«Alien-Leiche» In Den Anden: Bringt Dna-Test Klarheit?
Merkwürdiges Skelett
Im Museum des peruanischen Dorfs Andahuaylillas liegt eine ausserirdische Mumie. Das glaubt zumindest ein lokaler Anthropologe. Zusammen mit einem deutschen Privatforscher versucht er dem Rätsel des 50 Zentimeter kleinen Wesens auf die Schliche zu kommen.
Ein merkwürdig deformierter Kopf, grosse Augenhöhlen und auffallend ausgeprägte Kieferknochen: Es ist wahrlich kein schöner, aber dafür ein umso spektakulärerer Anblick, den das Lokalmuseum des peruanischen Andendorfs Andahuaylillas seinen wenigen Besuchern bietet. In einer gut ausgeleuchteten Glasvitrine liegt dort eine kleine Mumie, die manchen Betrachter spontan an eine ausserirdische Kreatur denken lässt. Der skelettierte Leichnam war einst in Decken eingehüllt und misst lediglich 50 Zentimeter. Entdeckt wurde die Mumie vor zwei Jahren auf dem Wiracochan-Hügel, zwei Kilometer vom Zentrum von Andahuaylillas entfernt. Dort existierte vor langer Zeit eine Inka-Siedlung.
Der lokale Museumsdirektor und Anthropologe David Dávila Riquelme ist überzeugt, es hierbei mit einem Wesen extraterrestrischen Ursprungs zu tun zu haben. Anfangs vermutete man zwar noch, es handle sich um die sterblichen Überreste eines Kleinkindes. Doch für den südamerikanischen Wissenschaftler steht inzwischen fest, dass dies nicht stimmen kann. Zu stark unterscheide sich die Mumie von vergleichbaren altperuanischen Toten.
Die Fontanelle in der Schädeldecke sei noch nicht zusammengewachsen gewesen, das vermeintliche Kind könne also höchstens zwei Jahre alt geworden sein, erklärt Riquelme. Und für diese kurze Lebensdauer sei der Schädel doch extrem stark deformiert. Zudem tue sich ein deutlicher Widerspruch zwischen dem vermuteten Alter und der Gebissentwicklung auf: Die Zähne glichen eher denen eines Erwachsenen oder zumindest eines Jugendlichen. Hinzu kämen die «übergrossen Augenhöhlen», die «unnatürliche Nasenform» sowie die «viel zu kleinen Ohren». Ausserdem hat die Mumie nur elf Rippen, der Mensch jedoch zwölf.
Boulevardmedien hatten unlängst verbreitet, dass spanische und russische Mediziner offiziell der Ansicht seien, bei der Mini-Mumie handle es sich um ein Alien. Stimmt nur halb, wie der deutsche Privatforscher Marco Alhelm klarstellt. Er kennt David Dávila Riquelme persönlich und hat den Museumsleiter jüngst erst wieder besucht. Besagte Ärzte seien lediglich Mitglieder einer Reisegruppe gewesen, die sich beim Betrachten des ungewöhnlichen Ausstellungsobjekts entsprechend geäussert hätten, winkte der Peruaner ihm gegenüber ab. Es sei also eine spontane Einschätzung gewesen und keine fundierte wissenschaftliche Einordnung, wie es die Massenmedien glaubhaft machen wollten.
Blick auf die noch nicht zusammengewachsene Schädelfontanelle. Die massive Deformation wirft Fragen auf.
Experten-Besuch im Museum geplant «Ein wissenschaftlicher Beweis zur Festigung der Behauptung, die Mumie sei extraterrestrischen Ursprungs und zeige Charakteristika, die andere altperuanische Mumien nicht aufweisen, steht somit noch aus», betont Alhelm. Gemeinsam mit Riquelme und weiteren Interessierten möchte er nun eine genauere Ausgabe 5/2012 Die Mumie im Museum von Andahuaylillas. Weitere Untersuchungen sollen klären, ob das Wesen aus dem Weltall stammen könnte. (Fotos: Marco Alhelm) Untersuchung in die Wege leiten. Klarheit könnte nicht zuletzt eine DNA-Analyse bringen. Bereits in Kürze soll eine Gruppe von Wissenschaftlern das Skelett vor Ort genauer anschauen.
Auch Marco Alhelm zieht es demnächst wieder nach Südamerika. Für immer. Denn der 32-jährige technische Angestellte will im bolivianischen La Paz ein Reisebüro auf die Beine stellen – zusammen mit seiner Ehefrau, einer studierten Touristikerin, und weiteren Partnern. Spezialgebiet: «Mystery-Touren». Neben bekannteren Stätten wie Tiahuanaco/Puma Punku oder Samai-Werbeplakat pata planen Alhelm und Co. ihrer Kundschaft auch weniger bedes Museums. kannte Orte mit mindestens ebenso faszinierenden und uner- Die deformierklärlichen Relikten zu präsentieren. Zum Beispiel das «andine te Mumie hat Atlantis» oder auch geheime Sammlungen «kurioser schwarzer Ähnlichkeit mit Keramiken».
Alien-Wesen, Zudem will das Team Vorträge organisieren und professionelle wie sie UFO-Fotos und Filme über kontroverse Entdeckungen produzieren.
Augenzeugen «Alles dient der Finanzierung unserer Forschungen, derentwebeschreiben.
gen wir uns auch entschlossen haben, uns dauerhaft in Südamerika niederzulassen», so Alhelm voller Enthusiasmus. «Nur auf diese Weise kann man ernsthafte Recherchen vor Ort betreiben, wie wir im Laufe der Jahre während Dutzenden von Reisen nach Südamerika festgestellt haben.»
red.
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