Arnold Schwarzenegger in Aktion. Sein schneller Aufstieg zum Gouverneur von Kalifornien macht viele misstrauisch.

Wirbel um Arnold Schwarzenegger: Warum trägt der neue Gouverneur von Kalifornien einen silbernen Totenkopfring? US-Journalisten wittern einen Zusammenhang zur kontroversen «Skull & Bones»-Loge.

Schicke Outfits, Luxusuhren und Zigarren: Arnold Schwarzenegger inszeniert sich selbst mit Vorliebe. Doch der starke Mann hat eine Schwäche: Er liebt kitschige Ringe. Umringt von Fotografen weiss er die Stücke mit Bravour in Szene zu setzen. Und trat damit prompt ins Fettnäpfchen. So posierte er auf dem Cover von «Newsweek» unlängst mit einem silbernen Totenkopfring (Bild unten): Eine Spezialanfertigung, die ihm «von einem Freund» geschenkt wurde.

Ein harmloses Männerpräsent? Kaum!

Wie Zeitungsreporter herausfanden, dürfte es sich beim ominösen Freund um George Bush Senior, den früheren US-Präsidenten handeln. Und der ist – ebenso wie sein Sohn – Mitglied der 1832 gegründeten Politloge «Skull & Bones» («Schädel und Knochen»).

Der historisch eng mit der Universität Yale verknüpfte Geheimorden wird ob seiner Einflussnahme mittlerweile zu den einflussreichsten und gefährlichsten Bruderschaften der USA gezählt.

Für neuen Wirbel sorgt nun Alexandra Robbins. In monatelanger Fleissarbeit hat die prominente US-Journalistin mit über 100 Mitgliedern des mysteriösen Knochenclubs Interviews geführt. Laut Robbins wird in der geheimen Gruft der Loge als Zeichen der Macht seit längerer Zeit ein Schädel aufbewahrt. Noch dazu ein gestohlener. Vermutlich derjenige des Indianerhäuptlings Geronimo. George Bushs Onkel höchstpersönlich soll sich um 1987 heimlich mit den Apachen getroffen haben. Er stellte eine Rückgabe durch «Skull & Bones» in Aussicht – wenn die Sache geheim bliebe. Der Deal platzte.

Verschwiegenheit scheint für die Logenbrüder Ehrensache. Für Robbins ist denn auch klar, dass es sich bei «Skull & Bones» um den «wohl mächtigsten Illuminatenclub der USA» handelt.

Alles ganz harmlos, winkt man dagegen bei der Yale-University ab, auf deren Homepage die Bushs inzwischen offiziell als Logenbrüder aufführt sind. Und Bush Junior selber schmunzelte gegenüber «Time» verlegen: «Ich hab das damals alles gar nicht ernst genommen.»

«Starker Führer» Tatsache aber ist: Bush Junior hat mittlerweile zahlreiche «Skull & Bones»- Kumpel in wichtige Ämter gehievt. Als «Herren der Ringe» dürften er und sein Vater hinter den Kulissen auch Arnie Schützenhilfe geleistet haben. Der revanchierte sich bei seinem ersten offiziellen Amtsbesuch im Weissen Haus denn auch mit blumigen Worten. Schwarzenegger: «Kalifornien hat in Washington keinen grösseren Verbündeten als unseren Präsidenten!»

Gut möglich, dass Ringträger Schwarzenegger, der «ausgezeichnete und starke Führer» (Bush), seine Förderer demnächst auf dem Yale-Campus trifft. Irgendwo tief unter der Erde – in jener ominösen Totenkopfgruft, in der die Ordensbrüder ihre okkulten Rituale abhalten sollen.

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Ein Mann in einem Anzug und einem Ring, der den Daumen hochläuft.

Wurde die Milzbrand-Hysterie bewusst inszeniert?

Ebenso schnell wie sie den internationalen Blätterwald beherrschte, verschwand sie auch wieder: Noch immer ranken sich um die weltweite Anthrax-Hysterie von 2001 wilde Gerüchte und noch mehr Spekulationen. Eines aber scheint inzwischen klar: Gestreut wurden die Milzbrand-Erreger nicht etwa von der arabischen Welt aus – sondern mitten aus streng geheimen Forschungslabors der USA. Ein privater Racheakt? Oder steckt tatsächlich mehr dahinter?

von Jan van Aken

Als im vergangenen November die 94jährige Ottilie Lundgren in Oxford, Connecticut, starb, ahnte niemand, dass ihr Name schon bald in einem Atemzug mit John F. Kennedy und Olof Palme genannt werden könnte.

Ottilie Lundgren starb an Lungenmilzbrand, infiziert durch ein Bakterium, das von einem bis heute unbekannten Attentäter in Umlauf gebracht wurde. Mindestens vier Briefe voller tödlicher Milzbrandsporen waren im September und Oktober 2001 per Post verschickt worden. Zwei Monate später waren fünf Menschen tot. 17 weitere haben eine Infektion überlebt, über 5000 Menschen mussten vorsorglich medizinisch behandelt werden. Es war der grösste und spektakulärste Terroranschlag mit biologischen Waffen seit den Anfängen der Mikrobiologie.

«Amerithrax»

Das FBI ermittelt seitdem ebenso fieberhaft wie erfolglos. Heute gilt die Untersuchung mit dem Codenamen «Amerithrax» als eine der grössten in der Geschichte der amerikanischen Bundespolizei.

Doch möglicherweise werden die Urheber der Milzbrandbriefe für immer im Dunkeln bleiben. Wie in den Mordfällen Kennedy und Palme stochern die Ermittler hilflos in einem Sumpf aus Politikund Geheimdienst-Intrigen herum, in dessen Zentrum das amerikanische Biowaffen-Programm steht.

Eines gilt heute als unzweifelhaft: Der oder die Täter haben ihr Handwerk beim amerikanischen Militär gelernt. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Laboratorien, die im Auftrag des US-Militärs am Schutz vor biologischen Waffen arbeiten. Dabei sind in den vergangenen Monaten einige beunruhigende Fakten ans Tageslicht gekommen.

Milzbrand-Erreger im Visier. Nach Analyse der Proben erlebten die Experten eine unangenehme Überraschung.

So recherchierte die Zeitung «Baltimore Sun», dass in Regierungslabors auch getrocknete, waffenfähige Milzbrandsporen von der gleichen Art hergestellt wurden, wie sie in den Briefen gefunden wurden. Tatort: der Dugway Proving Ground, ein Testgelände der amerikanischen Armee in Utah.

Wurden die Tests der Öffentlichkeit ganz bewusst verheimlicht?

Später hiess es, das Milzbrandpulver werde für den Test von neuen Biowaffen-Detektoren benötigt. Pikant ist jedoch, dass diese Produktion von waffenfähigem Material nicht den anderen Vertragsstaaten der Biowaffen-Konvention gemeldet wurde, wie es seit 1992 im Rahmen der vertrauensbildenden Massnahmen eigentlich vorgesehen ist.

Erschreckende Zustände

Andere Vertragsverletzungen der USA, wie der Bau einer Produktionsanlage für biologische Waffen in Nevada oder der Nachbau sowjetischer Biobomben, waren bereits im vergangenen September von der «New York Times» öffentlich gemacht worden.

Erschreckend auch die Zustände im US Army Medical Research Institute for Infectious Diseases, kurz USAMRIID, in Fort Detrick, Maryland. Dort wird in Hochsicherheitslaboren mit den gefährlichsten aller Erreger gearbeitet: Ebola, Lassa, Pest, Milzbrand. Das USAMRIID ist die Zentrale der medizinischen Biowaffen-Forschung der USA.

Doch die Zustände erinnern eher an die Spülküche in einer Hafenspelunke. Die Sicherheitsvorkehrungen sind äusserst lasch. Ehemalige Mitarbeiter berichten, dass sie noch nach ihrer Entlassung unkontrolliert kistenweise Material aus den Labors herausschleppen konnten. Es wird nur ungenügend Buch über die gefährlichen Erreger geführt.

So wurde mittlerweile bekannt, dass Anfang der 90er-Jahre Proben mit gefährlichen Erregern verschwunden waren. Nachweislich arbeiteten einzelne Wissenschaftler heimlich nachts in den Hochsicherheitslaboratorien. Und im April 2002 fanden sich in einem Durchgangsflur plötzlich Milzbrandsporen, die dort nichts zu suchen hatten.

Alles in allem zeigt sich das Bild einer kaum von der Öffentlichkeit kontrollierten Biowaffen-Forschung in den USA. Sie wird zudem noch weiter ausufern, nachdem jetzt mehrere Milliarden Dollar zusätzlich für die Biowaffen-Abwehr bewilligt worden sind.

‹‹ Warum lachen sich viele Forscher heimlich ins Fäustchen?

Gerade deshalb wird den Milzbrandanschlägen von führenden Biowaffen-Forschern in den USA unverhohlen auch etwas Positives abgewonnen. So sagte der frühere Kommandeur von USAMRIID, David Franz, in einem Fernsehinterview wörtlich: «Ich denke, das hatte auch seine guten Seiten. Wir haben jetzt fünf Tote, aber wir haben 6 Milliarden Dollar zur Verteidigung gegen den Bioterrorismus bereitgestellt.»

Andernfalls, so die kaltblütige Rechnung, hätten beim nächsten Anschlag vielleicht Tausende oder Millionen Amerikaner sterben müssen.

Ob hier möglicherweise sogar das Motiv des Attentäters liegt, oder ob wir es eher mit einem privaten Rachefeldzug zu tun haben, muss aus heutiger Sicht offen bleiben. In jedem Falle deutete schon früh vieles darauf hin, dass die Milzbrandsporen aus amerikanischer Produktion stammen.

Handelte es sich wirklich «nur» um einen simplen Racheakt?

Indizien dafür lieferten unter anderem der genetische Fingerabdruck der Sporen, die chemische Analyse des Pulvers und vor allem dessen äusserst feine Qualität. Eine Billion Milzbrandsporen fanden die Ermittler in einem Gramm – in dieser Reinheit kann kein «normaler» Biologe Milzbrand in getrockneter Form herstellen. Selbst die staatlichen sowjetischen und irakischen Biowaffenprogramme in den 90er-Jahren waren dazu nicht in der Lage.

Insider am Werk

Der Täter musste offensichtlich Zugang zum Know-how aus dem amerikanischen Biowaffen-Programm gehabt haben, Zugang zu entsprechenden Laboren und vor allem Zugang zu einer Impfung gegen Milzbrand – andernfalls hätte er sich zwangsläufig selbst infiziert.

Dementsprechend konzentriert sich das FBI auf ehemalige und aktuelle Biowaffen-Forscher. Deren Zahl geht in die Tausende. Doch nach Hunderten von Befragungen, Hausdurchsuchungen und Lügendetektor-Tests wurde die Zahl der Verdächtigen auf 20 bis 30 eingeschränkt.

Öffentlich bekannt ist davon nur ein Name: Steven J. Hatfill. Sein schillernder Lebenslauf und viele indirekte Indizien haben ihn ins Zentrum der Verdächtigungen gerückt. In den 70er- und 80er-Jahren war er Soldat und Arzt in Eliteeinheiten der rassistischen Armeen Rhodesiens und Südafrikas.

Im damaligen Rhodesien lebte er ganz in der Nähe einer «Greendale School» – der gleiche Name war als Absender auf den Milzbrandbriefen angegeben.

‹‹ Was hat Steven J. Hatfill mit den Anschlägen zu tun?

Für mehrere Jahre hat er in der amerikanischen Biowaffen-Forschung gearbeitet, davon zwei Jahre im USAMRIID, wo er unter anderem speziellen Zugang zu den Milzbrandlabors hatte.

Er gab 1999 zudem eine Studie in Auftrag, welche die Verbreitung von waffenfähigem Milzbrand mit Hilfe von Briefen untersuchen sollte. Und im August 2001 entzog ihm das amerikanische Verteidigungsministerium die Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Arbeit an Geheimprojekten. Hier könnte durchaus ein mögliches Motiv für einen Racheakt liegen.

Eine Frau, die durch ein Mikroskop in einem Labor schaut.

Mikroorganismen unter der Lupe. Der genetische Fingerabdruck der Sporen entlarvt die Herkunft der Anthrax-Erreger.

Auch wenn vieles auf Hatfill als möglichen Täter hindeutet – bislang wurde kein einziger solider Beweis gegen ihn vorgelegt. Möglicherweise ist Hatfill tatsächlich der rachebesessene Einzeltäter, den viele in ihm sehen. Vielleicht ist er aber auch nur ein Bauernopfer in einem grösseren Spiel.

Verschwörungstheorien

Bereits machen Verschwörungstheorien die Runde, nach denen eine Gruppe von Geheimdienstlern – mit oder ohne offiziellem Auftrag – die Milzbrandbriefe verschickt hat, um das amerikanische Volk wachzurütteln.

Kritische Stimmen in den USA weisen darauf hin, dass es vergleichbare Fälle in der Vergangenheit bereits gegeben habe. So starben in den 60er-Jahren zwei Menschen an der Westküste der USA an vermeintlich harmlosen Bakterien, die die Armee von Schiffen in der Bay Area aus versprüht hatte – als Test im Rahmen des offensiven Biowaffenprogrammes.

Und erst vor wenigen Monaten wurde öffentlich, dass seinerzeit sogar tödliche Chemie- und Biowaffen zu Testzwecken auf verschiedenen Schiffe der US-Marine versprüht wurden, ohne Wissen der beteiligten Soldaten.

Ob nun Einzeltäter oder Geheimbund: In jedem Fall wäre es ein politisches Desaster für die amerikanische Regierung, wenn das eigene Biowaffen-Programm nachweislich und offiziell als Quelle der tödlichen Briefe feststehen würde. Eine politische Einflussnahme auf die Ermittlung liegt da ebenso nahe wie Vertuschungsversuche.

‹‹ Sollte die amerikanische Bevölkerung wach gerüttelt werden?

Es spricht einiges dafür, dass sich der Tod von Ottilie Lundgren, dem fünften Milzbrandopfer, nahtlos in die Mordfälle Kennedy und Palme einreiht und möglicherweise niemals zweifelsfrei aufgeklärt wird.

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Tödlicher Grippestamm von 1918 wiederbelebt

Die «Spanische Grippe», die 1918 zwischen 20 und 40 Millionen Menschen das Leben kostete, wird wieder zum Leben erweckt. Makaber, aber wahr: Mehrere
Gene des aussergewöhlich tödlichen Grippevirus von 1918 wurden bereits isoliert und in heutige Grippestämme eingeschleust.

Derart gentechnisch zusammengesetzte Viren waren im Tierversuch tödlich für Mäuse, während Viren mit Genen aus heutigen Grippestämmen den Mäusen gar nichts anhaben konnten. Diese Versuche könnten leicht auch für militärische Zwecke missbraucht werden – ein sinnvoller medizinischer Nutzen ist jedoch nicht zu erkennen.

Die Spanische Grippe 1918 war hoch ansteckend und tötete im Vergleich zu heutigen Grippeviren einen ungewöhnlich hohen Anteil der Infizierten, darunter
auch viele jüngere Menschen. Die Spanische Grippe allein sorgte dafür, dass 1918 die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA um fast zehn Jahre sank.

Grippeviren werden deshalb heute als mögliche biologische Waffen sehr ernst genommen. Erst kürzlich wurden in den USA 15 Millionen Dollar  Forschungsgelder bewilligt, um einen Schutz speziell gegen bioterroristische Angriffe mit Grippeviren zu entwickeln.

Trotz der besonderen Gefährlichkeit dieses Virus begannen Mitte der 90er-Jahre Versuche, es wieder zum Leben zu erwecken. Dr. Jeffrey Taubenberger vom US Armed Forces Institute of Pathology konnte aus Gewebeproben von Opfern der Spanischen Grippe Virusteile isolieren und einen Teil der Gensequenz des Virus ermitteln. Im Fachjournal «Emerging Infectious Diseases» soll derzeit ein weiterer Artikel von Taubenbergers Team über die Gensequenz der Spanischen Grippe erscheinen.

Nachdem die Gensequenz des Virus (teilweise) bekannt war, gingen die Wissenschaftler noch einen Schritt weiter und begannen, das Virus gentechnisch
wieder zum Leben zu erwecken. Von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, vermeldeten sie im vergangenen Oktober Erfolg: Ein künstliches Virus mit zwei
Genen aus dem Spanischen Grippevirus zeigte eine verheerende Wirkung im Tierversuch. Mit diesem Experiment ist es erstmals gelungen, die tödlichen Eigenschaften der Spanischen Grippe in Teilen wiederzubeleben.

Es gibt kaum einen vernünftigen wissenschaftlichen Grund für diese Experimente. Nach Aussage der beteiligten Wissenschaftler war es Ziel der Versuche,
die Effektivität heutiger Grippemedikamente gegenüber dem Stamm von 1918 zu testen. Ohne die vorherige künstliche Wiederbelebung dieses Virus würde
sich das Problem jedoch gar nicht stellen. Unvorstellbar, was passiert, wenn dieses Virus in die falschen Hände gerät… jva.

blitzlicht

Ein Mann mit einem Bart und einem Schildshemz.
Johannes v. Buttlar:
«Ich hatte die Nase
gestrichen voll…»

Was macht eigentlich Johannes von Buttlar (64)? «Er lebt noch», schmunzelt der deutsche Bestsellerautor. «Und es geht ihm wieder ausgezeichnet. Die Verbitterung ist vorbei.»

Fans des Mystery-Experten können also aufatmen. Immerhin hatte der Mann seine Leser mit seinen Sachbüchern bis Ende der 90er-Jahre beinahe jährlich in fremde Galaxien entführt, ihnen neue kontroverse Denkmodelle erläutert und sie damit immer wieder zum Nachdenken angeregt. Dann aber wurde es plötzlich still um ihn.

Er habe sich in den letzten Jahren bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, räumt von Buttlar gegenüber «mysteries» ein: «Ich hatte die Nase gestrichen voll. Ich fühlte mich diffamiert – speziell von Seite gewisser Medien. Zudem beobachtete ich mit einiger Beunruhigung das Aufkommen der so genannten Spass- und Klamaukgesellschaft. Ein Umfeld, in das ich mit meinen Büchern thematisch überhaupt nicht reinpasse.»

Im Tirol tankte er neue Kraft. Skipperte mit seinem Schiff in der Nordsee herum, wo er abgeschieden von der Aussenwelt an neuen Projekten brütete. Die
Verletzungen seien mittlerweile geheilt. Geblieben sind ein paar Narben. «Der Zeitpunkt ist gekommen, wo ich wieder in Erscheinung treten möchte.»

Also tut Johannes von Buttlar endlich wieder das, was er am besten kann: Bücher schreiben. In Vorbereitung ist ein Werk zum Thema «Anti-Aging». Parallel
dazu preist er bei «Home Shopping Europe»-TV derzeit wöchentlich seine entsprechenden Wellness- und Vitaminpräparate an. Mit Erfolg, wie er nicht ohne Stolz bemerkt: «Mein Ziel ist es, möglichst jugendlich alt zu werden.»

Doch der Mann will noch höher hinaus, um seinen Kritikern definitiv ein Schnippchen zu schlagen. Und so soll bereits im Herbst dieses Jahres ein weiteres
Buch von ihm erscheinen – mit dem sinnigen Arbeitstitel «Quantensprung». red.

WDR-Sprecher: «Wisnewski wurde vorab informiert»

«So hat sich wohl schon lange keine öffentlich-rechtliche Anstalt mehr blamiert!»

TV-Journalist und Buchautor Gerhard Wisnewski schüttelt den Kopf. Befremdet von den Statements des WDR gegenüber «mysteries» (rechts) holt er zum Gegenschlag aus: «Die Stellungnahme zeigt exemplarisch, wie es die Leitung dieses Senders derzeit mit der Wahrheit hält. An der Stellungnahme stimmt praktisch gar nichts.»

Wisnewski war 2003 vom WDR ob seines Dokufilms «Aktenzeichen 11.9. ungelöst» vor die Türe gestellt worden. Darin äussert er Zweifel an der offiziellen US-Darstellung des WTC-Anschlags. «Fakt ist, dass der WDR noch in der ‹Spiegel›- Titelgeschichte vom 8. September 2003 voll zu unserem Film stand», präzisiert er.

«Von dem Beschäftigungsverbot haben wir erst aus einer kleinen Notiz im ‹Spiegel› vom 22. September 2003 erfahren. Davor gab es keinerlei entsprechende Mitteilungen des WDR an uns, wir wurden auch nicht zu der Sache angehört. Erst, als wir uns gegen das Beschäftigungsverbot gewehrt haben, hat der WDR das Verbot bestätigt, mit der hanebüchenen Begründung, wir hätten dem WDR geschadet.»

Und dann schmunzelt Wisnewski doch noch: «Der WDR behauptet, er habe keinen eigenen Mitschnittservice?! Als nächstes wird der WDR wohl behaupten, er habe keine Fernsehstudios. Der Mitschnittservice benutzt den Briefkopf des WDR, eine E-Mail-Adresse des WDR, einen Telefonanschluss des WDR und die Postanschrift des WDR, die Videokassetten werden mit dem Logo des WDR bedruckt. Der Mitschnittservice IST also WDR!»