Droht uns bald ein Supersturm?Droht uns bald ein Supersturm?

Was ist bloss los mit unserer kosmischen «Zentralheizung»?

Bringt uns die überkochende Sonne mit ihren Rieseneruptionen bald alle in Gefahr? Birgt unser Stern neben Sonnenbrandoder Hautkrebs-Tücken noch ganz andere Risiken, vor denen die Wissenschaft die Augen verschliesst? Ja, denn ihre Magnetfeld-Schwankungen wirken sich nicht nur auf unsere Technologie aus, sondern auch auf unseren Organismus.

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Welt der Geheimnisse Heilkräfte der Natur Das rätselhafte Wissen der alten Indios 7,90 € (D) 7,90 € (A) 11,– CHF (CH) 9,50 € (I) 9,40 € (L) Nr. 3Nr. 3 Mai/JUNI/ 2012

Die grössten Food-Lügen Die grössten Food-Lügen Die grössten Food-Lügen Die grössten Food-Lügen Was Sie unbedingt wissen sollten! Der Fluch des Attila Der Fluch des Attila Wo liegt das Grab des Hunnen-Königs?

Superstürme: So beeinflusst der Zentralstern unsere Gesundheit und die Wirtschaft Papst unter Beschuss Dubiose Geschäfte im Namen Gottes

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Polizeibehörden bestätigen vertrauliche Regelung

Geheimarchiv in NATO -Zentrale?

Wenn es um geheime UFO-Akten geht, herrscht in deutschen Amtsstuben heillose Verwirrung. «mysteries» begab sich auf Spurensuche.

Nun ist klar: Relevante UFO-Berichte landen gemäss einer vertraulichen Bund-Länder-Vereinbarung in einem hochrangigen Militärzentrum.

Was mit den Akten dort geschieht? Niemand will etwas dazu sagen.

von Luc Bürgin

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Vor Jahrzehnten glaubte ein Geograf, die legendäre Stätte des Hunnen-Königs in Rumänien lokalisiert zu haben. Doch mysteriöse Unglücksfälle machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Als sein Sohn später die Akten sichtete, schlug der «Attila-Fluch» wieder zu.

Trotz Bedenken nimmt sich der heute pensionierte Professor nun erneut dem Thema an.

Wie sein Vater glaubt er: Die Archäologen suchen auf der falschen Seite des Flusses!

sagenhafte Schätze befinden: Auf den hunnischen Beutezügen geraubte Kostbarkeiten», gibt Medizinprofessor Feichter alte Legenden aus dem Banat wieder. «In einer Variante der Sagen ist auch vom Blut der Diener die Rede, das man in einen der Räume zwischen den Särgen gegossen haben soll.»

Anfänglich bedienten sich die Mitstreiter seines Vaters durchaus ungewöhnlicher Methoden: So organisierte der Maler Franz Ferch in den späten 20er-Jahren mit dem bekannten deutschen Zauberer und Hypnotiseur Ben Ali Bey alias Max Auzinger eine spirituelle Sitzung. Über ein Medium – das erwähnte Dienstmädchen – wollten sie in die Zeit des Hunnenführers eintauchen. Auzinger versetzte die junge Frau in Trance. Offenbar mit Erfolg: «Irgendwann begann das Mädchen in einer fremden Sprache zu reden. Keiner verstand sie», so Feichter junior. «Man weiss ja bis heute nicht, wie die Hunnen gesprochen haben.»

Die spirituellen Experimente nahmen zum Teil kuriose Ausmasse an. So setzten die Männer ihr hypnotisiertes Medium sogar auf ein Pferd. «Das Mädchen sollte zu dem Ort reiten, wo die Hunnen waren», erinnert sich Georg Feichter. Und tatsächlich ritt die junge Frau langsam aus dem Ort – in Richtung Westen.

Als sie ihr Bewusstsein wieder erlangt hatte, erzählte sie, dass sie im Lager fremd anmutender Reiterscharen war. Magier Ben rei Tage nach der Séance ist das Medium tot. Das Dienstmädchen verliert sein junges Leben bei einem furchtba- Dren Autounfall auf einer ungarischen Landstrasse. Für viele ein tragisches Unglück, doch für Heinrich Feichter und seine Mitstreiter war klar: Da steckt mehr dahinter – der Fluch von Attila, dem Hunnenkönig!

Schon anfangs der 1930er-Jahre hatte der junge Geografielehrer und spätere Gymnasium-Leiter mit ein paar Kollegen nach dem Grab und der legendären Holzfestung des berühmten hunnischen Heerführers gesucht. Im vierten Jahrhundert n. Chr. war das asiatische Nomadenvolk in Europa eingefallen. Mit ihrem martialischen Äusseren, aber auch mit ihren unbekannten, neuartigen Waffen und Kriegsstrategien versetzten die wilden Reiterscharen Römer und Germanen in Angst und Schrecken.

Die speziellen hunnischen Reflexbögen schossen mit solch einer Wucht, dass ihre Pfeile selbst härteste Rüstungen durchdrangen. Eine derart vernichtende Waffe hatten die heimischen Krieger noch nie zuvor gesehen. Der scheinbar unaufhaltbare Siegeszug der fremdartigen Invasoren löste über die Jahre eine Massenpanik historischen Ausmasses aus: Die berühmte Völkerwanderung.

Als Basis für spätere Kriegszüge diente Attila und seinen Mannen die Region Banat im heutigen Dreiländereck von Ungarn, Rumänien und Serbien. Diese Gegend ist auch die Heimat von Georg Feichter, Sohn des eingangs erwähnten Heinrich Feichter.

«Noch heute sind die Hunnen dort omnipräsent, jedes Dorf hat seine eigene Legende von Attila», weiss der angesehene Medizinprofessor, der heute mit seiner Frau im schweizerischen Rheinfelden lebt – am Rhein, gegenüber der gleichnamigen deutschen Stadt. «Das Banat ist eine Gegend voller Mysterien.»

Seit 2007 ist Georg Feichter pensioniert. Endlich hatte er wieder Zeit, sich einem alten Familienerbstück zu widmen.

Einer verstaubten Kiste voller Karten, Notizen, Zeichnungen und einem alten Manuskript: Den Attila-Forschungen seines 1989 verstorbenen Vaters Heinrich.

«Mein Vater hatte schon sehr früh begonnen, sich intensiver mit Attila zu beschäftigen. Gelangweilt und unterfordert in seinem Dasein als Dorfschullehrer», erinnert sich der Sohn. Das neue Hobby beunruhigte die Familie jedoch sehr: «Noch heute ist in jener Region bekannt, dass ein Fluch über Attila und seinem Grab liegt. Es darf nicht gefunden werden – das wollten die Hunnen so!»

Der Feldherr soll laut alten Erzählungen in drei ineinander geschachtelten Särgen beerdigt worden sein: Einem inneren aus Gold, einem mittleren aus Silber und einem äusseren aus Eisen. «In den Särgen und in den Zwischenräumen sollen sich Irgendwann begann das Mädchen in einer fremden Sprache zu sprechen.

Wo stand Attilas Holzpalast?Wo stand Attilas Holzpalast?Wo stand Attilas Holzpalast? Links von der Theiss (Tisza)Links von der Theiss (Tisza)Links von der Theiss (Tisza) bei Szeged, wie Archäolo-bei Szeged, wie Archäolo-bei Szeged, wie Archäologen glauben? Oder rechtsgen glauben? Oder rechtsgen glauben? Oder rechts des Flusses beim heutigendes Flusses beim heutigendes Flusses beim heutigen rumänischen Dorf Cenad, wierumänischen Dorf Cenad, wierumänischen Dorf Cenad, wie Heinrich Feichter vermutete?Heinrich Feichter vermutete?Heinrich Feichter vermutete?

Rechts: Das Ausbreitungs-Rechts: Das Ausbreitungs-Rechts: Das Ausbreitungsgebiet der Hunnen. Von dergebiet der Hunnen. Von dergebiet der Hunnen. Von der ungarischen Tiefebene ausungarischen Tiefebene ausungarischen Tiefebene aus (Stern) starteten sie ihren (Stern) starteten sie ihren (Stern) starteten sie ihren Siegeszug gen Mitteleuropa.Siegeszug gen Mitteleuropa.Siegeszug gen Mitteleuropa. Ausgabe 3/2012 Blick auf Heinrich Feichters Nachlass. Ein interessierter Archäologe will die Akten nun sichten.

Ali Bey und Künstler Ferch waren aufgrund der Beschreibung der unbedarften Dienstmagd deshalb sicher: Ihr Medium hatte die Hunnen gefunden.

Irgendwann beendete die Gruppe ihren Versuch und verabredete sich für eine weitere Séance. Im Anschluss an jene zweite Sitzung kam das Dienstmädchen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Und auch Illusionist Max Auzinger verstarb kurz darauf, im Mai 1928.

Weitere Forschungen? Bitte nicht – flehte die Familie Die Erinnerungen an diese unheimlichen Todesfälle und die alten Volksweisen über den Fluch des Attila versetzte die Familie von Heinrich Feichter in Angst und Schrecken. Seine Mutter und seine Frau fürchteten die Rache des Hunnenkönigs und baten den Hobbyforscher immer wieder, die Nachforschungen zu stoppen. «Mein Vater musste schliesslich hoch und heilig versprechen, mit seiner Spurensuche aufzuhören», so Georg Feichter. «Denn der Volksmund im Banat berichtet seit jeher von Menschen, die in der Vergangenheit bei der Suche nach Attilas Grab auf rätselhafte Weise dahingeschieden sind.»

Der Geograf beendete seine Nachforschungen. «Und danach wurde über dieses Thema auch nicht mehr gesprochen», erinnert sich sein Nachkomme. Doch viele Jahre später – die Familie war inzwi- Heinrich Feichter in Heinrich Feichter in Heinrich Feichter in jungen Jahren:jungen Jahren: Kam Kam er dem Grab Attilaser dem Grab Attilas näher als heutigenäher als heutige Archäologen glauben?Archäologen glauben?Archäologen glauben?

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Wo liegt Attilas Grab tatsächlich? Der Herrscher scheint über halb Europa verstreut beerdigt worden zu sein, zumindest wenn man allen alten Überlieferungen glauben will.

Dutzende Ortschaften und Regionen rühmen sich, die letzte Ruhestätte des Hunnen-Fürsten zu beherbergen. Nicht nur in Rumänien und Ungarn, sondern auch im Saarland, in der Steiermark, der Lüneburger Heide, im Schweizer Kanton Basel-Landschaft, in Frankreich, im Bergischen Land, in Mittelfranken … Interessanterweise taucht in vielen dieser Sagen die Schilderung auf, Attila sei in einem Fluss bestattet worden. Mehrere Überlieferungen berichten jedoch auch, dass der König in einem Berg beigesetzt worden sei. Besonders kokett agieren in diesem Kontext ein paar südbadische Winzer in Merdingen bei Freiburg. Sie vermarkten unter dem Namen «Attilafels» sogar einen Wein. Der rote Tropfen kommt vom Tuniberg bei Freiburg, wo eine Hanglage nach dem Hunnenkönig benannt ist – obwohl dieser nachweislich nie dort gewesen ist.

Extreme Power (rechts): Reproduktion eines hunnischen Reflexbogens.

(Foto: Römisch-Germanisches Zentralmuseum, René Müller) schen nach Deutschland ausgewandert – hatte es den Lehrer doch wieder gepackt: «Ich entdeckte per Zufall, dass mein Vater erneut zu forschen begonnen hatte», erzählt Georg Feichter.

Zu gross war wohl die Anziehungskraft des Mysteriösen und Geheimnisvollen, das den alten Hunnen begleitet. Denn nach wie vor rätselt die Wissenschaft, wo genau Attila residiert hat.

Und wo er seine letzte Ruhestätte fand. Angesichts der immensen Schätze wollten die Hunnen das Grab ihres Königs vor Plünderern schützen, heisst es in den Legenden. Dazu hätten sie einen Fluss umgeleitet und Attila in dessen Grund begraben. Danach sei der Strom wieder in sein ursprüngliches Bett überführt worden. Die Mannschaft, die diese Arbeiten ausgeführt habe, sei auf dem Rückweg umgebracht worden. «Um die Grabstätte auch mystisch abzusichern, wurde sie zudem mit einem Fluch belegt», sagt Georg Feichter. «Jeder, der sich auf die Suche des Grabes begibt, müsse sterben, so die Volkssage.»

Der Vater startete den zweiten Anlauf seiner Studien mit neuen Forschungsansätzen. Er nutzte seine Ortskenntnisse sowie seine geografische Ausbildung und versuchte, mittels Flur- und Ortsnamensforschung dem Hunnenkönig auf die Spur zu kommen. Als Basis dienten ihm Aufzeichnungen des römischen Gelehrten Priskos aus dem 5. Jahrhundert – einer der wenigen zeitgenössischen Quellen zu Attila. Priskos war vom oströmischen Kaiser als Diplomat an den Hof Attilas im Banat gesandt worden. Der Gelehrte hielt nicht nur seinen jahrelangen Aufenthalt bei den Hunnen detailliert fest. Er beschrieb auch, auf wel-

Wurde für den toten König ein Fluss umgeleitet?

Ausgabe 3/2012 Attilas Zeit dürfte das also in zwei bis drei Tagesmärschen zu schaffen gewesen sein», schätzt der Mediziner. «Mein Vater hat immer wieder gemutmasst, dass dieses Gebiet für eine Flussbestattung in Betracht käme.»

Ob sein alter Herr mit seinen Interpretationen Recht hatte, weiss Feichter bis heute nicht. «Aber ich finde seine Überlegungen und Ansätze recht schlüssig.» Seine Studien seien jedoch in jedem Fall so profund und zeitintensiv, dass sie es zumindest verdient haben, publiziert zu werden. «Deshalb habe ich mich an ‹mysteries› gewandt.» Der Banat-Deutsche fände es zudem spannend zu erfahren, was heutige Archäologen zu den alten Erkenntnissen des Geografen sagen: «Vielleicht enthalten sie ja «mysteries» kontaktierte den promovierten Archäologen und Attila-Experten Michael Schmauder vom Landesmuseum Bonn.

«Ich kenne keinen archäologischen Befund, der auf eine entsprechende Lokalisierung hinweist», sagt Schmauder in einer ersten spontanen Reaktion zu den Überlegungen Feichters, dass Attila möglicherweise östlich der Theiss residiert habe. Der Wissenschaftler räumt jedoch ein: «Dass das Herrschaftszentrum Attilas bei Szeged gelegen haben soll, ist gleichfalls blosse Vermutung.» Allgemein gehe man jedoch «von einer Lage im Zwischenstrombereich» aus.

Eher skeptisch ist der Archäologe dagegen bei Feichters Einschätzung hinsichtlich der letzten Ruhestätte des Hunnenkönigs: «Ob das Grab Attilas bei seiner Residenz zu suchen und zu finden ist, ist durchaus fraglich. Die alttürkischen Memorialkomplexe liegen zum Beispiel nicht in unmittelbarer Nähe der Residenzen.» Wie bei diesem Thema üblich, gebe es auch neue Denkanstösse?»

Langschädel:Langschädel:Langschädel: Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels Nachbildung eines weiblichen Hunnenschädels mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger)mit künstlicher Deformation. (Foto: M. Nyffenegger) cher Route er zu Attila reiste, welche Landschaften er durchzog, was für Strassen er und sein Tross benutzten und wie viele Flüsse sie überquerten.

Hobbyforscher Feichter rekonstruierte anhand dieser Schilderungen die Reisestrecke des Römers – und war sich irgendwann ziemlich sicher: Die Archäologen suchten und suchen bisher schlicht an der falschen Stelle nach dem Zentrum des Hunnenführers! Denn die meisten Wissenschaftler vertreten bis heute die Meinung, Attilas pompöser Holzpalast habe in der ungarischen Tiefebene «irgendwo zwischen Theiss und Donau» gestanden.

«Mein Vater kam dagegen zum Schluss, dass die Residenz auf der anderen Seite der Theiss zu finden ist», erklärt Georg Feichter. Konkret: Hunnen-Fürst Attila habe nicht, wie von einigen Historikern gemutmasst, in der Gegend der heutigen ungarischen Stadt Szeged residiert, sondern im Bereich der kleinen rumänischen Gemeinde Cenad. Also nicht am West- sondern am Ostufer der Theiss!

«Zwischen Hügeln beerdigt» Das Grab Attilas dürfte sich indes im Fluss Crisul Alb («Weisse Kreisch») befinden, urteilte Feichter Senior nach langem Studium diverser Quellen. «Natürlich gab und gibt es zahlreiche Spekulationen über den Bestattungsort Attilas», räumt auch sein Sohn ein. Doch wie der Vater ist er überzeugt: «Weder die Theiss noch die Marosch kommen in Betracht. Beide Flüsse sind für ein derartiges Unterfangen zu gross.» Selbst mit heutigen technischen Möglichkeiten hätte man sie nicht innerhalb weniger Tage umleiten können.

Einen «zugegeben sehr vagen Hinweis» fand Feichter senior beim römischen Geschichtsschreiber Jordanes. In dessen Aufzeichnungen über die Goten aus dem 6. Jahrhundert kommt auch Attila vor. «In einem einzigen Satz erwähnt Jordanes, man habe den Hunnen-König ‹zwischen Hügeln› bestattet», so Feichter junior. «Das Banat ist aber topfeben. Von Attilas mutmasslicher Residenz bei Cenad liegen die nächsten Hügel, mit Flüssen, die man umleiten könnte, im Nordosten: das Gebiet der drei Kreischen.»

Dorthin komme man heute in einer knappen Autostunde. «Zu Attila als Schweizer Wappenfigur Auch im berühmten Nibelungenlied hatte der Hunnenkönig einen prominenten Auftritt.

Dort wird er allerdings Etzel genannt. Weit verbreitet sind zudem Orts-und Flurnamen, die an den Heeresführer und die blutigen Schlachten mit seinem Reitervolk erinnern.

Der Basler Stadtteil Kleinhüningen zum Beispiel zeigt Attila seit Beginn des 19. Jahrhunderts sogar stolz in seinem Ortswappen – seit 1980 noch dazu in modernisierter Version (siehe Bild). Die Hunnen sollen hier – an der Mündung des Flüsschens Wiese in den Rhein – während der Kriegszüge regelmässig ihr Lager aufgeschlagen haben. So sagt es zumindest der Volksmund.

Ein Mythos! Attila war hier nie – nicht einmal in der Nähe.

Aber viel später – im 9. Jahrhundert – hatte ein ungarisches Reitervolk Basel gestürmt und geplündert. Diesen brutalen Raubzug schreiben noch heute viele fälschlicherweise den Hunnen Attilas zu.

Ausgabe 3/2012 bei Feichters Ansätzen noch «sehr viele Fragezeichen». Aber, so der Wissenschaftler weiter: «Sicher wäre es interessant, den Argumentationsstrang insgesamt zu kennen, um kein voreiliges Urteil zu fällen.»

Nach Durchsicht der Akten kam der Herzinfarkt Familie Feichter will die Aufzeichnungen ihres Vorfahren dem deutschen Archäologen nun zum Studium zukommen lassen.

«mysteries» wird verfolgen, wie es weitergeht. Eines steht indes schon jetzt fest: Bei aller Begeisterung hat Georg Feichter nicht vor, die Suche seines Vaters selber fortzusetzen. Und er rät auch anderen Hobbyarchäologen davon ab, auf eigene Faust im Banat zu forschen. «Das ist eine gefährliche Grenzregion – geprägt von Misstrauen und alten politischen Spannungen.» Und dann ist da ja auch noch der Fluch des Attila. Der treibt offenbar immer noch sein Unwesen, wie Georg Feichter am eigenen Leib erfahren musste: Bereits 1992 hatte der Medizinprofessor die Hunnen-Unterlagen seines Vaters erstmals hervorgekramt und begonnen, darin zu stöbern. «Kurz darauf erlitt ich aus heiterem Himmel einen Herzinfarkt, der mich zeitweise aus der Bahn warf», erinnert er sich. Die Attila-Akten verschwanden darauf flugs wieder im Keller.

Erst kürzlich traute er sich erneut an die Dokumente ran.

Doch Attila lässt offensichtlich immer noch nicht locker: Wenige Tage nachdem «mysteries» mit Georg Feichter und dessen Gattin in ihrem Heim die alten Hunnen-Aufzeichnungen sichtete, stürzte die Dame unglücklich und brach sich das Bein.

«Das war wirklich ausserordentlich merkwürdig», erinnert sich Karin Feichter. «Ich bin wie aus dem Nichts gestrauchelt. Da lag nichts auf dem Boden, über das ich hätte stolpern können.»

Trotz Ötzi-Fluch: Schweizer TV-Star hatte Riesenglück im Unglück Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Mode-Schreckensmoment für Andrea Jansen (31): Die Moderatorin verunglückte im Südtirol vor laufender Kamera. Just nachdem sie Ötzis Leiche gesehen hatte. Und: Später spukte es auch im Fernsehstudio in Zürich!

Mit Mundschutz und «extremen Respekt» stand Andrea Jansen kürzlich vor Ötzis gefrorenem Leichnam in Bozen. Nur ganz wenigen Journalisten wurde diese Ehre bislang zuteil. Kurz darauf der Unfall auf ihrer alten Vespa, unterwegs zu einer Passfahrt: «Es war regnerisch», erinnert sich Jansen, «und ich hatte ein komisches Gefühl.» Dann war da ein Öl-Fleck, der Filmriss – und dann kam der Krankenwagen. «Die gute Nachricht: Ich bin mit einem blauen Ellbogen davon gekommen», so die TV-Frau später geschockt vor der Kamera.

Ermöglicht hatte Jansens Filmreportage Ötzis langjähriger «Leibarzt» Eduard Egarter-Vigl, der sich derzeit immer noch bester Gesundheit erfreut – im Gegensatz zu manchen seiner Kollegen. Mindestens sieben ungewöhnliche Todesfälle hat die in einem Südtiroler Gletscher entdeckte, über 5000 Jahre alte Mumie bereits auf dem Gewissen: ►Mediziner Rainer Henn, der Ötzi begutachtet hatte, starb 1992 bei einem Autounfall.

►Bergführer Kurt Fritz: Er hatte einst Reinhold Messner zur Fundstelle begleitet. 1993 stürzte er in eine Gletscherspalte.

►Professor Kurt J. Irgolic analysierte in Graz Ötzis Haare: 1999 stürzte er in den Bergen in den Tod.

►Ötzi-Entdecker Heinz Simon: Im Oktober 2004 kam er in einer Lawine ums Leben.

►Bergretter Dieter Warnecke, der bei der Suche nach Simon geholfen hatte, erlag kurz nach dessen Beerdigung unerwartet einem Herzinfarkt.

►ORF-Reporter Rainer Hölzl hatte Ötzi gefilmt. 2004 erlag er 41-jährig einem Gehirntumor.

Ausgabe 3/2012 TV-Frau Andrea Jansen.

Auf Tuchfühlung mit Ötzi:Auf Tuchfühlung mit Ötzi: Dr. Egarter-Vigl und die Reporterin.

►Professor Friedrich Tiefenbrunner: Er war in Innsbruck intensiv mit Ötzi beschäftigt. Im Januar 2005 starb er bei einer Routineoperation.

Glück im Unglück also für die TV-Reporterin Andrea Jansen.

Doch Ötzis Mumie spukt offenbar weiter, wie das Schweizer Fernsehen bestätigte, als «mysteries» um entsprechende Pressebilder anfragte. «Wir haben hier wirklich ein Problem», so die zuständige Bildredaktorin am Telefon. Die digitale Urversion der Reportage sei beschädigt und die Kassette mit der Originalfassung seltsamerweise verschwunden. «Die Kassette sollte eigentlich hier sein, aber sie ist nicht aufzufinden – und keiner weiss im Moment, wo sie sein könnte», so die hörbar irritierte Fernsehmitarbeiterin.

red.

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ie gelten als Hüter uralten Wissens über die Kräfte der Natur. Die Zukunft lesen sie aus Koka-Blättern. Und mit ih- Sren Kräutertinkturen und schamanistischen Opferritualen vollbringen sie in den Anden so manches medizinische Wunder.

Kallawaya nennen sich die bolivianischen Wanderheiler im traditionellen Poncho. Seit vielen Jahrhunderten leben die sagenumwobenen Kräuterärzte im Nordosten des Titicaca-Sees an der Grenze zu Peru, in der Provinz Bautista Saavedra. Von dort aus führen sie ihre weiten Märsche bis nach Chile, Argentinien oder Ecuador.

Noch wirken die alten Kallawaya im Einklang mit Mutter Erde.

In enger Beziehung zur Natur, ihren Göttern – und zur Seele des Patienten, die in jeden Heilungsprozess miteinbezogen wird.

Doch die Moderne beginnt manche von ihnen zu verblenden.

Nicht mehr die katholische Kirche bedroht heute ihre Zukunft.

Sondern der Ruf der Grossstadt. Der verführerische Duft des Geldes. Der omnipräsente Einfluss des Turbokapitalismus. Kurz: Den Kallawaya fehlt es zunehmend an Nachwuchs. Oder wie sie selber konstatieren: «Wir werden leider immer weniger.»

So mancher Forscher versuchte die medizinische Heilkunst der Kallawaya in der Neuzeit zu ergründen. Nur wenigen ist es gelungen, die eine oder andere mündliche Frucht ihres aussterbenden Wissens zu ernten und zu dokumentieren. Einer davon ist der deutsche Filmemacher Richard Ladkani. In seiner preisgekrönten Dokumentation «Der Anden-Heiler» enthüllt er manche indigene Weisheit.

Pilgerreise nach Machu Picchu In atemberaubenden Bildern erzählt sein Film von der Reise des Kallawaya Aurelio Ortiz Huankallu. Mit seinem 15-jährigen Sohn Cerilo pilgert er zu Fuss ins Inka-Heiligtum nach Machu Picchu, mitsamt seinen Heilutensilien und Kräutern. Ein 1000 Kilometer langer Marsch. Durch Höhen und Tiefen. Stets dabei: Die Amulett-Steine, das Foto und die Heilertasche von Aurelios Grossvater, «eines ganz grossen Kallawaya».

Als kleiner Junge war Aurelio vom Blitz getroffen worden und lag längere Zeit bewusstlos im Regen. Doch er überlebte und galt wegen des himmlischen Zeichens fortan als Auserwählter.

47 Jahre ist der ebenso warmherzige wie bescheidene Wanderheiler aus Hanaq Wayk’u mittlerweile alt. Selbst Venezuelas Präsident Hugo Chavez liess sich schon von ihm segnen.

Aurelio Ortiz. In jungen Jahren wurde der Naturheiler der Kallawaya vom Blitz getroffen. Für sein Volk ein klares Zeichen der Götter.

und eine kleine Seele» «Kallawaya-Heiler sind für Körper und Seele zuständig: Im Verständnis der Quechua-Indianer gibt es das Krankheitsbild des Seelenverlustes – ‹El Susto› genannt. Alle Menschen haben demnach eine grosse und eine kleine Seele. Der Verlust der grossen Seele bedeutet den Tod. Die kleine Seele kann man durch Schock, etwa bei einem Unfall verlieren. Sie bleibt am Ort des Erschreckens zurück. Nur ein spezielles Ritual kann Körper und Seele dann wieder vereinen.»

(Richard Ladkani, Filmemacher) Dennoch wohnt Aurelio mit seiner Familie bis heute fernab der Zivilisation, bewahrt ehrfürchtig Tradition und Brauchtum seines Volkes, aber auch die Natur. Denn im Boden des Kallawaya-Lands wimmelt es nur so von Mineralien. Und Aurelio kennt die Erde wie kaum ein anderer. Noch wuchern dort wertvolle Kräuter und Gewürzpflanzen in Hülle und Fülle, deren Heilkraft westlichen Medizinern nur unzureichend bekannt ist.

«Mein Vater kennt insgesamt 180 Pflanzen – ich bisher nur 28», murmelt Aurelios Sohn Cerilo in Ladkanis Reportage mit gesenkten Augen. «Sie zu unterscheiden ist manchmal sehr schwierig. Ich lerne eine nach der anderen kennen, weil mein Vater sie mir erklärt.»

Zufall, dass der Junge weitaus älter und reifer wirkt als er ist?

Kaum. Denn bei den Kallawaya wird von Geburt an mit Liebe gelehrt, was im Leben wirklich zählt: Demut vor Mutter Erde.

Bescheidenheit. Und Ehrfurcht vor der Natur. Für den Lebensunterhalt sorgen Ackerbau und Viehzucht in bescheidenstem Rahmen. Noch immer wiegt jeder einzelne Pflanzenhalm im Anden-Hochland mehr als eine gefüllte Konservendose. Weil er spriesst. Und noch ist jede lebende Ziege mehr wert als ein fetter Braten. Weil sie Milch gibt.

Was der Film nur andeutet: Seit Jahren verdüstert sich der Himmel über den Anden-Heilern. Grund: Am 7. November 2003 erklärte die UNESCO die Kallawaya zu einem «Masterpiece of the Oral and Intangible Cultural Heritage of Humanity» (Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit).

Eine gesamte Kultur wurde damit von einem Tag auf den anderen zum «Weltkulturerbe». Fluch und Segen zugleich, wie die Vater und Sohn beim Pflanzensammeln im Hochland der Anden: Geduldig erklärt Aurelio Ortiz seinem ältesten Sprössling Cerilo, welches Kraut am besten gegen welche Krankheit hilft.

Opferzeremonie vor laufender Kamera. Mit uralten Ritualen versuchen die Kallawaya ihre Götter gnädig zu stimmen.

Kallawaya-Forscherin und emeritierte deutsche Professorin Ina Rösing im «Ulmer Universitätsmagazin» mahnte. Viele Jahre lebte und arbeitete die Kulturanthropologin bei den Einheimischen – verfasste Dutzende von Büchern über sie.

Das Problem: Seit die UNESCO den Blick von Reiseveranstaltern und Touristen auf die Kallawaya richtete und die bolivianische Regierung ihre Naturheiler stolz zu vermarkten begann, steigt manchem der bettelarmen Einheimischen der Duft des Geldes in die Nase. «Warum soll ich nicht mit einem Touristen vor einer Kamera posieren, wenn er mir Geld dafür bezahlt?»

fragt er sich. «Warum soll ich ihm nicht etwas Heilung versprechen, um meine Familie damit ein paar Monate ernähren zu können?»

Die mächtigen Mestizen wiederum, die früheren Grundbesitzer im Land, fürchten um ihre Macht, wie Rösing mahnt: «Den Indianern wachse der Kopf in den Himmel, lästern sie. ‹Sie werden uns angreifen.› Es gebe doch heute überhaupt keinen echten Medizinmann mehr. Alles Scharlatane und Ignoranten, sagen sie.»

Selbst unter den Kallawaya-Vertretern der Regionen Curva, Chajaya Chari und Amarete sind mittlerweile Grabenkämpfe entbrannt. Streitfrage: Welche der Sippen ist der wirklich «echte» alteingesessene Kallawaya-Clan? Wie einst der Goldrausch ganze Völker verblendete oder der Alkohol nordamerikanische Indianerstämme korrumpierte, droht nun der Tourismus aus den Industriestaaten ein weiteres Naturvolk für immer zu entwurzeln und in den Untergang zu führen. Und auch die heiligen Koka-Blätter, die den Kallawaya unter anderem als Orakelblätter dienen, verschwinden mittlerweile zunehmend aus den kleinen Läden – auf Druck der US-Regierung.

Koka ist für die Bolivianer in etwa, was das Bier für die Bayern ist.

«Aus dem Koka-Blatt kann man, wie allgemein bekannt, in einem komplizierten Verfahren mit chemischen Zusätzen Kokain herstellen, eine Droge, die abhängig macht», weiss natürlich auch Professorin Ina Rösing. Für die wahren Heiler in den Anden sei das aber ein Unding. Umso mehr, als das Koka-Blatt selbst völlig harmlos ist, wie sie betont: «Es macht weder süchtig noch verursacht es ein ‹High› irgendwelcher Art. Wenn man es mit ein wenig Asche kaut, dämpft es die negativen physischen Empfindungen wie Hunger, Müdigkeit, Kälte, Erschöpfung von harter Arbeit, körperliche Schmerzen – und ist dafür seit Jahrhunderten hoch geschätzt bei den Menschen der Andenregion.» Salopp formuliert: Koka ist für die Bolivianer in etwa, was das Bier für die Bayern ist.

Noch wichtiger, so Rösing, sei das Koka-Blatt aber im Kontext der Anden-Kultur und -Religion. «Ein Kern der andinen Kultur und Religion sind die Opferrituale für die dort beheimateten Gottheiten der Mutter Erde, der Heiligen Berge, des Blitzes. Die kostbarste und unverzichtbare Opfergabe ist dabei das Koka-Blatt. An das aber kommt man in der Kallawaya-Region jetzt kaum noch ran.»

Wohin die Reise den Sohn wohl führen wird?

Umso eindrücklicher die Tage des Aufbruchs im Dokumentarfilm von Richard Ladkani: Auch Aurelio Ortiz und Sohn Cerilo befragen vor ihrem langen Fussmarsch die Koka-Blätter. Und das Orakel scheint es gut mit ihnen zu meinen. «Unsere Kultur hat Tausende von Jahren überlebt. Ich werde alles mir Mögliche tun, um das Wissen unserer Vorfahren meinem Sohn weiterzugeben», erzählt Aurelio. «Aber ob er eines Tages wirklich ein Kallawaya sein wird, das können nur die Götter entscheiden.» Dann gehts Ausgabe 3/2012

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