Noel Ransome hat schon etliche Prominente interviewt. Doch was der kanadische Reporter unlängst mit dem Schauspieler Yaphet Kotto (»Alien«, »James Bond«) erlebte, brachte selbst ihn als MedienproÀ aus der Fassung. Ursprünglich hatte Ransome lediglich vorgehabt, den öffentlichkeitsscheuen Hollywood-Star zu dessen Filmen zu befragen. Kotto aber wollte sich überraschend etwas ganz anderes von der Seele reden…
»Ich habe noch nie mit jemandem darüber gesprochen«, legte Yaphet Kotto (78) am Telefon los. »Ich habe es bisher nur meiner Frau, meinem Rabbi und einem Psychologen erzählt. Das ist das allererste Mal, dass ich mich öffentlich darüber äussere.« Normalerweise gebe er ja keine Interviews, so der Schauspieler gegenüber dem Reporter Noel Ransome. Doch seit nunmehr 50 Jahren habe er »mit UFOs und Aliens zu tun«.
Er sei zarte neun oder zehn Jahre alt gewesen, als der Himmelsspuk begann. Kotto: »Ich durfte nicht nach draussen. Also habe ich aus dem Fenster den anderen Kindern in der Bronx beim Spielen zugeguckt. Als ich mich umdrehte, war plötzlich eine Kreatur hinter mir – 1,50 bis 1,80 Meter gross, mit einem langgezogenen Kopf. Sie tauchte auf, sprang hinter mich und verschwand wieder. Von diesem Augenblick an hatte ich ein seltsames Erlebnis nach dem anderen.« Jedes Mal, wenn seine Familie oder er in ein neues Haus übersiedelten, sei darüber»irgendwann ein rauchartiger Kreis erschienen«. »Diese Sichtungen erstreckten sich über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren. Dann waren da diese Fluggeräte, die über meine Garage geÁogen sind. In meinen Erinnerungen habe ich diesbezüglich Gedächtnislücken« – und so frage er sich bis heute, ob er womöglich von Ausserirdischen entführt wurde.
Jahre später habe er auf den Philippinen erneut eine Begegnung der unheimlichen Art gehabt. Kotto: »Ich hörte, wie meine Frau und meine Angestellten mich ängstlich nach draussen riefen. Ich bin also raus und habe dann diesen gigantischen Rauchkreis über dem Haus gesehen. Als ich sie gefragt habe, was los sei, meinten sie zu mir, dass sie ein UFO gesehen hätten – so gross wie das Baseballstadion der New York Yankees.
Sie waren alle fertig mit ihren Nerven. Ein paar Nächte später sah ich es schliesslich selbst. Das Teil überdeckte den ganzen Himmel, den Mond und alles. Ich hatte richtig Angst!« Er sei deÀnitiv nicht verrückt, kerngesund, und das Ganze sei auch kein Marketinggag, betonte Kotto im Gespräch immer wieder. Deswegen habe er auch nie öffentlich über jene Erlebnisse gesprochen. »Schliesslich hätten dann alle nur gedacht, dass ich versuche, meine KinoÀlme zu promoten.« Auch heute brauche er keine Aufmerksamkeit mehr, betont der 78-Jährige:»Ich bin ja auf der ganzen Welt bekannt.« Er sei nun einfach an einem Punkt seines Lebens angelangt, an dem er das Ganze nicht mehr länger verschweigen könne und wolle. »Die werden nicht verschwinden. Wir verlieren unsere Flüsse, Seen und Berge – unsere Eiskappen schmelzen. Ich glaube, sie passen darauf auf, dass wir uns nicht umbringen.« Yaphet Kotto ist mit seinen Erlebnissen nicht allein. Auch Pop-Ikone Kim Wilde (57) will Zeugin einer unheimlichen Begegnung geworden sein, wie sie neulich der Schweizer »Coop Zeitung« verriet. »2009 hielt ich mich mit meinem Mann und Freunden im Garten auf. Plötzlich sahen wir grelle Lichter am Himmel. Unbekannte Himmelsobjekte verharrten einen Moment an einer Stelle – dann aber bewegten sie sich rasend schnell in eine andere Richtung. Ich spürte sofort, dass diese Erscheinungen nicht menschengemacht waren. Was ich sah, war riesig – gross wie zwei Wolkenkratzer. Ich glaube, sie beobachten uns seit Hunderttausenden von Jahren.« red. ■
Handelt es sich um einen dreidimensional skizzierten Hut? Oder um eine stilisierte Áiegende Untertasse? Namhafte Historiker beharren darauf, dass die naiv anmutenden Ritzzeichnungen in der Ruine Neuburg aus dem Hochmittelalter stammen. Zum ersten Mal seit ihrer Entdeckung wurden Abgüsse der bizarren Darstellungen für »mysteries« nun aus den örtlichen Museumsarchiven geholt.
Steil geht es das enge Altstadtgässchen in der idyllischen Schweizer Altstadt von Chur hinauf, umgeben von schneebedeckten Bergmassiven. Es ist aussergewöhnlich warm und sonnig an jenem März-Tag. Ziel der kleinen »Bergwanderung« durch Graubündens Hauptort ist das Rätische Museum.
»Wir mussten für Sie ganz schön tief in unser Depot steigen«, lächelt Museumsdirektorin Andrea Kauer beim Empfang.
»Es war nicht ganz einfach – aber schauen Sie: Hier sind die guten Stücke!« Kauer deutet auf zwei grosse Abgussplatten, die hinter ihr an der Wand lehnen. Durch den gläsernen Eingang des Altbaus fallen ein paar Sonnenstrahlen auf die Objekte. Es dürfte seit Jahrzehnten das erste natürliche Licht sein, das sie erhellt – und ihr Geheimnis für kurze Zeit sichtbar werden lässt.
Die beiden Platten sind übersät mit naiv anmutenden Motiven: Mehrheitlich zweidimensional skizzierte Pferdedarstellun-
Vereinfachte Zeichnungen, die für den Betrachter keinen Sinn ergeben?
gen und Reiter, wie von Kinderhand gefertigt. Entdeckt worden waren die Ritzzeichnungen im Jahre 1984 bei Sanierungsarbeiten in der Neuburg südwestlich von Untervaz. Versteckt in einer unzugänglichen Fensternische, in den dortigen Kalkstein eingekerbt. Nur aufgrund eines Baugerüstes war man damals dorthin gelangt, wobei auch die skurrilen Darstellungen zum Vorschein kamen: »Vereinfachte Zeichnungen, die für den heutigen Betrachter keinen Sinn ergeben«, wie es damals hiess.
Die Höhenburg-Ruine unweit des Rheins stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die naiven Zeichnungen werden von der Wissenschaft auf die Mitte des 16. Jahrhunderts datiert. Um die historischen Bildnisse zu erhalten, liessen archäologische Experten Abgüsse davon erstellen. Ihre Gipsplatten verschwanden jedoch alsbald im Magazin des Museums. Obwohl sie eine echte Kuriosität zeigen! Denn aus den vielen krakelig anmutenden Darstellungen Ausgabe 3/2018
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/87-vergessene-ufo-karikatur-aus-dem-16-jahrhundert-page59-1.jpg10041276Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2018-03-01 12:00:002025-12-16 11:20:35Vergessene »Ufo-Karikatur« Aus Dem 16. Jahrhundert
»Ich erschrak wusste nicht um die schrie und weinte und Am Tag seines Ablebens wurde dem Autor ausgerechnet seine Vorsicht zum Verhängnis.
Denn wenige Minuten vor dem fatalen Unglück in Paris hatte die Frau seines letzten Gesprächspartners Robert Siodmak angeboten, ihn mit dem Auto in sein Pariser Hotel zurückzubringen. Der Schriftsteller jedoch lehnte dankend ab – aus Furcht vor einem Unfall. Kurz darauf war er tot. Ein einziger Ast eines morschen Kastanienbaums war stärker gewesen als sein geistangesichts des aufziehenden Unwetters noch reicher Dickschädel.
Selbsterfüllende Prophezeiung?
Wurde Ödön von Horváth Opfer einer »selbsterfüllenden Prophezeiung« wie sie US-Soziologe Robert K. Merton 1948 erstmals propagierte? Ähnlich wie allein die Angst vor Stürzen bei Senioren zu einer häuÀgeren Zahl von Stürzen führen kann? Möglich wäre es. Denn, wie Merto dozierte: »Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht aber ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.« Vereinfacht formuliert: Hätte sich Horváth vor seinem frühzeitigem Ableben nicht gefürchtet, hätte es ihn womöglich nicht vorzeitig erreicht. Oder wie es einst der begnadete Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick (1921–2007) alternativ zu Papier brachte: »Wenn eine Prophezeiung geglaubt wird, also nur wenn sie als eine in der Zukunft sozusagen bereits eingetretene Tatsache gesehen wird, kann sie konkret auf unsere Gegenwart einwirken und sich damit selbst erfüllen.«
https://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/12/87-aus-furcht-vor-einem-unfall-ging-er-zu-fuss-und-fand-dabei-page37-1.jpg14461304Not Surehttps://mysteriesdasoriginal.ch/wp-content/uploads/2025/07/LUC_LOGO-1-1030x258.webpNot Sure2018-03-01 12:00:002025-12-16 11:09:11Aus Furcht Vor Einem Unfall Ging Er Zu Fuss – Und Fand Dabei Den Tod.
Wenn es um Auschwitz und den Holocaust geht, scheint mittlerweile vieles gesagt. Aber nicht alles. Denn aller Aufklärung zum Trotz wissen bis heute seltsamerweise nur wenige, dass in jenen Kriegsjahren auch in den USA eine äusserst antisemitische Stimmung vorherrschte. Wurden die Zufahrtswege zum Konzentrationslager von den alliierten Streitkräften damals absichtlich nicht bombardiert?
Gemäss den US-Historikern Richard Breitman (»OfÀcial Secrets: What the Nazis Planned, What the British and Americans Knew«) und David S. Wyman (»Das unerwünschte Volk«) sind die nachfolgenden Behauptungen Tatsache: Der Holocaust begann mit der Planung des Hitler-Regiments im Frühjahr 1941. So stiessen die deutschen Truppen damals am 22. Juni über die sowjetische Grenze vor, samt mobilen Spezialeinheiten, die alle Juden zusammentrieben und in der Folge massenweise erschossen.
Was kaum einer weiss: Auch die Amis waren zu jener Zeit äusserst einwanderungsfeindlich eingestellt und besonders Juden gegenüber extrem voreingenommen. Der Historiker Peter Hayes nahm sich den damaligen Vorfällen deshalb kürzlich ebenfalls in Buchform an (»Warum? Eine Geschichte des Holocausts«).
Nicht nur er fragt sich: »Weshalb kam damals nur so wenig Hilfe von aussen?« Viele antisemitische Organisationen hatten in den Vereinigten Staaten bereits seit Jahren Alarm geschlagen, der 1944 seinen Höhepunkt erreichte. Dabei kam es auch in den USA nicht selten zu antijüdischen Ausschreitungen. Denn obwohl das Hitler-Regime versucht hatte, sein Treiben zu verheimlichen, drang einiges bis in die Staaten durch. Kurz: Die Amerikaner und mit ihnen ihre Verbündeten wussten über den Holocaust laut den eingangs zitierten Experten bereits seit 1941/1942 Bescheid – und halfen dennoch nicht. Weshalb nicht? Weil man sich vor noch mehr Einwanderern und Kosten fürchtete?
Tatsächlich publizierten die Staaten der Anti-Hitler-Koalition bereits am 17. Dezember 1942 eine Erklärung, in der sie den Völkermord an den Juden bekannt machten und verurteilten, wie die »New York Times« am Folgetag auf ihrer Frontseite verlauten liess. Neben anderen verweigerten Hilfeleistungen stellt sich insofern die Frage, warum zumindest die Eisenbahnzufahrten zu Lagern wie Auschwitz damals nicht gezielt bombardiert wurden, um die Morde in den Gaskammern zu mindern. Dies wäre spätestens ab Frühjahr 1944 durchaus möglich gewesen.
So war es zwei slowakischen Juden – Rudolf Vrba und Alfred Wetzler – am 10. April 1944 gelungen, aus dem KZ auszubrechen. Sie waren in der Lage, detaillierte Auskunft über Grundriss und Anlage des Lagers Auschwitz-Birkenau zu geben. Sie wussten Bescheid über den Tagesablauf und die Organisation, Ausgabe 3/2018 die Technik der Vergasung und der Leichenverbrennung und konnten die Massentötungen der vergangenen Monate auÁisten.
Über Umwege gelangte ihr 30-seitiger Bericht im Juni 1944 an das US-Aussenministerium. Viele Zeitungen berichteten darüber.
Ab Mitte Mai 1944 baten jüdische Führer in Budapest einmal mehr dringend um die Bombardierung der Eisenbahnlinien nach Polen. Es folgten mehrere ähnliche Aufrufe, doch erst nach beinahe fünf Wochen kamen Reaktionen aus Washington. Die Antwort war, dass derlei Vorschläge »undurchführbar« seien, da sie »nur um den Preis eines Abzugs beträchtlicher Luftwaffenkapazitäten« durchgeführt werden könnten, die für »einen Erfolg andernorts unverzichtbar« seien. Am 14. August 1944 forderte der Jüdische Weltkongress in New York vom Kriegsministerium, die Gaskammern und Krematorien von Auschwitz einschliesslich deren Bahnstrecken zu bombardieren, und auch im September gab es Ersuche dieser Art. Doch erneut geschah nichts.
Im November 1944 wurde der letzte Versuch unternommen, die geforderte Bombardierung doch noch durchzusetzen. Wiederum wurde diese von den US-Obersten abgelehnt. Zur Begründung hiess es einmal mehr, es dürfe nicht sein, dass Luftwaffenkapazitäten von wichtigen industriellen Zielkomplexen abgezogen würden. Ausserdem sei Auschwitz nicht Bestandteil derartiger Objekte. Auch technische Argumente wurden angeführt: Ein erfolgsversprechender Bombenangriff auf die Tötungsanlagen würde den Einsatz schwerer oder zumindest den Einsatz von TiefÁiegern oder Sturzbombern erfordern. Angeblich lag Auschwitz ausserhalb der maximalen Reichweite der in Grossbritannien, Frankreich und Italien stationierten Sturzkampf- und Jagdbombern. Und was den Einsatz britischer schwerer Bomber angehe, so würde deren Einsatz einen nicht eskortierten Flug rund 3200 Kilometer über feindliches Territorium erforderlich machen – hin und wieder zurück.
Bereits der erste Teil jener Begründung scheint laut David S.
Wymans Recherchen sachlich falsch. Die Reichweite der Mitchell-Bomber sowie der Lighting-Sturzkampfbomber wäre gross genug gewesen, um von Italien aus Angriffe auf Auschwitz zu Áiegen. Dasselbe galt auch für die britischen Mosquito-Jagdbomber. Besagte Feststellung war insofern ebenso irreführend, als sie suggerierte, schwere Bomber könnten nur von Stützpunkten in Grossbritannien aus operieren. So hätten vom Stützpunkt Foggia in Süditalien aus schwere Bomber Auschwitz durchaus erreichen können. Die Aussage des Kriegsministeriums, nach der die Einsätze nicht durchführbar seien, da sie »den Abzug beträchtlicher Luftwaffenkapazitäten erforderlich machen« würden, »die für den Erfolg unserer Mission andernorts in entscheidenden Operationen verwickelt waren«, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar, denn von März 1944 an beherrschten die Alliierten den Luftraum über Europa.
Eisenbahnstrecken überÁogen – ohne Bombardierung In ofÀziellen US-Darstellungen zur Geschichte des Luftkriegs lesen wir, dass im Zweiten Weltkrieg der 1. April 1944 als Stichtag angegeben wird, von dem aus die deutsche Luftwaffe als endgültig besiegt gelten konnte und keine Rolle mehr spielte.
Danach kam es nie wieder vor, dass US-Bomber zur Vermeidung wahrscheinlicher eigener Verluste auf die Bombardierung eines Ziels verzichteten. Im Übrigen wartete eine Einsatzstaffel des 15. Geschwaders der US-Luftwaffe bereits im Juni 1944, also in der Zeit, in der das Kriegsministerium die Bombardierung der Bahnstrecken zwischen Ungarn und Auschwitz ablehnte, in Foggia auf den Befehl, einen Angriff auf ÖlrafÀnerien in der Nähe von Auschwitz zu Áiegen.
Als der Befehl dazu schliesslich erteilt wurde, überÁogen die 352-Bomber am 7. Juli 1944 während der Aktion zwei der fünf Deportationsstrecken. Bereits am 26. Juni 1944 hatten KampfÁugzeuge im Rahmen eines ähnlichen Einsatzes die drei anderen Eisenbahnstrecken überÁogen und zwei weitere in weniger als 50 Kilometern Entfernung passiert. Das Vernichtungslager selbst, ja selbst die Verbindungswege dorthin wurden dabei jedoch nicht angegriffen. Weshalb nicht?
Wieso zeigten Amerikaner, Engländer, aber auch Stalins ebenso antisemitischen Russen damals so wenig Bereitschaft, zu helfen? Weil man keine Juden aufnehmen wollte? Warum ergriff man nicht die Gelegenheit, Auschwitz – oder zumindest die dortigen Zufahrtswege – zu zerstören? Wollte man vermeiden, dass Hitlers Verbrechen durch gelungene Gegenmassnahmen relativiert werden konnten? Legte man es darauf an, dass die einrückenden Truppen – und somit auch die Medien – vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, als sie die Orte des Grauens vorfanden? Sollte ein »Jahrhundertschock« erzeugt werden, der Deutschlands Bevölkerung für alle Zeiten zum »Tätervolk« abstempeln sollte?
Im Namen der Opfer: Das Versagen der UNO Carla Del Ponte Dieses Buch schildert den einsamen und verzweifelten Kampf von Carla del Ponte für Menschenrechte und Frieden. im Oktober 2017 hatte die Schweizerin überraschend ihren Rücktritt als Un O-Sonderberichterstatterin von Syrien bekanntgegeben. Die ex-Un O-Chefanklägerin wirft der Weltgemeinschaft (UN) im Syrienkonflikt kollektives Versagen vor. Gräueltaten, wie die des IS, habe sie zuvor noch nie gesehen, nicht in Jugoslawien, nicht in Ruanda. Del Ponte berichtet über das Gemetzel im Nahen Osten, ihre Besuche in den Flüchtlingscamps, die Gespräche mit den USA, Russland, Türkei und der UN, die verpasste Chance auf Frieden sowie das fehlende Wollen und die Unfähigkeit der internationalen Staatengemeinschaft und der Politik.
Giger, ISBN 978-3906872537, eUR 22.90 Nazi-Gold: Das Geheimnis um das geraubte Gold ian Sayer Autor ian Sayer hat die Suche nach dem verschwundenen nazi-gold zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Inspiriert von einem Eintrag im »Guinness-Buch der Rekorde«, der das Verschwinden des Reichsbank-Goldes als grössten Raub der Geschichte bezeichnet, macht er sich auf eine Suche, die mittlerweile fast schon 40 Jahre dauert. Bis heute befragt er Zeitzeugen, reist um die halbe Welt, inspiziert Gebäude und versucht, Verstecke aufzuspüren. Sein Archiv zum Zweiten Weltkrieg umfasst mittlerweile mehr als 100'000 Bücher, Brie fe und amtliche Dokumente. Nun gelang ihm ein sensationeller Coup: Nach intensiven Recherchen stöberte er zwei goldbarren der Reichsbank in den Tresoren der britischen notenbank auf. Der Durchbruch?
FBV, ISBN 978-3959721073, eUR 26.99 Irrtümer und Fälschungen der Archäologie Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.)
Jeder von uns irrt, auch Wissenschaftler. Gerade Archäologen und Historiker können aufgrund der lückenhaften Überlieferung bestenfalls eine Annäherung an geschichtliche Wahrheiten erzielen. Durchstreifte das legendäre einhorn einst den Harz?entdeckte Heinrich Schliemann in Troja wirklich den Schatz des Königs Priamos? Berichten die Hieroglyphen der Necho-Skarabäen von der ersten Umsegelung Afrikas? Während wir heute wissen, dass diese Fragen mit »Nein« zu beantworten sind, schienen viele Trugbilder zu ihrer Entstehungszeit durchaus überzeugend. Dieser ebenso prächtig gestaltete wie informative Katalog zur aktuellen Ausstellung in Herne und im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim revidiert populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen und ihren Artefakten, rollt spektakuläre Betrugsfälle neu auf und stellt neue archäologische Arbeitsmethoden vor.
Als der Vatikan im Juni 2000 das »Dritte Geheimnis von Fatima« veröffentlichte, wollte jeder glauben, dass es sich auf die Vergangenheit bezieht. Gerne sah man in der Vision der drei Seherkinder von einem alternden Papst, der »von Schmerz und Sorge gebeugt« durch »eine große Stadt ging, die halb zerstört war«, um schließlich selbst ermordet zu werden, eine symbolische Darstellung der schrecklichen Kriege und Christenverfolgungen des 20. Jahrhunderts, gipfelnd in dem Attentatsversuch des Türken Ali Agca am 13. Mai 1981, dem 64. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, auf Papst Johannes Paul II.
Doch zum 100. Jahrestag der Erscheinungen, der 2017 begangen wurde, ist man sich auch im Vatikan nicht mehr sicher. Längst hat der »Islamische Staat« mit seiner internationalen Terrorarmee nicht nur der Zivilisation an sich, sondern auch ganz speziell dem Christentum und seinem Zentrum»Rom« den Krieg erklärt. Immer lauter werden die Warnungen aus Geheimdienstkreisen vor einem islamistischen Terroranschlag auf den Vatikan und den Papst. Wollte uns davor die Gottesmutter vor 100 Jahren warnen?
Das erfolgreichste Fatima-Buch in deutscher Sprache jetzt mit einer aktuellen Neuinterpretation des »Dritten Geheimnisses« zum 100. Jahrestag der Erscheinungen!
Michael Hesemann: Das letzte Geheimnis von Fatima • gebunden • 414 Seiten zahlreiche Abb. + 24-seitiger Farbbildteil • Best.-Nr. 954 100 • 24.95 € Ungelöste Rätsel der Christenheit: Prophezeiungen, Visionen, blutende Hostien In diesem Buch widmet sich Bestsellerautor Michael Hesemann kirchlich anerkannten Wundern – Manifestationen des Übernatürlichen, die als himmlische Zeichen gelten.
Dabei geht es um die erst 2002 in einem Vatikan-Archiv entdeckten »Geheimnisse von La Salette«, die erschreckend genau Ereignisse der Zukunft voraussagten, die unheimliche Päpste-Prophezeiung des Malachias und das berühmte »Dritte Geheimnis von Fatima«. Aber auch um Marienerscheinungen, die von tausenden Zeugen gesehen und sogar fotografiert werden konnten, das spektakuläre »Sonnenwunder« von Fatima, das sich 1950 wiederholte und das »Wetterwunder«, als Papst Benedikt XVI. Auschwitz besuchte. Marienbildern und Ikonen, die vor Zeugen zu »weinen« beginnen, ist ein weiteres Kapitel gewidmet.
Schließlich berichtet der Autor von den »Eucharistischen Wundern«, blutenden und levitierenden Hostien, die bis in unsere Zeit den Gläubigen Kunde geben von der mystischen Kraft des Altarsakramentes und der Wahrheit des christlichen Glaubens, dass sich Wein und Brot tatsächlich in den Leib und das Blut Christi verwandeln. In fünf Fällen stellten Wissenschaftler fest, dass die konsekrierte Hostie zu einem menschlichen Herzmuskel wurde!
Dabei berichtet Hesemann von persönlichen Recherchen und zitiert wissenschaftliche Untersuchungen, lässt aber auch kritische Stimmen zu Wort kommen.
Zukunftsmedizin: Wie das Silicon Valley … Thomas Schulz
Aus dem Silicon Valley kommt die nächste Revolution: die NeuerÀndung der Medizin. IT-Giganten wie Google und Microsoft aber auch Start-ups entwickeln mit Hilfe künstlicher Intelligenz eine Computer-Medizin, die perfekt auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist und den Umgang mit Krankheiten radikal verändern wird. Neue Therapien und Medikamente sollen uns ein gesünderes, deutlich längeres Leben bescheren – und vielleicht sogar den Krebs besiegen. Autor Schulz präsentiert exklusive Einblicke in die geheimen Forschungslabors der Gesundheitsbranche. Er zeigt, welche neuen Therapien demnächst verfügbar sein werden – und sagt, wie sich Ärzte und Patienten, gesunde und Kranke auf die zukunft der Medizin vorbereiten sollten.
MSM: Der Wunderschwefel Jörg Conradi, 9.95 EUR Megacrash – Die Enteignung Günter Hannich, 19.95 EUR Hanft heilt Wernard Bruining, 9.95 EUR Lexikon der verb. Geschichte Luc Bürgin, 22.95 EUR Natriumcarbonat: Krebstherapie Mark Sircus, 12.00 EUR GEZ: Zwangsgebühren Michael Grandt, 19.95 EUR Warum Gedanken stärker sind Lissa Rankin, 10.00 EUR Wo die Liebe hinfliegt Tanja Brandt, 15.00 EUR Verheimlicht – vertuscht: 2018 gerhard Wisnewski 14.95 eUR Deutschland ausser Rand u. Band Petra Paulsen, EUR 22.90 Ein Lob der Magensäure Jonathan V. Wright (u.a.), EUR 8.95 Das grosse Gerson Buch Charlotte Gerson (u.a.), 9.95 EUR Omas grosses Gesundheitsbuch Jörg Conradi, 9.95 EUR Mediale Medizin Anthony William, 24.99 EUR Werde übernatürlich Joe Dispenza, 24.95 EUR
1 2 3 4 DVA, ISBN 978-3421048110, eUR 20.00 5 Lust auf Zukunft: Wie wir die Wende schaffen Franz Alt 6 Wir leben in einer Wendezeit und in einer zeitenwende. eine wirkliche Transformation wird aus ganz konkreten und praktischen Kehrtwendungen in vielen Bereichen bestehen: in der solaren Energieversorgung, im Verkehrswe- 7 sen, in der globalen Wasserwirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft, in der Arbeit der Zukunft – und nicht zuletzt in der weltweiten Verteilung der Macht.
8 Mit seiner Liebeserklärung an die Zukunft will Franz Alt zeigen, warum es nötig und wie es möglich ist, unseren Heimatplaneten für die nachfolgenden generationen lebenswert zu erhalten. Denn: zukunft ist machbar! ein leiden- 9 schaftlicher Aufruf, endlich anders zu denken und nachhaltig zu leben. Ohne ökologische Wende keine Zukunft, so die Message.
10 Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3579087078, eUR 22.00 11 G.A.R.S: Bozzetto-Trilogie, Teil 2 (Roman) Hermann Alexander Beyeler und gerd J. Schneeweis 12 Das Autorenduo Hermann Alexander Beyeler und Gerd J. Schneeweis, die Verfasser des ersten Teils der 2016 erschienenen Bozzetto-Trilogie, haben ihr Versprechen wahr gemacht: In Kürze erscheint der zweite Teil der spannen- 13 den Buchreihe. Die Präsentation des Romans, der unter dem Untertitel »Geheimakte Rommelschatz« erscheinen wird, soll Ende Mai vor Vertretern von 14 Radio Vatikan, dem »Osservatore Romano« sowie anderen Medien an dem Ort erfolgen, wo sich ein Grossteil der Geschichte abspielt: in Rom – im Vatikan. Erneut begeben sich die Àktiven Protagonisten der Geschichte auf eine 15 Schatzjagd, die auf »vielen, bisher unbekannten Tatsachen und persönlichen Erlebnissen beruht«, so Co-Autor Schneeweis.
Brinkhaus, ISBN 978-3906900155, EUR 14.80 Bestsellerliste basiert auf den Verkaufszahlen des Kopp Fachbuchversands – www.kopp-verlag.de
Kino-Epen wie »Stargate« oder »Indiana Jones 4« wären ohne seine Ideen undenkbar gewesen: Exakt 50 Jahre sind es mittlerweile her, seit Alien-Experte Erich von Däniken (83) mit seinem Jahrhundertbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« Millionen von Menschen weltweit ins Grübeln brachte, erstaunte, erzürnte oder ergötzte. Zurück aus Peru, und bald wieder in den USA, schreibt der nimmermüde Götterforscher derzeit an einem neuen Buch, wie er »mysteries« verriet.
Fordert er seit Jahren seinen Tod heraus, wie seine Freundin befürchtet – oder hat er zu wilden Tieren einen paranormalen Draht, wie er glaubt? Mit einer waghalsigen Aktion sorgt Geistheiler und Psychokinet Claus Rahn derzeit einmal mehr für Aufsehen. Im Dschungel von Thailand ging der TierÁüsterer kürzlich mit einer wilden Kobra auf Tuchfühlung. Nicht seine erste Begegnung mit gefährlichen Kreaturen…
»Ich habe die Kobra mittels meiner Gedankenkraft beruhigt, habe mit ihr mental kommuniziert«, versichert Claus Rahn gegenüber »mysteries«. Über drei Minuten stand er in Kontakt mit dem giftigen Reptil, legte sich Áach vor ihm auf den Boden, berührte und streichelte es mehrfach mit seinen Händen. Entsprechende Videoaufnahmen will er demnächst im Internet hochladen. Rahn versichert: »Es gab keine Trickserei!« Er sei der Kobra im thailändischen Dschungel als Tourist rein zufällig begegnet.
»Ich hätte das freilebende Tier auch küssen können, es hätte mir nichts getan«, glaubt der Mentalist. »Hundertprozentig sicher kann ich mir natürlich nie sein, deshalb bin ich dieses Risiko dann doch nicht eingegangen.« Schliesslich sei der Biss einer wilden Kobra ohne soforti ge Behandlung tödlich – »und das nächste Krankenhaus war Stunden entfernt«.
Hypnotische Begabung?
Mit ähnlich gewagten Aktionen hatte der deutsche Mentalist in den letzten zehn Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt.
Videoaufnahmen, die »mysteries« vorliegen, zeigen, wie er in einem Zoo durchs Gittergehege einen Luchs krault, sich in einem von Frischlingen wimmelnden Wildschwein-Gehege tummelt, ohne dass ihn die Elterntiere angreifen. Oder wie er nebst Muffel-Wild ein ausgewachsenes Flusspferd in der afrikanischen Wildnis am Kopf streichelt und danach solange anzischt, bis der gefährliche Koloss ehrfürchtig vor ihm zurückweicht und Schritt um Schritt rückwärts trottet. Ebenso wie es ihm bereits vor Jahren gelang, Krokodile mittels hypnotischen Methoden in Schockstarre zu versetzen.
Es gehe ihm dabei nicht um Show oder Angeberei, betont der Psychokinet: »Ich liebe alle Tiere und möchte lediglich zeigen, was mit Gedankenkraft alles möglich ist.« Rahn veröffentlicht seine zumeist selbst geÀlmten Videos regelmässig im Internet: youtube.com/user/clausrahn ■
»Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Die bei uns lebenden Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland!« So formulierte es jüngst Bundesinnenminister Horst Seehofer.
Rund 70 Prozent aller Deutschen stimmen ihm laut »Welt« vom 19. März 2018 zu. In der Folge unterstützte auch Historiker Michael Hesemann die Debatte und wurde von Facebook deswegen für 30 Tage gesperrt – weil sein Beitrag »nicht den Gemeinschaftsstandards« entspräche. Droht im Internet das Ende der Meinungsfreiheit?
von Luc Bürgin schichte des christlichen Abendlandes immer nur eine Rolle: Die des Damoklesschwertes, das über uns hing, der Bedrohung durch die Barbarei, gegen die es sich zu vereinigen und derer es sich zu erwehren galt. Insofern ist nicht der Islam ein Teil der deutschen Geschichte, sondern der Abwehrkampf gegen den Islam!« Mit diesen Worten äusserte sich der Düsseldorfer Kirchenhistoriker Michael Hesemann Mitte März 2018 auf seiner Facebook-Seite. Nachdem er seine Zeilen veröffentlicht hatte, wurde er vom US-Portal mit einer 30-tägigen Publikationssperre gebüsst. »Darf ein Historiker keine historischen Tatsachen mehr beim Namen nennen?«, konterte Hesemann in der Folge empört und machte seinem Ärger in einem Brief an Facebook ausführlich Luft:»Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantiert in § 5.1: ›Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äussern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.‹ Dies gilt insbesondere für Fragen der Lehre, wie § 5.3 speziÀziert: ›Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.‹ Durch meine Sperrung für 30 Tage (!) hat Facebook zu meinem grossen Bedauern gegen mein Recht auf freie Meinungsäusserung verstossen und ich erwäge, rechtliche Schritte dagegen zu unternehmen.
Begründung: Am 16. März zitierte die deutsche Presse Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit den Worten ›Der Islam gehört NICHT zu Deutschland‹. Dieser Aussage widersprach u. a. Bundeskanzlerin Merkel, während Angehörige der CSU Seehofer zur Seite standen. Als promovierter Historiker, der an einer katholischen Hochschule doziert, habe ich zu Seehofers Aussage Stellung genommen und festgestellt, dass der Islam nur insofern Teil der 1700-jährigen Geschichte des europäischen Abendlandes ist, wie sich Europa durch den Abwehrkampf gegen ihn vereinte. Das war unter dem fränkischen Hausmeier Karl Martell (732) der Fall, das gilt für die Kreuzzüge (1096–1294), das gilt für die Heilige Liga und die Türkenkriege (16.–17. Jh.). Der Islam mit seinen brutalen Einschüchterungstaktiken, überhaupt die Vorstellung eine Religion mit dem Schwert zu verbreiten, wurde in Europa gemeinhin als Barbarei verstanden.
Wenn Sie etwa Luthers Türkenpredigten lesen, wird klar, wie wahr meine Aussage ist: Während der Islam selbst in der deutschen Geschichte keine Rolle gespielt hat, während es etwa bis ins 20. Jahrhundert keine einzige Moscheen-Gemeinde in Deutschland gab, hat der Abwehrkampf gegen den Islam massgeblich zur europäischen Einigung und IdentitätsÀndung beige- Cartoon von Martin Perscheid. Seine Werke werden derzeit ebenfalls zensiert.
tragen. Das ist eine unbestreitbare historische Tatsache, auch wenn Sie diese als ›politisch nicht korrekt‹ empÀnden mögen.
In der Begründung Ihrer Sperrung unterstellen Sie mir, ich würde ›Personen‹ aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit angreifen. Das ist ausdrücklich NICHT der Fall. In meiner beanstandeten Aussage ging es ausdrücklich um 1700 Jahre Geschichte, nicht um die Gegenwart oder lebende Personen. Die einzige Person, um die es indirekt ging, ist Horst Seehofer, den ich nicht angriff, sondern bestätigte.
Auch den Deutschen kann man, völlig zu Recht, für die Jahre 1933–1945 Barbarei bescheinigen, ohne damit Menschen der Gegenwart zu beleidigen. Im übrigen ist Kritik an einer Religion, deren heiliges Buch zahlreiche Tötungsaufrufe beinhaltet und deren Gesetzbuch barbarische Todes- und Körperstrafen verlangt, gewiss legitim, ohne dass damit der einzelne, gläubige Muslim angegriffen wird.
Als Katholik muss ich mir übrigens ebenfalls Kritik an den Kreuzzügen und am Alten Testament, an der Inquisition und am Umgang meiner Kirche mit Missbrauchsfällen anhören, ohne dadurch persönlich beleidigt zu werden, wie die einschlägige Rechtssprechung eindeutig feststellt. Ich möchte Sie daher dringend bitten, sich weiterhin auf den Boden der deutschen Verfas-Ausgabe 3/2018 21 Facebook verstösst gegen mein Recht auf freie Meinungsäusserung!
»Der Islam spielt in der 1700-jährigen Geschaffen«, wie ein User im Januar 2018 in die Tasten haute. Und dies tatsächlich unbehelligt, wie Kritiker nach Protesten vom Portal schriftlich belehrt wurden. Ebenfalls »nicht gegen die Gemeinschaftsstandards« verstiess laut Facebook auf Nachfrage überdies auch folgendes Hass-Posting von User Albert Joachim Wittine im selben Monat: »Es wird Zeit, die AfDler totzuschlagen, Ich bewaffne mich jetzt. Weg mit dem Saupack!« Selbst das Teilen von Zeitungsmeldungen wird bestraft Umso härter an den Kragen ging es stattdessen Facebook-User Dirk Wiethüchter – weil er die Überschrift und die erste Zeile einer journalistischen Reportage aus der »Basler Zeitung« vom 24. Januar 2018 zitiert und geteilt hatte (»Gekommen, um zu proÀtieren – Wie drei minderjährige Asylsuchende aus Somalia und Eritrea im Baselbiet jegliche Kooperation verweigern…«).
Resultat: 30 Tage Sperrung. Begründung: »Wir haben Deinen Beitrag entfernt, da er Spam zu sein scheint und nicht unseren Gemeinschaftsstandards entspricht.« Auch FB-Mitglied Theo Gottwald versteht die Welt nicht mehr.
Augenzwinkernd hatte er ein Bild von Hitler und Italiens Duce Mussolini samt erfundener Unterzeile des Führers veröffentlicht (»Mein Freund ist ein Ausländer«). Facebook fand das gar nicht lustig: »Wir haben etwas gelöscht, was Du gepostet hast.« Und die kostenpÁichtige Bewerbung einer auf Deutsch übersetzten Rede von Trump am World Economic Forum in Davos anfangs 2018 samt unverfälschter Nahaufnahme des Präsidenten? Diese wurde von den Portalwächtern mit folgender Begründung abgelehnt: »Deine Werbeanzeige wurde nicht genehmigt, da sie dein Produkt oder deine Dienstleistung in den Mittelpunkt Auch ihm wurde von Facebook jüngst der Mund verboten: Kirchenhistoriker Michael Hesemann (links), hier bei einem Treffen mit Papst Franziskus.
sung zu stellen und eine Zensur zu unterlassen, die den Urheber einer nüchternen historischen Analyse für 30 Tage jeder Kom munikation mit seinem Freundeskreis beraubt.‹« Michael Hesemann ist nicht der einzige zeitkritische Denker, dem in Deutschland vom Zuckerberg-Imperium derzeit der Mund verboten wird. Auch der geistreiche deutsche Cartoonist Martin Perscheid wurde in letzter Zeit von Facebook mehrfach verwarnt und gesperrt (»Hakenkreuze werden dort durchgewunken, Nippel nicht!«). Ein Blick auf die Internetseite »facebook-sperre.
steinhoefel.de« fördert weitere Abstrusitäten zu Tage. Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel veröffentlicht dort regelmässig Postings von Betroffenen, die vom grössten Meinungsportal der Welt zu Unrecht gesperrt wurden – oder zu Unrecht NICHT gesperrt wurden. Seine »Wall of Shame« (»Mauer der Schande«) umfasst etliche bizarre Beispiele, die zu denken geben.
»Übrigens, wer Eintopf und Brot dazu isst, ist eindeutig ein Nazi. Hier der Beweis…«, machte sich beispielsweise Facebook-User Christian Enders im Internet-Portal lustig, samt einem historischen Foto, das den Führer beim Verzehr von Eintopf und Brot zeigte. Verdikt von Facebook ohne Vorwarnung: 30 Tage Sperrung (1. März 2018).
»Würde dir gerne in dein frevelhaftes kurdisches Fotzenmaul reinÀcken…«, beleidigte User Claudius Käser Bäro nahezu gleichzeitig eine Bundestagsabgeordnete der »Linken«. Verdikt von Facebook trotz entsprechenden Beanstandungen aufgebrachter User: »Dieser Beitrag verstösst gegen KEINEN unserer Gemeinschaftsstandards.« (12. März 2018) Ebenso darf man auf Facebook öffentlich posten, »dass Antisemitismus absolut notwendig ist, um eine bessere Welt zu erdas Stromkabel wieder einzustecken. Zur Erinnerung: Mit über 70'000 Mitarbeitern gehört Arvato zur Bertelsmann-Gruppe, dem grössten Medienimperium Europas (Gruner + Jahr, RTL, Random House). Ebenfalls zur Erinnerung: Die Strippen dieses übermächtigen Molochs zieht still und leise die eingeheiratete Bertelsmann-Milliardärin Liz Mohn (74) – eine langjährige Intimfreundin von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ein Schelm, wer hier politische Vetternwirtschaft wittert?
Umso entlarvender, was Buchautor Hanno Vollenweider (»Bankster – Wohin Milch und Honig Áiessen«) 2017 im Interview mit einer ehemaligen Temporär-Mitarbeiterin des Arvato-Löschzentrums von Facebook in Berlin in Erfahrung bringen konnte.
Drei Monate lang hatte besagte Studentin im Auftrag des Meinungsimperiums gegen Bezahlung Beiträge beanstandet, durchgewunken oder gesperrt, wie sie unter dem Pseudonym »Melanie C.« zu Protokoll gab – juristisch jedoch mit ihrem richtigen Namen dafür gerade stehen würde, wie sie auf Anfrage versicherte.
»Auch Kritik an der Bundesregierung sollten wir Àltern« Bereits im Bewerbungsgespräch war Melanie C. aufgefallen, dass andere Job-Kandidaten neben ihr, die sich für Trump oder gegen Merkel äusserten, kurz darauf ausgesondert wurden. Je länger sie ihren temporären Zensurjob für Facebook in der Berliner Arvato-Zentrale danach ausführte, desto misstrauischer wurde sie: »Wir haben innerhalb kürzester Zeit entscheiden müssen, was wir durchlassen und was nicht. Gelesen haben wir die Beiträge dort eigentlich nicht, dafür war gar nicht die Zeit bei der Masse an Meldungen, die da reingekommen ist. (…) Am Anfang habe ich mir die Meldungen teilweise auch noch genauer angesehen. Wenn man dann aber zwei-, dreimal angeschnauzt wird, weil man zu langsam ist oder dem Algorithmus vertrauen soll, dann nickt man nur noch stumpf das Meiste ab.« Plötzlich aber wurde der Druck »von oben« heftiger: »Man hat uns vor der Bundestagswahl erklärt, dass die Rechten eine unglaubliche Kampagne in den sozialen Netzwerken fahren würden, um die vielen unentschlossenen Wähler zu beeinÁussen.
Daraufhin sollten wir dann ganz stark ausÀltern.
Da ging es dann eigentlich auch nicht um irgendwelche Fake-News, sondern um Dinge, die wirklich passiert sind. (…) Auch Kritik an der Europäischen Union oder an der Bundesregierung, nicht nur wegen der Flüchtlingspolitik, sollten wir, so gut es geht, Àltern. Ausserdem hat man uns noch mal ganz konkret darauf hingewiesen, dass wir niemandem, nicht mal unseren Eltern, detailliert erzählen sollen, was wir machen. Da habe ich begonnen, an der ganzen Sache zu zweifeln. Das hatte dann alles schon was von einem Geheimdienst in einem schlechten Film…« Zudem hätte es da noch eine interne Liste mit Tausenden von Nutzern gegeben: »Wir haben dann versucht, diese Leute aktiv ›wegzumobben‹, indem wir ihnen immer wieder das Konto gesperrt oder Funktionen eingeschränkt haben, damit sie etwa mal für 30 Tage gesperrt waren oder sieben Tage lang nichts mehr posten konnten. (…) Das war in sehr vielen Fällen von Erfolg gekrönt. Über die Hälfte der vorübergehend gesperrten Ausgabe 3/2018 23 Vom Fotoportal Alamy mittlerweile leider gelöscht: Fotos von Kanzlerin Merkel und Bertelsmann-Milliardärin Liz Mohn.
stellen und nicht ein bestimmtes Körperteil betonen soll (Zähne, Bauchmuskeln, Akne).« Autsch!
Depperter gehts immer. Und so schossen die Moralapostel den dicksten Vogel bereits im Dezember 2017 ab: Damals brandmarkten Zuckerbergs Handlanger Fotos der berühmten prähistorischen »Venus von Willendorf« als »gefährlich pornogra- Àsch« und drohten bei Verbreitung ebenfalls mit Sperrung. Fehlt nur noch, dass künftig auch Urlaubsfotos von Putin in hautenger Badehose hierzulande als »anrüchig« gelöscht werden und Bilder der gealterten Kanzlerin im Badeanzug als »nicht anrüchig« geduldet werden…
Wem wir all die hirnrissigen Irrungen und Wirrungen zu verdanken haben? In erster Instanz Merkels Minister Heiko Maas und seinem vom Bundestag im Juni 2017 trotz massiven Bedenken von »Reporter ohne Grenzen« und Co. durchgewunkenen Netzwerkdurchsetzungswerk (Netz- DG), demzufolge soziale Meinungsportale unter Androhung millionenschwerer Strafen gezwungen werden, innerhalb von 24 Stunden zu löschen, »was offensichtlich rechtswidrig« ist. Was diese schwammige Formulierung konkret bedeutet? Kein hiesiger Paragraphen-Verdreher kann es erklären.
Doch es kommt noch ärger. Ihr Zensur-Däumchen nach oben oder nach unten drehen hierzulande nämlich nicht Zuckerbergs Spezis aus den USA, und auch nicht politisch neutrale, juristisch bewanderte Experten – sondern seit 2016 Billigarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato! Angelernte »Experten« also, die Ihnen als Call-Center-Agenten ebenso gut verklickern könnten, dass Ihr neues IP-Telefon trotz globalem Netzausfall nur darum nicht funktioniert, weil sie nach dem Putzen vergessen haben sollen, Nicht Experten befinden über Gut und Böse, sondern in erster Linie Laien.
einem intellektuell fordernden Prozess ein Automatismus. Man reagiert mehr, als dass man entscheidet. Die ständige Wiederholung führt zu Frustration und Entfremdung.« Konsequenz: Nach drei Monaten schmiss sie den Bettel ebenfalls hin – ausgelaugt und desillusioniert. »Die Arbeit fühlte sich manchmal an, als würde ich im Rettungsdienst arbeiten – dann wieder, als wäre ich in einer Strafverfolgungsbehörde.« Leid taten Burcu Gültekin Punsmann als 42-jährige, erfahrene Politwissenschaftlerin während ihrer Tätigkeit nicht zuletzt viele jüngere Mitarbeiter: »Denn das ganze System der Content Moderation von Arvato in Berlin basiert auf jungen Arbeitern mit Migrationshintergrund ganz unterschiedlicher Gründe – im Durchschnitt waren meine Kollegen lediglich 28 Jahre alt!« 1000 Zensur-Apostel – allein in der Berliner Zentrale Und Arvato? Die Bertelsmann-Tochter hat ihren lukrativen Vertrag mit Facebook mittlerweile verlängert – und stellt derzeit weitere Mitarbeiter für ihr »Löschzentrum« ein: Jobsuchende, die sich davon nur eines erhoffen: Sich und ihre Liebsten davon einigermassen ernähren zu können. Allein in der Zentrale von Berlin, so der Milliardenkonzern, soll die Zahl der rekrutierten Zensuristen von aktuell 700 auf 1000 Personen aufgestockt werden, hermetisch abgeschottet vom Blick kritischer Journalisten. Oder wie Liz Mohns Handlanger im Namen des Bertelsmann-Imperiums am 12. Februar 2018 beschönigend verlauten liessen:»Die Arbeit der Arvato-Mitarbeiter stellt sicher, dass gemeldete Inhalte überprüft werden und die Gemeinschaftsstandards von Facebook konsequent und effektiv angewandt werden.« Michael Hesemann, Karikaturist Martin Perscheid und weitere Facebook-Opfer können angesichts solch scheinheiliger Floskeln nur müde lächeln. Bleibt die bittere, aber uralte Wahrheit: Meinungs- und Redefreiheit muss von uns allen täglich neu erkämpft und eingefordert werden. Nicht nur in der Türkei, in Nordkorea oder in Absurdistan. Sondern leider auch bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
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»Venus von Willendorf« im Museum von Wien.
Wer auf Facebook Fotos der berühmten prähistorischen Skulptur teilt, läuft ebenfalls Gefahr 30 Tage lang gesperrt zu werden –»wegen gefährlicher Pornografie«.