«PSI-WUNDER» AUS BREMEN MELDET SICH ZURÜCK

«Dreh Dich – bieg Dich!»: Er liess Aschenbecher rotieren und Löffel schweben – ohne sie anzufassen. «Sensationell!», urteilten Wissenschaftler um 1976 verblüfft. Dann wurde es um Claus Rahn still. Nun plant der Bremer sein Comeback, wie er «mysteries» verrät – und wartet mit neuen Filmaufnahmen auf.

den, auf denen der bald 60-Jährige schier Unglaubliches vollbringt: Metallund Plastiklöffel verkrümmen sich auf sein Kommando wie von Geisterhand – und biegen sich wieder zurück. Einige davon gar eingeschlossen im Glaskasten.

«Und das ist nur der Anfang», wie Rahn gegenüber «mysteries» verrät. «Ich habe da noch einige Überraschungen in der Hinterhand. In Kürze werden wir weitere Filme aufschalten – etwa von einer von Luc Bürgin Claus Rahn ist zurück – und wie! Dreissig Jahre lang war es um das deutsche Psi-Ausnahmetalent («Dreh Dich!», «Bieg Dich!») stillgeworden. Nun ist der Bremer daran, eine eigene Homepage aufzubauen: www.claus-rahn.de.

Bereits jetzt können dort sieben kleinformatige Amateurvideos bestaunt wer- Münze, die ich mit Gedankenkraft verkrümme – oder von einem Löffel, den ich schweben lasse.»

Alles Humbug? Billige Film-oder Zaubertricks? Im Gegenteil, wie selbst skeptische deutsche Wissenschaftler bereits Mitte der 70er-Jahre verdutzt eingestehen mussten. Angefangen hatte alles nämlich bereits vor 32 Jahren – mit einem Brief von Rahn an den Chefredakteur der grenzwissenschaftlichen Zeitschrift «esotera», Gert Geisler. Der damals 27-jährige Psychokinet bat darin, seine paranormalen Kräfte untersuchen zu lassen.

«Tanzende» Löffel In Geislers Familienkreis kam es zu ersten kleinen «Wundern»: Ohne ihn dabei zu berühren, liess Rahn etwa einen Teelöffel auf der Hand von Geislers Frau «tanzen». Der «esotera»-Chef war beeindruckt – und vermittelte den Psychokinet an das Parapsychologische Institut in Freiburg weiter, zum berühmten deutschen Psi-Professor Hans Bender.

Der führte in der Folge allerlei Tests durch. Prompt sorgte Claus Rahn erneut für Aufsehen, indem er etwa einen Teelöffel über Benders Hand hüpfen liess – ebenfalls ohne dabei seine eigenen Hände zu Hilfe zu nehmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war Rahn nur wenigen Lokaljournalisten ein Begriff. Doch nachdem der gelernte Sanitärkaufmann seine Gabe im wissenschaftlichen Rahmen unter Beweis gestellt hatte, nahm auch das Medieninteressen rapid zu. Ob «Bild» oder «Spiegel»: Plötzlich gaben sich die Journalisten bei ihm die Türklinke in die Hand.

Einhelliger Tenor in der deutschen Presse: Der Psychokinet sei besser als sein Vorbild Uri Geller. Vorbild deshalb, weil Rahn erst durch eine «Geller-Show» auf seine eigenen Kräfte aufmerksam wurde.

Besonders beeindruckt davon zeigten sich die Beobachter, dass Rahn sein Repertoire an Phänomenen stetig auszudehnen vermochte. Wohl, weil er seine Fähigkeiten immer wieder trainierte, wie «esotera» im August 1976 festhielt: «Claus Rahn, der ungern darüber spricht, lässt immerhin erkennen, dass er oft stundenlang übt, jene selbst von ihm nur gefühlsmässig abschätzbare psychische und physiologische Situation herbeizuzwingen, ‹in der etwas geht›.»

Auch den Physiker Dr. Hans-Dieter Betz von der Universität München konnte Rahn seinerzeit überzeugen. Zwei Monate lang hatte sich der Psychokinet den Forschern aus München für Tests zur Verfügung gestellt. Nicht jedes Experiment verlief erfolgreich. Dennoch musste Betz am Ende zugeben: «Er hat echte Effekte produziert, das steht ganz ausser Zweifel.»

«Er hat echte Effekte produziert – das steht ganz ausser Zweifel.»

Die Bandbreite der von Rahn erzeugten Phänomene war in der Tat beachtlich: Das Psi-Talent bewegte Metallgegenstände, ohne sie zu berühren. Er verbog Besteckteile und Schlüssel oder liess sie wie durch Geisteskraft schweben. Besonders interessant: Er versetzte auch Aschenbecher oder Schalen in schnelle Rotation – ebenfalls ohne sie dabei auch nur mit dem Finger zu berühren. «Wunder», wie sie bis heute kein anderer Psi-Begabter produzieren konnte.

Und «Wunder», die auch Jürgen Fritsch mitverfolgen konnte. Der Hamburger Journalist besuchte Rahn 1976 gemeinsam mit einer Psychologin. Gleich zu Beginn legte Rahn seinem Besucher einen Löffel auf den Handrücken. Seine eigene Hand hielt er anschliessend 15 Zentimeter darüber.

«Als Claus mit seiner Hand in Richtung meines Ellenbogens fuhr, hob der Löffel ab, schwebte zwischen seiner und meiner Hand und bewegte sich dann, wie von seiner Hand geführt, in Richtung auf meinen Ellenbogen zu. Nach etwa 30 Zentimetern Luftweg fiel er neben meinem Arm herunter», erinnerte sich der Journalist.

Kein Magnet im Ärmel Umso erstaunlicher, dass sich Fritsch den Löffel zuvor selber aussuchen durfte und Claus Rahn (2007). In seinen Händen die «esotera» von 1976 mit ihm auf dem Cover.

1976: Teillevitation eines Teelöffels durch Rahn. (Fotos: Jürgen Fritsch) Rahn beim Experiment ein kurzärmliges T-Shirt trug, «indem auch der beste Illusionist keinen Magneten oder ähnliche Hilfsmittel im Ärmel verstecken kann».

Ausserdem hätte bei einem Magneten der Löffel sofort reagieren müssen, «aber zuerst passierte nichts», so Fritsch. Die Levitation selber dauerte dann knapp fünf Sekunden und wurde auch von der anwesenden Psychologin erstaunt zur Kenntnis genommen.

Später liess Rahn für seine Besucher gar noch einen Suppenlöffel auf dem Tisch rotieren. Um ihn nochmals auf die Probe zu stellen, fuhr der Journalist mit dem Psychokineten schliesslich in ein Restaurant.

Dort verbog Claus Rahn den Schlüssel der Psychologin.

Dazu Jürgen Fritsch: «Claus hatte den starken Schlüssel verbogen. Etwa zwei bis drei Millimeter. Wir legten den Schlüssel auf den Tisch, um ihn zu fotografieren. Danach meinte Claus, die Drehung wäre noch nicht eindrucksvoll genug, nahm den Schlüssel wieder in die Hand und rieb ihn.

Dann sagte er zu mir: ‹Schnell anfassen und biegen!› Ich langte hin und hatte einen winzigen Moment lang den Eindruck, dass der Schlüssel ziemlich weich war. Claus hielt den Schlüssel an der einen Seite fest und ich an der anderen. Anschliessend stellten wir fest, dass wir ihn noch mehr verbogen hatten. Auch diese zweite Phase hielten wir fotographisch fest.»

«Im Restaurant gelang es ihm, einen Metallaschenbecher rotieren zu lassen.»

Schliesslich folgte der eigentliche Clou: Ebenfalls im Restaurant nämlich gelang es dem Bremer noch, einen Metallaschenbecher auf dem Tisch rotieren zu lassen.

«Ich wagte es, den Teller mit meinem Finger anzuhalten. Als ich wieder losliess, sauste er wieder wie aufgezogen um seine eigene Achse», gab Journalist Fritsch verwundert zu Protokoll.

Offen für alle Untersuchungen Dass derart viele Versuche an einem einzigen Tag gelangen, überraschte sogar Rahn selber. Seine Kritiker brachte er damit dennoch nicht zum Verstummen – er wäre auch der erste Psychokinet gewesen, dem das gelungen wäre.

Eigentlich unverständlich, denn allein schon die Vielfalt seiner Kunststücke liess den Einsatz von Hilfsmitteln sehr unwahrscheinlich erscheinen. Kam dazu, dass sich Claus Rahn immer gerne wissenschaftlichen Untersuchungen stellte – und so ziemlich jedes Experiment ohne Murren über sich ergehen liess.

Damit soll nun aber Schluss sein, wie der Mann heute gegenüber «mysteries» betont. «Sie können sich nicht vorstellen, was ich damals alles mitmachen musste! Ob ins Fernsehen oder zu Wissenschaftlern: Ich wurde von einem Termin zum anderen geschleppt. Das ging auf die Seele, hat extrem viel Kraft gekostet…»

Aus diesem Grund sei er nach dem Rummel in den 70er-Jahren dann auch abgetaucht. Folge: Der «Wundermann» geriet in Vergessenheit. Nur noch wenige Insider können sich heute an ihn erinnern.

Selbst die grösste Internet-Suchmaschine «Google» findet seinen Namen nicht.

«Auch heilerische Kräfte» Das dürfte sich nun bald ändern. Allerdings seien der eigentliche Grund, warum er wieder Publizität suche, weniger seine psychokinetischen Fähigkeiten, betont Claus Rahn.

Offenbar besitze er nämlich auch heilerische Kräfte, wie er vorsichtig anmerkt. «Das fing eigentlich in der Familie an», erzählt er. «Leg doch mal die Hand auf, hiess es da. Mach doch mal, das kann ja nie schaden…»

Der «irrsinnige» Erfolg seiner Heilungen habe ihn selber überwältigt, gesteht der Bremer. «Da war etwa die Wunde meiner Tochter, die sich nicht schliessen wollte, bis ich es halt versuchte. Bereits nach zwei Tagen war dann alles wieder gut.» Auch anderen habe er geholfen.

Geld nehme er für seine Heilungen aber keines, betont Claus Rahn in aller Deutlichkeit. Und fügt bescheiden an: «Schliesslich bin ich es ja gar nicht selbst, der heilt. Offenbar löse ich bei den Betroffenen irgendwelche Selbstheilungskräfte aus. Es klappt denn auch nur, wenn die Person sympathisch ist und an den Erfolg glaubt.»

Einem öffentlich organisierten Experiment wäre er grundsätzlich nicht abgeneigt – wenngleich er sogleich anfügt, dass er grundsätzlich keinerlei Garantie auf Heilerfolge gebe. «Aber wenn ich zumindest einigen damit helfen kann, ist das doch schon eine schöne Sache.»

Drei klare Löffel auf einer schwarzen Oberfläche.
Ein Mann, der ein Magazin mit einem Mannfoto hält.
Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch und schauen auf einen Löffel.
Ein Plakat mit einer Waldszene und den Worten "Am richtigen Ort" darauf.
Eine Gruppe von Männern, die etwas auf einem Tisch betrachten.

SCHWEIZER TV PLANT KORNKREIS-FILM

92 MILLIONEN: DEUTSCHLAND STOTTERT IMMER NOCH KRIEGSSCHULDEN AB

Claude Vorilhon alias Rael legt Rekurs ein. Dies, nachdem die Schweizer Behörden dem umstrittenen Oberhaupt der «Raelianer» verboten haben, sich im Kanton Wallis niederzulassen.

Entbrannt war die Kontroverse bereits letztes Jahr, als der Franzose dort ein Gesuch stellte, um sich als Handelsvertreter niederzulassen – und zwar im Dorf Miège, wo bereits sein Freund Allan Tschopp wohnt. Dem Kanton Wallis gefällt dieses Vorhaben aber nicht. Die Behörden haben ihm deshalb die Bewilligung verweigert. Die Auffassungen des «UFO-Gurus» stünden im Widerspruch zu den Grundwerten der Schweiz, hiess es. Vor allem seine Lehre der sexuellen Freiheit sowie das Klonen von Menschen gefällt den Behörden des streng katholischen Kantons nicht. Rael selber mag diese Begründung nicht akzeptieren. Nun will er vor Gericht Rekurs einlegen, wie seine Sprecherin sagt.

Das Schweizer Fernsehen (SF) lässt diesen Sommer einen Spielfilm zum Thema Kornkreise drehen: Unter dem Titel «Das Geheimnis von Murk» arbeitet das C-Films-Studio gegenwärtig an einer TV-Comedy. «Drehbeginn wird diesen Sommer sein», wie die Fernsehverantwortlichen auf Anfrage bestätigen. Der Film soll von der Entdeckung eines Kornkreises in einem Schweizer Dörfchen handeln. Während die Frau, auf deren Land der Kornkreis erschien, dessen Erscheinen kommerziell nutzen möchte, mag sich ihr Mann nicht am «Wunder» bereichern. Er ruiniert das rätselhafte Piktogramm über Nacht – bis kurz darauf ein neuer Kornkreis auftaucht. Wie der Film ausgeht und wann er ausgestrahlt wird, will das Schweizer Fernsehen «zu gegebener Zeit kommunizieren».

Hört das denn nie auf? Noch immer müssen die Deutschen Schulden aus dem Ersten Weltkrieg abstottern – bis 2010 noch mindestens 92 Millionen Euro, wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage von «mysteries» bestätigt.

Die Reparationszahlungen, die dem Deutschen Reich 1919 im Versailler Vertrag von den Siegermächten auferlegt wurden, straften die Nation hart. Nach Erfüllung der Forderungen war kein Geld mehr da. Und um die Infrastruktur wieder aufzubauen und stabile Verhältnisse zu schaffen, musste sich das Land erneut hoch verschulden und entsprechende Auslandanleihen aufnehmen. Die Anleihen wurden bis 1983 zurückbezahlt.

Offen aber blieben Zinsrückstände aus den Jahren 1945 bis 1952 – insgesamt rund 250 Millionen Mark. Noch immer muss Deutschland diese Schulden abstottern, in jährlichen Raten: Für 2007, 2008 und 2009 je 5 Millionen Euro, die der Staat an Zins- und Tilgungszahlungen noch zu leisten hat. 2010 schliesslich werden zudem weitere 77 Millionen Euro fällig. Und dann dürfte Schluss sein. Vorausgesetzt, «es müssen nicht noch nachträglich eingereichte Papiere bedient werden», wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage erklärt. Eine Frist zur Einreichung von Nachforderungen sei nicht vorgesehen.

Vereinbart wurden die Zahlungs-Formalitäten nach dem Zweiten Weltkrieg im Londoner Schuldenabkommen von 1953. Die Zahlung der fehlenden Zinsen wurde damals zurückgestellt – aus Rücksicht auf die deutschen Gebietsverluste nach der Trennung. «Schliesslich war die Bundesrepublik in ihrer territorialen Zuständigkeit begrenzt auf etwa 52 Prozent des Reichsgebiets von 1936», wie das Bundesfinanzministerium ergänzt. Im Fall einer Wiedervereinigung Deutschlands sollten diese Zahlungen wieder fällig werden, was dann 1990 auch prompt der Fall war. Zuständig für die Erfüllung der Ansprüche ist das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen.

Ein Gemälde von Soldaten, die durch ein Feld marschieren.
Ein Stück Metall, das sehr alt ist.
Ein Stück Metall auf einem schwarzen Hintergrund.

SCHWEIZER FOTO VON 1920: WARUM ES DOCH ECHT IST

kriegerischen Indianer-Stämmen.

Man war also auf der Hut, als man sich in der Nähe des Flusses Tarra für einige Stunden zur Ruhe setzte. Nun aber wagte es keiner der aufgeschreckten Abenteurer, sich zu rühren: Wer konnte schon ahnen, dass sich im Dschungel derart seltsame Kreaturen aufhalten sollten?

Ein Schuss – und der Affe war tot Die beiden Wesen brüllten noch immer.

Plötzlich griffen sie sich einige Äste und schwenkten diese über ihren Köpfen drohend hin und her. Gleichzeitig begannen sie, die entgeisterten Expeditionsteilnehmer wütend mit Kot zu bewerfen.

De Loys nützte den Moment, um nach seinem Gewehr zu greifen. Ein gezielter Schuss, und eine der beiden Kreaturen brach tot zusammen. Jetzt fassten sich auch die Genossen des Schweizers ein Herz, doch ehe sie ihre Gewehre anlegen konnten, hatte sich das zweite Wesen bereits in den Wald zurückgezogen.

Verdutzt betrachtete der Schweizer die tote Kreatur: Welcher Gattung mochte sie wohl angehören? Und wie sollte er den Körper nur unversehrt nach Europa zurückbringen? De Loys entschloss sich zu einem Kompromiss: Er setzte das Wesen auf eine Kiste, fixierte dessen Oberkörper

Um 1920 gelang dem jungen Schweizer François de Loys im Dschungel von Venezuela das Foto seines Lebens. Doch die Fachwelt verunglimpfte ihn als Fälscher. Neuere biographische Recherchen zeigen nun aber: Es gibt keinen Grund, an de Loys’ Aufrichtigkeit zu zweifeln.

Die Suche nach Erdöl lockte in den zwanziger und dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts Wissenschaftler aus aller Welt nach Venezuela. Zahlreiche Berichte aus dem schwierigen Gelände südlich und östlich des Maracaiobo-Sees erzählen von ihren Erfolgen und Fehlschlägen und illustrieren ein Stück Geschichte der venezolanischen Petro-Industrie.

Im Dienste einer holländischen Firma war auch der junge Schweizer Geologe François de Loys losgezogen, um im wenig erforschten Dschungel der Sierra de Perijaa an der venezolanisch-kolumbianischen Grenze nach Öl zu suchen. Er fand dabei Quellen, die auch heute noch ergiebig fliessen. Im unwegsamen Gelände stiess er zudem auf Eingeborene, die er «Motilones» nannte und für Pygmäen hielt – fälschlicherweise, wie sich später herausstellte.

Für eine weit kontroversere Debatte in den internationalen Fachgremien aber sorgte seine Entdeckung «des ersten Menschenaffen auf dem amerikanischen Kontinent». Menschenaffen haben sich nach offizieller Lehrmeinung nur in der alten Welt entwickelt. Doch was der Schweizer und seine Kollegen um 1920 im Dschungel von Venezuela zu Gesicht bekamen, schien derlei Theorien Lügen zu strafen: «Völlig überraschend traten zwei brüllende Riesenaffen aus dem Wald.»

Wie aus dem Nichts waren dort eines schönes Tages nämlich völlig überraschend zwei Riesenaffen aus dem Wald getreten. Ihre Schreie liessen die Expeditionsteilnehmer erstarren…

Mit allem hatten sie gerechnet, als sie sich 1917 in die Sierra de Perijaa aufmachten, um dort nach Öl zu suchen. Immerhin wimmelte es in der Gegend von mit einem Stock und fotografierte es.

Dann schnitt er ihm den Kopf ab, schälte den Schädel aus der Haut und deponierte die Körperteile in einer Kiste, die er mit Salz auffüllen liess.

Doch noch ehe der Schweizer seinen Fund ausser Landes bringen konnte, wurde sein Team erneut angegriffen. Diesmal waren es tatsächlich Indianer, und sie machten kurzen Prozess: Nur mit Mühe gelang es dem durch einen Pfeil verwundeten Schweizer, sein Leben zu retten. Die Kiste mit dem Affenschädel musste er fluchend ihrem Schicksal überlassen.

32 Zähne – und schwanzlos Glaubt man den Angaben de Loys’, war das Tier nicht nur durch seine Grösse von 1,60 Meter auffallend, sondern auch dadurch, dass es schwanzlos war und 32 Zähne besass – Eigenschaften, die von keinem südamerikanischen Primaten bekannt sind.

Nach seiner Rückkehr hatte der Schweizer das Foto zusammen mit seinen Erinnerungen archiviert, um es später seinem Freund, dem Schweizer Anthropologen Georges Montandon zu zeigen. Dieser war fasziniert. Hatte de Loys womöglich einen bislang unbekannten menschlichen Vorläufer erschossen?

«Hätte ich de Loys nicht erfolgreich dazu überredet, das Foto publizieren zu dürfen, wäre das ungewöhnliche Dokument wohl nie ans Licht der Öffentlichkeit gelangt», hielt Montandon 1929 im «Journal de la Société des Américanistes» fest. De Loys zog schliesslich nach und erzählte seine Geschichte am 16. Juni 1929 in der «Illustrated London News».

Professor Montandon waren die bis dahin entdeckten Affenarten bestens bekannt. Niemals aber hatte er ein Geschöpf wie das auf dem Foto von de Loys gesehen. Dieses hatte alle Eigenschaften der in der alten Welt bekannten Anthropoiden – folglich musste es das fehlende Glied auf dem amerikanischen Kontinent sein!

Es fand eine Anhörung vor der Académie des Sciences in Paris statt. Das Interesse der Fachwelt war geweckt. Namhafte französische Geologen, Zoologen und Anthropologen äusserten sich positiv zum spektakulären Fund. Doch statt diesen lediglich vorzustellen, interpretierte ihn Montandon als bislang unbekannten Menschenaffen und gab ihm den Namen «Ameranthropoides loysi». Ein gravierender taktischer Fehler!

Zwar wurde seine Behauptung von der Presse dankbar aufgegriffen – von Montandons Wissenschaftskollegen aber verärgert gekontert. Der Brite Sir Arthur Keith, Mitglied der Royal Society, meldete Zweifel an und vermutete Betrug.

Der junge ambitionierte Anthropologe Francis Ashley Montagu schloss sich dagegen der Meinung von Georges Montandon an, möglicherweise auch aus Opposition zu seinem äusserst konservativen Lehrmeister Keith. Die Kontroverse war in vollem Gang.

Während einige Gelehrte Montandon und auch de Loys des Betrugs bezichtigten, interpretierten andere das Geschöpf als bislang unbekannte Klammeraffenart. Da Klammeraffen jedoch einen langen Greifschwanz besitzen, der für ihre Flüge von Baumwipfel zu Baumwipfel unent- «Renommierte Anthropologen witterten einen dreisten Betrug.»

behrlich ist, wurde der Verdacht laut, de Loys hätte diesen einfach abgeschnitten. Und damit war die Sache vom Tisch.

Ende 1929 stellte Montandon weitere intensive Untersuchungen an und ging diesmal von einer eher zoologischen Perspektive aus. Wiederum hatte er einen Teil der französischen Fachwelt auf seiner Seite, und endlich wurde seine These auch in der neuen Welt selbst diskutiert. Hier war es vor allem der Argentinier Angel Cabrera, eine herausragende Autorität auf dem Gebiet der amerikanischen Fauna, der mehr oder weniger die Argumente von Keith übernahm und feststellte, dass die Fotografie von de Loys als Grundlage für Montandons kühne Theorie nicht genügte. Bizarrerweise war er aber ebenfalls der Meinung, dass der Riesenaffe zu einer unbekannten Spezies oder Gattung gehören müsse.

Forscherpech und Desinteresse In den dreissiger Jahren geriet der Fall allmählich in Vergessenheit. De Loys und Montandon waren gestorben. Einzig der Italiener Nello Beccari unternahm systematisch Expeditionen nach Südamerika mit dem Ziel, das Rätsel um den Riesenaffen zu lösen. Er bereiste Britisch Guyana, um die Anatomie der Primaten in der Neuen Welt zu erforschen. Er hatte dieses Land gewählt, weil er in alten Dokumenten auf Angaben über die Existenz von Riesenaffen gestossen war.

Obschon Beccari kein lebendes Exemplar fand, war er von der Existenz eines solchen Primaten überzeugt. Er beschrieb seine Forschungen in einem Bericht, der von grossem Engagement zeugt. Kein Wunder, denn Beccari war von der Existenz eines Ameranthropoiden restlos überzeugt.

Seine Publikation aus dem Jahre 1943 beschreibt, basierend auf de Loys’ Fotografie, wie der Primat ausgesehen haben François de Loys um 1916. (Foto: Archives de la Ville de Lausanne) De Loys in Venezuela um 1920. (Foto: Theodossiou-de Loys/Ville de Lausanne) könnte. Aus unerfindlichen Gründen wurde diese wichtige Publikation aber nicht ins Sachregister der Primaten-Forschung aufgenommen.

Ab dem folgenden Jahr wurde der von Montandon kreierte Name «Ameranthropoides» als Synonym für eine im Maracaiobo-Becken heimische Klammeraffenart verwendet. Der damals führende amerikanische Primatenforscher Philip Hershkovitz äusserte sich vernichtend zur These von de Loys und Montandon, nannte die beiden Abenteurer und «gewöhnliche Betrüger», und glaubte, damit der Kontroverse ein Ende zu setzen.

In den folgenden Jahren wurden alte wissenschaftliche Arbeiten zum Thema immer wieder aufgelegt. 1996 rollte Loren Coleman von der University of Southern Maine in Portland die Affäre schliesslich zusammen mit Michel Raynal in der Fachzeitschrift «Anomalist» ebenfalls wieder auf – um sie erneut zu begraben.

Nach Meinung von Coleman und Raynal haftete dem Wesen überhaupt nichts Mysteriöses an. Im Gegenteil: «Bei dem von de Loys fotografierten Geschöpf handelt es sich um einen simplen Klammeraffen», kauten die beiden altbekannte Kritikpunkte nach.

Biographische Details enthüllt Andere Forscher widersprachen ihnen erneut. Für einen herkömmlichen Klammeraffen sei die Kreatur mit ihren 1,60 Metern ganz einfach zu gross, meinten sie. «Dazu kommt, dass sie eindeutig anomale Züge aufweist, die Coleman und Raynal schlicht ignorieren.» Neue Erkenntnisse aber fehlten – zumindest bis 1999.

Im Schweizer «Bulletin de la Société Vaudoise des Scienes Naturelles» veröffentlichten die drei Autoren Ángel L. Viloria, Franco Urbani und Bernardo Urbani damals einen ausführlichen Artikel über die Affäre samt bislang unbekannten biographischen Details über de Loys. Zur Verfügung gestellt hatte ihnen diese Jean-Jacques Eggler vom Lausanner Stadtarchiv – jener Stadt also, in welcher der Schweizer einst studiert hatte.

Quintessenz der Autoren: Liest man den Lebenslauf von François de Loys, erfährt man, dass der Schweizer ein verantwortungsvoller Waadtländer Wissenschaftler aus noblem Haus war. Insofern scheint es höchst unwahrscheinlich, dass ein Forscher seiner Art sich eine solche Geschichte – nur um des Ruhmes willen – zusammen fabuliert hat. Umso mehr, als der damals 25-Jährige den Vorfall auch in einem persönlichen Brief an seine Mutter festgehalten hatte – der heute leider verschollen ist.

Dass er lange Zeit mit seiner Entdeckung nicht an die Öffentlichkeit ging, spricht ebenfalls gegen eine bewusste Fälschung. Kurz: Es gibt absolut keinen Grund zur Annahme, dass er Beweise manipuliert haben könnte. Das Originalfoto stammt zudem noch aus der computerlosen Zeit, als solche Trickaufnahmen rein technisch gar nicht machbar waren.

Fazit: Es waren europäische «Stubengelehrte», welche die kontroverse Diskussion schürten; Forscher, die – mit Ausnahme von Beccari und dem Amerikaner Hershkovitz – niemals nach weiteren Beweisen vor Ort gesucht hatten. Fahrlässigkeit, Arroganz und der wissenschaftliche Skeptizismus jener Zeit haben somit dazu geführt, dass eine möglicherweise aussergewöhnliche Entdeckung für immer diskreditiert bleibt. Schade!

Ruth Gremaud ■

Ein schwarz-weißes Foto eines Mannes mit einem Stock in der Hand.
Ein Wald voller Bäume und Pflanzen.
Ein Mann mit Schnurrbart und Krawatte.
Eine vierköpfige Familie, die auf einem Feld steht.
Ein Plakat mit einem Bild eines Affen darauf.

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Nanotechnologie: Die Natur machts vor «Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden haben in einem persischen Damaszener Schwert aus dem 17. Jahrhundert Nanoröhren aus Kohlenstoffatomen nachgewiesen. Diese waren zu dieser Zeit noch unbekannt, so dass die Forscher nun vor dem Rätsel stehen, wie die arabischen Schmiede damals bereits über derlei Hightech-Methoden Bescheid wissen konnten.»

(«mysteries» Nr.1/ 2007) Eisenmangel: Hilfe dank Alternativtherapie «Viele Frauen, die an Erschöpfung, Depressionen, Schlafstörungen oder Nacken- und Kopfschmerzen leiden, benötigen mehr Eisen, als die Schulmedizin empfiehlt. Falsch definierte Grenzwerte verlängern ihr Leiden unnötig.» («mysteries» Nr. 1/2007)

ein Bild eines schwimmenden Objekts am Himmel
Ein Mann in Anzug und Krawatte steht vor einem Podium.
Ein Mann in Anzug und Krawatte mit Brillen.

Nr. 3– MAI/JUNI 2007 (AUSGABE 21) € 7,50 (D) € 7,50 (A) CHF 11,00 GEHEIMNISSE

Homöopathie heilt auch Vierbeiner Palmblatt-Orakel

Kontroverse um Prophezeiungen für 2007 Gold-Kessel im Tresor Zürich beschlagnahmt Gral aus Bayern

Tipp für Tierfreunde

Eine goldene Vase mit einem Gesicht.
Ein Mann mit einem langen weißen Bart lächelt auf die Kamera.
Ein Poster eines Mannes mit dem Finger auf den Lippen.

Ihrem Buch absolut präzise lesen würden, während die meisten übrigen Prophezeiungen ab Juni 2005 – dem Datum Ihrer damaligen Manuskriptabgabe – plötzlich auffällig «schwammig», teilweise gar falsch seien. Noch ein Zufall?

Ritter: Was den monierten Umfang der Vorhersagen ab dem Jahr 2006 betrifft, so sei darauf hingewiesen, dass bislang nur acht Seiten von insgesamt 156 Doppelseiten des Manuskripts übersetzt wurden. Dieses Manuskript ist in Kapitel gegliedert, wie dies auch die Informationen auf den Palmblättern mit persönlichen Lebensläufen einzelner Menschen sind.

Bei der Vorhersage der Ereignisse verwendete Ganeshbabu Shastri bis 2003 nicht nur das erste Kapitel, welches eine Übersicht über die gesamte Entwicklung Europas und der westlichen Welt darstellt, sondern griff auch auf andere Kapitel zu. Die Texte, welche ich ihm zur Verfügung gestellt hatte, bedeuteten für Ganeshbabu Shastri eine wirkliche Herausforderung, da sie sich vollständig von der Interpretation individueller Lebensläufe, die ihm aus seiner alltäglichen Praxis vertraut waren, unterschieden.

Da Ganeshbabu Shastri wusste, dass ihm in dieser Inkarnation kein allzu langes Leben beschieden sein würde, benutzte er ab 2003 bis zu seinem Tod im Jahr 2004 für die Übersetzung nur noch das erste Kapitel, um möglichst viele zukünftige Entwicklungen zu beschreiben. Der Nachteil ist die Tatsache, dass die Details, welche die vorangegangenen Aussagen des Manuskriptes so spannend machten, hier fehlen.

Möglicherweise hätte ich durch die Beauftragung weiterer Palmblattleser und eine grosszügige Entlohnung die Übersetzung des Manuskriptes beschleunigen können – weder damals noch heute stehen mir jedoch die dafür erforderlichen Mittel zu Gebote. Im Gegensatz zur Auffassung des zitierten Lesers sind aber auch nach dem Erscheinen des Buches entsprechende Vorhersagen eingetroffen.

Selbst der grenzwissenschaftlich äusserst offene Autor Armin Risi ist nach längeren Recherchen davon überzeugt, dass Sie nicht die Wahrheit sagen. Wie er «mysteries» mitteilte, habe er in den letzten Wochen seine indischen Kontakte aktiviert.

Resultat: Nachfragen in Kadambhodi Die bislang übersetzten Passagen des Palmblattmanuskriptes betreffen Voraussagen über einen Zeitraum von etwa fünfzig Jahren. In dieser Zeit soll unsere Gesellschaft einschneidenden Veränderungen unterworfen sein, die ich bereits in «mysteries» 2/2006 beschrieb. Anbei exklusiv veröffentlichte Ausschnitte der neuen Übersetzung für die Situation in Deutschland und Europa im Jahr 2007.

In Bezug auf die Kriege Amerikas im Nahen Osten hiess es in der bisherigen Übersetzung des Manuskriptes: Im Jahr 2006 gab es nun keinen Angriff auf den Iran, doch es bestand gemäss den Aussagen des Palmblattmanuskriptes ein Zeitfenster für eine solche Aggression im Zeitraum vom 2. September bis zum 3. Dezember 2006.

In dieser Zeit spitzte sich die Krise tatsächlich zu. Die Gefahr ist denn auch nicht gebannt: Ein weiteres Zeitfenster für einen solchen Angriff besteht vom 2. März bis 31. Mai 2007.

Angreifer würden in diesem Fall nicht nur die USA, sondern auch Israel sein. (…)

Thomas Ritter, 12. März 2007 ■

  • Zhang Mingqiang (Vorsitzender)
  • Wang Wei (stellvertretender Vorsitzender)
  • Ma Jishan (Abteilungsleiter)
  • Liu Yong, Li Jun, Wang Qi, Zhang Jun, Fan Yakui.

werden, ist die Besorgnis um das gesundheitliche Wohlergehen sicherlich nicht der Grund für diese Tests», betont Matas.

Vielmehr würden die «Gewissensgefangenen» für eine mögliche Transplantation lebenswichtiger Organe, wie beispielsweise der Leber, auf ihre Übereinstimmung überprüft.

Matas: «In einigen Fällen war es Familienmitgliedern von Falun-Gong-Praktizierenden möglich, zwischen Tod und der Verbrennung der Leiche, den verstümmelten Körper ihrer Angehörigen zu sehen. Die Organe waren entfernt worden.»

Erschreckendes Fazit, das die beiden am 29. September auch vor einem Gremium des US-Kongresses in Washington darlegten: «Wir schlussfolgern, dass die chinesische Regierung und ihre Behörden in den zahllosen Teilen des Landes, insbesondere in den Krankenhäusern, aber auch Haftanstalten und Volksgerichtshöfen, seit dem Jahr 1999 eine unbekannte, aber grosse Anzahl von Falun-Gong-Inhaftierten töten liess.

Gegen ihren Willen wurden ihnen ihre lebenswichtigen Organe, einschliesslich die Herzen, die Leber, Nieren und Augenhornhaut entnommen und zu hohen Preisen verkauft. Der Verkauf erfolgte manchmal an Ausländer, die in ihren Heimatländern für eine freiwillige Organspende normalerweise eine langen Wartezeit in Kauf nehmen müssen.»

Überraschendes Geständnis Mitte November 2006 dann das Geständnis: «Ausser einem kleinen Teil von Verkehrsopfern stammen die meisten Organe von hingerichteten Gefangenen», räumte der chinesische Vizegesundheitsminister Huang Jiefu auf einer Chirurgenkonferenz in Guangzhou überraschend ein. Überraschend deshalb, weil das Pekinger Gesundheitsministerium zuvor stets das Gegenteil verlauten liess.

Allen Falun-Gong-Inhaftierten bleibt deshalb zu wünschen, dass der chinesische Staatsapparat mit dem Rest der Wahrheit irgendwann ebenfalls noch herausrückt. Bis dahin ist die internationale Gemeinschaft gefordert, die schockierende Behandlung Andersdenkender in China endlich politisch zu thematisieren. Leider wohl nicht mehr als ein frommer Wunsch angesichts des derzeit nur so florierenden Handels zwischen Ost und West.

Seit dem Entzug seiner Grabungslizenz und seiner fragwürdigen Rolle in der Sargwannen-Affäre ist der Ruf des deutschen Ägyptologen Dietrich Wildung angekratzt. Dass die Sache wieder ins Lot kam, ist vor allem Edmund Stoiber zu verdanken, wie eine exklusive Stellungnahme der Bayerischen Staatskanzlei zeigt.

eines Pharaonensarges der 18. Dynastie aus München gegen eine prunkvolle Ausstellung sämtlicher im Grab gefundener Stücke in Deutschland.»

Mutmasslich fühlte sich die ägyptische Seite durch Wildungs Auftritt an die Kolonialzeit erinnert. Sie machte dem hochkarätigen Akademiker jedenfalls umgehend klar, dass er keinerlei Forderungen oder Wünsche zu äussern hatte. Glaubt man einem damaligen Artikel des Nach-Dietrich Wildung hatte es vermasselt – gründlich vermasselt sogar. Im März 2001 war der frühere Münchner Ägyptologe an den Nil gereist, um einen spektakulären Deal mit der ägyptischen Altertümerverwaltung in Kairo auszuhandeln.

Im Gepäck hatte der Professor folgende Offerte: «Tausche restaurierte Wanne richtenmagazins «Spiegel», so wurde der Herr Professor «vom Präsidenten der Altertümerverwaltung Gaballah Ali Gaballah nach zehn Minuten aus dem Haus komplimentiert».

Nun wäre die Blamage nicht so tragisch gewesen, hätte sie den heutigen Berliner Chef-Ägyptologen nur persönlich betroffen. Die ursprünglich vertrauliche Reise führte jedoch – vornehm ausgedrückt – zu «atmosphärischen Störungen» zwischen München und Kairo. Und das wenige Wochen vor einem für Ende April 2001 geplanten offiziellen Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Nil-Land. Jetzt war guter Rat teuer. Kurz vor Stoibers Rücktritt ist es nunmehr gelungen, eine umfassende offizielle Darstellung der Bayerischen Staatskanzlei über die «Pharaonensarg-Affäre» zu erhalten. «mysteries» liegt das ausführliche, von einem Ministerialrat im Auftrag Edmund Stoibers verfasste Dokument exklusiv vor.

Aus dem sechsseitigen Papier geht schlüssig hervor: Es war der bayerische Ministerpräsident persönlich, der mit Fingerspitzengefühl und diplomatischem Geschick die Scharte wieder auswetzte und so die vielleicht grösste ägyptologisch begründete politische Affäre zwischen Deutschland und Ägypten verhinderte.

Jahrzehntelange Odyssee Doch der Reihe nach: Das corpus delicti, die kunstfertig restaurierte Sargwanne, stammt aus KV 55, einem nur wenige Meter neben der Tutanchamun-Gruft angelegten Pharaonengrab im berühmten Tal der Könige. Gefunden wurden die Fragmente des Unterteils 1907.

Der erhaltene Zierrat wurde angeblich ins Ägyptische Museum nach Kairo verbracht – wo er in der Folge gestohlen worden sein soll. Jedenfalls, so geht es aus der Dokumentation der Staatskanzlei hervor, wurden die Sargteile bereits «1931 im Journal d’ Entrée als fehlend vermerkt».

Der weitere Weg der antiken Stücke ist zunächst unklar. Wahrscheinlich aber erwarb sie um 1950 der in Genf (Schweiz) ansässige Kunsthändler Nicolas Koutoulakis. Der 1997 verstorbene griechische Import-Export-Experte war schlau. Geduldig wartete er bis Mitte der 70er-Jahre.

Um diesen Zeitpunkt war ein möglicher Diebstahl der Kleinodien nach europäischem Recht verjährt. Und von da an konnte Schlaufuchs Koutoulakis unbehelligt mit seiner Erwerbung verfahren wie er wollte. Das Weitere steht im Dokument der bayerischen Staatskanzlei – und man gerät ins Staunen. Dort wird ausgeführt: «Anfang der 80er-Jahre entdeckte der damalige Direktor der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst München, Herr Prof. Dr. Wildung, die Fragmente des unteren Sargteils – völlig zerdrückte Gold- «Klare Beweise, dass Wildung in illegalen Antikenhandel verstrickt ist…»

folien, Holzbruchstücke und Hieroglypheneinlagen im bunten Glas…»

Ob die bayerischen Behörden – in diesem Punkt – zutreffend unterrichtet sind, ist zumindest fragwürdig. Oder soll man wirklich glauben, dass der heutige Direktor des Ägyptischen Museums Berlin rein zufällig auf die Ägyptica stiess? Die Zweifel erhalten durch Recherche Nahrung. So wurde Dietrich Wildung vor einigen Jahren die Grabungslizenz in Ägypten entzogen.

Oder wie es Ägyptens Altertümerchef Zahi Hawass im August 2003 in einer Kolumne für die Zeitung «Al-Ahram» formuliert hatte: «Wir haben klare Beweise, dass er in illegalen Antikenhandel verstrickt ist.» Beweisen soll dies ein «Gespräch unter Antiquitätendieben», das ihm in Form einer Tonbandaufnahme vorliege. Wildung selber widerspach dieser Darstellung energisch.

Kritiker wurde versetzt Aber auch im eigenen Haus regte sich Widerstand gegen die Praktiken des Direktors. Bereits im Jahr 2000 hatte der Ägyptologe Rolf Krauss seinem Vorgesetzten vorgeworfen, in zumindest moralisch fragwürdige Praktiken verwickelt zu sein. Man dankte Krauss sein couragiertes Auftreten schlecht. Der Überbringer der «schlechten Botschaft» wurde versetzt.

Wildung hingegen fungiert weiter als Wetzte die Scharte seiner Archäologen aus: Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Die restaurierte Sargwanne. Wie sie nach München gelangte, bleibt umstritten.

Direktor – allerdings mit angekratztem Renommee. Denn im Zuge des Disputs wurde bekannt, dass sich die Sargfragmente aus KV 55 in den verschlossenen Magazinen der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München befanden – und zwar bereits seit 20 Jahren!

Wie man mit dem Zugang verfuhr, lässt sich ausführlichst dem Schreiben der bayerischen Staatskanzlei entnehmen: «Um die Fragmente vor einer endgültigen Zerstörung zu retten», ist dort nachzulesen, «erklärte sich der Privatsammler damit einverstanden, diese dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst zu überlassen.

Anfänglich war beabsichtigt, das Objekt nach einer solchen Restaurierung in die Bestände des Museums zu überführen.»

Von einer Rückgabe war also seinerzeit keine Rede. Doch plötzlich, «nachdem die Bedeutung der Fragmente erkannt war, war es sowohl dem Schweizer Privatsammler als auch dem damaligen Direktor der Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst in München ein Anliegen, die Sargteile wieder zusammenzuführen», wie der der Ministerialrat schreibt.

Das trifft wohl zu. Die Sache hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Das alles sollte nicht zum «Nulltarif» erfolgen. Vielmehr erhoben die Münchner die Forderung, im Austausch gegen die Sargwanne «einige Dauerleihgaben aus den Beständen des Ägyptischen Museums Kairo» zu erhalten.

Mehr noch: Wie die Staatskanzlei bemerkenswert offen eingesteht, wurden von Seiten des Münchner Ägyptischen Museums sogar «konkrete Austauschobjekte» aus dem Kairoer Museum benannt.

«Chefsache» Auf die zuständigen ägyptischen Instanzen muss das natürlich wie ein Diktat gewirkt haben – mit dem oben geschilderten Erfolg.

Nunmehr stand also zu befürchten, dass sich die ganze Angelegenheit zu einem Polit-Eklat ausweiten würde. Zumal sich bereits «mit Schreiben vom 3. Oktober 2000 der ägyptische Kulturminister Farouk Hosni» an Ministerpräsident Stoiber gewandt und um Rückgabe des Sargunterteils gebeten hatte.

Stoiber erklärte die leidige Angelegenheit nun zur «Chefsache». Kurzerhand wischte er die unbotmässigen Münchner Forderungen vom Tisch und ging in die Anzeige Offensive. Honorig stellte er «bei seinem Besuch in Ägypten klar, dass Bayern (…)

bereit sei, das (…) restaurierte Sargunterteil an Ägypten zurückzugeben.»

Zusätzlich zog der bayerische Ministerpräsident noch ein zweites Ass aus dem diplomatischen Ärmel. Denn laut Darstellung der Staatskanzlei gipfelte die von «Diese generöse Geste beeindruckte die Ägypter tief…»

Stoiber geäusserte Bereitschaft klugerweise nicht in der Verknüpfung mit irgendwelchen Bedingungen – und auch nicht an die Erstattung der Restaurierungskosten.

Überraschendes Angebot Diese generöse Geste beeindruckte die Ägypter tief und «brachte eine gute Atmosphäre». In diesem angenehmen Verhandlungsklima wollten sich auch die Gastgeber nicht lumpenlassen. Dankbar für Stoibers Entgegenkommen, erklärte sich die ägyptische Seite ihrerseits bereit, nicht weniger als «fünf herausragende wertvolle Stücke» für eine entsprechende Ausstellung in München zur Verfügung zu stellen.

Insbesondere sicherten die Ägypter zu, das zuvor nie ausserhalb des Landes ausgestellte bedeutende Sargoberteil sogar an die Isar zu fliegen. Damit hatte der bayerische Ministerpräsident weit mehr erreicht, als man nach den vorausgegangenen jahrelangen Verhandlungen zu träumen wagte.

Die Bayerische Staatskanzlei kommt deshalb zum Fazit: «Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die durch Herrn Ministerpräsidenten Dr. Stoiber massgeblich vorangetriebene Rückführung des Sargunterteils nach Ägypten und die einvernehmliche Lösung der Angelegenheit zwischen Bayern und Ägypten vor dem Hintergrund der über 20 Jahre andauernden Bemühungen (…) von grosser Bedeutung waren.»

Das kann man angesichts des Scherbenhaufens, den Wildung laut «Spiegel» bei seiner Kairo-Visite hinterlassen hatte, nur unterstreichen. Soweit also die quasi amtliche Version der Affäre.

Warum aber ist der Sarg aus KV 55 so bedeutend? Die Antwort ist recht einfach: Weil das Mumienbehältnis eines der rätselhaftesten Fundstücke des alten Ägypten darstellt. Besonders auffällig ist seine frappante Ähnlichkeit mit dem zweiten Sarg Tutanchamuns.

Beide tragen grossflächig das typische «Rischi-Muster» (Federmuster-Dekor).

Vielleicht sind beide Mumienbehältnisse sogar von den selben Künstlern angefertigt worden.

Auffallend ist besonders das Fehlen des Namens des Sarginhabers aus KV 55 – er ist absichtlich entfernt worden. Noch auffälliger ist der Sargkopf des Behälters.

Er wurde nach Vollendung des Kunstwerks ausgetauscht. Zumindest die jetzige «Haube» trägt eher feminine Züge.

Die Crux dabei: Die spärlichen, modrigen Mumienreste im Sarkophag gehören mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einem männlichen Mitglied des Königshauses. Als wären das noch nicht genug der Merkwürdigkeiten, wurde am Kinn der weiblichen Maske nachträglich ein länglicher, gebogener Pharaonenbart angebracht…

Die dem KV 55-Sarg von der Fachdisziplin zugeschriebenen Besitzer wechseln derzeit übrigens in atemberaubenden Tempo. Mal wird Pharao Echnaton als Eigentümer ermittelt, dann wieder seine Gemahlin, die schöne und würdevolle Nofretete.

Klar ist: Es mangelt an unzweifelhaften, ergänzenden Fakten. Bis die im Wüstenboden auftauchen, wird der geheimnisvolle Sarg die Wissenschaft wohl noch geraume Zeit beschäftigen.

FREIES TREFFEN FÜR GRENZWISSENSCHAFTEN in REGEN/BAYERN Das »Regener Treff« findet in der Regel jeden letzten Samstag im Monat statt!

Ort: Gasthof zur Alten Post (Saal), Hauptstr. 37 94209 Regen / OT March Es ist ein »freies« Treffen, d.h. es steht kein Verein, Organisation etc. dahinter. JEDER kann kommen und gehen, wann er will.

Das Programm für die nächsten drei Monate: 28. 04. 2007 Vortrag von Andreas von Rétyi: Bilderberger 26. 05. 2007 Vortrag von Wolfgang Effenberger: Die globalstrategischen Ziele der USA 30. 06. 2007 Vortrag von Dr. Baldur R. Ebertin: Das karmische Gedächtnis – Reinkarnation und neues Bewusstsein Unkostenbeitrag pro Vortrag: 5,-EUR Platzreservierungen und Infos unter: Tel. 08554/844 Unser Internet-Forum finden Sie hier: www.regentreff.de

Ein Mann mit Brillen und einer Uhr am Handgelenk.
Ein Kunstwerk, das Gold und Schwarz ist.
Ein Plakat mit den Worten Gott als Autor darauf.

«SAKRILEG» IN FRISCH RENOVIERTEM GOTTESHAUS

Hat ein freimaurerischer Künstler der Pfarrgemeinde von Regen im bayerischen Wald ein Ei gelegt? Der Pfarrer der Stadtpfarrkirche Sankt Michael zuckt ratlos mit den Schultern.

«Sakrileg»-Autor Dan Brown hätte an der örtlichen Stadtpfarrkirche Sankt Michael des Städtchens Regen seine helle Freude, speziell an ihrem pyramidenförmigen Oberbau. Ganz im Gegensatz zu «mysteries»-Leser Markus Holzbauer. Grund: Seit Abschluss der Renovationen im Jahr 2003 erleuchtet das einfallende Sonnenlicht in «seiner» lokalen Kirche eine Pyramide, samt allsehendem Auge und V-förmigen Winkeln – den klassischen Freimaurer-Symbolen.

Auch der frisch renovierte Innenraum zeigt pyramidenartige Dreiecke, ja sogar einen symbolisierten Obelisken. Etwas gar ungewöhnliche Symbole – noch dazu in einem altehrwürdigen Gotteshaus, das während des 30-jährigen Krieges niedergebrannt, um 1655 neu aufgebaut wurde und seither etliche Umbauten und Inneneinrichtungs-Renovationen erlebt hat.

«Freimaurersymbole in unserer Kirche? Sie sind der Erste, der das so sieht…»

Regens Pfarrer Josef Ederer gab sich erstaunt, als ihn «mysteries» damit konfrontierte. Dann aber schmunzelte er: «Nun ja, dieses Gottesauge würde ich jetzt nicht unbedingt als reines Freimaurersymbol bezeichnen, wenngleich man es natürlich ein bisserl in diese Richtung interpretieren könnte…»

In erster Linie sei es bei der Renovation darum gegangen, mehr Licht in die Kirche zu zaubern, betont der Pfarrer. Die «Glas-Pyramide» versteht er als gestalterische Ausdrucksform des verantwortlichen Künstlers: «Oben sehen wir ja das Symbol des Gottvaters, unten Christus am grossen Kreuz und in der Mitte die Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert.» Und die V-förmigen Elemente?

Pfarrer Ederer: «Nun, damit soll halt das Erdental symbolisiert werden…»

Man mag es dem Mann glauben. Oder auch nicht. Freimaurer scheinen in Regen jedenfalls prominent vertreten. So finden sich ihre Symbole am Haus eines örtlichen Altbürgermeisters. Dem ominösen Winkelmass wiederum begegnen Interessierte zudem an einer lokalen Bank…

red. ■

Eine Wand mit einem Schachmuster in einem Raum.

Verschwanden aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun Schriftrollen mit äusserst brisantem Inhalt? Werden diese Papyri noch heute geheimgehalten, weil von den alten Texten gleich drei Weltreligionen betroffen sind?

Anhand von alten Aufzeichnungen, weitgehend unbekannten Dokumenten und vertraulichen Informationen weist der Autor nach: In der Gruft Tutanchamuns wurden, entgegen der offiziellen Darstellung, doch antike Texte gefunden: Schriftrollen mit religiösem Inhalt von weitreichender Bedeutung.

G. F. L. Stanglmeier «Die Moses-Schriftrollen» Kopp Verlag, 2006 EUR 19.90

Ein Buchcover mit einem Mann in einem roten Mantel.
Eine Gruppe von Menschen in gelben Kleidern marschiert auf einer Straße.