Unweit seines Wohnortes fielen unserem Leser Karl Kirchhoff seltsame Veränderungen im Getreide auf. Ein Strommast scheint dort das Wachstum von Weizen zu beschleunigen: Ein Phänomen, wie es auch «Urzeit-Code»-Forscher beschreiben.
Elektrostatische Felder beeinflussen das Wachstum von Pflanzen. Bereits in den 80er-Jahren bemerkten dies die beiden Ciba-Geigy-Forscher Guido Ebner und Heinz Schürch und nutzten den Effekt für eigene Experimente («Urzeit-Code»). Speziell unter Hochspannungsmasten, so der 2001 verstorbene Schürch, lassen sich bei Spaziergängen in der freien Natur oft kuriose Veränderungen entdecken. Beobachtungen, die auch Biologie-Student Axel Schoen machte, als er an der Universität Mainz selber mit elektrostatischen Feldern experimentierte: «Ich habe mich damals oft in der freien Natur aufgehalten. Dabei fiel mir auf, dass Pflanzen unter den Kabeln von Hochspannungsleitungen anders gedeihen als in der Nachbarschaft: Die Wachstumsrate war pyramidal. Je näher die Pflanzen bei der Hochspannungsleitung wachsen, desto höher werden sie.»
Ähnliches bestätigt nun auch unser Leser Karl Kirchhoff aus Mönchengladbach: «In meiner Nähe liegt ein Weizenfeld mit normalem Wuchs», schreibt er. «Einige Meter entfernt steht im Feld ein Hochspannungsmast. Vor ihm wächst der Weizen um bis zu 20 Zentimeter höher, als auf dem übrigen Feld!» Auffällig auch die roten Mohnblumen, die dort – ähnlich wie bei gewissen «Urzeit-Code»-Experimenten – gedeihen.
Zu Analysezwecken pflückte Kirchhoff einige der «Riesenhalme». Interessant wären vor allem DNA-Tests, wie Daniel Ebner betont, der die Experimente seines Vaters nebenberuflich weiterführt und nach wie vor Sponsoren sucht. Interessenten melden sich bitte direkt bei der Redaktion (Anschrift auf S. 66).
red.
Strommast bei Mönchengladbach. Direkt beim Sockel wächst der Weizen höher.
Weizenähren. Beim Mast beträgt ihre Länge über einen Meter. Oben eine Vergleichsprobe.
Nahaufnahme: Die längeren Weizenhalme und roten Mohnblumen sind deutlich zu sehen.
Gab es eine Menschheit vor der Menschheit? In diesem reich illustrierten Buch dokumentiert Luc Bürgin, was uns Archäologen verheimlichen – von A bis Z. Rund 200 Farbfotos enthüllen kontroverse Fundstücke und gewähren neue, brisante Einblicke in verschollene Privatsammlungen und finstere Museumskeller.
Ob Fußspuren moderner Menschen vor Jahrmillionen, Saurierzeichnungen aus grauer Vorzeit oder uralte menschliche Haare, deren DNA sich keiner irdischen Rasse zuordnen lässt: Dieses Buch fördert mysteriöse Relikte ans Tageslicht, die unsere Geschichtslehrer erblassen lassen. Bizarre Zeugnisse der Vorzeit, die alles in Frage stellen, was uns in der Schule gelehrt wurde.
Wussten Sie, dass die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt aus Deutschland stammen? Wie gelangte eine Skulptur der alten Römer in ein mittelamerikanisches Grab bei Mexico City, lange bevor die Europäer Amerika entdeckten? Und wie schafften es die alten Chinesen bereits 2.000 Jahre vor uns Waffen zu verchromen, die bis heute nicht rosten?
»Die Geschichte der Menschheit muss umgeschrieben werden!«, fordert der Mystery-Jäger und Journalist Luc Bürgin und dokumentiert die provokativen Ergebnisse seiner neusten Spurensuche. Erfahren Sie, was uns Archäologen verschweigen und tauchen Sie ein in eine verbotene Welt voller historischer Unmöglichkeiten – in geheime Höhlen und Gräber, die selbst Indiana Jones alles abverlangen würden.
Staunen Sie über das Geheimnis des blauen Feuers im Jesusgrab von Jerusalem. Lassen Sie sich von magischen Ringen und Schwertern verzaubern. Halten Sie den Atem an, wenn Totenschädel zu flüstern beginnen und klettern Sie mit einem Rebellenkämpfer in die slowakischen Tatra-Berge, wo seit Jahrhunderten eines der größten Geheimnisse der Menschheit schlummert. Gemeinsam mit dem Mossad werden Sie zum Versteck der Bundeslade schleichen. Und auch die Bekanntschaft mit einer fluchbeladenen sibirischen Mumie steht auf dem Programm.
Dies ist ein Reiseführer in die Welt der verheimlichten Funde und unterdrückten Artefakte. Rund 200 Farbfotos gewähren Einblicke in das Unfassbare: kontroverse Skulpturen, die es nicht geben dürfte, steinalte Relikte, wie sie heute nur mit modernsten Werkzeugen gefertigt werden könnten oder geheimnisvolle Schriftzeichen versunkener Zivilisationen, die nicht in unser vertrautes geschichtliches Weltbild einzuordnen sind.
»Noch können wir unsere Geschichte ändern, indem wir unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis unsere Vorstellungen über sie revidieren. Das geheime Vermächtnis der Vergangenheit ist der Schlüssel zur Zukunft! « Luc Bürgin
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/verbotene-archaeologie-die-neuen-beweise-page2-1.jpg212218Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2012-05-01 12:00:002025-12-15 09:19:50Verbotene ArchäOlogie: Die Neuen Beweise!
Mischwesen im Mittelalter Gab es einst Basilisken?
Bereits ihr Blick sei tödlich gewesen: Noch vor wenigen Jahrhunderten verbreiteten Basilisken in München, Basel oder Wien Angst und Schrecken.
Seite 52 Seefahrer vor Jahrtausenden Das geheime Wissen der Urvölker Ein ostdeutscher Forscher schreibt die Geschichte um.
In seiner Doktorarbeit präsentiert er neue, erstaunliche Beweise für den prähistorischen Kulturaustausch über den Atlantik. Kolumbus & Co. kamen später – viel später
Seite 12
Spuk in Deutschland Geisterjäger öffnet sein Archiv Was tun, wenn man von Poltergeistern belästigt wird? Stimmt es, dass kein Mensch je von Geistern verletzt wurde? «mysteries» sprach mit Deutschlands bekanntestem Spuk-Forscher. Seite 34 Ausgabe 5/2012
England und osteuropäische Staaten nehmen ihre Bürger damit bereits ins Visier – und auch bei uns scheint der Einsatz nur noch eine Frage der Zeit: Mit Akustik-Waffen wollen Militär und Polizei aufmüpfige Wutbürger künftig besser auf Distanz halten und Demonstrationen auflösen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Denn die schmerzhaften Schallwellen können zu bleibenden Hörschäden führen.
ie Szenen könnten aus einem düsteren Zukunftsfilm stammen: Polizisten in Kampf-Overalls sitzen auf einem DPickup. Apokalyptisch anmutende Spezialmasken verdecken ihre Gesichter. Mit Blaulicht fährt die Spezialeinheit durch Strassen und Gassen und verbreitet dabei einen Höllenlärm.
Das markerschütternde, hochfrequente Sirren kommt aus einem seltsamen Gehäuse auf der Ladefläche des Geländewagens. Immer wieder zielen die Männer mit der trommelartigen Box auf herumstehende Demonstranten. Denen scheint der Kopf zu platzen: Erschreckt halten sie sich die Ohren zu, wenden sich mit schmerzverzerrten Gesichtern ab, sacken hilflos in die Knie oder rennen in Panik davon. Kein Wunder: Sie werden schliesslich gerade beschossen – mit Schallwellen!
Abgespielt haben sich die erschreckenden Szenen 2008 in Georgien. Doch bald könnte es auch auf westeuropäischen Strassen zu ähnlichen Szenen kommen. Denn auch hiesige Polizei- und Militärkräfte setzen zunehmend auf Akustikwaffen, so genannte «Long Range Acoustic Devices» (LRAD): Hochmoderne Schallkanonen aus amerikanischen Hightech-Waffenschmieden.
Die polnische Polizei soll sie bereits während der Fussball-Europameisterschaft bereitgehalten haben. Und erst jüngst hat das britische Verteidigungsministerium eingeräumt, etwaigen Unruhen während der Olympischen Sommerspiele in London ebenfalls mit LRADs zu begegnen.
Bereits im Mai dieses Jahres wurden bei Ernstfallübungen auf der Themse denn auch Spezialeinheiten der Königlichen Marine gesichtet, deren Schnellboote mit Schallkanonen bestückt waren.
Alles ganz harmlos, wiegelte die Einsatzleitung ab. Man wolle mittels der Schallkanonen in erster Linie den Bootsverkehr auf der Themse koordinieren. Tatsächlich eignen sich die umstrittenen Geräte auch als äusserst leistungsfähige Lautsprecher, samt Durchsagen- und Warnmodus.
In beiden Fällen können sie akustische Botschaften gezielt über extrem weite Distanzen übermitteln, im Bereich von 2100 bis 3100 Hertz, mit einem maximalen Schalldruckpegel von bis zu 150 Bei der EM und den Olympischen Spielen bereits im Einsatz.
Dezibel. Zum Vergleich: In einer lauten Techno-Disco dröhnt es schnell mal mit 100 Dezibel – direkt vor den Lautsprecherboxen! Spätestens ab 120 Dezibel empfinden viele Menschen Lärm als unangenehm und reagieren mit Unwohlsein.
Bei 130 Dezibel wird es definitiv schmerzhaft. Ein startender Düsenjet bringt es auf bis zu 140 Dezibel, in 30 Metern Abstand.
LRADs sind potenter: Beim leistungsfähigsten Modell und unter optimalen Bedingungen seien Durchsagen noch in 8,9 Kilometer Entfernung «klar verständlich», versprechen die Hersteller.
Im «Waffenmodus» dagegen malträtieren schrillere Signale bei Ausgabe 5/2012 LRAD-Einsatz in Georgien (2008). Spielen sich derartige Szenen bald auch auf unseren Strassen ab?
Heulton gegen Freibeuter. Die Geräte wurden bisher vor allem im Kampf gegen Piraten eingesetzt.
Hauptprobe für die Olympischen Spiele: Bereits im Mai führte die britische Marine auf der Themse Manöver mit einer LRAD-Schallkanone durch. (Foto: Keystone/AP) gleicher Leistung auf kurze Distanz unser Gehör derart, dass wir instinktiv flüchten. Englische Sicherheitsexperten äusserten gegenüber dem «Mirror» deshalb Zweifel an den Ankündigungen der Polizei, die LRADs während der Olympiade lediglich im Schiffsverkehr einzusetzen. Die Geräte seien in den Planspielen der Sicherheitskräfte wohl vielmehr zur «Auflösung von Menschenansammlungen» vorgesehen. Immerhin wurden die Briten bei den Vorbereitungen des Mega-Events von amerikanischen Geheimdienst- und Polizeivertretern beraten und unterstützt.
Dort hat man bereits jede Menge Erfahrung mit dem Einsatz von Akustikwaffen: So nahmen US-Polizisten 2009 Demonstranten beim G20-Gipfel in Pittsburgh mit Schallwellen unter Beschuss. Und erst Ende 2011 lösten Sondereinheiten das Occupy-Lager in der New Yorker Wall Street sowie Kundgebungen in Oakland mittels schmerzhafter Lärmattacken auf. Zuvor hatten bereits Polizeieinheiten in Kanada Globalisierungsgegner bei Grossdemonstrationen mit Schallkanonen gepeinigt.
Auch anlässlich des G8-Treffens im Mai dieses Jahres in Chicago kündigte die US-Polizei an, die Mächtigen per LRAD schützen zu wollen. Scheinheilig präsentierten die Ordnungshüter ihre neue Waffe den Medien im Vorfeld als Lautsprecher: Man wolle per LRAD mit den Demonstranten «kommunizieren».
Das war nicht einmal gelogen: Auch in New York, Vancouver, Pittsburgh und Oakland machten die Einsatzleitungen bei den Kundgebungen erst Durchsagen über LRAD. Doch danach wurden schmerzhaftere Töne verbreitet. Passanten, Journalisten Ausgabe 5/2012 und Nachbarn, ja sogar Kinder, gerieten hierbei ins Visier. Eine Anwohnerin musste mit einem Hörsturz ins Krankenhaus. Betroffene beschrieben die schrillen Töne als «nicht aushaltbar» und äusserst schmerzhaft.
Dennoch gelten die Geräte in Deutschland nicht als Waffe, wie Olaf Wiesel betont. Der Norddeutsche rüstet mit seiner Firma Sicherheitsorgane mit Spezialequipment aus und ist auch Generalvertreter der Firma LRAD in Deutschland. Die Bezeichnung «Schallkanone» findet er «schlichtweg falsch»: «LRADs sind im Prinzip grosse MP3-Player mit ausserordentlich leistungsfähigen Lautsprecherboxen», so der Geschäftsmann gegenüber «mysteries». Deshalb seien die Geräte in Deutschland frei verkäuflich – wenn auch mit gewissen Auflagen. «Schliesslich sind die Dinger ja trotzdem nicht ungefährlich», räumt Wiesel dann doch noch ein.
LRADs sind in der Bundesrepublik als Ruf- und Warngeräte eingestuft. So kann bei «Wiesel-Defence» zwar nicht jeder Bürger oder Discothekenbesitzer derlei Geräte erwerben. Doch schon für private Sicherheitsfirmen oder Unternehmen wie Reedereien fallen die Hürden. Zudem beliefert Wiesel weltweit Behörden wie Polizei, Feuerwehr und Zoll.
Friedensforscher Jürgen Altmann von der Technischen Universität Dortmund hält dagegen, dass LRADs keinesfalls nur Hochleistungs-Lautsprecher seien.
«Sie wurden in einem Waffenprogramm Befindet sich mittlerweile in den Händen der Bundeswehr: Neuer Akustikgenerator des Fraunhofer-Instituts. (Foto: Keystone/DPA) Ausgabe 5/2012 entwickelt und können auch als Waffe eingesetzt werden», kritisiert der Physiker gegenüber «mysteries». Bereits 2008 hat sich der Naturwissenschaftler in einer ausführlichen Studie über «nicht-tödliche Waffen» mit Schallkanonen auseinandergesetzt.
Sein Fazit: Die Geräte sind keinesfalls so harmlos wie von behördlicher Seite gerne versichert wird. «Im Hochleistungs-Warnmodus erreicht der Schallpegel unmittelbar vor dem System Lautstärken, die für das ungeschützte Gehör gefährlich sind», stellt Altmann fest. «Unter 50 Meter Abstand wirds kritisch.» Im Extremfall drohe bei einer derartigen Beschallung dauerhafte Schwerhörigkeit.
Kommt hinzu, dass LRAD-Apparaturen ursprünglich vor allem für den Einsatz im freien Gelände entwickelt wurden, nun aber zunehmend auch in engen Strassenzügen europäischer und amerikanischer Grossstädte benutzt werden. Häuserwände und Ähnliches verstärken ihre Wirkung dort zusätzlich, kritisieren Bürgerrechtler den polizeilichen Einsatz der Schallkanonen. Physiker Altman hält die Bedenken für berechtigt: «Mauern verursachen unkontrollierte Reflexionen der Schallwellen. Zudem sind in Städten die Abstandsmöglichkeiten zum LRAD von vornherein begrenzt.»
Ob deutsche Ordnungshüter ebenfalls schon Akustikwaffen in der Hinterhand haben, ist unklar. LRAD-Händler Olaf Wiesel schweigt bei diesem Thema: «Darüber darf ich nicht sprechen.»
Vieles spricht allerdings dafür, dass auch hiesige Sondereinheiten mit Schallkanonen ausgestattet sind – oder es zumindest zu Testzwecken waren: Schon 2007 hatte unter anderem die BILD-Zeitung behauptet, dass der damalige G8-Gipfel von Heiligendamm mit Schallwaffen geschützt werde.
Wer hat die Schallkanonen bereits – und wer nicht?
Offiziell bestätigen will dies niemand. Gegenüber «mysteries» erklärte die Bundespolizei etwa, sie besitze «keine LRADs». Allerdings habe sich die «Bundespolizei See» 2010 «im Rahmen der Piraterieprävention mit dem Thema LRAD auseinandergesetzt», so Sprecherin Silke Busskamp. «In diesem Zusammenhang wurde entschieden, dass keine Erprobungen mit LRAD oder ver- So dröhnt die Schallkanone. Je näher die Je näher die Quelle, desto schmerzhafter!
LRAD-Apparatur auf dem Autodach Startender Düsenjet: 120 Dezibel Erste Reihe im Rock-Konzert: 107 Dezibel U-Bahn: 95 Dezibel Bellender Hund: 88 Dezibel Stärke oberhalb der menschlichen Schmerzgrenze von 120 Dezibel 20 Meter 50 m200 m500 mgleichbaren Geräten in der Bundespolizei durchgeführt werden, Ein Schwerpunkt hier: «Nichtletale Wirkmittel» – konkret: «Nichtda kein einsatztaktischer Bedarf vorliegt beziehungsweise ertödliche Waffen». Der neue Akustikgenerator ist mittlerweile kennbar ist.» Ein Vertreter der Bereitschaftspolizei Baden-Würtalso fest in Händen der Bundeswehr. Doch auch dort gibt man temberg wiederum erklärte ebenfalls, dass man seines Wissens sich zugeknöpft. Telefonische Anfragen von «mysteries» wurden keine LRADs besitze und auch keine teste. Er habe auch nichts beharrlich ignoriert oder mit Verweis auf andere Dienststellen davon gehört, dass dies bei anderen Einheiten in Deutschland abgeblockt.
der Fall sei.
Unstrittig ist, dass LRADs gerade in militärischen Kreisen ein Stichprobenartig fragte «mysteries» auch in der Schweiz Polidurchaus hilfreiches Kommunikationsmittel darstellen können.
zeibehörden an, die regelmässig mit Grossdemonstrationen und Patrouillen etwa sind damit in der Lage, in heiklem Terrain be- Fussballspielen zu tun haben. «Bei uns sind LRADs derzeit kein reits auf grössere Distanz verdächtige Personengruppen anzu- Thema», erklärte der Sprecher der Stadtpolizei Zürich, Marco sprechen, um zu klären, ob von diesen womöglich eine Gefahr Bisa. Wie das in Zukunft gehandhabt werde, könne er «jedoch ausgeht. Frei nach dem Motto: Erst reden, und erst dann – vielnicht sagen». Ähnlich klingt es bei der Poleicht – schiessen.
lizei Basel-Landschaft. Sprecher Nico Bu-Medienpräsenz erhielten die Schallka-Die neue Schallkanone schauer: «Uns ist nicht bekannt, dass es nonen bisher vor allem durch ihren Einin der Schweiz ein Polizeikorps gibt, das satz im Kampf gegen Piraten. So hofften befindet sich mittlerweile im LRADs besitzt oder einsetzt.»
Soldaten und private Wachteams, damit Besitz der Bundeswehr.
Die Deutsche Marine jedenfalls nutzt afrikanische Freibeuter in die Flucht zu LRADs bereits. Und im Frühjahr 2011 gab schlagen. Bisher mit durchwachsenem das deutsche Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie Erfolg. So schrieb «Der Spiegel» bereits von «wirkungslosen High- (ICT) in Pinztal bekannt, dass es den Prototypen einer neuartitech-Waffen». Die Heulerei führe regelmässig zu einer Eskalation gen Schallwaffe entwickelt habe. Dieser «Akustikgenerator» sei der Situation, weil die Piraten auf das «Schallfeuer» mit echtem in der Lage, einen Schrillton von bis zu 130 Dezibel zu erzeugen.
Beschuss antworteten.
«Das ist etwa doppelt so laut wie ein Starfighter», konstatierten Selbst Händler Olaf Wiesel warnt: «Wenn man LRADs noch die Techniker stolz.
nicht kennt, ist das schon beeindruckend. Aber wenn der Über- «Normalerweise breitet sich der Schall kugelförmig aus und raschungseffekt erst einmal wegfällt und das Gegenüber zu alverhallt schon nach wenigen Metern», erklärte Wilhelm Eckl, lem entschlossen ist, kann das System überwunden werden.»
ICT-Abteilungsleiter für energetische Systeme gegenüber dem Auch Politaktivisten verwiesen schon auf Schwächen der Schall- «Handelsblatt». Mit dem neuen Akustikgenerator dagegen könnten die Wellen nun trichterförmig über mehrere hundert Meter «gebündelt» werden.
Akustikgenerator: Maulkorb für deutsche Forscher Vielleicht werde das Gerät von der Bundeswehr übernommen, hofften die Entwickler damals optimistisch. Die neuen Schallkanonen seien schliesslich «effizient, und mit ihnen wird niemand getötet», so das ICT. Einzige Gefahr sei, dass das Trommelfell der Betroffenen in Mitleidenschaft gezogen werden könnte…
Inzwischen will sich keiner der Fraunhofer-Forscher mehr zum Thema äussern. «Das dürfen wir nicht mehr, diese Angelegenheit ist nun Sache des WTD 52», heisst es auf Anfrage von «mysteries». Eine kurze Recherche bringt Klarheit: Hinter dem Kürzel WTD verbirgt sich niemand anders als eine Beschaffungs- und Forschungsgruppe der Bundeswehr, die «Wehrtechnische Dienststelle». Deren Abteilung «52» ist für «Schutz- und Sondertechnik» zuständig, wie aus einem internen Organigramm hervorgeht.
kanonen. Einschlägige Internetseiten empfehlen deshalb, bei umstrittenen Demos künftig auch Ohrenschützer einzupacken.
Mit denen könne der schmerzhafte Effekt der Geräte deutlich gemildert werden.
Dennoch wird an den Akustikkanonen unterdessen kräftig weiter gewerkelt. So will ein österreichisches Unternehmen Drohnen herstellen, die unter anderem mit Schallkanonen bestückt werden können. Auch diese Mini-Flugzeuge sollen in erster Linie gegen Piraten eingesetzt werden. Dass sie aber auch ein potenzielles Mittel gegen allzu aufmüpfige «Wutbürger» darstellen, liegt auf der Hand.
Friedensforscher Jürgen Altmann fordert deshalb, dass für LRADs «eine ausdrückliche Bewertung unter den Kriegsführungsregeln durchgeführt» wird. «Dasselbe gilt für die Menschenrechte oder das Verfassungsrecht für den Fall waffenartiger Nutzung durch innere Sicherheitskräfte.» Zudem müsse technisch dringend nachgebessert werden, so der Physiker. Sein Vorschlag: «Um Gehörschäden zu vermeiden, sollte ein technisches Gerät eingeführt werden, dass die Schallleistung oder dessen Dauer abhängig von der Entfernung zu der Zielperson begrenzt.»
Neben dem polizeilichen und militärischen Einsatz könnten LRADs künftig noch eine weitere Verwendung finden: Laut Firmenvertreter Olaf Wiesel wollen europäische Politiker mittels Akustikgeneratoren Schutzzonen für Off-Shore-Windparks errichten. Desorientierte, betrunkene oder eingeschlafene Schiffskapitäne sollen durch die markerschütternden Töne bereits aus grosser Distanz gewarnt werden, falls sie den Anlagen auf hoher See zu nahe kommen.
Auf diese Weise bekämen die umstrittenen Geräte doch noch eine friedliche Verwendung. Klar ist jedoch auch, dass die Konflikte zwischen Bevölkerung und Machthabern künftig wohl um einiges lautstarker ausfallen dürften.
Selbst Kinder werden mit Pfeiftönen gejagt und geplagt damit Schüler und Schülerinnen loswerden, die es wagten, auf den Eingangstreppen des Hauses zu vespern. Und in Deutschland versuchen Stadtverwaltungen, zum Beispiel Kinderspielplätze ausserhalb der Öffnungszeiten mit nervraubenden Attacken auf das jugendliche Gehör freizuhalten.
Obwohl Hersteller und Käufer immer wieder betonen, dass die «Fiepser» nicht die Gesundheit gefährden, kommen unabhängige Studien zu anderen Ergebnissen: So unterstreicht die Schweizerische Unfallversicherung, dass die Geräte bei «unsachgemässem Einsatz» – etwa einer falschen Montage – einen «bleibenden Hörverlust» verursachen können. In Deutschland warnen offizielle Stellen ebenfalls. Nach eingehender Prüfung kam die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Schluss, dass «Mosquitos» nicht nur das Gehör der Kinder schädigen, sondern auch Störungen des Gleichgewichtsinns sowie Schwindel und Kopfschmerzen hervorrufen können.
Einziger Trost: Zumindest ein paar kritische Europaparlamentarier wollen die lärmigen Dinger nun verbieten lassen.
Sie sehen durch die Boxen unter anderem die Rechte von Minderjährigen, insbesondere deren spezielles Schutzbedürfnis, gefährdet. Viele «Mosquito»-Käufer müssen ihre Terror-Piepser zudem kurz nach dem ersten Einsatz wieder abmontieren.
So auch die Baselbieter Richter. Grund: Die öffentliche Empörung über den Schall-Terror gegen Heranwachsende war zu gross.
Was nur wenige wissen: Im öffentlichen Raum werden «Schallwaffen» bei uns schon längst eingesetzt. Ausgerechnet gegen die Schwächsten: Kinder. Ein Grossteil der Gesellschaft hat dies noch nicht realisiert – weil er es gar nicht realisieren kann!
Den Schmerz produziert eine kleine Box (Bild rechts), die jeder irgendwo aufhängen kann. Die perfiden Geräte tragen den harmlos klingenden Namen «Mosquito» – weil sie ähnlich den Insekten einen Pfeifton absondern. Das «Fiepsen» der maschinellen Plagegeister bewegt sich dabei allerdings in einem extrem hohen Frequenzbereich, bei rund 16 Kilohertz.
Erwachsene ab etwa 25 Jahren können diese Töne altersbedingt nicht mehr hören. Jüngere dagegen umso besser. Sie empfinden die Beschallung als äusserst unangenehm, fast schon schmerzhaft. Deshalb werden die «Mosquito»-Boxen als Jugendschreck angepriesen, verkauft und eingesetzt: Mit ihrem fiesen Gesumme sollen sie spielende Kinder und «herumlungernde» Pubertierende vergraulen.
Hergestellt werden die Terror-Piepser von einer englischen Firma. In Grossbritannien setzt sogar die Polizei «Mosquitos» ein. Doch das Unternehmen hat nach eigenen Angaben auch Tausende von Geräten ins restliche Europa verkauft, vor allem nach Deutschland und in die Schweiz. Hoteliers etwa setzen sie in unseren Gefilden gerne als Waffe gegen unliebsame, zu laut empfundene Jugendliche ein.
Selbst Schweizer Behörden schrecken nicht davor zurück, den Nachwuchs mit Schall zu vertreiben: So installierte 2007 das Strafgericht Basel-Landschaft in Liestal eine solche Lärmwaffe. Die Juristen wollten
Sie lauerten ihren Opfern in Brunnen auf. Allein schon ihr Blick sei tödlich gewesen: Noch vor wenigen Jahrhunderten verbreiteten Basilisken in München, Basel oder Wien Angst und Schrecken. Die Existenz der grässlichen Mischwesen wurde sogar amtlich bestätigt. Heute erinnern nur noch Sagen, Bilder und Skulpturen an ihr Treiben – sowie ein bizarres Präparat, das in einem Museumskeller entdeckt wurde.
Museumskeller entdeckt wurde.
eit dem 10. Juni 2008 steht im Wiener Stadtpark ein Basilisk aus SBronze: Der Brunnen ist ein Geschenk der Stadt Basel anlässlich der Fussball-Europameisterschaft, die von der Schweiz und Österreich gemeinsam ausgetragen wurde. Das geheimnisvolle Mischwesen verbindet die beiden Städte seit dem Mittelalter.
Es hat den Körper einer Schlange, den Kopf eines Hahns und besitzt bisweilen Drachenflügel. Sein Blick, sein Atem, seine Berührung, so erzählte man, töteten augenblicklich. Tatsächlich soll der Basilisk derart abscheulich gewesen sein, dass er beim Anblick seines Spiegelbildes zu Stein erstarrte.
Dem Volksglauben zufolge wurde das «gar grässliche Tier» nur unter besonderen Voraussetzungen geboren: Ein Hahn musste ein Ei legen, das von einer Kröte oder einer Schlange ausgebrütet wurde.
Das kommt naturgemäss so gut wie gar nicht vor. Dennoch hat das furchterregende Mischwesen im Mittelalter Europas Städte erobert. Beruhen alle Legenden und Berichte über Basilisken auf Aberglauben? Und warum verschwanden die Untiere bereits nach einigen Jahrhunderten ebenso plötzlich wie sie aufgetaucht waren?
Die ältesten Darstellungen zeigen den Basilisken als Schlange, die auf dem Haupt eine Krone trägt. Haut-, Gefieder- und Schuppenfarben variieren beträchtlich, genauso wie die Angaben zu seiner Grösse – vom 20 bis 30 Zentimeter kleinen Winzling bis zum meterhohen Untier. Ursprünglich war er im Orient beheimatet, später auch bei uns im Abendland. Der erste Bericht stammt von Hildegard von Bingen (1098–1179). Die deutsche Klosterfrau und Mystikerin offenbarte in ihrem Werk «Physica», wie ein Basilisk aus einem Hühner- oder Schlangenei» ausgebrütet wird. Das führte zu einem regelrechten Eiertanz der Gelehrten. Im Zentrum der Kontroverse stand die Frage, ob das Untier nicht eher aus einem Gockel-Ei oder dem Ei eines Ibis schlüpfe.
Basilisken-Jagd im alten Bayern Besonders im deutschsprachigen Raum war das Ungeheuer einst weit verbreitet. Eine Urkunde besagt, dass 1543 ein Basilisk in München für «grossen Jammer» sorgte. Das Untier hauste in einem Brunnen, und jeder der dort in die Tiefe schaute, wurde von seinem Blick getötet. Es soll viele Opfer unter der Bevölkerung gegeben haben, bis endlich ein grosser Metallspiegel herbeigeschafft und über dem Brunnen aufgestellt wurde.
Als der «Hahnendrache»schliesslich in sein eigenes Spiegelbild blickte, sei er vor Zorn und Ärger über seine hässliche Gestalt «zerplatzt».
Ähnlich Wundersames soll sich seinerzeit im bayerischen Memmingen zugetragen haben, wo Menschen durch «mysteriöse Umstände» beim Blick in ein Brunnenloch ums Leben kamen. Ein Ungeheuer, so glauben Historiker heute, sei für die Toten zwar nicht verantwortlich gewesen. Wohl aber giftige Gase, die sich in den verschmutzten Brunnenschächten gebildet hatten.
Im Stadtmuseum erinnert der Schlussstein eines ehemaligen Klosters aus dem Über drei Meter hohe Basilisken-Über drei Meter hohe Basilisken-Skulptur in der Basler Schützen-Skulptur in der Basler Schützenmattstrasse: Bis 1936 thronte Bis 1936 thronte der gusseiserne Koloss auf der städtischen Wettsteinbrücke.
Begegnung mit dem «König der Dämonen»: Barockes Fresko von 1741 in der Friedhofskirche St. Sebastian im bayerischen Städtchen Wolframs-Eschenbach.
Mischwesen, wohin man blickt: In der Basler Altstadt wimmelt es nur so von Basilisken-Darstellungen.
kundenbuch der Stadt von anno 1476 gilt er als «Brutstätte» des Basler Ur-Basilisken. Eine Mauerinschrift erinnert heute an die Geschichte des «Gerberlochs» und dessen geheimnisvollen Untermieter. Der 1927 angebrachte Text stammt aus der Feder des Lokalhistorikers Paul Siegfried (1878–1938): «In dieses Brunnens dunklem Grund haust einst – die Sage tut’suns kund – der Basilisk, ein Untier wild. Heut hält er Basels Wappenschild…» Als solcher tauchte das Mischwesen erstmals Mitte des 15. Jahrhunderts auf.
Bereits während des kirchlichen Konzils (1431–1449) hatte ein Basilisken-Kadaver in der Stadt für Aufregung gesorgt. Darüber berichtete später der Gelehrte Johannes Stumpf in seiner reich illustrierten «Chronik der Alten Eidgenossenschaft». Ein Reisender, so heisst es dort, hätte in der Rheinstadt Halt gemacht. Der Fremde habe eine kostbare Fracht mit sich geführt, die er als Kurier nach Amsterdam überführen sollte: Einen ausgeweideten Basilisken!
Auftraggeber sei ein anonymer Adliger aus Italien gewesen.
Zudem ist vermerkt, dass das «wissenschaftliche Anschauungsmaterial» öffentlich ausgestellt und von Grafikern naturgetreu abgezeichnet wurde. Das Originalbild ist leider verschollen.
Im «Schlangenbuch» des Universalgelehrten Conrad Gesner (1516–1665) findet sich aber ein Basilisken-Abbild, das als originalgetreue Kopie angesehen wird.
16. Jahrhundert an die Basilisken-Plage in Memmingen. Der Glaube an die böse Kreatur hielt sich in manchen Gegenden aber noch weitaus länger. So liegt beispielsweise aus Aachen noch aus der Mitte des 18. Jahrhunderts eine ausführliche Stadtchronik vor, die von zwei Hähnen berichtet, die Basiliskeneier gelegt hätten.
Bei all den grässlichen Geschichten erstaunt es, dass die Rheinstadt Basel das Ungetüm zu ihrem Sympathieträger und Wappenhalter erkoren hat. Wer sich dort in der idyllischen Altstadt auf Basiliskenjagd begibt, kann der Sagengestalt auf Schritt und Tritt begegnen – vorausgesetzt er hält die Augen offen.
Gut sichtbar ist beispielsweise ein grosses, farbiges Relief im Basler Rathaus: Es zeigt zwei Gerber, die einen Basilisken aus einem Brunnenschacht zerren. Einer der Männer hat das Untier fest am Hals gepackt, als würde er es gerade erdrosseln.
Die Szene spielt auf einen historisch bedeutsamen Wassertrog an – den Gerberbrunnen. Dieser wundersame Schauplatz liegt in der Nähe des Rathauses. Gemäss einer Eintragung im Ur-Im Gepäck führte der Mann einen ausgeweideten Basilisken mit sich.
Rarität aus dem 18. Jahrhundert: Apothekenwahrzeichen im Pharmazie-Historischen Museum Basel.
Ausgabe 5/2012 Basilisken-Brunnen in Basel: Ein identisches Stück steht mittlerweile im Wiener Stadtpark.
versteckt, dass es Touristen aber auch Einheimische oft über- Ein ganz besonders Exemplar hat im Pharmazie-Historischen Museum Unterschlupf gefunden – als eines der letzten erhaltenen Apothekenwahrzeichen aus dem 18. Jahrhundert. Die unscheinbare Skulptur zeigt einen Basilisken am Werken: Es scheint, als würde er gerade mit einem Mörser Kräuter zerstampfen und Arzneimittel herstellen. Das todbringende Mischwesen als dämonischer Giftmischer? Oder eher als heidnischer Heilpraktiker?
Nach Helvetien könnte den «Basilisken-Bazillus» ein Vagabund aus dem Osten eingeschleppt haben. Wage ist, wie bereits erwähnt, von einem Boten aus Italien die Rede. Wäre es nicht ebenso gut möglich, dass der Fremdling ein Kaufmann aus der alten Kaisermetropole Wien gewesen ist? Immerhin kennt man dort ebenfalls eine Legende über eine im Brunnen hausende Schreckgestalt. Sie ist sogar Jahrhunderte älter als der erste belegte Hinweis auf den Basler Basilisken. Eine Verlagerung der Sage von der Donau an den Rhein wäre dank redseliger Kaufleute und Wiener Schmäh zumindest denkbar.
Der Vorbote aus Wien wurde wie die meisten seiner Artgenossen mit einem Spiegel «erlegt». Tatort: Das Haus in der Schönlaterngasse Nr. 7. Auch das Datum des mysteriösen Geschehens ist überliefert: 26. Juni 1212. Und wir kennen sogar die Namen von beteiligten Personen. Der Bäckermeister Martin Garhibl wird als Hausherr genannt. Als eine Magd aus dem Brunnen seines Hofes Wasser schöpfen wollte, erschrak sie zu Tode, es blitzte aus der Tiefe und ein grauslicher Gestank trat empor. Stadtrichter Jakob von der Hülben und eine sehen.
Der Vorfall um die unbekannte Kreatur ist dokumentiert und hat augenscheinlich tatsächlich stattgefunden. Was es für ein Wesen war, das auf dem Kurierweg in die Niederlande befördert werden sollte, bleibt jedoch ein Geheimnis.
Für Tumult sorgte in der Stadt zudem ein ähnlich gut belegter Vorfall, der sogar Eingang in die Gerichtsakten fand.
Ein Gockel soll damals ein Ei gelegt haben! Aus Angst, dass daraus Basilisken schlüpfen könnten, wurde dem Hahn kurzerhand der Prozess gemacht.
Kein Märchen, sondern eine amtlich verbürgte Tatsache.
Details nennt der Universitätsnotar, Historiker und Augenzeuge Johannes Knebel in den «Basler Chroniken»: «Im Jahr des Herrn 1474 am Donnerstag, dem vierten Tag des Monats August geschah es in der Stadt Basel, dass dieser Hahn von 11 Jahren legte und ein längliches Ei hervorbrachte. Besagter Hahn wurde dem Scharfrichter überstellt samt dem Ei und zuerst wurde der Kopf abgeschnitten. Als er danach ausgenommen wurde, fanden sich in ihm zwei weitere Eier, die gleichfalls mit allem anderen vor dem Haus des Henkers auf dem Kohleberg verbrannt wurden, es waren viele Leute anwesend.»
Aus dem Jahre 1514 liegt einer der letzten schriftlichen Belege für eine Basilisken-Sichtung vor. Seither finden sich in Basel unzählige historische Ableger des berühmten Fabeltieres. Auch wenn es sich dort manchmal derart perfekt Der Hahn wurde vom Scharfrichter geköpft, weil er ein Ei gelegt hatte.
Das Basilisken-Haus in Wien: Bis heute erinnert eine Gedenkschrift an die schaurigen Ereignisse vom 26. Juni 1212.
Ausgabe 5/2012 Detaillierte Zeichnung von Ulisse Aldrovandi: Zeigt sie den Mini-Basilisken im Naturhistorischen Museum von Wien?
Erdreich in den Brunnenschacht. Sicher war sicher.
Der tapfere Bäckerlehrling überlebte die unheimliche Begegnung nicht. Er soll noch am selben Tag verstorben sein. Zur Erinnerung für die Nachwelt wurde in einer Nische des Hauses eine getreue Skulptur des Untiers angebracht. Sein Schlangenschwanz dürfte irgendwann abgebrochen und verloren gegangen sein. So wirkt der Basilisk heute auf neugierige Touristen eher wie ein verrücktes Huhn.
Seit einigen Jahren hat Wien übrigens eine weitere Kuriosität zu bieten, die den Mischwesen-Mythos aufleben lässt – und zwar im Naturhistorischen Museum: Ein 15 Zentimeter kleiner Mini-Basilisk! Der in Alkohol konservierte Sonderling geniesst unter den dort gelagerten 30 Millionen Objekten besondere Aufmerksamkeit.
aufgebrachte Menschenmenge eilten herbei, um nach dem Rechten zu sehen.
Ein mutiger Bäckergeselle namens Hans, ausgerüstet mit Laterne und Halstuch vor dem Mund, wurde von Männern mit einem Seil in den Schacht hinabgelassen. Als das Publikum aus dem Brunnen einen gellenden Schrei vernahm, zog man den Lehrbub rasch wieder nach oben. Er zitterte am ganzen Leib und schilderte aufgeregt, dass er ein abscheuliches Tier erblickt hätte: «Es hatte einen zackigen Schuppenschweif, glühende Augen und warzige Füsse, so als wäre es aus einem Hahne, einer Schlange und einer Kröte zusammengesetzt.»
Für pfiffige Naturkenner des Mittelalters war der Fall klar: In der Brunnenhöhle versteckte sich ein Basilisk! Als Abwehrmassnahme griff man deshalb zum bewährten Hausmittel: Der Junge wurde erneut ins tiefe Loch gehievt, diesmal jedoch mit einem Metallspiegel, womit dem Untier durch den bösen Blick seines eigenen Abbildes der Garaus gemacht werden konnte.
Nach geglückter Heldentat warf die Bevölkerung Steine und Kuriose Entdeckung im Museumskeller Gefunden worden war das uralte Präparat um das Jahr 2000 zufällig im Museumskeller. «Es lag in einem verschlossenen Glas, das nicht beschriftet war», erklärt Abteilungsdirektor Ernst Mikschi. Der Wissenschaftler gibt aufrichtig zu: «Wir haben absolut keine Ahnung, wie das Ding dorthin kam.»
Sicher sind sich die Forscher dagegen, dass die «Basilisken- Gestalt» einst ein Trockenpräparat gewesen sein muss. Das zeigen Frassspuren am Körper – Stellen also, wo Insekten oder andere Tiere herumgeknabbert haben. Erst zu einem späteren Zeitpunkt war das Präparat dann in Alkohol eingelegt worden.
Mikschi vermutet, dass das bizarre Exponat schon immer Teil der dort gelagerten Sammlung war. Warum es nirgendwo katalogisiert ist und eine Inventarnummer fehlt, ist allerdings seltsam.
Was ebenfalls auffällt: Es ähnelt verblüffend der historischen Beschreibung und Abbildung eines Basiliken in den Schriften von Ulisse Aldrovandi (1522– 1605). Der italienische Philosoph und Mediziner gilt als Mitbegründer der modernen Zoologie. In seinem Werk «Serpentum et Draconum historia», posthum anno 1640 erschienen, hat er ein Basi-Relief im Basler Rathaus: Zwei Gerber hieven einen Basilisken aus dem Brunnen.
Ausgabe 5/2012 liskenpräparat aus seinem Besitz als mutmassliche Fälschung entlarvt (siehe Bild auf Seite 57).
Trotzdem beschäftigte sich der Naturforscher ernsthaft mit drachenartigen Geschöpfen, ihrer Herkunft, ihren Nahrungsgewohnheiten und beschrieb sogar Heilmittel gegen Drachenbisse. Damals zweifelte kaum ein Gelehrter an der tatsächlichen Existenz der todbringenden Ungeheuer, die noch im 17. Jahrhundert Gegenstand von Doktorarbeiten waren.
«Unser ‹Basilisk› im Wiener Naturhistorischen Museum ist von einem geschickten Dermoplastiker künstlerisch verändert worden», relativiert Direktor Mikschi. «Das Fabelwesen wurde aus einem Rochen präpariert.» War der gefälschte Basilisk ursprünglich in der Obhut von Aldrovandi? Wenn ja, dann wäre seine Wiederentdeckung eine his- Kunstkammer der Habsburger? Aussehen und Alter würden auf ein Präparat aus Aldrovandis Werkstätte passen. Denn der Wiener Mini-Basilisk, so Abteilungsdirektor Mikschi, «ist genau genommen mindestens 180 und maximal 400 Jahre alt.» Zu einem ähnlichen Urteil sei vor einiger Zeit auch eine deutsche Kuratorin gelangt, die eine Ausstellung über das Fabeltier organisiert hatte.
Dubioses Hehlerangebot aus Osteuropa Skeptiker denken beim Anblick des irrwitzigen Kunstwesens wohl an die Fingerübung eines Präparators aus jüngerer Zeit.
Doch das bezweifelt der Museumsexperte: «Dass wir es mit einer Präparatorenspielerei zu tun haben, halte ich aufgrund der Beschaffenheit eher für unwahrscheinlich. Eine exakte Datierung unseres ‹Basilisken› ist aber leider nicht mehr möglich – schon deshalb, weil der Wechsel vom Trockenpräparat zum Alkoholpräparat eine weitere Analyse sinnlos erscheinen lässt.»
Die Ära der Basilisken ist vorbei. Doch allen Unkenrufen zum Trotz werden selbst in unserer aufgeklärten Zeit noch Exemplare «ausgebrütet». Das zeigt ein Vorfall, an den sich Ernst Mikschi schmunzelnd erinnert: «Vor einigen Jahren standen plötzlich zwei Männer aus Osteuropa in unserem Museum. Sie boten einen ähnlichen Basilisken-Korpus zum Kauf an. Bereits ein flüchtiger Blick genügte, um zu erkennen, dass das Wesen modernen Ursprungs gewesen sein dürfte. Wir haben die beiden Typen höflich hinauskomplimentiert. Offenbar ist es wieder Mode, solche Wunderdinge zu verscherbeln.»
Stammt das Präparat in Wien aus der Sammlung von Ulisse Aldrovandi?
torische Sensation.
Bekannt ist, dass der Gelehrte eine aussergewöhnliche naturgeschichtliche Sammlung besass. Darunter befanden sich skurrile Raritäten wie ein 1572 angeblich bei Bonn getöteter Lindwurm. Erwähnt wird auch ein aus Indien importierter und ausgestopfter Drache, der in Paris zu sehen gewesen sei. Die Kreatur soll einen schlangenartigen Kopf besessen haben, und die Haut sei von bleicher Farbe gewesen, ohne Haare oder Federn. Ein getrockneter «Draco Aethiopicus» soll sich ebenfalls im Besitz von Aldrovandi befunden haben: Zwei mit Krallen bewehrte Füsse habe dieses Untier gehabt, es sei mit grünen Schuppen bedeckt gewesen, habe zwei flugtaugliche Flügel besessen und einen langen, biegsamen Schwanz.
Gelangte eine solche Kreatur über Umwege nach Wien in die «180 bis 400 Jahre alt»: Dieses Wesen fanden Museumsmitarbeiter um 2000 überraschend in ihrem Depotkeller.
(Fotos: Naturhistorisches Museum Wien) Ausgabe 5/2012
Überraschung in der Münchner Unibibliothek: Durch Zufall stiess eine Mitarbeiterin in einem uralten Buch auf eine verschollen geglaubte Globus-Segmentkarte von Martin Waldseemüller. Unklar bleibt, woraus der Priester sein geniales geographisches Wissen damals schöpfte.
Das Wissen des Priesters Martin Waldseemüller (um 1470– 1522) verblüfft selbst Ungläubige. Um 1507 erstellte der süddeutsche Kartograf eine visionär anmutende, zwölfteilige Weltkarte, auf der ein grosser Ozean westlich des «neuen» Kontinents Amerika dargestellt ist – der Pazifik. Etwas, das man damals in Europa noch gar nicht wissen konnte! Ebenso wenig, dass es sich bei der «Neuen Welt» um einen ganzen Kontinent handelt, wie ihn die Karte bereits zeigt.
Auch die erstaunlich präzis umrissene Form Südamerikas sorgt bis heute für Verwunderung. Teilweise ist die Breite des Kontinents bis auf 100 Kilometer korrekt wiedergegeben. Woher schöpfte der Priester sein für die damalige Zeit visionäres Wissen? Wer flüsterte ihm ein, was damals niemand wusste?
Das kostbare Einzelstück (Bild unten), das jahrelang in der Fürstlich Waldburg-Wolfeggschen Bibliothek in Leutkirch (Baden-Württemberg) aufbewahrt worden war, wurde 2007 für zehn Millionen Dollar an die Kongressbibliothek in Washington verkauft. Wie durch ein Wunder ist in der Münchner Universitätsbibliothek jetzt eine verschollene zeitgenössische Kopie der Karte aufgetaucht – eine Art «Bastelbogen» für Gelehrte (siehe Bild auf den folgenden Seiten). Das Münchner Exemplar dürfte nach dem Erstdruck von 1507 im elsässischen Raum entstanden sein.
Gefunden hat diese kleinere, faltbare Globuskarte von Waldseemüller die Bibliothekarin Elke Humml durch Zufall – in einem falsch katalogisierten Buch. Ein Sensationsfund! Umso mehr, als Waldseemüllers Wissen den Gelehrten bis heute Rätsel aufgibt.
Nicht nur John Hessler von der Geografie- und Kartenabteilung der amerikanischen Library of Congress wittert in dieser Angelegenheit verlorenes Wissen: «Es besteht die Möglichkeit, dass der deutsche Kartograph etwas kannte, was nicht länger vorhanden ist – eine Information, die wir nicht mehr haben.»
Hatte man dem Priester einen Maulkorb verpasst?
Stutzig machte Hessler nicht zuletzt, dass Waldseemüller 1516 beim Zeichnen eines späteren, weitaus konservativeren Kartenwerks massiv zurückruderte – mit der zweideutigen Bemerkung, seine frühere Darstellung der Welt sei «voller Irrtümer, Wunder und Konfusionen» gewesen, was «nur sehr wenige Leute erfreute, wie wir erst jetzt verstanden». Hatte der kecke Priester für seinen ketzerischen Mut eins auf den Deckel bekommen?
Auch der Name «America» stammt übrigens von Waldseemüllers Karte – als Reminiszenz an Amerigo Vespucci (1451– 1512). Dass er die Entdeckung dem in Italien geborenen und in Spanien gestorbenen Seefahrer fälschlicherweise untergejubelt hatte, bemerkte der deutsche Geistliche leider erst später. Verzweifelt versuchte er den Namen zu revidieren. Doch vergeblich: «America» war längst in aller Munde und als allgemein anerkannter Begriff in den Sprachschatz eingegangen.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/raetselhafte-weltkarte-aus-dem-16-jahrhundert-entdeckt-page19-1.jpg6641204Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2012-05-01 12:00:002025-12-15 09:17:10RäTselhafte Weltkarte Aus Dem 16. Jahrhundert Entdeckt
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/psi-heilung-beratung-wer-mich-anruft-fuer-den-bin-ich-da-page67-1.jpg750146Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2012-05-01 12:00:002025-12-15 09:17:08Psi-Heilung/Beratung»Wer Mich Anruft, FüR Den Bin Ich Da!« (Claus Rahn)
Vor fast dreissig Jahren verschwand Emanuela Orlandi spurlos aus dem Vatikan. Auf der Suche nach der Leiche des Mädchens haben Ermittler das Grab eines Mafia-Bosses geöffnet. Doch der Fall bleibt rätselhaft. Nun sorgt Papst-Attentäter Ali Agca für weitere Verwirrung.
Wo steckt Emanuela Orlandi? Am 22. Juni 1983 war die damals 15-jährige Tochter eines Hofdieners von Papst Johannes Paul II.
nach dem Musikunterricht unweit der Basilika Sant’Apollinare verschwunden. Bald brodelte die Gerüchteküche. So soll, wie gemunkelt wurde, ein anonymer Anrufer vom Heiligen Stuhl im Austausch für Emanuela die Freilassung des Papst-Attentäters Ali Agca gefordert haben. Entsprechende Ermittlungen führten aber in eine Sackgasse.
Die Staatsanwaltschaft hielt eine andere Version für glaubwürdiger: Sie vermutete die Mafia hinter der Entführung.
Grund: Die Vatikanbank sollte gezwungen werden, das Geld zurückzugeben, das Mafiaboss Enrico De Pedis bei ihr investiert hatte. Offenbar hatte sich De Pedis noch vor seinem Tod mit der Kurie versöhnt, ehe ihn 1990 ein Killerkommando erschoss. Wie sonst ist zu erklären, dass er in der Basilika Sant’Apollinare des Geheimbundes Opus Dei bestattet wurde? Dieses Privileg ist sonst nur Kardinälen und hohen Kirchenmännern vorbehalten.
Auch die Angehörigen von Emanuela Orlandi schlossen nicht
Beerdigt worden war der Mafiaboss in der Basilika des Opus Dei.
aus, dass Emanuela mit De Pedis beigesetzt worden war und drängten auf eine Graböffnung. Bestärkt wurden sie durch eine Aussage von der ehemaligen Geliebten des Mafioso, die verlauten liess, dass die Drahtzieher «im Vatikan sitzen». Doch als nun am 14. Mai 2012 das Grab von Enrico De Pedis in der Basilika Sant’Apollinare in Rom geöffnet wurde, war die Ernüchterung gross: Im Sarg befand sich eindeutig der Mafia-Boss, der im Februar 1990 erschossen worden war.
Man entdeckte in der Krypta zwar noch weitere menschliche Knochen, aber nicht die geringste Spur von Emanuela. Seither haben andere Theorien Hochkonjunktur. Und von denen gibt es jede Menge, zumal zum «Fall Orlandi» mittlerweile über ein Dutzend Bücher erschienen sind.
Entführt – um Ali Agca freizupressen?
Wurde das Mädchen als Sexsklavin missbraucht? Hatten kommunistische Geheimdienste ihre Hände im Spiel? War Emanuela Orlandi in Wirklichkeit eine Tochter von Erzbischof Paul Casimir Marcinkus, dem langjährigen Chef der Vatikanbank? Lebt sie heute unter neuer Identität in der Türkei? Letzteres behauptet Ali Agca. Der türkische Rechtsextremist, der 1981 Papst Karol Wojtyla mit drei Schüssen schwer verletzte und im Jahr 2010 aus der Haft entlassen wurde, meldete sich kürzlich in der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» zu Wort.
Er schwöre bei Gott, dass Emanuela Orlandi lebe, sagte Agca, und zwar irgendwo in der Türkei: «Kein Land, keine Institution und kein westlicher Geheimdienst sind in den Fall verwickelt. Das Mädchen wurde entführt, um meine Freilassung zu erzwingen. Alle anderen Spekulationen stammen von verlogenen und paranoiden Personen. Emanuela Orlandi geht es gut, sie betet täglich und hat nie Gewalt erlitten.»
og.
Erinnerungstransparent.
Der Fall Orlandi bewegt die Der Fall Orlandibewegt die Der Fall Orlandi Italiener seit Jahrzehnten.
Reizwäsche aus dem Mittelalter entdeckt So sexy ist Geschichte selten: Schon im Mittelalter trugen Damen aus gehobenem Hause gerne Reizwäsche. Dies fand die Innsbrucker Archäologin Beatrix Nutz heraus. Die Wissenschaftlerin entdeckte bei Umbauarbeiten im Osttiroler Schloss Lengberg bei Nikolsdorf in einem Zwischenboden mehrere BHs und Slips aus dem 15. Jahrhundert. Bisher waren Kulturforscher davon ausgegangen, dass Büstenhalter eine Erfindung des 20 Jahrhunderts seien.
Kuschelt hier Maria Magdalena mit Jesus?
Rüdiger Nöth staunte nicht schlecht. Bei einem Besuch der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Bad Hindelang machte der «mysteries»-Leser kürzlich eine verblüffende Entdeckung: «An der Südwand hängt ein Triptychon von Franz Osterried, das er laut Kirchenführer nach dem Entwurf von Johann Konrad Eberhard anfertigte und der Kirche 1844 schenkte. Ich dachte, mir fallen die Augen aus dem Kopf, als ich am unteren Bildrand die Abendmahl-Szene betrachtete. Da kuschelt doch tatsächlich jemand ganz verzückt an Christi Schulter!»
Jesus’ Lieblingsjünger Johannes? Wohl kaum. Auch Nöth vermutet hier eher Maria Magdalena. Zu Recht fragt sich der Kunstfreund, warum «um ein Gemälde wie das Abendmahl von Leonardo Da Vinci so ein Terz gemacht» wird, wenn das «Sakrileg» andernorts weitaus deutlicher ins Auge sticht. War der «weibliche Jünger» früher gar kein Geheimins? «Haben sich die Künstler ganz offen und selbstbewusst das Bild von Leonardo zum Vorbild genommen?»
Mysteriöser Militärjet über Bayern Dieser merkwürdige, schwarze Flugkörper zog am 10. April 2012 bei Irschenberg (Oberbayern) auf der A8 mehrere Autofahrer in seinen Bann. Ein amerikanischer B2-Bomber?
Das fragte sich auch einer der Augenzeugen, der sein Erlebnis kurz darauf der deutschen UFO-Forschungsgesellschaft DEGUFO skizzierte. «Zwar sah das Objekt diesem Flugzeugtyp ähnlich, hatte aber eine deutlich ausgeprägte Leitflosse und klar erkennbar sechs (!) Triebwerksauslassöffnungen auf der Rumpfoberseite.» Plötzlich glühten diese «weiss mit blauem Rand» auf, worauf das Objekt beinahe im 90-Grad-Winkel zu seiner Flugrichtung mit irrwitziger Geschwindigkeit wegschoss – samt Überschallknall! Nach längerer Korres-pondenz ist DEGUFO-Untersucher Laszlo Tulipan von der Glaubwürdigkeit des Berichterstatters überzeugt. Wer hat dieses offenbar geheime Ding ebenfalls gesehen? Mitteilungen bitte direkt an die «mysteries»-Redaktion.
Aufwändige Suche: Mit Spezialgerät wird die mutmassliche Fundstelle abgesucht. (Fotos: ZDF, Caligari Film) Die Mumien und das Zelt wurden einige Monate später versteigert. Dann verliert sich ihre Spur für 181 Jahre. Bis 2003 eine Wissenschaftlerin im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg einen Zufallsfund macht: Im Archiv des Hauses entdeckt sie einen Umschlag mit einer Haarlocke. In Sütterlinschrift steht auf dem Couvert: «Haarlocke u. Stück der Binde einer weiblichen Mumie, welche der Gl.
Menu von Minutoli aus Ägypten gebracht, bey Neuhaus an Land getrieben aus dem dort gestrandeten Schiffe – in Freyburg mitgenommen d. 5t. April 1822».
Der Fund ist eine Sensation. Denn jahrzehntelang hatten Wissenschaftler wie der frühere stellvertretende Direktor des Ägyptischen Museums, Joachim S. Karig, erfolglos nach dem verschollenen Schiff und seiner kostbaren Ladung gesucht.
«Endlich haben wir den Beweis. Die ‹Gottfried› ist vor Neuhaus gekentert und hatte die Ladung an Bord. Das gibt uns neue Hoffnung. Wir jagen keinem Phantom nach!» jubelte der Wissenschaftler damals euphorisch im «Hamburger Abendblatt».
«Dieses Haar und zwei Mumienbinden sind heute die einzig nachgewiesenen materiellen Überreste der ‹Gottfried›», betont Doku-Filmer Steinhardt. «Auch ich hatte bei unseren Recherchen manchmal den Eindruck, einem Geisterschiff nachzujagen: Von jedem verfluchten Wrack existierte irgendein Holzsplitter oder sonst etwas – nur nicht von der ‹Gottfried›.»
An der Seite von Karig forscht seit Jahrzehnten der freie Mitarbeiter des Ägyptischen Museums Berlin, Rainer Leive, der zu den anerkanntesten Experten in Sachen «Gottfried» zählt. Im Jahr 2009 berichteten mehrere Zeitungen überraschend, dass das Mumienschiff nun endlich gefunden worden sei. Und auch Leive freute sich in einem Interview: «Das Rätsel ist gelöst. Der Zeitpunkt für eine Bergung ist da.»
Was war geschehen? Leive und weitere Wissenschaftler hatten sich europaweit durch Archive, unzählige historische Quellen und Dokumente gekämpft – jahrelang. Mit den so gewonnenen Erkenntnissen und unter Berücksichtigung der Strömungsverläufe in der Elbmündung sowie den Auswirkungen des Sturms in besagter Nacht rekonstruierten die Forscher die Fahrt und
Plötzlich bemerkte das Team Anomalien auf dem Meeresgrund.
schliesslich auch den Untergang des Frachtschiffs. Es gelang ihnen, die Stelle, wo die «Gottfried» gesunken sein musste, auf einen «wenige Quadratkilometer grossen Bereich» in der Elbmündung vor Cuxhaven einzugrenzen.
Unter Federführung des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein sowie dessen Partnerbehörde in Niedersachsen wird die Fahndung nach dem Wrack nun forciert. Mit einem Forschungsschiff sowie einem hochmodernen Peilboot durchleuchten die Forscher den Meeresgrund an besagter Stelle.
«Wir sprechen nicht davon, ein Wrack zu suchen», präzisiert der leitende Unterwasserarchäologe Martin Segschneider. «Wir suchen nach verlorener Ladung.» Das Holzschiff selber sei mit Sicherheit nicht mehr vorhanden – weil zertrümmert und von den Gezeiten über die Jahrzehnte zerrieben. Aus dem gleichen Grund kann niemand abschätzen, wie viel von der kostbaren Fracht überhaupt noch existiert und wenn ja, in welchem Zustand.
Bei ihrer Peilfahrt scheint der Forschergruppe ein schneller Erfolg vergönnt. Nachdem rund ein Quadratkilometer abgesucht worden war, bemerken die Männer in Anwesenheit des ZDF-Teams plötzlich «Anomalien» auf den Gerätebildschirmen. «Es sah aus, als ob man im sandigen Schlick die Umrisse steinerner Materialien – Statuen, Stelen oder Platten – erkennen könne», erinnert sich Fernsehmann Steinhardt. Sind es Überreste der «Gottfried»-Ladung?
Ausgabe 5/2012 Fahndete nach dem versunkenen Mumienschiff: Das Forschungsschiff «Ludwig Prantl».
Taucher der Archäologischen Landesstelle untersuchen die Stelle 2011. Bei Ebbe rücken Wissenschaftler mit Sonden an.
Doch das Ergebnis ist ernüchternd: Dort unten im Schlick liegen keine ägyptischen Kostbarkeiten – es sind simple Verkrustungen der Sedimente, welche die Forscher in die Irre geleitet haben. «Wir hatten einen konkreten Verdacht und bestimmte Hinweise, die sich dann aber doch nicht als heisse Spur herausgestellt haben», resümiert Archäologe Segschneider gegenüber «mysteries».
Die anfängliche Euphorie ist mittlerweile «einer realistischen Beurteilung» gewichen, wie es Rainer Leive ausdrückt. Man könne das Gebiet, in dem die «Gottfried» sank und ihre Ladung vermutlich liegt, «möglicherweise eingrenzen», so Segschneider.
Doch der Behördenvertreter schätzt es als «schwer bis unmöglich» ein, dass die bedeutende Fracht jemals entdeckt und tatsächlich geborgen wird: Das abzusuchende Areal sei immer noch gross, und «das schwere Material kann bis zu 20 Meter tief im Schlick stecken».
«Das ist die offizielle und wissenschaftliche Einschätzung der Situation und dieser schliesse ich mich an», sagt inzwischen auch Rainer Leive. «Wir wissen heute sehr viel über diese ganze Thematik. Viel mehr als noch vor einigen Jahren.» Aber eine weitere Suche verbunden mit einer eventuellen Bergung würde «einen riesigen Aufwand» bedeuten. Bis heute wurden höchstens zehn Prozent der definierten Fläche untersucht. «Es ist die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen», sind sich alle Beteiligten einig. «Wir wissen, sie ist da unten irgendwo, die Frage ist nur: Wo?», resümiert Filmemacher Steinhardt.
Erschwert wird die Suche durch die komplizierten örtlichen Der Steinsarkophag 4000 Jahre alt sein.
aus Ägypten dürfte über Bedingungen – mit hohem Seegang, Gezeitenwechsel, unkontrollierbaren Strömungen, trübem Wasser und ständigen Sedimentsverschiebungen. Hinzukommt, dass die Elbemündung ein regelrechter Schiffsfriedhof ist. Hunderte von Wracks liegen hier.
Ausserdem steht das Gebiet als Teil des Weltnaturerbes Wattenmeer unter strengem Schutz. Selbst staatliche Stellen dürfen hier nicht einfach drauflos buddeln.
Zurzeit ruht die Suche nach der Fracht der «Gottfried» deshalb. Obwohl Experten die Ladung des Schiffs für unermesslich wertvoll halten – möglicherweise sogar für bedeutender als die berühmte Nofretete-Büste. «Ich könnte Ihnen Namen und Position eines englischen Schiffes nennen, mit dem wirklich Gold auf den Grund der Nordsee sank. Aber das hier ist kein Schatz im klassischen Sinne», sagt Rainer Leive. «Hier unten befindet sich etwas, das man als unschätzbar wichtiges kulturelles Erbe der Menschheit betrachten muss.»
«Terra X»-Crew im Einsatz. Das TV-Team begleitete die Expedition.
Ausgabe 5/2012 Goethes Haarlocke und der ägyptische Mumienkopf Nicht nur die versunkenen Schätze der «Gottfried» sind verschwunden. Auch vom angespülten Frachtgut fehlt bis heute – mit Ausnahme der besagten Locke im Hamburger Kunstmuseum – jede Spur. Experten gehen davon aus, dass in manch norddeutschem Dachboden oder Scheunenanbau wahre Kostbarkeiten verstauben. Strandgut, das die Küstenbewohner eingesammelt und anschliessend versteckt haben.
Die Strände nach Treibgut abzusuchen war lange eine gängige Art von Nebenverdienst. Diverse Kostbarkeiten dürften die Sammler und Wohlhabenden jener Zeit eingeheimst haben – anlässlich einer Auktion ersteigert oder auf dem Schwarzmarkt erworben.
Eine der Spuren führt zum wohl berühmtesten aller deutschen Dichter und Denker: Johann Wolfgang von Goethe (Bild). In einem Brief schrieb ihm 1823 der Anthropologe Johann Friedrich Blumenbach: «Und fürs Alterthum, von einer weiblichen Mumie etwas, das ich vorher noch nicht gesehen, ohngeachtet ich mich mit diesem Theile der Archäologie ziemlich beschäftigt habe; eine von den hundert dünnen Haarflechten, wodurch sich die schönste von den sieben Mumien des Genl. Minutoli, die im Frühjahr an der Küste des Herzogsthums Bremen gestrandet sind, auszeichnete.»
Experten streiten zudem darüber, ob nicht doch weitere Überreste der «Gottfried»-Ladung existieren: So besitzt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) einen männlichen Mumienkopf, der sich zurzeit für weitere Untersuchungen im Rechtsmedizinischen Institut der Universität Hamburg befindet. «Gottfried»-Forscher Rainer Leive hält ihn «mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Kopf, den Minutoli der Stufenpyramide in Sakkara entnommen hat und der nachweislich an Bord der ‹Gottfried› war». Dem widerspricht die Hamburger Archäologin und Professorin Renate Germer.
Leive kontert: «Unbestritten ist, dass ich diesen Mumienkopf im MKG entdeckt habe. Also im gleichen Museum, in dem Frau Dr. Germer eine Mumienlocke und zwei Mumienbinden (Foto unten) gefunden hat, die nachweislich aus der Ladung der ‹Gottfried› stammen.»
Der Steinsarkophag etwa könnte über 4300 Jahre alt sein. «Er war innen und aussen mit den schönsten Hieroglyphen beschriftet», so der Forscher begeistert. «Minutoli liess ihn unter hohem finanziellem Aufwand aus einem etwa 30 Meter tiefen Schacht in der Nähe der Djoser-Pyramide in Sakkara hieven.» Und auch die kleine Pyramidenspitze an Bord des Schiffes zierten zahlreiche Schriftzeichen. Welches Geheimnis ihre Entzifferung wohl lüften würde?
Es wäre deshalb «natürlich fantastisch», wenn die Artefakte geborgen würden, räumt Archäologe Martin Segschneider ein. Doch schlussendlich sei der versunkene Frachter aus wissenschaftlicher Sicht nur ein «Puzzlestück der Unterwassergeschichte der Deutschen Bucht. Finanzielle Aspekte interessieren uns nicht, es geht nur um den Denkmalschutz.»
Dennoch fehlt es zurzeit vor allem an Geld, um die Suche fortzusetzen. Denn um effizient weitermachen zu können, bräuchte es erneut Spezialgerät wie das Forschungsschiff und das Peilboot – beides immens teuer. Eine eventuelle Bergung würde aufgrund des notwendigen Aufwands zusätzlich Unsummen verschlingen.
Einer hätte möglicherweise die finanziellen Mittel für ein solches Unterfangen: Nikolaus Graf Sandizell, steinreicher Unternehmer und weltweit erfolgreicher Schatzjäger. Der Deutsche hat schon Dutzende von Wracks geborgen und vergangenes Jahr verkündet, dass er auch die «Gottfried» im Visier habe. Er bemühe sich um die Bewilligung für ihre Bergung, so der Graf gegenüber der «Bunten».
Verärgerter Graf: «Unser Angebot wird ignoriert» Doch der Adlige hat schlechte Karten: «Unser Angebot, das Wrack mit Sonartechnik auf eigene Kosten, als non-commercial Projekt zu realisieren, wird vom zuständigen Archäologischen Landesamt gewissenhaft ignoriert», ärgert sich Sandizell gegenüber «mysteries». «Bisher erhielten wir keine abschliessende Antwort.» Dabei hätte «non-commercial» bedeutet, «dass wir für dieses Projekt Sponsoren gestellt und die Arbeit kostenfrei gemacht hätten».
Privaten oder industriellen Schatzsuchern sei es nicht gestattet, auf eigene Faust den Schatz der «Gottfried» zu bergen, betont dagegen Amtsarchäologe Segschneider, der für die Bewilligungsvergabe zuständig wäre. «Es ist ausgeschlossen, dass diese zum Zuge kommen könnten.» Der gesamte Küstenbereich der Deutschen Bucht sei «eine archäologische Schatzkammer», die im Sinne der «Unesco-Konvention zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser» bewahrt werde.
Heimlich loszulegen, sollte man ebenfalls tunlichst unterlassen. Das Gebiet ist von der Küste her gut einsehbar. Es wird nicht nur von der Bundespolizei See überwacht, sondern auch von der Küstenwache und diversen weiteren Landes- und Naturschutzbehörden. Und um ganz sicher zu gehen, schweigen alle Beteiligten bis heute eisern darüber, wo genau das von ihnen eingegrenzte «Schatzgebiet» liegt. Vermutlich auch 2013, wenn das ZDF die neue Terra-X-Folge ausstrahlt.