Blitzlicht
Landeanflug trotz Gewitter. Macht das «Teramobile» unsere Flugplätze sicherer?
sich gar nicht erst zu streiten. Der aktuelle Klima-Wandel zeigt das sehr deutlich. Auch Nuklearexplosionen ziehen bekanntlich riesige Gewitter nach sich. Aber das ist genau das Gegenteil, von dem was uns vorschwebt. Wir möchten in der Praxis ganz, ganz sanft vorgehen. Es scheint uns ganz einfach sinnvoller, Hagelschlag künftig mit Licht zu verhindern statt mit Silberjodid.»
Aller Bescheidenheit zum Trotz: Den Schweizer Säntis mag der Berliner Professor dennoch nicht aus den Augen verlieren – selbst wenn die eidgenössische Telefongesellschaft Swisscom bislang keine Bewilligung für entsprechende Feldversuche erteilt hat, wie deren Sprecherin Myriam Ziesack auf Anfrage von «mysteries» betont. Noch habe man die Hoffnung jedenfalls nicht aufgegeben, auf dem Berg dereinst doch noch aktiv zu werden, räumt Ludger Wöste unverholen ein. «Wir wollen ja keine grossen meteorologischen Veränderungen bewirken.
Sondern ganz kleine, gezielte Verbesserungen. Und das auch nur dort, wo es den Menschen wirklich auch etwas bringt. Also beispielsweise auf Flugplätzen, um landende Maschinen ohne Sprit mit unserem Gerät im Fall von Gewittern vor Blitzeinschlägen zu schützen.»
Und was meinen die Betroffenen?
Löbliche Worte, die man dem sympathischen deutschen Forscher gerne glauben mag. Wirklich geheuer scheinen derlei Vorhaben dem einfachen Mann auf der Strasse dennoch nicht, wie eine kurze Umfrage zeigt. Allgemeiner Tenor der Befragten: «Die sollen ihre Wetterexperimente in der Wüste oder sonstwo durchführen– aber bitte nicht direkt über unseren Köpfen!»
Kommt dazu, dass auch militärische Kreise die Neuigkeiten rund ums Teramobile mit wachsendem Interesse beobachten dürften, um die Experimente im Erfolgsfall auf eigene Faust weiterzutreiben oder zumindest finanziell zu unterstützen. Eine Praxis, wie sie – zumindest in den USA – längst zur Tagesordnung gehört. Insofern bleibt zu befürchten, dass auch in diesem Fall irgendwann missbraucht wird, was einst gut gemeint war. Schlimm genug, dass Mikrowellen-Waffen und bewaffnete Roboter bereits traurige Realität sind. Folgen in den kommenden Jahren nun auch noch «Wetter-Kanonen»?







