DäMonen Vergessener Welten
Faszinierende Fabelwesen
stritten. »Ich gebe offen zu, dass ich nicht wirklich weiss, was ich hier besitze«, räumt Benny unverhohlen ein. »Es gibt niemanden, der mir dies präzise sagen könnte.« Das Hauptproblem: Jade-Mineralgemenge aus Jadeit beziehungsweise dem weicheren Nephrit lassen sich analog zu Bergkristall grundsätzlich kaum datieren.
Erst kürzlich ist Hanspeter Benndorfs Kollektion um weitere bizarre Fundstücke angewachsen (siehe Fotos auf dieser Seite). Ausnahmsweise Ànden sich unter den Neuzugängen diesmal auch exotischere Figuren. Darunter ein kurioser afrikanischer Holzfetisch.
Wie er zu seinen Schätzen kommt?
Der Händler spricht nicht gerne darüber.
»Sie Ànden einfach zu mir«, wiegelt er gegenüber »mysteries« ab. Dass er sie aber legal besitzt und teilweise weiterverkauft – daraus macht er kein Geheimnis. »Ich stelle sie bei Bedarf auch gerne der Forschung zur Verfügung«, betont der Südbadener. So sei er zwecks Expertisen im einen oder anderen Fall sogar schon an das Schweizer Museum Rietberg in Zürich herangetreten. »Mehr als ein ›eindeutig aus dem asiatischen Raum‹ war den Experten dort leider nicht zu entlocken.« Leidenschaftlicher Sammler: Benny Benndorf im Hinterzimmer seines Tee-Geschäfts.
Ein Exot in Bennys Sammlung ist dieser 20 Zentimeter kleine afrikanische »E.T.«. Aus Holz gefertigt, stammt er wohl aus Gabun. »Alter und Zweck sind mir völlig unbekannt.« Ausgabe 1/2018 57 Weitere Artefakte aus der Zum Bedauern des Teehändlers straft die Schulwissenschaft die Kuriositäten-Kollektion generell mit Ignoranz. Selbst so mancher private Kunstsammler und Antiquitätenhändler tut seine Skulpturen etwas gar vorschnell als Fälschungen ab. »Offensichtlich will sich niemand die Finger daran verbrennen«, mutmasst Benny. Wohlwissend, dass die teils umstrittene Herkunft seiner Stücke eine wissenschaftliche Einordnung und Analyse nicht eben erleichtert.
Immerhin: Zumindest einige seiner Artefakte konnte er vor Jahren nachweislich begutachten lassen. Mit reichlich verwirrendem Ergebnis: So kamen Sachverständige unter der Leitung des italienischen Professors und Jade-Kenners Filippo Salviati von der Orientalistik-Fakultät der Universität Rom bei manchen Objekten zum Ergebnis, dass sie aus der chinesischen Jungsteinzeit (um 5000 bis 2000 v. Chr.) stammen. Andere Stücke dagegen datierten sie in modernere Epochen, und wieder andere konnten die Gutachter überhaupt nicht einordnen: »Keine Altersbestimmung möglich, weil untypisch für eine Periode«, lautete ihre irritierende Stellungnahme. Oder auch: »Nicht neu, aber zeitlich schwer einschätzbar« und »möglicherweise alt« sowie »Alter nicht bestimmbar«.
Benny Benndorf jedenfalls glaubt felsenfest daran, dass viele seiner Relikte aus uralten Zeiten stammen. Aus Kulturen, vielleicht sogar Welten, von denen wir heute nicht einmal mehr etwas ahnen. Darunter womöglich auch das eine oder andere seiner erst kürzlich erworbenen Stücke, die »mysteries« hier erstmals zeigen darf, ehe sie demnächst womöglich wieder den Besitzer wechseln.
Im Hinterzimmer eines süddeutschen Tee-Geschäfts wirbt ein faszinierendes Sammelsurium, das erst kürzlich erneut Zuwachs erhielt, um Aufmerksamkeit: Groteske Figuren und Statuetten in Hülle und Fülle, neueren und älteren Datums. Von Wissenschaftlern mehrheitlich verschmäht, bei Sammlern heiss begehrt. Schatzkammer oder Kuriositätenkabinett?
Spätneolithischen Ursprungs? Neu erworbene Skulptur mit»Brille« und wulstiger Nase.
monenhafte Figuren thronen neben Schlangenwesen, Drachen, Fabeltieren oder Kreaturen mit facettenartigen Alien-Augen, wie man sie aus Filmen kennt. Manche davon sind nachweislich Jahrtausende alt, andere bereiten Experten Kopfschmerzen.
Die kuriosen Relikte haben drei Gemeinsamkeiten: Sie bestehen meist aus Jade, stammen aus dem asiatischen Raum und sind, was ihren Wert und ihr Alter betrifft, mehrheitlich um-»Kommt doch wieder mal vorbei – ich habe kürzlich ein paar wirklich faszinierende Objekte erstanden!« Hanspeter »Benny« Benndorf (73) ist immer für eine Überraschung gut. In beleuchteten Vitrinen im Hinterzimmer seines Geschäfts in der Lörracher Innenstadt lagert der badische Teehändler und Sammler rätselhafte Jade-Artefakte: Hunderte grössere und kleinere Kreaturen aus fremden Welten stehen dort in den Regalen. Dä-Kaum eine Handbreit gross. Auch diese bizarre Jade-Figur gelangte kürzlich über Umwege in Benndorfs Besitz. Was stellt sie dar? Und wie alt ist sie?













































