Wachsen Pflanzen Unter Spannung Schneller?
Unweit seines Wohnortes fielen unserem Leser Karl Kirchhoff seltsame Veränderungen im Getreide auf. Ein Strommast scheint dort das Wachstum von Weizen zu beschleunigen: Ein Phänomen, wie es auch «Urzeit-Code»-Forscher beschreiben.
Elektrostatische Felder beeinflussen das Wachstum von Pflanzen. Bereits in den 80er-Jahren bemerkten dies die beiden Ciba-Geigy-Forscher Guido Ebner und Heinz Schürch und nutzten den Effekt für eigene Experimente («Urzeit-Code»). Speziell unter Hochspannungsmasten, so der 2001 verstorbene Schürch, lassen sich bei Spaziergängen in der freien Natur oft kuriose Veränderungen entdecken. Beobachtungen, die auch Biologie-Student Axel Schoen machte, als er an der Universität Mainz selber mit elektrostatischen Feldern experimentierte: «Ich habe mich damals oft in der freien Natur aufgehalten. Dabei fiel mir auf, dass Pflanzen unter den Kabeln von Hochspannungsleitungen anders gedeihen als in der Nachbarschaft: Die Wachstumsrate war pyramidal. Je näher die Pflanzen bei der Hochspannungsleitung wachsen, desto höher werden sie.»
Ähnliches bestätigt nun auch unser Leser Karl Kirchhoff aus Mönchengladbach: «In meiner Nähe liegt ein Weizenfeld mit normalem Wuchs», schreibt er. «Einige Meter entfernt steht im Feld ein Hochspannungsmast. Vor ihm wächst der Weizen um bis zu 20 Zentimeter höher, als auf dem übrigen Feld!» Auffällig auch die roten Mohnblumen, die dort – ähnlich wie bei gewissen «Urzeit-Code»-Experimenten – gedeihen.
Zu Analysezwecken pflückte Kirchhoff einige der «Riesenhalme». Interessant wären vor allem DNA-Tests, wie Daniel Ebner betont, der die Experimente seines Vaters nebenberuflich weiterführt und nach wie vor Sponsoren sucht. Interessenten melden sich bitte direkt bei der Redaktion (Anschrift auf S. 66).
red.
Strommast bei Mönchengladbach. Direkt beim Sockel wächst der Weizen höher.
Weizenähren. Beim Mast beträgt ihre Länge über einen Meter. Oben eine Vergleichsprobe.
Nahaufnahme: Die längeren Weizenhalme und roten Mohnblumen sind deutlich zu sehen.
Ausgabe 5/2012










