Auch Roland Emmerichs Meiner VorträGe.
Erich von Däniken.
Noch immer hetzt der Götterforscher wie ein Besessener von einem Ort zum nächsten.
gust 2009 wollen der deutsche Vermessungstechniker Andreas Fuls und der kanadische Archäologe Bryan Wells die bisherige Maya-Chronologie um 208 Jahre nach hinten verschoben sehen. Nach Überprüfung mehrerer von den Maya beschriebenen astronomischen Ereignissen favorisieren die beiden als neues Kalender-Enddatum das Jahr 2220. Verschiebt sich damit auch die prophezeite Ankunft von Gott Bolon Yokte?
Kernproblem beim Maya-Kalender ist in der Tat der Startschuss, wie ich immer wieder betone: Man muss in erster Linie wissen, wann die Zählung überhaupt begann. Umgerechnet auf unseren Kalender soll das am 13. August 3014 vor Christus gewesen sein.
Falls dieses Datum nicht stimmt – und die Maya-Archäologen haben jahrzehntelang über diese Knacknuss gestritten – dann ändert sich in logischer Konsequenz auch das Schlussdatum.
Auch der deutsche Erfolgsregisseur Roland Emmerich lässt es derzeit krachen: Dieser Tage läuft sein Katastrophenepos «2012» in unseren Kinos an, das sich ebenfalls dem Maya-
Vater besuchte mal einen
Kalender widmet. Kennen Sie Emmerich persönlich?
Getroffen habe ich ihn leider noch nie.
Aber ich verehre ihn, weil er mit seinem «Stargate»-Film den Grundstein für eine brillante TV-Serie gelegt hat: Eine klassische Däniken-Story, welche die Götter gnadenlos als Ausserirdische entlarvt.
Vor vielen Jahren, als der Film in die Kinos kam, hatte ich den Emmerich mal am Telefon. «Sie haben Ihren Däniken aber gut gelesen», meinte ich. «Ja», schmunzelte er, «ich gebs gerne zu: Seit ich zwölf Jahre alt bin…» Jahre später, nach einem meiner Vorträge, ist dann mal sein Vater auf mich zugekommen: Ein netter, älterer Herr, der in der Nähe von Stuttgart lebt. Natürlich habe ich ihm sofort ein paar Bücher für seinen Sohn in die Hand gedrückt.
In «Götterdämmerung» machen Sie sich erneut Gedanken über Puma Punku im bolivianischen Hochland. Warum ist dieser Ort nicht ähnlich bekannt wie etwa die Inka-Stadt Machu Picchu oder das nahegelegene Tiahuanaco?
Weil nur wenige Leute nach Puma Punku reisen. Das monumentale «Trümmerfeld» liegt 4000 Meter hoch und nicht jeder fühlt sich dort oben körperlich wohl.
Ich habe bereits in einem früheren Buch mal über den Ort geschrieben. Aber niemals mit der Gründlichkeit, wie ich das in meinem neuen Werk tue: Diesmal knöpfe ich mir die alten Autoren vor. Diejenigen, die bereits vor 400 Jahren vor den dortigen Ruinen standen. Welche Gefühle formulierten sie, als ihnen die Kinnlade herunterklappte? Was haben die Inka gestottert? Welche Eindrücke schildern uns deutsche Archäologen, die vor über 100 Jahren dorthin beordert wurden? Mittlerweile kann ich definitiv beweisen – und in diesem Fall benutze ich dieses Wort mit voller Absicht: Puma Punku stammt nicht aus der Steinzeit!
Nicht aus der Steinzeit? Heisst das: Älter als angenommen?
Entweder muss eine ganz andere Kultur hinter diesem Wunderwerk stecken, als man vermutet – eine Kultur, die über Technologien verfügte, die unseren heutigen streckenweise sogar noch überlegen sind. Oder aber, wie es Erich von Däniken vorschlägt: In Puma Punku befand sich einst ein Basislager der Götter – also der Ausserirdischen.
Nazca-Forscher Markus Reindel vom Deutschen Archäologischen Institut legt dieser Tage ein neues Buch über die ge- Interview Ausgabe 6/09 19



