SPUK AM STERBEBETT: PFLEGEPERSONAL BERICHTET ÜBER UNHEIMLICHE ERLEBNISSE
Paranormale Erlebnisse am Sterbebett sind keine Einzelfälle: Zahlreiche deutsche Pflegedienst-Mitarbeiter tauschten sich kürzlich im Internet aus. Überraschendes Ergebnis: Viele haben bei Todesfällen ihrer Patienten bereits Merkwürdiges erlebt, für das sie keine Erklärung haben.
«Sehr beeindruckt hat mich auch die Geschichte des alten Knechts Louis aus unserem Feriendörfchen im Wallis, der, obwohl ganz gesund, eines Herbsts erklärte, nun komme sein letzter Winter, dann tatsächlich zunehmend schwächer wurde, bis er sich am Palmsonntag im Sonntagsstaat aufs Bett legte.
Er liess Angehörige und Dorfgenossen kommen, reichte einem nach dem anderen zum Abschied die Hand und verstarb in der folgenden Nacht friedlich: Ein ‹natürliches Sterben›, das früher in diesem Bergtal nichts Aussergewöhnliches gewesen sein soll.»
Festgehalten hat dieses seltsame Erlebnis kein Esoteriker – sondern der frühere Direktor der Sozialpsychiatrischen Universitätsklinik Bern, der Schweizer Professor Luc Ciompi – am 20. Dezember 2006 in der «Schweizerischen Ärztezeitung».
Schilderungen, wie sie wohl jedermann in seinem Umfeld schon mal vernommen hat. Ebenso wie man von «primitiven» Naturvölkern weiss, deren Vertreter quasi auf Kommando von ihren «Ahnen» heimgeholt wurden. Selbst die moderne Psychiatrie weiss von Kindern mit schweren chronischen Krankheiten zu berichten, welche ihren Todestag innerlich offenbar sehr genau kennen und diesen etwa in Form eines Bildes quasi «verschlüsselt» kommunizieren können.
Nur wenige sprechen darüber Öffentlich thematisiert werden derlei Phänomene nur selten. Weil sie einerseits zwar durchaus plausibel, aber wissenschaftlich kaum erklärbar sind – und andererseits in unseren Breitengraden gerne verdrängt, ja geradezu tabuisiert werden. Wer beschäftigt sich als Gesunder schon gerne mit dem Tod?
Ob also Geister-Erscheinungen oder andere paranormale Erlebnisse: Wer mit der «anderen Realität» konfrontiert wird, ziert sich oft, davon zu erzählen. Ausser er trifft unverhofft auf Gleichgesinnte. Kürzlich so geschehen im Forum des deutschen Internetportals «pflegeboard.de», wo Tausende von registrierten Teilnehmern jeder Couleur regelmässig über ihre beruflichen Erfahrungen diskutieren. Sachlich – und auf hohem Niveau.
Da geht es in erster Linie um Medikamente, Krankheiten, Pfegemethoden, Drogentherapien und vieles andere. Bis am 8. September 2006 ein Gesundheitsund Krankenpfleger eines Altenheims aus Nordrheinwestfalen (User-Pseudonym: «Vitaminsaft ACE-Hemmer») eine kuriose Off-Topic-Diskussion anzettelte.
«Ich bin sehr verwirrt», schrieb er. «Vor paar Monaten ist ein Bewohner auf meinem Wohnbereich verstorben, und der Zeiger der Uhr in der Küche drehte sich dann sehr schnell nach vorne. Wie von Geisterhand.» Und dann schob er nach: «Habt auch Ihr schon mal rätselhafte Phänomene erlebt?»
Der Aufruf zeigte Wirkung. Einer der ersten, die sich meldeten, war Forumsteilnehmer «Willy Wuff» – Krankenpfleger im Bereich Kardiologische IMC/Stroke Unit in Norderstedt: «Das Seltsamste, was ich erlebt hatte, war, dass ein Patient verstorben war, er hatte den Mund und die Augen offen, nur hatte die Leichenstarre schon begonnen (ging bei ihm sehr schnell). Mit einer Kollegin habe ich diesen Patienten noch einmal gewaschen, ihm was angezogen, gebettet etc., denn seine Frau wollte noch vorbei kommen und sich verabschieden.
Die Kollegin ging zu dem Patienten, guckte ihm in die Augen und sagte nur: ‹Komm, sei so lieb und mache den Mund und die Augen zu, denn in einer halben Stunde kommt Deine Frau, um sich von Dir zu verabschieden. Du möchtest bestimmt nicht, dass sie Dich so in Erinnerung behält.› Als ich sie ne halbe Stunde später ins Zimmer begleitete, waren seine Augen fast geschlossen und der Mund nur noch einen kleinen Spalt weit offen.»
Als Nächste meldete sich am 9. September 2006 Userin «Sabine Hannich», Krankenschwester aus Mühlhausen. Sie selbst sieht sich, wie sie schrieb, eher als bodenständig. Dennoch glaubt auch sie, «dass es Menschen gibt, die so sensibel sind, Dinge wahrzunehmen, die andere vielleicht nicht wahrnehmen können».
Sie selbst habe nach dem Tod von Patienten immer ein starkes Gefühl der Kälte wahrgenommen, das von Patient zu Patient unterschiedlich stark gewesen sei: «Es war ein komisches Gefühl, und ich habe gefroren, obwohl draussen über 30 Grad waren. Wenn ich nach einer gewissen Zeit das Zimmer jeweils wieder betreten habe (nach zwei Stunden), war diese Kälte weg…»
Glockengebimmel nach Tod Drei Tage später berichtete Userin «mausiani», Krankenschwester aus Schwabmünchen, ebenfalls über ein «verrücktes» Erlebnis: «Bei uns auf der Station ist eine Bewohnerin verstorben, und als ich dann in den Spätdienst kam – die Bewohnerin war in der Nacht verstorben und bereits in der Leichenhalle – hat als allererstes die Glocke bei ihr im Zimmer geschellt.
Meine Kollegin meinte dann nur. ‹Jetzt ist die gute Frau oben angekommen.› Allerdings ist das nicht das erste Mal, dass das bei verstorbenen Bewohnern vorkam.
Immer wieder läutet es, obwohl der Bewohner schon verstorben ist…»
Auch sie sei grundsätzlich «eher realistisch», entgegnete darauf «Lisy», Pflegedienstleiterin in Schwäbisch Gmünd. So versuche sie immer alles zu erklären, räumte sie offen ein. «Aber auch ich hab oft ziemlich eigenartige Dinge erlebt. Ich mache oft Sterbebegleitung, und wenn der Mensch dann tot ist, kommt es oft zu seltsamen Dingen.
Einmal ging mitten in der Nacht, nach dem Tod des Vaters eines Angehörigen, die Stereoanlage an. Nicht etwa beim ersten Stück – nein, mitten in der CD, beim Lieblingsstück seines Vaters und alle Tiere (es war ein Bauernhof) spielten für rund fünf Minuten verrückt.» Sie könne das Thema «einfach nicht für mich einsortieren», schob sie etwas verwirrt nach.
Am 18. September juckte es dann auch Userin «pequenahermana» in den Fingern, Mitarbeiterin im Bereich ambulanter Pflegdienst Rheinland-Pfalz. 2005 hät- «An einem Freitag fing es damit an, dass einer starb – und jede Woche starb ein weiterer…»
ten sich in ihrem Umfeld ebenfalls kuriose Dinge ereignet, tippte sie ins Forum ihrer Berufskollegen: «Wir hatten ziemlich viele Patienten in einem Dorf, und an einem Freitag fing es damit an, dass einer starb. Und jede Woche starb zumindest ein weiterer Patient oder auch Bewohner des Ortes (egal welchen Alters, der jüngste war 20), weil die Leiche immer über Sonntag lag, bis er beerdigt werden konnte. So sagten zumindest alle. Als dann der Letzte starb und nicht über Sonntag liegen musste, war es zu Ende und es starb niemand mehr.
Das Merkwürdige war, dass man es auf der Landkarte nachzeichnen konnte – und es ergab ein Kreis durchs Dorf. Die erste starb und der letzte war der Ehemann der ersten – und der Kreis schloss sich. Verrückt, oder?!»
In der Tat sei dies rätselhaft, entgegnete darauf der Krankenpfleger, der die Diskussion begonnen hatte: «Sobald ein Bewohner im Altenheim stirbt, finden oft in den darauf folgenden Tag mindestens zwei bis drei Bewohner ebenfalls das Ende ihres körperlichen Lebens. Kennt Ihr diese Erfahrung auch?»
Unheimliche Ahnung Als nächste meldete sich Userin «schwesterle» zu Wort, von Beruf Altenpflegehelferin aus Seehausen: «Ich hatte Spätdienst», schrieb sie, «und habe die Bewohner auf meiner Station ins Bett gebracht. Eine Bewohnerin, die wirklich fit war, sagte an diesem Abend zu mir, ich solle ihr doch bitte dieses Mal ein schönes Nachthemd anziehen. Ich wusste zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht, wieso sie so darauf drängte – aber na gut. Ich suchte in ihrem Kleiderschrank ein schönes Nachthemd, zog es ihr an und brachte sie zu Bett.
Gegen 22:30 Uhr machte unser Nachtpfleger seinen ersten Rundgang und fand die Bewohnerin sitzend und singend im Bett vor. Auf die Frage, was das soll, antwortete die Bewohnerin, sie würde mitsingen. Der Nachtpfleger fragte, bei was sie mitsingen würde und sie antwortete: ‹Die zwei schwarzen Männer sind da, die kommen mich heute Nacht noch holen.› Der Nachtpfleger war der Meinung, die Paar im Pflegeheim. Wie spüren betagte Menschen, dass ihre Zeit gekommen ist?
Bewohnerin wäre nur verwirrt und beruhigte sie. Als er zwei Stunden später seinen zweiten Rundgang machte, war die Bewohnerin bereits verstorben.»
Was die merkwürdige Häufung von Todesfällen angeht, doppelte Krankenschwester «Sabine Hannich» am 18. September mit einem eigenen Erlebnis nach: «Ich kenne dieses Phänomen aus meinem FSJ, da habe ich in einer Einrichtung mit austherapierten, psychisch kranken Menschen gearbeitet. Da verstarben immer vor Beginn des Winters und zu Beginn des Frühlings drei bis vier Menschen direkt hintereinander. Ich habe das auch in anderen Einrichtungen schon öfters gehört. In einer anderen Einrichtung, in der ich gearbeitet habe, waren es immer drei.»
«Seid Ihr heute zu zweit?»
Und auch die «schwarzen Männer» scheinen kein Einzelphänomen zu sein, wie User «Opal», Krankenpfleger in Wadgassen weiss: «Ich habe nach fünf Jahren Onkologie und jetzt fast fünf Jahren Palliativstation einiges in dieser Richtung erlebt.
Um nur bei dem Mann (oder auch Männern) in Schwarz zu bleiben: Dass Patienten ihn (sie) sehen, kommt öfters vor.
Aber vor einiger Zeit geschah folgendes: Ein Patient sagte bei der Körperpflege zu meinem Kollegen: ‹Seid Ihr heute zu zweit?
Was ist das für ein seltsamer Kerl hinter Dir? Ich mag ihn nicht, schick ihn weg.› Der Kollege war alleine im Zimmer. So ging es den ganzen Tag. Wenn ein Pfleger das Zimmer betrat, sagte der Patient: ‹Was will der Kerl hier? Schickt ihn weg!› Erst als gegen Abend der Patient im Nachbarzimmer verstorben war, sagte der Patient: ‹Jetzt ist er endlich fort!› Der Patient wusste nicht, dass im Nebenzimmer ein Patient im Sterben lag…»
Gibt es tatsächlich merkwürdige Todesfallhäufungen? Es scheint so, denn am 19. September schrieb nun auch «schwestermac», Krankenschwester aus dem Saarland, ins Forum von «pflegeboard.de»: «Bei uns sind es bisher immer drei Patienten gewesen, innerhalb von zwei bis drei Wochen. Vor kurzem starb eine unserer Patientinnen, und ich war mir sicher, dass es ‹schnell› gehen würde. Sie hatte morgens schon lange Aussetzer, und ich habe die Tochter gebeten, alle wichtigen Angehörigen zu informieren.
Da meinte die Tochter, der Enkel benötige rund fünf Stunden, bis er da sei, und so lange werde ihre Mutter noch warten, das habe sie ihrem Enkel versprochen. Etwa 30 Minuten, nachdem der Enkel angekommen war, ist sie dann ruhig eingeschlafen. Ich wurde gleich informiert, und als ich hinkam, war sie etwa eine Stunde tot. Kurz danach ging für ein paar Minuten in ihrem Schlafzimmer das Licht aus (nur dort, alle anderen Räume blieben beleuchtet). Die Tochter öffnete das Fenster und anschliessend ging das Licht wieder an.
Die Tochter erzählte mir dann, ihre Mutter habe sie kurz vor dem Tod gebeten das Fenster zu öffnen, sie würde ihr ein Zeichen geben, wenn es soweit ist. Sowas hab ich bisher noch nicht erlebt, das war total gruselig für mich. Bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich dran denke.
Schon irgendwie merkwürdig, was man alles erleben kann…»
Ein Bericht, der auch bei «Monika58», Lehrerin für Pflegeberufe in Bonn, Erinnerungen wach rief, wie sie am 20. September schrieb: «Wir waren unplanmässig zu unseren Grosseltern gefahren, da meine Grossmutter nach einem schweren «Als Grossvater eingeliefert wurde, schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm.»
Asthma-Anfall im künstlichen Koma auf einer Intensivstation lag.
Mein Grossvater war früh und ohne Anzeichen irgendwelcher Probleme zu Bett gegangen. Plötzlich gab es einen Stromausfall, für den wir bis heute keine Erklärung haben. Wir fanden den Sicherungskasten nicht, nur deshalb ging ich in das Schlafzimmer meiner Grosseltern. Ich fand meinen Grossvater im Zustand höchster Atemnot vor, kurz darauf wurde er bewusstlos.
Ich leistete erste Hilfe, bis der Notarzt eintraf und meinen Grossvater intubiert ins Krankenhaus brachte – in dasselbe Krankenhaus, in dem meine Grossmutter lag. Als mein Grossvater eingeliefert wurde, schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm. Vier Tage später starb mein Grossvater, und wieder schlug der Monitor meiner Grossmutter Alarm.
Die ersten Worte meiner Grossmutter, als sie aus dem künstlichen Koma geweckt wurde: ‹Mein Mann ist tot.› Ich knabbere heute noch an der Fülle der Zeichen.»
Verabschiedet – und gestorben Am 26.
September war die Reihe schliesslich an «muggelmauzz1506», Altenpflegehelferin in Nürnberg: «Vor rund eineinhalb Jahren im Altenheim, gegen Mittag, vor der Übergabe, kam ich ins Zimmer der Bewohnerin. Sie verabschiedete sich von mir und meinte, ihre Zeit sei gekommen! Ich versuchte, sie zu beruhigen und ihr ‹tröstende› Worte zukommen zu lassen, aber sie war fest entschlossen und beharrte auf ihrer Meinung und lobte die Arbeit von uns Schwestern in den letzten Monaten.
Am nächsten Tag wieder im Frühdienst, hab ich erfahren, dass diese Bewohnerin tatsächlich am Vortag verstorben ist – eine halbe Stunde, nachdem ich Feierabend hatte und heimgegangen war!
Irgendwie haben die Leute eine Vorahnung…»
Bearbeitung: red. ■
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