Aus Furcht Vor Einem Unfall Ging Er Zu Fuss – Und Fand Dabei Den Tod.
Biographen tizbuch.
»Ich erschrak wusste nicht um die schrie und weinte und Am Tag seines Ablebens wurde dem Autor ausgerechnet seine Vorsicht zum Verhängnis.
Denn wenige Minuten vor dem fatalen Unglück in Paris hatte die Frau seines letzten Gesprächspartners Robert Siodmak angeboten, ihn mit dem Auto in sein Pariser Hotel zurückzubringen. Der Schriftsteller jedoch lehnte dankend ab – aus Furcht vor einem Unfall. Kurz darauf war er tot. Ein einziger Ast eines morschen Kastanienbaums war stärker gewesen als sein geistangesichts des aufziehenden Unwetters noch reicher Dickschädel.
Selbsterfüllende Prophezeiung?
Wurde Ödön von Horváth Opfer einer »selbsterfüllenden Prophezeiung« wie sie US-Soziologe Robert K. Merton 1948 erstmals propagierte? Ähnlich wie allein die Angst vor Stürzen bei Senioren zu einer häuÀgeren Zahl von Stürzen führen kann? Möglich wäre es. Denn, wie Merto dozierte: »Die selbsterfüllende Prophezeiung ist anfänglich eine falsche Bestimmung der Situation, sie verursacht aber ein neues Verhalten, das bewirkt, dass die ursprünglich falsche Auffassung richtig wird. Die Gültigkeit der selbsterfüllenden Prophezeiung führt eine Herrschaft des Irrtums fort. Der Prophet wird den tatsächlichen Gang der Dinge als Beweis dafür anführen, dass er von Anfang an recht hatte.« Vereinfacht formuliert: Hätte sich Horváth vor seinem frühzeitigem Ableben nicht gefürchtet, hätte es ihn womöglich nicht vorzeitig erreicht. Oder wie es einst der begnadete Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick (1921–2007) alternativ zu Papier brachte: »Wenn eine Prophezeiung geglaubt wird, also nur wenn sie als eine in der Zukunft sozusagen bereits eingetretene Tatsache gesehen wird, kann sie konkret auf unsere Gegenwart einwirken und sich damit selbst erfüllen.«










