» «Ich glaube nicht, dass in Amerika noch freier Journalismus besteht. Tatsache ist – und als ich das las, habe ich es erst nochmal und nochmal überprüft, aber es ist so – dass das Militärbudget der USA mittlerweile so gross ist wie das von Russland, China, Deutschland, Frankreich und England zusammen mal zwei!» «Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bei 60 Prozent liegt, in Spanien bei 55 Prozent, in Portugal und Italien bei 40 Prozent. Während die gute alte Europäische Wirtschaftsgemeinschaft mit ihrer gleichmacherischen Subventionspolitik Milchseen, Fleisch- und Butterberge hervorbrachte, schafft die neue EU ein riesiges Arbeitslosenheer.» HenrykM.Broder, Publizist
RolandEmmerich, Hollywood-Regisseur
«Ich Ànde die griechischen Götter grossartig, Sie sind eifersüchtig, lügen und betrügen, bringen sich um und tun alles, was auch bei uns passiert. Das ist versöhnlicher als ein strafender Gott, der uns mit vernichtendem Donner zwingt, nach seinem Kodex zu leben. Wir brauchen keinen strafenden Gott, sondern jemanden, der uns diesen Betriebsunfall der Natur, den Menschen, erklärt.» Klaus-MariaBrandauer, Schauspieler
Anzeigenschluss Ausgabe Nr. 1/2014: 30. November 2013 Bankverbindungen Deutschland BW Bank, Stuttgart Konto-Nr.: 14 1899 0 BLZ: 600 501 01 BIC: SOLADEST IBAN: DE96 6005 0101 0001 4189 90 Schweiz Basler Kantonalbank, Basel Konto-Nr.: 165.414.141.84 BIC: BKBBCHBB, Clearing-Nr.: 770 IBAN: CH25 0077 0016 5414 1418 4 Postcheckkonto, Basel: 40-93969-1 Copyright Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangte Zusendungen per Post wird keine Haftung übernommen. Foto-Rechte: www.
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«Wie ich einen Lügner erkenne? Wenn er eine Schulter hebt, während er etwas sagt. Wenn er den Augenkontakt gar nicht aufrechterhalten kann oder aber ihn zu lange hält. Gehen beim Gegenüber die Augen aus meiner Sicht nach links, wenn er spricht, kann ich ebenfalls davon ausgehen, dass er gerade etwas konstruiert, also unter Umständen lügt. Gehen sie nach rechts, erinnert er sich an etwas.» ThorstenHavener,Mentalist «Als katholische Messdiener habe ich meine Kölner Brüder früher schwer beneidet: Die ganze Messe durchkichern und zum Schluss nach Weihrauch stinken, weil man mit diesem Gerät eine Stunde draufgehalten hat. Auch die Beichte mochte ich. Das war wie Keller ausmisten, gepaart mit dem Gefühl: Jetzt kann ich wieder Schmutz machen. Das ist doch toll.» CordulaStratmann, Komikerin
beit sei dem Konzern «selbstverständlich» bekannt. «Aus unserer Sicht kann aufgrund der Komplexität der Problematik eine Lösung nur in der engen zusammenarbeit mit der Türkei, Nicht-Regierungsorganisationen und Unternehmensverbänden liegen.
Gemeinsam mit diesen Partnern arbeiten wir an einer zielgerichteten Verbesserung der Situation.» Konkreter will der Süsswarenriese ebenfalls nicht werden und verweist stattdessen lieber an den europäischen Verband der Süsswarenindustrie.
Wie heikel das Thema für die Nahrungsmittelbranche nach wie vor ist, zeigt die Informationspolitik und Wortwahl der Schoko-Multis: Jede Menge Floskeln mit wohlklingenden, aber nichtssagenden PR-Adjektiven («umfassende Untersuchung», «adäquates Monitoring», «zielgerichtete Verbesserung»).
zudem ignorierten oder umschifften alle von «mysteries» angefragten Medienstellen konsequent die Frage, seit wann die Unternehmen von der Kinderarbeit bei ihren zulieferern wüssten. Antworten hierzu blieben sowohl Nestlé, als auch Ferrero und Mondelez – trotz wiederholten Nachhakens – schuldig. Der Verdacht liegt nahe: Der Missstand war den Firmenchefs schon seit vielen Jahren bekannt, wurde aber – so lange die Öffentlichkeit nichts davon ahnte – zugunsten satter Gewinne stillschweigend toleriert.
Gleichermassen liess sich keines der Unternehmen zu einem klaren Versprechen bewegen, dass bei seinen Produkten oder den benötigten Rohstoffen künftig Kinderarbeit ausgeschlossen werden könne. Auffallend schwammig sprechen die PR-Strategen in den Firmenzentralen lieber von «Transparenz», «Fördern» und «Projekten». HilÁosigkeit oder knallhartes Kalkül?
Fair produzierte Schokolade für ein paar Cent mehr zugegeben: Einfach ist die Lösung des Problems Kinderarbeit tatsächlich nicht. So werden die kurdischen Jungen und Mäd-… dass zahlen muss, wer öffentlich «Happy Birthday» trällert?
Die Rechte an der populären Geburtstagsmelodie liegen noch mindestens bis zum 31. Dezember 2016 beim Medienkonzern «Warner/Chappell».
Bis dahin müssen bei öffentlichen Aufführungen des Liedes Lizenzgebühren gezahlt werden. Bis zu zwei Millionen Dollar nimmt «Warner» auf diese Weise pro Jahr ein. Komponiert hatten die Melodie im 19. Jahrhundert zwei US-Kindergärtnerinnen aus Kentucky. 1988 kaufte der Medienkonzern ihren Nachfahren die Rechte ab.
chen über Monate auch bei der Ernte anderer Obst- und Gemüsesorten eingesetzt – nicht nur im Haselnussanbau. Und selbst wenn die türkischen Behörden das Kinderarbeitsverbot konsequent durchsetzen würden, gingen die Kinder nicht automatisch zur Schule. Schliesslich wären ihre Sippen weiterhin als Wanderarbeiter auf Tour – und könnten die Jungen und Mädchen nicht einfach unbeaufsichtigt in den Dörfern lassen. Hier brauche es «Áexible, langfristige und durchdachte Lösungen», betont auch Experte Hütz-Adams.
Höhere Löhne wären ein wichtiger und grundlegender Ansatz: Den Endverbraucher würde eine fair produzierte Schokolade oder Nusscreme nämlich nur wenige Cent mehr kosten, schätzt das Institut Südwind. Ein lächerlich geringer Aufpreis, den wohl jeder westliche Konsument bei entsprechender Deklaration zu zahlen bereit wäre. Auch in diesem Punkt geloben die Konzerne selbstverständlich Besserung – wenn auch gewohnt schwammig: Lediglich von einer «Ermutigung» seiner zulieferer «zu einer fairen und transparenten Preispolitik», schreibt beispielsweise Ferrero.
Aydin & Co. nützen derlei Floskeln herzlich wenig. Und so wird noch viel Engagement nötig sein, bis Kinder wie er wieder satt zur Schule gehen können – anstatt mit knurrendem Magen schuften und nächtens in improvisierten zeltlagern hausen zu müssen.
Der bekannte deutsche Medizinprofessor Achim Peters geisselt den Diätwahn unserer Gesellschaft und beruhigt alle Fettleibigen: Zwanghaftes Abnehmen sei viel gefährlicher als ein paar Kilo zu viel auf den Rippen. Die meisten Ärzte übersähen diesen Umstand, kritisiert der Hirnforscher und Diabetologe.
Fast 10’000 Bücher gibt es in deutscher Sprache zum Thema Abnehmen und Diäten. zum Thema Klimawandel sind es gerade mal 2700. Als Mediziner hält Professor Achim Peters diese Tatsache nicht nur für einen absoluten Irrwitz – er Àndet den Diätwahn auch gefährlich. Und er kann belegen, warum.
Seit zehn Jahren forscht der Endokrinologe an der Universität Lübeck zum Thema Ernährung und Diäten. zu seinem Team gehören Hirnforscher, Mediziner, Biochemiker, Psychiater und Chemiker. Ihre Studienergebnisse sind eine Erleichterung für alle, die zu dick sind oder sich zu dick fühlen. Peters Hauptaussage: Das Hirn ist und isst egoistisch («SelÀsh Brain») und holt sich seine Nährstoffe – egal wie viele dem übrigen Körper zur Verfügung stehen. Denn: Ist das Hirn nicht genügend versorgt, geht es auch den anderen Organen schlecht.
Niedrigeres Sterberisiko im Akutfall Wer seinem Denkapparat also die nötige Energie künstlich vorenthält, schadet dem Körper mehr als er ihm nützt. Und genau da liegt der Denkfehler in der Medizin, ist Peters überzeugt.
Noch immer rieten Ärzte und Ernährungsberater übergewichtigen Menschen zum Abnehmen, weil sie ansonsten gesundheitliche Schäden in Kauf nähmen. Dabei sei es genau umgekehrt: «Unabhängig von der Erkrankung, sei es Herzinfarkt oder Schlaganfall, haben dicke Patienten im akuten Fall ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als dünne», so der Hirnforscher.
Die Ärzte, vor allem auf den Intensivstationen, kennen dieses Phänomen und nennen es «Gewichtsparadoxon». Das Tückische daran: Schlanke Menschen werden so gut wie nie vor einem Herzinfarkt gewarnt, sie leben ja gesund – angeblich.
Als Ursache für Übergewicht nennt Peters einzig den «psychosozialen Stress»: «Stress ist nicht eine von vielen Ursachen für erhöhtes Körpergewicht, sondern die einzige Ursache!» Andauernder Stress führe zu «Stimmungsschwankungen bis zu Depressionen und zur beschleunigten Alterung des Körpergewebes, also zu Verschleiss», so der Professor. Unter Stress steige nämlich der Energiebedarf des Gehirns. Ein Teil der Menschen gebe diesem dann Nahrung – in Form von zusätzlichem Essen.
So würden sie den Spiegel des Hormons Cortisol senken, das in einer Stressphase ausgeschüttet wird, um den Organismus wieder zu beruhigen. Das Herz-Kreislauf-System jener Betroffenen läuft deshalb nicht mehr ständig auf Hochtouren, ist der Mediziner überzeugt. Quasi als Nebenwirkung werden sie aber dicker.
Wenn nun Menschen, die aufgrund extremer Stressfaktoren zunehmen, bewusst ihre Ernährung verknappen, gelangten sie in einen Teufelskreis, warnt Peters. Der Diabetologe rät deshalb allen: Esst, bis ihr satt seid – aber baut euren Stress ab, wann und wo immer es geht.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/60-warum-dickere-menschen-trotz-stress-laenger-leben-als-duenne-page34-1.jpg600737Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2013-06-01 12:00:002025-12-15 15:55:13Warum Dickere Menschen Trotz Stress LäNger Leben Als DüNne
Haselnüsse: Ferrero, Nestlé & Co. beuten Minderjährige aus
Kinderarbeit? So etwa gibts nur in der Dritten Welt. Falsch! Auch in unseren GeÀlden müssen 9-Jährige für Hungerlöhne schuften. Vor allem in der Türkei – bei der Ernte von Haselnüssen, die für Nutella & Co. verarbeitet werden. «mysteries» konfrontierte die Schoko-Hersteller mit den Missständen und stiess auf nervöse Konzernsprecher, die allesamt Besserung gelobten, obwohl ihre Bosse die Ausbeuterei jahrelang stillschweigend in Kauf nahmen.
Abgekämpft zerrt der kleine Junge den langen Ast zu sich herunter. Die Blätter und zweige kratzen ihn über Gesicht und Unterarme. Von oben knallt die Sonne auf ihn herab. 30 Grad und mehr sind im Sommer keine Seltenheit. Unten krallen und stemmen sich seine kleinen Füsse in den Boden – versuchen Halt zu Ànden auf dem steilen, steinigen Waldabhang. Roboterhaft pÁückt der Bub die Haselnüsse von den Ästen und verstaut sie im Stoffsack an seiner Hüfte. Wie schon unzählige Nüsse zuvor.
Wie noch unzählige Nüsse danach. Und das jeden Tag rund elf Stunden lang.
Aydin ist gerade mal neun Jahre alt. Eigentlich wäre er lieber in der Schule. Weil er später Polizist werden möchte. Aber er muss arbeiten. Als kurdische Wanderarbeiter kämen seine Eltern ohne sein zusätzliches Einkommen nicht über die Runden. zu Hause würden er und seine Familie verhungern – weil es dort so gut wie keine Arbeit gibt. Und so arbeitet Aydin ohne zu murren als einer von unzähligen minderjährigen Erntehelfern in den Bergen der türkischen Schwarzmeerregion Ordu, die sich bis auf 1500 Meter Höhe erstreckt.
Knochenarbeit für ein paar lumpige Euro Läppische 1.30 Euro verdienen Aydin und seine Kollegen pro Stunde, unabhängig von ihrem Alter. Ein echter Hungerlohn. Und das, obwohl ihre Ernte sehr begehrt ist: Die Türkei ist der mit Abstand wichtigste Haselnuss-Produzent. Die meisten Haselnüsse weltweit stammen von der Schwarzmeerküste. 600’000 Tonnen pro Jahr. Jede einzelne Frucht wird von Hand gepÁückt.
Sie landen in deutschem Nutella oder in österreichischem Weih-Ausgabe 6/2013 Ernte statt Schularbeit. Um nicht hungern zu müssen, arbeiten Kinder wie der 9-jährige Aydin monatelang als Helfer in der Landwirtschaft.
nachtsgebäck. In der Schweiz stammen sogar fast alle Schoggi-Haselnüsse aus der Türkei.
Grosskonzerne wie Ferrero, Nestlé und Mondelez verdienen sich damit seit Jahren eine goldene Nase – und zahlen dennoch immer weniger für die landwirtschaftlichen Produkte, um noch mehr ProÀt zu erwirtschaften. zu spüren bekommen das vor allem die zumeist illegal tätigen Arbeiter am Ende der Produktionskette: die Erntehelfer.
Der kleine Aydin ist nur einer von unzähligen weiteren kurdischen Jungen und Mädchen, die für einen Hungerlohn schuften müssen, um zu überleben. Verlässliche zahlen zur Kinderarbeit im Haselnussanbau gibt es nicht. Gemäss Studien aus dem Jahre 2006 arbeiten «in der Türkei mindestens 320’000 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren im Landwirtschaftssektor in einem Umfang, der gesetzlich nicht mehr erlaubt ist», so Friedel Hütz-Adams gegenüber «mysteries». Der Wirtschaftswissenschaftler ist Verfasser der Analyse «Haselnüsse aus der Türkei. Ökologische und soziale Probleme beim Anbau» für das «Südwind»-Institut aus dem Jahr 2012.
Vor allem dank der aufrüttelnden WDR-Reportage «Die Haselnusskinder» der TV-Journalistinnen Rebecca Gudisch und Gönke Harms aus dem Jahre 2011 steht die weltweite Süsswarenund Nahrungsmittelindustrie mittlerweile jedoch unter Druck.
Die ausbeuterischen zustände bei der Herstellung eines ihrer wichtigsten Rohstoffe lässt sich nicht mehr so leicht verbergen und leugnen wie auch schon. In bewegenden Bildern zeigten die Reporterinnen schonungslos auf, wie Minderjährige im SchulpÁichtalter von morgens bis abends für das Überleben ihrer Familien schuften – obwohl Kinderarbeit auch in der Türkei ofÀziell streng verboten ist.
Die Erntehelferfamilien hausen unter erbärmlichsten Verhältnissen, teilweise fehlt jegliche Infrastruktur, für hunderte von Menschen gibt es kaum Toiletten.
zudem schrammte die Region Ordu erst vor wenigen Jahren nur knapp an einer Katastrophe vorbei, als nach heftigen Regenfällen eine Flutwelle das ärmliche Lager Hunderter Erntehelfer überrollte und wegschwemmte. Grund: Die türkischen Behörden hatten den ungeliebten Kurden ein Flussufer als Campingareal für ihre Slum-zelte zugewiesen, obwohl diese Region als akut hochwassergefährdet bekannt ist. Nur durch viel Glück gab es damals keine Todesopfer zu beklagen.
«Seit nun einige Kameras auf diese zustände gerichtet waren, tut sich etwas», sagt Experte Friedel Hütz-Adams. Bis jetzt seien jedoch lediglich «erste Schritte» in die richtige Richtung gemacht worden. «Es müssen viele weitere folgen, denn wirklich verändert hat sich noch nicht viel.» So seien auch im Sommer 2013 einmal mehr unzählige Kinder als Erntehelfer missbraucht worden.
zu lange haben Politik und Industrie der Kinderarbeit tatenlos zugesehen, kritisiert der Wissenschaftler: «Nun muss Áächendeckend und koordiniert etwas passieren.»
Anfang 2013 wollten die Lebensmittelmultis erste Lösungsvorschläge vorlegen. «Wir sind daran», hiess es etwa bei Nestlé («Nesquik», «Kitkat», «Cailler» etc.) gegenüber Journalisten. Auf Anfrage von «mysteries» erklärt der weltgrösste Nahrunsmittelkonzern aus der Schweiz nun vollmundig: «Wir sind davon überzeugt, dass in unserer Versorgungskette Kinderarbeit keinen Platz hat. Nestlé hat 2011 ein Pilotprojekt mit der Fair Labor Association (FLA) zur umfassenden Untersuchung der Arbeitsbedingungen im Haselnussanbau in der Türkei initiiert. Auf Grundlage des Reports der FLA, welcher Missstände wie Schwarzarbeit, Niedriglöhne und auch Kinderarbeit identiÀzierte, hat Nestlé im März 2012 einen Aktionsplan entwickelt und veröffentlicht.»
Konzerne geloben Besserung Man habe bereits «signiÀkante Fortschritte» erzielt, so Nestlé-Sprecher Philippe Aeschlimann, dessen Unternehmen 2012 knapp neun Milliarden Euro Reingewinn erwirtschaftete. Bereits 2012 habe Nestlé 50 Prozent seiner türkischen Haselnüsse aus einer «transparenten und verantwortungsbewussten Versorgungskette» bezogen. 4000 Haselnussfarmen arbeiteten mittlerweile unter den verschärften Bedingungen für die zulieferer des Food-Multis. ziel sei es, bis 2013 gegen 70 Prozent und bis 2014 sogar 100 Prozent der Haselnüsse nachvollziehbar von Plötzlich geben sich alle Grosskonzerne sozial – im Interesse ihres Profits.
kontrollierbaren Bauern und zulieferen zu beziehen, so Aeschlimann. Diese Vorgaben und zahlen würden «durch unabhängige Dritte» – etwa die amerikanische Hilfsorganisation FLA überprüft – und durch «ein adäquates Monitoring sowie Schulungsprogramme zur Sicherstellung der Einhaltung unserer Arbeitsrichtlinien» begleitet, verspricht der Nahrungsmittelkonzern.
Ähnlich klingt es bei Mitbewerber Ferrero («Nutella», «Duplo», «Hanuta», «Kinderschnitte» etc.), dem grössten Abnehmer von Haselnüssen weltweit. ziel des italienischen Konzerns sei es, «gruppenübergreifend ab 2020 bei 100 Prozent der verwendeten Haselnüsse die Rückverfolgbarkeit zu garantieren», versichert der Schokoladen-Riese gegenüber «mysteries». Selbstverständlich setze man sich grundsätzlich für die «Vermeidung jeglicher Form von Kinderarbeit, insbesondere missbräuchlicher Kinderarbeit sowie zwangsarbeit» ein: «Dazu arbeiten wir in der Türkei gemeinsam mit dem ScientiÀc CertiÀcation System (SCS), einem weltweit tätigen, unabhängigen zertiÀzierungsinstitut, an der Entwicklung von Standards für die verantwortungsvolle Beschaffung.»
Weitere «Säule des Engagements» von Ferrero sei «die Förderung privater Partnerschaftsprojekte, die zum ziel haben, den Haselnussbauern zugang zu Bildung zu verschaffen, Know-how und agrarwirtschaftliche Praktiken zur Verfügung zu stellen und die Infrastruktur zu verbessern. Der Ansatz ist hier, die Situation der Bauern insgesamt zu verbessern und sie in die Lage zu versetzen, produktiver und wirtschaftlicher zu arbeiten. Auch dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Kinderarbeit zu bekämpfen.»
Alle kontaktierten Konzerne betonen, dass man in dieser Angelegenheit untereinander sowie mit Regierungsstellen und Menschenrechtsorganisationen zusammenarbeite.
Kurz und knapp heisst es denn auch beim US-Multi Mondelez («Milka», «Toblerone», «Nussini» etc.) auf Anfrage: Das Thema Kinderar-Bitterer Nachgeschmack. Auch für die beliebte Milka-Schokolade werden Minderjährige ausgebeutet.
itten im Herzen von Bosnien-Herzegowina, etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Sarajevo entfernt, liegt in ei- Mnem malerischen grünen Tal die Kleinstadt Visoko. Ein Ort, von dem noch vor zehn Jahren kaum jemand auf der Welt je gehört hat. Seit der bosnische Geschäftsmann Semir «Sam» Osmanagich 2005 bemerkte, dass der «Hausberg» von Visoko eine erstaunlich regelmässige Pyramidenform aufweist, ist das Städtchen zum Brennpunkt einer hitzigen internationalen Debatte geworden. Kernfrage: Kann es wirklich sein, dass es sich bei diesem von dicken Erdschichten und Vegetation bedeckten Berg samt seinen in einem perfekten gleichschenkligen Dreieck angeordneten Nachbarhügeln um künstlich geschaffene «Pyramiden» handelt? Und, wenn ja: Wie alt könnten diese sein, wenn keine Überlieferung aus der griechisch-römischen Antike von ihnen zu berichten weiss?
Acht Jahre sind seit Osmanagichs Entdeckung vergangen.
Acht Jahre, in denen er zusammen mit vielen Helfern das Tal von Visoko zu einer der heute grössten archäologischen Ausgrabungsstätten Europas samt Áorierendem Tourismus gemacht hat. Eine Internetsuche nach «Bosnian Pyramids» offenbart mittlerweile über 30’000 Treffer und damit eine bunt schillernde Vielfalt an Informationen, von denen nicht wenige umstritten sind und allerlei Fragen aufwerfen.
Wurden die Pyramiden von Ausserirdischen oder Atlantern erbaut oder entspringen sie einer reinen Laune der Natur? Gibt es tatsächlich geheime Eingänge und Tunnelsysteme in ihrer unmittelbaren Nähe? Wird aus der Pyramidenspitze wirklich ein rätselhafter Energiestrahl nach oben gesendet, wie behauptet? Oder ist das ganze Ausgrabungsprojekt von A bis Z ein ausgemachter Schwindel, um Geld in die Kassen des maroden Landes zu spülen? Ich entschloss mich, mir ein eigenes Bild zu machen und meldete mich für zwei Wochen als freiwilliger Helfer für die Ausgrabungen.
Wenn man Freunden davon erzählt, seinen Urlaub mit unbezahlter Arbeit verbringen zu wollen, mit Wühlen im Dreck, muss man mit erstaunten Reaktionen rechnen. Noch dazu, wenn die Reise ausgerechnet nach Bosnien führt. Herrschte da nicht erst vor kurzem noch Krieg? Liegen da nicht noch überall Minen? In der Tat: Bosnien-Herzegowina gilt noch immer als eines der am stärksten verminten Länder der Welt. Kein typisches Urlaubsland also, aber dennoch faszinierend.
«Archäologisches Basislager». Das örtliche Motel von Visoko.
Nach einer langen, anstrengenden Autofahrt erreichte ich im Juni 2013 das Motel «Piramida Sunca», eines der grössten Gebäude von Visoko. Das Check-in verlief unkompliziert, herzlich und in privater Atmosphäre, nicht wirklich wie in einem Hotel. Im Wesentlichen fungiert das Haus wohl als archäologisches «Basislager», der sonstige Hotelbetrieb läuft eher nebenher. Ich machte mich mit den rund 30 anderen Freiwilligen bekannt, von denen einige nicht zum ersten Mal da waren, und erfuhr schnell allerlei Erstaunliches…
Bosnien-Herzegowina ist kein reiches Land, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40 Prozent und Kriegsschäden sind noch immer allgegenwärtig. An eine staatliche Finanzierung archäologischer Ausgrabungen ist hier nicht zu denken. Deshalb handelt es sich bei der «Bosnian Pyramid of the Sun Foundation» von Sam Osmanagich um eine vollständig privat Ànanzierte Organisation mit wenigen Festangestellten. Einnahmen Áiessen hauptsächlich aus Spenden und inzwischen auch von Touristen. Ein grosser Teil der Arbeit wird von den freiwilligen Helfern erledigt, Blick auf die Sonnenpyramide von Visoko. Tief in ihrem Innern soll sich ein geheimnisvolles technologisches Relikt verbergen.
Ausgabe 6/2013 Eindrücklicher Fortschritt. Unzählige künstlich anmutende Wege und Terrassen wurden auf dem Bauwerk freigelegt.
die Jahr für Jahr in verblüffend hoher Anzahl aus der ganzen Welt anreisen. Leiter der Ausgrabungen ist der neuseeländische Archäologe Timothy Moon.
Das Gesamtareal beinhaltet eine ganze Reihe von tatsächlichen oder vermuteten archaischen Bauten: Der pyramidenförmige Hauptberg Visocica, den Osmanagich in «Sonnenpyramide» umtaufte. Daneben die «Mondpyramide», die «Pyramide des bosnischen Drachen», die «Pyramide der Liebe», der «Tempel der Mutter Erde» sowie die verzweigten «KTK-Tunnel» und «Ravne- Tunnel». Erforscht werden zudem noch weitere Objekte, die mit dem Tal der Pyramiden aber nicht unmittelbar zu tun haben.
Steinharte Betonschichten und kuriose Hohlräume Was die Sonnen- und die Mondpyramide angeht, scheint es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit tatsächlich um teilweise künstliche Bauten zu handeln. An der Sonnenpyramide wurden bereits grössere Bereiche einer Aussenhaut aus Betonblöcken freigelegt und geophysikalische Untersuchungen ergaben deutliche Hinweise auf innere Hohlräume.
Der verbaute Beton wurde von mehreren Instituten untersucht und ist in Härte und Wasserundurchlässigkeit heute üblichem Standardbeton deutlich überlegen. Nachdem Überreste von Laubblättern, also organisches Material, zwischen verbauten Betonblöcken gefunden wurden, gibt es auch einen Hinweis auf die mögliche Entstehungszeit der Pyramiden: Eine Radiokarbonanalyse ergab ein Alter von 25’000 Jahren. Osmanagich geht nach weiteren Messungen mittlerweile von einem noch höheren Alter aus. Die Sedimentablagerungen auf der Pyramide werden auf mindestens 12’000 Jahre geschätzt.
Auf der etwas kleineren Mondpyramide wurden Terrassen aus übereinandergeschichteten Blöcken freigelegt, eine Schichtung, die mindestens einige Meter weit in die Tiefe reicht.
Freigelegte Wege aus Steinblöcken an den Seiten der Pyramide könnten jedoch auch jüngeren Datums sein. Hier gibt es bisher keine Möglichkeit zur Altersbestimmung.
Der «Tempel der Mutter Erde» scheint ein natürlicher Berg zu sein, ist in archäologischer Hinsicht aber dennoch interessant, da auf ihm Überreste neolithischer und römischer Besiedlung zu Ànden sind. Bei den beiden übrigen Pyramiden dürfte es sich ebenfalls um natürliche Berge handeln.
Die Eingänge der beiden Tunnelsysteme sind ein gutes Stück von den Bergen entfernt – die «Ravne-Tunnel» etwa rund zwei Kilometer Luftlinie.
Mehr als eine Laune der Natur? Freigelegte Strukturen lassen auf menschliche Bearbeitung schliessen.
Osmanagich geht jedoch davon aus, dass sie bis in die Sonnenpyramide hineinführen. Die «KTK-Tunnel» (benannt nach einer neben dem Eingang beÀndlichen Firma) mussten leider wegen eindringenden Wassers aufgegeben werden, das nach Abpumpversuchen immer wieder nachÁoss. Die Arbeit an den «Ravne- Tunneln» dagegen – benannt nach der Gegend, in der sich ihr Eingang beÀndet – macht stetige Fortschritte.
Ein regelrechter Irrgarten voller unterirdischer Gänge Bisher wurden Tunnel von rund einem Kilometer Gesamtlänge freigelegt. Es handelt sich dabei um einen weit verzweigten Irrgarten von unterirdischen Gängen. Die Schwierigkeit bei der Erkundung besteht darin, dass das Tunnelsystem einst fast vollständig wieder mit Erde und Geröll zugeschüttet worden ist. Nur wenige freie Abschnitte wurden bisher entdeckt. Wo nötig, sorgen Bergbaufachleute für die Abstützung der freigelegten Gänge. Geplant ist ein Vorarbeiten in Richtung der Sonnenpyramide – aus Sicherheitsgründen mit zwei parallelen Tunneln, zwischen denen immer wieder Verbindungen geschaffen werden.
Das Gangsystem ist verwinkelt. Es gibt Sternpunkte, von denen bis zu neun Tunnel abzweigen, und Abschnitte, die im Meterabstand in Seitentunnel münden. In den Tunneln beÀnden sich zudem mehrere Megalithen mit einem Gewicht von bis zu sieben Tonnen. Sie scheinen Spuren von oberÁächlicher Bearbeitung oder Ritzungen aufzuweisen, allerdings erodiert und nur schwer auszumachen. Ein weiterer, weniger grosser Stein ist dagegen mit deutlich erkennbaren, eingeritzten Runen beschriftet, von denen einige aus den überlieferten «gemeingermanischen Futhark-Reihen» der Runenkunde bekannt sind. Bei einem weite- Ausgabe 6/2013 21 Natürlich entstanden oder künstlich geschaffen?
Steinerne Artefakte, die während der Ausgrabungen zu Tage gefördert wurden.
ren, komplizierteren Ritzzeichen könnte es sich meiner Ansicht nach um eine Binde-Rune handeln.
Wozu das offenbar künstlich geschaffene Labyrinth einst diente und wieso es mit grossem Aufwand nicht nur verschlossen, sondern nachträglich wieder aufgefüllt wurde, ist bisher rätselhaft. Ein Bergwerk scheint es jedenfalls nicht gewesen zu sein, da es dort nichts abzubauen gibt. Auffällig sind die angenehme Atmosphäre und die gute Luft in den Tunneln, obwohl das verzweigte System nur einen einzigen Eingang hat. Jeden Tag arbeiten dauerhaft mindestens zehn Leute darin, und im- Runenartige Zeichen. Ein weiteres Indiz, dass in den Tunneln früher Menschen am Werk gewesen sein müssen.
mer wieder werden Touristengruppen hindurchgeführt. Also sollte man eigentlich eine schwer atembare, stickige Luft darin erwarten – umso mehr, als keinerlei Ventilationseinrichtungen installiert sind. Stattdessen jedoch ist die Luft selbst tief unter der Erde derart angenehm und frisch, feucht, aber nicht modrig, dass man so manchen der Gänge kaum verlassen möchte.
Natürlich wurde dieser Effekt untersucht. Dabei stellte man fest, dass zum einen die immer wieder wechselnde Höhe der Gänge für eine Luftzirkulation durch unterschiedliche Druckverhältnisse sorgt. Zum anderen enthält die Luft in den Tunneln eiteries» bestätigt: «Leider mussten wir unsere Untersuchungen mittlerweile beenden – wegen Anfeindungen lokaler Archäologen und Institutionen. Zudem hat uns Osmanagichs Foundation keinen Cent für unsere aufwändigen Forschungen bezahlt.
Immerhin konnten wir vor Ort drei Jahre lang intensiv forschen, insofern sind wir uns mittlerweile ziemlich sicher.»
Projektabbruch nach Zoff mit Osmanagich Debertolis macht keinen Hehl daraus, dass er ziemlich enttäuscht ist. Umso mehr, als man auch in Bezug auf die Ravne-Tunnel spannende Messresultate erhalten hätte. Wie andere Forscher kritisiert er, dass die originale gothische Form der Gänge von Osmanagichs Ausgräbern an diversen Stellen erweitert und bearbeitet worden sei: «Mittlerweile scheint es mir unmöglich, mit einer Foundation zu kooperieren, die sich – im Interesse der Touristen – nicht um die ursprüngliche Form der Tunnel kümmert, so dass deren Originalität für alle Zeit verloren geht.»
Kurios bleiben die Messungen von Debertolis’ Teams allemal.
Umso mehr, als im August 2013 ähnliche Ergebnisse auf dem serbischen Berg Rtank erzielt worden seien.
«Auch dort konnten wir Radiosignale (VLF) derselben Frequenz (28.300 HZ) registrieren, allerdings nur während 40 Minuten in einer Periode von 48 Stunden. Insofern ist der Radiowellenstrahl auf der bosnischen Sonnenpyramide nach wie vor der einzige, der sich in der Balkanregion regelmässig messen lässt.»
Laut Sam Osmanagich konnte der Energiestrahl von Visoko inzwischen von einem weiteren Forscher gemessen werden.
«Und zwar im Frühling 2013 vom serbischen Elektroingenieur Goran Samoukovic», wie er auf Anfrage von «mysteries» betont.
«Jeder ist herzlich eingeladen, das Phänomen selber zu veriÀzieren, solange er unsere Regeln akzeptiert.»
Bleibt zu hoffen, dass sich Debertolis' Messresultate nicht doch noch als heisse Luft entpuppen, wie so mancher Physiker derzeit im Internet unkt. Skeptikern zufolge wäre die Probe aufs Exempel selbst für Laien möglich. So sind Töne von 28.300 Hz für das menschliche Ohr zwar nicht mehr hörbar – für Hunde oder andere Tiere aber schon. Sie würden das hochfrequente Signal als extrem nervtötenden Laut wahrnehmen und vor ihm Reissaus nehmen…
lb. nOsmanagich (r.). Von manchen verehrt, von anderen kritisiert.
nen bemerkenswert hohen Anteil an negativen Ionen (Anionen), die als gesundheitsfördernd gelten.
In dem herausgeschafften Geröll und Füllmaterial sind gelegentlich steinerne Artefakte zu Ànden, ausserdem viele Steine mit bemerkenswert rechtwinkligen, dreieckigen oder sonstigen ungewöhnlichen Regelmässigkeiten. Jedes Objekt für sich genommen könnte zwar auch natürlich entstanden sein, aber ihre Menge macht zumindest nachdenklich. Artefakte oder nicht – das ist hier die Frage.
Jedermann darf vor Ort mitanpacken Vieles bleibt also umstritten. Kein Wunder, dass es speziell aus archäologischen Fachkreisen reichlich Anfeindungen gibt. Umso mehr, als die Foundation in ihrer Arbeitsweise unkonventionelle Wege geht und Pionierarbeit leistet. Bei der Forschung zu einem grossen Teil auf freiwillige, unbezahlte Helfer zu bauen, hat sich via Internet schon seit Jahren als erfolgreich erwiesen, beispielsweise bei den Projekten von www.zooniverse.org. Die «Bosnian Pyramid of the Sun Foundation» zeigt, dass das auch ganz unmittelbar vor Ort funktionieren kann.
Doch nicht nur Helfer zum Schaufeln, Schubkarrenschieben und Steineputzen sind gern gesehen: Jedermann, ob mit oder ohne akademischen Hintergrund, ist hier willkommen und darf freiwillig mitarbeiten, so lange er nichts zerstört. Die Offenheit geht sogar noch weiter, denn der Begriff «interdisziplinär» umfasst in Visoko nicht nur wissenschaftliche, sondern auch esoterische Disziplinen: Völlig selbstverständlich werden in den Tunneln neben dem Ionengehalt der Luft, Temperatur und Feuchtigkeit mittels Pendeln beispielsweise auch grenzwissenschaftliche «Bovis-Strahlungswerte» ermittelt, wird mit Georadar und Wünschelrute gearbeitet, wird gemessen, protokolliert und meditiert.
Was sind das überhaupt für Leute, die sich als «Volunteers» beim Pyramidenprojekt melden? Da war zum Beispiel ein deutsches Ehepaar, das sich zu einer zweijährigen Fahrradtour in den Nahen Osten aufgemacht und erst unterwegs von den bosnischen Pyramiden erfahren hatte. Oder ein dänischer Frührentner, der schon zum vierten Mal dabei war und diesmal so lange Überfluteter Tunnel. Im Vordergrund Trockenmauern.
Steinernes Rad. Funde wie diese geben Osmanagichs Theorien trotz aller wissenschaftlichen Kritik Auftrieb.
Blick ins Tunnelsystem. Gute Luft, angenehme Kühle und «positive Energie» sorgen für Wohlbefinden. (Foto: René Tobler) bleiben wollte, bis ein Eingang in die Sonnenpyramide gefunden würde. Oder zwei Freundinnen aus Kanada, die sich vor allem für die spirituellen Aspekte interessierten. Da waren Hobbyforscher und Abenteurer, Neugierige und Esoteriker, Frauen und Männer, Jugendliche und Rentner – allen gemeinsam war jene gewisse Offenheit von Menschen, die Dinge bewegen wollen.
Von Anfang an herrschte eine sehr gute Atmosphäre, und all die unterschiedlichen Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt wuchsen zu einer Gruppe zusammen, die nicht nur zusammen arbeitete, sondern abends auch gemeinsam feierte – auf der Dachterrasse des Motels oder draussen am Lagerfeuer. Einen wesentlichen Beitrag zur guten Atmosphäre leistete übrigens Tim Moon, der archäologische Leiter der Ausgrabungen, der mit seiner sympathischen, humorigen Art immer ein Teil der Gruppe und ein kompetenter Viele empfinden das Tunnelsystem als äusserst starken Kraftort.
Ansprechpartner war.
New-Age-Meditation auf der Bergspitze Zur Sommersonnenwende fanden sich meiner Schätzung nach 300 Menschen auf der Spitze der Sonnenpyramide ein, angereist aus den verschiedensten Ländern. Nach einer Ansprache von Osmanagich folgte eine magische Zeremonie, die stark New-Age-orientiert war und mit der Sonnenwende als solcher nichts zu tun hatte, bei den meisten Anwesenden aber gut ankam.
Dazu passt, dass in den Tunneln auch Infotafeln über die mittels Pendel-oder Wünschelrute ermittelte «Energiestrahlung» angebracht sind, mit beachtlichen Wertangaben von bis zu 40’000 Bovis.
Da ich mich selber mit Dingen dieser Art befasse, meditierte ich während meines Aufenthaltes hie und da und fühlte mich hinein.
Einfach so, ohne radiästhetische Hilfsmittel.
Deutliche Kraftorte, wie man sie in manchen alten Kirchen, Steinsetzungen oder auch natürlichen Strukturen Àndet, konnte ich dabei allerdings nicht wahrnehmen, weder auf der Sonnen- oder Mondpyramide noch in den Tunneln, auch nicht bei den Schildern mit den hohen Bovis-Werten.
Das Tunnelsystem insgesamt vermittelte allerdings ein bemerkenswert intensives Gefühl. Und das nicht nur der guten Luft und der angenehmen Kühle wegen. Praktisch jeder hielt sich gern darin auf, und die körperliche Arbeit in den Tunneln war allgemein beliebt – obwohl das Schieben von Schubkarren voller Geröll wahrlich keine besonders spannende Tätigkeit ist.
Ich würde das Tunnelsystem insgesamt als einen Kraftort bezeichnen. Auch das Städtchen Visoko und das ganze Tal hat eine besondere Atmosphäre, einen gewissen Touch, der an nichts Konkretem auszumachen ist, sich aber in vielen Kleinigkeiten ausdrückt. In der allgemein gelassenen Stimmung beispielsweise, dem südländischen, aber entspannten Strassenverkehr, den meist liebevollen, herumstreunenden Hunden, die sich über jede Streicheleinheit freuen. Oder den Gebetsrufen von den Minaretten der Moscheen, die hier kein aufdringliches Geschrei aus übersteuerten Lautsprechern sind, sondern ein angenehm klingender mystischer Singsang.
Die noch immer reichlich vorhandenen Kriegsschäden wirken bizarr – die Vorstellung, dass hier bis vor 15 Jahren noch Krieg herrschte, erscheint surreal. Ein anderer freiwilliger Helfer empfand ebenso: Keine konkreten Kraftplätze, aber irgendwie ist die ganze Gegend einer. «Das nächste Tal fühlt sich schon ganz anders an», sagte ein weiterer.
Ein Detail spezieller Art spaltet Befürworter und Kritiker der Ausgrabungsstätte derzeit besonders und sorgt nicht zuletzt Infoschild in den Ravne-Tunneln. Laut Pendlern und Wünschelrutengängern sollen hier starke Kräfte spürbar sein.
Ausgabe 6/2013 im Internet für allerlei fantastische Spekulationen: Nach Angaben der «Bosnian Pyramid of the Sun Foundation» wird aus der Spitze der Sonnenpyramide nämlich ein kontinuierlicher elektromagnetischer «Energiestrahl» mit einer Frequenz von 28,3 kHz senkrecht nach oben ausgestrahlt (siehe dazu Textbox auf Seite 22 und Seite 23). Auf Illustrationen der Stiftung wird dieses Mysterium mittlerweile sogar künstlerisch dargestellt.
Für mich stand fest: Diesen fantastischen, physikalisch messbaren Effekt wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen! So stieg ich also mit einem Taschenoszilloskop und einer Rolle Kabel als Antenne auf den Berg, um zu messen. Leider gab es da nichts zu messen, auch nicht mit 15 Metern Kabel und schliesslich der ganzen aufgewickelten Rolle. Egal, ob als geschlossene Schleife oder offen: Nichts. Das kleine Oszilloskop hat immerhin eine EmpÀndlichkeit von 10 Millivolt und zeigte auch einiges an: Restwellen von irgendwelchen Signalen, Elektrosmog – aber de- Ànitiv kein 28,3-kHz-Signal.
Ich lief mit dem Gerät auf der Pyramidenspitze umher, das Antennenkabel nachziehend und immer wieder neu auslegend, doch das Ergebnis blieb immer dasselbe. Ebenso in den Tunneln, wo einer der Megalithen ebenfalls ein 28,3-kHz-Signal emittieren soll. Die einzigen Signale, die ich dort empÀng, stammten von den Stromleitungen und den LeuchtstofÁampen.
War meine Ausrüstung zu schlecht? Oder war das Signal zu schwach? Konkrete Messdaten zu bekommen, ist schwierig: Auf der Seite der «Foundation» Àndet sich zwar ein angegebener Pegelwert von 3,9 V, aber woran gemessen? An einer Ferritantenne? Ich hatte im Vertrauen auf ein starkes Signal («Energiestrahl»!) keine Ferritantenne dabei, denn eigentlich hätte sich ein solch deutliches Signal im 10-mV-Bereich mit meiner Drahtantenne messen lassen müssen.
Fragwürdiger Mix aus Wissenschaft und Esoterik Der Effekt wäre nicht weniger interessant, wenn er nur schwach wäre – aber wieso muss man dann so dick auftragen und gleich einen Begriff wie «Energiestrahl» bemühen? Kleine Ungenauigkeiten, Übertreibungen und Verwirrungen gibt es bei diesem Forschungsprojekt leider einige. Und nicht alles, was als gesichertes Wissen dargestellt wird, steht tatsächlich auf festem Boden. Vielmehr werden in Visoko akademische und esoterische Erkenntnisse, solare und lunare Prinzipien derart unbekümmert Blick ins Tal: Rekonstruierte mittelalterliche Festungsmauern auf der Spitze der Sonnenpyramide.
Suche nach Artefakten. Der Autor beim Sichten des Tunnelschutts.
durcheinander gemischt, dass sie für einen Laien kaum zu unterscheiden sind.
Zudem besteht der Internetauftritt der «Foundation» aus einer verwirrenden Vielfalt von Seiten, die nicht erkennen lässt, welche nun gerade die ofÀziellste und im Moment aktuellste ist (www.bosnianpyramidofthesun.com). Das sind unglückliche Details, die für sich genommen alle nicht so schlimm sein mögen, in ihrer Gesamtheit aber unnötigerweise ein seltsames, schiefes Bild des Projektes vermitteln.
Von solchen Kritikpunkten abgesehen muss man anerkennen, dass die «Bosnian Pyramid of the Sun Foundation» für eine Privatinitiative in wenigen Jahren Unglaubliches geleistet hat.
Vielleicht Àndet sich unter den Lesern dieses Artikels ja jemand, der sich mit besserer Messtechnik, als ich sie dabei hatte, zur Sonnenpyramide aufmacht, um etwas mehr Klarheit in das Energiestrahl-Mysterium zu bringen?
n▼ Schacht in die Mondpyramide. Deutlich erkennbar sind die übereinander geschichteten Steinblöcke.
Kurioser Energiestrahl: Professor hält an seiner Entdeckung fest Bereits 2007 berichtete der belgische Globetrotter Philip Coppens in «mysteries» über seine Reise nach Visoko. Vieles wurde seither über den Berg Visocica, die bosnische «Sonnenpyramide», geschrieben. Und noch mehr spekuliert. Dennoch bleibt eine gesunde Portion Vorsicht angebracht, wie Coppens mahnte. Für ihn, so betonte der aufgeschlossene Experte erst kürzlich noch vor seinem unerwarteten Tod, sei die Pyramide kein komplett von Menschenhand errichtetes Bauwerk wie Sam Osmanagich glaubt – sondern viel eher ein natürlicher Hügel, der irgendwann in grauer Vorzeit bearbeitet wurde.
Neue Nahrung erhielt die Kontroverse 2012, als ein multidisziplinäres Projekt der italienischen Universität Triest und dem Politecnico Milano eine beinahe schon sensationell anmutende Entdeckung bekannt gab. Zwar glaubt auch das Team um Professor Paolo Debertolis und den kroatischen Physiker Slobodan Mizdrak, dass die Pyramide von Visoko natürlichen Ursprungs, im besten Fall also ein «ummodellierter Berg» ist.
Umso verblüffter war der Professor, als sein Team vor Ort mit physikalischen Mitteln einen mysteriösen Energiestrahl mass.
Debertolis bestätigte diese aufsehenerregende Entdeckung im November 2012 gegenüber dem Saarbrücker Journalisten Andreas Müller: «Der Strahl tritt in 2,44 Kilometern Tiefe un- Von ihrer Entdeckung überzeugt: Debertolis (l.) und sein Team.
terhalb des Pyramidenhügels aus einer sehr grossen metallischen parabolisch geformten Platte von 800 Metern Durchmesser aus. Diese Platte erzeugt elektromagnetische Wellen von 28.300 Hz und damit elektromagnetische Längswellen (VLF), die sich etwa 15 Meter über dem Gipfel der Pyramide konzentrieren. Wir können uns dieses Phänomen nicht erklären!»
Unterhalb des Berges Visocica gäbe es somit tatsächlich etwas wirklich Merkwürdiges, glaubt der Professor. «Es ist durchaus möglich, dass diese ‹Maschine› unter dem Berg das Produkt einer antiken Zivilisation ist.» Einen ausführlichen Bericht dazu wollen er und seine Teamkollegen noch in diesem Jahr veröffentlichen, wie Professor Debertolis auf Anfrage von «mys-
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/60-staatliche-mittel-fuer-die-ausgrabungen-sind-in-bosnien-unden-page19-1.jpg403525Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2013-06-01 12:00:002025-12-15 15:54:25Staatliche Mittel FüR Die Ausgrabungen Sind In Bosnien Undenkbar.
Wer hat nicht schon versucht, seine Finger wie «Enterprise»-Spitzohr Spock zu spreizen? Zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen war der berühmte Vulkaniergruss 1967. Die komplizierte Fingerhaltung gibt es aber schon weitaus länger: Sie gehört zum altjüdischen Brauchtum.
«Lebe lang und in Frieden.» So begrüssen sich Vulkanier in der TV-Serie «Stark Trek» (Raumschiff Enterprise) seit 1967 mit erhobener Hand. Selbstverständlich auch im neusten KinoÀlm, der im April dieses Jahres Premiere feierte. Eingeführt wurde die nur mit viel Fingergeschick nachahmbare Geste seinerzeit in der TV-Folge «Amok Time» («WeltraumÀeber»). Doch: Wer hat den «Vulkanier-Gruss» eigentlich erfunden?
Spock-Darsteller Leonard Nimoy (82) weiss es am besten. Bereits 1975 in Buchform und 1983 in der TV-Dokumentation «Star Trek Memories» klärte er seine Fans auf: «In besagter Serienfolge begegneten Kapitän Kirk, Doktor McCoy und ich selbst auf Spocks Heimatplaneten Vulkan der Hohepriesterin T’Pau. Sie wurde in einer Sänfte getragen, und wir sollten gemäss Drehbuch einige Worte mit ihr wechseln. Da kam mir die Idee, dass hier etwas Besonderes passieren müsste. Dass wir eine spezielle rituelle Begrüssung erÀnden sollten.»
Der Regisseur schloss sich Nimoys Vorschlag an. Den speziellen Handgruss mit den ungewöhnlich gespreizten Finger musste der Spock-Darsteller aber nicht neu erÀnden. Vielmehr erinnerte er sich an ein Erlebnis aus seiner Kindheit: «Wir waren orthodoxe Juden und gingen regelmässig in die Synagoge. Ich sass zwischen meinem Vater und meinem Bruder, und an einer be- Ältester Segensspruch der Bibel. Mosaik des Aaronitischen Segens in der Synagoge von Enschede (Niederlande).
So grüssen Vulkanier. Spock-Darsteller Leonard Nimoy (links: 1967, rechts: 2010) stimmten Stelle des Gottesdienstes segneten uns die Kohanim, die Priestervertreter. Dabei musste die Gemeinde sich umdrehen und durfte nicht hinsehen. Als etwa neunjähriger Knabe schielte ich trotzdem zurück – und sah, wie die Kohanim zur Segnung ihre Finger entsprechend spreizten.» Der kleine Leonard war beeindruckt. «Ich übte diese Geste von da an jeden Tag.»
«Noch heute werden die Finger bei uns so gespreizt» Tatsächlich richten die jüdischen Priestervertreter ihre Finger auch heute noch V-förmig aus, wenn sie ihre Gemeinde segnen. Der so genannte «Aaronitische Segen» ist der älteste in der Bibel überlieferte Segen, den Gott Moses offenbarte. «Er wird an bestimmten Feiertagen gesprochen», bestätigt Yves Kugelmann, Herausgeber der jüdischen zeitschrift «Tachles» und in seinen jüngeren Jahren ebenfalls «Enterprise»-Fan. «Auch heute noch werden die Finger bei uns derart gespreizt und noch heute wendet sich die Gemeinde dabei von den Kohanim ab.» Das zeichen, das die Priestervertreter dabei mit ihrer Hand andeuten, so Kugelmann, symbolisiere «Shin», den Anfangsbuchstaben von «Shaddai», dem Allmächtigen.
Unerwartete Probleme bereitete der Vulkanier-Gruss übrigens Nimoys Nachfolger zachary Quinto, der den jungen Spock kürzlich zum zweiten Mal auf der Leinwand verkörperte. Weil es ihm trotz aller Verrenkungen nicht gelang, seine Finger entsprechend zu positionieren, klebte sie ihm Regisseur J. J. Abrams für die Filmaufnahmen kurzerhand zusammen.
Dass die bosnische «Sonnenpyramide» und ihr Umfeld noch allerlei Überraschungen bergen, scheint seit 2011 klar. Damals gelang es einem deutschen Team um den Berliner Physiker «Timomathiks» auf Initiative des Wiener Globetrotters Klaus Dona mittels einer neuartigen Methode der Bodenerkundung («Geo- Scan») etliche Gänge und Hohlräume zu orten, wie folgende, hier erstmals veröffentlichte Diagramme zeigen. Wann, wie und vom wem die Tunnel einst angelegt wurden, ist derzeit nur schwer überprüfbar. Dazu Sam Osmanagich: «Der Pyramidenberg ist mit einer äusserst harten Schicht überzogen, doppelt so hart wie heutiger Beton, die sich nur mit Dynamit öffnen liesse. Insofern verfolgen wir derzeit andere, weniger zerstörerische Wege.»
Die unterschiedlichen Farben markieren die unterschiedlichen Tiefen der rund um die Sonnenpyramide aufgespürten Gänge und Hohlräume.
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/60-sonnenpyramide-deutsche-geo-scans-zeigen-weitere-anomalien-page25-1.jpg5241299Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2013-06-01 12:00:002025-12-15 15:53:53Sonnenpyramide: Deutsche Geo-Scans Zeigen Weitere Anomalien
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/60-seherin-medium-elisabeth-feher-page59-1.jpg18171304Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2013-06-01 12:00:002025-12-15 15:53:29Seherin – Medium Elisabeth FehéR
Vieles spricht für Axum. Dennoch will der ehemalige amerikanische CIA-Agent Ed Dames die biblische Bundeslade ganz woanders geortet haben – und zwar in Höhlen unter dem Kloster Sankt Theodosius bei Bethlehem.
«Ich weiss, wo die Bundeslade ist», behauptet auch der Amerikaner Edward A. Dames in seinem 2012 ins Deutsche übersetzte Buch «Ich war Psi-Spion».
Dames leitete mehrere Jahre eine geheime Truppe innerhalb der CIA: Eine «Remote Viewing»-Einheit, die mental oder per Telepathie Gegner überwachte, verborgene Orte entdeckte oder nach verschollenen Personen fahndete.
Zu Trainingszwecken beauftragte Edward Dames seine Psi-Spezialisten unter anderem, per Fernwahrnehmung die Bundeslade aufzuspüren. Gemäss eigenen Aussagen mit Erfolg. Nach mehreren Sessionen und diversen «mentalen Reisen» in die Vergangenheit waren sich die Agenten sicher: Sie haben das Heiligtum entdeckt. «Die Bundeslade liegt in unterirdischen Höhlen unter einem Kloster namens Sankt Theodosius in der Nähe von Bethlehem», so Dames. Genauer gesagt bei der Stadt Al-Ubeidiya.
«Ich hatte nicht die geringste Chance» Leider konnte er mit der damaligen Erkenntnis nicht viel anfangen, bedauert der Ex-Spion. Die Mönche dort «liessen meist nicht einmal Touristen hinein, ganz zu schweigen von qualiÀzierten Archäologen oder Forschern: «Ich hatte nicht die geringste Chance.» Auch die israelische Regierung werde ihm nicht helfen können, ist Dames überzeugt. Und die Palästinenser, die jene Region mittlerweile verwalten, seien auch nicht gerade für ihre Verhandlungsbereitschaft bekannt: «Jetzt, wo Sankt Theodosius innerhalb des neuen politischen Territoriums der Hamas liegt, wagt sich keiner auch nur in die Nähe des Gebiets.»
Vielleicht liegt der Amerikaner mit seinem Pessimismus aber auch falsch.
Denn die Zeiten haben sich geändert. So bewirbt die «Palästinensische Mission» – die diplomatische Vertretung Palästinas in Deutschland – die Anlage auf ihrer kloster sankt Theodosius: Laut Dames könnte sich Gottes Truhe unter dieser rund zwölf Kilometer von Bethlehem entfernten Stätte im Palästinenser-Gebiet befinden.
Internetseite mittlerweile als eine Attraktion des Landes: «Das Kloster St. Theodosius wurde 476 n. Chr. gegründet und liegt zwölf Kilometer östlich von Bethlehem. Es wurde während der persischen Invasion zerstört und später von der griechisch-orthodoxen Kirche über den Ruinen einer alten Kreuzfahrerkirche wieder errichtet. Eine weisse Höhle markiert die Grabesstätte des Heiligen Theodosius. Die Tradition erzählt, dass hier die Weisen Rast gemacht haben, als Gott ihnen im Traum erschien und sie vor einer Rückkehr zu Herodes warnte. Heute leben in Auf Dames’ Behauptungen betreffend der Bundeslade angesprochen, gab sich die deutsche Botschaftssprecherin Halah Abu Mugheisib zurückhaltend: «Ich kann Ihnen zu Ihren Fragen leider keine konkreten Auskünfte geben. Wir stellen auf unserer Website das Kloster zwar vor, jedoch nur aus der touristischen Perspektive, da das Kloster für Besucher offen ist.»
Telefonisch oder per Mail waren die Mönche leider ebenfalls nicht erreichbar.
Neben einem Abstecher ins äthiopische Axum könnte sich für Schatzjäger also auch ein Trip ins Umland von Bethlehem lohnen.
À. ■
Edward Dames: Seit Jahren sorgt er mit seinem Psi-Wissen und seinen Prognosen für hitzige Kontroversen.
Ist der rätselhafte bayerische Chiemseekessel bald Geschichte? Sofern sich kein potenter Käufer meldet, droht dem um 1920/1930 gefertigen Goldgefäss im schlimmsten Fall die Einschmelzung. «mysteries» durfte das umstrittene Meisterstück nun erstmals aus allen Perspektiven fotograÀeren.
Seit 2006 liegt er im Tresor einer zürcher Bank. Kein Journalist durfte ihn bislang ablichten. Vermutlich vom 1932 verstorbenen Münchner Goldschmied Otto Gahr gefertigt, dürfte der Prunkkessel für Heinrich Himmlers SS-Stützpunkt in der Wewelsburg (Nordrhein-Westfalen) bestimmt gewesen sein – als «Heiliger Gral». Obwohl seine genaue Herkunft nach wie vor im Dunkeln bleibt, steht das aus 18-karätigem Gold gefertigte Kunstwerk ab sofort ofÀziell zum Verkauf. Mindestpreis: Rund 400’000 Euro.
Das entspricht in etwa dem aktuellen Goldwert.
Entdeckt hatten den 28,5 zentimeter hohen Pott mit über 50 zentimetern Durchmesser 2001 die Münchner Schatzsucher Jens Essig und Stefan Lohmann im bayerischen Chiemsee.
Heimlich wurde das Prachtstück vom bayerischen Finanzministerium zwei Jahre später für 160’000 Euro verschachert – und 2006 in der Schweiz beschlagnahmt, weil ein Millionenbetrüger damit Schindluder trieb. Nach dessen Verurteilung werden nun Käufer für das Konkursobjekt gesucht.
Wer rettet den Kessel vor dem Schmelzofen?
«Erstaunlicherweise haben sich bis heute erst wenige Interessenten bei uns gemeldet», so die zuständige behördliche Konkursverwalterin Katharina Kuster in Rapperswil. Ausnahmsweise gestattete sie «mysteries» exklusiv, das nach wie vor im Panzerschrank aufbewahrte, über zehn Kilogramm schwere Stück ausführlich fotograÀsch zu dokumentieren. Im Interesse der Gläubiger – und weiterer historischer Recherchen.
Falls sich wider Erwarten kein Käufer Ànden sollte, wird der Goldkessel öffentlich versteigert – um danach im schlimmsten Fall im Schmelzofen zu landen. Noch hofft Katharina Kuster deshalb auf das Interesse von Behörden, Museen, Wissenschaftlern, Kunsthändlern oder vermögenden Privatsammlern.
zu Recht, wie «mysteries» meint. Denn wer den Goldpott aus dem Chiemsee genauer in Augenschein nimmt, entdeckt faszinierende Details, die aus kunsthistorischer Sicht weiterer Forschung bedürften: Warum weist eines der Gesichter ein Loch im rechten Auge auf? Weshalb zeigen die keltisch angehauchten Motive neben Fabelwesen die Erdrosselung und Köpfung von Menschen? Und welche Geschichte erzählen die bislang kaum beachteten Figuren auf der Innenseite?