«Terra preta»: Die fruchtbare Biomasse aus dem Regenwald am Amazonas entzieht sich bis heute allen Reproduktionsversuchen. Pflanzen spriessen in der «Schwarzen Erde» wie der Blitz – und bringen erst noch massiv höhere Erträge. Wie stellten sie die Indios damals her?

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschäftigen zwei Ängste die Menschheit: Erstens, dass wir unseren Planeten vernichten könnten – also, dass die Industrie die Erde tötet. Und zweitens das so genannte «Terraforming», die Umgestaltung anderer Planeten, um sie für die Ansiedlung von Menschen tauglich zu machen. Beide Techniken verändern ein bestehendes Ökosystem in verschiedenen Richtungen: Zerstörung und Schöpfung.

Interessanterweise haben antike Völker am Amazonas in grauer Vergangenheit bereits geniale ökologische Techniken kreiert und angewendet, die ihnen erlaubten, erfolgreich zu siedeln. Methoden, die sich unserem wissenschaftlichen Verständnis bis heute seltsamerweise immer noch entziehen.

Die Rede ist von «Terra preta de Indio», «Schwarzerde aus Amazonien» oder «Indianische Schwarzerde», wie die spezielle dunkle Erde in der brasilianischen Amazonas-Region genannt wird. Man findet sie bis heute auch in weiteren südamerikanischen Ländern wie Bolivien, Brasilien, Ecuador oder Peru. Kurz gesagt handelt es sich um einen schnell nachwachsenden Boden, ähnlich dem mitteleuropäischen Torfmoor.

Was macht Terra preta derart wertvoll? Ganz einfach: So ökologisch reich der Regenwald einem vorkommen mag, eignet sich der Boden, auf dem er wächst, nicht für die landwirtschaftliche Nutzung – Resultat des praktisch unaufhörlichen Regens, der alle Nährstoffe auswäscht. Jene Nischen jedoch, wo Terra preta vorhanden ist, sind sehr fruchtbar und vorzüglich zum Anbau geeignet – inmitten einer äusserst rauhen Umgebung.

Gemäss Lehrbuch «unmöglich»?

Tatsächlich hat diese «Wundererde» die Fähigkeit, den Nährstoffgehalt über Hunderte von Jahren zu konservieren! Dazu PD Dr. Bruno Glaser vom Lehrstuhl für Bodenkunde und Bodengeographie der Universität Bayreuth, der sich dem Thema seit vielen Jahren wissenschaftlich widmet: «Nach Meinung der Lehrbücher kann es so etwas gar nicht geben!»

Studien des Museu Goeldi in Belem in Nordbrasilien wiederum belegen ebenfalls, dass «Terra preta mit keiner Erde unter den bekannten Bedingungen vergleichbar ist» – und lassen somit vermuten, dass sie nicht durch einen natürlichen Prozess entstanden sein kann.

Die typischen Terra-preta-Flächen im Amazonas-Becken sind oft extrem klein, mit einer Tiefe von rund 50 Zentimetern, die manchmal auch zwei bis drei Meter ausmachen kann. Kurz: Terra preta gleicht einer schmalen Tasche andersartiger Erde, nicht sehr tief und verteilt auf einem kleinem Landstrich. Dennoch: Wer die verschiedenen Flächen addiert, kommt auf etwa zehn Prozent der amazonischen Landmasse, was immerhin einer Fläche von der Grösse Frankreichs entspricht.

Die Besonderheit: Terra preta enthält weitaus mehr pflanzenzugängliche Anteile an Phosphor, Calcium, Schwefel und Stickstoff als es für den Regenwald typisch ist. Ein perfekter Nährboden für tropische Gewächse: Mais, Papaya, Mango und andere essbare Früchte spriessen dreimal schneller als auf «normalem» tropischen Boden.

Die Brachzeit liegt bei kurzen sechs Monaten, während sie üblicherweise acht bis zehn Jahre beträgt. Es scheint, dass diese kurzen Erholungszeiten genügen, um den Boden zu regenerieren. Im Jahre 2001 wurde beispielsweise berichtet, dass Felder mit Terra preta in Açutuba während mehr als vierzig Jahren ohne jegliche Düngung genutzt worden waren!

Lebender Superorganismus Der Clou: Der «Wunderboden» verhält sich wie ein lebender Superorganismus, er regeneriert sich selbst. Es wird angenommen, dass er durch präkolumbianische Indianer in der Zeit von 500 v. Chr. bis 1500 n.Chr. geschaffen worden sein könnte, und dass deren diesbezügliches Wissen nach der Eroberung durch die Europäer verloren gegangen ist.

Analysen von Bodenproben haben gezeigt, dass die Kultivierung zur Zeit der spanischen Invasion um 1500 n. Chr. aufgehört hat. So berichtete etwa der Spanier Francisco de Orellana im 16. Jahrhundert, dass er auf der Suche nach einer Goldstadt während seiner Expedition entlang des Rio Negro auf ein ganzes Geflecht von Farmen, Dörfern, ja sogar stark befestigten Städten gestossen war. Millionen von Menschen müssten hier gewohnt haben, folgerte er.

Spätere spanische Siedler jedoch konnten keine Spuren dieses Volkes mehr finden, das der Conquistador beschrieben hatte.

Waren sie einer historischen Lüge aufgesessen, wie viele Wissenschaftler lange Zeit annahmen? Orellanas Schilderungen, so meinten sie zu wissen, könnten nie und nimmer der Wahrheit entsprechen. Denn der Boden im Amazonas-Becken sei für landwirtschaftliche Gemeinschaften alles andere als geeignet. Das war allerdings noch vor der Entdeckung von Terra preta…

Wim Sombroek vom Bodenforschungszentrum der Universität Wageningen in den Niederlanden entdeckte eines der grössten Terrains mit Terra preta in der Nähe von Santarem in einer Zone von drei Meilen Länge und einer halben Meile Breite. Das Plateau wurde nie sorgfältig freigelegt, aber die Auswertungen der New Yorker Geographen Woods und McCann zeigten, «Erst später wurde in Betracht gezogen, dass der Mensch dahinter stecken könnte…»

dass die Fläche ausreichend gewesen wäre um 200’000 bis 400’000 Bewohner zu ernähren. Dadurch erhalten Orellanas Schilderungen rückwirkend durchaus wieder Glaubwürdigkeit.

Erstmals beschrieben wurde die Wundererde im Jahr 1871. Die Entdecker nannten sie damals noch «Terra cotta». Bereits sie waren nicht in der Lage, ihren Ursprung zu klären. Im Jahr 1928 erklärte Barbosa de Farias, dass die Terra-preta-Flächen auf «natürliche» Art von besonderer Fruchtbarkeit seien.

l941 wurde darüber spekuliert, dass diese Bodenbeschaffenheit von einem Vulkanausbruch in den Anden herrühren könnte. Andere Theorien sprachen von Sedimenten aus tertiären Seen oder jüngeren Teichen. Sprich: Bis um 1950 tippten fast alle Fachleute auf eine natürliche Entstehung.

Überall dort, wo Wasser fliesst Erst später wurde endlich in Betracht gezogen, dass doch der Mensch dahinter stecken könnte, so unerklärlich dies auch scheinen mag. Hinweise dafür lieferte in den 60er- und 70er-Jahren vor allem die Kartographierung von Terra-preta-Orten im ganzen Amazonas-Becken.

Ergebnis: Die meisten Fundorte liegen unweit von befahrbaren Wasserläufen und legen somit den Schluss menschlicher Besiedlung nahe. Aber: Wurde dort lediglich gesiedelt, weil die Erde besonders fruchtbar war? Oder war die ausserordentliche Beschaffenheit des Bodens ein landwirtschaftliches Produkt der Siedler selber?

In den späten 90er-Jahren zeigten molekulare Untersuchungen, dass Terra preta gewaltige Mengen an verkohlten Rückständen enthält, von denen man weiss, dass sie sehr nährstoffreich und von äusserster Stabilität sind.

Weltweit ist das Vorkommen an organischem Kohlenstoff enorm, was normalerweise als Problem betrachtet wird. Da die Terra-preta-Karte. Die Wundererde findet sich häufig in der Nähe von Gewässern.

amazonische Schwarzerde einen fünf- bis achtmal höheren Anteil enthält als der sie umgebende Boden, müsste sie landwirtschaftlich gesehen eigentlich als «schlecht» bezeichnet werden. Man könnte sie sogar als «kontaminierte» Erde bezeichnen. Bezeichnenderweise ist diese Schicht aber nicht 10 bis 20 Zentimeter tief wie üblich – sondern 1 bis 2 Meter dick. Was ein Problem zu sein scheint, könnte also eher die Lösung sein…

Extrem viele Nährstoffe Bruno Glaser von der Universität Bayreuth hat nun herausgefunden, dass Terra preta mehr als 64mal reicher an «nicht restlos verbranntem Holz» ist als ihre Umgebung. Er glaubt, dass dadurch die Nährstoffe im Boden zurückgehalten werden und sich nachhaltig vermehren können.

Versuche mit Holzkohle zusammen mit Dünger erhöhten die Fruchtbarkeit von Regenwaldboden um 880 Prozent gegenüber einer Düngung ohne Holzkohle. Dadurch konnte ein Geheimnis der alten Amazonier teilweise gelüftet werden: Um den Boden zu regenerieren, braucht es Feuer. Die Wissenschaft mag diese Technik vergessen haben. In den Hochebenen von Mexiko aber kann man sie heute nachts noch sehen, wenn die Bauern ihre Felder anzünden…

Aber so einfach ist es eben doch nicht: Simples Abbrennen erzeugt nicht genügend Holzkohle, um Terra preta zu erzeugen. Es muss einst eine spezielle Verkohlungstechnik gegeben haben. Nach Christoph Steiner von der Universität Bayreuth konnte sie nicht darin bestanden haben, organisches Material zu Asche zu verbrennen. Es dürfte vielmehr halb verkohlt in den Boden geschichtet worden sein.

Viele Erkenntnisse sind seither dazu gekommen. Heute wissen wir, dass die Verteilung der Flächen mit Terra preta im Amazonasgebiet identisch ist mit den menschlichen Siedlungen, von denen Orellana berichtet hatte. Heute wie damals bedeutet Terra preta Hoffnung für die Bewohner der Amazonasgebiete – und auch für andere Gegenden mit ähnlichen Problemen.

Was moderne Chemie und Technik nicht geschafft haben, könnte die Lösung sein: Genügend Nahrung für arme Regionen, obwohl einige Bestandteile von Terra preta bislang nicht identifiziert werden konnten. Ein weiterer Vorteil der Terra preta ist nämlich, dass sie «nachwachsen» soll. Solange 20 Zentimeter des Bodens nicht «gestört» werden, regeneriert sich das Anbaugebiet über eine Dauer von rund 20 Jahren wie von Zauberhand, wissen die Bauern am Amazonas aus langjähriger Erfahrung zu berichten.

Möglich, dass eine Kombination aus Bakterien und Pilzen diesen Prozess bewirkt. Nur: Mit einem Mikroskop liess sich das bisher nicht sauber feststellen. Und so lässt sich Terra preta trotz intensiver Untersuchungen unter Laborbedingungen bis heute wissenschaftlich nicht reproduzieren.

Oder um es mit den Worten von Bruno Glaser von der Universität Bayreuth zu sagen: «Wenn wir genau wüssten, wie sie es gemacht haben, könnten solche Böden Milliarden Menschen ernähren und zudem drei Jahrhundert-Zielen dienen: Wüstenbildung verhindern, das Treibhausgas CO2 langfristig einlagern und die Artenvielfalt des Regenwaldes schützen.»

Noch scheinen die Geheimnisse der «Wundererde» also verloren – sollte Glaser der hoch fruchtbaren Biomasse eines Tages nicht doch ihr Geheimnis entreissen (siehe dazu Kasten rechts). Die Völker, die sie einst geschaffen haben, sind ausgelöscht. Woher sie ihr erstaunliches Wissen wohl geschöpft haben?

Philip Coppens nAnzeige A. P. Sinnett: Die esoterische Lehre oder Geheimbuddhismus Die Geheimlehre gilt den Erleuchteten als die unbedingte Wahrheit bezüglich der Natur sowie des Menschen, des Ursprungs des Weltalls und des Geschicks der in ihm Lebenden. Die Preisgabe der Geheimlehre wurde von den verschiedensten Kreisen stark kritisiert.

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WUNDERSAME INDIO-ERDE IM AMAZONAS-GEBIET: LÄSST SICH DAS GEHEIMNIS DOCH NOCH LÜFTEN? – Abbildung 2
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An Videokameras auf öffentlichem Grund haben wir uns notgedrungen bereits gewöhnt. Doch wussten Sie, dass auch grosse Hotel-Ketten Ihre intimen Vorlieben aufzeichnen und speichern?

heisst, der Papagei nannte die genauen Namen oder drückte sich in beschreibenden Sätzen aus. Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung hätte er nur in 5,2 Prozent der Fälle richtig liegen dürfen. «Dies sollte zum Nachdenken anregen», meint Sheldrake.

Falsch interpretiert?

Natürlich meldeten sich auch Skeptiker zu Wort, darunter vor allem Robert Todd Carroll, ein amerikanischer Kritiker «unerklärbarer» Phänomene.

Im Fall der N’kisi-Experimente versuchte Carroll seine Mitstreiter davon zu überzeugen, dass die Aussprache eines Papageis so undeutlich sei, dass das Gehörte beliebig interpretiert werden könne. «Das stimmt in diesem Fall überhaupt nicht», kontert Sheldrake. «Die Bandaufnahmen unseres N’kisi -Experimentes sind von drei verschiedenen Personen unabhängig voneinander übertragen und ausgewertet worden. Diese waren auch nicht über die Stossrichtung des Tests informiert.»

Nach allen Experimenten und bisherigen Erfahrungen kann offensichtlich tatsächlich von Telepathie zwischen Mensch und Tier ausgegangen werden. Nur kann dieses Phänomen noch nicht wissenschaftlich erklärt werden.

Aimée Morgana und Rupert Sheldrake werden ihre Forschungen jedenfalls weiterführen und deren Ergebnisse auch weiterhin wissenschaftlich dokumentieren. «Wir stehen erst am Anfang», betont Morgana.

Dennoch habe der Ausnahme-Papagei N’kisi bereits überdeutliche Anzeichen von Intelligenz geliefert, wie man sie Tieren bis anhin nicht zutrauen wollte. Besonders nicht einer Spezies, die so wenig genetische Übereinstimmung mit dem Menschen hat…

Ruth Gremaud nForscher Rupert Sheldrake.

WISSEN SIE, DASS HOTEL-KETTEN IHRE INTIM-DATEN SPEICHERN? – Abbildung 2
WISSEN SIE, DASS HOTEL-KETTEN IHRE INTIM-DATEN SPEICHERN? – Abbildung 3
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Hier zeigt sich der Forscher Erich von Däniken von seiner sachlichen Seite. Akribisch analysiert er uralte Texte und öffnet dem verblüfften Leser die Augen: Die menschliche Urgeschichte verlief ganz anders, als die Religionen es verkünden. Dies ist sauber belegbar. EvD greift eine geheimnisvolle Geschichte auf: In einem Höhlenlabyrinth in Ecuador soll eine verborgene Bibliothek aus Tausenden von Metallfolien liegen. Existiert dieser unglaubliche Schatz? »Definitiv JA«, behauptet EvD und belegt anhand eindeutiger Textvergleiche: Die phänomenale »Metallbibliothek« hat viel mit den verschollenen Büchern Henochs und mit der Religion der Mormonen zu tun, die seit Jahrhunderten danach suchen, denn diese Bibliothek enthält die brisante Geschichte ihrer Vorväter. In der peruanischen Wüste von Nazca liegen rätselhafte Linien, die aus der Luft wie Flugpisten aussehen. Die Archäologie erkennt darin Prozessionsstraßen. »Zu kurz gedacht!«, konstatiert EvD und verblüfft mit modernsten Meßresultaten aus

der Naturwissenschaft.

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Was steckt hinter den Berichten über diese Maschinen, die seit mehr als hundert Jahren immer wieder durch die Presse geistern? Hat der Amerikaner Keeley bereits im 19. Jahrhundert eine Energieform entdeckt, die der traditionellen Wissenschaft bis heute unbekannt ist? Erzeugen Faradays N-Maschine oder der legendäre Hendershot-Konverter wirklich Energie aus dem Nichts? Lässt sich mit wenigen billigen Bauteilen aus dem nächsten Elektronikladen eine Schaltung bauen, die freie Energie liefert? Als Skeptiker schlägt sich der Autor weder auf die ablehnende Seite der traditionellen Wissenschaft, noch teilt er die Meinung unkritischer Erfinder. Mit beißender Kritik wirft er den etablierten Physikern Wankelmut und Phantasielosigkeit vor, den Phantasten dagegen Blauäugigkeit und die Neigung zur Irreführung. Schonungslos deckt er auf, wie im Namen des Fortschritts verfilzte Strukturen erhalten bleiben. Spannend und unterhaltsam bis zur letzten Zeile bietet das Buch einen Report zu der Frage, ob unser Energieproblem in Wirklichkeit hausgemacht ist. – Abbildung 2

ERZEUGT WERDEN

Drehen die Wissenschaftler jetzt völlig durch? Noch in diesem Jahr weiht das europäische Kernforschungszentrum CERN in Genf den weltweit stärksten Teilchenbeschleuniger der Welt (LHC) ein – der «ein neues Tor zur Physik» öffnen soll. Mit der drei Milliarden Euro teuren Supermaschine wollen die Forscher Gott spielen und unter anderem Schwarze Löcher erzeugen! Ein Wahnsinn sondergleichen, der unsere Erde laut einem Chaosforscher aus Deutschland im schlimmstmöglichen Fall ausradieren könnte – und zwar bereits im Jahr 2012!

Blick unter die Erde von Genf (Schweiz). Hier entsteht derzeit der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt. (Fotos: CERN) Es ist wahrhaft kein erbauliches Szenario, das der deutsche Biochemiker und Pionier der Chaosforschung Professor Otto E. Rössler Ende Januar an der «Transmediale» heraufbeschwor. Der Entdecker des «Rössler-Attraktors» referierte am grössten deutschen Festival für Kunst und digitale Kultur in Berlin über die futuristisch anmutenden Experimente, die im neuen unterirdischen LHC-Superring am CERN in Zukunft durchgeführt werden sollen.

Auf einer 27 Kilometer langen Strecke werden dort unter der Erde demnächst winzigste Teilchen kreisförmig beschleunigt und zur Kollision gebracht. Davon erhoffen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums. Und dafür scheint ihnen keine Idee zu verwegen.

Denn auch schwarze Löcher sollen mit der «Supermaschine» künstlich erzeugt werden. Winzig kleine zwar nur. Und die Wahrscheinlichkeit, dass dies gelingt, liegt «lediglich» bei 10 Prozent, wie Chaosforscher Rössler nach der Konferenz gegenüber dem Onlinemagazin «Golem.de» erklärte. Würden jedoch tatsächlich solche Löcher produziert, werde man das auf der Erde wahrscheinlich noch nicht mal merken, denn «die Dinger verstecken sich, da sie keine Strahlungswirkung haben».

Laut gängiger Lehrmeinung müssten derlei Mini-Löcher eigentlich sogleich verpuffen. Doch Rössler meldet nach intensiven Berechnungen Zweifel an dieser Aussage an. Kommt dazu, dass seine Forscherkollegen gleich Millionen von derartigen kosmischen Ungeheuern erzeugen wollen. «Die Frage, die bleibt, ist, wie lange es dann dauert, bis so ein kleines schwarzes Loch genügend stark gewachsen ist, um schliesslich die ganze Welt aufzufressen» – sprich: unseren Planeten auf Sandkorngrösse zusammenzuschrumpfen.

Wie reagiert man beim CERN auf derlei Untergangsprognosen? Man kündigt leicht verlegen eine ausführliche Informationsbroschüre an. Und betont, dass die künstlich generierten Mini-Löcher wider Erwarten tatsächlich stabil bleiben könnten – und dass einige davon dann wohl im Erdbereich verbleiben und sich dort in der Tat zunehmend an unserer Materie «laben» würden. Allerdings vergingen bis zu einem derartigen «Worst Case» Abermilliarden von Jahren – insofern also alles kein Problem, wie beschwichtigt wird.

Wirklich nicht? Chaosforscher Rössler schüttelt den Kopf: «Das wächst viel schneller», prophezeit er. «Ich bin auf einen Faktor von 50 Monaten gekommen.» Falls die Versuchsreihe noch in diesem Jahr erfolgreich startet, würde die Erde folglich in etwa 50 Monaten untergehen – genauer gesagt, im Jahr 2012. In diesem Jahr endet bekannterweise auch der sagenumwobene Mayakalender… red. n

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RON HUBBARDS GEHEIMES VERMÄCHTNIS

Scientology hütet das Geheimnis wie einen Schatz: Ziel ihrer Psycho-Ausbildung ist es, die Menschheit von bösen ausserirdischen Seelen zu befreien. Wer es schafft, erlange Superkräfte. Filmstar Tom Cruise, angebliche Nr. 2 der Vereinigung, soll kurz davor stehen. Das Problem: Der Mann dreht immer häufiger durch!

wer sie noch zu sehen bekommt, denn Scientology-Anwälte jagen ihnen derzeit wie Spürhunde nach, um sie mit juristischer Gewalt vom Netz zu pflücken und die Welt davon zu «säubern».

Video Nr.1 dürfte rund vier Jahre alt sein und wird von Insidern als internes Werbevideo für die Glaubensvereinigung eingestuft. Es zeigt einen völlig fanatischen Cruise, der rund neun Minuten lang mit leuchtenden Augen von seiner «Lieblings- Neues Ungemach für Tom Cruise.

Während sein Bekenntnis zur Scientology-Organisation anfangs von vielen nur mitleidig belächelt wurde, wird er nun selbst seinen engsten Fans unheimlich.

Aktuelle Auslöser dafür bilden zwei geheime Videos, die in den letzten Monaten im Internet aufgetaucht sind. Glücklich, religion» schwärmt und dabei immer wieder wie ein Irrer grinst. Als ob er unter Drogen stünde.

Originalzitate: «Wir sind die Autoritäten, um Leute von Drogen wegzukriegen. Wir sind die Herrscher über den Geist. Wir können Kriminelle wieder in die Gesellschaft eingliedern. Wir können Frieden bringen und die Kulturen vereinen. (…)

Als Scientologe schaut man jemanden an – und weiss mit Sicherheit, dass man ihm helfen kann. Wenn ein Scientologe an einem Unfallort vorbeifährt, ist es nicht so, als würde irgendwer daran vorbeifahren.

Man weiss, dass man etwas machen muss. Weil man weiss, dass man der Einzige ist, der wirklich helfen kann! (…)

Ich denke, dass es ein Privileg ist, sich Scientologe nennen zu dürfen. Es ist etwas, das man sich verdienen muss. Als Scientologe hat man die Fähigkeit, neue und bessere Gegebenheiten zu schaffen. Bedingungen zu verbessern. (…)

Das ist es, was mich antreibt. Ich weiss, dass wir die Möglichkeit haben, das Leben der Menschen nachhaltig zu verändern, und dem habe ich mich verschrieben. Und zwar kompromisslos mit Leib und Seele.

(…) Entweder Du bist mit an Bord. Oder Du bist nicht mit an Bord. Okay? Und wenn Du mit an Bord bist, bist Du wie der Rest von uns mit an Bord. Punkt. Wenn Du Scientologe bist, dann siehst Du die Dinge, wie sie sind. (…) Und ich denke an all die Leute da draussen, deren Schicksal von uns abhängt.»

Video Nr. 2 mutet noch bizarrer an: Aufgenommen wurde es 2004 auf einer «Ich denke an all die Leute da draussen, deren Schicksal von uns abhängt…»

geschlossenen Veranstaltung der obersten Scientologen, bei der Cruise mit einer Ehrenmedaille für «aussergewöhnliche Taten» ausgezeichnet wurde. Ähnlich einer Oscar-Verleihung bedankt sich der Superstar dabei bei den «Führern der Führer» und namentlich beim direkt neben ihm stehenden Scientology-Chef David Miscavige – der aktuellen Nr. 1 der Organisation. Die Heerschar der anwesenden Smoking-Träger kreischt, klatscht fanatisch, steht auf und zelebriert eine «Standing Ovation».

Dann passiert das Unfassbare: Cruise verneigt sich wie ein devoter Schüler vor einem Porträt des 1986 verstorbenen Scientology-Gründers Ron Hubbard. Anschliessend wendet er sich wieder an sein Publikum und predigt: «Ich werde meinen Weg weiterführen! Das sind die Zeiten, an die wir uns alle erinnern werden. Ich denke, dass Ihr wisst, dass ich für Euch da sein werde. Ich trage Sorge zu Euch, sehr, sehr, sehr stark! Also, was meint Ihr? Wollen wir diese Welt säubern?!»

Das Publikum tobt und kreischt, brüllt ohne zu überlegen: «Ja!». Cruise grinst, salutiert militärisch vor Hubbards Porträt und wird mit einer frenetischen Standing Ovation verabschiedet.

«Das erinnert an Goebbels» Szenen, die nicht nur ZDF-Historiker Guido Knopp schaudern lassen. «Tom Cruise tritt auf wie Goebbels», kritisierte er Mitte Januar 2008 gegenüber «Bild am Sonntag».

Knopp: «Es mag ja sein, dass Cruises Sprechweise bei vielen Erweckungsbewegungen in den USA üblich ist. Doch die Szene, in der er fragt, ob die Scientologen die Welt säubern sollen und alle Ja rufen, «Wollen wir diese Welt säubern?» Interne Ordensverleihung an Tom Cruise durch Scientology-Chef David Miscavige.

Ist dieser Mann noch bei Trost? Szenen aus einem internen Scientology-Schulungsvideo mit einem irre wirkenden Cruise.

erinnert zwangsläufig jeden Deutschen, der sich für Geschichte interessiert, an die berüchtigte Sportpalast-Rede von Goebbels.»

Doch da sind auch noch Cruises Medienauftritte, die mittlerweile immer mehr Bürger in den USA an seiner psychischen Verfassung zweifeln lassen. Denn ob am Radio oder im TV: Kaum wird der Schauspieler auf seinen «Glauben» angesprochen, rastet der früher so kontrolliert wirkende Superstar immer öfter völlig aus.

Von einer Sekunde auf die andere mutiert er dann jeweils vom sympathischen Hollywood-Star zum fanatischen Fernsehprediger – wie wenn er für Sekunden sein wahres Gesicht zeigen würde. In aggressiven, überdrehten Sätzen kanzelt er sein Gegenüber dann gewöhnlich ab («Sie haben keine Ahnung, worüber Sie sprechen!») – immer häufiger mit wirren Aussagen und irrem Blick.

«Du bist verrückt!»

Ähnlich im Mai 2005, als sich Cruise soeben frisch verliebt hatte und in Ophrah Winfreys berühmter TV-Show auftrat, wo er sich ebenfalls wie ein Verrückter verhielt.

«Er hieb mit der Faust in die Luft», erinnert sich Bestseller-Autor Andrew Morton in seiner kürzlich erschienenen Cruise-Biographie. «Er lachte hysterisch.

Er sprang rückwärts auf die Couch. Er hielt «Auch Paramount zog die Konsequenzen – und löste seinen Filmvertrag auf.»

sich mit den Händen den Kopf, als wäre er völlig überwältig.» Unzählige Male rief Ophrah dazwischen: «Du bist verrückt!»

«Ich bin verliebt! Ich bin verliebt», japste Cruise im Gegenzug ohne Unterlass und turnte ausgelassen im Studio herum, statt wie erwartet Werbung für seinen neuen Film «Krieg der Welten» zu machen.

Selbst der per Videolink zugeschaltete Regisseur Steven Spielberg mochte seinen Augen nicht trauen: «Erzähl doch ein bisschen über Krieg der Welten», mahnte er seinen Hauptdarsteller, «wir kommen nämlich bald in die Kinos.»

Kein Wunder stellte damals selbst das berühmte Promi-Magazin «Vanity Fair» die ketzerische Frage: «Hat Tom noch alle Tassen im Schrank?»

Und auch der Filmriese «Paramount» zog 2006 die Notbremse und kündigte seinen langjährigen Vertrag mit dem Superstar. Einem Superstar, der Schauspielerkollegin Brooke Shields damals in aller Öffentlichkeit für ihre Einnahme von Antidepressiva kritisierte. Und die Geburt seiner eigenen Tochter streng nach Scientology-Richtlinien vollzog – in dem er sich, seiner Frau und seinen Hausangestellten tagelang strengstes Schweigen verordnete, damit das Kind nach der Geburt nicht traumatisiert würde.

Ist Cruise die neue Nr. 2?

Pubertäre Anflüge eines Mannes in der Midlifecrisis? Bizarre Allüren eines Weltstars, der wie Michael Jackson den Boden unter den Füssen verliert? Nein, wie Bestseller-Autor Andrew Morton zu wissen glaubt: «Tom Cruise ist in der weltweiten Scientology-Hierarchie zur Nummer 2 aufgestiegen!» warnt er in seiner kürzlich erschienenen Cruise-Biographie. Cruise habe innerhalb der «Psycho-Fabrik» bereits 2004 die Stufe eines «Operating Thetan 7» erreicht, auf der der Mensch angeblich «auf der Schwelle zum Supermann steht».

Das erkläre leider mehr, als manchem seiner Fans lieb sein kann. Nicht zuletzt wohl auch die eingangs erwähnten internen Geheimvideos, die den einstigen Frauenliebling als abgedrehten Fernsehprediger zeigen.

Morton zitiert in diesem Zusammenhang einen Ex-Scientologen, der intern ähnlich weit gekommen war: «Das Herumspringen auf der Couch liess sich direkt auf den Umstand zurückführen, dass er keinen Bezug zur Realität mehr hat. Kein normaler, geistig gesunder Mensch würde so öffentlich auf eine Liebesbeziehung reagieren, weil er ein Gespür für sich selbst und ein Gespür für seinen Platz in der Realität hätte. Als OT-7 verliert man dieses Gespür, weil ein Teil von einem immer noch in diesem hypnotischen, tranceähnlichen Zustand ist.»

Auditing mit «Lügendetektor» Was bedeutet «OT-7»? Ziel von Scientology ist es, alle Menschen, namentlich die zahlenden Mitglieder, in einen höheren Bewusstseinszustand zu bringen. Dafür haben Willige etliche immer teurer werdende Seminare und strenge Ausbildungen zu absolvieren, um ihre Persönlichkeit zu «verbessern».

Ziemlich vereinfacht ausgedrückt unterwerfen sie sich dabei einer langwierigen, äusserst eigenwilligen «Psychoanalyse» samt Lügendetektor, um schmerzhafte Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit auszumerzen. Sind sie erfolgreich, steigen sie auf. Von Level 1, zu Level 2 etc.

Level 8 gilt derzeit als höchster je bei Scientology erreichter Grad. Er kann nur in der Isolation der firmeneigenen Kreuzfahrt-Yacht «Freewinds» absolviert werden. Die soll zwar bekanntermassen asbestverseucht sein – doch das scheint keine Rolle zu spielen, da Krebs laut Hubbard sowieso nur von unserem beschränkten Geist verursacht würde.

Welche «Superkräfte» die geheimnisumwitterte «Thetan-Stufe Nr. 8» ihren Absolventen verleihen soll, bleibt bis heute öffentlich ebenso umstritten. Selbst hohe Scientologen dürfen sich darüber aus Geheimhaltungsgründen prinzipiell nicht äussern. Schliesslich kosten derlei «mentale Ausbildungen» Hunderttausende von Dollars.

Insidern und enttäuschten Aussteigern zufolge aber würden hinter vorgehaltener Hand schier unglaubliche Dinge in Aussicht gestellt: Man könne auf Level 8 «herumfliegen», Gegenstände mit Geisteskraft bewegen, andere Menschen mit einem einzigen Gedanken töten oder telepathisch kommunizieren. Selbst Raum und Zeit «Ein Operating Thetan soll in der Lage sein, Materie, Energie und Zeit zu kontrollieren.»

würden dadurch manipulierbar. Supermann und Co. lassen grüssen!

Oder wie es die «Kirche» öffentlich verklausuliert: «Scientologen haben herausgefunden, dass das geistige Wesen potenziell allem Materiellen überlegen ist und dass es, das heisst Sie, wenn es von allen Traumata, Verstössen und Aberrationen der Vergangenheit befreit wäre, an Wunder grenzende Veränderungen im materiellen Universum herbeiführen könnte.»

Und weiter: «Wir befreien Menschen und befähigen sie, selbständig zu denken.

Ein Operating Thetan (OT) ist in der Lage, Materie, Energie, Raum und Zeit zu kontrollieren, anstatt von diesen Dingen kontrolliert zu werden.» Daher könne ein OT Herrscher über das Leben sein. Und quasi nebenbei würde einem noch die «ultimative Wahrheit» enthüllt…

Xenu, der böse Ausserirdische So weit, so schlecht. Denn worauf gründet diese ultimative «Wahrheit»? Um dies zu verstehen, gilt es tief in den von Hubbard beschworenen Gründermythos von Scientology abzutauchen. Und der erscheint – oWunder – wie ein billiger Science-Fiction-Film.

Im Mittelpunkt dieser Story steht der böse Xenu. Laut Hubbard ein galaktischer Herrscher, dessen 75 Millionen Jahre zurückliegende Taten das heutige Leben auf der Erde massgeblich beeinflusst hätten.

Die Geschichte von Xenu ist Teil des Glaubens von Scientologen an ausserirdische Zivilisationen und Eingriffe fremder Wesen in die Ereignisse auf der Erde.

Eine Story, von der Scientologen übrigens erst ab OT-Level Nr. 3 erstmals intern erfahren. Nur ein Propaganda-Märchen eifersüchtiger Kritiker? Mitnichten: Detailliert abgehandelt wird sie nämlich in Hub-Schaltzentrale der Macht. Der neue Scientology-Hauptsitz in Berlin.

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Jordi: Für mich ist immer wieder rätselhaft, wie es die Ägypter geschafft haben, diese riesigen Pyramiden mit den Tonnen schweren Steinen so genau und exakt zu bauen, und das ohne Maschinen! Das ist für mich ein Geheimnis, das ich gerne knacken würde.

2. Hatten Sie je ein paranormales Erlebnis? Nein, bis jetzt nicht.

3. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Ja, daran glaube ich ganz fest.

Ja, ich hatte vor ein paar Jahren einmal eine Akupunkturbehandlung gegen Kopfschmerzen. Da ging es mir wirklich viel besser. Aktuell nehme ich homöopathische Aufbaupräparate, damit ich die momentan sehr stressige und arbeitsintensive Zeit möglichst gesund und fit durchstehe.

Ich glaube nicht, dass unser Schicksal vorherbestimmt ist. An Horoskope glaube ich gar nicht. Ich glaube an Gott.

Ist das Bundeskriminalamt (BKA) in den Mord an Treuhand-Chef Rohwedder von 1991 verwickelt? Diese Frage stellt sich bis heute ein ehemaliger BILD-Reporter. Doch niemand will seiner Aussage Gehör schenken.

Mit seinem Enthüllungsreport über die Niederungen des Boulevard-Journalismus in Deutschland schaufelte er sich quasi sein berufliches Grab.

Verlegt von einem Kleinstverlag legte der frühere BILD-Reporter Udo Schulze jüngst in einem Buch Zeugnis über die unlauteren Machenschaften von Deutschlands grösster Boulevardzeitung ab («Die Abrechnung»). Und er kritisierte darin die Kollegen, die sein Werk im Gegenzug mit Nichtachtung bestraften. Doch so umstritten die wenigen Meinungen über das kaum beachtete Elaborat sind: Schulze spricht mehr als einmal Klartext. Und enthüllt einige Dinge, die vielen nicht passen mögen.

Nicht zuletzt im Mordfall DetlevKarsten Rohwedder, der bis heute seiner Aufklärung harrt. Der 1990 vom Ministerrat der DDR zum Vorstand der deutschen Treuhandanstalt bestimmte Spitzenmanager und -politiker war am 1. April 1991 durchs Fenster seines Wohnhauses in Düsseldorf erschos-

«Dann wiesen sie Frau Rohwedder darauf hin, dass die Fenster kein Panzerglas hätten…»

sen worden. Vieles deutete in der Folge auf ein RAF-Attentat hin.

Schulze aber blieb als damaliger BILD-Reporter in Essen von Anfang an misstrauisch. Ein Informant, so erinnert er sich, habe ihm seinerzeit den Hinweis gegeben, dass mehrere Wochen vor dem Anschlag zwei Unbekannte am Hause Rohwedder geklingelt hätten: «Als die Frau des Treuhandchefs öffnete, stellten sich die beiden Herren als ehemalige Stasi-Leute, die jetzt in Diensten des Bundeskriminalamtes – BKA – stünden, vor.»

Mit dem Auftrag, das Haus auf Sicherheitsmängel zu überprüfen, betraten sie die Räumlichkeiten. Schulze: «Nach kurzer Zeit verschwanden die Männer wieder, jedoch nicht ohne Frau Rohwedder darauf hingewiesen zu haben, dass die Fenster im ersten Stock kein Panzerglas hätten. Durch diese wurde Rohwedder später dann auch erschossen…»

«Da ist nichts dran!»

Der Reporter war wie elektrisiert und meldete die News sofort zur Chefredaktion nach Hamburg weiter. Vielleicht eine neue Spur, um das Attentat doch noch aufzuklären? Verächtlicher Kommentar der BILD-Bosse im Springer-Haus: «Wissen wir bereits, da ist nichts dran!» Punkt. Schluss. Keine weitere Recherche. Keine Meldung.

Nicht einmal als Kurznews. Stattdessen pushte das Hamburger Blatt in der Folge wie alle anderen brav die RAF-These.

Diese liess sich in der Folge aber nicht erhärten. Der Mord an Detlev Rohwedder bleibt bis heute ungeklärt. Die BKA-Spur?

Verlief im Nebel. Schulzes ernüchterndes Journalisten-Fazit: «Findet ein Redakteur etwas heraus, was den Grossen nicht ins Konzept passt, werden seine Erkenntnisse unterdrückt oder er selbst Opfer der politischen Linie im Haus.»

red. n

ROHWEDDER-MORD: EX-REPORTER DER BILD-ZEITUNG KLAGT AN – Abbildung 2
ROHWEDDER-MORD: EX-REPORTER DER BILD-ZEITUNG KLAGT AN – Abbildung 3
ROHWEDDER-MORD: EX-REPORTER DER BILD-ZEITUNG KLAGT AN – Abbildung 4

Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben, faxen oder Vergrabene Schätze im Schloss «Wohin liess Hitler bei Kriegsende seine Diamanten verfrachten? Ein Holländer hat ein codiertes Dokument gefunden, auf dem er Angaben zum Versteck vermutet. Jetzt sucht er Interessierte, um den Code zu knacken.» («mysteries» Nr. 2/2008) Endlich wieder glücklich – dank Rahn «Etliche Schaulustige verblüffte Psi-Wunder Claus Rahn in den letzten Monaten auf offener Strasse mit seinen paranormalen Experimenten und Heilfähigkeiten. Wir zeigen exklusiv Bilder seiner aktuellsten Wundertaten.» («mysteries» Nr. 4/2007) Noch andere «Regenmacher» «Vor 50 Jahren verstarb der geniale Forscher Wilhelm Reich. Der Berliner Professor Bernd Senf beleuchtet die brisanten Wetterexperimente des Mannes und dokumentiert, wie neuste Forschungsergebnisse Reichs Wüstenbegrünungen eindrücklich bestätigen.» («mysteries» Nr. 2/2008) Kuriose Entdeckung auf «Google Earth»!

«Künstlich oder natürlich? Der pyramidenförmige Berg im bosnischen Visoko spaltet Archäologen und Laienforscher. Ägyptische Experten haben die Ausgrabungen nun unter die Lupe genommen und sind überzeugt: Hier waren einst offenbar tatsächlich Menschen am Werk.» («mysteries» Nr. 1/2008)

PYRAMIDE VON BOSNIEN: «ZWEI ELLENLANGE LINIEN – WIE BEI NAZCA» – Abbildung 2
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Das ist sehr schwer zu sagen. Ich glaube, Uri Geller ist etwas von beidem. Unbestritten ist, dass man mit Gedanken Berge versetzen kann. Aber die Vorführungen sind natürlich auch immer sehr gut inszeniert.

Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube, ich würde doch mal noch ein paar andere Leute fragen, ob sie das UFO auch gesehen haben. Wenn ja und wenn es keine Erklärung gibt, dass es also etwas mit den Sternen zu tun hat, dann warum nicht?

8. Was halten Sie von den Ideen des Querdenkers Erich von Däniken?

Natürlich sind seine Ideen und Theorien etwas gewöhnungsbedürftig und geben zu vielen Diskussionen Anlass. Was ich an ihm schätze, ist seine Philosophie, dass es für Probleme – egal auf welchem Gebiet – viele Betrachtungsweisen und verschiedene Lösungsmöglichkeiten gibt. Ausserdem hat er sehr viel erreicht: Mit seiner Sachliteratur wurde er zu einem der weltweit erfolgreichsten Autoren, und als Initiator des Mystery Park in Interlaken ging er voll in seiner Aufgabe auf und hat etwas wirklich Spannendes auf die Beine gestellt – leider reichten schlussendlich die finanziellen Mittel nicht aus.

Nein, ganz bestimmt nicht! Da gibt es sehr viele Details, von denen wir alle nichts wissen.

Ich bete jeden Tag.

Ich möchte das lieber gar nicht wissen. Aber ich hoffe sehr, dass die Umwelt in 50 Jahren noch so intakt ist wie heute und die Menschen doch endlich gelernt haben, zu unserer Umwelt Sorge zu tragen und unsere Erde zu schätzen.

12. Worin besteht der Sinn des Lebens?

Mit sich, der Umwelt und den Mitmenschen im Einklang zu leben, die eigene Zufriedenheit zu erlangen und das Leben in all seinen Formen und Farben zu schätzen.

Irrationales überlass ich gerne jenen, die gerne Irrationales interpretieren oder gar an Irrationales glauben.

22.. HHaatttteenn SSiiee jjee eeiinn ppaarraannoorrmmaalleess EErrlleebbnniiss??

Nicht dass ich wüsste. Das Bedürfnis, Paranormales zu begreifen, ist gross – für gewisse Menschen allzu gross. Vieles lässt sich heute immer noch nicht erklären. Esoteriker, wie Naturwissenschaftler, sind manchmal auf der falschen Spur. So war die Fledermaus mit ihrer Flugfähigkeit im Dunkeln ein Rätsel. Sie ist für viele Kulturen Symboltier mit mystischen Fähigkeiten. Andererseits glaubten die Zoologen lang, dass Fledermäuse ungeahnt lichtempfindliche Augen haben. Weder Mystiker noch Zoologen hatten Recht, als das Echolot- beziehungsweise das Radarsystem der Fledermaus entdeckt wurde.

33.. GGllaauubbeenn SSiiee aann eeiinn LLeebbeenn nnaacchh ddeemm TToodd??

Nein. Obwohl diese Hoffnung einem menschlichen Grundbedürfnis entspricht und praktisch jeder Religion und deren Gründer eine Basis gaben.

44.. HHaabbeenn SSiiee sscchhoonn mmaall aauuff aalltteerrnnaattiivvmmeeddiizziinniisscchhee BBeehhaannddlluunnggssmmeetthhooddeenn wwiiee HHoommööooppaatthhiiee,, BBaacchhbbllüü-tteenn ooddeerr AAkkuuppuunnkkttuurr ggeesseettzztt –– uunndd mmiitt wweellcchheemm EErrffoollgg??

Nein, hab ich nie. Der Glaube daran, beziehungsweise die Psyche, kann sicher Effekte auf Körper oder Krankheiten haben. Die Frage ist, in welchem Umfang und auf welche Krankheit oder Symptom.

55.. WWiiee eerrnnsstt nneehhmmeenn SSiiee HHoorroosskkooppee?? OOddeerr aannddeerrss ggeeffrraaggtt:: IIsstt uunnsseerr SScchhiicckkssaall vvoorrhheerrbbeessttiimmmmtt??

Horoskope zu lesen, ist ein Zeitverlust, und ich lese sie nicht einmal spasseshalber. Der Glaube an ein Schicksal hilft sicher bei Schicksalschlägen. Er schadet aber der Menschheit dadurch, dass er die Selbstverantwortung unterbindet, die zu tragen das tägliche Leben dann allzu leicht macht.

66.. WWaass hhaalltteenn SSiiee vvoonn LLööffffeellbbiieeggeerr UUrrii GGeelllleerr?? IIsstt eerr eeiinn ggeenniiaalleerr TTrriicckksseerr –– ooddeerr bbeessiittzztt eerr ttaattssääcchhlliicchh üübbeerrssiinnnnlliicchhee FFäähhiiggkkeeiitteenn??

Interessiert mich nicht, da ich weder das eine noch das andere eruieren kann.

77.. WWiiee rreeaaggiieerreenn SSiiee,, wweennnn IIhhnneenn IIhhrr bbeesstteerr FFrreeuunndd eeiinnddrriinngglliicchh vveerrssiicchheerrtt,, eeiinn UUFFOO ggeesseehheenn zzuu hhaabbeenn?? Kritisch, um ihn nicht zu verletzen. UFOs und Loch-Ness-Monster haben sich im Laufe der Zeit als Hirngespinste erwiesen. Fata Morganas scheinen allerdings zum Teil optisch erklärbar zu sein.

88.. WWaass hhaalltteenn SSiiee vvoonn ddeenn IIddeeeenn ddeess QQuueerrddeennkkeerrss EErriicchh vvoonn DDäänniikkeenn??

Er mag ein interessanter Typ mit viel Fantasie sein, und Fantasie ist der Nährboden der Kunst, manchmal auch für neue Konzepte in der Forschung, die dann aber unbedingt experimentell bewiesen werden müssen. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Maya-Geschichte und Kunst. Seine Behauptung, die Grabplatte in Palenque sei ein weiteres Indiz für Beziehungen mit Extraterrestrischen schon bei den Maya ging mir definitiv zu weit, handelte es sich doch nur um König Pacals symbolischen Ceiba Baum, den ich schon vor 35 Jahren bewundert hatte.

99.. UUmm ddaass WWoorrlldd–TTrraaddee–CCeenntteerr–AAtttteennttaatt vvoomm 1111.. SSeepptteemmbbeerr rraannkkeenn ssiicchh bbiiss hheeuuttee vviieellee UUnnggeerreeiimmtthheeiitteenn.. SSiinndd SSiiee üübbeerrzzeeuuggtt,, ddaassss uunnss ddiiee BBuusshh–AAddmmiinniissttrraattiioonn ddiiee WWaahhrrhheeiitt ddaarrüübbeerr ggeessaaggtt hhaatt??

Ereignisse wie 9/11, das Kennedy Attentat und andere eignen sich für politische Spekulationen. Ob die US-Administration jedes letzte Detail veröffentlicht hat oder nicht, ist beileibe kein Grund, mystische Hintergründe zu suchen. Wenn man sie trotzdem sucht: jedem Tierchen sein Plaisierchen.

1100.. BBeetteenn SSiiee –– uunndd wweennnn jjaa:: WWiiee oofftt??

Das mag viele erstaunen, die mich kennen. Die Antwort heisst: ja, oft. Aber nie bittend, sondern ausschliesslich dankend.

1111.. WWiiee ssiieehhtt ddiiee WWeelltt IIhhrreerr MMeeiinnuunngg nnaacchh iinn 5500 JJaahhrreenn aauuss??

Zum Teil anders, zum Teil gleich. Das lehrt uns ja schon die Geschichte.

1122.. WWoorriinn bbeesstteehhtt ddeerr SSiinnnn ddeess LLeebbeennss??

Zu suchen und gelegentlich zu finden, und zwar nicht nur in der Natur und der Wissenschaft, sondern auch menschlich.

65 65 IMPRESSUM ISSN 1660-4377 Auflage: 20’000 Exemplare Erscheinungsweise Zweimonatlich, sechs Ausgaben pro Jahr Herausgeber Luc Bürgin Redaktion Mysteries, Postfach, CH 4002 Basel Tel. +41 – 61 – 681 62 61 Fax +41 – 61 – 681 85 62 Internet www.mysteries-magazin.com E-Mail: mysteries@bluewin.ch Lektorat Ruth Gremaud Druck Greiserdruck (Rastatt) Kiosk-Vertrieb VU Verlagsunion KG (D/A/CH/I) Jahresabonnement EUR 44.90 / SFr. 69.– Anzeigenschluss Ausgabe 4/2008: 20. Mai 2008 Bankverbindungen Deutschland: BW Bank, Stuttgart Konto-Nr.: 14 1899 0 BLZ: 600 501 01 BIC: SOLADEST IBAN: DE96 6005 0101 0001 4189 90 Schweiz: Basler Kantonalbank, Basel Konto-Nr.: 165.414.141.84 BIC: BKBBCHBB, Clearing-Nr.: 770 IBAN: CH25 0077 0016 5414 1418 4 Postcheckkonto, Basel Konto-Nr.: 40-93969-1 Copyright Alle Rechte vorbehalten. Wiedergabe einzelner Beiträge – auch online – nur mit Genehmigung der Redaktion.

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«Ich habe schon tausendmal erlebt, dass ich mir einen Löffel holen wollte, die Besteck-Schublade geöffnet habe, und alles darin war komplett verbogen – vom Dessert-Löffel bis zur riesigen Suppenkelle. Mein Vater kann seine mentalen Kräfte nicht immer kontrollieren. Deshalb essen wir jetzt zuhause immer mit einem eigens für uns angefertigten Platin-Besteck, bei dem die Griffe zwei Zentimeter dick sind. Da verbiegt sich garantiert nichts mehr!» (Natalie, Tochter von Uri Geller) «In der Zeitung las ich eine Geschichte, in der es darum ging, dass in einem brasilianischen Urwald ein Stamm entdeckt worden war, der keinen Kontakt zur zivilisierten Welt hatte. Die hatten einen Gott, ‹Silver Bird› – der erschien jeden Tag. Sie wussten nicht, dass es ein Flugzeug war. Und das war der Ursprung der Idee für meinen neuen Film: Eine hoch entwickelte Kultur und eine primitive Kultur können nebeneinander existieren, ohne dass sie voneinander wissen.» (Roland Emmerich, Regisseur) «Die Frage ist, ob man lauter gesunde alte Leute bezahlen kann. Die Angloamerikaner sind ja der Meinung, dass das nicht geht. Ab einem bestimmten Alter werden dort im Krankenhaus bestimmte Eingriffe gar nicht mehr vorgenommen, selbst Hüftoperationen, die man hier in Deutschland auf jeden Fall durchführen würde. Die sagen: Das ist zu teuer und lohnt sich nicht mehr…» (Mark Benecke, Kriminalbiologe) «Sobald sich einer schneller steigert als die Masse, geht es ihm gut. Wenn die Masse als Ganzes das Einkommen erhöht, geht es allen gleich gut wie vorher. Der Mensch vergleicht sich mit anderen. In diesem Sinn ist es besser, ein grosser Frosch in einem kleinen Teich zu sein, als ein kleiner Frosch in einem grossen Teich. Suchen Sie sich den Teich, in dem Sie selbst ein grosser Frosch sind. Seien Sie lieber ein lokaler Held als ein globaler Verlierer!» (Prof. Mathias Binswanger, Ökonom) «Ich habe jahrelang in einer Apotheke gearbeitet. Da habe ich Frauen um die 50 gesehen, die sich mit Tranquilizern vollgestopft haben, auch jede Menge Leute in Methadon-Programmen.

Das hat mich so abgetörnt, dass ich mich lieber auf eine muntere Mischung aus harmlosen Arzneien eingeschossen habe: Bei mir gibt es jeden Tag Ginkgo Biloba für mein Gedächtnis und 100 Milligramm Aspirin für meine Gefässe. Ausserdem ein Magnesium-Kalium-Gemisch.» (Ina Müller, Kabarettistin) #$ %" &'

PROFESSOR MAX BURGER (CHAIRMAN NOVARTIS SCIENCE BOARD): «GELLER? INTERESSIERT MICH NICHT, ABER DAFÜR BETE ICH REGELMÄSSIG» – Abbildung 2
PROFESSOR MAX BURGER (CHAIRMAN NOVARTIS SCIENCE BOARD): «GELLER? INTERESSIERT MICH NICHT, ABER DAFÜR BETE ICH REGELMÄSSIG» – Abbildung 3
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Mit dem Schwarzmagier Raven aus der «Uri Geller»-Show hat Pascal Voggenhuber etwa so viel gemein, wie die Schockrocker-Band KISS mit Mozart. Denn während Magier auf billige Tricks setzen, um Kontakt mit den Toten vorzugaukeln, meint es der junge Schweizer ernst, wenn er versichert: «Ich bin hellsichtig!»

diese Schublade gesteckt werden.» Genau das aber fasziniert viele Journalisten am 27-jährigen Schweizer: Dass er auf den ersten Blick ein ganz gewöhnlicher junger Mann ist. Mit einer besonderen Begabung.

Schliesslich willigt er dann doch noch für ein Treffen in seiner Praxis im Baselbiet ein – «aber bitte nur für eine Stunde». Ein leerer Tisch steht dort, zwei Stühle – mehr braucht er für seine Konsultationen Eigentlich habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, gar keine Interviews mehr zu geben», winkt Pascal Voggenhuber bereits im telefonischen Vorgespräch mit «mysteries» ab. Und: «Schreiben Sie bloss nicht wieder die Geschichte vom jungen Hellsichtigen mit Piercing und Kapuzenpulli. Ich möchte nicht nur in nicht. Auch keinen Telefonanschluss. Den kargen Raum füllt er allein mit seiner speziellen Persönlichkeit – und seinem verblüffend ehrlichen jugendlichen Charme.

Schon als Kind habe er Kontakt zu Verstorbenen gehabt, kommt Pascal Voggenhuber sofort auf den Punkt. Er fand es damals ganz normal, dass er Tote und Geister sehen konnte. «Ich wusste lange Zeit nicht, dass andere diese Personen gar nicht wahrnahmen.»

Unsichtbarer Freund Noch gut erinnert er sich, wie es ihn früher entsetzte, dass sich Schulkameraden auf seinen «Freund» setzen wollten.

«Sein Name war Hanspi. Er begleitete mich in die Schule, da ich nicht gern hinging. Mit sieben oder acht Jahren war mir dann bewusst, dass nicht alle Hanspi sehen konnten.» Dennoch habe er Hanspis Platz neben sich mit Worten und Fäusten verteidigt. «Es war mein grosses Glück, dass meine Lehrer dies einfach meiner allzu grossen Fantasie zuschrieben.»

Hanspi war nicht Voggenhubers einziger Begleiter aus der geistigen Welt. Er habe stets «Geistwesen oder Schutzengel» um sich, sagt der junge Schweizer. Und er ist überzeugt, dass es allen Menschen so geht. Nur müssten die meisten erst lernen, diese Begleiter zu erkennen. In seinen Seminaren und Kursen hilft er den Menschen deshalb als «Medium», ihren «Schutzengel oder Geistführer» zu finden. Und er meint damit nicht irgendwelche undefinierbare Wesen, die farb- und tonlos um unsere Köpfe schwirren.

Vielmehr hat der Hellsichtige eine äusserst konkrete Vorstellung von der geistigen Welt: «So wie ich sie wahrnehme, gibt es zum einen die Verstorbenen, deren Bewusstsein nicht höher ist als damals auf der Erde, als sie noch in einem Körper lebten. Daneben gibt es die geistigen Helfer. Das sind auch Verstorbene, doch sie halten sich beispielsweise häufig bei lebenden Personen auf und unterstützen diese.»

So sieht Voggenhuber etwa seinen verstorbenen Vater als einen solchen Helfer aus der «anderen» Welt. «Geistführer» hingegen seien weiterentwickelte Wesen, «die meist aber auch schon als Mensch oder als Wesen inkarniert waren». Sie würden unsere Probleme und Wünsche kennen.

Und ähnlich sei es auch mit den Schutzengeln. «Sie haben meiner Meinung nach dieselbe Funktion wie die Geistführer. Sie bringen einfach eine andere Essenz mit, denn sie wurden nie inkarniert.»

Durchaus esoterisch klingende Sätze.

Dennoch versucht der Hellsichtige mit den leuchtend blauen Augen mit solchen «Er gab mir zu verstehen, dass er der grosse Bär und ich der kleine Bär sei…»

Einteilungen die geistige Welt auch für den nüchtern denkenden Otto-Normalverbraucher verständlich zu machen. Er fügt aber gleich an, dass die Grenzen zwischen den Kategorien fliessend seien. Oder anders gesagt, dass es sie eigentlich gar nicht gäbe. «Meiner Meinung nach wird uns die geistige Welt nur deshalb so strukturiert übermittelt, damit unser Gehirn besser verstehen kann, was im Jenseits eigentlich geschieht.»

Auch die Geistwesen selbst nimmt das Medium sehr konkret wahr. So beschreibt Voggenhuber in seinem 2007 erschienenen Buch «Zwischen zwei Welten» einen seiner «Führer» als Indianer. «Er gab mir zu verstehen, dass er der grosse Bär und ich der kleine Bär sei.»

Genau so sah ihn auch einer seiner Ausbilder an einer Schweizer Schule für Medialität. «Ich wollte vom Lehrer wissen, wie mein ‹geistiges Team› arbeitete und wer dazu gehörte. Von dem Indianer erzählte ich ihm nichts, denn ich wollte eine Bestätigung. Bei solchen Dingen bin ich immer sehr kritisch.» Tatsächlich aber erkannte der mediale Lehrer den Geistführer als Indianer – «in ein Bärenfell gekleidet».

Auch Voggenhuber fragt seine Kursteilnehmer mittlerweile nach Details, wenn er sie ermutigt, ihre geistigen Begleiter zu erfassen. «Ich bin ein strenger Lehrer, denn ich möchte, dass meine Schüler wirklich weiterkommen», erklärt das 27-jährige Ausnahmetalent. «Wir veranstalten hier keine Kaffeekränzchen.»

«Hellsehen ist ein Handwerk» Für den Schweizer ist das Hellsehen letztendlich ein Handwerk. Jeder habe eine gewisse Begabung, aber sie sei längst nicht bei allen gleich gross. «Wichtig ist, dass eine grosse Begabung geschult wird», betont er immer wieder. Dieses Talent müsse kontrolliert werden können, um es auch sinnvoll einzusetzen.

Was passiert, wenn es nicht unter Kontrolle sei, wisse er aus eigener Erfahrung. So erinnert er sich etwa an eine Zeit, in der er niemandem mehr vertrauen wollte und nur noch das Schlechte in den Menschen Flair für die «andere Welt». Pascal Voggenhuber in seiner kleinen Praxis.

«Meine Freunde halten mich auf dem Boden.» Voggenhuber im Dörfchen Itingen.

sah. «Ich musste lernen, die Hellsichtigkeit auch ausschalten zu können.»

Nach dem Abschluss einer Schauspielschule und einer anschliessenden medialen Ausbildung in der Schweiz und England besucht Pascal Voggenhuber mittlerweile regelmässig Weiterbildungen und tauscht sich mit anderen Medien aus. Es sei letztendlich mit der Hellsichtigkeit wie mit allem: Übung macht den Meister, ist er überzeugt.

In Kontakt mit den Toten Seinen Klienten, die zu ihm ins Dörfchen Itingen im schweizerischen Baselbiet pilgern, erzählt er als Medium zu Anfang, was er über sie «sieht». Entweder liest der Hellsichtige ihre Aura, oder aber er stellt Kontakt zu einem Verstorbenen aus dem Umfeld des Klienten her.

«Ich beschreibe diesen Toten dann möglichst genau. Wie er ausgesehen hat, wo er gewohnt hat, gemeinsame Erinnerungen, vielleicht auch einen Namen.»

Auf diese Weise könne er den Klienten seine Gabe beweisen.

«Manchmal verraten mir die Verstorbenen sogar, worüber im Haus des Klienten gegenwärtig gesprochen wird.

Etwas, das ich nun wirklich nicht wissen oder gar erfinden kann.»

Den Hinterbliebenen würde durch solche Botschaften klar, dass die Toten wirklich noch da seien. «Sie interessieren sich auch nach dem Tod für jene, die sie im Leben geliebt haben», ist Voggenhuber überzeugt. Und sie würden uns immer wieder zur Seite stehen und helfen. Auch wenn es für ihn mitunter reichlich wenig Sinn ergäbe, was ihm die Verstorbenen mitteilen. «Wenn ich es dann aber weitererzähle, weiss der Klient gleich, was gemeint ist.

Ich bin hier eben wirklich nur Übermittler.»

Ist es nicht belastend, so viele Tote zu sehen und die damit verbundene Trauer der Hinterbliebenen zu spüren? «Wenn es sich um Kinder oder Jugendliche handelt, habe ich schon Mühe, aber ich empfinde es auch als befriedigend, die anschliessende Trauerverarbeitung zu begleiten.

Wenn die Klienten zu schluchzen beginnen, freue ich mich für sie. Dann weiss ich, dass sie auf dem Weg der Heilung sind.»

Was seine Klienten empfinden, kennt Voggenhuber aus eigener Erfahrung.

«Mein Vater starb, als ich noch jung war. Ich hab ihn zwar immer an meiner Seite gesehen. Aber als einer meiner medialen Ausbildner ihn mir dann tatsächlich beschrieben hat, liefen mir nur noch die Tränen herunter. Das hat enorm gut getan.

Denn ich hatte in diesem Moment Gewissheit, dass er bei mir war.»

Wenn er von den Toten spricht, weiss Voggenhuber auch meist, wie sie gestorben sind. «Ich möchte das zwar nicht sehen, aber ich spüre es.» Und es werde ja manchmal auch danach gefragt. «Gesamthaft gesehen habe ich sicher schon über 400 Herzinfarkte erlebt, wurde mindestens 40 Mal erschossen und 20 Mal erhängt», schmunzelt er sanft.

Er könne das in der Zwischenzeit mit einer gewissen Nüchternheit und Distanz betrachten. «Ich interessiere mich sehr für meine Klienten und ihre Geschichten, ich bin wahnsinnig neugierig, und in der Zeit der Sitzung gehöre ich voll und ganz ihnen», erklärt er. «Aber wenn sie wieder gehen, nehmen sie ihre Geschichte mit.»

Auch Psychiater als Kunden Zu seinen Kunden zählt das Ausnahmetalent auch Ärzte und Psychiater, Manager oder Unternehmer. Besonders freut ihn, dass er auch von älteren Menschen konsultiert wird. «Ich hörte früher oft den Vorwurf, in meinem Alter wüsste ich zu wenig über das Leben und könne somit niemand anderem einen Rat geben.»

Was Voggenhuber tut, hat mit guten Ratschlägen jedoch wenig zu tun. Vielmehr bräuchten die Klienten eine Entscheidungshilfe, wollten wissen, wo sie stehen. «Beim Aura-Reading beispielsweise geht es darum, die Persönlichkeit des Klienten aufzuzeigen», so der Hellsichtige. Dabei werde auch festgestellt, wo die Probleme seien und in welche Richtung es für den Klienten weitergehen GABE ODER PLAGE?

Auch Manfred (36) erlebt bedrückende Visionen «Woher wusste er die Farbe meiner Bettwäsche?»

Sieht dieser junge Mann wirklich mehr als andere? Ungewöhnliches mit Pascal Voggenhuber erlebte kürzlich auch ein Reporterduo des lokalen Schweizer TV-Senders Telebasel (Bild rechts), das dem 27-Jährigen in seiner Praxis kritisch auf den Zahn fühlte.

«Er betonte, dass sich bei unserem Interview eine tote Person im Raum befände», berichtet Reporterin Raffaela Bernold rückblickend. «Voggenhuber erzählte meinem Kameramann und mir Details, die er eigentlich nicht wissen konnte, wie zum Beispiel die aktuelle Farbe meiner Bettwäsche oder die Todesursache der Grosseltern. Das hat uns doch etwas erstaunt…»

nkönnte. «In der Aura sieht man auch, wo die Begabungen der Menschen liegen.»

Dass seine Hellsichtigkeit auch Gefahren birgt, weiss der junge Mann durchaus.

«Man muss sehr verantwortungsvoll damit umgehen», ist er sich bewusst. «Wenn ich etwa eine schwere Krankheit erkenne, obwohl der Klient nichts in dieser Richtung erwähnt hat, taste ich mich vorsichtig an, frage nach eventuellen Schmerzen oder Vermutungen und rate im Zweifelsfall zu einer ärztlichen Untersuchung.»

Einfach drauflos zu diagnostizieren, ist nicht sein Ding. Und auch über Dritte würde er prinzipiell keine Auskunft erteilen.

«Ausser es besteht ein direkter Zusammenhang. Also wenn mich ein Klient beispielsweise fragt, wie er jemand anderen unterstützen könnte.»

«Ich möchte kein Guru sein!»

Pascal Voggenhuber tut das alles nicht nur, um Geld zu verdienen. Er will den Menschen auch bewusst machen, dass es nach dem irdischen Leben weitergeht und ihnen «die Angst vor dem Tod nehmen».

Andererseits sieht der Schweizer seine Mission darin, den Ruf seines Berufsstandes zu verbessern: «Ich möchte zeigen, dass Medialität etwas Normales ist.»

Nicht zuletzt deshalb sei es wichtig, seine Gabe bei den Sitzungen immer wieder unter Beweis zu stellen. Gefährlich findet er, wenn die Klienten sagen, sie bräuchten keine Beweise, sie würden ihm auch so glauben. «Ich möchte kein Guru sein», betont er. Schliesslich habe er auch Kritiker. «Es ist nicht möglich, alle zufriedenzustellen – wenn jemand nach den ersten zehn Minuten die Sitzung abbrechen möchte, dann muss er auch nichts bezahlen.»Ausserdem habe er auch schon Leute wieder weggeschickt. «Zum Beispiel, wenn eine psychische Erkrankung vorlag – da bin ich schlicht machtlos.»

In seinem Buch, das bald nach Erscheinen die eidgenössische Bestseller-Liste erklomm, beschreibt der Schweizer seinen Werdegang. Wie er als Kind mit der Begabung umging, wie er sie schliesslich erkannte und auch nutzen wollte. Hilfreich waren ihm dabei andere Hellsichtige an den Basler Psi-Tagen. Er besuchte den Kongress damals als Zuschauer. «Sie haben mir gesagt, dass ich dieses Talent habe und es ausbilden lassen sollte.»

In der Zwischenzeit hat Voggenhuber selber schon an Esoterikmessen einen eigenen Stand betrieben. Vor kurzem drehte das Schweizer Fernsehen zudem einen längeren Dokumentationsbeitrag über ihn, der demnächst ausgestrahlt werden soll.

Und so jagt in seinem noch jungen Leben derzeit bereits ein Termin den anderen. Umso sympathischer, dass der mediale Jungstar dabei die Realität nie aus den Augen verloren hat. So nimmt er sich zwischendurch gerne auch Zeit, um mit seinen Kumpels ein Bier zu trinken.

«Meine Freunde halten mich auf dem Boden», betont er. «Sie akzeptieren meine Hellsichtigkeit – ohne, dass dies im privaten Kreis ein grosses Thema wäre…» nKontakt: www.pascal-voggenhuber.com

PASCAL (27): «ICH BIN JUNG UND HELL-SICHTIG» – Abbildung 2
PASCAL (27): «ICH BIN JUNG UND HELL-SICHTIG» – Abbildung 3
PASCAL (27): «ICH BIN JUNG UND HELL-SICHTIG» – Abbildung 4
PASCAL (27): «ICH BIN JUNG UND HELL-SICHTIG» – Abbildung 5
PASCAL (27): «ICH BIN JUNG UND HELL-SICHTIG» – Abbildung 6