Auf dem idyllischen Buschberg im Schweizer Fricktal ereignen sich merkwürdige Dinge: In unmittelbarer Nähe der dortigen Wallfahrtskapelle erklangen in Anwesenheit des Mediums Geoff Boltwood ungewöhnliche Töne aus der Erde. Psi-Forscher Lucius Werthmüller dokumentierte sie mit Hilfe eines Mikrophons. Wissenschaftliche Analysen deuten darauf hin, dass die seltsamen Klänge offenbar eine bewusstseinsverändernde

Wirkung haben. von Lucius Werthmüller

Unsere Geschichte nahm im Jahr 1992 ihren Anfang, als wir einen Bericht über eine wissenschaftliche Studie mit dem englischen Heiler Geoffrey Boltwood lasen. Im Rahmen einer kontrollierten Doppelblindstudie wurden Kressesamen durch eine konzentrierte Salzlösung vergiftet und in zwei Gruppen aufgeteilt.

Die eine wurde von Geoffrey behandelt, die andere nicht. Dabei zeigte sich, dass die von ihm behandelten Samen, verglichen mit der Kontrollgruppe, signifikant schneller wuchsen und keine Missbildungen aufwiesen.

Am meisten beeindruckte uns aber, dass laut dem Biologen und Versuchsleiter Tony Scofield einige Samen innert Sekunden spontan auf seiner Hand keimten.

Ein Phänomen, das ich später auch mehrfach bei Uri Geller beobachten konnte.

Interessiert luden wir diesen erstaunlichen Heiler daraufhin nach Basel zum Basler Psi-Verein und zum «Weltkongress für Geistiges Heilen» im Rahmen der Basler Psi-Tage 1992 ein.

«Gemeinsame Aufgabe» Bei unserer ersten Begegnung im Mai 1992 eröffnete mir Geoff, dass er die Einladung in die Schweiz bereits erwartet habe. Seine innere Stimme hatte ihm schon im Voraus angekündet, dass er hier eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen habe.

Diese innere Stimme begleitet Geoff seit einer Nahtodeserfahrung im Alter von sechs Jahren: Damals lag er wegen einer Nierenentzündung und rheumatischem Fieber im Spital und erlitt in der Folge Was genau versteht man unter «Geomantie»?

Die Wallfahrtskapelle auf dem Buschberg. Ganz in der Nähe trugen sich merkwürdige Dinge zu.

einen kurzen Herzstillstand. Dabei wurde er von einem mächtigen, alles umhüllenden Licht durchflutet und eine Stimme eröffnete ihm, er werde wieder gesund werden.

Nach seiner Genesung begannen sich merkwürdige Erscheinungen zu zeigen. In seiner Umgebung bewegten sich Gegenstände, traten unerklärliche Geräusche auf, Radios schalteten sich selbsttätig ein und aus und sogar ein Klavier begann bei geschlossenem Deckel zu spielen, wenn er in dessen Nähe kam.

Er sprach zu Unsichtbaren, die offenbar verstorbene Freunde seiner Mutter waren, und erhielt von einer inneren Stimme Anweisungen. Er versuchte vorerst, diese Erscheinungen ausser Acht zu lassen und arbeitete einige Zeit als Busfahrer, dann als Buchhalter und studierte überdies Zoologie.

Schliesslich bereitete seine innere Stimme ihn auf eine wichtige Begegnung vor. Mit 22 Jahren traf er eine Spiritualistin, die ihm vorschlug, sich als Heiler zu versuchen. Dank seinen Heilbehandlungen wurden viele Hilfesuchende schmerzfrei. Mit 28 führte ihn seine innere Stimme zu Ivy Northage, einer in England bekannten Medienlehrerin. Bei ihr, und später am College for Psychic Studies in London, bildete er sich zum Medium aus.

Von einer Karriere als spiritualistisches Medium aber hielt ihn seine innere Stimme ab.

Bea Rubli, Geoff Boltwood und Lucius Werthmüller (l.) am «Erdenergiezentrum» bei Glastonbury.

Heute unterstützt Geoff Boltwood in Seminaren die Teilnehmenden beim Entdecken und Weiterentwickeln ihrer Spiritualität. Ausserdem bietet er Heilbehandlungen für Einzelne und Gruppen an.

Seine besondere psychokinetische Gabe, zuweilen heilendes Öl zu materialisieren oder geistige Energie als Rauschen hörbar werden zu lassen, hat vielen Menschen neue Türen in ihrem Bewusstsein geöffnet.

Kraftvolles Netzwerk Zur Zeit seines ersten Besuchs in der Schweiz begann Geoff von seiner inneren Stimme Informationen über ein «versiegeltes Erdenergiezentrum» in der Nähe des sagenumwobenen Glastonbury zu erhalten.

Danach sollen an mehreren Stellen auf unserem Planeten vor langer Zeit Energien und Informationen eingeschlossen und versiegelt worden sein. Diese sollen jetzt wieder freigesetzt werden und ein kraftvolles Netzwerk zur Unterstützung der Evolution des menschlichen Bewusstseins bilden.

Eine Gruppe von acht Personen soll im vierten Jahrhundert nach Christus in der Nähe des heutigen Glastonbury ein solches Ritual durchgeführt haben.

Geoff wurde von seiner inneren Stimme im Mai 1993 an diesen Ort geführt, der abseits der bekannten Kraftorte Glastonburys wie der Chalice Well, der Abtei oder dem mysteriösen Glastonbury Tor liegt. Während der «Öffnung» manifestierte sich Aussergewöhnliches, darunter ‹‹ Acht kurze, hochfrequente Töne, für alle deutlich hörbar…

acht kurze, hochfrequente, für alle Anwesenden deutlich hörbare Töne.

Geoff erhielt bald darauf medial die Information, dass sich in der Schweiz ein weiteres Erdenergiezentrum befinde, und zwar in der Gegend von Frick im Kanton Aargau.

Ein Teil der Gruppe aus Glastonbury soll im vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung auch Energien in Frankreich und danach in der Schweiz «versiegelt» haben. Laut Geoff wurden diese Energien und Informationen in Buschberg bei Frick von vier Personen implantiert. Interessanterweise sind im Museum von Wittnau Münzen aus Frankreich und England ausgestellt, die aus dem vierten Jahrhundert stammen sollen.

Geoff arbeitet seit seinem ersten Besuch 1992 regelmässig in der Schweiz, wobei sich zwischen uns ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte. Zur Vorbereitung der «Öffnung» des Erdenergiezentrums wurde eine Meditationsgruppe gebildet, die von Bea Rubli geleitet wurde, einer Sensitiven und Heilerin, die auf medialem Weg wesentliche Informationen zum Hintergrund dieser Kraftorte empfing.

Bea Rubli hatte Geoff ebenfalls anlässlich seines ersten Besuchs in der Schweiz kennen gelernt. Es sollte dies der Beginn einer Freundschaft sein, die sich bis heute erhalten hat. Diese vertiefte sich anlässlich einer gemeinsam von Bea und mir organisierten Gruppenreise zu Geoffs Zentrum in Glastonbury, wo er sich mittlerweile niedergelassen hatte.

Die Gruppe traf sich über einen längeren Zeitraum regelmässig, um sich bei gemeinsamen Meditationen aufeinander

Eine Gruppe von Menschen sitzt inmitten eines Waldes.
Ein Mann mit einem Bart und einem schwarzen Hemd.

Pistole, die 2004 unweit von Rennes-le-Château entdeckt wurde. Ganz in der Nähe fanden sich zudem uralte Münzen.

Wurde in der Umgebung von Rennes-le-Château (Frankreich) einst ein westgotischer Schatz versteckt? Thomas Ritter aus Bannewitz ist davon überzeugt. 2004 schlug sein Metalldetektor vor Ort gleich mehrmals aus.

Eigentlich ist Rennes-le-Château ein armseliges Nest. Es liegt etwa 40 Kilometer südlich von Carcassonne auf einem Höhenzug, inmitten der Landschaft des Racès. Heute leben keine dreissig Einwohner mehr hier.

Nur das Landhaus Villa Bethania, die eigenwillige Tour Magdala und die Ruine des Schlosses d’Hautpoul künden davon, dass der Ort schon bessere Zeiten gesehen hat. Dennoch tummeln sich hier eine Menge Fremde. Es ist seine Geschichte, die Rennes-le-Château diese seltsame Anziehungskraft verleiht. Vor mehr als 100 Jahren geschahen in dem weltvergessenen Dorf merkwürdige Dinge.

Einer, der dem Geheimnis seit Jahren nachspürt, ist der deutsche Autor Thomas Ritter. «Da war ein junger Priester namens Bérenger Saunière, der im Jahr 1885 das Pfarramt von Rennes-le-Château übernommen hatte», erzählt er. «Er hatte eine hervorragende Ausbildung genossen, war ehrgeizig und intelligent. Doch mit 33 Jahren wurde er in die abgeschiedene, bettelarme Gemeinde von Rennes-le-Château versetzt und schien hier am Ende seiner Karriere angelangt. Offenbar machte ihm das aber nicht das Geringste aus.»

Um 1891 sei Bérenger Saunière dann auf mysteriöse Weise zu unerhörtem Reichtum gekommen: «Er baute Villen, liess seine Kirche auf eigene Kosten restaurieren, wurde Grossgrundbesitzer und empfing in seiner Pfarrei so bedeutende Gäste wie den französischen Kultusminister oder den Cousin des österreichischen Kaisers. Im Jahr 1917 starb der Pfarrer unter mysteriösen Umständen und nahm sein Geheimnis mit ins Grab.»

Westgotischer Schatz?

Das sagenhafte Vermögen des Pfarrers stammte offenbar aus einem Schatzfund.

Das lässt sich insofern belegen, als Saunière einige seiner Amtsbrüder reich mit Antiquitäten beschenkte.

Durch umfassende Forschungen vor Ort glaubt Thomas Ritter mittlerweile zu wissen, dass der Schatz, den Saunière entdeckt hatte, westgotischen Ursprungs ist. Auf einer Expedition in April des Jahres 2004 machte er bei Streifzügen mit dem Metalldetektor am Berg Sebairous in der Nähe von Rennes-les-Bains unweit von Saunières Wirkungsstätte nun einige bemerkenswerte Funde.

«Zunächst förderte ich an der Wurzel eines Baumes einen metallenen Gegenstand zutage: Eine Taschenpistole mit Perkussionsschloss, wie sie im 19. Jahrhundert in Gebrauch war. Mit dem Geheimnis von Rennes-le-Château hat die Waffe aber wohl nur mittelbar zu tun.»

Kupfer und Silber Interessanter waren da schon Siegel und Münzen. Dazu Thomas Ritter: «In der Nähe ihres Fundortes ergaben sich weitere Detektorausschläge, die zur Entdeckung von drei weiteren Artefakten führten. Es handelt sich dabei um ein Bleisiegel, das im frühen Mittelalter zum Verschluss von Behältnissen benutzt wurde, in die man wichtige Dokumente verstaute. Es ist der westgotischen Epoche zuzuordnen.

Ausserdem fand ich eine Silbermünze und eine Kupfermünze. Die Kupfermünze ist eindeutig römischen Ursprungs und wurde zur Zeit des Kaisers Konstantin des Grossen (306 – 337) geschlagen. Bei der Silbermünze handelt es sich nach Auskunft der staatlichen bayrischen Münzsammlung in München um ein hebräisches Geldstück, welches um die Zeitenwende im Gebrauch gewesen sein dürfte.» Die Geschichte um das Geheimnis von Rennes-le-Château hat vor über 1000 Jahren begonnen. Wie die neuesten Funde zeigen, ist sie noch lange nicht zu Ende. red.■

Thomas Ritter bietet diverse Reisen an geheimnisvolle Orte an. Infos unter: www.thomas-ritter-reisen.de

Ein kurioser «Gnom» sorgt für grosse Augen: Zu sehen ist das mumifizierte Lebewesen aus Chile ab sofort in Berlin – im Rahmen der archäologischen Kuriositätenschau «Unsolved Mysteries».

Der Mann liebt es, Altertumsforscher zu provozieren.

Unermüdlich spurtet der Wiener Ausstellungsmacher Klaus Dona (Bild) rund um den Erdball – immer auf der Suche nach neuen kontroversen Relikten aus vergangenen Zeiten.

Erst kürzlich präsentierten er und sein Co-Organisator Reinhard Habeck ihre Ausstellung «Unsolved Mysteries» im schweizerischen Interlaken. Jetzt öffnet die archäologische Kuriositäten-Schau bereits wieder ihre Pforten – diesmal in Berlin.

Neue Hauptattraktion: Ein rund vierzehn Zentimeter grosser «Gnom». Gefunden wurde das mumifizierte Minilebewesen in der chilenischen Wüste. «Ein klassischer menschlicher Fötus ist das nicht», betont Dona. «Erstens hat das Ding keine Fontanelle. Und zweitens versicherte mir ein wissenschaftlicher Experte, der mich berät, dass die Knochen für einen 20 bis 22 Wochen alte Fötus zu stark ausgebildet seien.»

Was ist es dann? Das fragten sich kürzlich auch zwei Professoren von der Universität in Madrid. «Nach einem ersten Augenschein des Originals gaben sie ebenfalls zu Protokoll, dass es kein klassischer Fötus sein kann», erzählt Dona.

Nur gerade eine Woche später aber hätten die zwei dem Besitzer einen Brief geschrieben. Inhalt: Nach weiterer Begutachtung entsprechender Fotos sei man nun doch zum gegenteiligen Schluss gelangt. Die Uni-Untersuchung fiel ins Wasser.

«Die haben kalte Füsse bekommen», ist Dona überzeugt. «Das Original konnten sie nicht erklären, Fotos davon aber schon. Das ist doch abstrus.» Unglücklich ist er über den Rückzieher dennoch nicht, wie er verschmitzt anmerkt: «Immerhin können wir den Winzling nun statt dessen in Berlin erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.»

Sechs Monate lang gastiert die Ausstellung in der deutschen Metropole. Sie präsentiert den Besuchern alles was bereits im Schweizer Mystery Park zu sehen war – und noch mehr. Darunter so kontroverse Originalstücke wie 4000 Jahre alte Dinosaurier-Skulpturen aus Acambaro (Mexico) oder gravierte Steine mit kuriosen Darstellungen aus einem geheim gehaltenen Höhlensystem in Illinois.

Riesige Knochen Doch in Gedanken weilt Dona bereits wieder in Ecuador. Sobald es seine Zeit zulässt, will er dort mit Reinhard Habeck weiterbuddeln – nach geheimnisvollen Riesenknochen.

Und dann wartet da noch eine andere Story auf ihre Überprüfung. Dona: «In Ecuador wurden wir über Umwege an eine Frau verwiesen. Ein Bekannter von ihr, so erzählte sie, hätte in einem Naturschutzpark kleine Wesen beobachtet und deren ‹Werkzeuge› später behändigt.»Aus Furcht vor Spott rede der Mann mittlerweile mit niemandem mehr darüber, weiss Dona – und will ihn nichtsdestotrotz aufsuchen. In der Hoffnung die «Zwergen-Utensilien» doch zu Gesicht zu bekommen.

Vorerst aber muss er sich noch intensiv um die neu eröffnete Berliner Ausstellung kümmern. Jedes Exponat will ins rechte Licht gerückt sein: «Der ‹Gnom› etwa zeigte bereits leichten Pilzbefall», erzählt Klaus Dona. «Ein Spezialist musste ihn aufwändig reinigen, ehe er in einen Glassarkophag eingeschweisst und in der Vitrine verstaut werden konnte.»

Sobald alles am richtigen Platz ist, kehrt der Wiener Ausstellungsmacher an den Verhandlungstisch zurück. Auf dem Programm stehen Gespräche, um die Ausstellung demnächst nach Rom und später weiter nach Japan zu lotsen.

red. ■

Ein schwarz-weißes Foto eines Skeletts in einer Hand.

«einzuschwingen» und eine kraftvolle Gruppenenergie aufzubauen. Wir hörten dabei oft die auf Band aufgezeichneten Töne aus Glastonbury, um eine Verbindung zu diesen Energien zu entwickeln.

Die «Öffnung des Erdenergiezentrums» auf dem Buschberg fand am 21.

November 1994 statt. Wir wussten zwar ‹‹ Die genaue Stelle erkannten sie an einem Lichtstrahl.

seit einiger Zeit, in welcher Gegend dieses Ereignis stattfinden würde, aber erst am Mittag des 21. November fuhren Geoffrey Boltwood, Bea Rubli und ich auf den Buschberg, um den genauen Punkt in der Erde ausfindig zu machen.

Wir konzentrierten uns auf die Energiebahnen der Erde in unmittelbarer Umgebung der Wallfahrtskapelle, die Geoff und Bea visuell wahrnehmen können, und folgten einer Linie, die uns in den Wald zum gesuchten Punkt führte. Die genaue Stelle erkannten sie an einem – nur für Hellsichtige erkennbaren – Lichtstrahl.

Am Abend versammelten sich die zehn Mitglieder unserer Gruppe aus der Schweiz, Geoff und seine Frau Karen, zwei Mitglieder seiner Gruppe aus England sowie einige weitere ausgewählte Personen auf dem Buschberg oberhalb von Wittnau und bildeten einen Halbkreis um diesen Spot. Auf dessen Mittelpunkt platzierten wir ein hochwertiges Mikrophon, um die von uns erwarteten, aus der Erde kommenden Töne aufzunehmen.

Wir stimmten uns aufeinander ein und bauten die notwendige Energie auf. Dann ging alles sehr schnell: Es bildete sich ein gewaltiger Energiewirbel, der für alle Anwesenden spürbar und fast greifbar wurde. Dieser ermöglichte für eine gewisse Zeit eine «Öffnung» zwischen verschiedenen Realitätsdimensionen, wobei einige Anwesende verschiedene, fremdartige Intelligenzen und Wesen wahrnehmen konnten.

Vier merkwürdige Töne Schon nach etwa fünf Minuten erklang der erste Ton, der eine starke Ähnlichkeit mit den Tönen aus dem Zentrum in Glastonbury hat. Der zweite kam eher stockend und brach zweimal beinahe ab, bevor er sich vollständig manifestierte.

Diese beiden ersten Töne waren sehr hoch und durchdringend. Die beiden nächsten Töne unterschieden sich davon.

Es waren viel tiefere, an- und abschwellende Töne. Alle vier Töne manifestierten sich je rund eine Minute und waren für sämtliche Anwesenden deutlich hörbar.

Die gewaltige Energie versetzte meinen Körper in eine feine Vibration, die von den Füssen her durch den Körper aufstieg und sich über die folgenden Stunden allmählich verstärkte. Die Energien wallten mehrere Tage durch den ganzen Leib und verdichteten sich zunehmend zu einer Art Energieball, der sich durch meinen Körper bewegte und sich schliesslich in meinem Herzzentrum niederliess.

Begleitet wurden diese körperlichen Empfindungen und Prozesse durch starke Bewusstseinsveränderungen, die sich am ehesten mit der Wirkung psychedelischer Substanzen vergleichen lassen.

An Schlaf war nicht zu denken. Bei mir Lucius Werthmüller auf dem Buschberg. Hier konnte er die Töne mittels eines Mikrophons auf Band aufnehmen.

Wegbeschreibung: So finden Sie den Buschberg stellte sich eine vorübergehende partielle Hellsichtigkeit ein, und ich hatte Mühe, mich in der Alltagsrealität zurechtzufinden. Bea Rubli erlebte dies ähnlich und verglich die Energie damit, dass sie sich fühle, als ob sie «ein AKW im Bauch» hätte.

Daraufhin schrieb ich einen kurzen Bericht in der Zeitschrift «Para», der den Stein ins Rollen brachte. Er erregte die Aufmerksamkeit von Leuten aus der Umgebung. Ich erhielt einen Anruf des Pfarrers von Wittnau, der mehr über diesen Kraftort nahe «seiner» Kapelle erfahren wollte und mich für einen Vortrag in seiner Gemeinde einlud.

Mit gemischten Gefühlen sagte ich zu, in der Erwartung, dass diese doch ziemlich unglaubwürdige Geschichte auf Ablehnung stossen würde. Doch weit gefehlt: Ein volles Gemeindehaus lauschte meinen Ausführungen und nahm sie grösstenteils sehr interessiert und wohlwollend zur Kenntnis.

Im Anschluss an den Vortrag erzählten mir viele Menschen von eigenen Erlebnissen, die sie im Umfeld der Kapelle auf dem Buschberg gemacht hatten. Christoph Küng, der Pfarrer des Ortes, sammelt derartige Berichte über ungewöhnliche Erlebnisse seit längerer Zeit.

Später veröffentlichte «mysteries»- Herausgeber Luc Bürgin einen kurzen Artikel in einer Basler Zeitung, der weitere Nachfragen nach sich zog. Es folgten Artikel unter anderem in «Facts», in der «Weltwoche», im «Tages-Anzeiger» sowie Berichte im Schweizer Fernsehen in den Sendungen «Quer», «MTW» und «Schweiz Aktuell».

Heute wird dieser Ort von vielen Menschen aufgesucht, und die vormals eher in Vergessenheit geratene Kapelle wird vermehrt für Gottesdienste, Trauungen und Taufen genutzt.

Die Geschichte der Kapelle Die Wallfahrtskapelle auf dem Buschberg ist in eine schöne Landschaft auf dem Hochplateau zwischen dem Homberg und dem Limperg eingebettet. Sie liegt an einem schon zur Römerzeit und erst recht im Mittelalter häufig begangenen Juraübergang über die Schafmatt ins Mittelland.

Im Jahre 1668 geschah auf dieser Wegstrecke ein Wunder, wie das Mirakelbuch des Benediktinerklosters Mariastein zu berichten weiss: Benedikt Martin, ein Müller aus Kienberg hatte bei Rheinfel-Der englische Heiler Geoffrey Boltwood anlässlich der «Psi-Tage».

den einen 23 Zentner schweren Mühlstein gekauft und musste ihn auf einem mit 14 Pferden bespannten Wagen über den Buschberg nach Kienberg bringen. Dort ‹‹ Im Jahr 1668 geschah auf dieser Wegstrecke ein Wunder.

kam Benedikt Martin zu Fall, so dass ihm der Wagen über beide Beine fuhr. Das Mirakelbuch schildert in der anschaulichen Sprache des 17. Jahrhunderts den genauen Hergang: O schlipfriges Glücks-Rad! Unversehens entging ihm bei glattem Weg beide Füsse solcher Gestalten, dass er leider, mit beiden Schienbeinen unter den Wagen geraten, von welchem so plötzlichen Fall er dermassen erschrocken, dass die Furcht ihm gleichsam ganz von Sinnen gebracht, und ist in ein Ohnmacht geworfen.

Der vorgenannte Fuhrmann namens Johann Rim, da er den entsetzlichen Fall ersehen, vor Angst und Schrecken, also ertattert, erinnerte sich bald derjenigen gross Wunder-Gnad, so sein Kind vor Jahren nemlich 1663 von Maria der wundertätigen Jungfrau in ihrem heilwerten Stein eben in gleicher Begebenheit erlangt hatte, deswegen verlobte er mit einer heiligen Wallfahrt den schon bereits unter dem völligen Lastwagen liegenden, armseligen Menschen in ihr jetztgesagte Gnaden’ statt, so gut er konnte, mit hellauter Stimm schreiend: «Jesus und Maria, kemmet ihm zu Hilfe!» Indessen gingen ihm (wohl erschröcklich zuzusehen) die Räder mit der aufhabenden Last über beide Schienbein. Wer sollte nicht verneint haben, dass eine solche 23 Zentner schwere Last diesem frommen Mann das Mark nicht aus Beinen sollte gepresst haben?

Ohne Zweifel natürlicher Weis hätte solches geschehen sollen, wo nicht ein hochbewährter Glücks-Stein sich dazwischen eingelegt hatte. Owundersame Kraft dieses Marianischen Stein’s!

Aus Dankbarkeit ob des glücklichen Ausgangs liess Benedikt Martin an diesem Ort in der Folge ein Kreuz erstellen und in Mariastein in der Wallfahrtskirche eine Votivtafel anbringen, die das Geschehen festhält.

Die wundersame Geschichte des Müllers von Kienberg machte die Runde im ganzen Land. Von überall her strömten die Menschen zu diesem neu errichteten Kreuz auf den Buschberg, um Hilfe zu erfahren. Die Wallfahrt auf den Buschberg wurde bis zum ersten Weltkrieg aufrecht erhalten. Nach den Kriegswirren nahm die Zahl der Wallfahrten auf den Buschberg ab. Der letzte grosse Bittgang von Wittnau fand um 1940 statt.

Analyse im Studio Was halten nun Fachleute von diesen ungewöhnlichen Tönen, die wir auf Band aufzeichnen konnten? Wolfgang Stroh, Musikprofessor aus Oldenburg und Spezialist für experimentelle und esoterische Musik, analysierte die vier Klänge in seinem Musikstudio.

In einem Gutachten hält er fest, dass «die Töne aus akustischer Perspektive sehr ungewöhnlich sind und ich noch nicht sagen kann, ob derartige Töne überhaupt ‹natürlich› erzeugt werden können. ‹Unnatürlich›gibt es solche Klänge in elektronischen Effektgeräten, aber dort klingen sie anders.»

Um festzustellen, ob sich die psychischen Wirkungen dieser ungewöhnlichen Klänge objektiv nachweisen lassen, baten wir den Psychologen und Physiker Günter Haffelder, die Wirkungen der Klänge auf unsere Hirnaktivität zu untersuchen.

Er führte eine Versuchsreihe mit fünfzehn Teilnehmern durch, denen er diese Töne vorspielte, während ihre Hirnströme mittels der von ihm entwickelten EEG-Spektralanalyse aufgezeichnet wurden.

Haffelder stellte fest, dass ausnahmslos alle Versuchspersonen Hirnstrommuster zeigten, die auf einen veränderten Bewusstseinszustand schliessen liessen. Auffallend war, dass alle dieselben Veränderungen in ihren Hirnwellen zeigten.

Viele Menschen, die diese Töne in rund zehn Jahren anlässlich von Veranstaltungen und öffentlichen Meditationen gehört haben, berichten, dass dadurch bei ihnen intensive Prozesse in Gang gesetzt worden seien. In Seminaren und Workshops arbeiten Geoff, Bea und ich häufig mit diesen Tönen, um psychische Prozesse zu beschleunigen oder Erfahrungen zu intensivieren. Oft lösen sie auch starke körperliche Reaktionen aus.

Auch Theologen interessiert Seither habe ich den Buschberg viele Male mit Gruppen aufgesucht, um die Geschichte zu erzählen und vor Ort zu meditieren. Es interessierten sich nicht nur spirituelle Personen und Radiästheten für eine Meditation vor Ort, sondern zum Beispiel auch Pfarrer und Theologen, die an der Wiederherstellung der alten Jakobswege in der Schweiz arbeiten.

Deutlich ist dort noch immer ein Energiewirbel spürbar, der sich gegen oben hin öffnet. Entgegen der Erwartung mancher Menschen sind diese Töne aber nicht zu hören. Die meisten Radiästheten, die den Buschberg aufsuchen, finden den Platz auf Anhieb, so auch ein zunächst skeptischer Rutengänger, der vom Schweizer Fernsehen aufgeboten worden war.

Die verstorbene Schweizer Radiästhetin und Geomantin Blanche Merz hat den Buschberg in ihr Buch «Kraftorte der Schweiz» aufgenommen und ihm die aussergewöhnliche Kraft von «22’000 bis 34’000 Bovis-Einheiten» attestiert. Sie trifft allerdings auch Aussagen über den Platz, die ich schwer nachvollziehen kann und die sie mir auf meine Nachfrage hin auch nicht genauer erläutern konnte.

Es ist unser Plan, in diesem Sommer nun das von uns bereits lokalisierte Energiezentrum in Südfrankreich aufzusuchen. Ich hoffe, an dieser Stelle bald mehr über die dabei auftretenden Phänomene und Erlebnisse berichten zu können.

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Lucius Werthmüller setzt sich seit rund 20 Jahren mit allen Grenzgebieten auseinander. Er ist Projektleiter der «Basler Psi-Tage» und Präsident des «Basler Psi Vereins». Mit seiner Frau bietet er monatlich eine Heilmeditation in Basel an, bei der die manifestierten Klänge als Unterstützung zum Einsatz kommen. Nächste Daten: 5. Mai, 9. Juni, 1. Sept. jeweils um 19 Uhr an der Neuweilerstrasse 15 in Basel. Mehr Infos: www.bpv.ch

Ein Mann mit einem Handtuch um den Hals lächelt.
Ein Plakat mit einer Reihe von Wörtern in einer Fremdsprache.

Hat der Vatikan bei der Wahl von Kardinal Ratzinger geschummelt? Insider-Informationen um das Testament von Johannes Paul II. werfen ein schiefes Licht auf die wahlberechtigten Würdenträger.

Ernannt wurde der «Phantom-Kardinal» am 28. September 2003. Damals hatte Johannes Paul II. die Berufung von 30 neuen Kardinälen bekannt gegeben. Der Name einer weiteren Person aber blieb aus Sicherheitsgründen im Dunkeln. Vermutlich, weil die katholische Kirche in deren Land politisch unterdrückt wird.

Ein Prälat aus China, wie Insider deshalb spekulierten. Andere dagegen glaubten, es handle sich dabei um den polnischen Erzbischof Stanislaw Dziwisz, den Privatsekretär von Johannes Paul II.

Zur Wahl zugelassen wäre der ominöse Mann aber nur dann gewesen, wenn er vom Papst in einem internen Dokument ausdrücklich benannt worden wäre. So etwa im päpstlichen Testament. Dem war aber offenbar nicht so, wie Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls bereits am 6. April 2005 in Rom öffentlich bekannt gab – einen Tag vor der Veröffentlichung des letzten Willens von Johannes Paul II. Bereits am 5. April war das 15-seitige Dokument der Kardinalsversammlung vorgelesen worden, hinter verschlossenen Türen. Der Pontifex hatte das Papier in mehreren Phasen seit 1979 geschrieben.

«Papst nahm das Geheimnis um den von ihm ernannten Kardinal mit ins Grab», titelten in der Folge Zeitungen aus aller Welt – und ignorierten dabei eine brisante Information. «Inside the Vatican» heisst das bekannte kirchennahe Fachmagazin, das sie am 6.April 2005 via Internet verbreitete – also noch bevor das «offizielle» Testament veröffentlicht wurde.

Dem Herausgeber Robert Moynihan werden ausserordentlich gute Kontakte zum Kirchenstaat nachgesagt. Unter Berufung auf einen hochrangigen Geistlichen im Vatikan hatte Moynihan vermeldet, dass der verstorbene Papst im Testament einen Wunschnachfolger benannt hätte. Dabei handelte es sich offenbar um einen italienischen Bischof. Und: Das Papier nenne auch den Namen des mysteriösen «Phantom-Kardinals», hiess es unter Bezug auf dieselbe Informationsquelle.

«Verblüffende Passagen» Zwar betonte Moynihan, dass es sich lediglich um ein «Gerücht» handle. Allerdings um ein ziemlich glaubwürdiges: «Am Nachmittag des 6. April rief mich ein guter Kollege an. Ein ziemlich hoher Würdenträger aus Rom hatte ihm erzählt, dass das Testament verblüffende, beinahe schon unglaubliche Passagen enthalte.»

Darunter die oben erwähnten Aussagen.

Seltsamerweise war davon nach Veröffentlichung des «offiziellen» Testaments keine Rede mehr. Wollte sich der hochrangige Informant aus dem Vatikan nur wichtig machen? Oder zensierten die kirchlichen Würdenträger das Papier womöglich, um Kardinal Ratzinger an die Spitze hieven zu können?

red. ■

Die Meldung sorgte Ende März für Schlagzeilen: In der Schweiz sei das lang verschollen geglaubte «Judas-Evangelium» aufgetaucht, das von dem Verräter Jesu Christi stammen soll. Besitzerin des brisanten Dokuments: die «Maecenas Foundation for Ancient Art» in Basel. Geführt wird die Stiftung vom Advokaten Mario Jean Roberty – quasi als «Ein-Mann-Betrieb». Gegenüber «mysteries» enthüllt der 59-Jährige nun erstmals Details, wie er in den Besitz der kostbaren Handschrift gelangte.

von René Haenig Mario Jean Roberty tippt auf die Tasten seines Notebooks. «No battery», murmelt er vor sich hin. «Aber es sollte noch gehen», fügt er in Gedanken versunken an. «Wo hab’ ich nur…?» Die Spannung wächst.

«Da, hier», ruft Roberty, beugt sich über den Tisch, um das Notebook näher zu seinem Besucher zu schieben. Und da sind sie zu sehen: Digitalfotos des als Sensation eingestuften «Judas-Evangeliums».

Dass ein solches überhaupt existiert, weiss man seit langem. Dank Irenäus, der Mitte des zweiten Jahrhunderts Bischof von Lyon war: Dieser hatte die Schrift als Ketzerei verteufelt. Das jetzt aufgetauchte Dokument, das zwischen dem Anfang des dritten und dem Ende des vierten Jahrhunderts nach Christi Geburt entstanden sein soll, schaut auf den Fotos reichlich zerfleddert aus.

Wie ein Puzzle Nicht nur der Zahn der Zeit hat an den uralten Papyrus-Seiten genagt. Auch neuzeitliche Antiquitäten-Spekulanten haben den in Leder gebundenen ägyptischen Kodex durch ihre Finger gehen lassen, ehe er bei Roberty in der Schweiz landete. Auf den Bildern sind denn auch vor allem zerfallene Papyrus-Seiten zu sehen. Gleich einem Puzzle werden sie derzeit in Genf wieder zusammengesetzt. Das «Judas-Evangelium» ereilte offensichtlich das gleiche Schicksal wie Judas selbst.Ausgerechnet mit einem Kuss hatte der den Heiland Jesus Christus an dessen Feinde ausgeliefert. Und dafür 30 Silberstücke kassierte. Als den Verräter kurz Vom Medienrummel überrascht worden: Mario Jean Roberty, Gründer der Basler Maecenas-Stiftung.

darauf das Gewissen plagte, warf er die Silberstücke zurück in den Tempel. Laut dem Evangelienschreiber Matthäus zog sich Judas danach zurück, «ging hinweg und erhängte sich».

War das, was folgte, ein Zeichen? Gemäss dem Bericht des Evangelisten Lukas in der Apostelgeschichte brach der Ast, an dem der Verräter seinem Leben ein Ende setzen wollte, möglicherweise ab – «und er stürzte vornüber zu Boden und barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide drangen heraus».

Welch ein Ende für den Verräter. Nur, was hat dieser Mann, der den Verrat beging, in seinem «Evangelium» der Nachwelt hinterlassen? Spekuliert wird viel. Mario Jean Roberty aber mag sich daran nicht beteiligen.

Mit seiner Maecenas-Stiftung, in deren Besitz das historische Dokument mittlerweile ist, residiert er in einem prachtvollen Jugendstilbau im noblen Basler Gellertquartier. «Ich weiss wohl, in welche Richtung es im ‹Judas-Evangelium› in etwa geht, aber mehr auch nicht», gibt sich der Maecenas-Leiter zurückhaltend. Er habe sich noch nicht einmal die bisher übersetzten Passagen des Papyrus geben lassen, versichert er.

Bis zu 3 Millionen gefordert Zum ersten Mal, so erinnert sich Roberty, sei er im Herbst 2000 mit dem ägyptischen Kodex konfrontiert worden.

«Eine Mandantin von mir hatte das Manuskript veräussert, und zwar an einen recht fragwürdigen Händler aus den USA, wie sich herausstellte.» Seine Mandantin, eine Schweizer Kunsthändlerin, offenbarte dem Advokaten, um was genau es sich bei diesem Manuskript handelt.

Sie selbst war zufällig an die Schrift herangekommen. Diese war bis dato vor allem Spekulationsobjekt in der Antiquitätenszene gewesen. Teilweise waren bis zu drei Millionen Dollar für die Papyrus-Überreste gefordert worden.

Nachdem er davon erfahren habe, sei ihm bewusst geworden, dass es sich um ein «kulturhistorisches Dokument erster Güte» handle, das nicht in den Handel gehöre, erzählt Roberty. «Das müssen wir anders angehen. Damit ist eine zusätzliche Verantwortung verbunden, das muss erhalten und publiziert werden», erinnert er sich noch an die Unterhaltung mit der Kunsthändlerin. Sie habe sofort zugestimmt, als er angeboten habe, sich dafür einzusetzen, das Manuskript zurückzuholen.

Nach einigen Monaten hatte es der Advokat geschafft. Das «Judas-Evangelium» war zurück in der Schweiz. Zunächst hätten sie keine Ahnung gehabt, wie mit dem arg zerzausten Manuskript weiter umzugehen sei. «Wir haben uns dann sehr schnell schlau gemacht und sind in der Westschweiz auf eine Spitzen-Restauratorin gestossen, die einschlägige Erfahrungen hat und der wir das anvertraut haben.»

Expertenstreit Welch enormer Aufwand mit der nun seit vier Jahren andauernden Restauration verbunden sei, werde schon allein dadurch deutlich, «dass wir bis heute noch keine komplette Fassung vorliegen haben, über welche die damit befassten Sprachwissenschaftler unter der Leitung des Genfer Professors Rodolphe Kasser einhelliger Meinung sind», sagt Roberty seufzend.

Rodolphe Kasser gilt in Fachkreisen als Koryphäe für koptisch-sahidische Literatur. Er und sein Team haben mittlerweile alle lesbaren Teile des Papyrus-Bandes übersetzt. Der Rest soll bis Herbst, spätestens jedoch Ende Jahr entschlüsselt sein.

Was die genaue Übersetzung des Judas-Textes zusätzlich erschwert ist die Tatsache, dass der eingangs erwähnte fragwürdige US-Händler, dem Roberty das Manuskript wieder abjagte, «einige Fragmente zurückbehalten hat».

Trotzdem: Für Ostern 2006 ist die Publikation der einst von Irenäus gebrand- ‹‹ Nach der Publikation werden die Diskussionen erst recht losgehen.

markten Ketzerschrift in Französisch, Deutsch und Englisch angekündigt. «Danach werden die Diskussionen erst recht losgehen», ist Roberty überzeugt.

Die Publikation selbst wird von einem grossen US-Verlag übernommen. Den Namen will Roberty nicht nennen. «Die Der Sitz der Stiftung im Basler Gellertquartier.

Verhandlungen sind in diesen Tagen im Gange», bittet er um Verständnis für sein Schweigen. Dieser Deal sei nötig, um das Geld für die Restauration und Übersetzung des Manuskriptes zu sichern.

Bisher hat die Maecenas-Stiftung diese Arbeiten vorfinanziert. «Aber das sind Beträge, die die Stiftung nicht allein erbringen kann», sagt der Stiftungsgründer. Welche Summen die Restauration letztlich verschlingen wird, weiss Roberty selbst noch nicht im Detail. «Aber sie bewegen sich, wie man so schön sagt, im höheren sechsstelligen Bereich», schätzt er.

Roberty selbst hofft, aus dem Judas-Projekt «Geld für den eigentlich angestammten Bereich meiner Stiftungstätigkeit generieren zu können». Die Maecenas-Foundation finanziere vor allem wissenschaftliche Ausgrabungen in den Nachfolgerepubliken der ehemaligen Sowjetunion sowie deren Publikation.

Ein zweiter Schwerpunkt der Stiftung liege in China, erzählt Mario Jean Roberty. «Derzeit ermöglichen wir dort für eine Aussenstelle des in Xuzhou bestehenden Museums die Freilegung des Grabes einer Prinzessin.»

14 Millionen vergeben Seit ihrer Gründung im März 1994 habe «die Maecenas», wie Roberty seine Stiftung im Gespräch immer wieder kurz und bündig nennt, rund 14 Millionen Schweizer Franken eingenommen und vergeben.

Bisher sei er, etwas salopp ausgedrückt, ein «Ein-Mann-Betrieb». Das soll sich ändern. Robertys Tochter, die in die Fussstapfen ihres Vaters tritt, dürfte demnächst als zweites Stiftungsratsmitglied ins Schweizer Handelsregister eingetragen werden.

Um das Engagement des Anwalts zu verstehen, genügt ein Blick auf sein berufliches Umfeld der vergangenen 25 Jahre.

Unter anderem war der Schweizer der Rechtsvertreter des japanischen Miho-Museums. In Tadschikistan initiierte er den Bau des Nationalen Archäologischen Museums, den seine Stiftung mitfinanzierte. In den letzten Jahren fädelte er die Rückkehr von etlichen geraubten antiken Kunstwerken nach China, Italien, Ägypten, Libyen und Tunesien ein.

Seine beruflichen Mandate hätten ihn Ende der 80er Jahre in die Sowjetunion geführt, erzählt Roberty. So habe er damals unter der Obhut der Moskauer Akademie der Wissenschaften auch einen Einblick in dortige Archäologenkreise erhalten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe er dann mitbekommen, wie miserabel es den Wissenschaftlern und Archäologen plötzlich ging.

«Die Leute, mit denen ich zusammenkam, hatten zum Teil seit neun Monaten kein Salär mehr bekommen», erzählt er rückblickend. «Und das bei Löhnen in der Grössenordnung von umgerechnet drei bis fünf Dollar pro Monat!»

Angesichts dieser Umstände sah der Schweizer die Gefahr, «dass es in der Not zu Handlungen kommen könnte, die man später bereuen würde, und welche für die dortigen Kulturgüter sehr dramatisch wären». Im Klartext: Kunst- und Kulturschätze, die gestohlen und anschliessend verschoben würden.

Gleichzeitig habe er festgestellt, dass er mit Geld aus seiner eigenen Tasche sowie aus seinem Freundeskreis mit wenigen hundert oder tausend Dollar «wahre Wunder» bewirken konnte. Für ihn habe dabei weniger die Kunst oder Kultur selbst im Vordergrund gestanden als vielmehr die Menschen, die damit ihr Brot verdienen, erklärt Roberty die Beweggründe für sein Tun.

Allein der Bau des archäologischen Museums in Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe habe 150 Familien während sieben Jahren Brot gegeben, erzählt er.

«Das ist für mich persönlich die Motivation, zu helfen. Ob bei den Ausgrabungen nun eine uralte, schöne Vase oder Skulptur ‹‹ Ob irgendetwas gefunden wird, interessiert mich weniger.

oder sonst etwas gefunden wird, interessiert mich dabei weniger», bringt es der Schweizer auf den Punkt.

Dass er trotz dieser mitunter für Staunen und ungläubige Blicke sorgenden Einstellung «einen Narren an der Archäologie und besonders an Tadschikistan gefressen hat», hängt auch mit einer dortigen Ausgrabung zusammen. Dabei wurde am Grenzfluss zu Afghanistan der Oxus-Tempel frei gelegt.

«In der Haupttempelhalle, die ausgegraben wurde, fand man drei Altäre; einen zoroastrischen, einen griechischen – und vereinfachend ausgedrückt – einen heidnischen Altar», erklärt Roberty. Untersuchungen hätten ergeben, dass diese drei Anbetungsstätten gleichzeitig benutzt worden.

Tolerante Tradition Angesichts des Bürgerkriegs, der das Land gebeutelt und Tausende von Toten gefordert hatte, wollte Roberty herausstreichen, dass Tadschikistan auf eine sehr tolerante Tradition zurückblicken könne. «Das habe ich auch in einem Gespräch mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmonow betont», berichtet er.

Zu Rachmonow hat der Schweizer seit einigen Jahren gute Kontakte. Über ihn kam auch der Bau des archäologischen Museums in Duschanbe zustande. Diesem kommt heute sogar noch eine besondere Bedeutung zu. Nach der Zerstörung

Ein Gebäude mit einem Zaun vor sich.
Ein Mann in einem Anzug sitzt an einem Schreibtisch mit einem Stift in der Hand.
Ein Schlussschnitt eines Textes mit schwarz-weißem Hintergrund.

Der Verhaftung des irakischen Diktators haftete von Anfang der Verdacht einer filmreifen Inszenierung an. US-Verantwortliche mussten später denn auch einräumen, die entsprechenden «Drehbücher» bereits Monate zuvor verfasst zu haben. Mittlerweile deuten Dutzende von Indizien ergänzend darauf hin, dass sich der Diktator nie in einem Erdloch versteckt hatte, wie offiziell behauptet. Und der versprochene DNA-Test lässt bis heu-

te auf sich warten. von Sven Berger

James Hickey aus Chicago (Illinois) ist in den USA mittlerweile ein Nationalheld. Als Anführer der 1. Brigade der 4. US-Infanteriedivision hatten er und seine Männer den irakischen Diktator Saddam Hussein am 13. Dezember 2003 endlich dingfest gemacht. Dass sie dabei ein «von oberster Stelle» vorbereitetes Szenario vorfanden, ist bislang nicht bewiesen. Aber die Indizien dafür mehren sich.

Bei dem Dörfchen Al-Dawr nahe Tikrit durchsuchten die Truppen an jenem Tag ein altes verlassenes Haus, in dem ein ziemliches Chaos herrschte. Ausserhalb davon entdeckten die Soldaten ein verrammeltes Erdloch, aus dem Geräusche ertönten. Mit gezückten Waffen öffneten sie den «Eingang» – wo sie einen bärtigen Mann mit erhobenen Armen und einer Pistole in der Hand entdeckten.

«Ich bin Saddam Hussein», stammelte er, als ihn die Soldaten ans Tageslicht zerrten. «Ich bin der Präsident von Irak. Und ich möchte verhandeln.» Die Soldaten grinsten und erwiderten: «Präsident Bush entbietet seine besten Grüsse.» So viel zur offiziellen Version, wie sie etwa CNN später in alle Welt posaunte.

Talabani meldete es als Erster Am Vormittag des 14. Dezember 2003 sah die Nachrichtenlage indes noch dürftig aus: «Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein ist einem Bericht der Agentur Irna zufolge verhaftet worden», konnte man damals auf europäischen Internet-Newsseiten lesen.

«Die Amerikaner wollen die Meldung nicht bestätigen. Die iranische Agentur Saddam unmittelbar nach seiner Verhaftung aus dem Erdloch. Inoffizielles Privatbild von amerikanischen Soldaten.

beruft sich auf den Führer der kurdischen Partei PUK, Dschalal Talabani. Die Verhaftung sei in Saddams Geburtsort Tikrit erfolgt, heisst es. Nähere Einzelheiten lagen noch nicht vor. Es gab auch keine unabhängige Bestätigung des Berichtes.

Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, man könne den iranischen Bericht nicht bestätigen. Ein Sprecher der PUK in Teheran unterstützte die Darstellung des Parteichefs. ‹Ich bestätige, dass Saddam festgenommen worden ist›, sagte er.»

ZDF-Korrespondent Luc Walpot berichtete am späten Vormittag aus dem Irak, dass die Koalitionsstreitkräfte für 13 Uhr (MEZ) eine Pressekonferenz einberufen hätten. Dabei zitierte er Augenzeugen, die berichteten, es habe in Tikrit eine Festnahme gegeben. Der Mann habe Ähnlichkeiten mit dem ehemaligen Diktator, sehe aber «deutlich älter» aus.

Doch für Zweifel war ob all der Aufregung vorerst kein Platz. Mit den hämischen Worten: «Wir haben ihn!» begann um 13.30 Uhr MEZ die berüchtigte Pressekonferenz von Paul Bremer zur Verhaftung Saddam Husseins.

‹‹ Im Versteck fanden sich auch über 750’000 US-Dollar in bar.

Der Zürcher «Tagesanzeiger» fasste die Informationen am nächsten Tag wie folgt zusammen: «Rund 600 US-Soldaten hatten am Samstag Saddam Hussein nach Einbruch der Dunkelheit in Al-Dawr südlich von Tikrit in einem getarnten Kellerloch verhaftet. Der 66-Jährige wehrte sich nicht, obwohl er eine Pistole auf sich trug.

Im Versteck fanden sich auch mehr als 750’000 Dollar in bar. Videoaufnahmen zeigten einen zerzausten und erschöpften Saddam Hussein, der von einem Arzt untersucht wurde. Später zeigten die Bilder den Ex-Diktator ohne Bart. Eine DNA-Analyse bestätigte schliesslich, dass es sich tatsächlich um Saddam Hussein handelte.»

Einem US-General zufolge hätten die Amerikaner weniger als 24 Stunden zuvor von einem Mitglied des Clans von Saddam Hussein den heissen Tipp über dessen Aufenthaltsort erhalten. Die betreffende Person sei zusammen mit weiteren Familienangehörigen festgenommen worden. «Saddam Hussein wurde nach seiner Verhaftung an einen geheimen Ort gebracht.»

Monate später, am 28. März 2004, enthüllte die BBC den Namen des vermeintlichen Verräters: Mohammed al Musslit – Husseins ehemaliger Bodyguard – soll den USA während seiner Gefangenschaft den aktuellen Aufenthaltsort des Diktators verraten haben. Weil er dies nicht freiwillig getan hätte – also vermutlich gefoltert worden war – sprach ihm Präsident Bush die 25-Millionen-Dollar-Belohnung, die auf Saddams Ergreifung stand, ab. Offiziell bestätigt wurde dies aber nie.

Doch die filmreife Story von Saddams Ergreifung begann bald zu bröckeln. So meldete etwa «Newsweek» am 29. Dezember 2003, dass sich Saddam bei seiner Ergreifung entgegen offiziellen Äusserungen von Verteidungsminister Donald Rumsfeld massiv zur Wehr gesetzt hätte.

Als Quelle nannten die «Newsweek»- Verantwortlichen einen «bekannten US-Offiziellen». Ihm zufolge soll der irakische Diktator getobt und die Soldaten angespuckt haben, als ihm Handschellen angelegt wurden. Darauf hin wurde er von US-Soldaten niedergeschlagen.

Haider vermutet Doppelgänger Einer der ersten, der von Anfang an Zweifel an der offiziellen Version formulierte, war der österreichische Rechtspolitiker Jörg Haider. Er bezeichnete die US-Aktion laut «Spiegel» vom 17. Dezember 2003 als «ziemliches Betrugsmanöver» und zweifelte auch an Saddams Echtheit. Haider: «Es kann sich genau um einen seiner vielen Doppelgänger handeln.»

Auch Russland zweifelte, ob den Amerikanern tatsächlich der echte Diktator in ‹‹ Warum wurde der DNA-Test bis heute nicht veröffentlicht?

die Falle gegangen war. «Es ist schwierig darüber zu urteilen, wer in Wirklichkeit verhaftet wurde, weil viel über die vielen Doppelgänger Saddam Husseins berichtete wurde», zitierte «Russland Aktuell» am 15. Dezember 2003 den Vizeaussenminister Juri Fedotow.

Definitive Gewissheit darüber sollte denn auch ein DNA-Test bringen, der von den USA unmittelbar nach der Verhaftung angekündigt worden war. Seltsamerweise wurden dessen Ergebnisse der Öffentlichkeit bis auf den heutigen Tag nicht vorgelegt. Warum eigentlich?

Kein Wunder kursierten bald Gerüchte, dass Husseins Festnahme eine propagandistisch perfekt choreographierte Inszenierung und von langer Hand vorbereitet worden war. So kritisierte etwa der demokratische Kongressabgeordnete Jim McDermott, dass Husseins Aufenthaltsort der US-Regierung bereits seit längerer Zeit bekannt war. Mit dem Zugriff sei bewusst gewartet worden, um möglichst viel Kapital aus der Ergreifung zu schlagen.

Andere gingen sogar noch weiter. Ihre These: Die USA sollen den Diktator schon viel früher gefangen genommen haben, als behauptet. Dies vermutete nicht zuletzt der frühere Stasi-Spion Rainer Rupp («Topas»).

In der «Jungen Welt» verlieh Rupp seinen Zweifeln am 19. Dezember 2003 unverhohlen Ausdruck: «So behauptete zum Beispiel eine pakistanische Zeitung am Dienstag, dass Saddam Hussein den Ame-Triumphierende Gesichter. Dieses Bild zeigt die Soldaten, die Saddam «offiziell» fanden. Geknipst wurde es von einem Kollegen.

rikanern bereits am 20. November ins Netz gegangen sei. Präsident Bush habe seine Beute bei seinem Besuch in Bagdad am 27. November inspiziert, nachdem Hussein am 23. November einen Selbstmordversuch unternommen habe.»

Wie Rupp betonte, wollten sich Zweifel über den Zeitpunkt der Verhaftung auch in der irakischen Bevölkerung nicht legen. Genährt wurden sie durch Aufnahmen, die US-Soldaten vor dem ominösen Erdloch zeigen. Für alle sichtbar hing dort an einer Palme nämlich eine grosse Traube Datteln. «Die Dattelernte sei jedoch im Dezember längst vorbei, heisst es in Bagdad.»

Widersprüche ohne Ende Weitere Hinweise auf eine mögliche Manipulation bilden widersprüchliche Informationen über Husseins Auffindungsort, die wenige Stunden vor der offiziellen US-Pressekonferenz von renommierten Agenturen in alle Welt gekabelt wurden.

So berichtete etwa die DPA um 12.53 Uhr: «Die Berichte darüber, wo der Ex-Präsident festgenommen sein soll, widersprachen sich. Einige Regierungsratsmitglieder sprachen von einem Keller, in dem er sich versteckt habe, andere von einem Zelt. Der Scharif Ali, der zur ehemaligen irakischen Königsfamilie gehört und nicht im Regierungsrat vertreten ist, erklärte, Saddam sei in einem Gemüselager entdeckt worden.»

Und bereits um 12.37 Uhr hatte die AP verlauten lassen: «Saddam Hussein wurde nach Informationen aus Bagdad und Washington offenbar im Keller eines Hauses seiner Heimatstadt Tikrit entdeckt. Daraufhin unterrichtete der oberste US-Zivilverwalter Paul Bremer telefonisch mehrere Mitglieder des irakischen Verwaltungsrates, wie diese mitteilten. In Washington teilten Regierungsbeamte mit, dass bei der Fahndung nach Saddam Hussein ein Mann in einem Kellerraum verhaftet worden sei, bei dem es sich nach ersten Überprüfungen um den gestürzten Staatschef handle.»

Und um 12.52 Uhr doppelte die Agentur nach: «Saddam Hussein hat sich unmittelbar vor seiner Gefangennahme noch in einem Erdloch seines Kellerverstecks vergraben.Als US-Soldaten in das Gebäude bei Tikrit eingedrungen seien, habe er sich dort noch zu verstecken versucht, sagte der Sprecher des irakischen Politi-Weitere inoffizielle US-Aufnahme des Diktators nach seiner Verhaftung.

kers Ahmad Tschalabi. ‹Die amerikanischen Soldaten mussten Schaufeln einsetzen, um ihn auszugraben›, fügte Tschalabis Sprecher Entifadh Kanbar noch hinzu.»

Gleichzeitig war in Agenturmeldungen ‹‹ Trug Hussein bei seiner Verhaftung einen falschen Bart?

die Rede davon, dass der Diktator bei seiner Verhaftung einen falschen Bart getragen soll.

Ein «falscher Bart»? Ein«Keller»? Ein «Gemüselager?» Schaufeln, «um ihn auszugraben»? Von all dem war nach der Pressekonferenz keine Rede mehr. Von einer Minute auf die andere verkündeten US-Vertreter und ihnen wohlgesinnte irakische Behörden unisono dasselbe. Als ob entsprechende Sprachregelungen ausgegeben worden wären.

«Wir sind sooo nahe…»

Und plötzlich erinnerten sich misstrauische Journalisten an eine seltsame Andeutung, welche die Zeitung «Pantagraph» bereits am 2. Dezember 2003 – also elf Tage vor der «offiziellen» Verhaftung – veröffentlicht hatte.

Ohne sich eine konkrete Antwort zu erhoffen, hatte ein leitender Mitarbeiter der amerikanischen Regionalzeitung damals den republikanischen Abgeordneten Ray LaHood anlässlich eines Redaktionsbesuches gefragt, ob es in Sachen Saddam etwas Neues zu vermelden gäbe. LaHood klemmte darauf Daumen und Zeigefinger zusammen und verriet vielsagend: «Wir sind sooo nahe…»

«Wissen Sie etwas, was wir nicht wissen?» hakte der Journalist erstaunt nach. Antwort: «Ja, so ist es!»

Tatsache ist: Die Drehbücher für Sad-

Eine Gruppe von Soldaten, die nebeneinander stehen.
Ein Mann mit einem Bart sitzt auf einem Stuhl.

Können Geistheiler Frauen helfen, die allen Bemühungen zum Trotz nicht schwanger werden? Ja – zumindest einigen. Zu diesem Fazit kommt eine demnächst abgeschlossene Studie des Psychiaters Jakob Bösch.

Ende Jahr geht in der Schweiz ein ungewöhnliches Forschungsprojekt zu Ende: In Zusammenarbeit mit der Universitätsfrauenklinik Basel arbeitete der Psychiater Jakob Bösch an einem Geistheilerprojekt.

Für die Studie über Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit wollte Bösch 34 Frauen, die trotz aller Bemühungen kinderlos geblieben sind, behandeln – in Zusammenarbeit mit der Geistheilerin Graziella Schmidt.

Inzwischen steht fest: Statt der geplanten 34 Frauen werden in der von Schulmedizinern kritisch beäugten Studie nur 21 Personen auftauchen. «Wir haben leider nicht so viele Frauen gefunden, die den geforderten Kriterien entsprochen haben», begründet dies Jakob Bösch.

Zwar hätten sich sehr viele Frauen aus Deutschland und der Schweiz gemeldet. Doch die zuständige Ethikkommission habe die Kriterien von vornherein sehr eng gefasst. Bösch: «Normalerweise ist man erst einmal offen und grenzt dann ein.»

Bei der Geistheiler-Studie sei es leider andersrum gelaufen.

«Wir wissen noch sehr wenig» Immerhin: Bei knapp einem Drittel von allen behandelten Frauen sei es schliesslich tatsächlich zu einer Schwangerschaft gekommen. Dennoch fällt Böschs Fazit eher ernüchternd aus. «In der eigentlichen Behandlungsgruppe haben sich nur zwei Schwangerschaften ergeben, obwohl häufig Veränderungen von Eierstöcken und Hormonwerten durch die Behandlung aufgetreten sind. Ich habe geglaubt, dass es mehr Kinder geben würde.»

Eine gewisse Enttäuschung mag der demnächst scheidende Chefarzt der Externen Psychiatrischen Dienste im Kanton Basel-Landschaft deshalb nicht verhehlen. Andererseits «wissen wir aber auch noch sehr wenig in diesem Bereich», hält er fest – und hofft auf die Zukunft.

Was die an der Studie beteiligten Frauen betrifft, so seien die meisten unmittelbar nach den Behandlungen der Geist- ‹‹ Viele der Frauen haben Symptome verloren, die sie plagten.

heilerin zufrieden gewesen. Interessant: «Viele der Frauen haben Symptome, die ihnen zu schaffen machten, verloren.» Als Beispiele nennt Bösch verschiedenste Ängste, chronische Schmerzen und Depressionen. In einer Nachbefragung werden diese Zusammenhänge nun nochmals untersucht.

René Haenig ■

Eine der vier chinesischen Korund-Axtspitzen. Mit welchen technischen Hilfsmitteln wurden sie einst poliert?

6000 Jahre alte chinesische Grabbeigaben aus Korund stellen Fachleute vor unlösbare Rätsel: Die Äxte sind perfekt poliert. So perfekt, wie es selbst modernste technische Hilfsmittel nicht bewerkstelligen können.

Wie haben sie das bloss gemacht? Diese Frage stellt sich der Wissenschaftler Peter Lu (Bild) von der renommierten Harvard-Universität in Cambridge besonders gern.

Bereits vor rund einem Jahr hatte er in der Fachzeitschrift «Science» für Aufregung in der Fachwelt gesorgt. Dort berichtete Lu über seine Untersuchungen an einem über 2500 Jahre alten chinesischen Jadering.

Das aufwändig verzierte Schmuckstück sei derart präzise graviert, dass Handarbeit ausgeschlossen werden könne, legte er dar. Nur eine komplexe Maschine aus mehreren Einheiten käme dafür in Frage. Solche Apparaturen tauchten nach gängiger Lehrmeinung allerdings erst ein halbes Jahrtausend später auf – im 1. Jahrhundert nach Christus.

Jetzt doppelt Lu mit einer weiteren Sensation nach: Mit grösster Akribie untersuchte der 27-jährige Spitzenforscher über mehrere Jahre uralte Äxte aus Korund, die den altchinesischen Sanxingcunoder Liangzhu-Kulturen um 4000 bis 2000 vor Christus zugeordnet werden.

Drei davon wurden ihm von Nanjing-Museum zur Verfügung gestellt, ein viertes Stück wurde 1993 bei Zhejiang Yuhang Wujiabu entdeckt.

Schon nach den ersten Untersuchungen mochte Peter Lu seinen Augen kaum trauen: Die Grabbeigaben sind perfekt geschliffen und poliert – obwohl Korund als zweithärtestes Material auf dem gesamten Erdball gilt. Also noch härter als Granit oder Quarz ist.

Geschliffen worden sein können die spiegelglatten Äxte demnach nur mit dem härtesten aller Werkstoffe: mit Diamanten. Alle anderen Materialen scheiden zwangsläufig aus – wie Lu nach etlichen Analysen und Experimenten ernüchtert feststellen musste.

Allerdings wurden Diamanten – nach heutigem Lehrbuchwissen – erst um 500 vor Christus erstmals zu ähnlichen Zwecken verwendet, im alten Indien. Die Chinesen, so schliesst Lu zwangsläufig, taten das nun offenbar bereits Jahrtausende früher. Eine handfeste Sensation.

Selbst heute nicht machbar Doch damit nicht genug: «Selbst mit den modernsten technischen Poliermethoden von heute könnten wir keine ähnlich glatte Oberfläche herstellen», gesteht der Wissenschaftler offen ein, der seine Untersuchungen eben in der Februar-Ausgabe des Fachjournals «Archaeometry» veröffentlicht hat.

Ein Satz mit ungeheuerlichen Konsequenzen: Wenn wir es trotz modernster Technik nicht einmal heute schaffen, ähnlich gute Resultate zu erzielen, wie soll das dann vor rund 6000 Jahren bewerkstelligt worden sein? Standen unseren Vorfahren in grauer Vorzeit womöglich doch hochtechnologische Hilfsmittel zur Verfügung, von denen wir heute nichts mehr ahnen?

red. ■

Ein Mann mit Brillen und Hoodie.

Wann immer Ihr Arzt Ihnen ein Medikament verschreibt, ist es äusserst wichtig, auf die Nebenwirkungen zu achten. US-Statistiken zeigen: Vier von zehn Menschen, denen von ihrem Arzt Medikamente verschrieben werden, erleben unangenehme, gefährliche oder gar tödliche Nebenwirkungen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, an den Nebenwirkungen der Medikamente zu sterben, die Ihr Arzt Ihnen verordnet hat, fünfmal höher, als bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen.

von Dr. Vernon Coleman Die Bilanz ist erschreckend: Dem «Journal of the American Medical Association» (JAMA) zufolge liegt die Rate von negativen Reaktionen auf Medikamente unter stationär behandelten Patienten bei 6,7 Prozent und die Rate der tödlichen Reaktionen bei 0,32 Prozent!

Das JAMA schätzt, dass in den USA allein im Jahre 1994 106’000 Todesfälle von Nebenwirkungen verursacht wurden.

Bei der Zusammenstellung dieser Daten berücksichtigte das JAMA noch nicht einmal Fehler bei der Verabreichung von Medikamenten, Überdosierung, Medikamentenmissbrauch sowie Fälle von «möglicher» Medikamenten-Unverträglichkeit.

Anders gesagt: Medikamente, für die bei der Markteinführung aufwändig geworben wird, die sich danach jedoch als völlig nutzlos erweisen, führen oft zu viel schlimmeren Krankheiten als die, deretwegen sie anfänglich verschrieben wurden. An rezeptpflichtigen Medikamenten sterben weit mehr Menschen als an illegalen Drogen wie Heroin oder Kokain. Das Auftreten von Nebenwirkungen ist heute weit verbreitet.

Aber von den meisten Ärzten wird fälschlicherweise angenommen: Wenn Patienten während ihrer medikamentösen Behandlung neue Beschwerden zeigen, so ist die ursprüngliche Krankheit schuld, nicht aber die neuen Medikamente.

Ich habe bereits bei vielen Gelegenheiten darauf hingewiesen, dass nicht weniger als einer von sechs Patienten, die stationär behandelt werden, sich nur deshalb im Krankenhaus befindet, weil er von seinem Arzt krank gemacht wurde. Der vielleicht überzeugendste Beweis für das Versagen des derzeitigen Testsystems ist die Zahl der Medikamente, die zurückgezogen werden mussten, nachdem die Behörden sie zunächst als «sicher» zugelassen hatten.

Kann man nichts dagegen tun?

Ich kenne mehr als 80 Medikamente, die zurückgezogen werden mussten oder nur noch stark eingeschränkt genutzt werden dürfen, weil sie als zu gefährlich für eine breite Anwendung angesehen wurden. Einige dieser Medikamente wurden nach Monaten zurückgezogen. Andere waren schon jahrelang im Gebrauch, bis man sie vom Markt nahm.

Können Sie sich den öffentlichen Aufschrei vorstellen, wenn 80 Autotypen oder 80 Sorten Nahrungsmittel zurückgezogen werden müssten, weil sich herausgestellt hat, dass sie unsicher sind? Die Ärzte, die Pharmaindustrie und die Regierungen behaupten, man könne nichts tun, um diesen Medikamentenskandal zu verhindern. Ich glaube nicht, dass das stimmt. Wenn die Regierungen die Patienten wirklich beschützen wollten, könnten sie vieles tun.

Seit Ende der 70er-Jahre vertrete ich den Standpunkt, dass wir ein internationales, computergestütztes Medikamenten-Frühwarnsystem brauchen. Hierüber könnten sich Ärzte in einem Teil der Welt informieren, welche Probleme Ärzte in anderen Ländern entdeckt haben.

Erstaunlicherweise gibt es kein solches System.

Wahrscheinlich werden Sie glauben: Wird ein Medikament in einem Land von Markt genommen, geschieht dies auch in anderen Ländern. Diese Annahme ist aber falsch. Ein Medikament, das offiziell in den USA und Frankreich vom Markt genommen worden war, wurde in Grossbritannien erst fünf Jahre später zurückgezogen.

Einer der Hauptgründe für die internationale Epidemie der durch Medikamente verursachten Krankheiten ist die Gier der grossen internationalen Pharmaunternehmen. Sie verdienen mit der Herstellung und dem Verkauf von Medikamenten ein Vermögen, und ihre Rücksichtslosigkeit sowie die Höhe ihrer Profite lassen die Rüstungsindustrie im Vergleich auf den Umfang einer kirchlichen Wohlfahrtseinrichtung schrumpfen.

Die Regierungen könnten das Auftreten tödlicher, gefährlicher und unangenehmer Nebenwirkungen drastisch reduzieren, indem sie darauf bestehen, dass ‹‹ Einer der Hauptgründe ist die Gier der Pharmafirmen.

Medikamente ausreichend getestet werden, ehe sie Millionen von Menschen in aller Welt einnehmen. Derzeit dürfen neue Medikamente schon nach relativ wenigen Tests auf den Massenmarkt geworfen werden.

Die Behörden geben zu, dass erst dann mögliche Nebenwirkungen eintreten könnten, wenn das Medikament schon eine Zeitlang auf dem Markt war. Die Patienten würden ausserdem sehr, sehr viel sicherer leben, wenn es den Pharmaunternehmen nicht mehr gestattet wäre, Tierversuche durchzuführen.

Arzneimittelhersteller testen Medikamente gern an Tieren, denn dabei gehen sie kein Risiko ein.

Erzeugt das Medikament im Tierversuch keine Nebenwirkungen, wird es als «sicher» eingestuft und auf den Markt gebracht. Zeigt der Tierversuch aber Nebenwirkungen, dann werden diese Ergebnisse als unbedeutend abgetan – da Tiere sich bekanntlich von Menschen unterscheiden – und das Medikament wird dennoch verkauft. Wenn Sie jemals Erfahrungen mit unangenehmen Nebenwirkungen gemacht haben, dann wurde das Medikament vorher sehr wahrscheinlich im Tierversuch getestet.

Tierversuche töten Menschen Zahlreiche Gutachten zeigen, dass Tierversuche irreführend und ungenau sind und deshalb zu zahlreichen Todesfällen bei Menschen geführt haben. Hier drei Fallbeispiele als Beleg, dass Tierversuche Menschen töten: 1. Die achtjährige Samantha war ins Ballett verliebt. Ihr sehnlichster Wunsch war es, Ballettänzerin zu werden. Sie wurde nicht alt genug dafür. Zehn Tage vor ihrem neunten Geburtstag erkrankte sie.

Ihre Ballettgruppe hatte am darauf folgenden Sonnabend einen Auftritt, und Samantha wollte unbedingt rechtzeitig gesund werden. Also ging ihre Mutter mit ihr zum Hausarzt.

48 Stunden später war Samantha tot: gestorben nicht an der Krankheit, sondern an dem Medikament, das man ihr gegeben hatte. Das Medikament war zwar getestet worden, aber in der frühen Phase nur an Tieren. Diese hatten keine der für Samantha tödlichen Nebenwirkungen gezeigt.

2. Der 44 Jahre alte Robert wollte eine Lebensversicherung abschliessen, die er für eine neue und grössere Hypothekenfinanzierung seines Hauses brauchte, das er und seine Frau gekauft hatten. Dafür musste er ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen. Für die Routineuntersuchung ging er zu seinem Arzt.

Obwohl er nicht alle Tests bestehen konnte, fühlte er sich eigentlich wohl, aber sein Arzt bestand darauf, ihn zu behandeln. Das Medikament war in umfangreichen Tierversuchen getestet worden. Unerwartete Nebenwirkungen führten drei Wochen später zu Roberts Tod.

3. Bill litt an Schmerzen. Die Ärzte rieten ihm zu einer Operation. Sein Chirurg wollte eine neue Operationstechnik ausprobieren, die in Tierversuchen getestet worden war. Bill starb drei Tage nach der Operation. Es war zu Problemen und Komplikationen gekommen, die nicht aufgetreten waren, als man diese Operationsmethode an Tieren ausprobiert hatte.

All diese menschlichen Tragödien ereigneten sich als direkte Folge von Tierversuchen. In allen drei Fallbeispielen wurden die Namen verändert, um die Privatsphäre der betroffenen Familien zu schützen. Es sind nicht nur Tiere, die unter Tierversuchen leiden.Auch die Menschen leiden. Kein Tierversuch hat jemals ein Menschenleben gerettet, aber sie haben zu vielen Todesfällen geführt.

Meine Bücher «Why Animal Experiments Must Stop» und «Betrayal of Trust» enthalten weitere Informationen über den ‹‹ Die Zahl der Komplikationen liesse sich verringern.

Einsatz von Tieren bei Experimenten.

Diese finden Sie auch kostenlos auf meiner Webseite: vernoncoleman.com.

Obwohl man die pharmazeutische Industrie direkt für das Auftreten der meisten durch Medikamente hervorgerufenen Nebenwirkungen (und Todesfälle) verantwortlich machen muss, so liesse sich die Zahl der Komplikationen dennoch verringern, wenn die Patienten wüssten, wie sie sich besser vor Nebenwirkungen schützen könnten.

Es ist traurig, aber wahr, dass von allen verschriebenen Medikamenten nur relativ wenige nach Vorschrift eingenommen werden. Sie werden zur falschen Zeit oder zu oft genommen, manchmal aber auch gar nicht erst aus der Verpackung geholt.

Man muss sich vor Augen halten, dass die modernen rezeptpflichtigen Medikamente nicht nur potenziell wirksam, sondern auch sehr stark und möglicherweise gefährlich sein können. Es gibt verschiedene Fragen, die beantwortet werden sollten, bevor ein Patient ein Medikament nimmt. Zum Beispiel, wie lange das Medikament genommen werden sollte, ob man es vor, während oder nach den Mahlzeiten nehmen sollte und ob es schläfrig machen kann.

Fragen Sie den Arzt!

Normalerweise stehen diese Angaben auf der Verpackung oder der Dose. Bei nicht eindeutigen Angaben sollten Sie den behandelnden Arzt fragen oder den Apotheker um eine Klärung bitten. Hierauf sollten Sie achten: 1. Einige Medikamente kann man sofort absetzen, wenn die Symptome verschwunden sind. Andere müssen genommen werden, bis die Behandlung abgeschlossen ist. Einige wenige Medikamente müssen fortwährend genommen werden – also muss ein neues Rezept ausgestellt werden, bevor die erste Packung aufgebraucht ist. Ein Patient, der weiss, wofür sein Medikament dient, wann er es nehmen muss und welche Wirkung zu erwarten ist, kann besser einschätzen, wann es abzusetzen ist.

2. Einmal täglich einzunehmende Medikamente sollte man stets zur gleichen Uhrzeit einnehmen. Ist ein Medikament zweimal täglich zu nehmen, muss das im Abstand von zwölf Stunden geschehen.

Ein Medikament, das dreimal täglich genommen werden muss, sollte man in einem Acht-Stunden-Rhythmus einnehmen, und ein viermal täglich zu nehmendes Präparat folglich im Abstand von sechs Stunden. Der Tag wird also in passende Abschnitte eingeteilt.

3. Bei einigen Medikamenten, die Magenprobleme verursachen könnten, ist es sicherer, diese gemeinsam mit Mahlzeiten einzunehmen. Nimmt man aber andere Medikamente während des Essens, kann es sein, dass die Wirkstoffe nicht richtig vom Körper aufgenommen werden.

4. Von vielen Patienten (besonders von älteren) wird erwartet, dass sie daran denken, Dutzende Tabletten am Tag zu nehmen. Wenn sich die Medikation eines Tages aus Pillen zusammensetzt, die zweimal täglich, dreimal täglich, nur morgens oder alle vier Stunden genommen werden müssen, sind Fehler vorprogrammiert.

Muss ein Patient mehrere Medikamente am Tag nehmen, lassen sich Irrtümer vermeiden, indem man sich eine Liste anfertigt mit den Namen aller Medikamente und den Zeiten, zu denen sie genommen werden müssen. Dadurch verringert sich das Risiko, ein Medikament zweimal zu nehmen oder sich nicht mehr erinnern zu können, ob man eine bestimmte Tablette bereits genommen hat.

Um das Risiko einer Überdosis zu vermeiden, sollten Schlaftabletten nie in Reichweite des Bettes gelagert werden.

Die Gefahr ist einfach zu gross, dass ein Patient im Halbschlaf zu viele Pillen nimmt. Bei jedem Verdacht, eine Überdosis genommen zu haben, sollte man medizinische Hilfe rufen.

Hier eine Liste möglicher, häufig auftretender Nebenwirkungen: 1. Alle auf das Zentralnervensystem wirkenden Medikamente können Schläfrigkeit verursachen – dazu gehören Beruhigungsmittel, Schlaftabletten, die meisten Medikamente, die zur Behandlung von Angstzuständen und Depressionen eingesetzt werden, sowie Medikamente gegen Epilepsie.

Zu Schläfrigkeit kommt es auch bei Antihistaminen (die weitverbreitet gegen Allergien verschrieben werden, deshalb ‹‹ Aspirin – zum Beispiel – führt oft zu Schwindelgefühl.

sollten sich zum Beispiel Patienten mit Heuschnupfen bewusst sein, dass sie durch ihre Medikation schläfrig werden können).

2. Übelkeit und Erbrechen kann durch viele verschiedene Medikamente hervorgerufen werden, einschliesslich Schmerzmittel, Präparate zur Behandlung von Infektionen, Hormonmittel und Arzneimittel gegen Herzbeschwerden.

3. Aspirin – zum Beispiel – führt oft zu Schwindelgefühl, jedoch können auch Arzneimittel, die gegen Bluthochdruck, nervöse Störungen wie Angstzustände und Depressionen sowie Infektionen eingesetzt werden, diese Nebenwirkung verursachen.

4. Medikamente wie Penizillin, die zur Behandlung von Infektionen eingesetzt werden, verursachen oft Durchfall, ebenso Medikamente, die bei Darmbeschwerden wie Magenverstimmung, Gastritis und Verstopfung verschrieben werden.

5. Kopfschmerz wird mit extrem vielen Medikamenten in Verbindung gebracht.

6. Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und nervösen Störungen verursachen häufig ein trockenes Gefühl im Mund.

7. Schmerzmittel sowie Medikamente zur Behandlung von Infektionen und Steroide sind die rezeptpflichtigen Produkte, die oft zu Verdauungsstörungen und Blähungen führen.

8. Besonders häufig sind Hautausschläge zu beobachten bei der Einnahme von Arzneimitteln. Medikamente zur Behandlung von Infektionen – wie Penizillin und Sulfonamide – zeigen ebenfalls diese Nebenwirkung. Ein Hautausschlag kann auch ein Hinweis auf eine Medikamentenallergie sein.

9. Juckreiz in Verbindung mit Hautausschlag bedeutet fast immer, dass eine allergische Reaktion vorliegt.

10. Verstopfung ist eine häufig auftretende Nebenwirkung von Schmerzmitteln, Magensäuremitteln, Hustenmedikamenten und – wie sollte es anders sein – bei Medikamenten gegen Durchfall.

11. Weitere häufig beobachtete Nebenwirkungen rezeptpflichtiger Medikamente sind unter anderem: Verwirrtheit, Halluzinationen, Zittern, Schwächeanfälle, keuchender Atem, Herzklopfen, verschwommenes Sehen, Depressionen, Schwitzen, Ohrgeräusche und sexuelle Probleme wie Frigidität und Impotenz.

So mindern Sie das Risiko Hier sind einige wichtige Tipps, wie Sie das Risiko von Nebenwirkungen bei rezeptpflichtigen Medikamenten vermindern können.

1. Befolgen Sie stets genau die Anweisungen, die Ihnen von Ihrem Arzt gegeben werden. Lesen Sie das Etikett auf der Verpackung und beachten Sie das dort Geschriebene.

2. Sollten Sie Ihre Medikamente nicht verwenden, so bewahren Sie diese in einem verschliessbaren Schrank auf, ausserhalb der Reichweite von Kindern. Der Raum sollte eine gleichmässige Temperatur haben. Ungeeignet für die Aufbewahrung von Medikamenten ist deshalb das Badezimmer. Weit besser geeignet ist Ihr Schlafzimmer, da dort wahrscheinlich eine konstante Temperatur herrscht.

3. Nehmen Sie niemals Medikamente ein, die jemand anderem verschrieben wurden. Bringen Sie alle nicht verbrauchten Medikamente zurück in die Apotheke.

4. Es ist vernünftig, davon auszugehen, dass alle rezeptpflichtigen Medikamente schläfrig machen können. Solange Sie das für Ihre Arznei nicht ausschliessen können, sollten Sie weder Auto fahren noch Maschinen bedienen.

5. Medikamente vertragen sich nicht mit Alkohol. Möchten Sie Alkohol trinken, während Sie Medikamente nehmen, sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob das ungefährlich ist.

6. Nehmen Sie niemals rezeptfreie Medikamente, wenn Sie schon rezeptpflichtige Medikamente nehmen müssen, es sei denn, Ihr Arzt findet das unbedenklich.

7. Setzen Sie ein Medikament nicht plötzlich ab, wenn Ihnen eine volle Tablettenkur verordnet wurde. Können Sie aus irgendeinem Grund Ihr Medikament nicht weiter nehmen, so informieren Sie Ihren Arzt. Einige Medikamente müssen nach und nach abgesetzt werden.

8. Achten Sie auf Nebenwirkungen.

Denken Sie immer daran: Falls Sie den Eindruck haben, dass neue Beschwerden auftreten, während Sie ein rezeptpflichtiges Arzneimittel nehmen, so ist es durchaus möglich, dass diese neuen Symptome durch Ihre Medikation hervorgerufen wurden.

9. Berichten Sie Ihrem Arzt über alle Nebenwirkungen, und fragen Sie ihn, ob er dies den zuständigen Behörden meldet.

Die überwiegende Mehrheit der Ärzte macht sich nie die Mühe, Nebenwirkungen zu melden – mit dem Ergebnis, dass womöglich gefährliche Medikamente länger auf dem Markt bleiben, als sie eigentlich dürften.

10. Müssen Sie in der Zeit, in der Sie ein Medikament nehmen, einen Arzt aufsuchen, so teilen Sie ihm auf jeden Fall mit, welches Medikament Sie gerade nehmen – besonders dann, wenn er Ihnen ein weiteres Medikament verordnen will. Viele Wirkstoffe vertragen sich nicht und könnten in der Kombination sogar in gefährlicher Weise miteinander reagieren.

11. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Arzt, den Sie früher einmal aufgesucht haben, sich noch erinnern kann, was er Ihnen damals verschrieben hat.

12. Lernen Sie die Namen und den Zweck der Arzneimittel, die Sie nehmen. Sind Sie sich nicht mehr sicher, wann Sie ein Medikament, dass Ihnen gegeben wurde, einnehmen sollen, dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Wenn Sie glauben, Sie könnten diese Informationen wieder vergessen, bitten Sie um eine schriftliche Notiz. Der Name des Medikaments sollte immer auf der Verpackung stehen.

13. Entfernen Sie Medikamente nie aus der Originalverpackung – ausser zu den Zeiten, zu denen Sie diese Medikamente nehmen sollen, oder um sie in einen anderen Behälter umzulagern, der dafür entworfen wurde, Ihnen das Einnehmen leichter zu machen.

14. Bleiben Sie möglichst lange bei demselben Arzt. Sollten Sie Arzneimittel von verschiedenen Ärzten verschrieben bekommen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu einer Wechselwirkung verschiedener Medikamente kommt, die sich nicht gut miteinander vertragen.

15. Nutzen Sie Arzneimittel mit Sorgfalt und Vorsicht, aber nehmen Sie diese nur dann, wenn es auch wirklich notwendig ist.

Die Ärzte teilen ihre Patienten bisweilen in zwei Gruppen ein: Diejenigen, die willens sind, bei jedem kleinen Symptom Medikamente zu nehmen und das Gefühl haben, dass ihnen etwas vorenthalten wird, wenn ihnen keine pharmazeutische Lösung für jede noch so kleine Beschwerde angeboten wird. Und dann gibt es diejenigen, die unter keinen Umständen Medikamente nehmen wollen.

Versuchen Sie, in keine dieser beiden Kategorien zu passen.

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Ab sofort im Handel: Dr. Colemans neuer Bestseller ISBN 3-930219-99-9 Kopp Verlag, Rottenburg 2005, 19.90 EUR

Ein Arzt, der einen Patienten in einem Krankenhausbett untersucht.
Ein schwarz-weißes Foto mit den Worten "Vernon Coleman".