SPUK AM STERBEBETT: PFLEGEPERSONAL BERICHTET ÜBER UNHEIMLICHE ERLEBNISSE

Paranormale Erlebnisse am Sterbebett sind keine Einzelfälle: Zahlreiche deutsche Pflegedienst-Mitarbeiter tauschten sich kürzlich im Internet aus. Überraschendes Ergebnis: Viele haben bei Todesfällen ihrer Patienten bereits Merkwürdiges erlebt, für das sie keine Erklärung haben.

«Sehr beeindruckt hat mich auch die Geschichte des alten Knechts Louis aus unserem Feriendörfchen im Wallis, der, obwohl ganz gesund, eines Herbsts erklärte, nun komme sein letzter Winter, dann tatsächlich zunehmend schwächer wurde, bis er sich am Palmsonntag im Sonntagsstaat aufs Bett legte.

Er liess Angehörige und Dorfgenossen kommen, reichte einem nach dem anderen zum Abschied die Hand und verstarb in der folgenden Nacht friedlich: Ein ‹natürliches Sterben›, das früher in diesem Bergtal nichts Aussergewöhnliches gewesen sein soll.»

Festgehalten hat dieses seltsame Erlebnis kein Esoteriker – sondern der frühere Direktor der Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik Bern, der Schweizer Professor Luc Ciompi – am 20. Dezember 2006 in der «Schweizerischen Ärztezeitung».

Schilderungen, wie sie wohl jedermann in seinem Umfeld schon mal vernommen hat. Ebenso wie man von «primitiven» Naturvölkern weiss, deren Vertreter quasi auf Kommando von ihren «Ahnen» heimgeholt wurden. Selbst die moderne Psychiatrie weiss von Kindern mit schweren chronischen Krankheiten zu berichten, welche ihren Todestag innerlich offenbar sehr genau kennen und diesen etwa in Form eines Bildes quasi «verschlüsselt» kommunizieren können.

Nur wenige sprechen darüber Öffentlich thematisiert werden derlei Phänomene nur selten. Weil sie einerseits zwar durchaus plausibel, aber wissenschaftlich kaum erklärbar sind – und andererseits in unseren Breitengraden gerne verdrängt, ja geradezu tabuisiert werden. Wer beschäftigt sich als Gesunder schon gerne mit dem Tod?

Ob also Geister-Erscheinungen oder andere paranormale Erlebnisse: Wer mit der «anderen Realität» konfrontiert wird, ziert sich oft, davon zu erzählen. Ausser er trifft unverhofft auf Gleichgesinnte. Kürzlich so geschehen im Forum des deutschen Internetportals «pflegeboard.de», wo Tausende von registrierten Teilnehmern jeder Couleur regelmässig über ihre beruflichen Erfahrungen diskutieren. Sachlich – und auf hohem Niveau.

Da geht es in erster Linie um Medikamente, Krankheiten, Pfegemethoden, Drogentherapien und vieles andere. Bis am 8. September 2006 ein Gesundheitsund Krankenpfleger eines Altenheims aus Nordrheinwestfalen (User-Pseudonym: «Vitaminsaft ACE-Hemmer») eine kuriose Off-Topic-Diskussion anzettelte.

«Ich bin sehr verwirrt», schrieb er. «Vor paar Monaten ist ein Bewohner auf meinem Wohnbereich verstorben, und der Zeiger der Uhr in der Küche drehte sich dann sehr schnell nach vorne. Wie von Geisterhand.» Und dann schob er nach: «Habt auch Ihr schon mal rätselhafte Phänomene erlebt?»

Der Aufruf zeigte Wirkung. Einer der ersten, die sich meldeten, war Forumsteilnehmer «Willy Wuff» – Krankenpfleger im Bereich Kardiologische IMC/Stroke Unit in Norderstedt: «Das Seltsamste, was ich erlebt hatte, war, dass ein Patient verstorben war, er hatte den Mund und die Augen offen, nur hatte die Leichenstarre schon begonnen (ging bei ihm sehr schnell). Mit einer Kollegin habe ich diesen Patienten noch einmal gewaschen, ihm was angezogen, gebettet etc., denn seine Frau wollte noch vorbei kommen und sich verabschieden.

Die Kollegin ging zu dem Patienten, guckte ihm in die Augen und sagte nur: ‹Komm, sei so lieb und mache den Mund und die Augen zu, denn in einer halben Stunde kommt Deine Frau, um sich von Dir zu verabschieden. Du möchtest bestimmt nicht, dass sie Dich so in Erinnerung behält.› Als ich sie ne halbe Stunde später ins Zimmer begleitete, waren seine Augen fast geschlossen und der Mund nur noch einen kleinen Spalt weit offen.»

Als Nächste meldete sich am 9. September 2006 Userin «Sabine Hannich», Krankenschwester aus Mühlhausen. Sie selbst sieht sich, wie sie schrieb, eher als bodenständig. Dennoch glaubt auch sie, «dass es Menschen gibt, die so sensibel sind, Dinge wahrzunehmen, die andere vielleicht nicht wahrnehmen können».

Sie selbst habe nach dem Tod von Patienten immer ein starkes Gefühl der Kälte wahrgenommen, das von Patient zu Patient unterschiedlich stark gewesen sei: «Es war ein komisches Gefühl, und ich habe gefroren, obwohl draussen über 30 Grad waren. Wenn ich nach einer gewissen Zeit das Zimmer jeweils wieder betreten habe (nach zwei Stunden), war diese Kälte weg…»

Glockengebimmel nach Tod Drei Tage später berichtete Userin «mausiani», Krankenschwester aus Schwabmünchen, ebenfalls über ein «verrücktes» Erlebnis: «Bei uns auf der Station ist eine Bewohnerin verstorben, und als ich dann in den Spätdienst kam – die Bewohnerin war in der Nacht verstorben und bereits in der Leichenhalle – hat als allererstes die Glocke bei ihr im Zimmer geschellt.

Meine Kollegin meinte dann nur. ‹Jetzt ist die gute Frau oben angekommen.› Allerdings ist das nicht das erste Mal, dass das bei verstorbenen Bewohnern vorkam.

Immer wieder läutet es, obwohl der Bewohner schon verstorben ist…»

Auch sie sei grundsätzlich «eher realistisch», entgegnete darauf «Lisy», Pflegedienstleiterin in Schwäbisch Gmünd. So versuche sie immer alles zu erklären, räumte sie offen ein. «Aber auch ich hab oft ziemlich eigenartige Dinge erlebt. Ich mache oft Sterbebegleitung, und wenn der Mensch dann tot ist, kommt es oft zu seltsamen Dingen.

Einmal ging mitten in der Nacht, nach dem Tod des Vaters eines Angehörigen, die Stereoanlage an. Nicht etwa beim ersten Stück – nein, mitten in der CD, beim Lieblingsstück seines Vaters und alle Tiere (es war ein Bauernhof) spielten für rund fünf Minuten verrückt.» Sie könne das Thema «einfach nicht für mich einsortieren», schob sie etwas verwirrt nach.

Am 18. September juckte es dann auch Userin «pequenahermana» in den Fingern, Mitarbeiterin im Bereich ambulanter Pflegdienst Rheinland-Pfalz. 2005 hät- «An einem Freitag fing es damit an, dass einer starb – und jede Woche starb ein weiterer…»

ten sich in ihrem Umfeld ebenfalls kuriose Dinge ereignet, tippte sie ins Forum ihrer Berufskollegen: «Wir hatten ziemlich viele Patienten in einem Dorf, und an einem Freitag fing es damit an, dass einer starb. Und jede Woche starb zumindest ein weiterer Patient oder auch Bewohner des Ortes (egal welchen Alters, der jüngste war 20), weil die Leiche immer über Sonntag lag, bis er beerdigt werden konnte. So sagten zumindest alle. Als dann der Letzte starb und nicht über Sonntag liegen musste, war es zu Ende und es starb niemand mehr.

Das Merkwürdige war, dass man es auf der Landkarte nachzeichnen konnte – und es ergab ein Kreis durchs Dorf. Die erste starb und der letzte war der Ehemann der ersten – und der Kreis schloss sich. Verrückt, oder?!»

In der Tat sei dies rätselhaft, entgegnete darauf der Krankenpfleger, der die Diskussion begonnen hatte: «Sobald ein Bewohner im Altenheim stirbt, finden oft in den darauf folgenden Tag mindestens zwei bis drei Bewohner ebenfalls das Ende ihres körperlichen Lebens. Kennt Ihr diese Erfahrung auch?»

Unheimliche Ahnung Als nächste meldete sich Userin «schwesterle» zu Wort, von Beruf Altenpflegehelferin aus Seehausen: «Ich hatte Spätdienst», schrieb sie, «und habe die Bewohner auf meiner Station ins Bett gebracht. Eine Bewohnerin, die wirklich fit war, sagte an diesem Abend zu mir, ich solle ihr doch bitte dieses Mal ein schönes Nachthemd anziehen. Ich wusste zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht, wieso sie so darauf drängte – aber na gut. Ich suchte in ihrem Kleiderschrank ein schönes Nachthemd, zog es ihr an und brachte sie zu Bett.

Gegen 22:30 Uhr machte unser Nachtpfleger seinen ersten Rundgang und fand die Bewohnerin sitzend und singend im Bett vor. Auf die Frage, was das soll, antwortete die Bewohnerin, sie würde mitsingen. Der Nachtpfleger fragte, bei was sie mitsingen würde und sie antwortete: ‹Die zwei schwarzen Männer sind da, die kommen mich heute Nacht noch holen.› Der Nachtpfleger war der Meinung, die Paar im Pflegeheim. Wie spüren betagte Menschen, dass ihre Zeit gekommen ist?

Bewohnerin wäre nur verwirrt und beruhigte sie. Als er zwei Stunden später seinen zweiten Rundgang machte, war die Bewohnerin bereits verstorben.»

Was die merkwürdige Häufung von Todesfällen angeht, doppelte Krankenschwester «Sabine Hannich» am 18. September mit einem eigenen Erlebnis nach: «Ich kenne dieses Phänomen aus meinem FSJ, da habe ich in einer Einrichtung mit austherapierten, psychisch kranken Menschen gearbeitet. Da verstarben immer vor Beginn des Winters und zu Beginn des Frühlings drei bis vier Menschen direkt hintereinander. Ich habe das auch in anderen Einrichtungen schon öfters gehört. In einer anderen Einrichtung, in der ich gearbeitet habe, waren es immer drei.»

«Seid Ihr heute zu zweit?»

Und auch die «schwarzen Männer» scheinen kein Einzelphänomen zu sein, wie User «Opal», Krankenpfleger in Wadgassen weiss: «Ich habe nach fünf Jahren Onkologie und jetzt fast fünf Jahren Palliativstation einiges in dieser Richtung erlebt.

Um nur bei dem Mann (oder auch Männern) in Schwarz zu bleiben: Dass Patienten ihn (sie) sehen, kommt öfters vor.

Aber vor einiger Zeit geschah folgendes: Ein Patient sagte bei der Körperpflege zu meinem Kollegen: ‹Seid Ihr heute zu zweit?

Was ist das für ein seltsamer Kerl hinter Dir? Ich mag ihn nicht, schick ihn weg.› Der Kollege war alleine im Zimmer. So ging es den ganzen Tag. Wenn ein Pfleger das Zimmer betrat, sagte der Patient: ‹Was will der Kerl hier? Schickt ihn weg!› Erst als gegen Abend der Patient im Nachbarzimmer verstorben war, sagte der Patient: ‹Jetzt ist er endlich fort!› Der Patient wusste nicht, dass im Nebenzimmer ein Patient im Sterben lag…»

Gibt es tatsächlich merkwürdige Todesfallhäufungen? Es scheint so, denn am 19. September schrieb nun auch «schwestermac», Krankenschwester aus dem Saarland, ins Forum von «pflegeboard.de»: «Bei uns sind es bisher immer drei Patienten gewesen, innerhalb von zwei bis drei Wochen. Vor kurzem starb eine unserer Patientinnen, und ich war mir sicher, dass es ‹schnell› gehen würde. Sie hatte morgens schon lange Aussetzer, und ich habe die Tochter gebeten, alle wichtigen Angehörigen zu informieren.

Da meinte die Tochter, der Enkel benötige rund fünf Stunden, bis er da sei, und so lange werde ihre Mutter noch warten, das habe sie ihrem Enkel versprochen. Etwa 30 Minuten, nachdem der Enkel angekommen war, ist sie dann ruhig eingeschlafen. Ich wurde gleich informiert, und als ich hinkam, war sie etwa eine Stunde tot. Kurz danach ging für ein paar Minuten in ihrem Schlafzimmer das Licht aus (nur dort, alle anderen Räume blieben beleuchtet). Die Tochter öffnete das Fenster und anschliessend ging das Licht wieder an.

Die Tochter erzählte mir dann, ihre Mutter habe sie kurz vor dem Tod gebeten das Fenster zu öffnen, sie würde ihr ein Zeichen geben, wenn es soweit ist. Sowas hab ich bisher noch nicht erlebt, das war total gruselig für mich. Bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich dran denke.

Schon irgendwie merkwürdig, was man alles erleben kann…»

Ein Bericht, der auch bei «Monika58», Lehrerin für Pflegeberufe in Bonn, Erinnerungen wach rief, wie sie am 20. September schrieb: «Wir waren unplanmässig zu unseren Grosseltern gefahren, da meine Grossmutter nach einem schweren «Als Grossvater eingeliefert wurde, schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm.»

Asthma-Anfall im künstlichen Koma auf einer Intensivstation lag.

Mein Grossvater war früh und ohne Anzeichen irgendwelcher Probleme zu Bett gegangen. Plötzlich gab es einen Stromausfall, für den wir bis heute keine Erklärung haben. Wir fanden den Sicherungskasten nicht, nur deshalb ging ich in das Schlafzimmer meiner Grosseltern. Ich fand meinen Grossvater im Zustand höchster Atemnot vor, kurz darauf wurde er bewusstlos.

Ich leistete erste Hilfe, bis der Notarzt eintraf und meinen Grossvater intubiert ins Krankenhaus brachte – in dasselbe Krankenhaus, in dem meine Grossmutter lag. Als mein Grossvater eingeliefert wurde, schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm. Vier Tage später starb mein Grossvater, und wieder schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm.

Die ersten Worte meiner Grossmutter, als sie aus dem künstlichen Koma geweckt wurde: ‹Mein Mann ist tot.› Ich knabbere heute noch an der Fülle der Zeichen.»

Verabschiedet – und gestorben Am 26.

September war die Reihe schliesslich an «muggelmauzz1506», Altenpflegehelferin in Nürnberg: «Vor rund eineinhalb Jahren im Altenheim, gegen Mittag, vor der Übergabe, kam ich ins Zimmer der Bewohnerin. Sie verabschiedete sich von mir und meinte, ihre Zeit sei gekommen! Ich versuchte, sie zu beruhigen und ihr ‹tröstende› Worte zukommen zu lassen, aber sie war fest entschlossen und beharrte auf ihrer Meinung und lobte die Arbeit von uns Schwestern in den letzten Monaten.

Am nächsten Tag wieder im Frühdienst, hab ich erfahren, dass diese Bewohnerin tatsächlich am Vortag verstorben ist – eine halbe Stunde, nachdem ich Feierabend hatte und heimgegangen war!

Irgendwie haben die Leute eine Vorahnung…»

Bearbeitung: red. ■

Haben auch Sie in Ihrem Umfeld bereits Ähnliches erlebt? Dann schreiben Sie uns: MYSTERIES, Postfach, CH 4002 Basel.

Oder via Mail: mysteries@bluewin.ch

Ein Mann und eine Frau sitzen in Stühlen und halten sich die Hände.
Ein verzerrtes Bild eines Menschen in Wasser.

DEUTSCHLANDS PROMINENTESTER GOLD-JÄGER ERLEBTE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE

Schock für Deutschlands prominentesten Schatzsucher: Drei mysteriöse Besucher führten Reinhold Ostler einen selbstgebastelten «Superdetektor» vor, dessen Präzision ihm als gewieften Profi beinahe die Sprache verschlug. Mittlerweile soll die Weltbank das Wundergerät heimlich eingesackt haben.

Im Oktober 2003 klingelte mein Telefon. «Spreche ich mit Reinhold Ostler?»

Ich bejahte. «Mein Name ist Helmut Berner» (Name geändert). «Ich habe zufällig ein Buch von Ihnen in den Händen gehabt und dort Ihre Telefonnummer gefunden. Ich möchte vorausschicken, dass ich kein Schatzsucher bin, sondern Bauunternehmer. Warum ich anrufe? Wir haben ein Gerät entwickelt, mit dem sich Gold finden lässt.»

Was wäre, wenn es ein Gerät gäbe, das – in den richtigen Händen – aus ärmsten Drittweltländern ebenbürtige Industrienationen machen würde? Länder, welche ihre Bodenschätze zum Wohle der Bevölkerung verwenden könnten und ob ihrer Weltbankkredite nicht mehr im Würgegriff der Globalplayer erstickten? Utopie?

«Naja», entgegnete ich höflich, «das können fast alle Detektoren.» «Schon», antwortete Berner. «Aber unser Gerät kann noch viel mehr. Ausserdem ist es kein Metalldetektor. Kann ich Sie mal besuchen?» Ohne mir viel dabei zu denken, antwortete ich: «Jederzeit!» «Gut, ich rufe Sie an, bevor ich vorbeikomme – Servus.»

Ich hörte nichts mehr von ihm und dachte nach ein paar Tagen auch nicht mehr an das Gespräch, da mir derartige Versprechungen schon etliche Male gemacht worden waren. Sämtliche «Sensationsgeräte», die von meinen Besuchern in den vergangenen Jahren angeschleppt worden waren, hatten sich bislang samt und sonders als Schrott erwiesen…

Dann kam der Tag, der mein Leben verändern sollte. Es war Mitte März 2004 – ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Um 16.30 Uhr läutete das Telefon. «Erinnern Sie sich noch an mich?

Ich hab Sie letztes Jahr angerufen, es geht um ein neues Gerät. Ich bin in München und würde Sie gerne besuchen.» Kein Problem, entgegnete ich und lud ihn ein: «Kommen Sie nur vorbei.»

«Na, was haben Sie denn da?»

Dreissig Minuten später sass er mir in meiner Bibliothek gegenüber. Besser: Sie sassen mir gegenüber, denn er hatte noch zwei Begleiter mitgebracht, von denen einer – 22 bis 24 Jahre alt – der Entwickler des Gerätes war und kein Wort Deutsch sprach, während der andere als Dolmetscher fungierte und unser Gespräch in eine osteuropäische Sprache übersetzte.

«Na, was haben Sie denn da für ein Zaubergerät?», wandte ich mich an Helmut Berner, der etwa vierzig Jahre alt und von bulliger Statur war. Noch ahnte ich nicht, wie richtig ich mit dem Begriff «Zaubergerät» liegen sollte.

«Ehe Sie das Gerät zu sehen bekommen, unterschreiben Sie bitte diese Geheimhaltungserklärung», sagte er geheimnisvoll und zog dabei ein Blatt Papier aus der Tasche. Solche Spinner hatte ich schon öfters kennen gelernt. Also dachte ich mir nichts dabei und unterzeichnete das Papier.

Nun schilderte mir der Mann die Vorzüge der Neuentwicklung. Eigentlich war sie dies ja gar nicht, wie ich später feststellen sollte. Vielmehr hatte der junge Entwickler offenbar ein beim Militär bereits existierendes Ortungsgerät weiterentwickelt. Wie auch immer: Mit diesem Gerät – so Berner – sei es möglich, bis zu einer Entfernung von 100 Metern Gold und Silber punktgenau zu orten. Erneut fielen mir all die Schwadronierer ein, die mit elektronischen Wünschelruten auf grosse Distanzen angeblich Edelmetalle «Was der Mann aus seiner Plastiktüte kramte, erstaunte mich dann doch…»

aufspüren wollten. Die Spitzenpreise solcher Wundergeräte, wie sie auch in Deutschland angeboten werden, liegen bei 8000 Euro! Nur funktionieren sie leider nicht.

Ab aufs Testgelände…

Als ich Berner meine Zweifel kundtat, winkte er ab. «Unseres funktioniert, das werden wir Ihnen demonstrieren.» Nun konnte ich es nicht mehr erwarten, das Wunderding endlich in Aktion zu sehen.

«Lassen Sie uns auf unser Testgelände fahren», schlug ich vor. «Dort ist alles vorhanden, um das Gerät vorzuführen.»

Dieses Testgelände – vier Hektaren gross – hatte ich im Sommer 2003 angelegt. Dort befand sich jede Art von Metall in jeglicher Form und Tiefe vergraben – so wie wir es auch in der Natur versteckt finden. Auch einige Goldmünzen, einen Silberbarren und zwei Münzhorte aus Bronze zu je 100 Münzen hatte ich dort im Jahrhundertsommer vergraben.

Was der Mann nun aus seiner Plastiktüte kramte, erstaunte mich doch: Eine grüne Kunststoffbox mit durchsichtigem Plastikdeckel, wie man sie als Angleroder Schraubenbox verwendet, etwa 30 Zentimeter lang und 15 Zentimeter breit.

Unter dem Deckel befanden sich mit Filzstift beschriftete Kipp-und Drehschalter. An der Stirnseite war ein Laser angebracht, der nach dem Einschalten seinen dünnen Strahl über das Gelände warf. Der Laser hatte laut Berner allerdings nur die Funktion, die Richtung des Signals anzuzeigen und letztendlich den exakten Punkt des Fundes anzuzeigen.

Mein Besucher stellte den Schalter auf «Gold» und begann das Kästchen auf- und ab zu schwenken. Dabei drehte er sich langsam um die eigene Achse. Da ich wusste, wo sich meine Münzen verbargen, beobachtete ich gespannt, wie sich der rote Strich langsam dem Punkt näherte.

Lokaltermin in Bayern. Die drei Besucher samt ihrem mysteriösen «Wundergerät».

«Wie eine umgebaute Angler-Box». Nahaufnahme des «Super-Detektors».

Genau in dem Moment, als er darüber strich, ertönte ein akustisches Signal. Langsam bewegte sich Berner in diese Richtung, während er die Box weiterhin auf- und abschwenkte. Als er unmittelbar vor dem Münzversteck stehen blieb, zeigte der rote Leuchtpunkt direkt auf die im Boden verborgenen Münzen, die ich nun aus vierzig Zentimetern Tiefe ausgrub.

Erstaunlich! Ich bat ihn deshalb, nun auch den Silberbarren zu suchen. Und nachdem er einen Schalter in der Box betätigt hatte, dauerte es kaum fünf Minuten, bis ich abermals zum Spaten greifen musste und auch dieses Objekt ausbuddelte.

Fassungslos, aber fasziniert Ich gebe es gerne zu: Mein Weltbild war erschüttert! Doch das war erst der Anfang. Nun forderte mich Berner nämlich auf, es selbst zu versuchen. Ich drückte ihm also die Goldmünzen in die Hand, drehte mich um und schloss die Augen.

Ein paar Minuten später stand er neben mir: «So, nun können Sie loslegen», forderte er mich auf.Wie ich es gesehen hatte, begann ich, das Kästchen zu schwenken und mich gleichzeitig um meine Achse zu drehen. Als mir das Signal dann zeigte, in welche Richtung ich mich zu bewegen «Siehe da: Nach ein paar Sekunden stand ich vor meinen Goldmünzen.»

hatte, erschrak ich beinahe. Und siehe da: Nach ein paar Sekunden stand ich – vom Laserstrahl geleitet – vor meinen Münzen, die unmittelbar unter der Grasnarbe hervorlugten. Spätestens in diesem Moment wurde mir definitiv klar, welches Potenzial in dieser unscheinbaren Box steckte…

Später, als wir zusammen im Gasthaus beim Essen sassen, kam mein Besucher zur Sache. Während ich mir bereits eine Serienproduktion ausmalte, riss er mich jäh aus meinen Gedanken. «Also, dass eines klar ist», begann er, «dieses Gerät wird niemals irgendwo zum Verkauf erscheinen. Der Grund, warum wir uns heute treffen, ist, dass dieses Gerät zusammen mit ihrem Wissen unbezahlbar ist.

Wenn Sie einverstanden sind, treffen wir eine Vereinbarung. Sie fahren mit uns zu den in Frage kommenden Orten, und im Erfolgsfall teilen wir 50:50.»

Ich willigte ein – und bereits am nächsten Tag waren wir unterwegs. Als erstes fuhren wir zum Steinriegel am Walchensee, wo immer noch Teile des Reichsbankschatzes verborgen liegen. Nun offenbarte Berner weitere erstaunliche Fähigkeiten seiner «Zauberbox»: Am Gerät liess sich nämlich nicht nur die Metallart wählen, sondern darüber hinaus auch noch die gesuchte Menge – von 100 Gramm aufwärts. Zudem der Edelmetallanteil, von 10 bis 90 Prozent.

«Das Ortungssignal durchdringt dabei jegliche Materie», nahm ich zur Kenntnis und traute dabei meinen Ohren nicht.

«Egal ob Fels, Erde, Wasser oder Stahl.» Lediglich Blei bildete ein unüberwindbares Hindernis!

Doch so sehr ich auch insistierte: Allen Fragen zu Funktion und Arbeitsweise des geheimnisvollen Gerätes wich Berner geschickt aus, indem er vorgab, dies selbst nicht zu wissen oder zu verstehen. Nur der junge Mann, der das Ding angeblich entwickelt hatte – sein Name war Viorel –, würde diese Details kennen, versicherte er mir.

Ich glaubte ihm kein Wort. Denn bei anderer Gelegenheit schwadronierte er, dass dieser Viorel kaum lesen und schreiben könne – und ausserdem aus einem Dorf komme, wo «die Hunde mit dem Arsch bellen».

Unser erster Goldfund Zurück in die Natur: Wir wanderten die Waldwege entlang und Berner schwenkte die Plastiktüte mit dem Gerät darin unaufhörlich, während wir miteinander plauderten.

Auf eindrucksvolle Weise bewies das Ding erneut, was in ihm steckte: Urplötzlich ertönte das Signal und sofort begannen wir, gezielt in die Richtung zu schwenken. An einem Punkt am Hang eines Hügels blieben Laserpunkt und Ton schliesslich «hängen». Als ich dort grub, förderte ich drei Glieder einer Goldkette zu Tage!

Nun entschloss ich mich, Berner und seine Begleiter dorthin zu führen, wo meiner Vermutung nach ein Teil des Schatzes auf seine Entdeckung wartete: in der Nähe des Obernach-Kraftwerkes. Kaum zehn Minuten später ertönte das bekannte Signal erneut, und der Lichtpunkt wies auf eine Stelle oben am Steilhang, unterhalb einer kleinen Felswand.

Berner veränderte die Einstellungen am Gerät und konstatierte schliesslich: «Rund 12 Kilogramm Gold und etwa 8 Kilogramm Silber!» Leider war es unmöglich, sofort mit der Ausgrabung zu beginnen, da zu viele Wanderer unterwegs waren.Also verschoben wir die Aktion auf einen späteren Zeitpunkt. Am nächsten Tag fuhren der Geschäftsmann und seine Begleiter wieder nach Hause. Wir vereinbarten ein weiteres Treffen in zwei Wochen.

Unruhige Nächte In dieser Zeit – ich gestehe es freimütig – fand ich kaum Schlaf. Das Erlebte liess mich nicht mehr zur Ruhe kommen. Nachdem die zwei Wochen endlich um waren, trafen die drei Besucher am Freitagabend wieder ein. Beim Essen im Gasthof schockierte mich Berner mit einer neuen Information: «Viorel hat das Gerät nochmals modifiziert. Jetzt haben wir 1000 Meter Reichweite!»

Wir legten fest, welche Ziele wir in den nächsten beiden Tagen anfahren wollten.

Darunter befanden sich die Leistmühle im Altmühltal, der Falkenstein im Allgäu – hier soll ebenfalls ein grosser Teil des Reichsgoldes liegen – sowie ein paar weitere Orte.

Um es kurz zu machen: Alle sechs von uns erkundeten Punkte entlockten dem Gerät keine Regung. Dafür machte mich stutzig, dass sich Berners Frau mehrmals am Tag via Handy bei ihm meldete und wissen wollte, ob wir bereits fündig geworden seien. Irgendwie konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als wäre ein grosser Schatzfund die letzte Rettung für seine Baufirma.

Drei Wochen später sollte ich Herrn Berner das letzte Mal sehen. Wieder tauchte er mit seinen Begleitern auf. Wieder war das Gerät modifiziert und diesmal verging mir Hören und Sehen: Die Reichweite betrug nun insgesamt drei Kilometer, und obendrein besass das Gerät neu eine «Scan-Funktion», die im Umkreis von sechs Kilometern blitzartig erfasste, ob sich in diesem Bereich die via Schalter eingestellte Menge Edelmetall befand.

Obendrein konnte das Gerät nun neben Gold und Silber auch Kohlenstoff (Diamanten) und Öl aufspüren! Weitere Tests bewiesen auch diese Funktionen absolut zuverlässig.

Überraschung am Telefon Also plante ich eine siebentägige Tour, die uns nach Rennes-le-Château, in die österreichischen Alpen und nach Ostdeutschland führen sollte. Als Berner zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erschien, dachte ich mir noch nichts dabei.

Als er jedoch auch am nächsten Tag nicht kam, rief ich ihn abends an. «Was ist los?

Wo bleibst Du denn?»

Die Antwort traf wie mich ein Blitz: «Ich komme überhaupt nicht mehr», antwortete er. «Wieso?» wollte ich wissen.

«Ich habe das Gerät an die Weltbank verkauft – nun habe ich schon mehr gesagt, als ich eigentlich sagen darf…» Mit diesen Worten legte er auf.

Die Gedanken in meinem Kopf begannen zu kreisen: Wenn Berner das Gerät der Weltbank zum Kauf angeboten hatte, gab es nur einen einzigen logischen Grund, weshalb diese Institution viel, vermutlich sehr viel Geld dafür bezahlt hatte.

Stellen Sie sich nur einmal vor, was ein solches «Wunder-Gerät» in Serienproduktion auf dem internationalen Markt bewirken könnte! Jedes noch so arme Land der Erde wäre plötzlich in der Lage, seine Bodenschätze günstig und schnell zu finden und zu nutzen. Es würde keine teuren Kredite der Weltbank mehr benötigen und könnte sich binnen kürzester Zeit unabhängig machen.

Konsequenz: Kein Land müsste sich mehr Rohstoffpreise und Mengen diktieren lassen, sondern könnte nun unabhängig und unbehelligt im Weltgeschehen mitmischen. Für eine derart mächtige Institution wie die Weltbank ein Horror-Szenario! Niemals dürfte so etwas passieren. Also wurde die «Zauberbox» sozusagen «vom Markt gekauft».

Um mehr zu erfahren, sandte ich Berner noch eine E-Mail. Die einzige Antwort die ich erhielt, kam von seinen Anwälten.

Unter Strafandrohung wurde mir darin untersagt, jemals wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen. Übrigens: Seither habe ich keinen Metall-Detektor mehr in die Hand genommen…

Reinhold Ostler: «Die Story ist von A bis Z wahr» Fortsetzung auf der nächsten Seite

Ein Mann mit einem Bart sitzt vor einem Bücherregal.
Drei Männer stehen neben einem Auto auf einem Feld.
Ein Mann, der ein grünes Objekt in der Hand hält.
Ein Mann mit einem Hut steht in einem Bach.

CHINA LIEBÄUGELT MIT UMVERTEILUNG SEINER AUSLANDSRESERVEN

Ist die Finanzwelt haarscharf einer Katastrophe entgangen? Was im Internet als Gerücht herumgeisterte, ist zumindest teilweise wahr: China besitzt mittlerweile rund 700 Milliarden US-Dollar und kokettierte kürzlich damit, auf andere Währungen umzusteigen. Pure Ungeschicktheit? Oder knallhartes Polit-Kalkül?

Finanzlaien reagierten schockiert. Und selbst so mancher kritische Geldexperte runzelte verwundert die Stirn. Grund war ein Massen-E-Mail, das sich Mitte Dezember 2006 in Windeseile im deutschsprachigen Internet verteilte. Übertitelt war es mit «US-Dollar», verbunden mit der Bitte, es an andere weiterzuleiten.

Inhalt: «Nachdem bekannt wurde, dass China sich entschlossen hat, sich von grossen Mengen seiner Dollar-Reserven zu trennen, reiste in der vergangenen Woche eine hochrangige US-Delegation nach Peking, um zu retten, was noch zu retten war. Unter Führung von FED-Chef Ben Bernanke und dem Chef des Schatzamtes, Henry Paulson, konferierte die Delegation am 14. und 15. Dezember in Peking mit einer chinesischen Abordnung, offenbar mit der Absicht, die Chinesen von ihrem Vorhaben abzubringen, am kommenden Montag, dem 18. Dezember, sage und schreibe eine Billion US-Dollar aus ihren Devisenvorräten zu lösen.

Doch die Chinesen liessen die US-Unterhändler abblitzen. Für ihre Absicht, sich von erheblichen Teilen ihrer Dollarvorräte zu trennen, führten sie folgende Gründe an: 1. Nachdem die Federal Reserve Bank im vergangenen März ihre Berichte über die umlaufende Geldmenge M3 eingestellt hat, sei es für niemanden mehr möglich einzuschätzen, wie viel neues Geld gedruckt worden sei.

2. Der US-Dollar hat in jüngster Vergangenheit gegenüber anderen Währungen bis zu 30 Prozent seines Werts eingebüsst. Das bedeutet, dass China 300 Milliarden US-Dollar allein dadurch verloren hat, dass es diesen Betrag in seinen Währungsreserven hielt.

3. Die USA besitzen keinerlei Pläne zur Reduzierung ihres Haushaltsdefizits oder zur Begleichung ihrer Schulden – ausser dies mit frisch gedrucktem Geld zu tun.

Deshalb habe China entschieden, sich von grossen Mengen seiner Dollar-Reserven zu trennen, bevor andere Staaten damit beginnen. Wie berichtet wird, sagte man der US-Delegation: «Wir sind die grössten Halter von US-Währung, und wenn der Rest der Welt seine Reserven abwirft, bevor wir es tun, stehen wir ohne Hemd da.» Nach der Sitzung mit den chinesischen Offiziellen soll FED-Chef Bernanke kalkweiss und mit kaltem Schweiss auf der Stirn aus dem Sitzungsraum gewankt sein.

Kein Wunder, denn die Folgen des Schrittes der Chinesen sind absehbar: Der US-Dollar wird zusammenbrechen, immer mehr Staaten, Firmen, Fonds und Einzelpersonen werden aus dem Dollar fliehen, und der inflationäre Galopp wird erst die US-Wirtschaft und dann die Weltwirtschaft in eine schwere Krise stürzen. Vermutlich in die tiefste Krise, die es je gab – wenn es da nicht Kräfte im Hintergrund gäbe, die auf eine solche Situation hingearbeitet haben und die über die Mittel und Möglichkeiten verfügen, den zu erwartenden Crash abzufangen und eine weltweit angelegte Lösung auf den Weg zu bringen.»

Nur: Was ist dran an diesem Gerücht?

In der Tat trafen sich am 14./15. Dezember 2006 die beiden wichtigsten wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger der USA, Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Zentralbank (Fed), und Henry Paulson, Vorsteher des Schatzamts, zu einer Konferenz mit chinesischen Spitzenpolitikern in Peking. Dies noch dazu relativ überstürzt. Bereits fünf Tage vor dem Treffen, am 10. Dezember 2006, hatte Jerome R. Corsi im Internet auf «World Net Daily» Ähnliches angetönt – unter der Schlagzeile: «Droht dem US-Dollar ein unmittelbarer Kollaps?»

Corsi zitierte in diesem Zusammenhang den Finanzkritiker John Williams, «Es sieht weitaus schlimmer aus als bislang befürchtet.»

wonach die Bush-Administration sich Chinas Kooperation sichern wolle, um einen Dollar-Crash zu verhindern. Williams’ Fazit nach eigenen Analysen: Es sieht weitaus schlimmer aus als befürchtet. Und auch in Börsenkreisen war die Stimmung angespannt. «Es muss schon schlimm um das US-Finanzsystem bestellt sein, wenn Bernanke und Paulson – immerhin die beiden mächtigsten Grössen der Weltfinanz – zusammen nach China fahren!», wurde gemunkelt.

Dass es bei diesen «strategisch-ökonomischen Gesprächen» dann auch tatsächlich äusserst hitzig zu und her ging, bestätigte am 14. Dezember 2006 schliesslich auch die «Washington Post» – ohne allerdings näher auf die vermeintliche «Billionen-Drohung» Chinas einzugehen.

Worum ging es beim Treffen also tatsächlich? «mysteries» befragte dazu Albert Steinberger, Finanzanalyst einer Schweizer Grossbank: «Das Treffen geschah nicht in der Meinung, dass China seine Dollarreserven nicht verkaufen solle – was in der Tat den Dollarkurs weiter drücken dürfte – sondern eher aus dem gegenteiligen Motiv», relativiert er. «Unter Druck von protektionistischen Fraktionen im US-Kongress sollten die Chinesen dazu bewegt werden, den Yuan auf den Markt freizugeben.»

«Das wäre ja Selbstmord…»

Hintergrund: Derzeit wird der Yuan mehr oder weniger an einen Währungskorb gebunden, der vom US-Dollar klar dominiert wird und nur in einem engen Band gehandelt wird.

Damit wurde dieser künstlich tief gehalten, um den eigenen Export zu fördern, unter anderem, indem die Chinesen immer wieder US-Dollars auf dem freien Markt einkauften, wie Steinberger anmerkt: «Nur selten wurde der Yuan leicht aufgewertet, um einer Überhitzung der eigenen Volkswirtschaft zuvorzukommen. Dies ist auch einer der Gründe, wieso die Währungsexperten von einem möglichen Dollarverfall sprechen.»

Und weiter: «Fallen diese Käufe weg, würde der Yuan rasch seine Unterbewer-Was führt er im Schild? Zhou Xiaochuan, Gouverneur der chinesischen Zentralbank.

Reuters-Meldung: Die Agentur kabelte Zhous brisantes Statement um die Welt.

tung gegenüber dem US-Dollar (und auch anderen Währungen) verlieren, und die Warenpreise aus China könnten auf diesem Wege nicht mehr künstlich tief gehalten werden. Die US-Güter würden sich im Verhältnis zu den chinesischen Exportwaren wieder verbilligen.»

Ein anderer Finanzexperte äusserte sich gegenüber «mysteries» ebenfalls kritisch: «Sollte China seine immensen Dollar-Reserven tatsächlich kurzfristig diversifizieren, wäre das aus chinesischer Sicht Wahnsinn, ja gar Selbstmord. Erstens wirtschaftlich – und zweitens politisch.

Insofern kann die in besagtem Mail verbreitete Story so nicht stimmen.»

Dennoch wurden die Gerüchte weiter angeheizt – speziell auf der Internet-Page der «Hal Turner Show», die sich am 15.

Dezember 2006 auf nicht genannte Informanten aus Kreisen der US-Delegation berief. Diese hätten Chinas Billionen-Drohung bestätigt. Denkbar also, dass derlei Sätze an der Konferenz im Affekt tatsächlich ausgestossen wurden – womöglich sogar verhandlungstaktisch – um den von Steinberger genannten US-Forderungen Paroli zu bieten.

«Nur» 700 Milliarden Dollar Kommt dazu, dass eine «Billion US-Dollar» als Gesamtsumme zumindest bedingt den Tatsachen entspricht. In Wahrheit bestehen die chinesischen Reserven laut Insiderschätzungen nämlich «nur» zu 70 Prozent aus US-Währung.

Kann diesbezüglich also Entwarnung gegeben werden? Fand das ominöse Finanztreffen wirklich aus ganz anderen Gründen statt?

Nicht unbedingt! Erstens sind auch 700 Milliarden Dollar eine gewaltige Summe. Und dass wider Erwarten doch mehr an «Unklar bleibt, was Zhou mit seinen umstrittenen Aussagen bezwecken wollte.»

der ganzen Geschichte dran sein könnte, dokumentiert eine Exklusivmeldung der Nachrichtenagentur Reuters, die von den deutschsprachigen Medien fast unisono verpennt wurde.

Anders in den USA: So liess etwa die renommierte internationale Finanzinformationsagentur Bloomberg ihre Leser am 9. November 2006 wissen: «Der Dollar fiel im Vergleich zum Euro auf den tiefsten Stand seit Monaten, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass Zhou Xiaochuan, Gouverneur der chinesischen Zentralbank, sagte, dass er einen ‹klaren› Plan habe, die ausländischen Geldreserven zu diversifizieren – und dies bereits seit Jahren.» Verschiedene Optionen würden derzeit geprüft.

Konkretisieren mochte Zhou seine brisanten Aussagen indes nicht.

Ob des Wirbels um Chinas Dollar-Reserven doppelte Reuters am 10. November 2006 nach. Besser gesagt deren Korrespondent Simon Rabinovitch, der Zhou Xiaochuan am Rande der Konferenz der Europäischen Zentralbank EZB in Frankfurt vor sein Mikro gelockt hatte. In einer zweiten Pressemeldung wurden Zhous Aussagen nochmals bestätigt, ergänzt und erneut um die Welt gekabelt.

Zitat: «Wir haben klare Vorstellungen über die Diversifizierung während der kommenden Jahre.»

Selbstverständlich würde man die ausländischen Reserven «in verantwortlicher Weise verwenden, um die globalen Märkte nicht zu destabilisieren», beeilten sich die Chinesen zu versichern. Doch so viele Dollars wie bis anhin zu besitzen, sei nun mal riskant.

Unklar bleibt, was Zhou mit seinen Aussagen bezwecken wollte. Denn der Mann wusste sehr genau, dass er den Dollar-Kurs mit derlei Äusserungen kurzfristig in den Keller sacken lassen würde.

Also nahm er damit auch in Kauf, seine eigenen Reserven zu schwächen.

Weshalb? Pure Dummheit? Oder eher knallhartes Kalkül? Und somit womöglich doch ein Druckmittel im Hinblick auf die spätere Konferenz mit dem «A-Team» der US-Finanzbranche in Peking?

Dafür spricht jedenfalls, dass der mächtige Finanzboss kurze Zeit nach dem Interview bereits wieder zurückkrebste: «Selbstverständlich wird Chinas Zentralbank keine US-Dollar verkaufen», dementierte er nun plötzlich ebenso überraschend. Börsenhändler in aller Welt atmeten erleichtert auf.

«Ruhe vor dem Sturm» Zurück bleibt die Hoffnung, dass China die USA mit ihrer Dollar-Diversifikationsdrohung lediglich zum eigenen Vorteil provozieren wollte. Zurück bleibt aber auch das ungute Gefühl, dass es mit dem Dollar – selbst in diesem Fall – ohnehin weiter bachab gehen dürfte. Und dass der grosse weltweite Finanzcrash nur noch eine Frage der Zeit scheint.

Das fürchtet auch US-Notenbankchef Ben Bernanke, wie er kürzlich durchblicken liess. «Unglücklicherweise erleben wir wahrscheinlich eine Ruhe vor dem Sturm», erklärte er am 18. Januar 2007 in einer Anhörung des Haushaltsausschusses des Sensats.

Und selbst dem bekannten Schweizer Börsenguru Marc Faber schwant derzeit Übles: «Der Crash wird kommen, da bin ich mir sicher. Aber es ist schwer zu sagen, wann. In drei Tagen, in drei Monaten, in drei Jahren?»

Ein Mann mit Brillen und einer schwarzen Jacke.
Ein Bildschirm einer Website mit einer Reihe von Wörtern darauf.

«BÖSER FLASCHENGEIST» ANGESPÜLT

GEHEIMTUNNEL ZUM BERNSTEINZIMMER?

Wirbel um eine Flasche im malayischen Kuantan: Der Fischer, der sie im Wasser fand, wollte sie gleich wieder los werden und übergab sie einem Schamanen.

Der reichte das mysteriöse Stück weiter an das Sultan-Abu-Bakar- Museum in Pekan. Grund: Die etwa 20 Zentimeter grosse Flasche enthielt eine Figur, eingehüllt in schwarze Kleidung mit roten Augen und rotem Mund.

Viele Malaysier hielten die Gestalt für den «Toyol» – einen Geist, der die Menschen im Auftrag seines Meisters bestehlen soll. Die Kunde seines Erscheinens zog Hunderte von Schaulustigen ins sonst eher beschauliche Städtchen.

Nach einer flüchtigen Untersuchung soll sich nun herausgestellt haben, dass es sich bei der Figur um eine Puppe handelt.

«Wir glauben, dass sie jemand für ein Heilungsritual benutzt und dann ins Meer geworfen hat», erklärt Ahmad Farid Abdul Jalal, der Direktor des Museums. Offenbar wollte aber niemand die Figur in seiner Nähe haben.

Wenige Tage nach ihrem Auftauchen gab das Museum die Flasche jedenfalls zurück an den Schamanen. Und der warf sie wieder ins Meer…

Liegt das Bernsteinzimmer immer noch in Königsberg? Ein geheimnisvoller Tunnel weckt neue Hoffnungen. Letztmals gesehen wurde das sagenumwobene Kunstwerk im April 1945. Und zwar im Königsberger Schloss (Bild) zum Transport verpackt – in 27 Kisten. Doch im Schlosskeller verloren sich seine Spuren. Jetzt sind russische Archäologen in ebendiesen Kellern des 1969 gesprengten Baus auf einen unterirdischen Gang gestossen. Noch ist unklar, wohin er führt. Der Tunnel ist voller Schutt und nur etwa 20 Meter einsehbar. Professor Wladimir Kulakow, der die Ausgrabungen leitet, spricht aber bereits von einer Sensation: Der Tunnel stamme wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert. Und die Wissenschaftler sind sich so gut wie sicher: Sie haben jenen legendären Geheimgang entdeckt, der das Ordensschloss mit der 400 Meter entfernten Dominsel verbindet. Finanziert wird das Grabungsprojekt vom Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Ein Mann mit einem Bart und einer Krawatte.
Ein großes Gebäude mit einem Turm und einer Uhr.
Ein Zimmer mit einer Wand, auf der ein Bild steht.
Eine große Metallstruktur mit einer Treppe, die dorthin führt.
Ein Mann in einer orangefarbenen Vorherscheide, der vor einer Wand von Computermonitoren steht.

SCHWEIZER GEOTHERMIE-PROJEKT LÄSST BEVÖLKERUNG ZITTERN

Die spinnen, die Eidgenossen! Gleich fünfmal liessen stärkere Erdstösse den Norden der Schweiz um den Jahreswechsel erzittern. Pikant: Nicht die Natur ist daran schuld – sondern ein alternatives Energieprojekt der Behörden. Wer noch immer daran zweifelte, hat den technischen Wahnsinn nun schwarz auf weiss: Spürbare Erdbeben lassen sich bewusst erzeugen!

Erst knallte es, dann bebte der Boden. Kaum ein Bewohner von Basel, den dabei nicht mulmige Gefühle beschlichen. Ein Erdbeben von der respektablen Stärke 3,4 – so stellte sich heraus – hatte die Schweizer Rheinstadt in Aufregung versetzt. Ebenso das angrenzende Ausland.

Doch das Beben vom 8. Dezember 2006 hatte nichts mit Naturgewalt und schon gar nichts mit Zufall zu tun. Es wurde vielmehr künstlich erzeugt. Reine Absicht war das zwar nicht – schon gar nicht in dieser Stärke. Aber des Risikos schienen sich die Verantwortlichen offenbar durchaus bewusst, wie sie später kleinlaut eingestehen mussten.

«Schuld» am Erdstoss waren die Planer und Umsetzer des Projektes Geothermie – ein Pilotprojekt im Bereich der alternativen Energiegewinnung. Ziel: Inmitten der Stadt soll dereinst ein mit Erdwärme betriebenes Kraftwerk Strom und Fernwärme liefern – im Fachjargon: «Deep Heat Mining». Für die seismische Überwachung dieses «einzigartigen Pilotprojektes» ist der Schweizerische Erdbebendienst der ETH Zürich verantwortlich.

In einem ersten Schritt wurde ein fünf Kilometer tiefes Loch in die Erde gebohrt. Um die Durchlässigkeit des Gesteins zu erhöhen, wurde durch dieses Loch im letzten Dezember Wasser gepumpt. Dass dadurch kleine und kleinste Beben ausgelöst werden, war nicht nur bekannt, sondern auch erwünscht. «Diese Beben geben letztlich Auskunft über den Weg des hineingepressten Wassers», erklärt dazu die Geopower Basel AG. Weit über 150 derartige Mini-Beben wurden im regionalen Untergrund seit Dezember 2006 bereits verzeichnet.

Dass es die Bohrungen an der Oberfläche aber derart krachen und zittern lassen sollten, will rückblickend niemand geahnt haben. Zumindest nicht offiziell. Noch dazu war die Basler Bevölkerung im Vorfeld der Versuche kaum bis gar nicht über mögliche Risiken informiert worden.

Ein Debakel sondergleichen – um so mehr, als die Rheinstadt bekanntlich zu den erdbebengefährdetsten Regionen der Welt zählt. Noch dazu beherbergt sie mehrere Schweizer Chemie-Grosskonzerne, die exakt auf den besonders heiklen Zonen thronen. Ebenso gut hätte man mit einem brennenden Streichholz in ein dunkles Pulverfass äugen können…

«Alles im Griff»?

«20 Mal höher als erwartet», sei der Erdstoss vom 8. Dezember gewesen, räumten die Verantwortlichen an einer eilends einberufenen Medienkonferenz zerknirscht ein. «Es dürften wohl noch einige kleinere Nachbeben folgen.» Tatsächlich krachte es bereits in der Nacht vom 14. Dezember erneut: Dieses neuerliche Beben erreichte immerhin noch die Stärke 2,5 auf der Richterskala. Tenor: «Wir haben die Lage im Griff. Mit weiteren grösseren Nachbeben ist kaum zu rechnen. Folgen werden allenfalls noch ein paar leichte Erschütterungen.»

Harsche Kritik dagegen von Fachseite.

So verurteilte die Präsidentin der Schweizer Geothermievereinigung, Kathy Riklin, das Vorgehen von Projektleiter Markus Häring gegenüber dem «Tagesanzeiger» mit ungewöhnlich scharfen Worten.

Der Mann sei ein forscher Haudegen, kritisierte sie: «Man ging viel zu schnell und zu rücksichtslos ans Werk. Das Wasser wurde zu rasch und unter zu hohem Druck in den Boden gepumpt!»

Am 5. Januar 2007 lieferte die Geopower AG schliesslich einen ersten Analyse-Bericht zuhanden der Basler Behörden ab. Und nur gerade einen Tag später zitterte die Erde in der Region erneut massiv: 3,1 zeigte die Richterskala diesmal!

«Ein harter Schlag, gefolgt von zwei rasch nachfolgenden weicheren Stössen erschütterte das Haus», berichtete ein Augenzeuge stellvertretend. Einige munkelten gar, dass am Bohrloch wohl heimlich weiter gearbeitet worden sei…

Verwirrte Mienen auch bei den Projektverantwortlichen. Geopower-Geschäftsleiter Daniel Moll: «Wahrscheinlich ein Ausreisser nach oben…»

28 Millionen für die Katz’ Eigentlich sollte noch im Januar 2007 ein zweites Loch gebohrt werden. Durch dieses hätte das in der Erde erhitzte Wasser künftig an die Oberfläche strömen sollen.

Nun aber wurde das Projekt sistiert. Der Bohrturm wurde bereits demontiert. Wie es weitergehen soll, steht derzeit in den Sternen. 28 Millionen Schweizer Franken an Steuergeldern scheinen nutzlos verschleudert. Und der Bevölkerung sitzt der Schrecken bis heute in den Gliedern.

Zu Recht, wie der bekannte Schweizer Erdbebenforscher Max Wyss unlängst betonte: «Nirgendwo auf der Welt wird in einer Stadt nach Erdwärme gebohrt! Für ein solches Projekt hätte man in ganz Mitteleuropa keinen gefährlicheren Ort wählen können als Basel…»

Die Natur gab ihm Recht: Am 16. Januar bebte es erneut. Stärke: 3,2. Und der Wahnsinn scheint kennt Ende zu nehmen: Denn am 2. Februar – unmittelbar vor Druckbeginn dieser Ausgabe – folgte bereits der nächste Knall: Stärke 3,3. red. ■

Glück im Unglück?

Bewahrt das umstrittene Bohrexperiment von Basel die lokale Bevölkerung womöglich vor Schlimmerem? Diese durchaus gewagte Behauptung formuliert zumindest die deutsche «Geothermische Vereinigung e.V.

– Bundesverband Geothermie» in einer offiziellen Stellungnahme. Pure Schönrederei aus Lobbysicht? Oder hatte die betroffene Region tatsächlich Glück im Unglück? Urteilen Sie selbst.

Ein Mann in einer orangefarbenen Vorherscheide, der vor einer Wand von Computermonitoren steht.
Ein Diagramm einer tiefen Wärme-Mine mit vielen Rohren.

Ausschnitt der deutschen «Sonderausgabe Schweiz»-Karte (1940). Die bis 1944 ergänzten Elemente sind farbig markiert.

Die erste flächendeckende Schweizer Karte im Massstab 1:25’000 stellten die Deutschen her – 35 Jahre vor der Schweiz. Die Karte war Teil eines Angriffsplanes der Wehrmacht. Besonders brisant: Während des Krieges wurde die Karte mit Hilfe von Spionageflügen aktualisiert.

Angefangen hat alles mit einer handgeschriebenen Notiz auf einem Dokument der Spionageabwehrstelle Stuttgart. Genauer gesagt mit einem V-Mann-Bericht vom 7. August 1942. Über einer Skizze des Zugersees war dort vermerkt: «Sond. Ausg. Schweiz 1:25’000 Blatt 62 Zug».

Dies machte Martin Rickenbacher stutzig. Der Schweizer Geomatiker: «Der Vermerk warf die Frage auf, ob das Dritte Reich eine bisher unbekannte grossmassstäbliche Karte der Schweiz besessen hat.»

In der Fachzeitschrift «Cartographica Helvetica» hat Rickenbacher zusammen

mit dem Kartographen Markus Oehrli die Dokumente analysiert. Zwei Dinge gaben ihm besonders zu denken: Die Zeichnung zeigte nicht etwa eine Grenzregion der «Die von der Wehrmacht angefertigte Karte umfasste 171 Blätter.»

Schweiz, sondern ein Gebiet in der Zentralschweiz. Und die drei dort aufgezeichneten Koordinaten bezogen sich nicht auf ein zeitgenössisches Kartenwerk der Schweiz.

Bis zur Entdeckung der Skizze galt die 1979 fertiggestellte Landeskarte der Schweiz 1:25’000 als erstes Kartenwerk dieses Massstabs.

«Diese Sichtweise muss nun über Bord geworfen werden», sagt Rickenbacher.

Angriffsvorbereitungen Nach weiteren Recherchen dokumentierte der Eidgenosse erstmals das deutsche Kartenwerk «Sonderausgabe Schweiz» aus dem Jahr 1940 sowie die «Deutsche Heereskarte Schweiz» aus den Jahren 1944/1945.

Gefunden hat Rickenbacher die relevanten Dokumente in den Beständen der «Schweizerischen Landestopographie» und im deutschen «Bundesarchiv-Militärarchiv» im süddeutschen Freiburg im Breisgau. «Einen grösseren Bestand hatten wir auch aus Frankreich», erzählt der Geomatiker.

Das Datum der deutschen «Sonderausgabe Schweiz» zeigt, dass es der Wehrmacht nach der Besetzung Frankreichs mit ihren Angriffsplänen auf die Schweiz damals durchaus ernst war. «Dabei war natürlich die Verfügbarkeit von Karten von grosser Bedeutung», schreibt Rickenbacher in der Fachzeitschrift «Geomatik Schweiz 11/2003».

Als Grundlage für die «Sonderausgabe» diente dem Reich der Topogra- «Der Schweizer Boden wurde für deutsche V-Männer immer riskanter.»

phische Atlas der Schweiz. Dieser wurde vereinheitlicht und dem deutschen Koordinatensystem angepasst. Nur so konnten die Daten von den deutschen Waffensystemen benutzt werden.

Die von der deutschen Wehrmacht angefertigte Karte, die schliesslich in der zweiten Jahreshälfte 1940 produziert wurde, umfasste 171 Blätter und bildete eine Gesamtfläche von knapp 36'000 Quadratkilometern ab.

Heimliche Aufklärungsflüge Das Dritte Reich begnügte sich aber nicht mit dieser einen Karte. Im Juli 1943 gaben die Verantwortlichen den Auftrag, das bisher vorliegende Kartenmaterial zur Schweiz zu überarbeiten und zu aktualisieren. Mit der Landung der Alliierten in Italien gewann die Schweiz für die Deutschen taktisch wieder an Bedeutung.

Brisant an der damals in Auftrag gegebenen «Deutschen Heereskarte Schweiz», sei die Tatsache, dass sie während dem Krieg aktualisierte wurde, betont Rickenbacher. Nachgeführt wurde die Karte mit Hilfe von Spionageflügen. «Die Flüge mussten kurz und stichartig in die Schweiz hineinführen, da mit der Schweizer Luftabwehr zu rechnen war.»

Eine Überprüfung der eingezeichneten Strassen und Gebäude vor Ort am Boden war kaum mehr möglich, da es für deutsche V-Männer auf Schweizer Boden immer riskanter wurde. Grund: Ab September 1942 wurden in der Schweiz die ersten Todesurteile wegen Spionage für das Deutsche Reich gefällt. Unter anderem auch wegen der Weitergabe von Skizzen von Befestigungsanlagen.

Auch die deutschen Aufklärungsflüge blieben der Schweizer Luftabwehr nicht verborgen. So wird etwa in einem damaligen Bericht des Kommandanten der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen angedeutet: «Die häufigsten Grenzverletzungen aber erfolgten durch Flugzeuge der Achsenmächte, die unser Grenzgebiet im Norden und Süden häufig nur für kurze Zeit überflogen.»

«Aktueller und moderner» Am Beispiel eines Ausschnitts der beiden deutschen Karten verdeutlicht Geomatiker Martin Rickenbacher, wie umfangreich die aktualisierten Daten waren: Auf 25 Quadratkilometern fand er in der Heereskarte, verglichen mit der Sonderausgabe, rund 130 neue Gebäude und sechs neue Strassen: «Die Karten, über welche die deutsche Wehrmacht dort im Gebiet Ergolztal bei einem allfälligen Angriff verfügt hätte, wären aktueller und moderner konzipiert gewesen als diejenigen der Schweizer Armee.»

Zum vollständigen Druck der «Deutschen Heereskarte Schweiz» kam es allerdings nicht mehr. Dennoch liegen nach heutigem Forschungsstand – beide Kartenwerke zusammengenommen – 230 Blätter oder 91 Prozent der vorgesehenen Bearbeitungsfläche in gedruckter Form vor. Der Rest war bereits für den Druck vorbereitet.

Stéphanie Erni ■

Ein Plakat mit einer Reihe von Wörtern in einer Fremdsprache.
Ein Diagramm einer Bahnspur mit vielen Zahlen darauf.

WAS MACHT EIGENTLICH… «SPRACHROHR» URIELLA?

«Ich habe da einen thematischen Aufhänger entdeckt, den ich noch nicht enthüllen möchte. Anfänglich waren die anderen Beteiligten nicht so recht davon überzeugt – aber es ist der beste, den wir je gefunden haben. Die anderen hatten Angst, was die Kritiker dazu wohl dazu sagen würden. Sie schlugen andere Aufhänger vor – und ich sagte: ‹Nein!› So bastelten wir einige Jahre daran herum. Und dann wollte Harrison Ford den Film endlich machen und Steven Spielberg sagte: ‹Okay›. Ich sagte: ‹Wir müssen jetzt zurück zu diesem Originalaufhänger und diejenigen Teile davon eliminieren, die andere beleidigen oder verletzen könnten. Wir werden dieses Gebiet des Übernatürlichen also thematisch immer noch nutzen.»

(Produzent George Lucas gegenüber dem «Empire Magazine» auf die Frage, worum es im vierten Indiana-Jones-Film gehen soll, der diesen Sommer gedreht wird.)

Eine Broschüre für Lebenskraft 2007 enthält Bilder von Menschen.

Juri Gagarin (Foto) war nicht der erste Mensch im All. Entsprechende Gerüchte kursierten bereits auf den Pausenplätzen der DDR, wie ein Deutscher nun enthüllt. Folge: In der Schule marschierte die Stasi ein.

Bereits vor Juri Gagarins Erdumrundung (Bild oben) schossen die Russen Astronauten ins All. Einige verglühten, andere wie Vladimir Ilyushin überlebten schwer verletzt. Die damalige Sowjetunion gab sich alle Mühe, die Vorfälle zu vertuschen. Derart gut, das selbst viele Raumfahrtspezialisten bis heute nichts davon wissen wollen.

Dabei kursierten bereits in der ehemaligen DDR entsprechende Gerüchte, wie Leser Joachim Grützemann gegenüber «mysteries» nun erstmals enthüllt. Aufgewachsen ist er im Osten, nahe der deutschpolnischen Grenze.

Kurze Zeit nach dem Gagarin-Flug, im Schuljahr 1960/61, so erinnert sich Grützemann, diskutierte er mit Klassenkameraden am Samstag auf dem Schulhof.Thema: «Habt Ihr ebenfalls gehört, dass Gagarin nicht der Erste war?»

Den folgenden Montag sollte er zeitlebens nicht mehr vergessen: «Schlecht gelaunt kam unser Klassenlehrer in die Klasse, verkündete eine Doppelstunde Mathe und schickte die ersten zwei Mädchen ins Direktorenzimmer. Und dann ging es Vor Gagarin im All: Vladimir Ilyushin.

Schlag auf Schlag. Die Erste kam zurück und benannte die nächsten. Und so ging es immer weiter, bis alle ‹dran› waren. Wir hatten keine Gelegenheit, uns auszutauschen, was eigentlich los war. Dies wurde jedem erst klar, als er an der Reihe war.»

Verhör im Direktorenzimmer Schliesslich wurde auch er selbst ins Direktorenzimmer gerufen: «Dort sassen zwei Männer und eine Frau von der Stasi! Einer der Männer sass am Schreibtisch des Direktors, einer seitlich daneben und die Frau – wohl zu Stenographie-Zwecken – im Rücken des Schülers.

Jedenfalls ging es um diese Schulhofunterhaltung wegen dem Gagarin-Flug. Man wollte zu gern wissen, wer was und wo gehört hatte.»

An viel mehr könne er sich nicht erinnern, räumt er ein. Ebenso wie die wenigen ehemaligen Mitschüler, mit denen er heute noch Kontakt habe. «Aber allen drei sind die ‹Verhöre› vom Montag im Gedächtnis haften geblieben. Irgendwie ist die Geschichte damals ohne Sanktionen für uns ausgegangen. Allerdings folgte die obligate Belehrung über die ‹Machenschaften des Klassenfeindes›.»

Woher die Information über Gagarins «Vorgänger» stammte, weiss Joachim Grützemann nicht mehr mit Bestimmtheit zu sagen. «Westfernsehen» habe man damals nicht empfangen. «Möglicherweise stammte die Meldung also von einem der Berliner Rundfunksender – RIAS oder SFB…»

lb. ■

Ein Mann in einer Militäruniform, der vor einem Flugzeug steht.

Saddam vor seiner Hinrichtung (Videobild). Jetzt ist klar: Die maskierten Männer waren seine persönlichen Todfeinde.

Lynchjustiz wie einst im Wilden Westen: Saddams schiitische Todfeinde hängten den irakischen Diktator eigenhändig, wie mittlerweile klar ist. Die Behörden hatten sich dazu weichklopfen lassen.

Offiziell lief alles glatt. Inoffiziell natürlich nicht. Doch wo sonst die so verpönten «Verschwörungstheoretiker» mit ihrer kritischen Meinung oft alleine dastehen, erhielten sie diesmal von «konventioneller» Seite unerwartete Unterstützung.

Hauptsächlich US-Journalisten meldeten von Anfang an Zweifel an der öffentlich verbreiteten Version von Saddams Hinrichtung an, wie die «Welt» bereits am 31. Dezember 2006 etwas verwirrt meldete. Zu einem Zeitpunkt also, als die Öffentlichkeit noch nichts von den inoffiziellen Videoaufnahmen wusste, die Saddams Hinrichtung dokumentierten – alles also noch in bester Ordnung schien.

Die Zeitung: «Kurios ist, dass die 16 Augenzeugen, die bei der Vollstreckung des Urteils anwesend waren, später sehr Unterschiedliches darüber berichten, was die Fernsehbilder nicht zeigen. Einer von ihnen wird in der ‹Los Angeles Times› mit der Geschichte zitiert, wonach es auf dem Weg zum Galgen einen Wortwechsel gegeben habe zwischen Saddam und seinen vier Wächtern, Anhängern des von Saddam ermordeten militanten Schiitenführers Muhammad Sadr. Als Saddam die Treppen zum Galgen bestieg, so geht die Geschichte, riefen die Wächter ihm laut ‹Muktada Sadr› hinterher, den Namen des Sohnes des Ermordeten.»

Und ein anderer Augenzeuge habe noch Makabereres berichtet: «Wir hörten, dass Saddams Genick sofort brach, und wir sahen sogar ein wenig Blut am Strang.» Die Henker hätten Saddam zehn Minuten lang baumeln lassen.

Wüste Beschimpfungen Reine Propaganda von Saddams Kritikern? Die «Welt» mochte sich nicht festlegen. Und so hielten sich die Journalisten geschickt ein Hintertürchen offen. Zitat: «Am Mythos über Saddams letzte Minuten wird bereits kräftig gestrickt.» Dumm nur, dass jedermann den «Mythos» inzwischen im Internet begutachten kann, wo die inoffiziellen Videoaufnahmen die menschenunwürdige Hinrichtung in allen Details dokumentieren. Samt den wüsten Beschimpfungen und johlenden Zwischenrufen, die dem Todgeweihten unmittelbar vor seiner Strangulierung ins Gesicht gebrüllt wurden.

Seither kommen immer neue abscheuliche Details ans Licht. So war der schiitische Hassprediger Muktada al-Sadr im Todesraum persönlich anwesend.Als dritter vermummter Henker soll er Saddams Schlinge eigenhändig kontrolliert haben.

Dies behaupten zumindest die saudischen Zeitungen «Al Riadh» und «Al Watan».

«Ich habe ihn sofort erkannt», zitieren sie einen Augenzeugen. Sadr hatte dem irakischen Premier offenbar solange mit Gewalt gedroht, bis dieser einwilligte, ihn heimlich einzuschleusen.

Blutige Wunde am Hals Die News-Agentur Reuters wiederum berief sich auf Informationen eines hochrangigen Beamten des Innenministeriums: «Milizen ist es gelungen, das Exekutions-Kommando zu infiltrieren. Die Hinrichtung wurde von Milizen ausgeführt.»

Seither sind noch mehr inoffizielle Videos aufgetaucht: Eines zeigt den toten Saddam. Sein Kopf ist grotesk verdreht. Am Hals klafft eine blutige Wunde. Wurde der Leichnam geschändet?

Zu verantworten hat die Lynchjustiz Präsident Bush – zumindest moralisch. Aber das dürfte für den Texaner kein Problem sein. Im Wilden Westen seiner Vorfahren gehörten derlei Szenarien schliesslich zur Tagesordnung.

red. ■

Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben, Stippvisite in Meryemana Wir waren im Sommer auf Türkeiurlaub.

Mit meinem Vater, der dort wohnt, besuchten wir Meryemana («Marien- Haus») bei der antiken Stätte Ephesos, südlich von Izmir. Die Leute dort behaupten doch tatsächlich, dass Maria, die Mutter Gottes, dorthin geflohen wäre, um ihren Lebensabend in dem abgelegenen Wald zu verbringen. Die Gegend wirkte auf mich sehr friedlich, es war sehr angenehm (siehe Foto rechts).

Oben auf dem «Nachtigallenberg» stehen Fundamente eines Hauses sowie eine renovierte Kapelle mit einer uralten Zeichnung eines Frauenkopfes. Von den Besuchern wird Wasser aus der Heilquelle gezapft. Der Überlieferung nach soll sie hier auch begraben liegen – an einem Ort, «von dem aus man das Meer und die sieben höchsten Hügel sehen kann».

Das Spezielle daran ist jedoch, dass dort im Sommer ein Waldbrand wütete, welcher riesige Waldgebiete um das Heiligtum verwüstet hat. Alles war grau, voller Asche, doch dieses «Maria-Gebiet» wurde davon völlig verschont – wie ich bei meinem Besuch erstaunt zur Kenntnis nahm.

Nicht mal eine einzige Pflanze war angekohlt!

Wunder oder Feuerwehrmänner? Ich habe es nicht herausgefunden. Für mich war dieser Ort aber Wunder genug. Papst Paul VI. besuchte das Haus übrigens am 26. Juli 1967 und bestätigte seine Echtheit.

Papst Johannes Paul II. besuchte es am 30.

November 1979 und Papst Benedikt XVI.

am 29. November 2006.

Maria Rossmanith (D) Lustiger «Zufall» Ich wohne in einem kleinen Dorf und beziehe «mysteries» deshalb seit einigen Jahren im Abo. Kürzlich empfahl ich es meinem neuen Nachbarn, der erst seit kurzem hier wohnt. Wie war ich doch erstaunt, dass er ebenfalls Abonnent Ihrer Zeitschrift ist! Und das in einem Dorf wie unserem, wo man doch gemeinhin leider sehr engstirnig denkt.

Nun plaudern wir gelegentlich bei Kaffee und Kuchen über all die spannenden Themen, die Sie aufgreifen. Ihren Mut, umstrittene Themen aus Wissenschaft und Politik anzupacken, finden wir prima!

Gabriela Schütz (CH)

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Gebäude stehen.
Ein Mann in einem Labormantel, der durch ein Mikroskop schaut.
Ein Mann mit den Händen auf dem Gesicht.
Zwei Menschen gehen über ein grasgefülltes Feld.