreszenz-Experiment unter dem Mikroskop hat zwar Hinweise dafür geliefert. Aber dieser Test ist aufgrund verschiedener Faktoren nicht zwingend aussagekräftig.»

Dies, zumal Wickramashinghe und seine Cardiff-Kollegen, wie bereits erwähnt, ergänzend mehrere kompliziertere «PCR- Tests» durchgeführt hätten, «die aber bislang ebenfalls keinen schlüssigen Beweis für DNA erbracht haben».

Kopfzerbrechen bereiten den involvierten Forschern dabei vor allem die äusserst dicken Zellwände: Mit klassischen Methoden, wie man sie für die Extrahierung von DNA gewöhnlich verwendet, lassen sie sich unverständlicherweise nur mit allergrösster Mühe aufbrechen.

Selbst Professor Chandra Wickramashinge scheint seine anfängliche Skepsis ob der schier endlosen Kette an Merkwürdigkeiten mittlerweile fallen zu lassen, wie er kurz vor Redaktionsschluss durchblicken liess. Ebenso wie Godfrey Louis favorisiert er inzwischen die These, dass die Zellen aus dem Weltraum stammen könnten.

Dass das viele Fachkollegen nicht so recht glauben mögen, erstaunt Dr. Louis übrigens nicht im Geringsten. «Biologen fällt es halt einfach schwer, sich eine Lebensform auszumalen, die keine DNA besitzen könnte…»

Gastvortrag in Interlaken Der indische Forscher wird seine Studien über das Wachstum und die Replikation der merkwürdigen Zellen jedenfalls weiterführen, wie er der Redaktion Ende August 2006 in Aussicht stellte.

«Wir hoffen, unsere neusten Resultate bald in einem weiteren wissenschaftlichen Journal veröffentlichen zu können. Diese Organismen haben die einzigartige Fähigkeit, sich bei extrem hohen Temperaturen und Druckverhältnissen vermehren zu können. Uns ist keine irdische Lebensform bekannt, die bei derart extremen Bedingungen überleben könnte.»

Wer mehr über die rötlichen «Mini- Aliens» erfahren möchte, sollte am 11./ 12. November 2006 übrigens ins schweizerische Interlaken reisen: Am dortigen World Mystery Forum präsentiert Dr. Louis seine Forschungsarbeit erstmals einer breiteren Öffentlichkeit. Weitere Informationen dazu im Internet unter: www.worldmysteryforum.ch).

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Ein Mann in einem Labormantel schaut durch ein Mikroskop.
Eine Gruppe kleiner orangefarbene Kreise auf einer weißen Oberfläche.
Eine Zeichnung eines Kreises mit drei Kreisen darin.
Drei Kreise werden auf einem schwarz-weißen Foto gezeigt.
Ein Mann in einem Labormantel und hält ein Rohr in den Händen.
Ein Plakat für das Welt-Mystery-Forum

Als Jugendlicher «ertrank» er in der Wasserwalze eines Wehrs. Unter Wasser löste sich sein Geist vom Körper und betrachtete «von oben» die verzweifelten Rettungsversuche seiner Freunde am Ufer. Seither ist für Rudi Berner (Bild oben) nichts mehr, wie es einmal war.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Diese Frage beschäftigt die Menschen deshalb so intensiv, weil es sich dabei um eine Frage von gewaltiger Emotionalität und Tragweite handelt. Sie ist deshalb von solch einer Wichtigkeit, weil die Antwort auf die Frage, falls es sich dabei um ein «Ja» handelt, unsere Göttlichkeit bereits einschliesst.

Diese Frage, die sich der Menschheit seit Langem stellt, hat sich für mich innerhalb von wenigen Minuten geklärt. Denn ich gehöre zu denjenigen Menschen, die eine massive Nahtoderfahrung durchlebt haben. Konkret: Ich bin im Alter von 17 Jahren bei einer äusserst leichtsinnigen jugendlichen Mutprobe «ertrunken». Ertrunken in Anführungszeichen, denn ich habe das Drama ja überlebt – wenn auch auf höchst seltsame Art und Weise.

Ich werde Ihnen hier nicht bis ins letzte Detail schildern, was ich damals erlebt habe, denn es würde Ihnen, was Ihre Antwort auf die Frage nach Unsterblichkeit angeht, absolut nichts nützen. Es ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit, einem anderen Menschen allein durch Worte dessen Unsterblichkeit zu erklären oder gar zu beweisen.

Unsterblichkeit kann man nur erfahren, Worte können diese phänomenale Tatsache niemals beschreiben. Beschrieben werden können lediglich Ablauf und erfahrene Eindrücke solch eines Geschehens, jedoch nicht das unbeschreibliche Gefühl der daraus resultierenden Unsterblichkeitserkenntnis.

Über Nahtoderfahrungen gibt es sehr viel Literatur, das Phänomen solch einer tief greifenden Erfahrung haben mehr Menschen erlebt, als man gemeinhin annimmt. Alle Personen, die eine massive Nahtoderfahrung durchlebt haben, haben eines gemeinsam: Bei allen hat sich der Glaube in Wissen gewandelt, und Wissen ist absolut und somit unerschütterlich.

Wissenschaft in Erklärungsnot Interessant sind auch die krampfhaften wissenschaftlichen Erklärungen, was dieses Phänomen anbelangt. Die Schilderungen von Nahtoderfahrungen werden von den Wissenschaftlern generell damit erklärt und abgetan, dass unser Gehirn im Extremfall des nahenden Todes, bedingt Neues Buch: Eine Reise zum Gipfel der Philosophie durch Hormonausschüttung, all diese unglaublichen Phänomene erzeugt.

Als ein in diesem Fall «Wissender» kann ich über solch eine Erklärung nur müde lächeln, und alle anderen Personen, die solch ein Erlebnis hatten, sicherlich auch. In meinem Fall war die Nahtoderfahrung derart massiv, dass das wahre, bewusste ICH einen Dimensionssprung vollzogen hat. Das bedeutet, dass Sie Ihre grobstoffliche Hülle (den Körper) verlassen, und Sie sich die ganze Sache von ausserhalb betrachten können.

Die Sache wird in einem derartigen Fall, wie er mir passiert ist, nämlich beim «Ertrinken», besonders interessant, denn der eigentliche Körper ist ja unter Wasser.

Stellen Sie sich vor, Sie «ertrinken». Gleichzeitig lösen Sie sich völlig mühelos vom Körper und gelangen in eine unbeschreiblich seltsame, friedliche Umgebung. Sie sind noch vollkommen Sie selbst, und Sie können aus dieser ungewohnten Perspektive heraus das Geschehen von oben betrachten.

Sie sehen – wie es bei mir der Fall war – die Hektik und Verzweiflung von fünf Freunden und einem Fremden (Angler), die absolut nichts für Sie tun können, denn die gewaltige Wasserwalze eines unzugänglichen Wehres hält Ihren irdischen Körper gnadenlos gefangen.

Dieser Körper interessiert Sie aber nicht im Geringsten, denn es ist gar nicht mehr Ihr Körper. Ihr Körper ist ein ganz anderer – ein ungemein leichter und angenehmer. Das hektische Geschehen um Ihren irdischen Körper, der noch immer in der Wasserwalze hängt und Ihren hilflosen Freunden lähmendes Entsetzen beschert, kümmert Sie nicht mehr. Sie wenden sich vom dramatischen Geschehen ab und betrachten in aller Ruhe die seltsame Welt, in der Sie gelandet sind.

Das gewohnte Zeitgefühl ist verschwunden, und mit einem Mal stehen Sie vor einer gigantischen Leinwand.Auf dieser Leinwand läuft der Film Ihres Lebens ab. In rasender Geschwindigkeit donnern Bilder, die Ihre Lebensstationen darstellen, in chronologischer Reihenfolge über die riesige Leinwand. Es beginnt mit Bildern von markanten Lebensstationen aus Leben, die Sie weit vor Ihrem jetzigen Leben gelebt haben.

Sie können sich an alle dargestellten Begebenheiten erinnern, trotz des enormen Tempos der Projektionen. Der Film, der Ihnen gezeigt wird, endet mit dem Bild der Gegenwart. Sie sehen nochmals die Situation des Dramas, das sich gerade am Wehr abspielt, und dessen tragischer Mittelpunkt, den ihr ehemaliger Körper darstellt.

Flussaufwärts ans Ufer gespült In diesem Moment saugt Sie das dargestellte Bild förmlich in sich hinein, Sie befinden sich wieder im alten Körper, der sich noch immer hilflos in der Wasserwalze dreht. Und im gleichen Augenblick wissen Sie seltsamerweise plötzlich, wo Ihr Fehler liegt. Sie versuchen nicht weiter, wie bisher, verzweifelt nach oben zum Licht zu gelangen, sondern Sie tauchen nach unten in die Dunkelheit. Dieser Weg ist nämlich die einzige Möglichkeit, einem Wehr lebend zu entrinnen.

Sie werden 20 Meter weiter flussaufwärts ans Ufer gespült, Sie steigen völlig entspannt, ohne jegliche Atemnot und ohne auch nur einen Schluck Wasser genommen zu haben aus dem Fluss und sehen Ihre Freunde auf Sie zurennen. Sie verstehen die Aufregung und das helle Entsetzen, das Ihnen entgegenstrahlt, nicht. Denn Sie waren in Wirklichkeit am dramatischen Geschehen ja gar nicht beteiligt. Jetzt beginnt eine wilde Diskussion, denn jeder der Augenzeugen muss seine Gefühle und das soeben Erlebte irgendwie loswerden.

«Habt Ihr den Angler gesehen?»

Sie selbst sind der Ruhigste in der schwatzenden Runde und fragen irgendwann einen Ihrer Freunde: «Habt Ihr eigentlich mitgekriegt, wie der Angler dort drüben am anderen Ufer seine Angel weggeschmissen hat und wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen und ans Wehr gerannt ist, um zu helfen?»

Ihr Freund schaut Sie in diesem Moment mit einem sehr seltsamen Blick an und bemerkt: «Das kannst Du doch gar nicht mitgekriegt haben, denn Du warst die ganze Zeit unter Wasser!»

Sie selber lächeln daraufhin nur innerlich, denn es dämmert Ihnen, dass Sie das, was Sie gerade erfahren haben, Ihren Freunden mit Worten gar nicht verständlich machen können. Deshalb geben Sie Ihrem verdutzten Freund zur Antwort: «Da siehst Du mal, was man sich in gewissen Situationen alles zusammenreimen kann!»

Mit dieser Erklärung ist Ihr Freund mehr als zufrieden, man zieht sich ans Lagerfeuer zurück, öffnet ein paar Flaschen Bier und trinkt auf den glücklichen Ausgang einer überaus dämlichen Mutprobe.

Viele Berichte von Personen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, enthalten Schilderungen von Dingen und Abläufen, die sie, rein wissenschaftlich gesehen, eigentlich gar nicht sehen und erfassen konnten. Bei solchen Schilderungen sind auch die Gehirnforscher mit ihrem Latein am Ende und somit in wissenschaftlichem Erklärungsnotstand.

Und: Die meisten Menschen, die eine Nahtoderfahrung erlebt haben, sehen dieses Erlebnis als Geschenk. Sie leben danach sehr zuversichtlich und begnügen sich mit dem elitären Wissen ihrer Unsterblichkeit. Bei mir war die Sache anders, ich wollte noch sehr viel mehr vom Leben und seinen Geheimnissen wissen.

Jedoch war diese Erkenntnis eine enorm wichtige Basis für mein weiteres Leben.

Rudi Berner ■

Ein Mann lächelt für die Kamera mit blauem Hintergrund.
ein blauer Hintergrund mit den Worten auf ein Wort

MIT TERMINATOR-GETREIDE ZUR WELTHERRSCHAFT

Unbemerkt von der Öffentlichkeit probt der US-Saatgut-Riese Monsanto derzeit eine Agrar-Revolution. Ziel: Die Kontrolle über die internationale Saatgut-Produktion. Mit der Übernahme von Delta & Pine Land krallt sich Monsanto nun deren «Terminator»-Patent. Die Folgen dürften verheerend sein.

Firma, die in diesem Bereich der gentechnischen Forschung mit dem Landwirtschaftsministerium der US-Regierung zusammengearbeitet hat, Delta & Pine Land, Teil des grössten Lieferanten der Welt für patentiertes, gentechnisch verändertes Saatgut werden – der Monsanto Corporation von St. Louis, Missouri.

Die Beziehungen zwischen Monsanto, Delta & Pine Land und dem US-Landwirt- Die US-Regierung hat Forschungen im Bereich der Gentechnologie finanziert, die ihren Besitzern auf dem Markt die Macht verleiht, das Saatgut für Nahrungsmittelpflanzen ganzer Nationen oder Regionen zu beherrschen. Seit 1983 hat sie unauffällig an dieser Technologie gearbeitet. Jetzt soll die wenig bekannte schaftsministerium lassen bei genauerem Hinsehen die dunklen Schattenseiten der viel gepriesenen «Gentechnischen Revolution» in der Landwirtschaft erkennen.

Sie bestätigen den tiefsitzenden Verdacht, dass es bei dieser «Gentechnischen Revolution» nicht darum geht, «das Welthunger-Problem zu lösen», wie ihre Verfechter behaupten. Sondern darum, die Kontrolle über das Saatgut für Grundnahrungsmittel der Menschheit wie Reis, Mais, Soja, Weizen, ja sogar Obst, Gemüse und Baumwolle an private Unternehmen zu übergeben.

Sobald das Saatgut und sein Einsatz patentiert ist und von einem oder mehreren der privaten multinationalen Unternehmen des Agribusiness kontrolliert wird, können diese entscheiden, ob ein spezieller Abnehmer – zum Beispiel China, Brasilien, Indien oder Japan – das patentierte Saatgut von Monsanto oder von einem Lizenznehmer und Partner der Firmen Bayer Crop Sciences, Syngenta oder DuPont Hi-Bred International bekommt oder nicht.

Wie alles anfing Die meisten von uns kümmern sich nicht darum, woher der Mais in der Corn-Flakes-Schachtel oder der vorbehandelte Reis in der «Uncle Ben’s»-Packung im Supermarkt stammt.

Gewonnen werden derlei Produkte aus Saatgut. Das Saatgut kann sich der Bauer entweder aus der Vorjahresernte zurück behalten, um es für die nächste Ernte wieder auszusäen, oder er kann es für jede Anbauperiode von der Firma, die es vertreibt, neu kaufen.

Als Anfang der 90er-Jahre zum ersten Mal genetisch verändertes Saatgut auf dem Markt auftauchte, erlaubte dies Unternehmen wie Monsanto, DuPont oder Dow Chemicals statt chemischer Pflanzenvernichtungsmittel wie «Roundup» der Landwirtschaft patentiertes, genetisch verändertes Saatgut für die landwirtschaftlichen Grunderzeugnisse Mais, Reis, Soja oder Weizen anzubieten.

Das Perfide daran: Seit gut einem Vierteljahrhundert, konkret seit 1983, hat die US-Regierung unauffällig daran gearbeitet, ein gentechnisches Verfahren zu vervollkommnen, das die Bauern zwingt, sich in jeder Ernteperiode erneut an die Saatgutlieferanten zu wenden, um neues Saatgut zu erwerben. Derlei Saatgut lässt nur eine Fruchtfolge zu. Danach begehen die Samen aus dieser Ernte «Selbstmord» und sind nicht wieder verwendbar.

Es wurde zu Recht viel Aufhebens davon gemacht, dass derlei patentiertes «Selbstmord»-Saatgut mit der offiziellen Bezeichnung GURTs (Genetic Use Restriction Technologies) eine Gefahr für die «Terminator-Pflanzen sind genetisch so konstruiert, dass sie sterile Samen erzeugen.»

armen Bauern in Entwicklungsländern wie Indien oder Brasilien darstellt. Die dortigen Landwirte zweigen üblicherweise von der Ernte ihre Samen für die nächste Aussaat ab.

Wegen der brutalen Art und Weise, mit der es die Möglichkeit der Pflanzen zur Fortpflanzung abtötet, wird GURT-Saatgut umgangssprachlich auch «Terminator»-Saatgut genannt.

«Terminator»- Pflanzen sind genetisch so konstruiert, dass sie sterile, nicht fortpflanzungsfähige Samen erzeugen.

Durch das Einfügen einer Reihe von «Unterstützer»- und «Markierungs»-Genen und von Gen-Schaltern wird es möglich, die Fortpflanzungsfähigkeit der Samen auf molekularer Ebene dadurch anund auszuschalten, dass man die Pflanze bestimmten Chemikalien aussetzt. Die Samenkörner können dann zwar geerntet werden. Sie lassen sich aber ohne die mehrmalige Behandlung mit bestimmten Chemikalien nicht zur Aufzucht neuer Pflanzen verwenden.

Bei den ersten «Terminator»-Patenten von Delta & Pine Land und dem US-Landwirtschaftsministerium aus dem Jahr 1998 löste eine bestimmte Chemikalie einen gentechnisch eingebauten Selbstmordmechanismus aus. Auslöser ist ein Antibiotikum namens Tetracycline. Es bewirkt, dass die nächste Generation der Samenkörner biologisch tot ist.

Nationale Souveränität bedroht Dazu Harry Collins, der Vizepräsident der Firma Delta & Pine Land im Jahr 1998: «Die jahrhundertealte Praxis der Bauern, Saatgut aufzuheben, ist für Bauern der Dritten Welt von grossem Nachteil, weil sie dadurch, ohne es zu wollen, und weil sie den einfacheren Weg einschlagen, auf veraltete Arten festgelegt werden und nicht neuere produktivere Arten anbauen.» Nichts hätte weiter von der Wahrheit entfernt sein können als diese Aussage…

Kritiker wie das International Plant Genetic Resources Institute (Internationales Institut für Pflanzengenetik) bemängeln denn auch: «Die Monopolkontrolle, welche die Terminator-Technologie ermöglicht, geht weit über Patentrechte hinaus und bedroht die nationale Souveränität. Ein Patent ist ein auf Zeit beschränktes, gesetzlich bewilligtes Monopol, das von einer Regierung im Austausch für den gesellschaftlichen Nutzen gewährt wird. Im Fall der Terminator-Technik bleibt das biologische Monopol nicht auf Zeit beschränkt, und es wird nicht notwendigerweise von nationalen Regierungen genehmigt.»

Schauen wir uns die Sachlage etwas näher an: Im März 1998 erteilte das US-Patentamt Delta & Pine Land das Patent Nr. 5,723,765 – unter dem Titel «Control of Plant Gene Expression» (Kontrolle von Ausdrucksformen der Pflanzen-Gene).

Inhaber des Patents ist die Firma «D&PL gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika, vertreten durch den Sekretär für Landwirtschaft». Das Patent hat Weltgeltung. Doch weiter im Text des betreffenden Eintrags bei der Finanzbehörde: «Das Patent betrifft im breiten Sinne jede Spezies von Pflanze und Samen, sowohl transgene als auch konventionelle, es bezieht sich auf ein System zur Kontrolle der Fortpflanzungsfähigkeit des Samens ohne die Frucht zu beeinträchtigen.» Danach behauptet D&PL auf eine Weise, die an den Grossen Bruder in Orwells Roman «1984» erinnert: «Eine der Anwendungsmöglichkeiten der Technologie könnte sein, unbefugtes Aussäen von Saatgutarten mit Eigentumsvorbehalten «Zweck des Patents ist es, Bauern zu hindern, die Samen ihrer Ernte erneut zu verwenden.»

dadurch zu kontrollieren (…), dass man solche Handlungsweise unwirtschaftlich macht, weil unberechtigt zurückbehaltenes Saatgut nicht keimen wird und deswegen für die Aussaat nutzlos wäre.»

D&PL benennt die jahrtausendealte Tradition der Bauern, ihr eigenes Saatgut zurückzubehalten, wörtlich mit dem herabsetzenden Begriff «brown bagging» (so viel wie «betrügerisch einsacken, schnorren»). Als wäre das etwas Unanständiges und Korruptes!

Konkret bedeutet das: Zweck des Patents Nr. 5,723,765 ist es, Bauern daran zu hindern, wenn sie einmal dazu verführt worden wurden, transgenes oder gentechnisch verändertes Saatgut der Firmen Monsanto oder Syngenta zu kaufen, davon zu schnorren oder sich der Kontrolle über ihre künftigen Ernten seitens Monsanto und deren Freunde wieder entziehen zu können.

Mit den Worten von D&PL eröffnet ihr Patent «die Perspektive, weltweit die wichtigen Saatgutmärkte für den Verkauf von gentechnisch verändertem Saatgut bei den Feldfrüchten zu erschliessen, bei denen zur Zeit noch Samen aus der Ernte abgezweigt und als Saatgut in der nachfolgenden Anbauperiode eingesetzt wird».

Statt dessen müssen die Bauern oder die Länder, deren Bauern von patentiertem, gentechnisch verändertem Saatgut von Monsanto abhängig gemacht worden sind, jedes Jahr eine Lizenzgebühr an Monsanto entrichten, um neues Saatgut zu erhalten.

Globale Kontrolle als Ziel Mit «Terminator»-Saatgut erfüllt sich das Agrobusiness demnach den Traum, die Weltnahrungsmittelproduktion zu kontrollieren. Seine Vertreter brauchen nun nicht mehr für teures Geld Detektive anzuheuern, um auszuspionieren, ob Bauern patentiertes, gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto oder anderen Herstellern wiederverwenden – wie es etwa in den USA längst Praxis ist.

Ob der bestehenden Patentrechte für «Terminator»-Saatgut begeben sich Län- «Mon-Santo-Claus». Karrikatur über die Machtgelüste des amerikanischen Agro-Unternehmens Monsanto.

Gen-Terror: Die finsteren Pläne der Agro-Mafia Innerhalb von fünf bis zehn Jahren werden sich grosse Teile der weltweiten Nahrungsmittelversorgung in den Händen von nur vier global agierenden Grosskonzernen befinden.

Diese Firmen halten exklusive Patente auf Saatgut, ohne das kein Bauer oder Landwirt der Welt säen und später ernten kann. Es handelt sich dabei allerdings nicht um gewöhnliches Saatgut, sondern um solches, das genmanipuliert wurde. Eine besondere Entwicklung ist das «Terminator-Saatgut». Es lässt nur eine Fruchtfolge zu. Danach begehen die Samen «Selbstmord» und sind als Saatgut nicht wiederverwendbar.

Damit soll sichergestellt werden, dass Saatgut jedes Jahr neu erworben werden muss – ein Geschäft, das der Teufel nicht hätte besser erfinden können. Wird diese Entwicklung nicht aufgehalten, entsteht eine neue, bislang nicht für möglich gehaltene Form der Leibeigenschaft.

William Engdahl: «Saat der Zerstörung – Die dunkle Seite der Gen-Manipulation» Kopp Verlag, Rottenburg 2006 ISBN 978-3-938516-34-8, EUR 19.90 der wie zum Beispiel Argentinien, Brasilien, der Irak, die USA oder Kanada künftig möglicherweise also in die Geiselhaft eines privaten übernationalen Unternehmens. Wegen dessen engen Verbindung zur US-Regierung könnte Nahrung somit im Extremfall sogar als «Waffe» benutzt werden, um dem jeweiligen Land oder einer Gruppe von Ländern eine USfreundliche Politik aufzuzwingen.

In einem Interview umriss der Sprecher des US-Landwirtschaftsministerium, Willard Phelps, im Juni 1998 die US-Regierungspolitik hinsichtlich des «Terminator»-Saatguts. Er erklärte: Das US-Landwirtschaftsministerium möchte, dass diese Technologie «weit zugelassen und vielen Saatgutfirmen unmittelbar zugänglich gemacht wird». Er meinte damit die Giganten im gentechnischen Agribusiness wie Monsanto, DuPont oder Dow.

Her mit dem Patent!

Nun stellt sich natürlich die Frage: Was ist an der Firma Delta & Pine Land derart attraktiv, dass sie der US-Agro-Multi Monsanto in sein globales Imperium für gentechnisch verändertes Saatgut einverleiben will, wie dieser Tage publik wurde?

Die Antwort liegt auf der Hand. Natürlich das bereits erwähnte Patent Nr. 5,723,765, das Delta & Pine Land zusammen mit der US-Regierung hält. Das berüchtigte «Terminator»-Patent!

Hintergrund: Bereits Anfang 1999 teilte Monsanto als grösster Produzent von gentechnisch verändertem Saatgut und entsprechenden Agrar-Chemikalien mit, es habe Delta & Pine Land mit seinen «Terminator»-Patenten erworben.

Im Oktober 1999 erhob sich jedoch weltweit ein Proteststurm gegen «Terminator»-Saatgut. Folge: Monsanto versicherte nach einigem Hin und Her, kein «Terminator»-Saatgut auf den Merkt zu werfen. Der Schweizer Agro-Riese Syngenta schloss sich Monsanto an und erklärte feierlich, dass auch er aus seiner Arbeit an «Selbstmord»-Samen kein Geschäft machen würde.

Jene Erklärung von 1999 befreite Monsanto und die Firmengiganten im gentechnischen Agribusiness vom enormen öffentlichen Druck und erlaubte es ihnen, ihr patentiertes, gentechnisch verändertes Saatgut weiterhin weltweit zu verbreiten.

Die «Terminator»-Samen konnten warten. Zumindest solange, bis man die Landwirte und ganze nationale Landwirtschaftsgebiete wie Nordamerika, Argentinien oder Indien von gentechnisch veränderten Feldfrüchten abhängig gemacht hatte. Dann käme jeder Widerstand natürlich zu spät.

Heimlich weitergeforscht Es kam, wie es kommen musste: Trotz der Erklärung Monsantos, einen Entwicklungsstop von «Terminator»-Saatgut zu verhängen, weigerten sich die US-Regierung und die wieder in die Unabhängigkeit entlassene Firma Delta & Pine Land, ihre «Terminator»-Entwicklung fallenzulassen.

Vor der Weltöffentlichkeit wurde in der Folge irreführenderweise der Eindruck erweckt, das «Terminator»-Projekt sei tot.

In Wirklichkeit war es das aber ganz und gar nicht, denn die Forschung daran lief heimlich weiter. Heute, nachdem der öffentliche Aufschrei gegen die «Terminator»-Technologie längst verklungen ist, hat Monsanto die Firma Delta & Pine Land mitsamt ihren «Terminator»-Patenten nun also doch noch gekauft. Bei Redaktionschluss dieser Ausgabe, stand der Übernahmedeal kurz vor seiner Vollendung.

Mit der Unternehmens- und Finanzkraft der riesigen Firma Monsanto im Rücken ist Delta & Pine Land damit bestens positioniert, um ihre «Selbstmord»- Samen doch noch weltweit zu verbreiten.

Das Unternehmen hat mittlerweile ein riesiges Filialnetz in aller Welt gesponnen.

Dieser riesige globale Verbund – zusammen mit Monsantos dominierender Stellung auf dem Markt in Sachen gentechnisch verändertem Saatgut, Agrar-Chemikalien und dem einzigartigen Patent Nr. 5,723,765, verschafft Monsanto und seinen engen Freunden in Washington einen enormen Vorsprung.

Ihrem Ziel, die Welternährung und den Einsatz von Saatgut in absehbarer Zeit unter ihre Kontrolle zu bringen, sind die USA damit einen wichtigen Schritt näher gekommen.

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Ein Schild mit Schädel und Kreuzknochen.
Ein Mann, der einen Haufen Weizen in der Hand hält.
Ein Karikatur von einem Mann im Weihnachtsmannskostüm mit vielen Geschenken um ihn herum.
ein Plakat mit einer Tomate darauf

LIBANESISCHER CHEFARZT SCHLÄGT ALARM

Geschrumpfte Körper, unversehrte Haare und eine mysteriöse dunkle Hautfarbe: Ärzte im Libanon haben Tote in ihren Kühlhäusern, deren Aussehen sie sich nicht erklären können. Die Frage liegt auf der Hand: Benutzt Israel international geächtete Waffen?

Im Keller des Bachir-Cham-Krankenhauses in Sidon lagern acht Leichen im Kühlhaus. Sie liegen am Boden, notdürftig in schwarze Plastikfolie gewickelt.

Doktor Mansour zieht Gummihandschuhe an, bevor er eines der Pakete öffnet. Vorsichtig holt er den schwarz verkrusteten Kopf eines Mädchens hervor: Darine Kanoun, fünf Jahre alt.

Seit dem 17. Juli liegt sie hier. An diesem Tag war sie mit ihren Eltern und ihrem 15-jährigen Bruder vor den israelischen Bomben aus dem Südlibanon geflüchtet.

Die Familie wollte in das sichere Beirut, schaffte es allerdings nur bis hinter die Hafenstadt Sidon. Als sie auf der Brücke von Reimleh ankamen, donnerten israelische Flugzeuge über sie hinweg und feuerten ihre Waffen ab. Alle Insassen des Minibusses waren sofort tot.

Nun liegen die kleine Darine und ihre Familie auf dem Fliesenboden im Kühlhaus, denn weil ihre Leichen so merkwürdig aussehen, ist ein Verdacht in der Welt.

Setzt die israelische Armee auch chemische oder andere verbotene Waffen ein?

Dr. Mansour nimmt den Kopf des toten Mädchens an den Haaren und dreht ihn. «Sehen Sie, die Haare sind voll intakt», sagt er. Dann deutet er mit dem Finger auf das Gesicht. «Und hier die schwarze Hautfarbe. Das sieht aus wie Verbrennungen, aber das sind keine. Wir haben alles getestet.» Neben der Leiche des Mädchens liegt ihr blaues T-Shirt in der Plastikfolie. «Auch völlig intakt, wie die anderen Kleidungsstücke aller Leichen», fügt Mansour hinzu, bevor er die Folie wieder über das tote Mädchen legt.

«Chemische Kampfstoffe» Im Konferenzraum im ersten Stock des modern eingerichteten Krankenhauses empfängt Bachir Cham, der Chefarzt und Besitzer des Hospitals.

«Wir gehen davon aus, dass das Mädchen und seine Familie von chemischen Kampfstoffen getötet wurden», sagt Professor Cham. Er ist Herzspezialist, 58 Jahre alt. Lange Zeit hat er, Christ und Belgier mit libanesischem Hintergrund, in Paris und Brüssel praktiziert, bevor er seine Klinik eröffnete. Der medizinische Befund sei eindeutig. «Bei sechs Leichen gibt es keinerlei innere und äussere Verletzungen, in der Lunge keine Ödeme. Nur zwei Tote haben Hirnverletzungen, die ein Resultat der Explosion sind. Aber alle weisen diese seltsame schwarze Hautfärbung auf.»

Am Computer zeigt der Professor Fotos aller Leichen. Eine Erklärung hat er weder für die Hautfärbung noch für die Todesursache. Normalerweise gäbe es bei einer Bombe ein «blutiges Tartar», sagt Cham. «Zerfetzte Gliedmassen, Knochenbrüche, viel Blut.»

Aber bei diesen Opfern gebe es nichts, nicht die geringste Verletzung, und die Muskeln würden nicht steif wie bei normalen Toten. Selbst die Haare der Opfer blieben unversehrt. «Ich bin sicher, die Israelis verwenden irgendeine toxische Substanz, die vielleicht über die Haut in den Körper dringt.»

Der Befund des Leiters des Bachir-Cham-Krankenhauses in Sidon deckt sich mit weiteren Berichten aus dem Südlibanon. Das libanesische Fernsehen zeigte Bilder von 20 schwarz gefärbten Leichen in einem Minibus, der in der Nähe des Grenzdorfs Marwheen von einer israelischen Rakete getroffen wurde.

Auch in und um Tyrus, der täglich schwer bombardierten Hafenstadt im Süden, beklagen Ärzte «unerklärlich geschwärzte» Kriegsopfer. Besonders seltsam sind Berichte aus dem Regierungskrankenhaus in Tyrus. «Wir haben Opfer, die auf die Hälfte ihrer Grösse geschrumpft sind», sagte der Direktor Raed Salman Zeinedine. «Zuerst denkt man, es handelt sich um ein Kind, muss aber dann feststellen, dass es ein erwachsener Mann ist.» Über die Ursache könne man bisher aber nur spekulieren.

Professor Bachir Cham möchte diese Lücke wissenschaftlich schliessen. In Zusammenarbeit mit dem libanesischen Gesundheitsministerium und der nationalen Ärztekammer werden 24 Proben in Speziallaboren in Beirut derzeit untersucht. Demnächst sollte es konkrete Resultate geben, sagt Cham, der per Fax Kofi Annan und Javier Solana von seinem Befund aber schon unterrichtet hat. «Wir brauchen auch ein unabhängiges Urteil.»

Deutsche TV-Redakteure von «Report Mainz» haben einige der Proben mittlerweile ebenfalls analysiert. Resultat: Keine Spur von chemischen Kampfstoffen.

Doch: Ähnliche Symptome sollen bereits 2003 im Irakkrieg aufgetaucht sein, im Zusammenhang mit von der US-Armee benutzten Waffen. Das «California Center for Strategic Studies» berichtete vor kurzem von stark geschrumpften Bussen. Für Brett Wagner, Präsident des CCSS, ein ehemaliger Professor am US Naval War College, «klingt das wie eine intensive Form von Mikrowellen».

Es bestehe die Möglichkeit, «dass energetische oder modernste chemische Waffen bei diesen Angriffen beteiligt gewesen sein können», urteilt Wagner aus der Ferne. Nach Erprobung durch die US-Armee sei es kein Wunder, wenn im Libanon eine neue Generation der Mikrowellenwaffen benutzt würde. Die USA ist Israels Hauptwaffenlieferant.

Ein Sprecher der israelischen Armee weist dies aber zurück. «Wir verwenden «Für mich klingt das wie eine intensive Form von Mikrowellen…»

im Krieg gegen die Hisbollah keine Waffen, die nach internationalem Recht verboten sind, auch kein Phosphor. Wir sind der Überzeugung, dass der Einsatz solcher Waffen uns bei unserem Kampf gegen die Hisbollah keinen Nutzen bringt. Wir bemühen uns beim Einsatz unserer Waffen, dass der Zivilbevölkerung kein Schaden entsteht.»

Und auch deutsche Experten für derartige Waffen melden Zweifel an. Jan van Aken, Chef von «Sunshine», einem chemieund biowaffenkritischen Projekt, sagt, geschwärzte und geschrumpfte Leichen passten zu keiner chemischen Waffe, die man kenne, und die Frage sei auch, wieso Israel etwas anderes einsetzen solle als das, was der Rest der Welt als effektiv ansehe. Eine Ferndiagnose sei aber «ganz, ganz schwer».

Mikrowellen-Strahlen?

Mikrowellenwaffen gegen Menschen gebe es allerdings schon, bestätigt Jürgen Altmann, Physiker an der Dortmunder Universität, der als Deutschlands Experte zum Thema gilt. Die USA hätten sie als Erste entwickelt. Sie seien bisher aber als nicht tödliche Waffen gedacht, zur Auflösung gewalttätiger Demonstrationen zum Beispiel oder um Eindringlinge abzuwehren.

Das Prinzip: Extrem kurze Mikrowellen würden von einer Sendeantenne, die maximal einen Kilometer entfernt stehen kann, zielgerichtet ausgestrahlt, die Wellen würden den menschlichen Körper, genauer die ersten Zehntelmillimeter der Haut, aufheizen, bis ein Schmerz zu spüren ist.

«Die Frage ist, wann man aufhört zu heizen», sagt Altmann.

Theoretisch könnte man grossflächige, die Haut schwärzende Verbrennungen hervorrufen. Allerdings hätten die Ärzte im Libanon dies dann auch erkennen müssen, und das hätten sie ja ausgeschlossen.

Ausserdem habe diese spezielle Waffe Chefarzt Bachir Cham. «Die Israelis verwenden irgendeine toxische Substanz…»

Ein Mann in einem weißen Labormantel sitzt an einem Tisch.
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Tief im Urwald Zentralamerikas, verborgen im Tempel einer versunkenen Ruinenstadt der alten Maya, findet eine junge Frau einen Schädel aus Kristall von unvergleichlicher Schönheit und Perfektion. Ist es einer der 13 heiligen Schädel, von denen die indianische Legende sagt, daß sie das Wissen um das Schicksal unseres Planeten bergen? Wenn es gelingt, alle diese Schädel zu finden und sie zusammenzubringen, sollen sie uns die Lebensrätsel und die Zukunft der Erde enthüllen. Der Zeitpunkt scheint gekommen …!

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Ein Buchcover mit dem Titel Die Wahrheit iber die Chronik von Akakor.